• #1

Zusammenziehen durch Aufgeben meines Jobs?

Hallo,
da ich hier bisher viele gute Ratschläge gelesen hab, möchte ich meine Situation schildern:
Mein Freund und ich (beide ca. 30, mehrere Jahre zusammen, harmonisch) haben bis vor Kurzem in der selben Stadt gewohnt. Nun hat er, was ich gut finde, da er sich dort sehr wohlfühlt, ca. 300 km entfernt eine neue Stelle angenommen. Ich bin gerade mit meiner langen, guten akadem. Ausbildung fertig geworden und hab wider Erwarten hier in der Nähe eine gute Stelle gefunden. Unser Plan war eigentlich, dass ich mich hauptsächlich bei ihm in der Nähe bewerbe (war so) und dort einen Job finde (war nicht so, die andere Stelle ist zu gut zum absagen gewesen, sah er auch so). Jetzt sagt er zwar, ich könne natürlich dort anfangen, erwartet aber von mir, dass ich in spätestens etwa zwei Jahren einen neuen Job bei ihm suche (wir arbeiten nicht in der selben Branche). Da er schon etwas länger arbeitet, schließt er die Möglichkeit aus, dass er sich was neues sucht, weil er (wohl auch wirklich) so gute Rahmenbedingungen nicht bei mir in der Nähe vorfinden könnte, wie er jetzt hat.
Nun meine Frage: Sehe ich es zu eng, wenn ich mich frage, warum besteht ja nach diesen Gedanken nur die Möglichkeit, dass ich umziehen muss und damit meine Stelle aufgeben muss? Würdet ihr das als vermeintlich einzigen Kompromiss und "Liebesbeweis" für die Beziehung, die sonst eine Fernbeziehung bliebe, tun? Oder wärt ihr da kritischer?
Danke für eure Tipps und Anregungen!
 
  • #2
Nun meine Frage: Sehe ich es zu eng, wenn ich mich frage, warum besteht ja nach diesen Gedanken nur die Möglichkeit, dass ich umziehen muss und damit meine Stelle aufgeben muss?
Erstens, müssen tust du gar nichts, das ist aber dir hoffentlich ohnehin klar.
Beziehung ist Vereinbarung. Wer sinnvollerweise wann welchen Job aufgibt, wird wohl eine Frage der Vereinbarung sein, und wer weiß, was in 2 Jahren ist?
Ihr könnt bestenfalls jetzt die Rahmenbedingungen von Vereinbarungen diskutieren, was ich dringend empfehlen würde, weil es so klingt, als ob die ganze Sache nicht partnerschaftlich läuft, momentan.
 
  • #3
Ihr habt da eine sehr üble Situation, entweder er gibt seine Stelle auf, oder du die deine um zusammenbleiben zu können. Ich sehe es nicht als Liebesbeweis an, wenn für eine Partnerschaft jemand seine berufliche Zukunft opfert. Das muß jeder für sich selbst entscheiden. Was ist dir wichtiger? Wenn du selbst zu diesem Entschluß findest, für deinen Partner deine Stelle aufzugeben, weil er dir wichtiger ist, dann ja. Wenn nicht, wirst du ihm das in ein paar Jahren ständig vorhalten, oder zumindest dir diesen Vorwurf machen.
Meine Wahl wäre vermutlich zunächst die Fernbeziehung - um herauszufinden, ob mir die Nähe zum Partner oder der Beruf wichtiger ist.
 
P

Papillon

  • #4
Ich sehe es nicht als Kompromis. Ein Zusammenziehen ist die einzigste langfristige Chance für eure Beziehung. Alles andere führt ins Aus. Genaue Beurteilung wer wo den besseren Job hat, kann ich und will ich Dir nicht geben. Aber überlege, ob du mit ihm Kinder haben willst, dann kannst Du vorerst nur eingeschränkt arbeiten. Also hat dein Freund langfristig die besseren Karten.
 
  • #5
Das ist doch garantiert wieder diese "meine Pampa gegen Deine Pampa" Duskussion, oder? Du schreibst keine Größenordnung der Wirtschafträume, in denen sich sein Job, oder Dein Job befindet. Daher gehe ich davon aus, dass beides Pampa ist ;)

Mein Tip: Sucht euch einen leistungsfähigen Wirtsschaftsraum in D (oder auch im Ausland) und zieht beide dort hin, bzw. sucht euch Jobs dort. Es gibt übrigens in D nur 3-4 davon ,die ernstzunehmen sind und nicht genau wieder die Probleme dieses Postings bringen.

Sollte schon einer von beiden in einem dieser Wirtschafträume sein, dann zieht der andere nach.

V.m45
 
  • #6
Hallo FullofDoubts,

ich würde mir jetzt noch keine Gedanken machen, was in zwei Jahren ist... die Erfahrung und das tägliche Leben zeigen, dass einer von Euch bis dahin längst tot sein kann, oder so krank, dass es andere Prioritäten gibt, dass einer von beiden fremdliebt oder dass Eure Beziehung gar nicht mehr besteht, oder einer Eurer beiden Jobs aus welchen Gründen auch immer sich verändert, oder oder... deshalb: keep calm! Leben findet jetzt, hier und heute statt. Liebe auch...

Und weshalb gibt es nur die Optionen zwischen den beiden von Dir genannten Städten? Gibt es auf EUREM Globus denn nur ganze zwei Städte auf dieser Welt? Lieben Gruß
 
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  • #7
Wenn nicht beide eine guten Job in der Nähe finden, dann ist das eben so.
Das geht vielen Paaren so, dann sieht man sich eben nur am Wochenende.

Ihr könntet probieren, Euch in der Mitte zu treffen, bleiben für jeden 150 km Weg zur Arbeit. Geht auch, zumindest bis Kinder sich ankündigen....
 
  • #8
Sehe ich es zu eng, wenn ich mich frage, warum besteht ja nach diesen Gedanken nur die Möglichkeit, dass ich umziehen muss und damit meine Stelle aufgeben muss?
Nö, siehst Du nicht zu eng. Ihr seid gleichauf, und sein Denken ist wie das der Männer von früher, dass sie sowieso Hauptverdiener sein werden und Frau und Kinder ernähren. DANN finde ich es normal, dass sich alles nach der Karriere des Mannes richtet, und auch, dass man heiratet, so dass die Frau, die ja ihrer Möglichkeit, stetig mehr Gehalt zu bekommen, nicht nachgeht, abgesichert ist.
Aber so ist es ja bei euch nicht.

Würdet ihr das als vermeintlich einzigen Kompromiss und "Liebesbeweis" für die Beziehung, die sonst eine Fernbeziehung bliebe, tun?
Weiß ich nicht, aber ich hoffe, ich würde es nicht tun. Kann sein, ich würde mich in seiner Nähe bewerben, wenn ich mich sowieso bewerben wollen würde. Aber es bliebe der Punkt, dass er das für die Beziehung nicht tut, und das würde mir sauer aufstoßen. Wo ist sein Liebesbeweis, es zumindest zu versuchen? Das wäre es, was mich stört: Entweder bewege ich mich, oder es ist vorbei (denn Männer denken meist so, und das kann Dir auch passieren.). Das bedeutet, dass die Beziehung allein von seinen Berufsideen bestimmt ist, und er Dir auch noch vorschreibt, was Du zu tun hast für die Beziehung. Das geht schon mal nicht, dass er da Bedingungen festsetzt für DEIN Berufsleben.
erwartet aber von mir, dass ich in spätestens etwa zwei Jahren einen neuen Job bei ihm suche
Ja, das ist es immer. ER oder SIE erwarten irgendwas. Dass die Frau ihren Beruf aufgibt, ihre Karriere aufgibt, dass der Mann nach einem Jahr heiraten will, dass er seine Freizeit nur mit der Frau verbringt. Erwartungen sind verständlich, aber wenn ich was will, sollte ich selber überlegen, was ich dafür tun kann, und nicht vom anderen erwarten, dass er es macht. Also wenn ihn eine Fernbeziehung stört, warum arbeitet er dann nicht unter schlechteren Bedingungen in Deiner Nähe? Wieso musst Du das von vornherein sein, die sich diesem Umstand anpasst? Diese Sicht auf Beziehungen finde ich unattraktiv.
 
  • #9
Sehe ich es zu eng, wenn ich mich frage, warum besteht ja nach diesen Gedanken nur die Möglichkeit, dass ich umziehen muss und damit meine Stelle aufgeben muss? Würdet ihr das als vermeintlich einzigen Kompromiss und "Liebesbeweis" für die Beziehung, die sonst eine Fernbeziehung bliebe, tun? Oder wärt ihr da kritischer?
Liebe FS,
nein, Du siehst das nicht zu eng. Du siehst, wie Eure Beziehung zukünftig laufen wird: er richtet es sich gemütlich im Leben ein und Du hast Dich dem anzupassen.
Er ist nicht bereit, etwas für Euer Zusammenleben zu opfern, fordert aber genau das von Dir. Fair geht anders. Es ist kein Liebesbeweis von Dir, wenn Du Dich unreflektiert seinen Forderungen fügst - es ist Dummheit und zementiert eine schlechte Struktur in der Beziehung.

Ich schätze keine Menschen, die so ängstlich verharrend sind. Sie sind im Leben nicht auf Veränderungen vorbereitet, haben ihre Denkstrukturen, die sie anderen aufzwingen, gern erpressend (Liebesbeweis) und schlittern in den Burnout, wenn das Leben ihnen Veränderungen abverlangt. Mit so jemandem kann eine junge Faru sich keine gemeinsame Zukunft aufbauen.

Wie sind Deine Berufschancen in seiner Region? Wenn sie nicht genauso gut sind, wie Du sie jetzt hast, würde ich ein umziehen genauso wenig andenken wie er. Warum soll Deine Berufstätigkeit als junge Akademinerin weniger wert sein als seine. Ist er so schlecht und unmotiviert in seinem Job, dass er sich an dem festklammern muss, was er grad ergattert hat?

Ich hatte genau so einen Mann, für den es keine Option war umzuziehen, weil er einen guten Job hatte. Ich habe mich damals mit eher weichen Argumenten überreden lassen umzuziehen. Später habe ich entdeckt, dass er richtig für sich entschieden hat - mit so wenig Wissen, so wenig beruflichem Engagement und geringer geistiger Flexibilität hätte er in keinem anderen Unternehmen mit so wenig Arbeit so viel verdient.
Ich habe den Umzug nicht bereut, bin in eine attraktive Großstadt gezogen mit hervorragenden beruflichen und Weiterbildungsmöglichkeiten, tollem Freizeit- und Kulturangebot. Dort wollte ich ohnehin schon immer leben.
Den Mann gibt es schon lange nicht mehr in meinem Leben, von der Stadt profitiere ich noch immer.

Wenn Du dorthin willst, wo er ist, weil die Region für Dich attraktiv ist, zieh' nach, aber hinterfrag' kritisch, ob Du mit so einem egoistischen Mann zusammenleben willst.
 
  • #10
Liebe FS,
du solltest auf alle Fälle kritischer sein.
Es ist in meinen Augen sicher kein Liebesbeweis ohne weiteres deine berufliche Zukunft zu opfern - das ist einfach nur Leichtsinn.
Frag dich wie wichtig ist dir dein Beruf, die evtl. daran hängende Selbstverwirklichung und auch die finanzielle Unabhängigkeit, die eine eigene Karriere mit sich bringt.
Ich denke du solltest erst für dich selbst entscheiden was du möchtest, danach kannst du dich mit dem Umzugsanspruch deines Partners auseinander setzten.

Alles Gute
w (36)
 
  • #11
Würdet ihr das als vermeintlich einzigen Kompromiss und "Liebesbeweis" für die Beziehung, die sonst eine Fernbeziehung bliebe, tun? Oder wärt ihr da kritischer?
Ich denke, wenn eine Beziehung so liebevoll und harmonisch ist würde er anders handeln, anders kommunizieren anstatt mit einer Selbstverständlichkeit davon auszugehen, dass du dich ihm unterordnest, dein Job weniger wert ist als seiner, deine Bedürfnisse nicht denselben Stellenwert haben als seine. Ich wäre schon kritischer und hätte mich längst mit ihm zusammen gesetzt und diese Thematik so lange besprochen bis eine vernünftige Lösung auf den Tisch kommt. Hier geht es um Existenzen, Chancen, persönliche Weiterentwicklung nicht um Liebesbeweise. Eine Beziehung kann gut gehen, muss sie aber nicht. Einen Job hast du gut 45 Jahre. Wenn du in der Nähe deines Freundes nichts gleichwertiges findest würde ich nicht umziehen und mir auch keine 2-Jahres-Frist setzen lassen.
 
  • #12
Hallo,

der Kompromiss wäre gewesen, jetzt gemeinsam zu entscheiden, wohin man gemeinsam gehen mag - anhand des besseren Berufsangebotes, etc.
Wissentlich in eine Fernbeziehung zu wechseln, von der man annimmt, dass sie aufgrund der beruflichen Planung und Entwicklung mittel- bis längerfristig ist, das finde ich fragwürdig.
Jetzt wäre für mich der Zeitpunkt für einen Kompromiss gewesen und für ein konkretes Planen und Gestalten des gemeinsamen Lebens gewesen. Soweit das möglich ist, kann immer anders kommen.

Ein am Anfang vermeintlich super Job - der sich ganz anders entwickeln kann - und der das Zwischenmenschliche irrelevant werden lässt - welche Prioritäten werden gesetzt? Beruf ist zwar wichtig, aber es ist doch nicht das einzige und vor allem grundlegende Gestaltungselement des (Paar)Lebens.

Das Argument, Frau bleibt dann später eh Zuhause - noch schwieriger. Soll es wirklich das klassische Versorgermodell werden?
Wo bleibt eine flexible Gestaltungsmöglichkeit - wechselnde Elternzeiten, Teilzeitmodelle - evtl auch für beide, mit variabel gestalteten Volumen, wo die Arbeitszeit dem (nicht nur finanziellen) Bedarf und Wünschen anpassbar ist.
Beruf und Karriere ist zwar wichtig, aber nicht alles.

Für mich habt ihr gerade beide einen Weg eingeschlagen, der längerfristig ein immenses Risiko für das Scheitern Eurer Beziehung beinhaltet. Auch aufgrund der Prioritäten, die ihr beide gesetzt habt und setzt.
 
  • #13
Ich lese schon länger hier mit. Wegen dieser Frage habe ich mich jetzt angemeldet. Ich bin in einer ganz ähnlichen Situation.
Also, liebe FS, du siehst das nicht zu eng, wenn dir deine Eigenständigkeit und dein Job wichtig sind. Ich bin nicht bereit in eine Pampa zu ziehen, in der ich keine beruflichen Möglichkeiten für mich sehe. Und nur ein Anhängsel zu sein, und sich von ihm ausfinanzieren zu lassen, kommt für mich nicht in Frage. Bei mir kommt noch dazu, dass ich weiß, dass seine letzte Partnerschaft auch genau an dieser Pampa und seiner Ortsgebundenheit gescheitert ist, drum sträubt sich alles in mir noch viel mehr.
Wir sind jetzt aber auch noch nicht jahrelang zusammen und haben inzwischen beschlossen, es als Wochenendbeziehung weiter zu führen. Ich habe aber ein bisschen Angst vor der Erwartung, dass ich dort hin ziehe. Die bleibt, wenn auch weniger laut ausgesprochen und ohne Zeitrahmen.
 
  • #14
Also wenn ihn eine Fernbeziehung stört, warum arbeitet er dann nicht unter schlechteren Bedingungen in Deiner Nähe? Wieso musst Du das von vornherein sein, die sich diesem Umstand anpasst? Diese Sicht auf Beziehungen finde ich unattraktiv.
Ihr lest den Post der FS falsch. Der Mann stellt sich einer Fernbeziehung nicht grundsätzlich in den Weg sondern sieht die beruflichen Dinge der FS ein. Der Mann ist aus meiner recht verständnisvoll.

Sie fragt uns ob wir meinen, dass eine solche Lösung nach unseren Erfahrungen tragfähig ist. Aus meiner (männlichen) Sicht kann das durchaus der Fall sein. Ich hätte sicherlich zwei Jahre auf ein Zusammenziehen warten können, ich fand mein unabhängiges Leben (allerdings nur 60 km entfernt) damals schön, obwohl ich damals und auch auch heute noch sehr in meine heutige Partnerin verliebt war.

Ich finde die Lösung, nach der Fernbeziehungsphase (mind. 2 Jahre) sich woanders gemeinsam niederzulassen durchaus als Lösungsansatz.
Die Frage ist, ob auch die FS damit leben kann und will.

Meine Partnerin bestand damals nach 1 Jahr auf dem Zusammenziehen und schuf damit gehörige Probleme....
 
  • #15
Hallo,

hier ist die FS.

Oben wurde gefragt, ob es in unserem Globus nur zwei Städte gibt. Nein, natürlich nicht, ich kann mir auch viele andere gut vorstellen. Nur mein Freund nicht, er möchte in seiner wohnen bleiben und ich möge dazu kommen. Außerdem war der Ausgangspunkt der Frage ja mehr der, dass wir beide gute Stellen haben (er länger, ich erst kurz) und sie an und für sich beide nicht aufgeben möchten. Nur dauerhaft eine Fernbeziehung zu führen, finden wir beide schwierig und so "soll" ich nun bald zu ihm ziehen, obwohl mein Job z. B. sehr attraktive Teilzeitmöglichkeiten bietet. Ob ich bei ihm etwas Vergleichbares fände, kann ich schwer einschätzen. Grundsätzlich sind wir beide gut qualifiziert, aber deshalb muss es ja nicht einfach werden...

Danke für die bisherigen Anregungen!
 
  • #16
Nun meine Frage: Sehe ich es zu eng, wenn ich mich frage, warum besteht ja nach diesen Gedanken nur die Möglichkeit, dass ich umziehen muss und damit meine Stelle aufgeben muss? Würdet ihr das als vermeintlich einzigen Kompromiss und "Liebesbeweis" für die Beziehung, die sonst eine Fernbeziehung bliebe, tun? Oder wärt ihr da kritischer?
Danke für eure Tipps und Anregungen!
Nach all meinen Erfahrungen insgesamt würde ich es nicht tun! Solche Liebesbeweise lösen sich ganz schnell auf bei Trennung, ich sehe in dieser Konstellation, wie du berichtest keine Gleichwertigkeit in der Beziehung, die nach meines Erachtens sich früher oder später auflösen wird. Da hat derjenige, der da nachgegeben hat, plötzlich ein ganz schönes Problempaket! Übrigens wirst du diese Ungleichwertigkeit in weiteren Lebensbereichen schnell erkennen und darunter leiden! Tue es nicht!
Ein Zusammenziehen ist die einzigste langfristige Chance für eure Beziehung. Alles andere führt ins Aus.
Mit dieser Aussage kann ich mich nicht identifizieren, zusammenziehen ist nicht die geringste Garantie für eine Beziehung sondern ein großes Problem für den, der sich selbst aufgegeben hat, wenn es nicht funktioniert, wenn es nicht passt! Wenn es nicht passt nützt ein zusammenziehen genauso wenig!
 
  • #17
Aber überlege, ob du mit ihm Kinder haben willst, dann kannst Du vorerst nur eingeschränkt arbeiten. Also hat dein Freund langfristig die besseren Karten.
Wegen ein paar Wochen Mutterschutz, in denen das Gehalt voll weiterbezahlt wird, soll der Freund die besseren Karten haben?

Oder war das jetzt übelster Sexismus, der per se davon ausgeht, dass Kinderaufzucht Frauensache ist?!!!

Liebe FS,
lassen Sie sich keinesfalls zu verbindlichen Aussagen drängen, die Sie einseitig belasten. In Ihrer Situtation kann die Vereinbarung nur lauten, dass beide sich bemühen, eine Stelle in derselben Stadt zu finden, das kann auch ein Dritter Ort sein, wenn es für sie beide in der jeweils anderen Stadt keine adäquaten Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Eine berufliche Verschlechterung sollten Sie wegen einer Beziehung keinesfalls in Kauf nehmen. Die Beziehung wird statistisch gesehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht bis ins Rentenalter halten, arbeiten müssen Sie aber sehr wohl solange.

Darüber hinaus erscheint mir Ihr "Freund" auch arg chauvinistisch. Er optimiert seine Karriere und das kleine Frauchen darf sich anpassen.
 
  • #18
Hallo FS, ich war das mit dem "Globus"... dachte da auch eher so in die Richtung, wie sich Valmont geäußert hat, hast Du Dir bestimmt schon gedacht... Ihr hättet dann beide zu etwa gleichen Teilen aufeinander zugehen können. Aber okay, wenn Dein Freund sich wirklich keinen Zentimeter auf Dich zubewegen will und auf seiner chauvinistischen Machismo-Tour besteht, ist das natürlich ein harter Brocken für Dich, der nicht gerade von Respekt Dir gegenüber zeugt. Kann da nur Gast 125 beipflichten. Er/sie bringt es exakt auf den Punkt. Mit diesem, vermutlich auch entsprechend konservativen, Chauvinist wirst Du sicherlich noch "Spaß" bekommen, sollte es bei Euch mal über das Thema Beruf hinausgehen und vielleicht an die Familiengründung... Dein Freund lebt ja eine Geschlechterrolle wie vor hundert Jahren, puh!

Unter dieser Prämisse ist es ein sehr großer (!) Liebesbeweis Deinerseits, wenn Du Deinen Job aufgibst und zu ihm ziehst, der mehr als gut überlegt sein will. So wie Du die Situatition schilderst, denke ich aber, dass an seinem Chauvinismus Eure Beziehung letztendlich eh kaputtgehen wird, wenn Du dann zu ihm gezogen bist, da er ja quasi nichts hat, was er in die Waagschale werfen könnte, was dann die Augenhöhe zwischen Euch wieder herstellt... da müßte dann ja schon richtig massiv viel von ihm kommen! Kann er Dir das bieten? Lieben Gruß
 
  • #19
FS, wie bist Du zu Deiner jetzigen Stelle gekommen? Wenn Du Dich nur in der Nähe Deines Freundes bewerben wolltest?

Du musst Dich ja für Deine jetzige Stelle beworben haben oder hat der Arbeitgeber angeklopft und Du hattest den Job.

Wenn der Job Dein absoluter Traumjob ist, dann gib ihn auch nicht in 2 Jahren auf.

Ihr habt beide Pläne gemacht und Du hast die Vereinbarung gebrochen.

Du hast auch nicht Euer Alter geschrieben oder um welche Job es bei Euch geht.

Einer von Euch beiden muss seine Stelle aufgeben oder auch beide - was besonders dumm wäre.

Es gibt nur 2 Möglichkeit, einer gibt nach oder ihr trennt Euch.
 
  • #20
Hallo,

hier die FS.

Auf deinen Beitrag, Darina, möchte ich antworten. Wie alt wir sind, steht oben, die genauen Jobs hab ich bewusst nicht genannt ;) ... aber es sind beides gute und beide bekommen wir Vergleichbares am Ort des anderen wahrscheinlich nicht wieder.

Wir hatten Pläne und ich hab sie gebrochen? Ja, kann man so sehen. Ich hatte mit der Bewerbung auf diesen Job eine einzige Ausnahme gemacht, weil er zwar weiter weg aber wirklich richtig gut in meinen Augen war. Ich war selbst überrascht dort eine Zusage zu bekommen und noch mehr, dass es die erste Antwort von allen meinen Bewerbungen war. Mein Partner wusste von dieser Ausnahme und hat es hingenommen. Macht es das etwas klarer?

Danke weiterhin euch!
 
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  • #21
Nein nicht wirklich!

Naja beide ca. 30, ist keine so gute Altersangabe aber gut.

Wenn ihr oder in diesem Fall Du schon viel Zeit und Energie in den Job gesteckt hast, dann möchtes Du sicher Dich nicht mehr mit was Halben abgeben, wenn Du jetzt Blut geleckt hast.

Ich glaube, Du hast Dich schon entschieden! Für Dich fühlt sich dieser Job wie Schicksal, Fügung an und den jetzt aufgeben für...?

So wie es aussieht, denkst Du noch nicht an eigene Kinder und dass man einen Partner dafür braucht oder haben sollte.

Wenn Dein Freund von der Bewerbung wusste und sie abgesegnet hat, dann hast Du Dir nichts vorzuwerfen.

Wenn ihr beiden so ideale Stellen für Euch habt, dann müsst ihr oder jetzt Du für Dich die Konsequenzen ziehen.

Es wird Dir keiner sagen, was Du im 10 Jahren bereuen wirst oder ob Du in 10 Jahren sagst; ja das war wie ein 6 im Lotto.

Ich kann Dir nicht sagen, was leichter zu finden ist, der perfekte Job oder der richtige Partner.

Du hast auf Dein Gefühl bei der Bewerbung gehört, obwohl was anderes besprochen war, dann höre auch jetzt auf diese Stimme in Dir.

Du wirst auch in 2 Jahren den Job nicht aufgeben wollen und Du bist dabei Dich von Deinem Freund zu lösen, darum die Frage hier.

Dir müssen bei der Bewerbung die Konsequenzen klar gewesen sein, Du wolltest sie nur nicht wahr haben.

Ich bin mir bei einer Sache sicher, Frauen im bestimmten Alter, wo der Arbeitgeber eine Schwangerschaft befürchten muss, haben es schwerer auf dem Arbeitsmarkt, als Männer im selben Alter.
 
  • #22
obwohl mein Job z. B. sehr attraktive Teilzeitmöglichkeiten bietet. Ob ich bei ihm etwas Vergleichbares fände, kann ich schwer einschätzen.
Gerade wenn du Kinder willst, ist es besser, sich für diesen Arbeitsplatz zu entscheiden, als deinem Freund hinterher zu ziehen. Oder bestehen die günstigen Bedingungen beim Arbeitsplatz deines Freundes auch aus Teilzeitmöglichkeiten und ER will für die Kinder beruflich kürzer treten?
 
  • #23
Du hattest eine lange, gute akademische Ausbildung und kannst jetzt gerade deinen ersten, guten Job antreten. Gerade jetzt halte ich es für sehr wichtig, dass du diesen Job behältst und für mindestens 2 Jahre durchziehst. Du verdirbst dir sonst gleich am Anfang beruflich alles/ einiges. Dann habt ihr eben für zwei Jahre eine Fernbeziehung. Danach seht ihr weiter.
 
  • #24
Gerade wenn du Kinder willst, ist es besser, sich für diesen Arbeitsplatz zu entscheiden, als deinem Freund hinterher zu ziehen. Oder bestehen die günstigen Bedingungen beim Arbeitsplatz deines Freundes auch aus Teilzeitmöglichkeiten und ER will für die Kinder beruflich kürzer treten?
Ich glaube, ein Mann sieht die günstigen Bedingungen am Arbeitsplatz etwas anders! Einem Mann oder den meisten Männer sind Teilzeitmöglichkeiten absolut egal. Für einen Mann sind schnelle gute Aufstiegschancen das wichtigste, wo er viel Geld bekommt und möglichst viel Freizeit.

Im Moment sieht der Freund es vielleicht auch so, dass er ja die Familie hauptsächlich ernährt und wenn die zwei sich dann scheiden lassen, dann wird er von der FS erwartet, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdient und keinen Ausgleich für ihren Ausfall verlangt.

Darling! Die FS ist in den 30, wenn sie Kind haben will, dann hat sie keine 2 Jahre groß Zeit. Der Job ist für sie und ihre Zukunft perfekt. Sie hat keinen Grund ihn auch in 2 Jahren aufzugeben. Der Freund will seinen Job auch nicht aufgeben. In 2 Jahren wird das Problem nicht anders sein, sie wird nur 2 Jahre älter und muss dann nach einem neuen Partner für die Familienplanung suchen.

Wenn Menschen solche Fragen stellen, dann haben sie sich schon zum teil entschieden. Die FS hat sich trotz besseren Wissens auf die Stelle beworben.
 
E

EarlyWinter

  • #25
Behalte deinen Job liebe FS. Gerade wegen der absolut kompromisslosen Einstellung deines Freundes. Die wäre mir Bestätigung genug, dass er nicht der richtige für mich ist. Und du wußtest es auch sonst hättest du dich nicht beworben auf die Stelle - egal wie toll die war. Du wolltest sie haben und herzlichen Glückwunsch, dass du sie bekommen hast. Ihr findet beide jemand anderen, der dann besser passt.
Früher hätte ich alles für "die Liebe meines Lebens" stehen und liegen gelassen und wäre ans Ende der Welt mit ihm gezogen. Aber die Welt hat sich verändert und die Menschen auch und heute würde ich das nicht mehr machen. Liegt aber bestimmt auch an meinem Alter und an einigen anderen Faktoren, die hier nicht zur Sache tun.
Eure Geschichte ist meiner Meinung nach zu Ende.
 
  • #26
Dich zubewegen will und auf seiner chauvinistischen Machismo-Tour besteht, ist das natürlich ein harter Brocken für Dich, der nicht gerade von Respekt Dir gegenüber zeugt.
Der Partner der FS zeigt doch allen Respekt. Es hat auch nicht gemostert, als die FS sich entgegen der vorigen Absprache woanders beorben hat und nun sieht er sogar ein, dass die Job für die FS gut ist und sie ihn auch ausüben solle.
Er hat lediglich gesagt, dass er eine Fernbeziehung länge als zwei Jahre nicht wünsche und ich finde, das ist eine durchaus nachvollziehbare Aussage.

Nach den zwei Jahren Fernbeziehung wird man neu sehen.

Je nachdem, wer dann (nicht jetzt) insbesonder finanziell die besseren Perspektiven hat, wird derjenige sein, der die besseren Karten hinsichtlich des zukünftigen Wohnortes hat

Die FS sollte sich jedoch auch bewußt werden wie sie ihr Familienleben später plant.

Bei mir war es so, dass die Partnerin ursprünglich bald nach der Geburt des Kindes in der gewünschten Firma (für diese Perspektive bin ich damals umgezogen) wieder vollzeit arbeiten wollte; sie dann aber, als es soweit war, sich einfach umentschieden hat, nur noch halbtags zu arbeiten und ihre ehemals sehr gute Möglichkeit, in eine Führungsposition zu gelangen, wohl auf Dauer verspielt hat.

Hätte ich das damals eher gewußt, würden wir heute woanders wohnen!

Hier solltest Du als Frau wirklich fair mit Deinem Partner umgehen. Wenn er sich (entgegen dem, wie es jetzt aussieht) nach zwei Jahren zugunsten Deiner beruflichen Perspektive verändert, dann must Du dort auch Gas geben.
 
G

Ga_ui

  • #27
Gebe bloß nicht deinen Job auf. Das ist kein Opfer, sondern Unfug!
Gerade Männer sticheln Frauen doch, wenn sie nicht oder nur teilweise arbeiten. Zusammenziehen heißt vor allem, sich nicht auf die faule Haut legen können. Die Spannung in eurer Beziehung wird sinken, wenn ihr noch enger aufeinanderhockt und wenn du zudem gar keinen Job hast oder nur daheim abhängst, dann gibt es ganz schnell einen riesen Konflikt.

Was dein Freund gesagt hat, lässt mich auch schwer überlegen, ob das überhaupt ein richtiger Partner ist, wenn er dir solches Ultimatium stellt.
Ich meine, du hast nur dieses eine Leben. Ein 08/15 Job, nur damit man arbeitet und überleben kann, bringt es auch nicht.
 
  • #28
Hier solltest Du als Frau wirklich fair mit Deinem Partner umgehen. Wenn er sich (entgegen dem, wie es jetzt aussieht) nach zwei Jahren zugunsten Deiner beruflichen Perspektive verändert, dann must Du dort auch Gas geben.
Bei einem nicht vorhanden Kind kann man viel planen. Frauen glauben vor der Geburt an vieles. Die FS redet auch von Teilzeit später und nicht Vollzeit.

Ich gebe Dir aber Recht, die FS hat die Vereinbarung gebrochen, nicht er.

Ich würde aber nicht die 2 Jahre warten, wenn der Job ihr Traumberuf ist.