• #1

Zeit, Bilanz zu ziehen?

Ich weiß nicht, ob es an dieser für mich schweren Zeit liegt oder es auch in ferner Zukunft so weit gekommen wäre. Ich ziehe mich gerade von (un)geliebten Menschen zurück, da mich Erinnerungen aus der Vergangenheit einholen. Habe ich sie erfolgreich verdrängt oder kommen die Erinnerungen zurück, weil ich im Moment zu viel Zeit habe? Es ist unheimlich schwierig, aus diesen Grübeleien wieder herauszukommen.
In meinem Elternhaus z.B. habe ich mich in den letzten Jahren nur alle zwei Monate blicken lassen, da in meiner Jugend und im frühen Erwachsenenalter viel vorgefallen ist.
Mittlerweile gibt es einen Kontaktabbruch und ich ignoriere sogar Anrufe von diesen Personen und bekomme schon schlechte Laune, wenn ich den Namen auf dem Display sehe. Ich wünschte, sie würden mich einfach nur in Ruhe lassen. Wenn bald nicht wieder Normalität einkehrt, sehe ich schwarz. Ich möchte nur, dass diese Gedankenspirale wieder aufhört.

Für mich ist der Lockdown ein großer Härtetest? Bin ich die Einzige, die so fühlt?
 
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  • #2
Wer sind "diese Personen" (Eltern, Geschwister?)
Warum rufen sie dich an? Sind das Menschen, die sich Sorgen um dich machen? Denen du etwas bedeutest?

Für diese Diskussion finde ich es ganz wichtig, das zu wissen.
 
  • #3
Ich weiß nicht, ob es an dieser für mich schweren Zeit liegt oder es auch auch in ferner Zukunft so weit gekommen wäre. Ich ziehe mich gerade von (un)geliebten Menschen zurück, da mich Erinnerungen aus der Vergangenheit einholen.
Das ist eine gute Einstellung, das sollte man regelmäßig machen, um nicht mit Leuten ständig und beständig zusammen zu kommen, die einem nicht gut tun!
Habe ich sie erfolgreich verdrängt oder kommen die Erinnerungen zurück, weil ich im Moment zu viel Zeit habe? Es ist unheimlich schwierig, aus diesen Grübeleien wieder herauszukommen.
Genau das ist Verdrängung, die dir erst jetzt bewusst wird! Arbeite an dir und an deiner Persönlichkeitsentwicklung!
In meinem Elternhaus z.B. habe ich mich in den letzten Jahren nur alle zwei Monate blicken lassen, da in meiner Jugend und im frühen Erwachsenenalter viel vorgefallen ist.
Mittlerweile gibt es einen Kontaktabbruch und ich ignoriere sogar Anrufe von diesen Personen und bekomme schon schlechte Laune, wenn ich den Namen auf dem Display sehe. Ich wünschte, sie würden mich einfach nur in Ruhe lassen. Wenn bald nicht wieder Normalität einkehrt, sehe ich schwarz. Ich möchte nur, dass diese Gedankenspirale wieder aufhört.
Wie du alles innerlich mit dir verarbeitet hast, hören diese Gedankenspirale auf!
Für mich ist der Lockdown ein großer Härtetest? Bin ich die Einzige, die so fühlt?
Das kann man sogar sehr positiv sehen, der Corona mit dem Lockdown bringen für jeden Klarheit und Wahrheit, sie ziehen den Schleier vor den Augen weg, das ist gut so, um mehr Bewusstsein zu bekommen!
 
  • #4
Du schreibst relativ unspezifisch. Ja, ab und an, oder auch kontinuierlich, sollte man mal Bilanz ziehen. Mag sein, dass man zum Nachdenken im Lockdown mehr Zeit hat. Aber was genau ist Deine Frage?
 
  • #5
Meiner Ansicht nach kann nichts Mieses oder Fieses auftreten, was nicht da wäre. In dieser Zeit haben viele mehr Zeit, mal über ihr Leben, sich selbst, ihre Beziehung usw. nachzudenken, einfach, weil man sich schlecht ablenken kann. Was wäre denn besser, wenn man das alles nicht merken würde? Ich würde sagen, das geht ja nicht weg, nur weil man es ignoriert.
Wenn ein Paar sich in diesen Zeit nicht versteht, weil es zu dicht aufeinander sitzt, was soll das zu Rentenzeiten werden? Da gibt es ja dann noch mehr Gründe, die man finden könnte, um im Elend zu verharren.

Was aber sein kann ist, dass es Dir sehr aufs Gemüt schlägt, dass Du nicht das tun kannst, was Dir sonst Freude gemacht hat. Freunde treffen, ins Theater gehen, keine Ahnung. Das fehlt jetzt und wenn man kein Typ ist, der ausweichen kann auf Skypen und Fernsehen, weil es nicht so sehr nur um die Personen bzw. den Film oder das Theaterstück geht, sondern um das Ambiente, die Nähe. Dann gibt es ja keinen Ersatz.

Habe ich sie erfolgreich verdrängt oder kommen die Erinnerungen zurück, weil ich im Moment zu viel Zeit habe?
Ich würde sagen, da ist was nicht verarbeitet und würde sowieso kommen, sobald Du Luft zum Nachdenken hättest.

Für mich ist der Lockdown ein großer Härtetest? Bin ich die Einzige, die so fühlt?
Sicher nicht. Aber es gibt auch andere Typen, die das nicht so empfinden. Ich z.B.. Ich merke schon, was mir fehlt, aber ich kann HEUTE besser damit umgehen, wenn was nicht so läuft, wie ich es bräuchte, und statt festzustecken im Klagen und Leiden über die Situation, nach Alternativen schauen.

Aber ich habe auch viele Hobbys von Sport bis Handarbeitliches. Mach ich eben das, was geht, jetzt und suche mir mehr Inspirationen dazu. Ich habe jetzt endlich den superschicken Schal, den ich mir schon immer stricken wollte, aber nie Zeit dazu fand, das Netz nach dem passenden Garn zu durchsuchen, Preisvergleiche zu machen, zu überlegen, welche Farbe am besten ist, das Muster zu lernen und das Stricken auch durchzuhalten, bis er lang genug ist.

Es ist sozusagen ein Begrüßen, sich jetzt NUR damit befassen zu können, wo ich es früher hinausgeschoben hätte, da mir was anderes gerade wichtiger gewesen wäre. Wie lange ich das so machen kann, ist noch nicht raus. Ich vermisse auch Freunde und Bekannte, Familie, Besuche zu Anlässen.
 
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  • #6
Für mich ist der Lockdown ein großer Härtetest? Bin ich die Einzige, die so fühlt?
Dadurch dass die permanente Ablenkung wegfällt, werden viele Menschen indirekt dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Mir selbst ist es ähnlich ergangen. Die letzten Jahre waren sehr turbulent und ich beruflich auf der Überholspur unterwegs. Mein Privatleben war eigentlich gar nicht existent. Durch den ersten Lockdown wurde ich dazu gezwungen, mal inne zu halten und aus meinem „höher, schneller, weiter“ auszusteigen. Es war interessant zu beobachten, was das mit mir machte.

Also nein, du bist nicht die Einzige, der es so geht! 😊
 
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  • #7
Also bei mir ist es jetzt turbulent wie vorher...
 
  • #8
Dass du in deinem Leben aufräumst, hört sich gut und vernünftig an! Ich denke schon ewig regelmäßig darüber nach, ob ich mit mir und meinem Leben zufrieden bin oder was ich verändern kann, reflektiere eigentlich täglich mein Verhalten, meine Beziehungen und Motivationen. Das ergibt sich einfach so durchs tägliche Tagebuchschreiben. Dabei lege ich vor mir selbst Rechenschaft ab, begründe und erkläre und analysiere und interpretiere meine Entscheidungen, Wünsche und Sorgen. Allgemein kann ich regelmäßiges Tagebuchschreiben sehr empfehlen. Das hilft dabei, die Gedanken zu ordnen und sich über Probleme und Lösungen klar zu werden, außerdem macht es Spaß. Du kannst mir einen beliebigen Tag innerhalb der letzten 18 Jahre nennen und ich kann dir vorlesen, was mich da beschäftigt hat. Oft erinnere ich mich dann an die konkrete Situation, ist echt witzig. Und natürlich auch, wie sich Themen, Pläne, Einstellungen und Schreibstil über die Jahre entwickeln. Meine Zwillingsschwester schreibt ebenfalls seit 18 Jahren durchgängig. Manchmal lesen wir uns alte Beiträge vor und vergleichen, wie wir Situationen anders wahrgenommen haben. Besonders witzig ist das, wenn wir uns früher wegen was gestritten haben und dann natürlich jede im Tagebuch ihre Perspektive schildert und selbstverständlich im Recht ist ...😅

Für mich ist der Lockdown ein großer Härtetest? Bin ich die Einzige, die so fühlt?
Für mich persönlich irgendwie überhaupt nicht, ich bin beschäftigt, langweile mich nicht und genieße mein Leben, erlebe viele schöne Sachen.
Ok, vor drei Tagen ist unerwartet meine geliebte Oma im Krankenhaus an Corona gestorben, das war ein Schlechte-Welt-Tag, da habe ich zwei Stunden in der Badewanne geweint, nachdem ich den Anruf bekommen hatte, denn obwohl seit über sieben Jahren jedes halbe Jahr ein enges Familienmitglied stirbt und jetzt mit mir hierzulande wirklich nur noch drei übrig sind, hat es mich trotz Gewohnheit gerade bei meiner Oma sehr getroffen, da wir eine besonders enge Beziehung hatten und es nun immer wahrscheinlicher wird, dass ich bald gar keine Familie mehr habe. Immerhin meine Schwester müsste der Logik nach erstmal bleiben, denn sie hatte erst vor anderthalb Jahren, als es wieder Zeit war, einen fast-tödlichen Autobahn-Motorrad-Unfall, den sie knapp überlebt hat, das war die Ausnahme, damit wäre sie erstmal runter von der Liste ... Mal schauen, ob die Kette abbricht. Ich hoffe es sehr für meine Mutter. Spätestens bei mir wird sie dann aber gewiss enden, denn mir selbst passiert nichts Schlimmes. Die Frage ist nur, wer mir Gesellschaft leistet. Naja, u.a. über so was habe ich Montag in der Badewanne nachgedacht. Aber dann war auch gut, am nächsten Tag und jetzt gerade habe ich wieder viel Spaß. Der Schnee ist so schön, die Sonne scheint, ich weiß gar nicht, was ich zuerst tun soll, bin gut gelaunt, neugierig und motiviert. Das war schon immer so und daran hat sich nichts geändert.
w26
 
  • #9
Habe ich sie erfolgreich verdrängt oder kommen die Erinnerungen zurück, weil ich im Moment zu viel Zeit habe?
Du suchst Probleme, weil Du die viele Zeit nicht anders nutzen kannst. Du hast nie gelernt, Dir Zeit selber gut zu gestalten, sondern nur, sie Dir von anderen gestalten zu lassen.
Und was für viele zeit eigentlich - der Tag hat immer noch 24 Stunden, die Woche 7 Tage. Wo soll mehr Zeit herkommen, als vorher da war?

Ich kann den ganzen Lockdown nicht als schwere Zeit verorten, obwohl ich mich strikt an die Vorgaben halte. Man muss halt Dinge anders machen als sonst.

Ich möchte nur, dass diese Gedankenspirale wieder aufhört.
Was hältst Du davon aufzuhören in Gedankenspiralen zu kreisen und Gefallen daran zu finden, zu suchen was schlecht läuft? Mach doch einfach mal was anderes mit der vielen Zeit (vielleicht bedingt durch Kurzarbeit), z.B. eine Weiterbildung, die Dir nach dem Lockdown richtig viel bringt.
Es gibt so viele geringpreisige oder kostenlose Onlineangebote von sehr hoher Qualität, sogar mit anerkannten Hochschulzertifikaten (selbst ohne Hochschulzugangsberechtigung). Dafür brauchst Du auch keine andere Technik, als wenn Du hier schriebst und jammerst - es bringt Dir auch mehr.

ich ignoriere sogar Anrufe von diesen Personen und bekomme schon schlechte Laune, wenn ich den Namen auf dem Display sehe. Ich wünschte, sie würden mich einfach nur in Ruhe lassen
Dann schalte das Telefon aus und es herrscht Ruhe oder alss das Telefon ausklingeln ohne schlechte Laune zu kriegen.

Also bei mir ist es jetzt turbulent wie vorher...
Aber sicherlich anders turbulent, weil Du Dich den neuen Anforderungen angepasst hast.
 
  • #10
Für mich ist der Lockdown ein großer Härtetest? Bin ich die Einzige, die so fühlt?
Ich hatte ja neulich einen Faden dazu, dass mir während Corona noch mehr die Freunde und Bekannten wegbrechen als ohnehin schon durch meinen veränderten Alltag (Arbeit und Familie statt früher Studentin mit viel Freizeit). Also kann es auch in die andere Richtung gehen. Unterm Strich ziehe ich aber ebenso Bilanz wie du. Nur dass ich momentan eher auch alte Bekannte neu kontaktiere, die haben sich in den letzten z.B. 15 Jahren verändert und ich finde es spannend, ob wir vielleicht inzwischen mehr gemeinsam haben als früher. Man kann sich also nicht nur auseinanderleben, sondern auch das Gegenteil kommt vor ;)
Dein Thema scheint allerdings ein konkretes zu sein, das du zu allgemein schilderst. Wenn du konkret wirst, kann man dir hier vielleicht konkrete Tipps geben.
W37
 
  • #11
Wer sind "diese Personen" (Eltern, Geschwister?)
Warum rufen sie dich an? Sind das Menschen, die sich Sorgen um dich machen? Denen du etwas bedeutest?
Ja, es sind Eltern und Geschwister. Sie hatten sich sozusagen gegen mich verschworen, weil ich in der Pubertät sehr schwierig war. Ja, ich denke schon, dass ich ihnen etwas bedeute. Sorgen machen sie sich, weil ich mich nicht mehr melde. Es ging sogar so weit, dass ich Tabletten genommen habe. Mittlerweile komme ich zu dem Schluss, dass es am besten gewesen wäre, sie schon nach dem Auszug mit 19 aus meinem Leben zu streichen.

Das ist eine gute Einstellung, das sollte man regelmäßig machen, um nicht mit Leuten ständig und beständig zusammen zu kommen, die einem nicht gut tun!
Ja, das denke ich auch. Früher war es das schlechte Gewissen. Heute denke ich, dass diese Menschen auch nie an mein Wohl gedacht haben. Warum soll ich nun an sie denken? Außer Pflichtgefühl sind sonst nur negative Gedanken vorhanden.

Das kann man sogar sehr positiv sehen, der Corona mit dem Lockdown bringen für jeden Klarheit und Wahrheit, sie ziehen den Schleier vor den Augen weg, das ist gut so, um mehr Bewusstsein zu bekommen!
Ich weiß nicht, ob das so gut ist. Vor dem Lockdown war ich mit Job, Liaison, Freunden und Fitnessstudio gut erfüllt. Im Moment fällt fast alles weg. Ich möchte den Schleier wieder haben und die Vergangenheit ruhen lassen. Im Moment kommt mit jeder Erinnerung eine andere hoch.

Du schreibst relativ unspezifisch. Ja, ab und an, oder auch kontinuierlich, sollte man mal Bilanz ziehen. Mag sein, dass man zum Nachdenken im Lockdown mehr Zeit hat. Aber was genau ist Deine Frage?
Was möchtest du denn genau wissen? Meine Frage ist, ob das nur eine Phase ist, die jeder einmal hat und/oder der gegenwärtigen Zeit verschuldet ist. Und ob sie wieder vorbeigeht. Reagiere ich über, wenn ich den Kontakt komplett abbreche? Oder wäre es für mich besser?

Ich würde sagen, das geht ja nicht weg, nur weil man es ignoriert.
Bisher bin ich damit gut gefahren.
Genau das ist es. Vorher gab es Ersatz.
 
  • #12
und statt festzustecken im Klagen und Leiden über die Situation, nach Alternativen schauen.
Das versuche ich ja gerade. Diese Frage im Forum ist der erste Schritt.Ich habe mir vorgenommen jeden Tag zu Hause Sport zu treiben. Krafttraining, um mich auszupowern. Auch wenn es nur 20 Minuten sind. Yoga soll ziemlich gut sein, um abzuschalten. Hat jemand Erfahrung damit?

Es war interessant zu beobachten, was das mit mir machte.
Nun hast du mich neugierig gemacht. Was hat es mit dir gemacht? Ich bin auch immer ziemlich Achse. Der Stillstand tut mir gar nicht gut.

Danke für die lieben Antworten! Es hat auf jeden Fall gut getan, sich zu trauen und seine Gedanken aufzuschreiben.
 
  • #13
Ich vermisse die kleinen Freuden eines normalen Wochenendes sehr.

Mal kurz nach Frankreich fahren zum Essen einkaufen, bummeln, ein Kaffee trinken irgendwo, Kino und all die Dinge die einem aus seinem Portfolio spontan einfallen würden

Aus der geplanten Interkontknentalreise wurde ein Wohnung kaufen. Die Zeit dies zu planen haben wir dieses Jahr ja reichlich;-)

Kontakte aussortieren zur Entlastung mache ich, seit ich' bei mir ' bin auch recht kompromisslos und bereut habe ich das meistens nicht

Meine Hobbys haben sich nicht verändert. Als Reiter (mit eigenem Pferd) darf man ja immerhin recht gleichbleibend sein Hobby ausüben.

Traurig ist, das die Trauerfeier meiner Mutter stark von corona beeinträchtigt wird. Darüber könnte ich mich gerne ausführlich ärgern

Also ja, als introvertierter Mensch ist man imho immer mehr beschäftigt. Aber es hat auch viel gutes bei sich zu bleiben
 
  • #14
Ich weiß nicht, ob es an dieser für mich schweren Zeit liegt oder es auch auch in ferner Zukunft so weit gekommen wäre. Ich ziehe mich gerade von (un)geliebten Menschen zurück, da mich Erinnerungen aus der Vergangenheit einholen.
Es kommt auf das Erlebte an ob ein Rückzug allein reicht oder eine Therapie angemessen ist. Aktuell maskiert ist eine Therapie aber auch nicht unbedingt der ideale Ansatz.
Habe ich sie erfolgreich verdrängt oder kommen die Erinnerungen zurück, weil ich im Moment zu viel Zeit habe?
Klar mit vielen Reizen kann man Leere füllen oder Probleme überdecken. Vor Corona bin ich viel gereist und wöchentlich mindestens einmal eher häufiger ins Theater, Kino, Konzert, Tanzen ... gegangen.

Jetzt sitze ich im Homeoffice statt zur Arbeit zu radeln, koche viel statt essen zu gehen, lese viel, schreibe (hier) ... Vielleicht auch nur äussere Ablenkungen aber ich grübel sehr selten und schlafe täglich meine 7 bis 8 Stunden.
In meinem Elternhaus z.B. habe ich mich in den letzten Jahren nur alle zwei Monate blicken lassen,
Über den Kontakt mit meinen Eltern habe ich allein entschieden ab dem Zeitpunkt nach dem ich ausgezogen war. Mein zu Hause war seit dem der Ort wo ich wohne und nicht mein Elternhaus wie ich es selbst bei einigen Gleichaltigen beobachte.

Wollte meine Mutter Weihnachten nicht allein sein war sie eingeladen uns inkl. Übernachtung zu besuchen, da sie aber bestimmen wollte was wie läuft hat sie uns nicht besucht. Ihr und nicht mein Thema.

Ich fühle wenig wenn ich über meine verstorbenen Eltern nach denke. Keine Trauer, Scham, Verlust, Wut ... nur Information wie es war. Völlig anders als bei meinem toten Sohn oder meiner Exfrau für die ich einerseits Mitgefühl andererseits Zufriedenheit über unseren Abstand spüre. Meine Tochter (25) sehe ich monatlich, schreibe oder telefoniere wöchentlich. Die Initiative ist gegenseitig.
 
  • #15
Sorgen machen sie sich, weil ich mich nicht mehr melde. Es ging sogar so weit, dass ich Tabletten genommen habe. Mittlerweile komme ich zu dem Schluss, dass es am besten gewesen wäre, sie schon nach dem Auszug mit 19 aus meinem Leben zu streichen.
Wie war eure Kommunikation in den letzten Jahren? Könnte es sein, dass sie vergangene Fehler wiedergutmachen möchten? Könnte es sein, dass sie bereuen und leiden?

Falls ja: Hast du schon mal eine Aussprache in Erwägung gezogen? Ich kenne den Umfang eurer Verletzungen nicht. Deinen Anteil und die Anteile der Familie.
Könntest du dir vorstellen, dass es dir besser gehen würde, wenn eure früheren Probleme aufgearbeitet würden?
 
  • #16
Ich weiß nicht, ob das so gut ist. Vor dem Lockdown war ich mit Job, Liaison, Freunden und Fitnessstudio gut erfüllt. Im Moment fällt fast alles weg. Ich möchte den Schleier wieder haben und die Vergangenheit ruhen lassen. Im Moment kommt mit jeder Erinnerung eine andere hoch.
Bekomme mehr Klarheit und Wahrheit über dein neues Bewusstsein das ist innerer Reichtum!
Das waren doch nur gewohnheitsmäßige Ablenkungen auf das Konkrete, auf das ICH, Ablenkungen von der Klarheit und Wahrheit, das bringt einen im Leben kein Stück weiter!
Klar mit vielen Reizen kann man Leere füllen oder Probleme überdecken. Vor Corona bin ich viel gereist und wöchentlich mindestens einmal eher häufiger ins Theater, Kino, Konzert, Tanzen ... gegangen.
Wer hauptsächlich und ausschließlich seine Leere füllt mit solchen Ablenkungen, möchte sich selber nicht näher kommen! Die Coronazeit ist daher für viele Menschen eine neue Chance mit einer besonderen Herausforderung!
 
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  • #17
Yoga soll ziemlich gut sein, um abzuschalten. Hat jemand Erfahrung damit?
Ja, ich. Aber nicht total spiritmäßig usw., ich mache es einfach und es tut total gut. Weil man sich auf die Atmung konzentriert und auf "die Nasenspitze" oder darauf, wie sich der Körper dehnt, kann man wirklich nur den Körper fühlen und sich drauf konzentrieren und dabei an nichts weiter denken.
Aber es gibt Leute, die das erst lernen müssen, weil sie sich noch nicht richtig auf den Körper konzentrieren, sondern die "Gelegenheit nutzen", wieder zu grübeln. Das ist dann Nichtbeachtung des Körpers.
 
  • #18
Ich möchte für mich sagen, dass es nicht die Einschränkungen sind. Ich hätte so viel zu tun, draußen wie drinnen, auch sonst geliebte Hobbys wie das Malen... Wenn ich mich denn aufraffen könnte. Ich bekomme auch meine Gedanken derzeit nicht sortiert und inzwischen auch selten unmissverständlich formuliert. Mir läuft auch einiges nach von Kindheit an. Ablenken könnte ich mich, möchte ich aber nicht mehr. Nach vielen Jahren verändert sich die Einstellung und die Sicht auf viele Dinge. Gerade in den letzten zwei Jahren. Corona unabhängig, aber vielleicht altersbedingt. Alter Kram kommt hoch und bei sehr vielen Dingen merke ich, dass es gar nicht so war (wie früher von mir empfunden) und das verunsichert mich.
Was ich damit sagen möchte: Vielleicht hast Du nicht zu viel Zeit.
Es ist nur "einfach" an der Zeit.
Ablenkung nur der Ablenkung wegen kostet Kraft. Die geht irgendwann aus.
W, 47
 
  • #19
Vielleicht kommen jetzt nur verdrängte Emotionen hoch, weil du Zeit dazu hast. Das ist eigentlich nichts schlechtes, denn verarbeitet werden müssen sie wohl. Der Mensch überdeckt viele Emotionen mit Aktion, die fällt bei dir jetzt weg, deshalb das alles. Es bringt aber auch nichts, in erneute Aktion zu verfallen, diese PRobleme lösen sich nicht von alleine. Vielleicht suchst du dir eine Therapeutin um die Probleme der Vergangenheit zu bewältigen. Wegschieben heißt nämlich nur, dass du später wieder damit konfrontiert werden wirst.
 
  • #20
Yoga kann ich nicht - ich habe Erfahrung mit Stretching Übungen nach dem Sport. Oder auch einfach so am Morgen. Ich persönlich komme dabei zur Ruhe. Mir tut es gut. Auch körperlich.

Zwischenbilanz ziehen - ja, das sollte ab und zu sein. Und vielleicht denkt deine Familie an dich, möchte wieder ins Gespräch mit dir kommen. Dazu meine Frage - Habt ihr mal miteinander telefoniert ? Ja, ich bin ein gnadenloser Optimist - ich denke immer noch, dass eine Nachricht auch eine gute Nachricht sein kann.
Übrigens muss auch die Zwischenbilanz nicht aus negativen Dingen bestehen. Denkst du ab und zu auch an Schönes, was dir in deinem Leben widerfährt ?

Natürlich fehlt ein grosser Teil des Lebens - und ein weiterer grosser Teil hat sich verändert. Manches nicht einmal zum Schlechten. Ja, man findet jetzt manchmal die Zeit, alte Baustellen endlich zu schliessen, eingeschlafene Kontakt wieder zu wecken .......

Du musst wissen, ob du deine Eltern und Geschwister nochmals hören willst. Vielleicht ist es Zeit für eine gute Aussprache - vielleicht auch nicht mehr. Das musst du wissen.
 
  • #21
Aber sicherlich anders turbulent, weil Du Dich den neuen Anforderungen angepasst hast.
Da muss ich wirklich überlegen. Ich habe sonst auch teilweise Homeoffice. Die Besprechungen liegen dichter, ich habe mir allerdings in den letzten Monaten noch ein paar interessante Zusatzaufgaben "angelacht". Die Kommunikation ist aber teilweise viel schlechter und herausfordernd. Die Wochenenden sind keine Wochenenden mehr, die Trennung fehlt einfach.
Du hast also schon recht mit "anders turbulent". Mir fehlen auch die persönlichen Kontakte und der Sport als Ausgleich, das macht es auch anstrengender. Dafür bin ich mehr im Homeschooling und zum Kochen eingespannt. Das kostet Zeit, auch wenn ich es gerne mache.
Ich fahre gerne ins Büro, für mich ist das auch immer wieder mal Abwechslung und Entspannung. Zum Glück "muss" ich ab und an.
Meine Frage ist, ob das nur eine Phase ist, die jeder einmal hat und/oder der gegenwärtigen Zeit verschuldet ist. Und ob sie wieder vorbeigeht. Reagiere ich über, wenn ich den Kontakt komplett abbreche? Oder wäre es für mich besser?

Ich finde elektronische Kommunikation fehleranfällig, selbst telefonieren ersetzt keinen persönlichen Kontakt. Weitergehende Entscheidungen würde ich im Moment daher auf der Basis nicht treffen. Nachdenken ja, aber dann prüfen, wenn wir wieder einen Normalzustand haben.
 
  • #22
Da ich kein home-office habe, hat sich mein Alltag wenig verändert. Auch schon vor Corana habe ich an Arbeitstage nur selten Freunde oder Bekannte getroffen da ich in Arbeitszeitrandzeiten (arbeite ausserhalb der Normalarbeitszeit) arbeite.
An meinen freien Tagen fehlen mir dann die Freunde umsomehr. Zur Zeit darf ich mich verstärkt um meine 81jährige Mutter kümmern. Sie wohnt ca. 100 km von mir entfernt und ihr geht es aufgrund der Isolation nicht gut. Manchmal, wenn sie den ganzen Tag nur jammert, ist es für mich anstrengend.
Mir hilft es zur Zeit an den Wohlfühl-Threads hier im Forum teilzunehmen. Da flirte ich sogar virtuell mit einigen Frauen und halte mich mit provokativen Beiträgen zurück. Klappt auch nicht immer.
Dann plane ich meinen etwas längeren Urlaub im September. Ich schwanke immer noch zwischen Radsport-WM in Belgien oder Single-Segelreise in der Adria. Für mich ist Urlaubsplanung und sich dann den Traum für einen schönen Urlaub hinzugeben, eigentlich schöner als der Urlaub ansich.
Mit mir ins Reine gekommen, also Bilanzziehen habe ich vor 2 Jahren abgeschlossen. Das war nicht in allen Aspekten leicht.
Kopf hoch.
 
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  • #23
Nun hast du mich neugierig gemacht. Was hat es mit dir gemacht? Ich bin auch immer ziemlich Achse. Der Stillstand tut mir gar nicht gut.
Es sind emotional Dinge wieder hochgekommen, von denen ich meinte, dass ich sie gut „weggesteckt“ hätte 😅

Nichts Dramatisches, aber zumindest für mich war zum ersten Mal dieser Zusammenhang zwischen Aktivismus und Verdrängung spürbar.

Solange man sich gedanklich mit gewissen Themen beschäftigen kann, fallen andere ( unangenehmere ) hinten weg. Wenn dann ein gewisser Leerlauf eintritt, entsteht Raum für die Auseinandersetzung und das ist ja durchaus etwas positives - zumindest langfristig gesehen.
 
  • #24
Liebe Lea, du hast die ganze Zeit nicht hingeschaut. Du wolltest die Probleme nicht sehen und hast sie erfolgreich mit allen möglichen Aktivitäten verdrängt. In einer so unwirklichen Zeit wie dieser kommen sie wieder ans Tageslicht. Probleme lösen sich leider selten von selbst. Gerade die tief sitzenden aus der Kindheit nicht. Man kann lernen mit Ihnen umzugehen, aber irgendwann bahnen sie sich wieder ihren Weg. Sieh es als ein Zeichen.
Therapiestunden können zur Selbsterkenntnis beitragen, sind jedoch sehr langwierig. Hier ist Geduld gefragt. Wenn du das Problem direkt angehen möchtest, schau doch mal auf die Website von Heiko Vandeven. Er befasst sich ausführlich mit dieser Thematik.
Jedenfalls ist Ablenkung m. E. keine Lösung für dich. Sei mutig, werde aktiv und stelle dich der Herausforderung. Alles Gute dir!
w/54
 
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  • #25
Yoga soll ziemlich gut sein, um abzuschalten. Hat jemand Erfahrung damit?
Yoga mache ich oft. Man kann gut abschalten und wenn man es mit einer anschließenden Meditation verbindet kann man noch besser 'abschalten'.
Das setzt aber voraus, dass man Yoga nicht als Sport zum Auspowern begreift sondern die Verbindung von Körpergefühl, Atmung und Gedanken schafft. Man macht eine bestimmte Übung und atmet dabei ganz bewusst und auch genau an die Stelle die man gerade dehnt. Durch den Fokus auf Dehnung und Atmung ist der Geist meistens so gut ausgelastet, dass er nicht mehr groß umherirren kann. Aber natürlich versucht der Geist es doch und man muss deshalb konzentriert dabei sein. Insbesondere eine bewusste und langsame Atmung hilft dabei. Die Meditation macht man dann direkt nach dem Yoga, da ist die Herausforderung dann sich ganz auf eine äußere Sache zu konzentrieren z.B.darauf wie die Luft beim Atmen durch die Nase in die Nasenlöcher hereinströmt und wieder raus. Auch hier werden alle möglichen Gedanken auftauchen, man lässt sie auch zu aber sagt sich nur da ist jetzt Gedanke xy, schön ich hab dich jetzt wahr genommen aber ich achte jetzt wieder auch den Atem. Ist am Anfang nicht einfach und schaffe ich auch oft nicht so ganz aber es beruhigt den Geist trotzdem.
Aber die Verletzungen aus der Kindheit wirst du damit nicht auflösen, denn die sitzen tief in dir und kommen jetzt zum Vorschein. Das wäre aber in der Zukunft sowieso irgendwann passiert, dann auf Dauer lassen sich solche Verletzungen nicht verdrängen ohne das sie physisch oder psychisch irgendwann Schaden anrichten. Es ist villeicht sogar gut das sie jetzt rauskommen wo sie dich 'nur' durch die Spirale massiv nerven. Sie es als einen Wink mit dem Zaunpfahl dich um dich zu kümmern. Die Verletzungen werden auch nicht dadurch aufgelöst, dass du mit den Menschen aus der Vergangenheit nicht mehr sprichst denn sie stecken in dir. Aber wenn dir die Gespräche nicht gut tun dann lass sie.
Wenn es massive oder immer wiederkehrende Verletzungen in der Kindheit waren, dann schau dir mal das Thema Entwicklungstrauma an, vielleicht findest du da Erklärungen und Anregungen. Ich kann da z.B. kostenlose Videos und Präsentationen von Dami Charf empfehlen (findest du leicht im Internet).
 
  • #26
Wenn ein Paar sich in diesen Zeit nicht versteht, weil es zu dicht aufeinander sitzt, was soll das zu Rentenzeiten werden? Da gibt es ja dann noch mehr Gründe, die man finden könnte, um im Elend zu verharren.
Das kann man ja jetzt nicht unbedingt miteinander vergleichen. Gut der Lockdown ist natürlich eine Belastungsprobe. Allerdings gibt es auch eine Zeit nach Corona. Natürlich sitzt man auch als Rentner dicht aufeinander. Da gibt es aber auch trotzdem die Möglichkeit auch mal was für sich zu machen. Man sollte auch seine Freiheiten haben. In der momentanen Lage ist das natürlich schwierig.
 
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  • #27
Das kann man ja jetzt nicht unbedingt miteinander vergleichen. Gut der Lockdown ist natürlich eine Belastungsprobe. Allerdings gibt es auch eine Zeit nach Corona. Natürlich sitzt man auch als Rentner dicht aufeinander. Da gibt es aber auch trotzdem die Möglichkeit auch mal was für sich zu machen. Man sollte auch seine Freiheiten haben. In der momentanen Lage ist das natürlich schwierig.

Es ist ein guter Shit Test.
Nicht nur für Partnerschaften, wieviel Nähe geht, wie geht es ohne Ablenkung von außen.
Auch ein Test für einen selbst - kann ich mich selbst aushalten, kann ich mit Ruhe umgehen, wie "beschäftige" ich mich, wozu auch Nichtstun gehört.
Kann ich innehalten.

Nun, und dann kommen Gedanken hoch, Themen mit denen man sich auseinandersetzen sollte - ob bei einem selbst, oder in der Paarbeziehung.
Solche Krisen wie jetzt zeigen die Schwachstellen.
Man kann das konstruktiv nutzen.

Die Freiräume in der Paarbeziehung kann man sich immer gestalten, auch mit Corona.
Das Problem ist nur, oft war der Freiraum sonst das Treffen mit Freund*innen - jetzt muss man sich mit sich selbst treffen. Schwierig,, wenn man sich mit sich selbst langweilt.

W, 51
 
  • #28
Die Freiräume in der Paarbeziehung kann man sich immer gestalten, auch mit Corona.
Das Problem ist nur, oft war der Freiraum sonst das Treffen mit Freund*innen - jetzt muss man sich mit sich selbst treffen. Schwierig,, wenn man sich mit sich selbst langweilt.
Da hast du natürlich recht. Das ist nicht einfach. Man darf sich nur mit einer Person treffen. So ist es zumindest bei uns in Baden-Württemberg. So viel ich weiß ist es bei euch in Bayern auch so. Das mache ich ab und zu. Meine Frau auch so. Natürlich sollte man das nicht immer machen. Die eigene Familie sollte natürlich trotzdem an erster Stelle stehen.

Vor allem drehe ich auch noch meine Jogging Runden. Das hilft auch um etwas abzuschalten und runter zu kommen. Nicht falsch verstehen. Nicht wegen meinen meiden, sondern auch um etwas von der Arbeit abzuschalten.
 
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  • #29
So viel ich weiß ist es bei euch in Bayern auch so. Das mache ich ab und zu. Meine Frau auch so. Natürlich sollte man das nicht immer machen. Die eigene Familie sollte natürlich trotzdem an erster Stelle stehen.

Lieber Jochen, Du hast mich völlig falsch verstanden.
Nun, erst einmal finde ich, ich darf durchaus an erster Stelle stehen, und dann Partner /Familie.

Und dann ging es mir nicht darum, wieviele Leute ich treffen darf...
Sondern dass Freiräume vor allem mit einem selbst zu tun haben.

Du gehst joggen, Deine Zeit.
Du könntest auch alleine spazieren gehen, Dich irgendwo alleine hinsetzen,... Dich zuhause zurück ziehen, lesen, Musik hören, Meditieren, einen Film schauen...einfach mal nachdenken? Alleine.

Nur viele haben ein Problem mit dem Alleine, und dann sind Freiräume davon abhängig andere Menschen zu treffen und mit ihnen etwas zu machen.

Ob ich mich gerade mal mit wem auch immer treffe, ist nicht Thema.

Das Problem von Lea sind die Gedanken, die gerade kommen, weil Raum da ist.
Und das sehe ich als Chance - die Gedanken zu lassen, anzuschauen, hineinzufühlen - mit Muße. Und dann mit dieser Ruhe neu zu sortieren und sich neu aufstellen.

So eine Chance kommt selten, im normalen Alltag ist Druck, Hektik und wenn man möchte, ganz viel Ablenkung.

W, 51
 
  • #30
Da gibt es aber auch trotzdem die Möglichkeit auch mal was für sich zu machen. Man sollte auch seine Freiheiten haben. In der momentanen Lage ist das natürlich schwierig.
Kommt ja drauf an. Sport kann man allein machen, lesen kann man allein, Fernsehen, Instrument üben, Stricken, Kochen, Backen, ...
Wer als Hobby natürlich "Alleingehen"/"Mit bestimmten Freunden" ins Kino usw. hat oder Essengehen mit anderen als dem Partner, Mannschaftssport, der fühlt jetzt ja schon allein dadurch einen Mangel, dass ihm die Möglichkeiten genommen wurden. Trotzdem denke ich, wenn man jetzt den Partner nicht ertragen kann, dass es der falsche Partner ist und man das über die Jahre nur durch Ablenkung ausblenden konnte.

(Deswegen verstehe ich auch die Tipps nicht, die manche Psychologen in den Medien geben, man solle sich tunlichst gut aus dem Weg gehen zu Hause. Was ist so schlimm dran, der Sache ins Auge zu sehen, dass man Probleme miteinander hat , die man lösen sollte, so oder so.)

"Shit" ist der doch gar nicht. Es ist ein richtiger Test, finde ich.
Dem Rest Deines Postes stimme ich uneingeschränkt zu.
 
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