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Gast

  • #1

Wunsch nach Partner/Familie aufgeben wegen kranker Eltern?

Ich bin Ende 30 und seit einiger Zeit auf Partnersuche. Habe auch noch einen Kinderwunsch und bin momentan am Überlegen, ob ich mich nicht künstlich befruchten lassen soll, da die biologische Uhr tickt und man das mit dem Partner auch nicht erzwingen kann.

Nun ist mein Problem, dass ich kaum Zeit dafür habe, da meine geschiedenen Eltern ungefähr zur gleichen Zeit zu Pflegefällen wurden und ich mit meinen Halbgeschwistern die Pflege organisieren muss.
Allerdings hatte ich nie ein besonders gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Sie haben mich als Kind weder emotional noch finanziell wirklich unterstützt. Vor allem mein Vater hat ein immenses finanzielles Chaos hinterlassen.
Meine Mutter vergrault eine Pflegerin nach der anderen.

Sowohl mein Vater als auch meine Mutter haben noch Partner, die mit der Situation völlig überfordert sind, meine Halbgeschwister, alle mit Familie, reden sich ständig raus, dass sie ja noch weitere Verpflichtungen hätten, verschwinden dauernd in den Urlaub und glauben anscheinend, dass man mir alles aufhalsen kann.

Dazu muss man sagen, dass ich als einzige von uns Halbgeschwistern diejenige bin, bei der beide Elternteile krank sind.

Ich bin mittlerweile schrecklich sauer. Bin alleine, habe niemanden, der mich unterstützt. Ich soll mich um Menschen kümmern, zu denen ich am allerwenigsten Kontakt hatte und die mir viel Leid bereitet haben.

Gleichzeitig kann ich mich um mich und um meine Lebensziele nicht mehr kümmern und habe gerade große Lust alles hinzuschmeißen und die anderen machen zu lassen und auch mal komplett abzutauchen.

Aber dann kommt das schlechte Gewissen...

Was würdet ihr tun?
 
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Gast

  • #2
In der Tat, du befindest dich in einem schier ausweglosen Dilemma! Das sich dabei dein Gewissen immer wieder meldet spricht für dich.
Ich halte es jedoch nicht für sinnvoll, ohne Partner eine künstliche Befruchtung in Erwägung zu ziehen, weil ich meine, ein Kind hat Anspruch auf Vater und Mutter, um sich gesund entwickeln zu können. Ein Kind bewusst alleine großziehen zu wollen halte ich für die egoistische Befriedigung eigener Bedürfnisse.
Doch nun zu deinen Eltern. Ich meine, es rächt sich stets im Leben, wenn Eltern ihre Kindern emotional verhungern lassen und diesen eine unglückliche Kindheit bescheren. Wenn Eltern in eine Situation geraten wo sie dringend Hilfe, Zuwendung und Pflege benötigen, sehe ich es als nicht selbstverständlich an, diese unter den vorgenannten Umständen auch einfordern zu können. Bislang ist vieles allein auf deinen Schultern ausgetragen worden. So kann es jedoch nicht weiter gehen. Nun wird es höchste Zeit, dass du dich mit deinen Halbgeschwistern an den Tisch setzt, um eine gerechte Aufgabenteilung unter allen zu erzielen. Nur so kann es gehen. Falls ihr keine Einigung erzielen könnt käme als letzter Ausweg die Bestellung eines gesetzlichen Betreuers in Betracht, der sich um alle Belange der Eltern kümmert. Notfalls muss auch daran gedacht werden, die Eltern in ein Pflegeheim zu geben. Möglicherweise kämen dann finanzielle Belastungen auf die jeweils leiblichen Kinder hinzu. Zeige deinen Geschwistern diese Alternative auf.
Du solltest Grenzen ziehen, gegenüber den Eltern und Geschwistern, bis wohin du bereit bist, dich einzusetzen. In deinem eigenen Interesse, denn du weisst ja nicht, wieviele Jahre diese Pflegesituation noch andauern wird.
Erst wenn du von dieser emotionalen Last befreit bist, solltest du dich auf Partnersuche begeben.
Alles gute für dich im Neuen Jahr.
 
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Gast

  • #3
Dann grenz dich ab und lebe dein Leben! Du musst deine Eltern nicht pflegen und deine Ziele aufgeben. Deine Halbgeschwister grenzen sich auch ab. Das ist ihr gutes Recht so wie es auch dein Recht ist.

Aus meiner Sicht kannst du dich sogar völlig rausnehmen. Erbe ausschlagen und eigenes Leben leben. Würde mich an deiner Stelle moralisch nicht verpflichtet fühlen, vor allem weil deine Eltern dir keine treusorgende Eltern waren.

Das ist meine ganz persönliche Meinung.

Alles Gute!
w39
 
G

Gast

  • #4
Hallo,
das geht mir nahe, weil ich mich auch um meine pflegebedürftigen Eltern kümmern muß - zusammen mit meiner Schwester, was bei uns aber gut klappt. Es war aber in den letzten Jahren eine fürchterliche Zerreißprobe für die Familie.
Es gibt eine Möglichkeit. Du kannst beim örtlichen Amtsgericht Betreuung deiner Eltern beantragen oder anregen, Formulare dazu findest du im Internet. Das Amtsgericht wird zunächst innerhalb der Familie einen Betreuer suchen. Wenn Du dem Amtsgericht mitteilst, daß das über Deine Kräfte geht und wenn es zur Überzeugung kommt, daß niemand in der Familie das zufriedenstellend leisten kann, wird es einen Betreuer außerhalb der Familie einsetzen.
Es gibt dabei die Möglichkeit, einen Betreuer nur für die Finanzen oder für den Aufenthaltsort/Pflege einzusetzen oder für alles.
Erkundige dich vorher über anfallende Kosten - wenn die Eltern in Heime umsiedeln, solltest Du vorher klären, wieviel Geld sie dafür aufbringen können, unter Umständen - bei ausreichendem Gehalt - wird der Staat ansonsten einen Teil Deines Gehalts zur Finanzierung heranziehen, das Gleiche gilt dann aber für alle Kinder deiner Eltern. (Diese Problem ist aber auf jeden Fall früher oder später da, unabhängig von der Frage nach amtlicher Betreuung)
Auch amtliche Betreuung kostet etwas Geld.
Ich glaube, es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige Pflegebedürftiger, dort wird man Dich zu diesen Fragen beraten können. Auch bei für Betreuung zuständigen Behörden kann man sich beraten lassen (Amtsgericht, Sozialamt?).
Ich wünsche Dir viel Kraft. Du solltest auf Dich achten, niemandem ist gedient, wenn Du irgendwann zusammenbrichst. Allerdings kann es gut sein, daß Du Dich damit in der Familie nicht gerade beliebt machst, darauf solltest Du innerlich vorbereitet sein.
So wie Du die Lage beschreibst, kann ich mir gut vorstellen, daß amtliche Betreuung eine gute Lösung für die Familie und vor allem für Dich sein könnte.
Viele Grüße, m 42
 
G

Gast

  • #5
Das ist ein überaus schwieriges Thema. Ich habe selbst dafür auch noch keine Lösung gefunden und schwanke zwischen vollkommenen Rückzug (= abhauen, und woanders ein neues freies Leben beginnen) und Selbstaufgabe aller meiner Lebenswünsche und Ziele. Nach dem Tod meines Vaters vor etlichen Jahren bin ich der Einzige, der sich hier vor Ort um meine schwerkranke Mutter kümmern kann. Der Wunsch von mir nach einer Partnerin ist groß aber ich kann ein solches Leben (ich habe auch einen sehr fordernden Job) absolut niemand zumuten. Es hilft einem da absolut niemand. Und auch niemand, der nicht schon einmal in so einer Lage war kann das überhaupt nachvollziehen. Und so einfach wie sich das Aussenstehende vorstellen ist das auch nicht, man kann einen beratungsresistenten Menschen (= meine Mutter) nicht einfach zwangsweise in ein Pflegeheim einliefern.

m.
 
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Gast

  • #6
Du musst die Pflege nicht übernehmen, dafür gibt es Profis. Wenn Du die Pflege in professionelle Hände übergibst, musst Du - ebenso wie Deine Halbgeschwister - für die Finanzierung evtl. einen kleinen Teil Deines Gehalts beisteuern, aber das ist immer noch besser, als die eigenen Familiengründungspläne und das eigene Leben aufzugeben.

Meiner Meinung nach könnte sich Dein Einsatz ab sofort wie folgt beschränken: 1x30min-1h pro Woche Dein Vater, anschließend 1x30min-1h pro Woche Deine Mutter, damit Dein schlechtes Gewissen beruhigt ist, sofern die beiden in Deiner Nähe wohnen. Mittelfristig kannst Du es noch weiter einschränken. Alles andere sollen die entsprechenden Pflegeeinrichtungen übernehmen, für die wir ja immerhin ein Leben lang Monat für Monat bezahlen müssen.

w/50
 
G

Gast

  • #7
Hallo Nr. 4,
ich glaube solange Deine Mutter ihren Willen klar ausdrücken kann, kann gegen ihren Willen keine amtliche Betreuung eingerichtet werden. Das sieht bei Pflegefällen, die sich nicht mehr klar äußern können, wohl anders aus.
Viele Grüße, m 42
 
G

Gast

  • #8
Du musst dein leben leben, dazu bist du verpflichtet. Das schlechte gewissen solltest du dir gegenueber haben.

An erster stelle steht man selbst, wenn dann noch energie da ist, die anderen. Andernfalls wirst du vllt funktionieren aber durch deinen emotionsstau jeden vergraulen und bist damit schlecht fuer deine umwelt.

Du wirst deine plaene durchziehen und sag den anderen, bei dir ändert sich jetzt einiges und du wirst die dinge wie gehabt nicht mehr durchführen können. Bei der nächsten gelegenheit die dir nicht passt bist di die, die nein sagt und weg ist. Lerne nein zu sagen, lerne mit den komsequenzen zurechtzukommen (nachrede etc), es ist dir egal was xy denkt, es geht um dich.
Dass deine eltern solch ein schicksal haben ist zwar bedauernswert, aber wieso meinst du das hinkriegen zu muessen, wenns eben nicht geht? Du bist keine opfergabe oder so und deine eltern haben dich für dich selbst und für eine bessere gesellschaft geboren und nicht als persönliches hab und gut a la versicherung. Sei realistischer.


Ethik funktioniert nur dann, wenn man sich klar macht, dass man an erster stelle steht. Wenn die masken im flugzeug fqllen soll man sich genau so zu erste selbst helfen um dann hilfe weitergeben zu koennen!
 
G

Gast

  • #9
Ich kann nur aus eigener Erfahrung dazu raten, sich deutlich abzugrenzen von Eltern, die einem keine Liebe und emotionale Unterstützung gegeben haben. Genauso wie von anderen Menschen, die schlecht für einen selbst sind.

Das meine ich jetzt unabhängig von der Pflegesituation. Ich selbst habe aus diesen Gründen den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Viele meiner Probleme (Bindungsproblematik usw.) rührten daher, dass ich von einer nicht-liebenden Mutter überbeansprucht wurde. Ich habe irgendwann eine Therapie angefangen, dadurch wurde einiges in meinem Leben besser, ich habe mich geändert und den Kontakt zur Mutter abgebrochen. Sollte eine Pflegesituation entstehen, könnte ich mir im Traum nicht vorstellen, dies selbst zu machen.

Du musst an Dich denken! Hier gibts ja schon viele gute Vorschläge, besprich das mal mit Deinen Halbgeschwistern.

Sorge für Dich und Dein Leben, Du wirst sehen, dass Du Dich irgendwann befreien kannst. Ich hatte vor dem Kontaktabbruch eine Riesenangst, dass mich mein schlechtes Gewissen auffrisst. Es war aber einfach nur befreiend!
 
  • #10
Liebe FS, dass man sich um seine Eltern kümmert, die sich liebevoll um einen gekümmert und großgezogen haben, steht außer Frage. Du aber hast genau dieses nicht erhalten und brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Du "abtauchst" und an Deiner eigenen Zukunft arbeitest. Deine Eltern hätten einiges anders handhaben können - haben sie aber nicht. Man erntet, was man sät...
Wenn Deine Eltern Dir nicht gut tun, dann beende den Kontakt. Ich kann Gast 8 nur zustimmen - man sollte für einen selbst schädliche Menschen meiden, denn Kontakt zu ihnen kann (und wird!) krank machen.

Bitte denke an Dich, suche Dir einen Partner zur Gründung einer Familie und folge Deinem eigenen Lebensplan. Sorge für Dich und Dein eigenes Leben. Wenn Deine Mutter sämtliche Pflegerinnen vergrault, dann wirst Du nicht einspringen können, ohne Deine Gesundheit, Deine Psyche und evtl. Dich selbst aufzugeben. Wer - wie Deine Mutter - offensichtlich so selbstsüchtig und undankbar ist dafür, was andere Menschen für einen tun (hier die Pflegerinnen), der muss selbst schauen, wie er klar kommt.

Ein schlechtes Gewissen brauchst Du absolut nicht zu haben, denn DU, liebe FS, hast nichts falsch gemacht, sondern bist als Kind Deinen Eltern und ihren Schoten ausgeliefert gewesen. Daran wirst Du genug zu knabbern haben, auch nach all den Jahren. Sorge für Dich und lebe Dein Leben und erfülle Dir Deinen Traum von Familie. Ich bin sicher, Du wirst alles einmal besser machen und Deinen Kindern die Liebe schenken, die Dir vorenthalten wurde.

Alles Gute!
 
G

Gast

  • #11
Sie haben mich als Kind weder emotional noch finanziell wirklich unterstützt. Vor allem mein Vater hat ein immenses finanzielles Chaos hinterlassen.
Meine Mutter vergrault eine Pflegerin nach der anderen.
ich wäre egoistisch. Ich wäre definitiv nicht dazu bereit jetzt die Kohlen aus dem Feuer zu hohlen. Familienbande hin oder her, nicht nach dieser Vorgeschichte,
 
G

Gast

  • #12
Versuche dein Leben so zu Leben wie du es dir vorstellst und lass es dir nicht diktieren. Ich bin auch gerade an dem Punkt wo ich merke, dass der Kontaltabbruch zu meinen Eltern wahrscheinlich die einzig gute Möglichkeit ist in Frieden und Zufriedenheit zu leben. Meine Eltern haben mir meine Jugend sehr schwer gemacht mit vielen Verboten, Strafen und Regeln, ich leide sehr unter meiner dominanten Mutter. Noch heute ruft sie mich nur an, um mich vollzumotzen oder mir ihren Willen aufzudiktieren. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind (wasch deine Haare nicht so oft, kauf dir nicht dies oder jenes) raubt es mir Energie. Das kann nicht das Leben sein. Wir haben nur eins, und das muss man sich so gestalten, dass man zum Schluss das Gefühl hat, das es ein schönes Leben war. Ich bin froh, dass mir das jetzt mit Anfang 30 bewusst wird. Du bist auch noch jung. Mach dir ein schönes Leben und lass dich nicht mehr fremdbestimmen. Und hol dir am besten professionelle Hilfe!
 
G

Gast

  • #13
Ich kann nur aus eigener Erfahrung dazu raten, sich deutlich abzugrenzen von Eltern, die einem keine Liebe und emotionale Unterstützung gegeben haben. Genauso wie von anderen Menschen, die schlecht für einen selbst sind.

Das meine ich jetzt unabhängig von der Pflegesituation. Ich selbst habe aus diesen Gründen den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Viele meiner Probleme (Bindungsproblematik usw.) rührten daher, dass ich von einer nicht-liebenden Mutter überbeansprucht wurde. Ich habe irgendwann eine Therapie angefangen, dadurch wurde einiges in meinem Leben besser, ich habe mich geändert und den Kontakt zur Mutter abgebrochen. Sollte eine Pflegesituation entstehen, könnte ich mir im Traum nicht vorstellen, dies selbst zu machen.
Mir geht es genauso und aus einem Forum kenne ich viele andere Frauen, die ähnliches durchmachen mussten und sich von ihrer toxischen Mutter bzw. Eltern durch Kontaktabbruch getrennt haben.

Danke für die guten Informationen zur amtlichen Betreuung.

w 49
 
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Gast

  • #14
Ich habe ein sehr gutes und inniges Verhältnis zu meiner Mutter. Sie ist nicht nur meine Mutter sondern auch zugleich meine beste Freundin und Beraterin. Traurig, dass viele so ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter haben. Meine Mutter war und ist noch heute immer für mich da wenn ich sie brauche. Nie im Leben würde ich nicht für sie dasein wollen, sie hat alles für mich gegeben, ich war und bin ihr Mittelpunkt ihres Lebens und sie hat mir eine wunderbare Kindheit geschenkt und bis heute ist sie eine wunderbare Mutter,einfach einzigartig. Wäre sie in Not, ich wäre sofort für sie da, keine Frage, das hat sie verdient!
 
G

Gast

  • #15
Liebe FS
Du schreibst, dass beide Elternteile noch Partner haben. Primär sollten sich die zwei Hilfe suchen und von Euch Kindern unterstützt werden. Du hast in dem Sinne natürlich doppelt Pech...Ganz zurück ziehen würde ich mich nicht, manchmal führen solche Situationen dazu, mit der Vergangenheit ab zu schliessen. An erster Stelle steht aber definitiv Dein eigenes Leben! Du darfst Dich abgrenzen, eine Familie gründen, Spass haben! Ich würde mal die Halbgeschwister an einen Tisch zusammen trommeln und die Situation klären. Wer, wann, was usw. Am Besten mit einem Mediator oder sonst einer unabhängigen Person, die Erfahrung in solchen Belangen hat. Vielleicht hilft es Dir Auch, wenn Du Deine Eltern und ihre Partner "einfach" als Menschen ansiehst, die Hilfe brauchen....Schwierig, ich weiss. Ich drücke Dir die Daumen :)
 
G

Gast

  • #16
ich bin auch der Meinung, dass Das nicht dein Problem ist und Du hier nicht die Vollpflegschaft übernehmen musst. Ggf. kann ein Berufsbetreuer bestellt werden, das wäre alles zu klären.

Da würd ich notfalls mal beim Sozialverband sonst nachfragen inwieweit man das abgeben kann an Dritte.

Du solltest Dich nicht unnötig damit belasten und Dich nicht deswegen einschränken. Du hast ein Recht auf ein eigenes Leben.

Ansonsten solltest Du deinen Plan durchziehen - mach die künstliche Befruchtung. Dir und dem Kind wünsch ich alles Gute! Vielleicht findet sich ja nachher eine andere Alleinerziehende Mutter, mit der man zusammen ein Haus mieten kann oder ähnliches.
 
G

Gast

  • #17
Hier nochmal Gast#8 and Gast #13:

Freue Dich, wenn Du eine Mutter hast, die Dich mit Liebe grossgezogen hast. Du kannst Dir eben nicht vorstellen, dass es anders sein kann. Es gibt Mütter, die keine Liebe geben können, die eiskalt und gefühllos sind. Ich selbst muss dadurch ein Leben lang lernen und herausfinden, was Liebe eigentlich ist. Sei froh und dankbar, dass es bei Dir anders ist. Dass DEINE Mutter das verdient hat, glaube ich Dir aufs Wort.

W43
 
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Gast

  • #18
Hier nochmal Gast 13: Nicht alle Mütter sind gleich gute Mütter, ich weiß das. Ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Mutter eine richtige Mutter war und mich nicht nur auf die Welt gebracht hat und das wars dann. Mir tut es sehr leid für diejenigen, die eine liebevolle und fürsorgliche Mutter nie gehabt haben. Naja, letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es die Eltern verdient haben, von den Kindern Hilfe zu kriegen. Erstmal müssen die Eltern für die Kinder da sein, dann haben sie auch ein anrecht auf die Hilfe ihrer Kinder, so sehe ich das. Alles Gute!
 
  • #19
Ein Kind kriegen, um dadurch einen Grund für Rückzug zu haben - funktioniert nicht recht.
Ich schätze, das die FS nachgibt, und dann drei "Pflegefälle" hat: Die Eltern plus ihr Kind.

Auch die These: Wenn schon keinen Mann, dann wenigstens ein Kind - passt auch nicht.
Denn ein Kind kann keinen Partner ersetzen.
Der Partnerwunsch bleibt trotzdem. Aber noch schwieriger, weil die FS dann bereits ein kleines Kind hat.

Besser wäre, einen starken Partner an der Seite zu haben, der die FS gegenüber ihren hilfsbedürftigen Eltern verteidigt.
Egal ob mit gemeinsamem Kind, oder -noch- ohne Kind.

Die FS soll sich mehr um ihre Partnersuche kümmern, und sich nicht von diesen Eltern vereinnahmen lassen.
Wenn gerade Keiner helfen kann, auch keine Geschwister, dann müssen sie halt den mobilen Pflegedienst einschalten.

Man muß lernen, auch mal "Nein" sagen zu können. Hier gegenüber diesen Eltern, wenn man mal nicht helfen kann. Schon aus eigenem Schutz.

Ende 30 - biologische Uhr - die Angst, im Leben kinderlos zu bleiben. Sowas achte und respektiere ich.
Trotzdem nichts überstürzen oder erzwingen.
Sondern sich Alles gut, gründlich und weitblickend überlegen, für die nächsten 20 Jahre.

Mit alleinerz. Müttern sprechen, um zu erfahren, was auf Einen zukäme.
Und dann eine Entscheidung fällen, zu der man lebenslang überzeugt ist.
 
G

Gast

  • #20
Grundsätzlich sehe ich das nicht so, dann Eltern ein ANRECHT darauf haben, von den Kindern / vom Kind gepflegt zu werden.

Heute leben viele in der Sandwichgeneration - hier noch die eigenen Kinder in der Ausbildung finanziell unterstützen - und dort schon die Eltern finanziell und zeitlich unterstützen. Dabei selbst etwas für die Altersvorsorge tun, Vollzeit arbeiten gehen usw. Insbesondere Alleinerziehende können diesen Spagat garnicht schaffen!! Da müssen Eltern einfach zurück stecken und sich selbst kümmern, bzw. den mobilen Pflegedienst in Anspruch nehmen.

Gerade im Fall der FS ist es doppelt ärgerlich, dass die anderen Kinder sich zurück ziehen und sie soll machen. NEIN! Liebe FS, grenze dich ganz schnell davon ab. Entweder du nimmst die anderen mit in die Pflicht - oder die überlässt alles dem Sozialamt - dann kommen alle wenigstens finanziell mit dran!

Dir viel Mut für Veränderungen und viel Glück für die Zukunft! w/43
 
  • #21
Liebe Fs
hier werden etliche Dinge miteinander vermengt. Ziehen wir das mal auseinander:

- Pflege der Eltern- Dafür gibts Profis. Und lass Dir nicht einreden dass die Heime alle unterirdisch schlecht sind. Das sind Sie nämlich ganz und gar nicht. Das überfordert einen einfach auch mental und wenn man ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat.
Wenn Deine Eltern da keine Vorsorge betrieben haben ist es Ihr Problem, nicht Deines. Wenn sich die Halbgeschwister alle abseilen dann machen Sie das nicht um Dich zu ärgern sondern um sich selbst zu schützen. Wenn Du nun auch in Deckung gehtst sind Sie gezwungen in Aktion zu treten.
Und so einfach wie sich das Aussenstehende vorstellen ist das auch nicht, man kann einen beratungsresistenten Menschen (= meine Mutter) nicht einfach zwangsweise in ein Pflegeheim einliefern.
Nein, kann man natürlich nicht- aber man Ihm klarmachen dass Sie dann eben auch selbst dafür sorgen müssen dass Sie versorgt sind. Anders als bei minderjährigen Kindern gibts da keine Fürsorgepflicht für Angehörige. Finanziell beteiligt aber kann man werden- aber nur wenn man ziemlich reichlich verdient. Dann ist es immer noch besser was zu zahlen als sein eigenes Leben völlig aufzugeben (und dann im Alter völlig alleine dazustehen).

Bevor der Aufschrei kommt- ich weiss von was ich rede. Meine Eltern haben rechtzeitig vorgesorgt und sich in ein betreutes wohnen eingekauft als Sie noch voll Selbstständig waren weil Sie eben uns Kindern nicht ur Last fallen wollten. Dafür hatten wir die Zeit Sie sehr oft zu besuchen. Und Sie hatten beide einen Liebevollen, gut versorgten Lebensabend, incl. Pflegezeiten. Und ich habs genauso geregelt. Meine Kinder sollten Ihr Leben leben und gerne zu mir kommen, nicht aus Pflichtbewusstsein.

Der Ex-Schwiegervater dagegen war eine echte Herausforderung. Den musste man mit Entzug der Familiären Heimpflege von der versorgung in einem guten Pflegehein überzeugen. Als der Schriutt dann getan war war alles gut.

- Kind durch künstliche Befruchtung: Na ja, ist vielleicht nicht so das richtige, oder? Schliesslich wirst Du damit zur AE-Mutter mit dem kompletten Programm. Ist unabhängig von der Pflege der Eltern eine blöde Idee. Du kannst Heute Problemlos bis etwa Mitte 40 noch ein Kind bekommen.
 
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Gast

  • #22
Liebe Fragestellerin,

meine Mutter hat ihren Vater gepflegt bis sie so schwere Depressionen gekam, dass sie einen Suizidversuch unternommen hat. Glücklicherweise hat sie diesen Überlebt. Sie war 6 Monate im Krankenhaus. Da meine Eltern geschieden sind habe ich die rechtliche Betreuung mit 26 Jahren übernommen. Es war eine ganz schwere und harte Aufgabe. Als es meiner Mutter wieder besser ging bin ich in eine Depression gefallen aus der ich nur ganz schwer heraus kam (hat ca. 1,5 Jahre gedauert). Jeztzt mit 30 Jahren bereue ich diese Zeit meines Lebens die ich "vergeudet" habe. Mein Studium ist immer noch nicht abgeschlossen usw.
Ich bin zu dem endschluss gekommen, dass man seine Eltern zwar unterstützen kann, aber sich nicht von ihnen vereinnahmen lassen sollte. Du hast ja auch Pläne für dein Leben und wenn du die für deine Eltern opfern musst, ist das nicht richtig.Beruhige dein Gewissen, in dem du deine Eltern besuchst, aber lass dich nicht vereinnahmen. Da entwickelt man nur groll ihnen gegenüber.
Ein Kind durch künstliche Befruchtung zu bekommen finde ich dem Kind gegenüber nicht fair. Das ist noch schlimmer als getrennte Eltern.
Alles Gute!
w 30
 
  • #23
Bin alleinerziehend - und habe beides im Leben erleben können - ein "intakte" Familie mit Vater und Mutter, wo es nur Streit gab, der für mich als Kind nervenzerfetzend gewesen ist - und meine eigene Familie - alleinerziehend, ohne Beziehungs- und Partnerstress. Letzteres war, gerade wenn man mal selber krank mit Fieber ist, extrem anstrengend, aber: Niemand, der hinter einem steht und wegen allem meckert! Bevor ich mich noch einmal dem Psychostreß einer Beziehung aussetzen würde, würde ich lieber wieder alleinerziehend sein, und das hat nichts mit "Partnerersatz" zu tun, denn ich (und manch andere Frau) will überhaupt keinen "Partner", sondern nur meine Ruhe. Meine Kinder sind irgendwann ihrer eigenen Wege gegangen, mein Kleiner fängt damit nun auch an, was sein gutes Recht und auch wichtig für ihn ist. Trotzdem möchte ich keinen Tag zuvor missen, die Zeit war überwiegend wirklich sehr schön, wir haben uns den Alltag trotzdem immer schön gestaltet und das Beste aus Allem gemacht, mit viel Humor und Herzenswärme. Ich kann die FS verstehen, wenn sie ein Kind haben möchte, notfalls auch ohne Mann :) Nur wenn man mal krank ist, wird es schon schwierig, auskurieren ist nicht drin - das aber ist das Einzige, was ich als schlimm empfand. Ansonsten würde ich alles noch einmal genauso machen, wie bisher, was die Kinder betrifft.
 
G

Gast

  • #24
Ganz eindeutig,
Deine Eltern haben dich nicht so unterstützt wie Eltern das machen sollten und es ist nicht der Sinn von Kindern dass sie Ihre Eltern bis ins hohe Alter pflegen/versorgen/hätscheln nur um den Tod noch etwas weiter hinauszuzögern, NICHT wenn es gute Eltern waren und ERST RECHT nicht in deinem Fall (Finanzielles Chaos, Grantige Mutter, Scheidungsfall mit erneuter Partnerschaft und halbgeschwistern) das ist echt übel

DENK AN DICH SONST BEREUST DU DAS EIN LEBEN LANG!!!!!

Deine Eltern zu pflegen ist die Aufgabe der jeweiligen Partner und unseres sozialsystems, wenn diese damit überfordert sind dann werden sie eben da reinwachsen müssen, wird schon hinhauen.

MACH DIR KEINESFALLS EIN SCHLECHTES GEWISSEN!! Es wäre echt gegen jede Natur wenn du dir als gewissenhafte Frau hier das Leben zur Hölle machst. GARNIEMAND wird es dir jemals Danken!

Tauch ab ja, aber in den nächsten Schwimmingpool oder am nächsten Korallenriff und gönn dir selbst was Gutes!!!!! Jeder den ich kenne würde dir das gleiche raten.

Viel Glück, ich hoffe du denkst hier in diesem Fall nur an dich!
M28
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #25
Ich würde eine gute Einrichtung suchen und meine Eltern dort unterbringen. Mein Verhältnis zu ihnen ist nie eng gewesen und ich sehe keinen Grund anders zu handeln. Ich würde auch von meinem Kind nie verlangen, dass er sein leben für meine Versorgung aufgibt
 
G

Gast

  • #26
Hallo Fragestellerin, eine nicht einfache Entscheidung! Meine Gedanken zu dem Thema: Die Betreuung der Eltern darf nicht auf deinen Schultern lasten. Natürlich sind die anderen Familienmitglieder genauso gefordert. In jeder größeren Stadt gibt es inzwischen Pflegestützpunkte in denen Fachleute unabhängige Ratschläge geben. Auch die privaten Pflegedienste, -einrichtungen und in den Wohlfahrtsverbänden organisierte Pflegeinstitute bieten Beratung an. Nach entsprechender Information müssten sich alle Beteiligten an einen Tisch sitzen, um eine Lösung zu finden. Kläre erstmal die Situation mit den Eltern, bevor du das nächste "Abenteuer" Kind beginnst.
Alles Gute! W55
 
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Gast

  • #27
Wenn deine Mutter eine Pflegerin nach der anderen vergrault, dann ist es ihr Pech! Dann lass sie mal ganz alleine in der Wohnung, dann wird sie zu der nächsten Dame ganz alleine etwas braver! ...wenn sie nämlich merkt, dass niemand da ist, der sie im Bettchen umdreht oder ihr das Süppchen kocht!

Also auf so ein Psycho-Spielchen hätt ich mal gar keinen Bock!

Ich habe meinen Eltern frühzeitig erklärt, dass ich im Alter nicht für sie da sein werde, wenn ich sie krank und pflegebedürftig werden. Warum? Ich war die ersten 30 Jahre lang für sie da und habe immer eigene Wünsche und Bedürfnisse hintenan gestellt, sprich: nie was verlangt, nie einen Partner als zusätzliche Ballast mit nach Hause gebracht, Freundschaften wegen ihnen oft und alle beendet, nur daheim gewesen, um sie zu bespaßen, besondern wenn der Vater wiedermal Abstand von der Mutter wollte, und die Mutter einsam und gelangweilt war und ihre Interesse vollständig auf mich gelegt hat, den Beruf erlernt, den sie wollten, ihre Firma übernommen, und so weiter. Ich denke, ab gewissem Alter erkennt man, dass man genug getan hat.

Außerdem haben meine Eltern eine gute Lebensversicherung, wovon sie ausreichend Leben können.

Ich habe ihnen erklärt, dass ich mich nun um meine eigene Zukunft und Rente kümmern musst, sonst bin ich im Alter irgendwann der Depp.

In dieser Art würde ich es deinen Eltern erklären und dich bloß nicht weichkochen lassen. Erkläre es deinen Eltern immer wieder, erwähne es hundert oder tausendmal Mal, bis sie deine Einstellung im Leben kapiert haben und dass es an deiner Meinung nichts zu rütteln gibt. Je mehr sie auf dich eingehen, desto mehr zerstören sie eine einst sympathische Verbindung zu dir! Wenn sie dich bedrängen - Kontakt reduzieren.


Und bleibe knallhart. Schlechtes Gewissen ist eine Art von emotionaler Erpressung, was viele Eltern betreiben (insbesondere bei gestörten Familienverhältnissen, wenn Eltern sich auseinandergelebt haben und nun das Kind als Partnerersatz herangezogen wird. Ich kenne das viel zu gut.)

Mit Ende 30 kann man schon mal solangsam an ein eigenes Leben denken.

Eine künstliche Befruchtung wegen sowas machen zu lassen ist unter aller Würde. Du findest sicher einen netten Mann, der dir gerne bereitwillig ein Kind macht! Vor allem geht es ja nicht nur um ein Kind, du willst ja wohl auch im Alter einen Partner, denn dein Kind will mit 18 (oder vielleicht sogar schon früher) ausziehen und dann bist du wieder alleine! Also keine gute Idee.

Und wie immer: niemals aufgeben!
 
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Gast

  • #28
Du brauchst in meinen Augen als erstes mal einen Selbsthilfekurn, um dich vor der Welt und seinen Parasiten zu beschützen, deine überhöhte Sorge für andere Menschen, dein vermindertes Selbstbewußtsein und dein starkes Helfersyndrom auszuschalten.

Deine Eltern, hatten bestimmt mehr als 70 Jahre Zeit, sich um ihre Pflege und das "was wenn ich mal alt werde?" zu kümmern. Eine elementare Frage, um die sich jeder einzelne von uns SELBSTSTÄNDIG kümmern muss!

Ein gesunder Menschenverstand beantwortet die Frage:"was, wenn ich mal alt werde" nicht mit einem :"meine Kinder haben mich zu pflegen". Man sorgt selbst dafür - mit Geld, mit Versicherungen, mit Rente oder wendet sich eben meinetwegen an unseren Sozialstaat, und ist man ein feiner Mensch, weist man sich selber rechtzeitig in ein Heim ein. Wäre zumindest ein feiner Zug, um anderen nicht zur Last zu fallen, so würde ich es machen, wenn ich Kinder hätte (hab ich nicht).

Dann gibt es aber noch DIE ANDEREN: sie fühlen sich nur gut, wenn sie anderen Menschen skurpellos zur Last fallen können. Andere Menschen zu manipulieren kann auch schön sein, sie nach ihrer Nase tanzen zu lassen, sich von sich abhängig zu machen. Ein schwacher Charakterzug, was zeigt, dass viele Menschen auch nur selbstgerechte Tiere sind. Hat man Kinder, hat man regelrecht kleine Sklaven, viele Eltern nutzen sowas aus, aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Die Frage ist, wo ist deiner? Dein Selbsterhaltungstrieb?
 
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Gast

  • #29
Mir einen Therapeuten zur Seite stellen. Vielleicht nur für 4-6 Stunden. Vielleicht für länger. Das kann Wunder wirken. Und wenn einer einen Mentor/Beistand verdient hat, dann Du.
 
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Gast

  • #30
Einfach nur schrecklich die letzten Antworten hier. Gute Eltern, die für ihre Kinder lebenslang da waren, haben in der Tat auch ein Recht auf deren Hilfe. Gute Eltern würden es nicht zulassen, dass ihr Kind sein eigenes Leben aufgibt für das der Eltern. Aber gleich abschieben? Nein, das ist der falsche Weg. Eltern, die jedoch nie für ihre Kinder da waren, keine guten Eltern waren, die haben in der Tat auch keinen Anspruch auf Hilfe ihres Kindes.

w, 34