• #31
Wenn beide Partner gut zueinander passen, dann gibt es diese im Eingangsposting geschilderten massiven Unterschiede im Bereich Kosten und Kostenaufteilung nicht, insbesondere nicht bei Mittelknappheit, wenn man sich nicht alles gleichzeitig leisten kann

Beispiel Auto: war mir in meiner Partnerschaft immer egal. Meine Grundanforderung war: Hauptsache zuverlässig und sicher sowie einigermaßen bequem. Ich war Wenignutzer. Mein Exmann hatte diverse Sonderwünsche (alles etwas mehr) und war Vielnutzer.
Wir haben uns nur ein Auto geleistet. Es war das gemeinsame Familienauto und die Wünsche meines Exmannes als Vielnutzer waren wichtiger als meine. Finanziert habe ich ca. 80% des Fahrzeugs, weil die Besserverdienerin und mein Ex sich seine ganzen Sonderwünsche nicht hätte leisten können. Warum auch nicht, wenn es ihm soviel Freude macht und ich dann auch bequem fahre, wenn ich mal mitfuhre oder ab und an den Wagen nutzte?
Damals habe ich den Mann geliebt. warum sollte ich ihm keine Freude machen?

Urlaubswünsche? Unsere Wünsche passten immer zusammen, weil wir in vielen Dingen einen sehr ähnlichen Lebensstil hatten.

Langfristige Investitionen resp. beim Hausbau: auch da waren wir einer Meinung. Alles was später richtig aufwendig und ksotspielig zu ändren geworden wäre, wurde sofort auf hohem Niveau gemacht. Alles was einfach zu ändern war, wurde schlichter realisiert. Wenn die Partner gut zueinander passen, ein gemeinsames Wertesystem haben, dann gibt es hier kein Konfliktpotenzial.
Und wenn man seinen Partner richtig liebt, kann man selber auch gut auf einen eigenen Wunsch verzichten, weil seine Freude mir selber genug Freude bereitet.

Zu kurz kam in der Ehe mein Kulturleben, welches nun einiges Geld verschlingt. Das ist mir in der Ehe aber nicht aufgefallen, weil ich meine Zeit anders verbrachte, es nicht als Verzicht erlebte, sondern ein anderes Leben (Familienleben) führte, in welchem dafür kein Raum war.
 
  • #32
Ich finde es schlimm, welches Partnerschaftsverständnis hier viele Foristen haben. Beim Geld hört die Liebe auf?
Die meisten hier haben Beziehungen oder sogar Ehen hinter sich und ihre Lebenserfahrung gesammelt. Frauen tragen zum Teil weniger bei, beanspruchen aber selbstverständlich die Hälfte, gerade am Ende einer Ehe. Beim Geld hört die Liebe nicht auf, aber so viele Frauen bei z. B. Hausarbeit eine gerechte Verteilung wünschen, wollen Männer das eben beim Geld auch. Und das bedeutet, dass nicht automatisch er die größere Last trägt oder alles teilen möchte.

Deine Sichtweise wird (auch hier) in der Regel von Frauen vertreten. Interessanterweise nicht von denen, die es selbst zu etwas gebracht haben. Die wollen auch nicht "bedingungslos" teilen. Daraus kann jeder folgern, was er möchte.
Ich folgere, dass ich nicht "geliebt" werden will, nur weil ich ein gutes Einkommen oder Vermögen habe. Warum sollte ich es also "raushängen" lassen oder gar in einer Ehe die Frau damit "kaufen"? Warum sollte die Frau automatisch davon etwas mitbekommen? Dann weiß ich doch gar nicht mehr, ob es um mich oder um mein Geld geht.
 
  • #33
Zum Glück habe ich mich immer von solchen Partnerschaften fernhalten können, die alles Aufrechnen mussten. Da sind mir Damen lieber, die freiwillig etwas dazu steuern.
Schon klar, hier wird aber nicht zu wenig, sondern eigentlich zu viel in die Partnerschaft eingebracht mit der Folge, daß der Partner an die Wand gedrückt wird, weil sich das alles nämlich gar nicht mit seinem Interessenskanon deckt. Der gemeinsame Haushaltsüberschuß gibt einen Malediven-Urlaub her, schön und gut, aber danach ist die Kasse leer, und wenn er im Herbst noch eine Woche in die Berge will, gibt es Ärger. Aus eigener Tasche bezahlen ist nicht, denn das Geld steckt ja schon mit im Luxusurlaub. Den Luxusurlaub ablehnen ist auch nicht, denn dafür reicht das Geld ja.

Abwechselnd bestimmen, wohin die gemeinsam finanzierte Reise geht, wäre schön, funktioniert aber nur bis zum „nein, gefällt mir nicht”. Womit wir dann wieder bei den Malediven wären. In die er sein ganzes eigenes Urlaubsgeld stecken muß (wegen der 50:50), obwohl ihm die Berge eigentlich lieber wären.
 
  • #34
Die meisten hier haben Beziehungen oder sogar Ehen hinter sich und ihre Lebenserfahrung gesammelt. Frauen tragen zum Teil weniger bei, beanspruchen aber selbstverständlich die Hälfte, gerade am Ende einer Ehe. Beim Geld hört die Liebe nicht auf, aber so viele Frauen bei z. B. Hausarbeit eine gerechte Verteilung wünschen, wollen Männer das eben beim Geld auch. Und das bedeutet, dass nicht automatisch er die größere Last trägt oder alles teilen möchte.
Ich folgere, dass ich nicht "geliebt" werden will, nur weil ich ein gutes Einkommen oder Vermögen habe. Warum sollte ich es also "raushängen" lassen oder gar in einer Ehe die Frau damit "kaufen"? Warum sollte die Frau automatisch davon etwas mitbekommen? Dann weiß ich doch gar nicht mehr, ob es um mich oder um mein Geld geht.
Wie gesagt, Augen auf bei der Partnerwahl. Und wenn es dafür sinnvoll ist, vorerst, die finanziellen Vorzüge bedeckt zu halten, ist dies völlig in Ordnung.
Die Frage, warum der Partner (muss nicht unbedingt die Frau sein) davon generell profitieren sollte, zeugt von einer Denkweise und Lebenseinstellung, welche den Fragensteller, in meinen Augen, als Beziehungsmensch disqualifiziert.
Ich beantworte sie Dir dennoch gern, in dem Wissen, dass Menschen wie Du vermutlich zu egozentrisch sind um es zu verstehen. Ansonsten würdest Du die Antwort fühlen....
Mein Partner soll von meinen(dann "unseren") finanziellen Möglichkeiten profitieren, weil ich möchte, dass es meinen Herzensmenschen ebenso gut geht wie mir, weil es mich glücklich macht wenn ich etwas abzugeben habe und weil, sofern die Grundsicherung steht, Geld nur mehr noch die Möglichkeit darstellt, sich und die Menschen welche einem wichtig sind noch ein wenig glücklicher zu machen. Hier und da im Rahmen der eigenen finanziellen Potenz in meiner Partnerschaft ein Gleichgewicht/Augenhöhe herzustellen.
Wie gesagt, wer diese Antwort nicht in sich fühlt, für den werden auch Paar-Beziehungen nie mehr als Geschäftsbeziehungen sein, welch vom Gedanken der eigenen Profitmaximierung getragen sind. Dessen Liebesfähigkeit stelle ich dezidiert in Frage.
Wahnwitzigerweise wollen oft gerade diese Menschen nur ihrer bloßen Existenz willens geliebt werden.
Schon mal den Begriff: "liebenswert" durchdacht?
 
  • #35
Schon klar, hier wird aber nicht zu wenig, sondern eigentlich zu viel in die Partnerschaft eingebracht mit der Folge, daß der Partner an die Wand gedrückt wird, weil sich das alles nämlich gar nicht mit seinem Interessenskanon deckt. Der gemeinsame Haushaltsüberschuß gibt einen Malediven-Urlaub her, schön und gut, aber danach ist die Kasse leer, und wenn er im Herbst noch eine Woche in die Berge will, gibt es Ärger. Aus eigener Tasche bezahlen ist nicht, denn das Geld steckt ja schon mit im Luxusurlaub. Den Luxusurlaub ablehnen ist auch nicht, denn dafür reicht das Geld ja.

Abwechselnd bestimmen, wohin die gemeinsam finanzierte Reise geht, wäre schön, funktioniert aber nur bis zum „nein, gefällt mir nicht”. Womit wir dann wieder bei den Malediven wären. In die er sein ganzes eigenes Urlaubsgeld stecken muß (wegen der 50:50), obwohl ihm die Berge eigentlich lieber wären.
In einer guten und funktionierenden Partnerschaft gibt es für so Probleme einen Kompromiss. Ein Jahr gibt's den Luxusurlaub auf den Malediven und im nächsten Jahr dann vielleicht 2 günstigere Urlaube (1x Berge und 1x etwas anderes). Wenn das in meiner Ehe nicht funktionieren würde, müsste ich mir Gedanken machen. Wobei wir zu 90% die gleiche Vorlieben in Sache Urlaub und Freizeit haben.

Wenn die gemeinsam Interessen so unterschiedlich sind, dass eine Einigung in Sachen Auto/Urlaub nicht möglich ist, ohne einen Part massiv zu benachteiligen, dann passt es für mich allgemein nicht.
 
  • #36
mit der Folge, daß der Partner an die Wand gedrückt wird, weil sich das alles nämlich gar nicht mit seinem Interessenskanon deckt....
Abwechselnd bestimmen, wohin die gemeinsam finanzierte Reise geht, wäre schön, funktioniert aber nur bis zum „nein, gefällt mir nicht”. Womit wir dann wieder bei den Malediven wären. In die er sein ganzes eigenes Urlaubsgeld stecken muß (wegen der 50:50), obwohl ihm die Berge eigentlich lieber wären.
Lieber FS,
offensichtlich lebst Du über Deine Verhältnisse, wenn Du bei der Erfüllung Deiner Wünsche immer zu kurz kommst.
Du erfüllst die Wünsche Deiner Partnerin, weil Du selber zu wneig leibenswert bist, als das sie bei Dir bleibt, wenn Du mehr Ausgewogenheit bei der Verwendung Eurer gemeinsamen nicht ausreichenden Mittel durchsetzen willst. Habe ich das richtig erkannt?

Warum bleibst Du bei einer Frau, der Deine Wünsche nichts wert sind und bejammerst ihren Egoismus unverändert seit Jahren? Was stimmt an Deinen Geschichten nicht?
Welcher Teil Deines Interessenkanons wird denn so weitreichend erfüllt, dass sie es bei den Ausgaben so einseitig kompensiert? Wir sind hier nicht im Märchenland, dass wir Dir abkaufen, dass Du ohne Interessenausgleich in einer Dich so einseitig benachteiligenden Beziehung bleibst.
Du wirst schon auf Deine Kosten kommen und sei es nur in der Hinsicht, dass Du Lustgewinn aus Deinem dauerhaft bejammerten Elend ziehst.

Ich kaufe Dir das dargestellte Konstrukt nicht ab. Entweder ist es ein konstruierter Langeweilethread oder Du verschweigst die andere Hälfte der Beziehung (immateriell) in der Du voll auf Deine Kosten kommst. Das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert - keiner bekommt alles: Du bekommst Deinen Teil und sie die Malediven. Wenn Du das selber nicht gerecht finden würdest, wie es bei Euch läuft würdest Du es nicht so lange mitmachen.
 
  • #37
Frauen tragen zum Teil weniger bei, beanspruchen aber selbstverständlich die Hälfte, gerade am Ende einer Ehe.... Deine Sichtweise wird (auch hier) in der Regel von Frauen vertreten. Interessanterweise nicht von denen, die es selbst zu etwas gebracht haben.
Tja, Augen auf bei der Partnerwahl. Wer downdatet, weil es so bequem in der Alltagsgestaltung ist, hat eben diesen Nebeneffekt, wenn es zur Trennung kommt.

Wenn Du am Ende einer Ehe nicht geschröpft werden willst, such' Dir eine Frau, die mindestens genauso viel verdient wie Du - die bekommt bei Scheidung nichts. Wenn Du so eine Frau nicht für Dich gewinnen kannst und später nicht zahlen willst, mach' einen Ehevertrag, der verhindert, dass Du zahlen musst - verhindere gemeinsame Veranlagung und achte darauf, dass die Frau nicht schwanger wird und Kinder betreuen muss.
Wenn die Frau Dich mit so einem Ehevertrag nicht will, dann verzichte auf eine Frau. Es gibt jede Menge Lösungen, wenn man das von Dir geschilderte nicht erleben will.
Wenn so ein materieller Nachteil immer beim Mann liegt, dann ist er zu wenig liebenswert, als das die Frau Freude empfindet, wenn es ihm gut geht.
Die Frage bleibt: warum gehen so viele Männer solche Beziehungen ein, denn wie Du schon richtig erkennst, die Frauen machen das nicht - die bleiben Single, wenn nicht ausreichend und gegenseitig geliebt wird.

Niemand bekommt alles. In einer Partnerschaft gibt es immer einen Interessenausgleich. Immaterielle Interessen müssen ebenfalls einbezogen werden. Kein Mann macht sich zum Komplettopfer. Das kann man mir nicht als Wahrheit verkaufen. Dafür habe ich zuviel Lebenserfahrung.
Die Männer kommen auf ihre Kosten, denn sie sind nicht dümmer und nicht altruistischer als Frauen - im Gegenteil. Sie sagen nur nicht wo der ausreichende Ausgleich in der Partnerschaft für sie stattgefunden hat.
 
  • #38
Abwechselnd bestimmen, wohin die gemeinsam finanzierte Reise geht, wäre schön, funktioniert aber nur bis zum „nein, gefällt mir nicht”.
Und was sagt dir das? Du wirst lieben lernen müssen, was Du behalten willst. Sie setzt sich durch, deine Wünsche kommen in ihrem Leben nicht vor. Willst Du das? Soll das die Erinnerung sein, wenn Du im Altersheim Bilanz ziehst?

Für deine Freundin wäre ein Partner ideal, dessen Lebensglück darin besteht, den anderen glücklich zu machen. Ich würde mich in dieser Position als willenloses Etwas empfinden, nicht respektiert und nicht geliebt. Es geht nicht ums Geld sondern darum, dass dir die Freude daran vergeht, weil Du eine Beziehung damit kaufst die doch nicht so ausfällt dass es Hoffnung gibt, jemals wieder in deinem Leben anzukommen.
 
  • #39
Mein Partner soll von meinen(dann "unseren") finanziellen Möglichkeiten profitieren, weil ich möchte, dass es meinen Herzensmenschen ebenso gut geht wie mir, ...?
Sehe ich genauso. Ich habe gelernt, dass es für mich ein schönes Gefühl ist, wenn ich geben "kann", nicht "muss". Ich will da auch gar nicht jammern, aber man(n) lernt einfach dazu, was frau klugerweise von vorneherein so macht, wenn die Konstellation andersherum ist.

Frauen erleben einfach keine Männer, die ständig die Gefühlsebene betonen und dass Geld ja so unwichtig ist, deshalb ist das für sie schlecht nachvollziehbar. Aber es gibt ja auch hier immer wieder Beiträge, in denen Frauen klar äußern, dass für sie eine Ehe auch aus materiellen Gründen erstrebenswert ist.

Schon mal den Begriff: "liebenswert" durchdacht?
Im Rahmen meiner nicht mehr funktionierenden Ehe habe ich erlebt, dass die Interpretation von "bedingungsloser Liebe" durchaus umschlagen kann. Und weder der Begriff noch die Uminterpretation kamen von mir.
"Liebenswert" mit finanziellem "Wert" zu verbinden, ist mir völlig fremd. Und völlig richtig, in einer Beziehung müssen beide auf ihre "Kosten" kommen. Aber sicher nicht in finanzieller Hinsicht. Wenn ich als Mann nur Geld beitragen könnte, dann kann ich das auch woanders hintragen.
 
  • #40
Im Rahmen meiner nicht mehr funktionierenden Ehe habe ich erlebt, dass die Interpretation von "bedingungsloser Liebe" durchaus umschlagen kann. Und weder der Begriff noch die Uminterpretation kamen von mir.
"Liebenswert" mit finanziellem "Wert" zu verbinden, ist mir völlig fremd. Und völlig richtig, in einer Beziehung müssen beide auf ihre "Kosten" kommen. Aber sicher nicht in finanzieller Hinsicht. Wenn ich als Mann nur Geld beitragen könnte, dann kann ich das auch woanders hintragen.
In einer Beziehung sollten Beide auf ihre Kosten kommen, in jeder Hinsicht.
Altruistisische Paarliebe gibt es nicht. Man liebt seinen Partner nicht nur weil er die selbe Luft atmet, sondern weil er es für einen, durch seine Wesensmerkmale, Verhaltensweisen, etc., wert ist.
Und wenn es ein Mensch wert ist, dass ich ihn liebe, habe ich auch kein Problem damit, alles mit ihm zu teilen, denn es ist mir wichtig, dass es ihm in jeder Hinsicht so gut geht wie mir.
Ich spreche nicht von gezielt parasitären Menschen, denn diese sind meine Liebe nicht wert.
Aber wenn jemand im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Beziehungsgestaltung beiträgt ist es mir wirklich egal wer in der Lage ist das Geld einzubringen.

In meinem Familien- und Freundeskreis funktionieren die Beziehungen auf dieser Basis, erfolgreich.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #41
Und wenn es ein Mensch wert ist, dass ich ihn liebe, habe ich auch kein Problem damit alles mit ihm zu teilen, denn es ist mir wichtig, dass es ihm in jeder Hinsicht so gut geht wie mir.
So ist es und in meinem Umfeld funktionieren genau diese Beziehungen auch.
Die Gefahr von Schieflage ist immer da, wenn einer von vorneherein nur Geld oder aber einer von vorneherein kein Geld einbringen kann (selbstverständlich ergeben sich im Laufe des Lebens Phasen, in denen sich das so verschieben kann). Im ersten Fall funktioniert dann der eigentlich wichtige Teil der Beziehung nicht, im zweiten ist ein Ausgleich sehr schwierig. Wenn einer nur Geld und einer kein Geld einbringen kann, dann funktioniert ein Ausgleich theoretisch, aber praktisch wäre das eine komische Beziehung.

Letztlich bleibt nur, die immer wieder zitierte "Augenhöhe" sowohl in eigentlich unwichtigen finanziellen Dingen wie auch in den eigentlich viel wesentlicheren Dingen von vorneherein zu prüfen. Geld ist in Beziehungen immer dann unwichtig, wenn beide so viel haben, dass sie eigentlich gar nicht darüber diskutieren müssen.
 
  • #42
So ist es und in meinem Umfeld funktionieren genau diese Beziehungen auch.
Die Gefahr von Schieflage ist immer da, wenn einer von vorneherein nur Geld oder aber einer von vorneherein kein Geld einbringen kann (selbstverständlich ergeben sich im Laufe des Lebens Phasen, in denen sich das so verschieben kann). Wenn einer nur Geld und einer kein Geld einbringen kann, dann funktioniert ein Ausgleich theoretisch, aber praktisch wäre das eine komische Beziehung.
Ganz ehrlich? Für mich ist diese Form der Beziehung derzeit die beste Lösung.
Am Anfang arbeiteten wir Beide. Kamen nach langen Arbeitstagen erschöpft nach Hause, mussten uns noch um Haushalt, Behördenkram, Einkäufe etc. kümmern.
Sex fand bald kaum noch statt, war doch die Paarzeit satt mit Alltagspflichten ausgefüllt.
Wir beschlossen dies zu ändern, zuerst ging nur noch ich zur Arbeit. Herrlich, nach Haus zu kommen, alles ist erledigt, eir hatten den ganzen langen Feierabend für uns, für Gespräche, für Zärtlichkeit, für Unternehmungen.
Dann ergab es sich, dass mein Mann deutlich mehr als ich verdienen konnte, aldo Rollentausch. Der Luxus der entspsnnten Paarzeit blieb und darauf möchte ich auch nicht mehr verzichten. Völlig gleichgültig wer welchen Part übernimmt.
Das erwirtschaftete Geld floss immer auf ein gemeinsames Konto und ich kann mich nicht entsinnen, dass sich jemals einer von Beiden in seinen Wünschen übervorteilt fühlte.

Wenn ich dieses Ganze "Meins-Deins"- Ding und die damit verbundenen Konflikte beobachte bin ich immer wieder erstaunt darüber, dass Menschen sich das freiwillig antun.

Materielle Bedürfnisse hat jeder, aber sobald sie so gewichtet werden, dass die Beziehung darunter leidet sehe ich von der Wirtschaft abgerichtete Konsumsklaven vor mir, welche selbst ihre Partnerschaft der Konsumsucht unterordnen. Und dies dann mit dem Argument der Augenhöhe vor sich selbst rechtfertigen.

Dabei findet Augenhöhe nur dort statt, wo man sie sich gegenseitig einräumt. Nicht andersherum.
Augenhöhe bedeutet, den Partner aufgtund seines Wesens, seiner Art sich einzubringen, als gleichwertig respektiert.

Nähme ich das Forum Maßstab, sähe ich für zukünftige Generationen schwarz.
 
  • #43
...aber man(n) lernt einfach dazu, was frau klugerweise von vorneherein so macht, wenn die Konstellation andersherum ist.

Frauen erleben einfach keine Männer, die ständig die Gefühlsebene betonen und dass Geld ja so unwichtig ist, deshalb ist das für sie schlecht nachvollziehbar.
Seufz, ich wiederhole mich nicht gern, aber hier möchte ich es doch tun:
So etwas ist nicht an das Y-Chromosom gebunden.
Voilà: ich mußte das auch lernen und habe dafür sehr lange gebraucht, bei mir war 'die Konstellation anders herum'. Immer. Bis ich 46 wurde.
Und ich habe bis dato immer Männer erlebt, die...s.o.
Geld ist in Beziehungen immer dann unwichtig, wenn beide so viel haben, dass sie eigentlich gar nicht darüber diskutieren müssen.
Das habe ich jetzt zum ersten mal in meinem Leben und es ist einfach wunderbar.
Wunderbar, wie wir beide immer wollen, dass der andere glücklich ist. Da geht es nicht nur ums Geld, sondern auch darum, dem anderen zu helfen oder das zu unternehmen, was er lieber tun möchte usw.

w 48
 
  • #44
Aus eigener Tasche bezahlen ist nicht, denn das Geld steckt ja schon mit im Luxusurlaub. Den Luxusurlaub ablehnen ist auch nicht, denn dafür reicht das Geld ja.
Da treffen schon wieder 2 Weltanschauungen aufeinander. Für mich wäre ein Urlaub auf den Malidiven kein Luxusurlaub, sondern ein "Schrotturlaub". Ein Luxusurlaub wäre für mich eventuell
Tibet, Nepal, usw. Eine Frau, die Malediven oder Seychellen bevorzugt passt nicht zu mir und umgedreht. Da hapert es vielleicht und man passt doch nicht so gut zusammen, wie man denkt. Deshalb habe ich auch in Vergangenheit gerne beim 2. Date das Thema Urlaub auf den Tisch gebracht. Wenn dann die Frau Malediven oder Seychellen genannt hat, dann war ich immer ein wenig skeptisch. Eigentlich passt diese Frau nicht zu mir oder ich passe nicht zu ihr.


Wenn ich im Jahr die Summe X für den Urlaub zur Verfügung habe, dann sollte ich mir halt überlegen wie ich die Summe X investiere. Für einen sogenannten Luxusurlaub oder lieber 3 Urlaube im Jahr davon sponsern. Von 3 Urlauben habe ich wahrscheinlich mehr Erholung als von einen Urlaub.

Apropos Luxusurlaub: Ein Urlaub zur Raumstation ISS, ist für mich ein Luxusurlaub, aber bei ca. 20 Mil. $ auch wieder unrealistisch. Also bin ich halt doch nur ein Beta oder Omega Mann.:)
 
  • #45
Wunderbar, wie wir beide immer wollen, dass der andere glücklich ist. Da geht es nicht nur ums Geld, sondern auch darum, dem anderen zu helfen oder das zu unternehmen, was er lieber tun möchte usw.
Manchmal gewinnt man Erkenntnisse eben erst in der Mitte des Lebens. Für mich ist das ein Fazit nicht nur dieses Threads. Streiten um Geld brauche ich eigentlich nur, wenn zu wenig da ist. Wenn beider gleich viel haben, ist das kein Problem. Wenn ich meinen Lebensstandard beibehalten undmit meinem Überschuss der Partnerin auch entsprechend unter die Arme greifen kann, passt es wunderbar. Wenn ich mich merklich einschränken muss, bin ich auf Dauer unzufrieden.
 
  • #46
"Liebenswert" mit finanziellem "Wert" zu verbinden, ist mir völlig fremd.
Das macht ja auch niemand, es bezieht sich auf: um seiner selbst willen geliebt zu werden, komplett immateriell gemeint. Wer sich selbst nicht ausreichend liebenswert findet, der versucht sich Wert zu erkaufen, indem er dem Partner/der Partnerin materielle Wünsche erfüllt.
Wenn man wie Apfeldieb so sehr unter dem Verzicht leidet, weil das eigene Einkommen und die eigenen Wünsche sowie die eigene Persönlichkeit diese Großzügigkeit nicht hergeben, dann funktioniert noch nichtmal sich die Liebe erkaufen, denn er ist ja voller Zorn auf die Frau, die ihn so unterdrückt. Warum er dann mit ihr zusammenbleibt, sagt er niemals, sondren macht dem nächsten Jammerthread auf, indem andere genauso handelnde Männer über das gleiche Elend das selbe runterjammern.

Wenn ich als Mann nur Geld beitragen könnte, dann kann ich das auch woanders hintragen.
Das sehe ich genauso und ich frage mich immer wieder, warum so viele Männer in diesem Punkt so leidensfähig sind.

Liebe Männer,
wenn der persönliche Verzicht so schlimm für Euch ist und ihr an keiner Stelle einen adäquaten Gegenwert bekommt, warum macht Ihr das? Erklärt es mir bitte, damit ich die Kaffee-Debatte endlich verstehen kann - ist wichtig, falls ich nochmal daten sollte.
 
  • #47
Wer sich selbst nicht ausreichend liebenswert findet, der versucht sich Wert zu erkaufen, indem er dem Partner/der Partnerin materielle Wünsche erfüllt.
So ist es. Und deshalb sollten die Partner eben in einer Beziehung sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in persönlicher Hinsicht so viel haben, dass sie abgeben können, ohne zu vermissen.

wenn der persönliche Verzicht so schlimm für Euch ist und ihr an keiner Stelle einen adäquaten Gegenwert bekommt, warum macht Ihr das?
Aus meiner Sicht ist das nicht nur ein Problem der Männer. Frauen, die materiell unterlegen sind, möchten ausgleichen und definieren daher, dass sie andere Gegenwerte geben können. Damit definieren sie aber zum Teil automatisch, dass Männer eben in emotionaler oder sonstiger Hinsicht unterlegen wären. Bis hin zu der absurden Vorstellung, dass sie als Frauen "Sex bieten", die auch hier immer wieder mal zu lesen ist.

Das alte Rollenbild "Mann ist finanzieller Versorger, Frau sorgt für´s Wohlbefinden" wirkt bei beiden Geschlechtern nach.
Es ist einfach nach wie vor so, dass gerade Männer mit höherem Einkommen kaum auf entsprechende Frauen treffen (die eher "up-daten"). Frauen wiederum "geben" eben immaterielle Werte, setzen aber damit automatisch voraus, dass der Mann in diesem Bereich weniger geben kann. Damit ist von vorneherein ein Ungleichgewicht vorhanden.

Mir ist doch bei einem Date die Tasse Kaffee völlig egal, das Abendessen für 100 Euro im Grunde genauso. Freunde lade ich doch genauso ein, ohne irgendwas aufzurechnen. Ich will aber ebenso freiwillig geben wie die Frau sich nicht zu einer Gegenleistung verpflichtet fühlen will. Wenn ich nicht mehr entsprechend meinem Lebensstandard ausgehen kann, weil ich genau weiß, dass die Frau sich das nicht leisten kann, macht mir das keinen Spaß mehr.
Bis zu einem gewissen Grad kann ich materielles Ungleichgewicht problemlos ausgleichen mit dem, was bei mir übrig ist. Die "Cappuccino-Mutter" kann ich nicht finanzieren, dafür reicht es nicht.

Ich habe Beziehungen mit Gleichgewicht und ohne Gleichgewicht hinter mir und meine Erfahrung ist, dass die mit Gleichgewicht besser funktionieren. Mit Gleichgewicht sowohl in materieller als auch immaterieller Hinsicht wohlgemerkt. Auch ein Ungleichgewicht in immaterieller Hinsicht funktioniert nicht und es macht wenig Sinn, das durch Geld ausgleichen zu wollen.
 
  • #48
Streiten um Geld brauche ich eigentlich nur, wenn zu wenig da ist. Wenn beider gleich viel haben, ist das kein Problem.
Doch, ist es. Der Leidensdruck, daß das gemeinsam Verfügbare auch komplett gemeinsam ausgeben werden muß (so daß individuelle Interessen auf der Strecke bleiben) ist dann sogar besonders groß, da keiner etwas für sich übrig behält und andererseits auch keiner sagen kann, er könne finanziell nicht mithalten. Das Gezerre hört eigentlich erst auf, wenn kein Geld mehr da ist. Schlimmstenfalls muß der bescheidenere und weniger symbiotisch gestrickte Partner seinen Mehrverdienst sogar verheimlichen, um neuerliche Diskussionen um noch mehr Wünsche für gemeinsame Aktivitäten (also nur das, was halt in die Schnittmenge paßt) zu vermeiden. Das fühlt sich fast wie Betrügen an, und irgendwann kommt’s natürlich auch ‘raus.
 
  • #49
Das fühlt sich fast wie Betrügen an, und irgendwann kommt’s natürlich auch ‘raus.
Äh, entschuldige, aber das IST lügen und betrügen - jedenfalls, wenn das Thema ist "Nun legen wir mal alles auf den Tisch und planen dann, was wir machen wollen". Wenn Du dann € 800 verschweigen und dann für Deinen Bergurlaub simsalabim auf einmal aus dem Ärmel zaubern würdest, wäre ich jedenfalls stinksauer.

Aber das Grundproblem liegt doch in einer ganz anderen Dimension. Du wünschst Dir einen Lebenszuschnitt mit Interessen und Aktivitäten, die Du nach Deiner eigenen Schilderung nicht haben darfst.
Entschuldige bitte, aber irgendwie liest sich das ziemlich gruselig.

Schildere doch mal bitte, wie euere Konflikte dann ausgetragen werden. Ich (naiv und doof) halte es für komplett normal, dass man in einer Beziehung sagen kann, dass man sich XXX wünscht und der Partner akzeptiert das ohne größere Debatte, wenn dies in dem Rahmen bleibt, der problemlos finanzierbar ist.

Weshalb "darfst" Du das denn nicht? Was passiert, wenn Du auf der Erfüllung von völlig normalen, angemessenen Wünschen bestehst?
 
  • #50
Schlimmstenfalls muß der bescheidenere und weniger symbiotisch gestrickte Partner
Dieser Mensch ist nicht weniger symbiotisch gestrickt, sondern auf einer anderen Eben symbiotisch. Er schafft nicht, sich abzugrenzen und betrachtet den anderen als übermächtig und allesentscheidend. Das aber bedeutet, dass er emotional verschmolzen ist und sich nicht lösen kann. Denn er hält den Stress nicht aus, wenn er sich abgrenzt und seine eigenen Interessen wahrt.
Es ist einfach der emotional-symbiotische Mensch, der nicht aushalten kann, wenn der andere sich abgrenzt und sauer ist, weil es nicht nach seiner Nase geht.
 
L

luci-le

  • #51
Das Ganze ist doch wirklich sowas von leicht zu durchschauen, du meine Güte. Der FS verspricht seiner Partnerin die ganze Zeit über Dinge, damit sie ja bei der Stange bleibt und ihn nicht verlässt, die einzulösen er in Wirklichkeit überhaupt nicht bereit ist. Da werden dann die vorher gemachten Aussagen in einem Fort hintertrieben, es wird gelogen, verschwiegen, Geld auf die Seite geschafft, Dinge im Nachhinein negiert.

Beim FS tippe ich sogar darauf, dass er nicht einfach "nur" panische Angst vor dem Alleinsein hat, sondern ohne die Frau und ihre Hälftige Miete, Nebenkosten, Auto-Fahr-und sonstige Beteiligung beim Amt antanzen müsste, um finazielle Unterstützung zu beantragen. Einerseits ist er also krampfhaft auf sie fixiert, auf der anderen Seite zürnt er ihr die ganze Zeit wegen eben dieser Abhängigkeit. Passive Agressivität nennt man sowas.

So geht es aber vielen Selbstständigen, die in einer Blase leben und sich ihr Scheitern letztendlich nicht eingestehen wollen. War in sehr jungen Jahren auch mal mit so einem Exemplar zusammen, nach außen hin auch der erfolgreiche Geschäftsmann, nach innen hin hat er mir ständig Geld abgeknappst, mich eingelullt, belogen, passiv aggressiv gegen mich geschossen und betrogen- mir gings sowas von gut, nachdem ich mich endlich von ihm getrennt habe- er dagegen ist vollständig abgestürzt. Der FS wird diese Erkenntnis auch machen, es bringt ihm nichts, sich krankhaft auf die Frau zu fixieren. Seine eigenen Baustellen müssen angegangen werden, ansonsten wird das alles nur noch schlimmer werden.
 
  • #52
Der Leidensdruck, daß das gemeinsam Verfügbare auch komplett gemeinsam ausgeben werden muß (so daß individuelle Interessen auf der Strecke bleiben)
Lasst euch an die Hand nehmen und arbeitet moderiert einen Konsens für die Geldangelegenheiten aus. Ich vermute, dass ihr nicht verheiratet seid. Das deshalb, weil im letzten Thread der Jammer um die dich verschmähende Traumfrau das Thema war.

Setzt einen Vertrag auf, den ihr beide unterschreibt. Wie: Miete und Nebenkosten 1.100 - Nahrung, Putzmittel etc. 500 - Rücklage gemeinsamer Urlaub 400 = 2.000 : 2 = 1000 für jeden, wenn ihr gleich viel verdient. Dafür gibt es ein Konto mit Dauerauftrag und Rechenschaft.

Der Rest ist frei verfügbares Einkommen. Wenn Du ihr Auto alleine benutzen darfst, führst Du ein Fahrtenbuch und beteiligst dich an den Gesamtkosten (Wertminderung lt. Schwacke) pro km abzüglich deiner Tankbelege. Darfst Du bei ihr mitfahren und das Auto steuert ihre Interessen an, kannst Du entscheiden ob Du mitfahren willst (die Hälfte ins Fahrtenbuch), wenn nein, fährt sie allein. Wenn sie übervertraglichen Urlaub will, verfährst Du analog. Falls Du kein eigenes Auto brauchst und sie den Schlitten nicht gerne gibt, gibt es Car-Sharing, das dir ein Gefühl von Eigenständigkeit ohne Betteln gibt. Wenn der Kühlschrank kaputt ist und sie keine Rücklagen hat, zahlt sie Raten an dich. Wenn nein, trägt sie ihre Habe zur Kühlung in den Keller. Natürlich kann man auch über eine defekte Waschmaschine streiten. Dann darf die vertraglich 10% mehr kosten, als der Sparsame vorschlägt, den Rest zahlt Luxusfrau alleine. Anders geht es bei euch nicht.

Wenn ihr dann neue Streitthemen findet, wäre das der Beweis dafür, dass das Geld doch für etwas viel Elementareres herhalten musste. Dann wirst Du mir vielleicht zustimmen, dass es um den Preis eines solchen sich gegenseitig Heimzahlens besser wäre, frei und alleine zu sein. Du hast wie wir alle eine Wahl. Deshalb nicht klagen, sondern wählen.
 
  • #53
sondern ohne die Frau und ihre Hälftige Miete, Nebenkosten, Auto-Fahr-und sonstige Beteiligung beim Amt antanzen müsste
Nun: Miete, Nebenkosten und alle übrigen Fixkosten trage ich zu 100% aus meinem eigenen Säckel. Mit solcherart mietfrei gehaltenem Rücken liegt es auf der Hand, daß die Extrawünsche- und Freizeitkasse zu größeren Teilen von ihr gefüllt wird. Folglich will sie auch bestimmen, was damit geschieht (ist vielleicht sogar nachvollziehbar). Eventuelle Überschüsse von meiner Seite würde sie aber sofort ebenfalls bis zum letzten Cent nach ihren Kriterien in Reisen, neue Möbel etc. investieren.
Weshalb "darfst" Du das denn nicht? Was passiert, wenn Du auf der Erfüllung von völlig normalen, angemessenen Wünschen bestehst?
Nun, das Zauberwort heißt „gefällt mir nicht”: würden wir mit dem gemeinsamen Geld MEINEN Urlaubswunsch erfüllen (nachdem es voriges und vorvoriges und vorvorvoriges Mal der ihre war), wäre das der schrecklichste und unzumutbarste Urlaub, den je ein Mensch zubringen mußte, und ich hätte ganz sicher auch selber keinen Spaß daran. Ähnlich, wenn ich von meinem Geld ein Auto nach meinem Gusto kaufen würde.
Wenn Du dann € 800 verschweigen und dann für Deinen Bergurlaub simsalabim auf einmal aus dem Ärmel zaubern würdest, wäre ich jedenfalls stinksauer.
Nun ja, es wäre Geld, das ich eine Zeit lang vor anderweitiger Verplanung geschützt hatte.
 
  • #54
Es kommt auf die Beziehung an. Wenn ich den anderen gut genug kenne, es für immer sein soll (egal ob es dann tatsächlich hält, aber ich versuche es ehrlichen Herzens!), ich den anderen liebe und er mich, finde ich in Finanzfragen immer eine Lösung. Egal, ob der andere mehr, weniger oder gleich viel verdient. Egal, ob es um Zahlen oder die Wahl der Automarke geht. Jeder geht jeweils etwa zwei Drittel auf den anderen zu. Wenn das beide so halten, ist die Schnittmenge für einen Kompromiss groß genug.

Wenn jeder kleinlich auf seiner angeblichen Hälfte besteht, die in Wirklichkeit/ aus Sicht des Gegenübers dann gerade mal ein Drittel Entgegenkommen bedeutet, klafft in der tatsächlichen Mitte eine deutliche Differenz. Das ist dann keine Liebesbeziehung, sondern eine schlechte WG.

Ich mag keine kleinlichen Menschen und auch keine, die ihren Partner nach Kontostand oder Urlaubswunsch wählen. Was machen die, wenn es mal echte Probleme gibt, zum Beispiel schwere Krankheiten/ Unfälle des Partners oder der Familie?
 
  • #55
Doch, ist es. Der Leidensdruck, daß das gemeinsam Verfügbare auch komplett gemeinsam ausgeben werden muß (so daß individuelle Interessen auf der Strecke bleiben) ist dann sogar besonders groß,...
Das kenne ich nicht. Der Druck, alles und alles gemeinsam aufbrauchen zu müssen (auch bei einem reichhaltigen Einkommen), erscheint mir krankhaft. Wer macht so etwas?
Man kann völlig entspannt den Lebensunterhalt gemeinsam bestreiten, jeder trägt entsprechend seinem Einkommen bei, und jeder kann darüber hinaus machen, was er oder sie möchte. Selbst problemlos praktiziert. Zum Problem kann es aus meiner Sicht nur kommen, wenn das Geld nicht reicht. Es wird aber kaum jemand mit gutem Einkommen den Lebensstandard bis zum Anschlag steigern, nur um alles Geld ausgegeben zu haben.
 
L

luci-le

  • #56
Lieber FS,
du widersprichst dir gerade in einem Fort ganz massiv selber. Erst heißt es, "größere Kostenblöcke" (impliziert alle) wie Reisen und Autos werden gemeinsam getragen und alles Geld gemeinschaftlich verbraucht bis nichts mehr übrig ist, dann zahlst wieder du die Miete plötzlich allein und sie "nur" komplett Urlaub und "Freizeitanschaffungen wie Sofas", was deinen Ausführungen vom 50:50 finanzierten Auto und 50:50 Urlaub komplett wiederspricht. Außerdem müsstet ihr zwei ja dann jede Menge Geld übrig haben und nicht, so wie du schreibst, nach einem Maledivenurlaub, den sie ja dann allein finanziert, vollständig pleite sein und um jedes 10 cent Stück feilschen. Wenn es um den eigenen Misserfolg oder das Aufrechterhalten der eigenen Lebenslüge geht, sind Männer (und sicher auch Frauen) sogar noch im Internet unehrlich.Schade, schade.
 
  • #58
Der Druck, alles und alles gemeinsam aufbrauchen zu müssen (auch bei einem reichhaltigen Einkommen), erscheint mir krankhaft. Wer macht so etwas?
Oh, ich kann mir da schon Gründe vorstellen. Zum Beispiel die Angst, daß einem die Gesundheit zu früh einen Strich durch die Reisepläne macht. Die Angst, nächstes Jahr nicht mehr nach Neuseeland reisen zu können und dann eben nicht in Neuseeland gewesen zu sein. Also lieber heuer noch die letzte und dann noch die allerallerletzte Reserve zusammenkratzen.
 
B

bromelie

  • #59
Trenn Dich von dieser Frau. Sie ist nicht gut für Dich und Du nicht für sie. Das meine ich ganz ernst. Jedenfalls wenn es jedes Mal die selbe Frau ist, über die Du in den verschiedenen Threads schreibst.
Man nennt das destruktive Beziehungen. Du findest auf jede Antwort hier eine Erklärung, warum Du ein armer Tropf bist. Nein, bist Du nicht, Du hast die Wahl.
Allerdings glaube ich langsam, dass diese Spielchen Dir gefallen, muss ja schon fast, sonst würdest Du ja mal handeln.
denn er ist ja voller Zorn auf die Frau, die ihn so unterdrückt. Warum er dann mit ihr zusammenbleibt, sagt er niemals, sondren macht dem nächsten Jammerthread auf,
Eben.
Vielleicht braucht er diesen Zorn, um sich selber zu spüren? Man weiß es einfach nicht. Manche leben so. Aber dann "be"nutzt er diese Frau. Irgendwie.
W
 
  • #60
Lieber Apfeldieb,

Irgendwie komme ich bei dieser Diskussion schon lange nicht mehr mit.

Nennst Du diese Beziehung, die Du da führst, eine Partnerschaft?
Solche Gedanken, Rechenspiele, gegenseitiges Aufrechnen, demnächst kommt zur Abrechnung der Verbrauch der Blätter Klopapier ... Warum tust Du Dir das an?

Und für mich die grundlegende Frage, willst Du überhaupt eine Klärung?
Ein konstruktives Gespräch, bei dem Du Dich mit Deinen Wünschen klar positionieren müsstest - und Gegenwind aushalten.

Zu Eurem Spiel gehören zwei. Nicht nur Deine Partnerin, auch Du - mit der Rolle, die Du besetzt, freiwillig.
In wievielen anderen Bereichen spielt ihr ähnlich krude Spielchen um wem steht was zu, wer bekommt was, wer gibt mehr..
Für mich reine Machtspiele - und die Hosen hast deutlich nicht Du an.

Brauchst Du das, willst Du das? Es wird nicht besser werden, ganz im Gegenteil.

Allerdings die grundlegende Veränderung müsstest Du initiieren mit dem Risiko, sie zu verlieren.
Ich glaube, dieses Risiko möchtest Du nicht eingehen, also weiter leiden...traurig.