• #1

Wünsche und deren Finanzierung

Eigentlich ist es in einer Beziehung ja selbstverständlich, größere Kostenblöcke wie z.B. Auto oder Reisen gemeinsam zu tragen, nur wie macht man das, wenn die Wünsche und Kosten deutlich auseinander klaffen? Einerseits nutzen ja beide das Auto zu gleichen Teilen bzw. treten die Reise gemeinsam an (das würde eine 50:50 Teilung der Kosten nahelegen), andererseits hat einer sich, damit das Teilen überhaupt möglich ist, von seinen eigenen Vorstellungen verabschieden müssen. Will heißen, hätte eigentlich ein kleineres Auto gewollt oder eine weniger teure Reise, muß nun aber die ungewollte Investition mittragen, da man anderenfalls zwei Autos hätte (was unterm Strich noch teurer wäre) oder an getrennte Orte verreisen müßte (was nicht eben schön ist, und was ebenfalls keiner von beiden will). Sollte hier vielleicht besser die Regel gelten: wer etwas will, was der Partner nicht will, der soll dann auch für den Partner mit bezahlen? Wie halten es denn andere Paare?
 
  • #2
Hi Apfeldieb,

generell haben wir nur ein Konto gehabt und davon wurden alle Ausgaben bestritten. Vermögen haben wir zu gleichen Teilen gebildet und besessen. Das setzt natürlich voraus, dass man ebenso zu diesem gemeinsam, zu gleichen Teilen, beiträgt/beitragen kann und die gleichen Vorstellungen über die Verwendung hat. Was uns beiden wichtig war. Das heißt aber auch, dass sich weitestgehend alles, Rechte und Pflichten (in der Familie und Partnerschaft), gemeinsam geteilt wird und wurde.

Nun kommen die Ausnahmen:

- ich hatte den Kleinwagen, sie das Familienauto
- meine Extratouren (Wasser- und Bergwandern) waren finanziell ein Tropfen auf den heißen Stein (mehr brauchte ich auch nicht), wir hatten gemeinsam, mit den Kindern, den (Groß)Urlaub in ihrem Sinne
- ich war und bin konsumunfreundlich, sie war kauflastig
- ich habe immer für ein finanzielles, materielles, strukturelles und (versicherungstechnisch) sicheres Polster gesorgt, sie hatte von diesem allen keine Ahnung

In meiner jetzigen Beziehung wirtschaftet jeder für sich selbst, wohnt für sich, eine Schnittmenge wird geteilt und nur beiderseitig Gewolltes wird gemeinsam realisiert, dann 50:50. Extras gehen zu eigenen Lasten.

Für mich war das generelle Gemeinsame mit gewissen Asymmetrien selbstverständlich und lebens- sowie liebenswert, ob es das mal wieder wird mag ich bezweifeln.
 
  • #3
Dir ist schon klar, was dann passiert?
Dann gibts ewiglange Diskussionen darüber, wer was mehr will als der andere, und um wieviel Prozent.
Nein, so funktioniert das nicht. Das ist kleinliches Aufrechnen, und tut keiner Beziehung gut, die langfristig angedacht ist.
 
  • #4
Autos waren bei uns nie ein Thema, weil jeder eines hat.
Bei Reisen, da ich einen Partner habe , der deutlich mehr verdient wie ich und teure Designerhotels bevorzugut, trage ich das dazu bei was ich kann und den Rest übernimmt er. Das klappt bei uns prima, so kann ich das gut annehmen und er gibt es gerne.
 
  • #5
Man einigt sich bei getrennten Kasse auf den kleinsten Nenner oder man hat eh eine Familienkasse aus der das dann bezahlt wird.

Mein Kumpel hat ein Konto, seine Frau hat ein Konto und dann gibt es das Familienkonto. Und solche Anschaffungen / Aktivitäten werden dann vom Familienkonto bezahlt.

Wenn also der eine Partner das größere Auto haben / den schöneren Urlaub genießen möchte, dann sollte dieser auch anbieten die Differenz von seinem Budget zu bezahlen. ( Und zwar ohne später zu sagen, hätte ich den Großteil nicht bezahlt dann... )

Wenn man geheiratet hat, sollte es zwar auch ein wenig deins, meins geben aber primär auch ein "unser".
 
  • #6
Hmm.

Bei Dingen, die mein Partner und ich gemeinsam genutzt haben (Auto zB), hab ich mit meinem Partner über seine und meine Vorstellungen geredet und unsere unterschiedlichen Interessen auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner zusammengefasst. Eben so, dass für keinen der beiden das Auto zu groß ist. Kompromisse gefunden, die beiden gerecht wurden (kleines Auto für sie, dafür mit sehr vielen PS für ihn oder so). So hatten wir beide Spaß.

Beim Urlaub, der als Erholung gelten sollte, hielten wir es ebenso. Er wollte wandern, ich wollte Meer. Dann hatten wir dasselbe Urlaubsziel und haben uns darauf geeinigt, dass wir erst das eine und dann das andere machen. Ohne zu nörgeln *grins*

Ich hab nur grad das Gefühl, dass es bei Deiner Frage gar nicht um die Größe eines Autos oder das Ziel einer Reise geht, sondern um die Finanzierung dieser Dinge.

Bei uns war es so, dass wir das abhängig von unserer Einkommenssituation gemacht hatten - wer mehr verdient, gibt auch mehr dazu.
 
  • #7
Kompromisse, Kompromisse...

Eigentlich bin ich ziemlich flexibel, aber wenn ein Prestige-Auto angeschafft werden muss und ich mir das einfach nicht leisten kann, würde ich vorschlagen, ich zahle so, als hätte man das kleine Auto gekauft und der andere trägt den Rest. Das wäre auch keine Böswilligkeit, sondern man muss ja mit seinem Geld kalkulieren und wenn es keinen Sinn hat, darüber zu diskutieren, weil es nunmal nicht da ist, müsste der Partner eben mehr zahlen und ich hätte da kein schlechtes Gewissen, wenn ich den Komfort eines größeren Autos nun deswegen mitnehme. Ich bin kein Erbsenzähler, also wenn das nun mehr Benzin verbraucht, rechne ich das auch nicht jedesmal nach. Aber Versicherung und sowas - ich kann als Single auch nicht über meine Verhältnisse leben.

Reisen: Das ist so ein Punkt. Wenn man genaue Vorstellungen von seinen Urlauben hat (Wandern oder am Strand liegen? Hotel oder Rucksack und Zelt?), wird das schwierig, wenn man unterschiedliche Vorstellungen hat.
Ich denke dann auch: Urlaub ist sollte, wie auch Feiertage, einfach die wundervollste Zeit als Paar sein*, weil man den Partner endlich für sich hat, entspannnt sein sollte usw. Aber all die Paare, die sich zufällig immer im Urlaub oder an Feiertagen streiten, oder es sich anfühlt wie Luftanhalten, weil man wegen Stressvermeidung schweigt, kommen die nicht mal drauf, dass sie den Punkt "Partnerschaft" und "bin ich mit dem richtigen Menschen zusammen" einfach verdrängen?
*Deswegen fänd ich es sehr wichtig, diese Zeit auch gemeinsam zu haben und sich zusammen drauf zu freuen. Und hier kommt nun die Frage auf: Ist es wichtig, kompatibel zu sein in der Urlaubsfrage, oder nicht? Ich finde, ja. Aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn man flexibel ist und sich abwechselt mit dem "Bestimmen", wo hingefahren wird. Oder eben allein fährt und das sollte dann auch nicht schlimm sein, wenn es mal vorkommt, weil einer Flugangst hat oder tropische Hitze nicht haben kann.
Ich finde aber nicht, dass man automatisch den Urlaub für den Partner mitbezahlen sollte und sich dann vielleicht noch die ganze Zeit Genörgel anhört, weil der Mensch nicht dort sein will, wo er mir zu liebe gerade ist. Davon habe ich nix.
 
P

Papillon

  • #8
Mit meinem ersten Freund (8 Jahre Beziehung) hatten wir es so gehandhabt:
Wir hatten jeder unser eigenes Konto und ein gemeinsames Haushaltskonto. Davon hat jeder anteilig eingezahlt. Nun war es so, dass ich vor ihm mit meinen Studium fertig was. Also habe ich mehr eingezahlt. Als er sein Studium beendete hatte er mehr verdient und er hat etwas mehr eingezahlt. Also jeder wie er konnte. Fair war es immer.
Von den Haushaltskonto haben wir nicht nur die Miete und sonstige Nebenkosten beglichen. Es war immer etwas mehr, daraus haben wir die Urlaube auch finanziert. Mit dem gemeinsamen Auto haben wir uns 50% reingetellt, war aber nicht schwieirg da den Moment beide in etwa das gleiche Einkommen hatten. Ich habe den Typ des Autos festgelegt und er die Farbe... war nicht so schwierig. Aber wir haben uns auch keine Luftschlösser gebaut und die Ansprüche waren nicht so extrem unterschiedlich. Ich würde das jetzt auch gern so handhaben wollen, wenn ich mit meinen Freund zusammenziehe. Ich denke, wenn ein Partner Luxusansprüche hat, sollte er seinem Partner unterstützen, wenn dieser es sich nicht leisten kann. Was ich gar nicht respektiere ist umgekehrt, dass der am wenigsten zur Haushaltskasse betragende Part Luxusansprüche stellt...
 
O

oh ja

  • #9
Ich hatte noch nie eine Beziehung in der die Wünsche wirklich weit auseinander langen. Dazu war mir ein ähnlich gelagerter (Lebens)Stil zu wichtig.
Und ich habe nie eine Partnerin gehabt, die finanziell von mir abhängig war. Meist habe ich ein teilweise deutlich höheres Einkommen gehabt, aber jeder hatte neben dem gemeinsamen Konto auch "sein" Geld.

Natürlich gab / gibt es immer wieder mal Differenzen im Detail. Aber wenn es mir wichtig war und ich gesehen habe, dass dieser Wunsch jetzt der alleinig meine ist, und es keinen Ausgleich oder Kompromiss gab... dann habe ich ihn allein tragen müssen.
Es gab aber immer Wünsche meiner Partnerin, die nicht die meinen waren; sei es an Bekleidung, Wohnungseinrichtung, Haushalt,... die ich dann mitgetragen habe. Das habe ich auch gern gemacht um kein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn ich mir etwas gegönnt habe.

Wenn jetzt das Auto für mich höherwertig sein sollte... (größeres Modell, leistungsstärkerer Motor,..) dann hätte ich die Differenz (und auch die Folgen im Unterhalt) gezahlt!
Und natürlich, wenn ich einen teureren Urlaub machen möchte, den sich meine Liebste nicht leisten kann, zahle ich einen Teil dazu. Schließlich will ich ja mit ihr in diesen Urlaub.... oder ich reduziere meine Ansprüche an den Urlaub... weil ich ja meine Ansprüche auf das Zusammensein mit ihr nicht reduzieren möchte!
 
  • #10
Wir (Ehe, 21 Jahre) haben nur gemeinsame Konten. Alles, was erwirtschaftet wird, steht beiden zur Verfügung. Allerdings sind wir mittlerweile (zu Studentenzeiten sah das noch ganz anders aus ;-) in der wohl privilegierten Lage, dass Geld nicht so das Thema bei uns ist. Zudem tragen wir beide etwa die Hälfte des Haushaltseinkommens bei. Größere Kostenverursacher werden abgesprochen und auch eventuell zeitlich abgestimmt, z.B. wäre es ungünstig, wenn wir uns jeder zur gleichen Zeit ein neues Auto anschaffen. Auch zu Zeiten, in denen ich noch studiert hab und er schon voll gearbeitet hat oder ich wg. des Kindes nur Teilzeit gearbeitet hab, gab es bei uns nie "deins" und "meins". Das, was es zu verteilen gab, wurde möglichst gleichberechtigt verteilt, egal ob es nun wenig oder viel zu verteilen gab. Mal war ein Wunsch des einen "dran" , mal der des anderen. Dass es immer mal zu Ungleichgewichten im Sinne der "Wünsche-Erfüllung" kommt, ist klar. Aber meistens gleicht sich das dann wieder irgendwo aus, z.B.wiegen die Kosten für einen lebenslangen meinerseits bestehenden Schuhtick im Laufe der Jahre auch die Anschaffungen für seine Harley's auf. Ich finde es auch traurig, Kosten gegenseitig aufzurechnen...mal davon abgesehen, dass es wohl auch nicht praktikabel ist. Dein Beispiel mit Urlaub geht da noch, aber beim Auto wird es schon schwierig - wer nutzt es wie oft, wer fährt sparsamer, usw. Ich denke nicht, dass man sowas, selbst wenn man wollte, gerecht teilen könnte.
w,39
 
  • #11
Nachtrag:
Wenn es soweit ist, dass man die Mehrkosten für einen Luxusurlaub den Partner allein tragen lassen will, weil man mit was einfacherem auch zufrieden gewesen wäre, müsste man konsequenter Weise alles Andere auch trennen... z.B. auch die Kosten für ein "gutes" Essen, vielleicht hätte dem Partner ja auch ein Käsebrot gereicht ;-) Ob dann eine Beziehung noch Spaß macht, wage ich zu bezweifeln.
 
  • #12
Ich finde, es kommt auf die Art der Beziehung an.

Wenn man gemeinsam wirtschaftet, wahrscheinlich verheiratet ist, es Kinder gibt usw. gibt es sicher ein gemeinsames Konto, von dem alles Notwendige bezahlt wird.
Wenn einer nichts verdient oder sehr viel weniger als der andere, wirft man am besten alles da rein, ansonsten anteilig zum Einkommen.

Wie man die Ausgaben bestreitet, muß man eben verhandeln, falls man da weit auseinander liegt.
Was ich unmöglich finde, indiskutabel geradezu, wäre, vom Partner zu erwarten, dass er etwas mitfinanziert, das er gar nicht haben will.
Auch dann nicht, wenn er gar nichts an Geld in den gemeinsamen Topf wirft, weil er die Kinder betreut.
Das muß nicht nur den Autokauf betreffen, sondern vielleicht sogar solche scheinbaren Nichtigkeiten wie Lebensmittel.
Wenn man nur ein Auto haben kann, dürfte es im Übrigen in den seltensten Fällen so sein, dass das genau hälftig benutzt wird.
Aber das Benutzen kommt wahrscheinlich doch beiden zugute, ob nun der eine das Auto fast allein benutzt, weil er damit täglich zur Arbeit fährt oder der andere, weil er damit die Kinder herum fährt und das Essen einkauft.

Ich persönlich bin kein Freund dieses Modells.
Ich mag eine strikte Trennung, was natürlich nur dann gerecht ist, wenn es keine gemeinsamen Kinder gibt, die einer mehr oder weniger allein betreut.

Ich finde gut, dass mein Freund und ich eigenes Geld verdienen, jeder so lebt, wie es ihm gefällt und jeder einfach das Auto kauft, das er haben will.
Mein Freund will Männermampf ( Fleisch ) und ich will Frauenmampf ( Biogemüse ). Kein Streit notwendig, jeder legt einfach in den Wagen, was er will und einer bezahlt. Wir streiten uns immer ums bezahlen und sehen das als Geschenk an.
Kein gemeinsames Wirtschaften, sondern gegenseitiges Einladen, so wie im Restaurant.
Das haben meine Eltern während ihrer ganzen Ehe so gemacht, beide arbeiteten Vollzeit und verdienten genug.

Nun, jeder wie es ihm beliebt, nicht ?

w 48
 
  • #13
wer etwas will, was der Partner nicht will, der soll dann auch für den Partner mit bezahlen?
Die Anteile, wer nun was bezahlt, sollte nicht stur 50:50 sein. Sondern auch, wer wieviel Prozent vom Gesamteinkommen netto verdient ?

Der Eine will es teurer, als der Andere. Trotzdem muß gemeinsam entschieden werden.
Teurer = Mehrpreis - als die billigere Lösung vom Partner.
Vorschlag: Der Partner zahlt die Hälfte von seiner günstigeren Lösung (sein Vorschlag.)
Die Differenz zur Hälfte der tatsächlichen, teureren Lösung, zahlt dann Derjenige, der die teurere Lösung wollte. Er trägt also die Mehrbelastung, weil seine Lösung teurer ist. Aber der Partner diese Mehrbelastung nicht wollte, und deswegen sein Vorschlag günstiger war.

Wichtig: Ehrlichkeit und Fairness. Das am Anfang beide Vorschläge ehrlich sind, und nicht manipulativ. z.B. das der günstigere Vorschlag ehrlich gemeint war, und nicht um den eigenen Anteil niedrig zu halten. Damit nicht passiert:"Ach, du bist für die Malediven. - *freu*...... na dann bin ich für Mallorca."

Schwieriger: Das gemeinsame Auto.
Sie:"Dieses Auto ist teurer, als mein Vorschlag"
Er:"Du fährst aber mehr Kilometer damit"
Sie:"Ja, aber für UNS. z.B. die Einkäufe für UNSEREN Haushalt"

Ein Ehepaar löste die Autofrage diplomatisch.
Er verkaufte sein teures Auto, und dafür kauften sie ZWEI kleinere Autos. Gleiche Marke, Modell, Größe. Nur unterschiedliche Wagenfarben. Jetzt hat Jede/r SEIN Auto.
(Zwei Autos wurden nötig, weil Umzug + Hausbau auf dem Land.
Er mit weiter Anfahrt zur Arbeitsstelle. Sie als Hausfrau, gemeinsam zwei Kinder.)
 
  • #14
meine Extratouren (Wasser- und Bergwandern) waren finanziell ein Tropfen auf den heißen Stein (mehr brauchte ich auch nicht), wir hatten gemeinsam, mit den Kindern, den (Groß)Urlaub in ihrem Sinne
Das dürfte nur in den seltensten Fällen so funktionieren. Denn natürlich ist auch die einfachste Extratour eben eine EXTRA-Tour, die der andere ZUSÄTZLICH zum teuren Familienurlaub will. Und selbst wenn dafür noch ein paar Groschen übrig wären, wird das Argument kommen, daß man mit dem Geld ja auch den Haupturlaub hätte verlängern können, daß Frau und Kinder nun aber einen Ferientag opfern müssen, damit der Herr seine Extra-Tour machen kann.

Das Problem ist auch nicht ein eventuelles Ungleichgewicht beim Einkommen, sondern allein die Verwendung der verfügbaren Mittel. Weil eben z.B. der eine gerne übers Jahr ein paar Tages- oder Wochenendausflüge unternehmen möchte und der andere lieber einen noch teureren Haupturlaub. Eine Frau, die für einen Ausflug nach Dresden oder Wien oder zur Bundesgartenschau während des Jahres zwei Tage Malediven opfern soll, kann zur Furie werden. Und so fallen Dresden, Wien und Blumen eben buchstäblich ins Wasser.

Und mir klingt auch noch ein anderer typischer Streitpunkt in den Ohren: „wieso willst du so viel Geld für einen Wochenendausflug ‘rauswerfen, laß uns doch lieber in eine größere Wohnung umziehen.” Auch hier fällt das „gemeinsame Tragen der Kosten” für diese (natürlich teurere) Wohnung schwer, selbst wenn man die Miete durchaus stemmen könnte – im Gegenteil, das Argument „jeder gibt, was er kann” fällt dann nämlich flach, genau wie all die schönen Ausflüge. Denn die alte Wohnung wäre von diesem Tag an ein unzumutbares Loch.

Was ich damit sagen will: wenn einer das gemeinsame Geld nach Gutdünken für seine Interessen einsetzt und dem anderen die Hölle heiß macht, weil der a) etwas anderes will oder b) seine Hälfte nicht beisteuern will, wie kommt man da ohne Trennung wieder heraus?
 
  • #15
Das hängt von der Lebenssituation ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.
Familie mit Kindern: gemeinsames Konto für alle gemeinsamen Ausgaben und "Taschengeld" für beide, die damit machen können, was sie möchten. Auto wird gemeinsam ausgewählt.
Beziehung ohne Kinder: gemeinsames Haushaltskonto, aus dem man alles, was mit dem Alltag zu tun hat bestreiten kann. Autos kauft jeder selbst.
 
  • #16
Mein Freund und ich wohnen erst seit Kurzem zusammen, haben aber ein gemeinsames Konto für Lebensmittel/Haushalt etc und er überweist mir die Hälfte jeweils für Miete, Strom usw. Er verdient im Augenblick unwesentlich mehr, aber er wird wohl in ein paar Monaten eine Gehaltserhöhung bekommen. Ich befinde mich in einer dem Studium anschließenden Ausbildung und werde wohl erst in 1 bzw. 3.5 Jahren eine Gehaltserhöhung bekommen.

Da ich gerne in die USA fliege (mein Freund war dort noch nie), haben wir für September auch eine Reise dorthin gebucht; von ihm gab es keinen Einwand wegen den Kosten, höchstens kurz die Frage, ob es denn wirklich ein SUV als Mietwagen sein muss (Ja, muss es ;) ). Er selbst flog in den letzten Jahren immer nach Norwegen zum Fischen - bei aller Liebe denke ich nicht, dass ich hier je mitfahren würde, da er die ganze Woche auf einem winzigkleinen 3-Mann-Boot shippert und in einer kalten Hütte übernachtet, wo es noch nicht mal einen Fernseher gibt. Dieser Urlaub wäre mir darüber hinaus zu teuer und würde ich kein Geld ausgeben um da mitzufahren, da könnte er mich auch nicht umstimmen :( Auf eine normale Norwegenreise mit max. 1-2 Fischertagen würde ich vermutlich schon mitfahren.

In ein paar Wochen sind wir auf nem Kurztrip in Berlin und ich möchte mir ein Musical anschauen. Ich hätte ihm seine Karte bezahlt (€ 100) da er absolut kein Musicalfan ist, aber er hat mir das Geld nun doch überwiesen. Ich erkenne gerade, mein Freund ist wohl kompromissbereiter als ich ;) Dazu muss ich sagen, dass er allerdings mehr Vermögen hat als ich, da er bis vor 1 Monat gratis in dem Zweithaus seiner Eltern wohnen durfte und sohin bisher noch nie Miete o.ä. zahlen musste . Die Firma bezahlt ihm darüber hinaus das Mittagessen ... er hat also doch mehr als ich.

Ich würde auch versuchen Kompromisse zu finden (einmal Dieser Urlaub, einmal Jener), sofern man sich zumindest zum Teil damit abfinden kann (nicht wie ich und Norwegen z.B.) und keine großen Diskrepanzen beim Einkommen/Vermögen bestehen.

W, 25
 
  • #17
Eine Frau ..... kann zur Furie werden.
....und dem anderen die Hölle heiß macht
Du hast ja nun schon länger nichts von deiner Frau erzählt. Ich erinnere mich gut an die Probleme, die ihr hattet, weil sie keinen Regenschirm wollte, weil sie glaubte, den Weg zum Bahnhof besser zu kennen als du und dass du heimlich Brot im Auto versteckt hast, damit es keinen Ärger gibt.
Nun geht es also um die Finanzierung eures Urlaubs, aber das ist ja letztlich auch nur wieder ein Symptom des eigentlichen Problems, dass deine Frau dir die Hölle heiß macht.
Wenn das alles so ist, wie du immer erzählst, und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln, scheint deine Frau ein Hausdrachen zu sein.

Falls sie es nicht ist, nimmst du sie immerhin so wahr, denn du bist ja derjenige, der sie so darstellt. Und dann stellt sich die Frage:
Warum bist du immer noch mit ihr zusammen ?
DAS dürfte doch das eigentliche Problem sein, nicht ?

Oder sind das immer wieder neue Frauen ? Dann könntest du vielleicht mal überlegen, warum du immer wieder Drachen abkriegst. Kann sein, dass dir das gefällt...

Ich fand jedenfalls alle deine Geschichten ungewöhnlich und auch diese hier wieder. Ich kenne keine Frau, die sich so verhält wie du es hier schilderst.
Ich denke, dass die meisten Frauen, die ihre Männer lieben, ihm sehr gerne den Ausflug nach Dresden gönnen ( wunderbare Elbflorenz ! ) und eben NICHT aufrechnen, dass man dafür ja glatt einen Tag länger im Süden hätte bleiben können.
Also, wenn es erst mal so weit ist, ist doch die Liebe dahin, findest du nicht ?

w 48
 
  • #18
weil man mit was einfacherem auch zufrieden gewesen wäre.
Nein, der Punkt ist: weil man die eigenen Interessen abschreiben muß, wenn das Geld insgesamt NUR für den Luxusurlaub reicht. Oder: weil derjenige, auf den die Luxuskarre zugelassen ist, den anderen nicht damit fahren lassen will, und das Geld insgesamt aber nicht für zwei Autos reicht („ein Auto genügt vollkommen”). Derjenige mit den geringeren Ansprüchen verliert also zunehmend auch diese. Und der Haussegen hängt vor allem deshalb schief , weil er sich der hälftigen Mitfinanzierung verweigert.
 
  • #19
Ich habe es immer so gehalten, dass wer etwas nicht wollte, davon gar nichts zahlen musste.

Beispiel Autos, wenn Frau kein Interesse an Sportwagen hat, kaufe ich trotzdem und schaffe noch ein Shared-Car an. Was nicht heißt dass Frau den Sportwagen nicht fahren darf. Es geht nur um den Investitionsgedanken bzw. wer hat wie viel Geld.
Andersrum wenn ich den Urlaub nicht wollte, wurde ich dazu eingeladen.

Mit dieser Philosophie bin ich immer gut gefahren, auch über Wünsche oder Finanzielles hinaus.
 
  • #20
Du warst doch auch der Mann mit der Frau, die nicht weiter auf den Berg hochwandern wollte und Du mit zurückgingst (finde ich gut, aber Du hättest am nächsten Tag, wenn Du unbedingt den Gipfel sehen willst, noch mal hochwandern können allein oder mit jemandem, der das auch schafft).
Dein Problem ist meines Erachtens, dass Du die Beziehung so sehr willst (wieso eigentlich, es geht ja nie um das, was Du gut findest), dass Du denkst, Du musst alle Deine Bedürfnisse aufgeben, um mit dieser Wundergöttin weiter zusammen zu sein. Und je mehr Du nachgibst, um so mehr fordert sie, weil sie weiß, dass Du nachgeben wirst. Das erinnert mich gerade an ein Kind, das ich mal kannte. Die Mutter sagte erst "nein", wenn er was wollte, dann bekam er einen Tobsuchtsanfall, und sie sagte "ja", weil sie das nicht ertrug. Wenn er was wollte, bekam er nun gleich jedesmal einen Tobsuchtsanfall, weil er wusste, dass er sich so durchsetzen konnte. Alle, die das nicht wussten, hielten ihn für einen schlimmen Charakter, aber das hatte die Mutter verzapft.

Oder: weil derjenige, auf den die Luxuskarre zugelassen ist, den anderen nicht damit fahren lassen will,
Da wäre ich doch dämlich, wenn ich das noch mitfinanziere.

wie kommt man da ohne Trennung wieder heraus?
Indem man diesen Punkt erst mal in Erwägung zieht, wenn sich nichts ändert. Wenn Du Dich nicht trennen willst, bist Du emotional oder anderweitig abhängig. Dann brauchst Du auch nicht weiter nachzudenken, was Du tun kannst. Nix. Damit hat Dich der andere am Haken, der sich vielleicht nicht scheut, die Trennung zumindest anzudrohen, wenn es nicht nach seiner Nase geht.

Du kannst Beziehungsstress nicht aushalten, Du willst auf keinen Fall die Trennung. Das ist das Fundament Deines Leidens. Da Deine Freundin es nicht einsehen muss, und weil sie wirklich besonders egozentrisch gestrickt zu sein scheint, macht sie so weiter wie bislang. Du bist der Gehilfe ihrer Wünsche und darfst selber keine haben.
 
L

luci-le

  • #21
Dein Post liest sich nach einem massiven Geldproblem. Und wenn beide die Reise gemeinsam antreten oder das Auto gemeinsam nutzen, dann ist es selbstverständlich, dass bide auch 50:50 daran zahlen. Andernfalls verreisen beide eben nicht zusammen und was ist daran schwer, wenn sich einfach jeder sein eigenes Auto kauft? Wenn die Vorstellungen zu weit auseinander gehen, ist es vollkommen legitim, dass der eine Partner die Entscheidung finanziell nicht mitträgt- aber selbstverständlich daraus auch keinerlei Nutzen zieht. Einem Schmarotzer-Partner würde ich auch etwas Husten, wenn er sich an mir bereichern will und das "große, böse Auto" zu mindestens 50% Nutzen, aber dafür nicht aufkommen will.
 
  • #22
Und der Haussegen hängt vor allem deshalb schief , weil er sich der hälftigen Mitfinanzierung verweigert.
Ich muss mir immer wieder meinen Kopf schütteln, was so einige Leute mit unpassenden Partner eine Beziehung halten! Das Grundproblem ist doch.immer dasselbe! Es passt nicht mehr! In den meisten Fällen hat es schon zu Beginn nicht gepasst und man ging trotzdem zusammen überwiegend aus Motiven, die nicht stabil waren und auch nicht sein können!
 
  • #23
Reise:
- Ich will nach Helsinki, der Mann nicht so gerne. Er will nach XXX, ich nicht so gerne. Wir können uns aber blendend auf Rom, London, Venedig etc einigen und suchen uns einfach etwas davon aus.
- Ich will gerne einen großen Mopedurlaub, der Mann nicht. Wir machen einen anderen "großen" Urlaub, ich bin für einige Tage mit Tochter auf den Moped unterwegs und er fragt überhaupt nicht, wann ich endlich wieder komme.
Auto:
Der Mann mag Autos und hat es deshalb alleine ausgesucht, aber eine von mir bevorzugte Farbe gewählt (und mich damit komplett überrascht). Dafür erduldet er, dass ich auf uralten Mopeds herum gondele, die in keiner Weise modernen Sicherheitsstandards entsprechen. Dafür bin ich lange nicht so viel unterwegs, wie ich es tun würde, wenn ich alleine wäre. Dafür mault er fast gar nicht, wenn ich mir doch mal wieder überraschend etwas einfallen lasse. Dafür sage ich manchmal etwas ab und unternehme etwas mit ihm.
Lieber Apfeldieb, ich schrieb schon mehrfach, dass bei Dir etwas extrem schief läuft. Ja, bei Dir, denn es muss Gründe dafür geben, weshalb Du nur Beziehungen mit solch einer üblen Dynamik führst.

Habt ihr schon einmal über eine Moderation eurer Gespräche nachgedacht? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein guter Moderator nach einer halben Stunde wüsste, weshalb ihr euch mit solcher Lust gegenseitig fertig macht. Gefällt Dir das? Wenn nicht, dann tu etwas dagegen.
 
  • #24
Für mich mag ich das analog handhaben wie @QFrederick, post 1.
Ggf. in Varianten dazwischen, wenn man zusammen lebt, beispielsweise die Kombination aus gemeinsamen Konto für Alltag, und eigene Konten für den Rest. Das ist dann individuell.

Wobei es bei mir immer ab einem gewissen Zeitpunkt gemeinsam war, alles. Mit Vertrauen, Absprachen, und immer wieder Asymmetrien in allen Bereichen, das gehört dazu.

Nur auch bei dieser Frage hier - Uneinigkeit bei Finanzen stehen m.E. als Platzhalter für ganz andere Themen.
Dass Grundsätzliches in der Beziehung in Schieflage ist, Erwartungen im Raum stehen, etc.

Lieber Apfeldieb, ich würde da wirklich mal genauer hinein schauen, mich sortieren - Was fühle ich, was möchte ich.

Und dann wird es vielleicht mal Zeit für eine grundlegende, klärende Kommunikation.

Nein, und ich würde nicht einfach so bei Zusatzwünschen - Auto ist schon extrem - zu schießen, würde mich aber auch nicht finanzieren lassen wollen.
Bei gemeinsamen Anschaffungen braucht es einen Konsens, mit dem sich beide wohlfühlen, ggf. Anspruch herunter. Vor allem, wenn der höhere Anspruch vom Finanzschwächeren kommt....
 
  • #25
ist es vollkommen legitim, dass der eine Partner die Entscheidung finanziell nicht mitträgt- aber selbstverständlich daraus auch keinerlei Nutzen zieht. Einem Schmarotzer-Partner würde ich auch etwas Husten, wenn er sich an mir bereichern will und das "große, böse Auto" zu mindestens 50% Nutzen, aber dafür nicht aufkommen will.
Ganz so einfach ist das nicht. Der „Schmarotzer-Partner”, wie Du ihn nennst, ist durchaus gewillt, das Auto teilweise oder sogar ganz zu finanzieren, nur halt nicht das überdimensionierte Modell. Und zwar deshalb nicht, weil es seiner Meinung nach zu viel vom verfügbaren Einkommen bindet, was auf eine von ihm nicht gewünschte Einschränkung in anderen Dingen hinausläuft bzw. er für diese dann mehr Geld beisteuern müßte.

Letzteres ist andererseits aber eine indirekte Mitfinanzierung, die durchaus zur Mitnutzung berechtigt, wie ich meine. Zumal ihm im umgekehrten Fall, also wenn er das Auto nach seinen Vorstellungen kauft, die Mitnutzung und -finanzierung glatt verweigert würde („in so ein Auto setze ich mich nicht”) und man das große UND das kleine Auto zu finanzieren hätte, was den gemeinsamen Topf erst recht schrumpfen ließe.
Da wäre ich doch dämlich, wenn ich das noch mitfinanziere.
Es ist ja nicht so, daß der mitfinanzierende Partner neben dem Auto her laufen oder den Zug nehmen müßte, der Nutzen ist für ihn schon genauso gegeben. Nur steuert dieses Auto halt nur Ziele an, die seiner nominellen Eigentümerin gefallen, der Rest der Welt ist quasi ausgeblendet.

Letztlich läuft es auf das altbekannte Problem der Mitfinanzierung ohne eigene Rechte hinaus, wie es meist in Zusammenhang mit Immobilienbesitz auftritt – da will man ja auch keine ZWEI Wohnungen bezahlen, nur um einen Streitpunkt aus der Welt zu schaffen.
 
  • #26
wenn beide die Reise gemeinsam antreten oder das Auto gemeinsam nutzen, dann ist es selbstverständlich, dass bide auch 50:50 daran zahlen. Andernfalls verreisen beide eben nicht zusammen
Aufrechnen und Hälfteln aller Kosten, wo fängt das an, wo hört das auf? „Ich habe heute für 47 Euro getankt, bitte gib mir 23 Euro 50” – „Ja, aber du verfährst doch das meiste davon selber” – „Stimmt nicht, gestern zum Beispiel waren wir zusammen da und dort...”? Nein, da laufe ich lieber Gefahr, daß ich mehr als 50% beisteuere.
 
  • #27
Ich finde es schlimm, welches Partnerschaftsverständnis hier viele Foristen haben. Beim Geld hört die Liebe auf?
Mit einem Menschen vei dem ich so fühle, gehe ich gar nicht erst eine Beziehung ein.
In meiner Ehe gibt es kein "Dein" und "mein".
Dafüt einen gesunden Menschenverstand was Ausgaben angeht.
Mein Mann wollte unbedingt einen bestimmten Oldtimer. Es war klar, dass die Restaurierung teuer wird, aber es war sein Kindheitstraum. Durchgerechnet, die Ausgabe war machbar also wurde er gekauft.
Ich liebe Kurztrips.... also mache ich sie.
Dabei wird nie aufgerechnet, entscheidend ist nie für wen die Ausgabe ist, sondern ob sie in UNSEREM Budget liegt.
Das hat bei meinen Eltern funktioniert, bei seinen ebenfalls und auch bei uns gab es in zwanzig Jahren nicht ein klitzekleines Problem mit dieser Verfahrensweise.
Wenn man bei der Partnerwahl nicht vorrangig dem Wahnsinn der Verliebtheit und der sexuellen Anziehung folgte, sondern den Verstand einschaltete, gäbe es nicht nur weniger Scheidungen sondern auch nicht solche Firlefanzprobleme.
 
  • #28
Dieses ewige Aufrechnen alle Kosten hat auch etwas mit dem Charakter des jeweiligen zu tun.
Man macht nichts ohne seine eigenen Vorteil oder Nachteil zu sehen und es fängt schon außerhalb der Beziehung an.
Welchen Vorteil habe ich, wenn ich jemand anderem zum Essen usw. einlade oder welchen Vorteil oder Nachteil erhalte ich, wenn ich mich einladen lasse. Aufgrund des jeweiligen Charakters, der alles hochrechnen muss, kommt dieses Thema erst auf und somit ist es auch keine gleichberechtigte Partnerschaft. Vielleicht treffen ja auch nur 2 Groschenzähler aufeinander.


Zum Glück habe ich mich immer von solchen Partnerschaften fernhalten können, die alles Aufrechnen mussten. Da sind mir Damen lieber, die freiwillig etwas dazu steuern. Man kauft etwas für die Gemeinsamkeit und am Ende gibt jeder selber etwas dazu und dies natürlich ohne Aufforderung. Das verstehe ich unter Partnerschaft und alles andere ist eher nur "nursery school“.
 
  • #29
Da sind mir Damen lieber, die freiwillig etwas dazu steuern.
Genau !
Das ist ohnehin das beste, wenn beide großzügig sind und beide den jeweils anderen glücklich machen wollen.
Aber in wie vielen Beziehungen gibt es das ?
In Apfeldiebs Beziehung ( en...ich weiß immer noch nicht, ob sich seine unterhaltsamen Anekdoten auf die immer gleiche Frau beziehen oder er einfach immer wieder auf Neue seltsame Frauen kennenlernt ) jedenfalls nicht.

Ich habe seit zwei Jahren zum ersten mal eine Beziehung mit einem Mann, der freiwillig etwas dazu steuert und das mit 48 !
Bis dahin habe ich immer wieder erlebt, dass Männer nichts hatten oder von dem wenigen mir nichts geben wollten.
Das ist z.B. bis heute des Argument meines Kindesvaters, der nie einen Cent Unterhalt bezahlt hat, weil ich ja sehr viel mehr verdiene als er.
Aber das ist ein anderes Thema...

Ich erleb( t )e Männer immer als nehmend, ich weiß aber auch, worin mein Anteil besteht. Es ist kein Zufall, dass ich bislang immer solche Männer abgekriegt habe.
Meine Gegenmaßnahme: mich nicht ausnutzen lassen.
.... wie es meist in Zusammenhang mit Immobilienbesitz auftritt – da will man ja auch keine ZWEI Wohnungen bezahlen, nur um einen Streitpunkt aus der Welt zu schaffen.
Bezahlen nicht, aber haben.
Das ist mein Weg und er ist angenehm und für mich richtig.
Bezahlen tue ich seine Wohnung natürlich nicht.

w 48
 
  • #30
Es ist ja nicht so, daß der mitfinanzierende Partner neben dem Auto her laufen oder den Zug nehmen müßte, der Nutzen ist für ihn schon genauso gegeben. Nur steuert dieses Auto halt nur Ziele an, die seiner nominellen Eigentümerin gefallen, der Rest der Welt ist quasi ausgeblendet.
Aber das ist doch sowas in grün. Du darfst mitfahren, Du darfst mitbezahlen, als wärst Du gleichberechtigt, aber Du bist es nicht. Ich finde, Du erkennst Dein Problem auch grundlegend, aber ich frage mich, was Dich in so einer Beziehung hält. Jemand, der Dich liebt, der bietet Dir nicht so einen Ausnutz-Vertrag an, dass Du mitbezahlen darfst, aber keine Rechte hast. Die Frau hat Dich voll an den Marionettenstrippen, aber warum? Du bist reflektiert, Du klingst wie jemand, der nachdenkt und nicht andere überwalzt, aber völlig abhängig von irgendeiner Frau, die sich dominant-mies verhält und Dich ausnutzt.
Wieso kannst Du nicht die Trennung in Erwägung ziehen? Es geht ja gar nicht darum, es gleich zu machen, aber zumindest muss man doch mal gucken dürfen, ob die Beziehung das ist, was man sich darunter vorgestellt hat und autonom entscheiden, ob man so weiterleben will, bis der Streit um das Geld für die gemeinsame Grabstätte und den Liegeplatz in der Sonne und im Schatten losgeht.

Du bringst was in die Beziehung ein, und das wird durch so ein Verhalten null gewürdigt. Und so, wie Du über das Mitfahren im Auto schreibst, klingt es so, als müsstest Du für vom Tisch abfallende Krümel dankbar sein. Liegt dieses Denken am mangelnden Selbstwertgefühl?