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Gast

  • #1

Woher kommt dieser tiefe, starke Schmerz - Familienaufstellung

Immer wenn ich mich in einen Mann verliebe, erlebe ich einen furchtbaren, tiefen Schmerz. Jede Liebesbeziehung, die schön beginnt, mit einem Mann, der sich intensiv um mich bemüht, verkehrt sich, sobald ich mich verliebe, ins Gegenteil. Es ist schon fast wie ein "Fluch".

Ich mache nicht mehr falsch, als alle anderen auch - also die üblichen Geschichten, die man von und über Frauen hört. Bzw. sogar eher im Gegenteil: ich bin authentisch, renne dem Mann nicht zu sehr hinterher, fordere nicht zu viel. Aber in all diesen Punkten sehe ich nicht den wahren Grund.

Es ist eher ein innerer, tiefer Schmerz, der entsteht, sobald ich mich verliebe und sich dann im Außen, also in dem Mann spiegelt. Er zieht sich zurück, meldet sich kaum noch, ist nicht mehr greifbar. Trifft sich dann doch wieder mit mir, entfacht das Feuer, dann wieder Sendepause usw. Das alles vertieft immer mehr meine Qual, bis nur noch ein schrecklicher Schmerz übrig bleibt und dann ist es früher oder später ganz aus.

Mir fällt es sehr schwer, diesen Liebeskummer zu überwinden. Wenn ich es eines Tages doch geschafft habe, pasierte es immer wieder, dass der Mann zurück kam und oft sogar wieder anknüpfen wollte. Es scheint so, als wäre dies möglich, weil die düsteren Wolken über mir (der Schmerz) dann weg ist. Aber auch das läuft dann immer gleich ab: nämlich, dass ICH dann NICHT mehr will.

Wer kann mir dazu einen Rat geben? Habt Ihr so etwas schon erlebt? Was kan mir helfen? Es scheint ein sehr fest gefahrenes Muster zu sein, da es IMMER so ist - ich noch nie etwas anderes erlebt habe, noch nie glückliche Beziehung hatte.

Kann Familienaufstellung dabei helfen?

Bitte schreibt nicht, Psychotherapie. Das habe ich schon probiert! 2 Jahre lang. Es hat null Veränderung gebracht (vielleicht war es auch nciht der richtige Therapeut)
 
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Gast

  • #2
Du wirst gerade hier in diesem Forum zuallermeist andere Antworten bekommen als meine.
Sofern überhaupt viele jemals von Familienaufstellung gehört haben und eine ungefähre Vorstellung davon haben, was das ist, werden sie es als esoterischen Mumpitz oder Psycho-Quatsch abtun.

Ich selber habe daran teilgenommen - über einen längeren Zeitraum, immer mal wieder ein Wochenende oder meist nur einen Abend, und ich kann dir nur versichen: mir hat es sehr geholfen.
Es ist ÄUSSERST interessant, auch was die Geschichten der anderen Teilnehmer angeht, die du ja auch, vielleicht sogar aktiv, mit bearbeitest, die du mit lösen kannst. Und für dich selbst ...
also, für mich selbst war es ausgesprochen erhellend, helfend, heilend. Ich habe Einsichten gewonnen, die ich anders nie bekommen hätte.

Die Familienaufstellungen, die ich mitgemacht habe, waren nicht teuer. Sie schaden ganz bestimmt nicht. Ich kann dir nicht versprechen, dass dein Problem damit gelöst wird, aber es ist mit Sicherheit einen Versuch wert. Mehrere, denn nach einem Abend kannst du wahrscheinlich noch nicht viel sagen.

In dem Fall kannst du wirklich nur gewinnen. Probier es! Vielleicht auch verschiede Familienaufsteller, wenn du in deiner Stadt die Gelegenheit hast. Nicht alle sind gleich gut, finde ich, und alle sind jedenfalls sehr unterschiedlich.

Es ist keine Geldschneiderei, es ist kein Quatsch, du musst keinen Riesenaufwand treiben - und dümmer wird man davon ganz sicher nicht. Versuch es einfach!
 
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Gast

  • #3
Liebe FS, ich kann es Dir nur empfehlen. Ich hatte auch Psychotherapie gemacht und bin nicht weiter gekommen. Bei der Aufstellung zeigten sich "Bilder" was ich so nie erfasst hätte. Für mich war und ist es immer wieder ein Gewinn. Und zu verlieren hatte ich damals nichts. Aufstellungen werden heute überall eingesetzt. (Coaching in Firmen, Familien, Filmen etc.) Sie sind Lösungsorientiert, auch wenn man sich manchmal andere Lösungen wünscht. Doch das Leben ist ja bekanntlich nicht immer ein Wunschkonzert. Dann kann man jedoch "Anerkennen" was ist und dadurch ändert sich meistens etwas. Jedoch würde ich Dir nur Aufstellungen bei einem ausgebildeten systemischen Aufsteller/in empfehlen. Evtl. die dem Dachverband angehören. Desweiteren kann man eine Aufstellung auch in einer Einzelsitzung absolvieren. Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten der Aufstellungsarbeit. Du kannst auch eine "verdeckte" Aufstellung machen, wo nur Dein Aufsteller von Deinem Problem weiss. Es ist wie überall kein Heilmittel, Heilwunder oder ähnliches sondern nur eine Möglichkeit sich sein Problem mal aus einer anderen perspektive anzusehen. Es ist begleitend für den eigenen Weg den man geht oder gehen will. Wenn Du Dich dafür entscheidest, informiere Dich und schaue Dir den/die Aufsteller/in an. Du kannst auch nur als Beobachterin dabei sein, ohne Dein eigenes Anliegen und somit die Arbeit kennenlernen. Alles Gute Dir.
 
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Gast

  • #4
Ich würde es auch ausprobieren. Zu verlieren hast Du ja gar nichts.

Wenn Du 2 Jahre Therapie gemacht hast und danach nicht einmal Erklärungsansätze oder Verständnis für Dich und Deine Probleme bekommen hast, würde ich sagen, war es vielleicht wirklich der falsche Therapeut oder die falsche Therapie.

Ich habe auch eine Traurigkeit in mir, ein Muster, welches immer wieder ausgelöst wird/wurde, sobald mir ein Mann näher kam/kommt, und sobald ich stärkere Gefühle für ihn entwickelte. Ich konnte mir das lange nicht erklären, aber ich bekam regelrechte Panik, fiel regelmässig in eine depressives, temporäres Loch. Zog mich zurück, worauf sich der verliebte Mann natürlich auch irgendwann zurück zog. Dass daraus nie mehr werden könnte, ist klar.

Ich habe angefangen, eine Psychotherapie/Psychoanalyse zu machen, und nach einigen Monaten wurden die Ursachen (Tragödie in der Familie, sehr früher Verlust einer der engsten Bezugspersonen im Leben, weitere familiäre Probleme) schon sehr klar. Daran zu arbeiten und etwas zu ändern, war allerdings ein "Schritt", der eher Jahre dauert. Ich denke, ich habe viel Glück mit einer sehr erfahren, aber auch sehr leidenschaftlich am Thema und Menschen interessierten Therapeutin gehabt. Die Ursachen wurden, wie geschrieben, relativ schnell klar. Ich war ein paar Jahre beziehungsabstinent und starte nun wieder langsam durch und sehe, dass meine Angst kleiner geworden ist, bzw. ich mit ihr anders umgehe. Die übergrosse Panik, dass alles vorbei sein könnte, ist weg.

Ich denke, es ist schwer, einen guten, passenden Therapeuten zu finden.

W/43
 
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  • #5
Es liest sich wie Verlustangst. Ob da Familienaufstellung hilft, sei mal dahin gestellt. Heiraten hat im Zweifelsfall noch keinen vom Scheiden abgehalten, Kinder nicht von Trennung.
 
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Gast

  • #6
Ich würde dich fragen wollen, welche Schmerzen hat dein "inneres Kind"?Was war in deinem Leben mit 3 , oder mit 7 , oder mit 14 Jahren. Wie war die Beziehung zu deinen Eltern? Geschwistern?
Da denke ich ist ein ganz altes Muster am Werk.Ich würde dir empfehlen Bücher zu lesen, z.b.über Bindungsfähigkeit-und Erspüren von Gefühlen.Familienaufstellung soweit ich es kenne, kann exemplarisch Fragestellungen aus deinem Leben bearbeiten, auch das kann nützen.Sicher wird es jedoch eine Kombination mehrerer Dinge sein, die dir helfen können und wird seine Zeit dauern.Ich wünsche dir dafür viel Kraft und Erfolg.
w52
 
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  • #7
Liebe FS,

aus eigener Erfahrung möchte ich Dir eine Möglichkeit aufzeigen, die mir geholfen hat. Näheres findest Du im Internet zum Thema: Der verlorene Zwilling, Es gibt auch ein Buch, das ich empfehlen kann: Austermann, Das Drama im Mutterleib, Der verlorene Zwilling.
Als ich vor Jahren darüber gehört hatte und im Internet recherchierte, wußte ich, daß hier ein Lösungsansatz zu meinen Partnerproblemen liegt. Die Verlassenheitsangst hatte bei mir hier ihre Ursache.

w
 
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Gast

  • #8
Liebe FS,


Wie ist es dir in deinem bisherigen Leben ergangen? Was hast du für eine Beziehung zu deinen Eltern und Geschwistern? Fühlst du dich dort aufgehoben oder gab es oft Stress?

Mir geht es ähnlich wie dir. Eine gesunde, harmonische Beziehung ohne selbst Streit oder bloß keine allzu lange Harmonie zu erzeugen, gelingt mir nicht.

Allerdings sehe ich mittlerweile Zusammenhänge zwischen der Beziehung zu meinen Eltern. Meine Mutter war sehr launisch, hat mich gerne etwas gedemütigt, wenn sie wusste, ich mag etwas besonders, war mal sehr kalt und hart und am nächsten Tag wieder einigermaßen gut gelaunt, dann wieder sehr schlecht. Ich konnte mich auf keine Geborgenheit oder Verlässlichkeit einstellen.
Bei einem Mann erdrückt es mich sehr, wenn er mir nahe kommen will und konstant an meiner Seite sein möchte. Ich brauche immer wieder Stress um mich einigermaßen okay zuführen.
Das ganze macht mich sehr traurig, weil sich so keine gesunde Beziehung einstellt. Und obwohl es mir mittlerweile sehr bewusst ist, was da abläuft, kann ich es noch nicht durchbrechen.

Alles Liebe
W31
 
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Gast

  • #9
Du hast zwei Probleme: ja, du hast ein festgefahrenes Muster. Und ja, du hast ein psychisches Problem.

Meine Tips: Unabhängigkeit lernen. Kosequenz lernen. Ob das ohne Hilfe möglich ist, weiß ich nicht, aber es wäre besser, dir professionelle Hilfe zu holen.

Ob eine Frau immer nur an solch schwierige Männer gerät, ist natürlich zu 90% fast immer vor der Erziehung und Beziehung zu den Eltern abhängig. Das ist mittlerweile bestätigt. Es gibt zahlreiche Bücher darüber.

Ein Mann der nach gewisser Zeit zurückkommt, nutzt deine psychische Labilität aus. Er weiß das ganz genau, dass du ihn wieder annimmst und das Spiel geht dann von vorne los. Für ihn ist das sogar praktisch, besonders wenn er nur was fürs Bett sucht oder nur glücklich sein kann, wenn er andere Menschen ausnutzt.. Vielen psychisch komplexe Menschen geht es nur gut, wenn sie andere Menschen ausnutzen, verletzen und quälen können.

Der Fehler liegt nicht an dir, aber du mußt Selbstschutz lernen vor solchen Persönlichkeiten
 
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Gast

  • #10
Hier die FS,

vielen Dank für Eure Antworten.

Mit meiner Therapuetin hatte ich kein Glück. Wir haben zwar auch in meiner Kindheit rumgegraben, aber es hat nichts verändert.

Meine Mutter war auch ambivalent. Und schon als Kind hatte ich sehr starke Ängste, wenn meine Eltern abends ausgingen oder in den Urlaub fuhren (und mich nicht mitnahmen). Auch habe ich als Kind schon die Erfahrung mit kleinen Jungs gemacht, dass sie mich abwiesen (ich war frühreif, aber mehr so wie Prinz und Prinzessin im Märchen, nicht sexuell).

Später ging das dann OHNE AUSNAHME so weiter, IMMER wenn ich mich verliebt habe. Jeder Mann hat mich verlassen. Nur die "Vernunftbeziehungen", wo ich emotional nicht verliebt war, sondern nur Sympathie spürte hielten - wobei ich dann irgendwann Schluß machte, weil es einfach für mich nicht mehr ging.

Ich kenne also den roten Faden und die Ausprägung des Mechanismus sowie weiß ich, dass es schon die genanten Auffälligkeiten in der Kindheit gab.

Doch wie programmiere ich mich jetzt um? Bisher habe ich noch keine Methode gefunden. So kam ich auf Familienaufstellung.

Wie habt Ihr es geschafft, das destruktive Muster zu heilen, nachdem ihr z.B. erkannt hattet, was in der 'Kindheit schief lief?

Wie geht man da ran?

Wie hat z.B. die erfahrene, am Menschen interessierte (hier erwähnte) Therapeutin Anleitung gegeben, da ruaszukommen?
 
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  • #11
Ich würde eine Trauma-Aufstellung nach Prof. Franz Ruppert empfehlen, wenn du das im Internet eingibst, findest du viele Adressen auf seiner Homepage von Therapeuten, die diese Methode anbieten. Mir hat diese Aufstellungsmethode noch deutlich mehr geholfen als Aufstellungen nach Hellinger.
 
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  • #12
Hier ist nochmal #3.

Zu Deiner Frage, wie schafft man es, welche Anleitung gab es. Das ist sehr komplex und schwer zu beantworten. Es hat sicher Jahre gedauert.

Die Familiengeschichte + Todesfall wurde analytisch aufgearbeitet. Gleichzeitig auch Verhaltenstherapie, mit Anregungen, in gewissen konkreten Situationen einfach anders zu denken und auch zu handeln, als man es von kleinauf kannte oder gewöhnt war. Umdenkungsprozesse wurden eingeleitet, es wurde von alten, falschen Denkmustern weg gebracht. Ich habe insgesamt, in den Jahren, an Selbstbewusstsein gewonnen, ich habe gelernt, mich von mir schädlichen Menschen zu lösen, gelernt, mich gegen gewisse Menschen durchzusetzen. Ich habe mich von einigen Menschen getrennt. Von einigen Denkmustern befreit. Ich habe aber auch einige Jahre allein gelebt, war nicht mehr auf der Suche.

Es ist schwer zu sagen, wie das genau abgelaufen ist. Bin ja auch keine Therapeutin, dafür gibts Profis, zum Glück.

Woran ich (und vielleicht auch Du) arbeiten muss, ist meine Männer-Auswahl. Ich habe eben auch die ausgewählt, die bindungsscheu waren, die nicht wirklich erreichbar waren. Oder ich habe es durch meine Panik mit einem normal gestrickten Mann selbst versemmelt. Ich denke, das ist immer noch mein grösstes Problem, die Männer besser auszuwählen. Das ist jetzt meine nächste, grosse Aufgabe. Dass man sich in die distanzierten, teils abweisenden Männer verliebt, ist ja auch kein Zufall.