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Gast

  • #1

Woher kommt die Bindungsangst von Seiten der Männer?

Hallo,

mir (w, 25) fällt immer wieder auf, dass Männer in meinem Freundeskreis, die in meiner Altersgruppe (24-30) sind, sehr oft erzählen, dass sie sich auf nichts festes mehr einlassen wollen, weil sie keine Lust auf Liebeskummer haben.
Sie wollen was unverbindliches, auch gern mit Regeln aufstellen (da stellt sich wieder die Frage: Wozu regeln, also wollt ihr doch exklusiv sein????)

Mal ehrlich, ihr Männer da draußen:

Hattet ihr bei eurer letzten Trennung ein so traumtisches Erlebnis, dass ihr nie wieder was ernstes wollt oder woran liegt das?

Danke schon mal für eure Antworten!
 
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Gast

  • #2
Beziehungen werden mehrheitlich von Frauen beendet. Männer wollen gerne etwas Verbindliches... das ist aber nicht nach 5 Jahren oder alle paar Monate unter Revision. Ich habe eher den Eindruck, dass Frauen nicht mehr verbindlich sind. Trennung ist für Frauen teilweise so einfach wie Haare färben, Männer verkraften Trennungen in der Tat sehr viel schlechter. Du musst also einen Schritt vorher ansetzen, nicht erst bei den gebrannten Männern.
 
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Gast

  • #3
Ich als Mann habe die Erfahrung gemacht, dass einige Frauen, die ich kennengelernt habe, sich nehmen was sie möchten und es so machen, wie sie es für richtig halten. Ist ja auch o.k.

Andererseits ist man als Mann immernoch irgendwie so gepolt, dass man glaubt, in einer Beziehung die Verantwortung für beide zu haben, der Problemlöser sein zu müssen, sagen zu müssen wo es langgeht unter gleichberechtigter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Frau.

Dass die von dir beschriebenen Männer das so nicht mehr mitmachen - zumal nach einschlägigen Erfahrungen -, finde ich nachvollziehbar.

m
 
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Gast

  • #4
Feste Beziehung und Heirat ist für kluge und lernfähige Männer längst nicht mehr aktuell! Nein, ich SELBST brauche kein traumatisches Erlebnis, bin nicht scharf darauf, hab auch keines und will auch keines, es reicht völlig, wenn das diejenigen haben, die es einfach brauchen, weil sie denken, sie betrifft das nicht, falsch gedacht! Schauen wir doch ins reale Leben und was sehen wir da? Jede 2. Ehe geht auseinander! Und wer ist der Akteur? Zu 60% die Frau! Diese Zahlen sprechen doch die absolute Wahrheit! Ich werde aus Konsequenzgründen weder heiraten noch Kinder haben wollen und das ist auch mein gutes und demokratisches Recht! Ich möchte deshalb nur lockere Beziehungen, die nach bestimmter Zeit wieder zu Ende sind! Würde es sehr begrüßen, wenn alle Männer schon soweit wären, dann gäbe es ein UMDENKEN, vorher nicht! Die beiden Geschlechter stehen sich schon lange Zeit im Wege, sie sollten aber Ergänzung und Ausgleich sein, ist es aber nicht, SCHADE! m/30
 
  • #5
Obwohl meine letzte Trennung tatsächlich ziemlich traumatisch war, möchte ich trotzdem gerne unbedingt wieder was Festes. Ich bin jetzt aber seit über drei Jahren auf der Suche und muss einfach nur enttäuscht feststellen, dass offenbar der Wunsch von Frauenseite nach einem Mann, der eine feste Beziehung und nicht nur etwas Unverbindliches sucht, doch nicht so weit verbreitet sein kann, denn sonst würde sich die Suche ja wohl nicht so schwierig gestalten...
 
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  • #6
Sich in einen anderen Menschen verlieben ist eine sehr tiefgehende Sache, und wenn Mann das ein paar mal erleben musste, dass einem die Gefühle wieder aus dem Herzen gerissen wurden, kann man eben irgendwann einfach nicht mehr so unbefangen wie früher an das Thema rangehen. Die angebliche "Bindungsangst" der Männer sehe ich daher eher als gesunde und angebrachte Skepsis der Männer für die die Bindung wirklich etwas festes bedeutet. Leider verhalten sich heutzutage die jungen Frauen oft sehr wechselhaft und unberechenbar (um nicht zu sagen, sie wissen nicht was sie eigentlich wollen) und verursachen darum dieses hier thematisierte Problem.

m.
 
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Gast

  • #7
Kann da #1 Gast als Mann Ende 20 nur zustimmen, auch wenn es im ersten Moment vielleicht komisch klingt, dass es meistens Frauen die Beziehungen beenden, aber sie sind nun mal oft der "Chef".

Genau die Männer, die keine Beziehung mehr wollen, weil sie "keine Lust auf Liebeskummer" haben, haben unglaubliche Angst, verletzt zu werden, weil sie es schon mal sind. In meinem Umfeld kenne ich den ein oder anderen, der was Vertrauen angeht brutal lange braucht oder gar nichts mehr Festes sucht. Ich bin zwar ganz anders, aber viele Männer, die ich kenne, binden sich emotional erst nach etwas Anlauf, aber dann richtig und dann ist das Beenden sehr bitter.
 
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Gast

  • #8
Diese "Bindungsangst" ist ein Spiegel der emotionalen Orientierungslosigkeit der Frauen. Völlig richtig, daß die Männer sich da anpassen und diese unsicheren Kantonistinnen nicht so ganz für voll nehmen. Für zeitbegrenzte Beziehungen, die rationalen Kalkülen unterliegen, sind festgelegte Regeln unverzichtbar, der romantische Pathos ist damit obsolet. m
 
  • #9
Ich glaube, ich habe keine Bindungsangst - es ist bei mir eher eine Vorsicht und Nüchternheit. Ich möchte keine Illusion und möchte auch keiner Frau eine Illusion vortäuschen.
Eine Frau in deinem Alter hat mich belogen. Sie ist übrigens inzwischen verheiratet und ich? Ich spiele mit dem Gedanken alleine zu bleiben, weil es u.a. mit zunehmendem Alter schwieriger ist, Menschen kennenzulernen und Freundschaften aufzubauen, vielleicht weil man bessere Menschenkenntnis hat oder sich bessere Menschenkenntnis einbildet.
Jede gescheiterte Beziehung, von der ich etwas in meinem Umfeld mitbekommen habe, wurde von Frauen beendet, sei es in der Familie, einige meiner Cousinen ließen sich scheiden, oder Kollegen- oder Freundeskreis. Ob berechtigt oder nicht, sei erstmal dahingestellt. Man kann hier im Forum vielleicht Gegenbeispiele finden, aber im "real life" finde ich kein einziges Beispiel, in dem ein Mann seine Beziehung beenden würde. Meine Cousinen haben z.B. ihren Männern die Kinder weggenommen und man kann es kaum glauben, auf welche Art und Weise sie es gemacht haben! Stellen Sie sich nur vor in welcher Situation nun diese Männer sind... Jetzt wird von ihnen auch noch Geld "gepumpt" - vielleicht interpretiere ich es falsch oder finde kein passendes Wort - aber sie pumpen von ihren Ex-Männern das Geld und das ebenfalls auf gemeine Art und Weise. Ich hätte für so etwas keine Lust und habe dafür überhaupt kein Verständis, denn diese Frauen wussten mit wem sie zusammen sind und wem sie ihr Ja Wort gegeben haben, sie haben mit diesen Männern Kinder bekommen, oder?
Vielleicht sehe ich das Ganze zu negativ? Ich glaube nicht, ich bin eher pessimistisch, wenn ich etwas von Frauen erzählt bekomme, weil ich es selbst erlebt habe - meine Ex-Freundin hat über mich einige Geschichten in den Umlauf gebracht - und ich weiss, dass was immer von Frauen erzählt wird, immer kritisch aufgenommen werden muss. Man muss nur abwarten, irgendwann kommen die Wahrheit oder Teile der Wahrheit heraus und man kann danach nur mit dem Kopf schütteln.
 
  • #10
Nach meinen (zugegebenermaßen nicht repräsentativen) Erfahrungen, machen Frauen nicht aus Bösartigkeit oder Launenhaftigkeit Schluß (auch wenn das die Männer hier denken), sondern, weil die dazugehörigen Männer die massiven Probleme, die vorliegen, EINFACH NICHT KAPIEREN. Im Ergebnis denke ich, daß manche Männer das, was ihre Frauen vortragen, einfach nicht ernstnehmen.

Beispiel 1 aus meinem Bekanntenkreis: ein Ehepaar, zwei Kleinkinder, beide sehr nett. Nach außen hin alles perfekt, doch die Frau erzählt, daß es nur noch einmal im Jahr Sex gibt, keine Zärtlichkeiten, keine Umarmungen, keine gemeinsamen Urlaube - weil ihm seine Familie zu laut, zu vital, zu überfordernd ist. Nachdem die Frau das zwei oder drei Jahre lang ständig thematisiert hat, gelitten hat wie noch nie in ihrem Leben hat sie ihn nach reiflicher Überlegung vor die Tür gesetzt. Er fiel aus allen Wolken, sagt er. Einen anderen Mann gab es nicht.

Beispiel 2: Ein Paar mit lauwarmer Wochenendbeziehung. Sie stellt ihn nicht den Eltern vor, möchte nicht zwingend zusammenziehen, der Sex klappt fast überhaupt nicht, verschiedene Charaktere, verschiedene Lebensziele. Sie hat keine Lust, immer den Takt anzugeben und sämtliche Unternehmungen vorzuschlagen. Sie macht nach drei Jahren Schluß weil sie nicht mit diesem Mann unter diesen Umständen eine Familie gründen und alt werden möchte - für den Mann war alles okay, für sie nicht.
 
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  • #11
die FS

Einige Männer hier haben ja oben erwähnt, dass die Frauen irgendwie dazu beitragen, dass die Männer "geschädigt" werden und nicht klar sagen, was sie wollen.

Zu dieser Sorte gehöre ich nicht und ich habe diesem Mann sehr wohl meine Gefühle gestanden und er sucht auch nach einem Beziehungspartner (wir haben uns im Internet kennengelernt, ist aber eher so eine Freizeitseite).
Da hat es mich schon verwundert, dass er meinte, dass er sehr gerne Zeit mit mir verbringt, aber er keine Gefühle hat und was unverbindliches will.

Er hat mit seiner Ex auch zusammengewohnt und das nur sehr kurz und nicht erfolgreich.

Es ist sehr schade, dass sich viele Männer Chancen verbauen, sich ernsthaft auf jemanden einzulassen.

Ich bin leider nicht an unverbindlichen Geschichten interessiert ... deswegen macht es die Partnersuche auch so schwer ...
 
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  • #12
M40
Liebe FS, mir ging es genauso, sie meinte, dass sie gern Zeit mit mir verbringt. Trotz fast 3 Monate treffen blieb sie immer unverbindlich. Sie selber hat auch um Treffen gebeten, so dass ich von ernsthaftem Interesse ausging. Am Ende kam raus, dass ich eigentlich nur ein netter Freizeitpartner war für sie. Wir hatten uns auf einer Partnerbörse kennengelernt, sie hatte mich zuerst kontaktiert. Scheinbar war ihr nach der Trennung von ihrem Mann nur langweilig.
 
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  • #13
Hallo FS,

glaub mal ja nicht was Männer alles erzählen. Wenn sie wirklich verliebt sind oder interessiert an einer engen Zweisamkeit dann versetzen sie wirklich Berge.
Das sind nur Ausreden, um sich doch noch ihre Teilbedürfnisse zu befriedigen oder die Frau hinzuhalten, "Vielleicht, wenn ich mich besonders anstrenge wird er noch was für mich empfinden", das hängt dann im Kopf der Frau rum, und der Eiertanz beginnt.Wenn Männer eine Frau vom Markt haben wollen, dann machen sie das auch klar.
Ansonsten gibts die berühmten Sätze:

-Ich habe dich nicht verdient...(ich weiss, dass ich ein A. bin, und versteh nicht was du willst....)
-Du, wenn das mit uns weiterhin so gut klappt, dann könnte ich mir vorstellen dich in 2 Jahren zu heiraten (tun sie nie)
-Habe meine Ex in der Stadt getroffen
-Meine Ex war voll die fiese...was die alles mit mir gemacht hat (Respekt, dass eine Frau sowas machen kann...)
-suche eigentlich was Unverbindliches (Du bist echt nicht mein Typ, aber wenn dir das nichts ausmacht, kannst mich gerne besuchen kommen)
-ich mag dich aber....(aber ich steh wirklich nicht auf dich...sag dir das aber nicht...weil man Frauen sowas nicht sagt...)
-mit dir kann ich super reden (aber ich könnte mir mit dir nichts vorstellen, weil du (1000 Gründe)
-will jetzt öfters meine Mutter besuchen ( da fühle ich wohl, weil sie die einzige ist, die mich je verstanden hat, ihr habe ich alles zu verdanken, sie ist immer für mich da)

Und so weiter und so fort. Mein Ex-Lebensgefährte konnte sich auch nicht festes vorstellen, jedenfalls nicht mit den Frauen, die ihm in letzter Zeit über den Weg gelaufen sind. Im Netz liess er die Frauen trotzdem antanzen, bei sich obwohl ihm schon am Anfang klar war, dass er absolut nichts von denen will. Das Nachsehen hatte dann die Frauen. Gepasst hat ihm meist der soziale Background und der finanzielle Aspekt nicht. Er wollte eben eine gute Partie machen. In der Zwischenzeit hat er sich halt so "unverbindlich"umgeschaut...

Jetzt hat er eine kennengelernt, die er nach zwei Monaten geheiratet hat.
Begründung: Er glaube nicht, noch was "Besseres" zu finden.
Viel Glück! Und glaub nicht alles, was die als "Begründungen" so auftischen. Der Sex wird dennoch gerne mitgenommen, und vor allen Dingen dann noch zu ihren Bedingungen und Regeln. Das heisst. "don t call us (me) we (i) call you"....
w 39
 
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  • #14
Nach meinen (zugegebenermaßen nicht repräsentativen) Erfahrungen, machen Frauen nicht aus Bösartigkeit oder Launenhaftigkeit Schluß (auch wenn das die Männer hier denken), sondern, weil die dazugehörigen Männer die massiven Probleme, die vorliegen, EINFACH NICHT KAPIEREN. Im Ergebnis denke ich, daß manche Männer das, was ihre Frauen vortragen, einfach nicht ernstnehmen.
Ja, die Wahrnehmung der Männer ist manchmal sehr wenig ausgeprägt. Gedanken von Frauen, auch hier im Forum zu lesen, werden oft als blödes Psychogeschwäzt abgetan. Dahinter steckt nichts anderes als Angst, in sich selbst hinein zu horchen, seine Defizite und Ängste zu sehen Ich denke, dass viele Bindungsangst und das nicht Kapieren können, auch von einer nicht gesunden Beziehung zur Mutter stammen.

Bein meinen Dates in den letzten Jahren musste ich immer wieder feststellen, dass Männer erst aufwachen oder wirklich sensibilisiert werden, wenn sie vor massiven finanziellen und psychischen Problemen stehen. Erst dann wachen sie auf, oft nur mit prof. Hilfe, der die Männer durch Gespräche usw. hinführt nach den wahren Gründen des Scheiterns von Ehe und Firma zu suchen.

Ich habe meine "Hausaufgaben" gemacht, aber treffe nicht auf Männer, die ähnlich an sich gearbeitet haben. Daher bin ich anscheinend noch Single.

w 49
 
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  • #15
Hattet ihr bei eurer letzten Trennung ein so traumtisches Erlebnis, dass ihr nie wieder was ernstes wollt oder woran liegt das?
Ich kann #1 nur zustimmen. Ich habe ein traumatisches Erlebnis mit meiner Ex hinter mir und brauche das mit Sicherheit kein zweites Mal. Wenn man alles in seine Beziehung hineingelegt hat, seiner Partnerin bedingungslos vertraut hat, ihr 18 Jahre die Sterne zu Füßen gelegt hat und nach 18 Jahren erfährt, sie lebt seit Jahren ein Doppelleben, dann fällt es sehr schwer wieder jemand so zu vertrauen und Gefühle zuzulassen. Sie hat mich nur ausgenutzt und sich von mir ein schönes Leben finanzieren lassen.

Inzwischen lebe ich wieder in einer Beziehung. Auf dem Weg dahin habe ich genug Frauen kennengelernt, die mich wie meine Ex gern ausgenommen hätten aber sonst an nichts weiter interessiert waren. Ich hatte eigentlich schon aufgegeben und wollte allein bleiben. Meine jetzige Partnerin zeigt mir jedoch, dass es noch ehrliche Frauen gibt. Eine erneute Heirat jedoch schließe ich aus.

@#9 Constanze
Sicher gibt es auch diese Fälle. Es mag auch sein, dass diese noch in der Mehrheit sind. Fakt ist jedoch, die Fälle in denen Frauen leichtfertig eine Familie wegwerfen nehmen zu. Es ist ja auch deutlich einfacher geworden wegzulaufen statt sich den Problemen zu stellen. Entweder sucht man heimlich einen Neuen und wechselt dann warm oder man trennt sich und nimmt den Mann finanziell aus. Das Gesetz hilft ja leider pauschal den Frauen ohne hinter die Kulissen zu schauen.
 
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  • #16
Im Alter bis 30 wollte ich mich einfach nicht binden. Ich hatte aber keine Angst davor. Wäre ich DER Frau meines Lebens begegnet, hätte ich natürlich ausnahmsweise Nägel mit Köpfen gemacht. m
 
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Gast

  • #17
Wenn man alles in seine Beziehung hineingelegt hat, seiner Partnerin bedingungslos vertraut hat, ihr 18 Jahre die Sterne zu Füßen gelegt hat und nach 18 Jahren erfährt, sie lebt seit Jahren ein Doppelleben, dann fällt es sehr schwer wieder jemand so zu vertrauen und Gefühle zuzulassen. Sie hat mich nur ausgenutzt und sich von mir ein schönes Leben finanzieren lassen.
Darüber wurde hier schon mal diskutiert, dass dieses alles geben, bindungsloses Vertrauen, die Sterne zu Füsse legen, der schlimmste Fehler ist, denn Mann/Frau machen kann. Das Zeigen dieses Verhalten zeigt zu wenig gesunden Selbstvertrauen, wenig Beziehungserfahrung und einer gewissen Naivität.

Zum Ausnutzen gehören immer Zwei und wenn man naiv, wird man ausgenutzt. So ist das Leben.

Also, du hast selber einen großen Anteil an dieser leider nicht schönen Erfahrung. Hast du das inzwischen eigentlich verstanden?

w 49
 
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  • #18
Zum Ausnutzen gehören immer Zwei und wenn man naiv, wird man ausgenutzt. So ist das Leben.

Also, du hast selber einen großen Anteil an dieser leider nicht schönen Erfahrung. Hast du das inzwischen eigentlich verstanden?

w 49
Wir wollen hier aber doch wohl nicht Täterin und Opfer verwechseln. Es gibt einen enormen moralischen Unterschied zwischen einem Naiven und seiner berechnenden Ausbeuterin! m
 
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  • #19
Liebe FS,
Als Mann habe ich leider schon oft dieselben Erfahrungen mit Frauen gemacht. Ich glaube daher nicht, dass das ein Männerproblem ist.
Zudem frage ich mich immer wie mehr, ob das was mit Bindungsängsten zu tun hat. Es ist zwar schon so, dass negative Erfahrungen und Liebeskummer gewisse Ängste hervorbringen können. Aber meistens glaube ich, dass solche Aussagen ein ausdruck dafür sind, dass das Interesse einfach nicht sehr gross ist. Wenn Frau oder Mann sich in jemanden wirklich verliebt, dann will man wirklich auch zusammen sein.

(m, 32)
 
  • #20
Und da werden die Schuldzuweisungen wieder munter hin und her geschoben.
Männer kennen Männergeschichten und Frauen eben Frauengeschichten. Alles schön eingefärbt und jeder hält sich für die Seite, die im Recht ist. Herrlich einfach!

@FS
Sein Interesse ist einfach nicht weitreichend genug. Und da er Dich nicht will, lässt er sich auch nichts entgehen. Bei einer für ihn passenden wird er schon zugreifen. Du musst Dir einen anderen suchen.
 
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  • #21
Die Frage ist doch :

Empfinde ich Liebe für jemanden oder nur Freundschaftsgefühle in Kombination mit körperlicher Anziehung, äußerer und innerer Attraktivität ?

WIRKLICHE Liebe empfindet man nur ganz selten . Das ist wie ein 6er im Lotto .

Das Problem ist, daß viele Menschen Beziehungen zueinander eingehen in dem Glauben, Liebe zu empfinden, aber nicht realisieren, daß es eigentlich gar keine ist oder sie denken, man kann Liebe AUFBAUEN wie einen Lego-Turm. Das ist nichts weiter als eine von der Basis aufgebaute Freundschaftsbeziehung mit der Illusion, sich Liebe einzureden und an Problemen und grundlegenden Unterschieden miteinander zu arbeiten, weil man sich ja durchaus mag.

Es hilft ungemein, sich aufbauend auf Erfahrungen zum Begriff Liebe und deren Abstufungen Tiefergehende Freundschaft, Platonische Freundschaft und Bekanntschaft klar zu werden, was man wirklich(!) fühlt, wenn man jemandem gegenübersteht und im Begriff ist, sich kennenlernen zu wollen . Man muss sich diese Abstufungen ganz bewusst machen, um dem Anderen nichts vorzumachen in einem falschen irrationalen, illusionshaften Irrglauben.

Also: Ehrlich mit sich selber umgehen und Klarheit walten lassen.

M,29
 
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Gast

  • #22
dass dieses alles geben, bindungsloses Vertrauen, die Sterne zu Füsse legen, der schlimmste Fehler ist, denn Mann/Frau machen kann.
Bedingungsloses (nicht bindungsloses..) Vertrauen ist nicht der schlimmste Fehler, sondern der einzig richtige Weg in eine erfüllende, dauerhafte Liebesbeziehung. Und wenn ich sonst keinem Menschen auf der Welt vertraue: meinem Partner schon. Sonst ist er nicht mein Partner, sondern einfach nur irgend jemand.
 
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  • #23
Männer wie Frauen erleben schlimme Trennungen. Meist sind die, die besonders herumjammern, ganz besonders fies, wenn sie einmal die Gelegenheit dazu bekommen. Das Jammern über eigene Verletzungen sagt erst einmal nichts aus, außer, dass jemand um sich selbst und seinen Schmerz kreist. Mich erinnert das an die Pubertät. Keinerlei Härte oder mal ein Gedanke an die andere Seite. Wie so ein Mensch damit umgeht, selbst unter Druck gesetzt zu werden, weil jemand anders an ihm hängt, ist damit nicht gesagt.

Ich bin der Meinung, jemand, der längerfristig Verständnis für seine Verletzung wünscht, sollte sich einmal Gedanken darüber machen, wie vielen Menschen er selbst in der letzten Zeit dieses Verständnis entgegengebracht hat, und zwar nicht der Ex, denn das geschah aus Eigennutz. Sondern anderen Menschen, die ihm nicht direkt etwas einbrachten.

Ich habe für "Bindungsängste" kaum Verständnis. ALLE haben Ängste, wenn sie sich jemandem emotional hingeben und sich abhängig machen, denn das geschieht nunmal, wenn man sich auf einen Menschen einlässt und sich daran gewöhnt. Wer um diese Ängste kreist, ohne Willen, sie bearbeiten zu wollen, ist in meinen Augen einfach nur bequem und feige. Und wenn erwartet wird, der andere Part solle Verständnis zeigen, erinnert mich das an ein Kind, das bemuttert werden will. Vielleicht sollten sich manche zur Abwechslung fragen, welche Gefühle und Ängste die andere Seite hat und diese bemuttern?

Zudem frage ich mich immer wie mehr, ob das was mit Bindungsängsten zu tun hat. Es ist zwar schon so, dass negative Erfahrungen und Liebeskummer gewisse Ängste hervorbringen können. Aber meistens glaube ich, dass solche Aussagen ein ausdruck dafür sind, dass das Interesse einfach nicht sehr gross ist. Wenn Frau oder Mann sich in jemanden wirklich verliebt, dann will man wirklich auch zusammen sein.
Das stimmt. Allerdings wird das Gefühl des Verliebtseins unter anderem dadurch genährt, dass Verständnis für einen "Angsthasen" aufgebracht wird, dann ist die Zuneigung groß. Insofern hängt hier beides zusammen. Das Interesse ist häufig nicht sehr groß, wenn ein um seinen Schmerz kreisender Mensch nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommt.

Aus diesem Hintergrund kann man auch verstehen, warum die Männer mit Bindungsängsten so häufig schlechte Erfahrungen machen: Sie erwarten viel an Verständnis, der Frau wird es irgendwann jedoch zuviel. Als Argument für Fehlverhalten von Männern kommt oft: "Er tut es ja aus Verletzung". Aber irgendwann reicht das. Bei einem 10jährigen kann man dafür Verständnis haben, ein erwachsener Mann muss damit leben, dass er den Schonraum eines Kindes nicht mehr hat.
 
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Gast

  • #24
Die Bindungsproblematik vieler Menschen resultiert aus desolaten familiären Verhältnissen in denen sie als Kind aufwachsen mussten. Ich differenziere hier bewusst nicht nach Männern und Frauen, denn Frauen sind ebenso davon betroffen, wenngleich auch weniger häufig.
Wenn die Eltern sich trennen, hinterlässt dieses Geschehen tiefe Verletzungen in Kinderseelen. Andererseits dürften die Traumatisierungen noch größer sein, wenn die Eltern trotz gescheiterter Ehe den Schein einer intakten Ehe nach aussen aufrecht erhalten und sich nicht trennen. Dies ist schon längst kein individuelles Problem mehr, sondern ein gesellschaftliches.
Woher sollte es der Mensch denn lernen - Vertrauen, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit, Liebesfähigkeit - wenn diese Werte innerhalb der Familie nicht gelebt werden konnten?
Das hinterlässt tiefe Verunsicherung wie hier aus einigen Beiträgen auch zu entnehmen ist und führt zur Bindungsunfähigkeit und Bindungslosigkeit, so dass nur noch unverbindliche Affären gelebt werden können.
Stefanie Stahl hat dies in ihrem Buch "Jein" sehr anschaulich beschrieben. Diese Lektüre würde ich jenen empfehlen die an einer ernsthaften Beziehung interessiert sind, um die sogenannten Bindungsphobiker und ihr Verhalten zügig dechiffrieren zu können.
Liebe FS, es liegt somit an deiner Reaktion, dich bei Verdacht auf einen Phobiker, sich seinem sexuellen Begehren zu entziehen. Frauen haben es doch in der Hand, NEIN zu sagen wenn es nur um eine Affäre gehen soll!
 
  • #25
Ich glaube, dass es nur sehr, sehr wenige Männer oder Frauen gibt, deren Bindungsangst dermaßen groß ist, dass sie wirklich ihr Leben lang keinen festen Partner mehr wollen (auch, wenn sie das in schlechten Jahren/Phasen zeitweise glauben). Bei den meisten kommt irgendwann doch wieder die Person, in die sie sich so sehr verlieben, dass sie sich auch wieder richtig binden wollen. Nach Enttäuschungen haben viele aber erkannt, dass sich das Leben auch alleine beziehungsweise mit lockeren Affären gut leben lässt, da man wirtschaftlich und sozial nicht mehr unbedingt darauf angewiesen ist, einen Partner vorweisen zu können. Und in der "Übergangszeit" (Trauerphasen, Wunden lecken, wieder zu sich selbst finden) wird dann eben so gelebt. Das ist legitim und ein Zeichen unserer Zeit. Man sollte jemandem, der zur Zeit nichts festes will, das nicht vorwerfen, denn jeder hat nur ein Leben und kann es gestalten, wie er will. Derjenige hat dann die "nächste richtige Person" eben noch nicht getroffen, auch wenn es für das Gegenüber schmerzhaft ist.
 
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Gast

  • #26
Darüber wurde hier schon mal diskutiert, dass dieses alles geben, bindungsloses Vertrauen, die Sterne zu Füsse legen, der schlimmste Fehler ist, denn Mann/Frau machen kann. Das Zeigen dieses Verhalten zeigt zu wenig gesunden Selbstvertrauen, wenig Beziehungserfahrung und einer gewissen Naivität.

Zum Ausnutzen gehören immer Zwei und wenn man naiv, wird man ausgenutzt. So ist das Leben.

Also, du hast selber einen großen Anteil an dieser leider nicht schönen Erfahrung. Hast du das inzwischen eigentlich verstanden?
Weil du mich direkt ansprichst, hast du eigentlich verstanden, dass dies ein Mann macht wenn er die Frau wirklich liebt? Man kann mir max. vorwerfen, dass ich nicht rechtzeitig die Reißleine gezogen habe bzw. es nicht eher gemerkt habe. Und keine Sorge, ich bin weder naiv noch leide ich an mangelndem Selbstvertrauen.

Und um deine Frage zu beantworten, ich habe daraus gelernt niemanden wieder so zu vertrauen. Obwohl ich dieses Vertrauen eigentlich als Basis für eine erfolgreiche Beziehung sehe.
 
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  • #27
Wir wollen hier aber doch wohl nicht Täterin und Opfer verwechseln. Es gibt einen enormen moralischen Unterschied zwischen einem Naiven und seiner berechnenden Ausbeuterin! m
Hier die Begriffe Täter und Opfer zu bringen, bringt gar nichts. Jeder hat seinen Anteil an der Geschichte, in dem Fall natürlich die Frau und auch der Mann.

Jeder kluge Mensch sollte sich vor berechnenten Menschen in Acht nehmen. Dieses Verhalten erkennt man eigentlich schon relativ früh, wenn man sich ein bissel mit Psychologie, Beziehungsverhalten usw. beschäftigt. Das Internet ist ja voll von solchen Tipps, wie man Energie-Vampire schnell erkennt.

w
 
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Gast

  • #28
Bedingungsloses (nicht bindungsloses..) Vertrauen ist nicht der schlimmste Fehler, sondern der einzig richtige Weg in eine erfüllende, dauerhafte Liebesbeziehung. Und wenn ich sonst keinem Menschen auf der Welt vertraue: meinem Partner schon. Sonst ist er nicht mein Partner, sondern einfach nur irgend jemand.
Quatsch, ich traue mir nicht mal selbst bedingungslos. Dazu bin ich zu menschlich. Es gibt manchmal Situationen im Leben, wo ich selbst schwach werde.

Ich halte es für absolut gefährlich und naiv, bedingungslos in einer Partnerschaft zu vertrauen. Eine gesunde Portion Vetrauen ist wichtig, aber mehr auch nicht.

Komischer Weise erleiden die immer massiven Schiffbruch, sowohl psychischer wie auch finanzielle Hinsicht, die bindingungslos vertraut habe. Da ich das nie gemacht habe, habe ich keine großen Probleme gehabt. Ein Scheidung ist mir erspart geblieben. Hinterher habe ich dann erfahren, wie der Typ von Mann wirklich drauf war und ich bin so froh, dass mich mein Bauchgefühl damals gewarnt hat.

All diese Lebenserfahrung zeigt mir, dass mein Weg schon immer richtig war. Trotzdem hatte ich geliebt, wurde auch geliebt, aber es hat nie zusammen gepasst. Ist zwar schade, aber das Leben ist halt manchmal so.

w 49
 
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Gast

  • #29
Da hat es mich schon verwundert, dass er meinte, dass er sehr gerne Zeit mit mir verbringt, aber er keine Gefühle hat und was unverbindliches will. [...] Es ist sehr schade, dass sich viele Männer Chancen verbauen, sich ernsthaft auf jemanden einzulassen.
Bindungsängste können doch nur dann vorliegen, wenn ein Mensch grundsätzlich Interesse an einer Beziehung hat, sich aber aufgrund von Ängsten nicht darauf einlassen kann. Dein Angebeteter hat aber kein Interesse an einer Beziehung mit Dir und verbaut sich damit auch keine Chancen.

Einfach weitersuchen, dann findest Du auch Dein Gegenstück.
 
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  • #30
glaub mal ja nicht was Männer alles erzählen. Wenn sie wirklich verliebt sind oder interessiert an einer engen Zweisamkeit dann versetzen sie wirklich Berge.
Das kommt ganz darauf an, was die Frau macht. Ist sie auch bereit selbiges zu tun, ist es schon Reflex eines guten Partners dasselbe für Sie zu tun. Sobald es aber in die "Ich bin die umschwärmte Frau, lasse mal machen und du eroberst mich, in dem du Berge versetzt"-Bereich abruscht, sollte Mann tunlichst - allein schon aus gesundem Gerechtigkeitsempfinden heraus - vom zeitverschwendeten Interesse an Ihr absehen.

Darüber wurde hier schon mal diskutiert, dass dieses alles geben, bindungsloses Vertrauen, die Sterne zu Füsse legen, der schlimmste Fehler ist, denn Mann/Frau machen kann. Das Zeigen dieses Verhalten zeigt zu wenig gesunden Selbstvertrauen, wenig Beziehungserfahrung und einer gewissen Naivität.

Zum Ausnutzen gehören immer Zwei und wenn man naiv, wird man ausgenutzt. So ist das Leben.
"Bedingungslos" ist immer Mist, eine Beziehung ist ein Geben, aber auch ein Nehmen. Wenn man darauf achten kann, dass der Partner ähnlichen Aufwand bringt, ist ein gesundes Maß an Naivität aber keinesfalls so negativ, wie du es hier (aus schlechter Erfahrung) darstellst. Ganz im Gegenteil: Sie gehört auf jeden Fall zu einer Beziehung, immerhin lernt man erst so überhaupt die 9 von 10 inkompatiblen Partner auszusortieren, weil man dann sieht, ob sie diese ausnutzen. Der richtige Partner tut dies nicht. Und nein, Naivität wird nicht IMMER ausgenutzt, so ist das Leben nicht.