• #1

Woher kommen die verkorksten Beziehungen?

Liebe Forumsmitglieder,

heute mal eher eine allgemeine Diskussion über Beziehungen und das Verhalten von Menschen in Beziehungen heutzutage.

Ich sehe in meinem Umfeld immer wieder verkorkste Beziehungen: Männer, die fremdgehen ohne mit der Wimper zu zucken, Frauen die toxischen Männern hinterher laufen, Narzissmus der salonfähig wurde, Wegwerfgesellschaft "Beziehung".

Ich frage mich, woher kommt dieser Zuwachs dieser Begebenheiten in den letzten Jahrzehnten oder gab es das in dieser Form schon immer? Klar, Fremdgehen und Affären gibt es, seit es die Menschheit gibt, aber dass wir uns gesellschaftlich in so eine Richtung bewegen ist erschaudernd, wenn man da an die Zukunft denkt.

Liegt es vielleicht sogar an der Frühsexualisierung der Kinder heutzutage oder dass Eltern viel zu beschäftigt sind als ihren Kindern solide Werte mitzugeben? Früher war ja auch der familiäre Zusammenhalt noch etwas stärker, nicht überall, aber gefühlt war die Gemeinschaft stärker.

Heute habe ich das Gefühl wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen - wozu gehen diese Menschen dann noch in eine Beziehung, wenn sie gar nicht wissen, was Liebe wirklich ist und wieso tun sie sich das an?

Was ist eure Meinung dazu und welche Erfahrungen habt ihr?
 
  • #2
Heute habe ich das Gefühl wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen
Seltsam, ich erlebe das überhaupt nicht bzw. bekomme nichts davon mit. Stabile Beziehungen über Jahrzehnte. Aber das ist vielleicht auch nur meine Blase, in der ich lebe.

Sicher können heutzutage Beziehungen einfacher beendet werden, weil wirtschaftliche Verflechtungen nicht so stark sind bzw. später eingegangen werden als früher. Außerdem kann fast jede und jeder alles selber, d.h. ist nicht abhängig von einer anderen Person (Frau fährt selber mit dem Auto in die Werkstatt, Mann macht selber die Wäsche, um nur zwei plakative Beispiele zu nennen). Finde ich gut - Trennung, wenn es nicht passt, anstatt sich gegenseitig kaputt zu reiben.
ErwinM, 52
 
  • #3
Ach, früher war doch nicht alles besser. Im Gegenteil.
Da war es doch oft so, dass derjenige bzw. diejenige geheiratet wurde den die Eltern ausgesucht hatte, oder der halt gerade da war, und dann war man auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet. Liebe hatte damit ja oft auch gar nichts zu tun. Meine Uroma wurde mit 19 an einen 40 jährigen verheiratet (Mitspracherecht null, der starb dann recht früh und sie war 50 Jahre lang Witwe), mein anderer Uropa war Alkoholiker und hat die komplette Familie verprügelt, aber natürlich war es nicht gesellschaftlich akzeptiert dass die Frau geht. Und sie ging auch nicht sondern hat ausgehalten bis er halt dann irgendwann tot war.
Meine Oma hat immer gesagt, wenn es zu ihrer Zeit schon Scheidung gegeben hätte, hätte sie das auch gemacht. Wobei das natürlich theoretisch gegangen wäre, praktisch hat es damals deutlich mehr Kraft gekostet gegen den Strom zu schwimmen. Das hat man eigentlich nur gemacht wenn es wirklich nicht anders ging. Heute ist es gesellschaftlich akzeptiert dass man sich eben nicht über Jahre bzw. Jahrzehnte schlecht behandeln lässt oder dass Gefühle eben nicht über Jahrzehnte konstant bleiben. Finde ich doch deutlich besser.
 
  • #4
Ich denke das kommt vor allem durch das Internet.
Mit einem Klick findet man ganz leicht heutzutage den nächsten Sexualpartner, Fremdgehen ist so einfach geworden mit Internet und Smartphone.
Es gibt ja sogar extra Fremdgeh-Portale, in denen verheiratete und gebundene Personen mit einem Klick sich den nächsten außerehelichen Sex holen können.

Wir sind ja auch alle so locker drauf heutzutage.
Feste familiäre Strukturen gibt es ja kaum noch.
Kinder werden von der Samenbank bestellt oder im Ausland von Leihmüttern ausgetragen.
Viele Kinder wissen nicht einmal mehr, wer ihr leiblicher Vater und wer ihre leibliche Mutter ist.
Was das für seelische Schäden und Leid für die Kinder verursacht ist den ‚Kunden‘ egal.

Tausende unerwünschte Kinder dagegen werden abgetrieben und im Klinikmüll entsorgt.

Es darf ja jeder inzwischen alles, wir sind ja so tolerant....

Wirklich zum Kotzen ist unsere Gesellschaft inzwischen geworden.

Jeder ist austauschbar geworden.

Nicht meine Welt.
 
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  • #5
Heute habe ich das Gefühl wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen - wozu gehen diese Menschen dann noch in eine Beziehung, wenn sie gar nicht wissen, was Liebe wirklich ist und wieso tun sie sich das an?
Weil Menschen soziale Wesen sind und der Instinkt dass man nicht alleine in der Savanne zurückgelassen werden will einfach sehr stark ist. Und falsch gelernte Beziehungsmuster sind extrem schwierig aufzulösen. Wenn in der frühkindlichen Prägung viel schiefgelaufen ist (emotionale Vernachlässigung, Misshandlung, etc.) oder später Traumata entstehen ist das wirklich schwierig für diejenigen. Wenn es leicht wäre, gäbe es ja die ganzen Probleme nicht. Dann würde einfach jeder beschließen fortan gesund und fröhlich durchs Leben zu spazieren.
 
  • #6
Seltsam, ich erlebe das überhaupt nicht bzw. bekomme nichts davon mit. Stabile Beziehungen über Jahrzehnte. Aber das ist vielleicht auch nur meine Blase, in der ich lebe.

Seltsam.
Dasselbe wollte ich auch gerade schreiben. :)



Narzissmus in Bahnen ist ja nichts schlimmes. Nur wird dieser Begriff heutzutage als Modewort genutzt und findet sich wohl in jeder zweiten Frauenzeitschrift wieder.

Ausserdem suchen Menschen heute viel mehr nach Gründen, warum eine Beziehung gescheitert ist. Und da ist ein narzisstischer Mann immer ein gute Erklärung für die eigene Reinheit.

Klar, Fremdgehen und Affären gibt es, seit es die Menschheit gibt, aber dass wir uns gesellschaftlich in so eine Richtung bewegen ist erschaudernd, wenn man da an die Zukunft denkt.

Mich erschaudert da nichts. Es gibt Menschen die wertstabil sind, andere nicht. Wird immer so sein.
Du jeder ordnet sich irgendwo ein.

Wenn Du so viele Menschen um Dich herum hast, die alle so schlecht agieren, würde ich mich fragen woher das kommt. Wo ist meine Position?
Wie heißt es: Du bist der Durchschnitt Deiner fünf besten Freunde?


Früher war ja auch der familiäre Zusammenhalt noch etwas stärker, nicht überall, aber gefühlt war die Gemeinschaft stärker.

Allein schon durch die Globalisierung, wachsende Infrastruktur etc. wird ein viel schnellerer Wandel und Austausch in der Welt vollzogen. Dinge wie Fernsehen, Computer und Internet bringen eine bahnbrechende Geschwindigkeit und Austauschbarkeit der Dinge in die Gesellschaft, auch nachteilig.
 
  • #7
Ich sehe in meinem Umfeld immer wieder verkorkste Beziehungen: Männer, die fremdgehen ohne mit der Wimper zu zucken, Frauen die toxischen Männern hinterher laufen, Narzissmus der salonfähig wurde, Wegwerfgesellschaft "Beziehung".
Ich werde in meinem Berufsleben, täglich zigfach damit konfrontiert!
Für viele Menschen sind Werte wie: Charakter, Moral, Aufrichtigkeit, Authentizität, Zuverlässigkeit, Treue, echte, wahre Liebe, etc. Fremdwörter!
Das Glück wird im außen gesucht!
Mit dieser Geisteshaltung wird der Partner ganz schnell ausgewechselt!
Ich frage mich, woher kommt dieser Zuwachs dieser Begebenheiten in den letzten Jahrzehnten oder gab es das in dieser Form schon immer? Klar, Fremdgehen und Affären gibt es, seit es die Menschheit gibt, aber dass wir uns gesellschaftlich in so eine Richtung bewegen ist erschaudernd, wenn man da an die Zukunft denkt.
Fremdgehen und Affären gab es schon immer, aber nicht in dieser Vielzahl von heute! Ich denke, dass es auch an der Anonymität der Kommunikation mit Internet zusammenhängt und dass Eltern oft keine Vorbilder sind!
Dazu kommt, dass die Eltern der Kinder und Heranwachsenen nicht die Zeit nehmen, die die Kinder im Zeitfenster benötigen!
Sie werden oft alleine gelassen, mit sukzessiven Medien wie: Computerspiele, TV etc.
Liegt es vielleicht sogar an der Frühsexualisierung der Kinder heutzutage oder dass Eltern viel zu beschäftigt sind als ihren Kindern solide Werte mitzugeben? Früher war ja auch der familiäre Zusammenhalt noch etwas stärker, nicht überall, aber gefühlt war die Gemeinschaft stärker.
Sex ist nicht mehr etwas Besonderes zwischen zwei liebenden Menschen, ist nicht mehr der intime persönliche Bezug, sondern er wird gemacht, in der Spaltung der Persönlichkeit mit abgeschliffenen und verletzten Gefühlen!
Heute habe ich das Gefühl wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen - wozu gehen diese Menschen dann noch in eine Beziehung, wenn sie gar nicht wissen, was Liebe wirklich ist und wieso tun sie sich das an?
Die meisten Menschen gehen in eine Beziehung, weil sie nicht alleine sein können und als Mittel zum Zweck, wo keine Liebe zu Hause ist!
 
  • #8
Ich denke, heute ist auf der einen Seite die Auswahl größer und über das Internet vermeintlich besser verfügbar, auf der anderen Seite sind die Abhängigkeiten (sexuell und finanziell) geringer, so dass man nicht mehr in einer unglücklichen Beziehung bleiben "muss". Was ist denn aber eigentlich nun genau Dein Punkt?
Heute habe ich das Gefühl wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen - wozu gehen diese Menschen dann noch in eine Beziehung, wenn sie gar nicht wissen, was Liebe wirklich ist und wieso tun sie sich das an?
Geht es Dir speziell um Fremdgehen? Ich denke, da spielt (längerfristig betrachtet) auch das Thema Verhütung eine Rolle und Frauen, die mit Sexualität freizügiger umgehen.
Ich bin aber nicht mal sicher, ob sich das so großartig geändert hat über die Zeit.

Ich finde solche "allgemeinen" Statements auch immer schwierig. Hinter jeder Affäre stecken drei Menschen. Zwei Betrügende und ein Betrogener. Alle drei werden Dir eine andere Sicht des Betruges schildern.

Die Welt hat sich geändert. Statt Partnerin oder Partnerin stehen Affäre oder Samenspende zur Verfügung.
Letztenendes finde ich die Freiheit gut, die wir heute haben. Die (grundsätzlich vielleicht negativen, auf der anderen Seite aber auch befreienden) Folgen müssen die drei dann unter sich ausmachen.
 
  • #9
Das war doch überhaupt nicht besser früher. Man hat einfach nichts davon erfahren. Und die Frauen waren wirtschaftlich oft abhängig und deshalb haben sie es ausgehalten.
Die Bezeichnungen "Narzisten" usw. werden meiner Meinung oft missbräuchlich und gedankenlos gebraucht.
Ich habe Jahrgang 64. Was mich an den heutigen Fragen der jüngeren Frauen jedoch oft erstaunt, ist ihre Unsicherheit im Dating. Das gab es bei uns in dieser Form nicht. So im Sinne, wann sollte ich das erste Mal Sex haben. Wir haben das unter uns Frauen nie diskutiert. Eher im Sinne, will ich mit diesem Mann Sex haben oder nicht.
Auch wenn ich meine Mutter frage, die Jahrgang 30 hat, dann kann sie mir viele Geschichten erzählen von Fremdgehern und Geherinnen.
 
  • #10
Ich weiß erst einmal nicht was du mit früher meinst , welche Zeitspanne schwebt dir da so vor? Im übrigen sieht man fast immer nur seine eigene Alterskohorte, da seh ich eigentlich nicht verwerfliches, Scheidungen sind seit den 60ern normal, in besseren Kreisen sowieso dauerhaft schon immer, wo liegt drin Problem? Hört sich bisschen an wie Midlifecrisis.
 
  • #11
Ich sehe in meinem Umfeld immer wieder verkorkste Beziehungen... wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen...
Was ist eure Meinung dazu und welche Erfahrungen habt ihr?
In erster Linie liegt das an Dir - Du gehst ja dorthin wo Du Dich wohlfühlst, also zu den Lügnern, Betrügern, Fremdgängern - vermutlich Vorprägung durch das eigene Elternhaus.
Als erwachsener Mensch wählst Du Dein privates Umfeld ja selbst aus, also das wohlbekannte oder den Gegenentwurf.
Da wo man nicht selber wählen kann (z.B. Job), ja, da habe ich sowas teilweise mitbekommen, aber auch in der Minderheit.

Ich sehe das, was Du als Regelfall siehst ganz und garnicht in meinem privaten, d.h. selbst gewähltem Umfeld sondern massenhaft junge Leute, die total traditionell leben, ganz wenige Beziehungen, als Jugendliche/junge Erwachsene (ohne fremdgehen, bzw. wäre sowas Trennungsgrund) bevor sie sich nach etlichen Jahren stabiler Beziehung festlegen und um die 30 heiraten, Kinder, Eigenheim.
Und woran liegt es? An den Elternhäusern, in denen Familie im positiven Sinne vorgelebt wurde, d.h. die Elterngeneration ist mindestens seit 35 Jahren in solchen Ehen.

Manchmal hast Du in so einem Umfeld einen Partner, der aus dem Gegenentwurf dieses Lebens kommt und nun seinen Wunsch nach einem familiär-freundlichen Umfeld in einer anderen Familie lebt.

Ich frage mich, woher kommt dieser Zuwachs dieser Begebenheiten in den letzten Jahrzehnten oder gab es das in dieser Form schon immer?
Das gab es schon immer, war auch in Teilen bekannt, viel mehr wurde es aber verheimlicht.
Heute wird es in die Öffentlichkeit gezerrt, nach dem Motto: was ich mich trau, wie begehrt ich bin, welche Freude ich am anecken habe etc. Es ist halt alles lauter geworden und dann muss man bei der Selbstdarstellung auf die Tube drücken wenn man in dem Grundrauschen der medialen Überversorgung noch wahrgenommen werden will.

Liegt es vielleicht sogar an der Frühsexualisierung der Kinder heutzutage oder dass Eltern viel zu beschäftigt sind als ihren Kindern solide Werte mitzugeben?
Ich denke schon, dass es damit was zu tun hat.
Wie sollen Eltern ihren Kindern denn Werte mitgeben, wenn sie den Nachwuchs 5 Tage in der Woche 10 Stunden am Tag fremdbetreuen lassen und den Rest des Tages Computerspielen und sonstigen Medien ausliefern, damit sie sich vom Job erholen können?
Und zum Werte mitgeben muss man auch selber welche haben.

Aber das ist vielleicht auch nur meine Blase, in der ich lebe.
Davon bin ich überzeugt, weil es mir genauso geht - wir haben die Wahl und suchen uns das Feld, in welchem wir uns wohlfühlen, halten uns vom Rest fern.
 
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  • #12
Früher war’s auch gruselig, es wurde nur verschwiegen. Mein Großvater ist z.B. mehrfach fremdgegangen. Trotzdem hält die „funktionierende Ehe“ bis heute.;)

Dazu kommt, dass unsere Generation (Ich bin 90er Kind) oft „schlechte“ Vorbilder hat. Es sind doch fast alle Eltern geschieden. Häufig wegen Alkoholismus, Affären, oder beides. Nach der Scheidung blieb dann meist die Mutter erstmal AE. Mit Glück war der Vater noch verfügbar. In vielen Fällen hatten die Mütter aber kein Glück. Also sorgte sie allein für den Unterhalt, das Essen, den Haushalt, die Versorgung. Hatte die Mutter dann mehr als ein Kind, wie es damals durchaus noch üblicher war, dann reichten ihre emotionalen Kapazitäten unter diesen Umständen gar nicht aus, um die liebesbedürftigen Kinder alle „satt“ zu bekommen. Sie waren rational versorgt, emotional auf sich gestellt. Daraus werden dann mehr oder weniger stark traumatisierte Erwachsene, die jetzt auf dem Dating Markt herumspazieren und gar keinen Plan haben von Beziehungen, feste Bindungen, Liebe. Sie haben als Kinder gelernt, dass Liebe endlich ist. Das sie um Aufmerksamkeit bei Mama/Papa kämpfen mussten. Das Liebe mit Drama und Rosenkrieg gleichgesetzt ist. Und das ist nur ein einziges Fall Beispiel. Vielleicht war Papa da, aber nur am arbeiten, hielt sich aus der Erziehung raus. Vielleicht haben die Eltern ihre Sprößlinge so dermaßen verwöhnt, dass sie sich als Götter der Nation fühlen… Vielleicht, vielleicht, vielleicht.

Und da reiht sich noch diese herrliche Unverbindlichkeit und Unabhängigkeit ein. Heutzutage kann jeder sein gesamtes Leben lang eine Egoschiene fahren. Zumindest theoretisch. Wir brauchen niemanden mehr, weder Mann noch Frau. Nur uns selbst. Also sind wir wählerisch. Wir haben Ansprüche die wir nicht mal selbst erfüllen könnten, einfach weil jemand sich schon finden wird, der dort hineinpasst. Und wenn nicht? Egal. Das Internet liefert immer irgendjemanden, der die Zeit ein bisschen mit tot schlägt. Und vielleicht wird ein spannendes Drama draus. Wer weiß.

Und doch gibt es auch in der jungen Generation selbstreflektierte Erwachsene. Menschen, die ihre Vorbilder in Frage stellen und überlegen, ob sie diese Schiene ebenfalls fahren möchten. Ob es nicht doch besser geht. Beziehungsfähigkeit ist hausgemacht. Jeder der will, ist dazu in der Lage sich soziale Kompetenzen anzueignen. Sich selbst Beziehungstauglichkeit anzulernen. Wer das nicht möchte, hat Gründe. Meist Bequemlichkeit, Angst, Traumata, fehlende Einsicht.. whatever. Sollte dich nicht weiter beschäftigen. Das Einzige, was du tun kannst, ist für dich selbst zu reflektieren und zu entscheiden und zu handeln, wie du es dir auch von anderen wünscht. Sei du selbst das gute Vorbild für andere.👍🏼
 
  • #13
1) Es ist nicht bewiesen, dass heute mehr fremdgegangen wird als früher. Manche Wissenschaftler sagen es wurde mehr, viele sagen es ist genau gleich. Man kann es nicht beweisen. Es ist wie die Fremdgehstatistik. Manche Statistiken sagen 38% Fremdgeher, andere 50%, andere 60%, die allerhöchste Statistik war bei 69%. Ich habe persönlich mal viele Leute befragt und beobachtet. Ich denke es sind so 60, maximal 65%. Aber ich tippe auf so 60%.

2) Es hängt, wie viele vorher gesagt haben, auch ein gewisser Teil mit dem Alter zusammen. Ich kenne viele Männer und viele Frauen, die mal fremdgehen. Aber die grosse Mehrzahl ging irgendwann fremd, aber nicht in jeder Beziehung.

3) Manche Leute gehen aus Rache fremd. Weil der Partner vorher fremdging. Das ist zwar dumm, aber diesen Grund kann ich nachvollziehen. Das sind mind. 5% aller Fremdgeher, die kannst du schonmal abziehen.

4) Manche Leute gehen fremd, wenn es eine Fernbeziehung ist und sie nicht wissen, ob die Beziehung noch besteht. Oder z.B. am Anfang zweigleisig, wenn sie nicht wissen, ob es schon fest ist mit der Person. Diese Leute kann man auch nicht sooo wirklich dazu zählen.

5) Viele Leute gehen am Ende einer Beziehung fremd. Das ist eindeutig Fremdgehen, aber manche leben schon monate oder jahrelang ohne Sex. Oder werden emotional sehr stark vernachlässigt oder jeden Tag wird gestritten. Ja, es ist fremdgehen! Aber sind wir ehrlich: Wenn du in einer Beziehung steckst, und monatelang vernachlässigt oder kritisiert wirst, ist vielleicht die Flucht zu jemand Drittem fast normal?!

6) Mich schockieren die ganzen Fremdgeher, die so oder so keine Monogamie wollen und einfach so viel lügen. Ja, das ist verdammt schlimm! Aber man muss die Augen gut aufmachen und braucht ein gutes Bauchgefühl! Dann fällst du nicht auf so einen Mann/so eine Frau rein!

7) Ja, heute gibt es viele Scheidungen. Es heiratet aber auch jeder Trottel. Mindestens 20% heiraten wegen Visum oder Geld. Wirklich! Ich habe soooo viele gesehen, wo es schon vor der Ehe vorne und hinten nicht gepasst hat und man schon vor der Ehe die Scheidungspapier unterschreiben kann.

8) Wie gesagt: Es gibt viele Leute die aufrichtig und ehrlich sind mit vielen Werten. Aber ja, es gibt sehr wahr. 60% Fremdgeher oder so. Aber lies Punkte 1-6). Und such dir dein Umfeld besser aus. Gedanken ziehen auch gewisse Dinge/Leute in dein Leben!
 
  • #14
Die Glorifizierung von früher.

Da haben Menschen geheiratet, weil man musste. Sind zusammen geblieben, weil man musste.

Kinder? Bekam man, Biologie. Besser gekümmert?
In der Frühindustrialierung? Wo Kinder arbeiteten? Eltern sich tot schufteten?
In Kriegszeiten?
Fremdgehen, Betrug gab es immer. Wieviel Gewalt in Familien, akzeptiert in der Gesellschaft? Die Frau als Magd, Gebärmaschine.

Früher. Mein Famienstammbaum, von 1800 bis zur Uroma, alles Mägde, jeweilige Väter unbekannt.

Es gab nie so viel Freiheit. Zur Freiheit gehört Verantwortung. Hat jeder.
Es ist die beste aller Zeiten.
Friede, Freiheit, Wohlstand. Zumindest bei uns.

Klagen tun die, die die Verantwortung für ihre Entscheidung nicht tragen wollen.

FS, die 3. Frage. Immer Klagen, immer das Warum bei anderen. Spekulationen, Verdächtigungen, begleitet mit Abwertung.
Warum lebst Du nicht Dein Leben? Hast Du keines?
Oder willst Du hier Aufmerksamkeit, Provokation.

M, 56
 
  • #15
Ob früher alles besser war als jetzt, wage ich zu bezweifeln. Sicherlich gab es eine andere Definition von Moral. Eine Scheidung verpönt, selbstbestimmtes Leben egoistisch, Homosexalität das schlimmste, was es gab. Heute ist alles entspannter. Begriffe wie Scheidung, Homoehe, Lebensgefährte, etc. haben ihre negativen Image zum großen Teil verloren. Auch wenn es Momente der Nostalgie gibt, möchte man die frühere Zeiten nicht wieder haben.
 
  • #16
Ich glaube nicht, dass früher alles besser war.
Wir waren nur deutlich gefangener in, dem Konzept von Ehe und Keuschheit. Wir waren abhängiger von unseren Partnern und die Keule der Moral war nicht so stumpf wie heute.
Das hat sich zum Glück geändert. Dennoch versucht ein Teil von uns an diesem Konzept fest zu halten. Der soziale Teil, der gerne ankommen will. Der Teil, der Loyal und Treu sein möchte und der von der großen Liebe träumt. Dabei haben wir oft keinen Plan, was wir dafür Opfern müssten. Wir haben keine Vorstellung, zu welchen Kompromissen wir bereit sein müssten um in einer Ehe "funktionieren" zu können. Wenn die Ehe dann unbequem wird, sind wir Hilflose Beifahrer unserer Beziehungsmuster. Aber nicht wir müssten an uns arbeiten, sondern der Partner ist schuld, wenn es nicht passt, next! Wir müssen heute gar nichts mehr, wenn wir es nicht wollen. Nicht aushalten, nicht an der Beziehung arbeiten, nicht treu sein.
Treue hat früher wie heute nur dann funktioniert, wenn beide es gleichermaßen wollen und können.....Ich denke die Zahlen sind (wenn es überhaupt so ist) nur darum höher, weil Frauen heute freier sind und nicht mehr so viel Angst vor Abhängigkeit haben. Sie gehen heute vermutlich genau so inflationär fremd, wie Männer.
 
  • #17
Ich bin zwiegespalten ...

Wir leben heute sehr viel freier als früher. Zweifelsohne. Das hat auch viele Vorteile.

Trotzdem ist auch mein Eindruck, dass heute mehr Fake ist. Und mir scheint, das hat seinen Ursprung in Social Media. Die Selbstdarstellung der Menschen, die sich m. E. gern selbst erhöhen. So fing es damals an. Jeder Gang zum Klo ein Erlebnis (etwas übertrieben, aber so ähnlich war's). Daher die Annahme vieler, dass Narzissmus bereits ziemlich weit verbreitet sei.

Bearbeitung der Fotos - Photoshop. Vor Jahren sagte mal eine Sängerin, sie sei doch schon schlank. Als sie die Zeitung aufschlug, bemerkte sie sofort, dass ihre Fotos bearbeitet, sie noch etwas schlanker gemacht wurde.

Vorgestern blätterte ich in einer Frauenzeitschrift. Eine Homestory mit einer bekannten attraktiven Kabarettistin, inzwischen 69 Jahre alt. Wunderschöne Fotos; sie sah aus wie gerade mal 30. Da wirkte sie in den 1980er Jahren - als Bilder noch nicht so bearbeitet wurden - glatt um einiges älter als heute ....

Wir sind freier heute - aber dafür wird heute mehr getrickst. Jugendwahn. Was nicht passt, wird passend gemacht.

Was Partnersuche angeht:
Früher Heiratsinstitute, Anzeigen in der Zeitung (so hat eine Tante von mir in den 1960er Jahren ihren Mann kennengelernt).

Heute - das war hier oft schon Thema - bei manchen Menschen Katalogmentalität.

Früher war meist Heirat das Ziel auf dem Kennenlernmarkt.
Heute bleibt die wahre Absicht manchmal verborgen. Darum die vielen Threads hier, was denn nun wieder schief gelaufen sei ...

Heute dürfen Frauen mehr - positiver als früher. Leider aber auch hier noch immer viel Gegenwehr, Häme, Nicht einsehen wollen seitens mancher Männer ... In Beziehungen sind Frauen häufig nicht emanzipiert. Leiden jahrelang vor sich hin statt zu gehen - obwohl sie DÜRFEN und KÖNNEN.

Immer wieder Thema hier ....
 
  • #18
Ich vermute, dass diese Perspektive zu einem großen Teil verantwortlich ist für diese negativ gefärbte Konsequenz. Dies ist ein Forum, das sich ergibt aus einem Partnersuche-Portal, bei dem die Selbstdarstellung (ganz neutral verwendet) im Mittelpunkt steht. Es ist im Kern dennoch genau das, was die gute alte Kontaktanzeige bis in die 90er Jahre hinein war: Aufhänger für Kontakt. Und Kontaktaufnahmen (ob beim Tanztee, dem Verkuppeln durch Verwandte oder nun den Wisch auf Tinder) waren schon immer genauso "verwundbar" wie heute. Interesse zu verlieren passiert m.E. nicht aus der starken Konkurrenz, sondern der Dynamik der Beteiligten. Etwas mehr an Erklärungszwang hat es sicherlich gegeben früher.

Ein Forum, das quasi aus Problemen mit der Liebe, der Partnersuche, dem Online-Dschungle mit all seinen zwangsläufigen Selbstdarstellungen besteht, als Gradmesser zu betrachten, wird dem Thema nicht gerecht...
 
  • #19
Trotzdem ist auch mein Eindruck, dass heute mehr Fake ist. Und mir scheint, das hat seinen Ursprung in Social Media.
Ich finde es ist eine gewagte These!
Wenn du mich fragst, hat sich nur die Form des Fakes geändert. Schaut man durch die Jahrhunderte haben Menschen schon immer gefaket was das Zeug hält. Früher mussten unverheiratete Frauen Gefühle faken, Hobbys, Leidenschaft.....Sie wurden in Korsetts gezwungen und damit meine ich nicht nur das Kleidungsstück! Sie hatten zu heiraten, bitte Standesgemäß oder noch besser über dem Stand. Männer waren vermutlich auf andere Art und Weise genau so unfrei und mussten faken um innerhalb der Konventionen ihr Gesicht zu wahren.

Die Selbstdarstellung der Menschen, die sich m. E. gern selbst erhöhen. So fing es damals an. Jeder Gang zum Klo ein Erlebnis (etwas übertrieben, aber so ähnlich war's). Daher die Annahme vieler, dass Narzissmus bereits ziemlich weit verbreitet sei.
Ich glaube das ist der Schrei nach Aufmerksamkeit, wichtig zu sein....von Interesse. Das war doch schon immer so, nur auf anderer Ebene. Früher war es der Tratsch und das sich wichtig machen......
Wir sind freier heute - aber dafür wird heute mehr getrickst. Jugendwahn. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Lies dich mal durch die Biografie einer Elisabeth von Österreich, einer Cleopatra. Ich glaube das hat es alles schon IMMER gegeben. Es war nur nicht für alle zugänglich. Wenn du Hunger hast, Angst Leib und Leben zu verlieren, nicht weist wie du die nächste Rechnung begleichen sollst, fällt das Thema Selbstoptimierung ad hoc hinten runter. Nie waren wir reicher, freier und haben friedvoller gelebt.
Was Partnersuche angeht:
Früher Heiratsinstitute, Anzeigen in der Zeitung (so hat eine Tante von mir in den 1960er Jahren ihren Mann kennengelernt).
Heute - das war hier oft schon Thema - bei manchen Menschen Katalogmentalität.
Heute ist der Partner oft ein Accessoire, das zum individuellen Lifestyle passen muss.....war aber auch schon immer so. Die Motive waren vielleicht etwas andere. Da ging es um Stand und Wohlstand, darum der Familie keine Schande zu machen. Heute will man einen Alpha oder die junge Vorzeigefrau.....
 
  • #20
Und mir scheint, das hat seinen Ursprung in Social Media.
Das lesen wir hier ja öfter. Ich konsumiere das nicht…
Wir sind freier heute - aber dafür wird heute mehr getrickst. Jugendwahn. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Freiheit bedeutet auch: Eigenverantwortung. Ich denke, vielen ist es einfach lieber, wenn alles geregelt ist. Früher durch die Kirche, heute durch „Rules“. Und schuld sind natürlich immer die anderen.
Heute - das war hier oft schon Thema - bei manchen Menschen Katalogmentalität.
Ich sehe das nicht so negativ. Alle Formen von Medien beschränken Menschen auf wenige Fakten und vergrößern gleichzeitig das Angebot. Nach den Fakten sortiert man dann vor. Im RL ist das auch nicht viel anders.
Früher war meist Heirat das Ziel auf dem Kennenlernmarkt.
Heirat als Ziel an sich finde ich auch fragwürdig. Abgesehen davon, dass sich hinter „Heirat“ auch diverse wirkliche Ziele verborgen haben. Selbst heute lesen wir hier oft noch „Heirat = Versorgung“

In Beziehungen sind Frauen häufig nicht emanzipiert. Leiden jahrelang vor sich hin statt zu gehen - obwohl sie DÜRFEN und KÖNNEN.
Oder aber wollen das gar nicht, weil es bequemer ist. Suchen den Mann nicht danach aus, sondern nach „traditionellen„ Kriterien. Zum Glück ändert sich das.
Wenn du mich fragst, hat sich nur die Form des Fakes geändert. Schaut man durch die Jahrhunderte haben Menschen schon immer gefaket was das Zeug hält.
Meine Oma war eines von einer Handvoll Kinder eines “Schlawiners“ im Ort. Alles „ledige“ Mütter, mehrere der Kinder dann im Heim aufgewachsen. Was hat der denen wohl erzählt?

Bei „guter alter Zeit“, gerade wenn die Aussage von Frauen kommt, frage ich mich immer nach dem Horizont…
 
  • #21
Früher. Mein Famienstammbaum, von 1800 bis zur Uroma, alles Mägde, jeweilige Väter unbekannt.
Das ist ja eine große Anzahl von geschwängerten Mägden. Nur die eine Uroma oder die anderen 3 auch? Dann gehen wir noch eine Generation weiter zurück, dann sind es nicht nur 4, dann sind wir schon bei 8.

Letztens habe ich noch in einem alten Fotoalbum meiner Großeltern mütterlicherseits geblättert, alles ganz sorgfältig eingeklebt und mit Datum- und Ortsangaben beschriftet. Sie sind beide von Anfang 1900 und es war eine Liebesheirat, von den Eltern meines Vaters weiß ich das auch.

Aber vielleicht hatten sie alle auch viel zu viel andere Sorgen als das sie sich um verkorkste Beziehungen einen Kopf gemacht hatten. Eher froh überhaupt zu leben, gesund und was zu essen zu haben.

Ansonsten ist doch dieser Herbsttag viel zu schön für trübe Gedanken.
 
  • #22
Ich denke, vielen ist es einfach lieber, wenn alles geregelt ist.
Ich denke, es soll geregelt sein, wenn es für sie schiefgeht - sonst nicht. Dann wollen sie nämlich alle Freiheiten.

Selbst heute lesen wir hier oft noch „Heirat = Versorgung“
Liest man hier, weil hier so wenige verheiratet sind und so viele Sehnsucht nach Beständigkeit, Verbindlichkeit, Zugehörigkeit haben bzw. auch gern was vermuten und anderen unterstellen und die Gegenseite will alles das nicht, nur etwas Spass.
Hier ist die Kummerecke der Welt, nicht das normale Leben.

Und natürlich geht es um Versorgung und Fairness in einer Partnerschaft wenn man Kinder hat. Das lässt sich alles privatrechtlich regeln, tut aber keiner. In all den Jahren meiner Forumsaktivität habe ich einmal gesehen, dass eine Frau da mal Alarm gemacht und für sich gesorgt, der Mann das auch eingesehen hat. Hätte sie nicht echte finanzielle Probleme wegen fehlender Kinderbetreuung gehabt, hätte sie das Problem auch weiträumig umschifft, um damit keinen beziehungsgefährdenden Konflikt zu haben.

Ansonsten kann ich bei den Eheschließungen in meinem Umfeld sagen (alles qualifizierte und engangiert, berufstätige Frauen), spielte die Versorgung bei der Eheschließung überhaupt kein Thema - bei mir in beiden Ehen auch nicht.

Bei „guter alter Zeit“, gerade wenn die Aussage von Frauen kommt, frage ich mich immer nach dem Horizont…
Ich mich auch und zwar was das aufrechterhalten unglücklicher Beziehungen mangels wirtschaftlicher Eigenständigkeit der Frau angeht sowie eingeschränkter Chancen, diese zu erlangen.
Ich kenne keine grundsätzlich guten alten Zeiten und will die alten Zeiten auch nicht zurück.
Besser als heute war nie - wenn man die Eigenverantwortung für sein Leben übernimmt.
 
  • #23
Heute habe ich das Gefühl wo man geht und steht überall Fremdgeherei, Affären, Menschen die sich betrügen - wozu gehen diese Menschen dann noch in eine Beziehung, wenn sie gar nicht wissen, was Liebe wirklich ist und wieso tun sie sich das an?
Abschließend kann man wohl konstatieren, dass durch das Einlesen im Forum der Eindruck entstehen könnte, dass es überall nur noch verkorkst läuft.

In der Regel werden hier kaum positive Geschichten erzählt. Es gab in der Vergangenheit Versuche, auch mal die schönen Seiten von Beziehungen hervorzuheben. Das ging meist nicht lange gut, da sich immer wieder User fanden, die den Thread mit negativen Kommentaren sprengten.

Es wäre sicher ein Fehler davon auszugehen, dass das Forum repräsentativ sei.
 
  • #24
Liest man hier, weil hier so wenige verheiratet sind und so viele Sehnsucht nach Beständigkeit, Verbindlichkeit, Zugehörigkeit haben...
...die sich durch Heirat nicht wesentlich ändert, wenn die Beziehung an sich stimmt.
Hier ist die Kummerecke der Welt, nicht das normale Leben.
Ich denke auch, das verzerrt das Bild...
Und natürlich geht es um Versorgung und Fairness in einer Partnerschaft wenn man Kinder hat. Das lässt sich alles privatrechtlich regeln, tut aber keiner.
Da hilft eigentlich nur: die anonyme Samenspende. Hier immer wieder erwähnt und auch in anderen Foren heiß diskutiert ;-) Kein Ärger mehr mit den Männern...

Im Ernst: Auch da mehr Freiheit der Lebensweisen und damit mehr Eigenverantwortung. Aber immer dann, wenn man das selbst nicht ansprechen möchte, wird nach dem Staat gerufen, der das regeln soll. Das funktioniert nicht, sonst muss der Staat eben wieder regelnd eingreifen.
In all den Jahren meiner Forumsaktivität habe ich einmal gesehen, dass eine Frau da mal Alarm gemacht und für sich gesorgt, der Mann das auch eingesehen hat.
Das war vor ein paar Wochen :)
Ansonsten kann ich bei den Eheschließungen in meinem Umfeld sagen (alles qualifizierte und engangiert, berufstätige Frauen), spielte die Versorgung bei der Eheschließung überhaupt kein Thema - bei mir in beiden Ehen auch nicht.
In meinem Umfeld fahren doch noch recht viele das "Versorgermodell".
Besser als heute war nie - wenn man die Eigenverantwortung für sein Leben übernimmt.
Das müsste nur eigentlich schon in der Schule als Fach gelehrt werden. Und anschließend transparenter gemacht werden, indem z. B. Rentenansprüche am Jahresende übertragen werden und nicht erst bei Scheidung. Es mangelt da schlicht an Wissen.
Es wäre sicher ein Fehler davon auszugehen, dass das Forum repräsentativ sei.
Ja, das ist es nicht. Hier werden eben die Problemfälle diskutiert.
 
  • #25
Ich habe von zwei Generationen Frauen vor mir mal gehört: heute macht es niemand mehr unter: absoluter Glückseligkeit!
Es liefe jeder nur den höchsten Gefühlen hinterher.

Und früher gab es soviele andere Dinge die wichtiger waren...Essen, Kopf über dem Dach.
Damit war man zufrieden und zufrieden auch mit weniger Ansprüchen an Gefühlen und Partner.

Die Sichtweise war mal nicht geprägt von: früher konnte man nicht, Abhängigkeit trotz bösem Fehlverhaltens.
Etc.
Einfach nur vom: zeitgeist
 
  • #26
Woher nehmt ihr das, dass so vieles verkorkst ist?

Ich sehe in meinem Umfeld überwiegend stabile Beziehungen. Ob die immer und überall glücklich sind, kann man von aussen ja nicht erkennen. Aber wenn sie unglücklich wären, wären die Paare vermutlich nicht andauernd miteinander zu sehen.

Vielleicht treibt ihr euch alle zu sehr online herum.
Man muss nicht jeden Artikel lesen der aufploppt und auch nicht eine jede DatingApp ausprobieren. Und die Begriffe "narzisstisch" sowie "toxisch" werden inflationär gebraucht. Das kann den Blick verwässern.

Es gibt vermutlich nicht mehr oder weniger Problematik in zwischenmenschlichen Beziehungen als früher. Nur heute, dank Internet, wird das mit reißerischen Schlagzeilen verkündet. Das tut dem Blickwinkel nicht gut!
 
  • #27
Dann gehen wir noch eine Generation weiter zurück, dann sind es nicht nur 4, dann sind wir schon bei 8
Bei 4 Uroma Mägden und 4 unbekannten Uropas, stelle ich mir die Ahnenforschung auch eher kompliziert vor.
Meine Großeltern väterlicherseits haben 1934 geheiratet. Ebenfalls eine Liebesheirat. Er war katholisch und sie evangelisch. Sie war einziges Kind aus gutem Hause und er so lala. Aber sie wollte nur ihn und er wollte nur sie.
Beide Urgroßeltern Paare waren not amused. Beide konnten nicht gut mit Geld umgehen und so war ihr Erbe dann auch recht zügig weg. (So sagt es zumindest das Familiengerücht).
Sie erkrankte bereits mit 60 Jahren an Demenz und er pflegte sie bis zu seinem Tod. 3 Schwiegertöchter hatten keine Lust auf die Pflege der dementen Oma und so kam sie ins Heim. Ich glaube, zwischen der Beerdigung meines Opas und der Beerdigung meiner Oma lagen maximal 8 Wochen.

Da hilft eigentlich nur: die anonyme Samenspende. Hier immer wieder erwähnt und auch in anderen Foren heiß diskutiert ;-) Kein Ärger mehr mit den Männern...
Super Idee. Zwar kein Ärger mit den Männern, aber eventuell mit den Kindern. Wer ist mein Vater? Joo, keine Ahnung, irgend so ein Spermiengeber halt.
Da doch noch besser wie gerüchteweise beim Kölner Karnevalszug geschehen: Wer ist mein Vater? Joo, irgendein Clown halt. Da wäre mir als Kind der Clown doch noch lieber.
Das ging meist nicht lange gut, da sich immer wieder User fanden, die den Thread mit negativen Kommentaren sprengten.
Das haben so Foren so an sich liebe @Cassel . Da trällern nun nicht alle gemeinsam das gleiche Lied, sonst müsste es ja auch keine Foren geben.
W,56
 
  • #28
Ich habe von zwei Generationen Frauen vor mir mal gehört: heute macht es niemand mehr unter: absoluter Glückseligkeit!
Es liefe jeder nur den höchsten Gefühlen hinterher.
Liest man hier auch immer wieder. Wenn ich den Anspruch hätte, hätte manche Beziehung nie begonnen oder wäre ich wohl immer wieder schnell Single gewesen.
Während man der Perfektion hinterherläuft, rinnt einem das Leben durch die Finger.
 
  • #29
Super Idee. Zwar kein Ärger mit den Männern, aber eventuell mit den Kindern. Wer ist mein Vater? Joo, keine Ahnung, irgend so ein Spermiengeber halt.
Ist ja nicht meine Idee. Aber irgendwie der Zeitgeist.
Da wäre mir als Kind der Clown doch noch lieber.
Mir ein Kind weniger. Natürlich nicht das individuelle, aber in der Gesamtheit. Kinder sind doch keine Ware von Amazon.
 
  • #30
Ist ja nicht meine Idee. Aber irgendwie der Zeitgeist.
Das weiß ich doch @Lebens_Lust .
Kinder dienen bei allem Ticken der biologischen Uhr nun nicht der eigenen Bedürfnisbefriedigung.
Deshalb mische ich mich in den Nachbarthread gar nicht erst ein. Zumindest haben sich dort die drei richtigen Damen gefunden. So soll es ja auch sein in einem Forum.
Egal, ob Samenspende, Leihmutter oder Co-parenting ( ist das der richtige Ausdruck?) für sowas bin ich wahrscheinlich zu alt und zu spießig. (Also, um es gut finden, zur Durchführung selbsterklärend sowieso).
W,56
 
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