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Gast

  • #1

Witwer bekennt sich nicht offen zu mir. Was tun?

Vor 6 Monaten habe ich in der Kaufhalle einen Witwer (57J.) kennengelernt. Wir verstehen uns sehr gut und er hat den Tod seiner Frau (vor 1J.) gut verarbeitet. Da er sie schon 3 Jahre gepflegt hat und es eine Erlösung für sie und ihn war (seine Worte).

Ich bin ebenfalls 57 Jahre alt und wurde vor 6 Jahren geschieden. Nun ist es so, dass mein Freund ein Problem mit anderen Leuten hat. Sie könnten schlecht über ihn denken, wenn er sich so schnell wieder verliebt hat. Wir gehen also nur in anderen Städten zum Essen oder ins Kino oder wir sind bei mir zu Hause. Am Samstag Abend kam er bei mir vorbei, hat mit mir geschlafen und ist danach gleich wieder gegangen, damit die Leute im Haus keine Fragen stellen.

Ich halte dieses Versteck spielen nicht mehr aus und habe ihm gesagt, dass ich eine offene und ehrliche Beziehung mit allen Konseqenzen möchte und er sich vorher nicht mehr bei mir melden braucht. War ich da zu hart?

Ich bin nun unsicher, ob das richtig war. Was kann ich tun, damit wir eine aufrichtige, gute Beziehung führen können.

<Mod. edit.>
 
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Gast

  • #2
Jeder wünscht sich einen Menschen, der zu ihm steht. Auch öffentlich.
Die Nummer, die dein Freund da abzieht ist nicht schön. Egal ob er nur verklemmt oder doch berechnend dabei ist. Fakt ist, er ist sich zu fein um sich öffentlich mit dir zu zeigen. Huch - was könnten nur die Leute sagen. Kein feiner Zug von ihm.

So einen Mann würde ich auch nicht wollen. Deine Reaktion war gut. Ihr kennt euch immerhin seit einem halben Jahr. Da spielt man keine Versteckspielchen mehr.
 
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Gast

  • #3
Ach nee, du erwartest genau das richtige für eine Beziehung, gerade auch in eurem Alter.

Er will einfach nicht so richtig mit dir....
 
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Gast

  • #4
Du hast das einzig Richtige getan. Wie er mit Dir umgeht, ist ja das Allerletzte! Wenn er so auf seinen guten Ruf als trauernder Witwer bedacht ist, soll er doch diskret ins Bordell gehen.
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,

wie lange man nach dem Tod seines Ehepartners offiziell trauern will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das dein Freund sich nicht klar entscheiden mag, ist eine andere Sache, du kannst sie tolerieren oder nicht.
Ich w. bin auch verwitwet und mir wäre es auch peinlich, nach einer jahrzehnte langen liebevollen Partnerschaft so schnell einen neuen Partner zu haben. Ich weiß, dass da die Meinungen auseinander gehen, und vor allem Männer schneller bereit zu einer neuen Partnerschaft sind.
Für mich war es klar, dass ich erstmal über einige Jahre allein lebe, bevor ich mich wieder umschaue. Mit meinem verstorbenen Mann habe ich auch darüber gesprochen: mit unter einem Jahr des Abstandes wäre er nicht gern einverstanden gewesen. Ein Jahr ist m.E. das mindeste.
Auch wenn das jetzt nicht gut ankommt: aber ein Lebensgefährte ist kein Haustier, da ist man ja schon mal eher bereit sich ein neues zuzulegen.
Ich finde mit Rücksicht auf den verstorbenen Partner sollte man zumindest seine neue Liebe bedeckt halten. Ob man dann nachts heimlich nach Hause schleicht, ist wieder eine andere Sache. Es ist ja auch zwiespältig: einerseits möchte man nicht allein sein, andererseits hat man kein gutes Gewissen. Vielleicht kannst du das ja nachfühlen.
 
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Gast

  • #6
Liebe FS,

du hast dich völlig richtig verhalten. Ich persönlich wäre sogar noch rigoroser vorgegangen:
ich hätte den Witwer mit Doppelmoral sofort abgesetzt!

Nach außen mimt er den trauernden Witwer mit der weißen Weste, im Innenverhältnis zu dir spielt er den Verliebten! Ja er spielt mit dir, er hat keine Achtung vor dir, er nimmt dich nicht ernst. Er ist nicht authentisch, sondern falsch! Viele Männer, vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter, haben Probleme damit allein zu leben. Du bist für ihn ein Notnagel, um die erste Zeit als Witwer besser überstehen zu können.
Was sind das nur für Menschen, die der Meinung von Nachbarn größere Wichtigkeit beimessen, als dem Partner? Aber du bist ja auch nicht seine Partnerin, sondern nur ein Mittel zum Zweck!
Überlege dir gut, ob du mit so einem doppelbödigen Zeitgenossen deine Zukunft verbringen möchtest.
 
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Gast

  • #7
Ich finde sein Verhalten unangebracht und feige. Es ist doch völlig egal, was andere Leute über mich denken, wenn ich einen Menschen mag.
Und Gast 16:58, ich glaube nicht, dass man die Trauerzeit so an Zeiten festmachen kann. Er hat sich doch schon entschieden. Aber Du hast Recht, jeder muss das für sich wissen.
Aber in keinem Fall zu Lasten anderer.
 
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Gast

  • #8
Mit dem Tod seiner Frau ist der Mann auch vor Gott wieder frei, sich eine neue Frau/Partnerin zu suchen. Wir sind normalerweise nicht dafür geschaffen, alleine zu sein; und offenbar ist es der Mann auch nicht, sonst hätte er sich nicht auf die neue Partnerschaft eingelassen.

Mit 57 sollte man doch soweit über dem Gerede der Leute stehen, dass diese Partnerschaft nach einem Jahr auch öffentlich sein darf, zumal der Tod seiner Gattin doch schon absehbar war und er sich innerlich schon verabschieden konnte. Alles andere ist m.E. nur verlogen.

m52 selbst verwitwet, nach 3 Monaten neu angefangen zu suchen, nach drei Jahren endlich wieder eine feste Partnerin; alles offen bekannt
 
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Gast

  • #9
Liebe FS,

du warst nicht zu hart und ich finde das Benehmen dieses Mannes komisch.

Achte auf deine Würde und deinen Stolz. Du weisst, was ich dir damit sagen will.

Dieses Versteckspielen machen Teenies aber keine erwachsenen Männer. Wenn er das braucht, dann soll er ins Bordell gehen, aber lass das nicht noch mal mit dir machen.

Ich würde mich mit dem Mann nicht mehr treffen, sondern mir gut überlegte Worte für den Abschied einfallen lassen.

w 50
 
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Gast

  • #10
Du warst nicht zu hart, du hast eine längst überfällige klare Ansage gemacht. Seine Frau ist vor einem Jahr gestorben, jetzt trauert er nur noch für die Leute, die ja vielleicht schlecht über ihn reden könnten. Was sie wahrscheinlich nicht tun würden, aber die Ausrede ist gut.

Die Leute können ihm herzlich egal sein wenn er dich gerne mag. Wenn es nicht so ist, versteckt er dich so lange bis er sich gefühlsmäßig sicher ist ob hopp oder topp.

Deine Reaktion war richtig, jetzt muss er reagieren, wenn du ich wichtig bist wird er kommen. Wenn nicht, lass ihn ziehen.


w46
 
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Gast

  • #11
Hier ist nochmal die Schreiberin von Beitrag #4
Ich kann ja nur für mich sprechen: eine längere Krankenpflege ist keine innerliche Verabschiedung, man bangt doch die ganze Zeit um seinen Partner, und denkt nicht schon an das nächste Leben - somit kann es sich auch nicht um eine längere Trennungszeit handeln, die dreijährige Jahre Pflege mit in die Zeit zwischen zwei Partnerschaften einzubeziehen halt ich schon fast für unzulässig.
Durch die Krankenpflege wird eine bereits intensive Beziehung nicht geschwächt: man gibt von beiden Seiten, der Kranke zeigt doch dem Pflegenden auch seine Liebe.

Das Argument, er hatte während der Krankheit seiner Frau ja schon genügend Zeit, sich von der Partnerschaft zu lösen, ist entweder rein theoretisch, oder wenn es praktisch erlebt wurde, finde ich es kaltherzig. Es kann sich ja mal jeder selber fragen, ob er so aus der Welt geschoben werden möchte.
Ich würde mich nicht mit einem Witwer liieren, von dem ich annehme, dass ihm der Tod seiner Frau "noch vor Augen steht".
So einfach ist der Neuanfang dann wohl doch nicht. Gast #7 hat nach 3 Mon. angefangen eine neue Partnerin zu suchen, gefunden hat er sie nach 3 Jahren.
 
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Gast

  • #12
Liebe FSin,

jemandem die Zeit zu geben, die er braucht, ist nicht zu viel verlangt, wenn man liebt. Ich finde, du denkst dabei nur an dich. Schade nur, dass du dir damit selber im Wege stehst.

w
 
G

Gast

  • #13
Liebe FSin,

jemandem die Zeit zu geben, die er braucht, ist nicht zu viel verlangt, wenn man liebt. Ich finde, du denkst dabei nur an dich. Schade nur, dass du dir damit selber im Wege stehst.

w
Hey? Was ist das für eine Liebe, die aus Nicht-Liebe seitens des Witwers angeblich vorhanden ist?

Das Gleiche könnte man dem Witwer sagen, dass er, wenn er die Fs wirklich lieben würde, über das angebliche Gerede der Leute stehen müsste.

Ich würde diese Bekanntschaft sofort beenden. Er verhält sich der FS nicht respektvoll gegenüber.

w
 
G

Gast

  • #14
Hier noch mal die FS.

Gast 4 und 10, ich kann verstehen was du meinst und wir haben sehr oft von meiner Seite aus darüber gesprochen, dass er sich die Zeit nehmen soll die er braucht, ich habe ihm mehrfach vorgeschlagen, dass wir ja immer mal telefonieren oder schreiben können, aber nicht treffen,vor allem nicht heimlich bei mir zu Hause und mit dem Sex noch warten,dass wollte er aber nicht. Wir haben uns öfter über seine Frau unterhalten, sie waren 6 Jahre verheiratet, es war seine zweite Ehe, seine erste Frau ist leider auch schon verstorben.

Er hat sich auch seit Samstag noch nicht wieder gemeldet.sein Verhalten finde ich respektlos und ich werde mir sehr gut überlegen ob ich mir das länger antue.

Vielen Dank für eure Antworten.
LG
 
G

Gast

  • #15
Liebe FS,

ich denke, du hast dich längst entschieden. Es ist gut so.

Es gibt viele Männer, die nach Trennung und Tod die nächste Frau nur als Seelentröster/Zwischenfrau benutzen. Oft machen das die Männer nicht mit Absicht, um die Frau zu verletzen. Die Männer sind einfach in ihrem Film drin und nutzen jeden Sonnenschein, der sich Ihnen bietet. Sie denken einfach nicht so weit, dass sie mit dem Verhalten die Frau verletzten.

w 50
 
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Gast

  • #16
Ich weiß zwar nicht in welchem Tonfall das von dir, ihm gegenüber, geäußert wurde, aber grundsätzlich war die klare Ansage von dir schon ganz in Ordnung. Wenn er sich nach einer gewissen Wartezeit nicht melden würde, würde ich nochmal um ein Gespräch bitten. Da kannst du dann etwas weicher sein, aber trotzdem darauf bestehen, dass er sich zu dir bekennen soll. Nachdem ihr euch anscheinend prima versteht, wäre es doch schade, wenn das kaputt gehen würde.
 
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Gast

  • #17
Als ich deinen Text gelesen habe bin ich fast vom Stuhl gefallen!

Ihm ist es wichtiger was andere Leute denken KÖNNTEN, als dass du dich von ihm respektvoll behandelt fühlst?
Er kommt zu dir nur um mit dir zu schlafen, und wenn er sich befriedigt hat geht er wieder, weil neugierige Nachbarn (die das überhaupt nichts angeht, wir leben hier in einem FREIEN Land, und nicht im Iran) sich irgendwelche Gedanken machen könnten? Egal, wie du dich nach so einem "Besuch" fühlst (benutzt?), was fremde Menschen reden ist ihm wichtiger als deine Gefühle??

Liebe FS, der Sinn einer Beziehung ist, dass BEIDE glücklich damit sind. Du bist doch nicht mit einem Mann zusammen, nur um dafür zu sorgen, dass SEINE Bedürfnisse befriedigt werden.
Selbstverständlich hast du das Recht auf eine Beziehung, in der du dich ebenfalls wohl fühlst.
Und wenn du dir eine Beziehung ohne Heimlichkeiten und Versteckspielen wünschst, er dir diese aber nicht geben kann/will, ja dann ist das eben nicht die richtige Beziehung für dich.
Selbstverständlich hast du das Recht darauf zu bestehen, dass ihr eure Beziehung nur dann fort führt, wenn in dieser auch deine Bedürfnisse befriedigt werden, und nicht nur die Seinen!

Was ist das nur für ein Mann, der lieber in Kauf nimmt, dass die eigene Partnerin unglücklich ist, als dass irgendwelche Aussenstehende "reden" könnten?
Ich bin wirklich entsetzt.

Ja, du hast richtig gehandelt!

w, 43