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  • #1

Will mein neuer Chef etwas von mir?

Ich (44) fange nächsten Montag einen neuen Job in einem Büro an.
Das Stellenangebot habe ich vom Arbeitsamt bekommen und ich muss sagen, dass ich mir diesen Job nicht zutraue. Nach langer Arbeitslosigkeit sehe ich mich als überhaupt nicht qualifiziert genug für diese Tätigkeit an.
Beim Vorstellungsgepräch habe ich mich auch nicht gut verkauft, weil es mir an Selbstbewusstsein fehlt. Trotz diverser Fortbildungen tue ich mich auch immer noch schwer mit Arbeiten am PC.
Ich bin unsicher und schüchtern aufgetreten.
Daher wunderte es mich, dass ich schon beim Vorstellungsgespräch eine Zusage bekam. Der Chef brauchte nicht einmal Bedenkzeit!
Vor einigen Tagen habe ich den Arbeitsvertrag unterschrieben.

Der Chef sagte mir, dass ich das Office-Paket auf jeden Fall beherrschen sollte.
Allerdings müsse ich mir auch firmeninterne Programme aneignen. Was diese Programme betreffe, so sei das natürlich eine komplexere Sache. Doch für diesen Fall könne er gern mal an einem Samstag zu mir nach Hause kommen und mir das, was ich brauche, auf meinen Rechner kopieren. So könne man sich alles in Ruhe mal am Wochenende ansehen und brauche das nicht zwischen Tür und Angel erklären, wenn vielleicht ständig das Telefon klingelt.

Ich wollte erst einmal davon ausgehen, dass er mir nach längerer Arbeitslosigkeit eine Chance geben möchte und sich deshalb so hilfsbereit zeigt. Allerdings macht es mich misstrauisch, dass der Chef schon vor meinem Arbeitsbeginn in der Firma plant, mir in meiner Wohnung sozusagen Nachhilfe in Sachen Computer zu geben. Dann sieht er ja dann auch gleich, wie ich wohne und irgendwie empfinde ich das als Eindringen in meine Privatsphäre.

Irgendwie habe ich kein gutes Gefühl dabei.
Ist es möglich, dass der Chef (61) irgendwelche sexuellen Absichten hat?
 
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  • #2
Die Möglichkeit besteht durchaus, aber was ist so schlimm daran?
 
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  • #3
Auf dein Bauchgefühl zu hören ist schon mal super. Mache nichts, was dir widerstrebt. Ansonsten solltest du ihm konsequent auf Distanz halten und das von Anfang klar machen. Auf seinen merkwürdiges Angebot einfach nicht eingehen und wenn er gar nicht aufhört, sagst ihm einfach, Dein Freund wäre damit ganz und gar nicht einverstanden (wäre egal, wenn du gar keinen hättest. Das geht ihm schließlich überhaupt nichts an).

m48
 
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  • #4
Hallo FS,
unbedingt auf's Bauchgefühl hören. Und: Der Chef verhält sich hochgradig unprofessionell. Auch wenn er vielleicht nur gute Absichten hat. Aber mal ganz ehrlich...gibt's außer dir und dem Chef keine anderen Angestellten in der Firma? Eigentlich haben Chefs Wichtigeres zu tun, als Schritt für Schritt PC-Programme zu erläutern. Ich würde einfach sagen: "Bei mir zu Hause ist das nicht möglich, mein Freund/Lebenspartner braucht am Wochenende Ruhe".
w
 
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  • #5
Bleib ganz entspannt.
Aber lade dir unbedingt zur Nachhilfestunde eine Freundin ein!
Eventuell lässt du ihm gegenüber den Spruch "Never f*** the company" fallen.
 
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  • #6
Liebe FS
Auf keinen Fall darauf einlassen, dass der Chef zu Dir nachhause kommen möchte! Erst wartest Du in aller Ruhe die Probezeit ab. Du kannst ihm das ruhig auch so sagen. Gibt es in der Firma keine Kollegen, die Dir die Systeme vor Ort beibringen können? Eine normale Einführungsphase on-the-job gibt es normalerweise überall! Falls nicht, gut beobachten und notfalls den Job kündigen. Auch wenn er vom Arbeitsamt vermittelt wurde. Das "Privatisieren" Deines Chefs ist unzulässig.
 
  • #7
Die Möglichkeit besteht durchaus, aber was ist so schlimm daran?

Sorry, was da so schlimm dran ist?
Ich kenne so etwas aus meinen 25 Jahren Berufserfahrung nicht.

Und wir haben im sporadischen Rhythmus öfter neue PC-Programme.
Unser Unternehmen bietet zeitgleich Seminare vor Ort in der Firma an, auch kommt ein Seminarleiter/in und weist uns ein.

Privat im eigenen Umfeld habe ich so etwas noch nie gehört oder gelesen, ich würde gerne einmal wissen, wo die FS da gelandet ist, also seriös kommt mir das ohnehin nicht vor.

Und Chef mit 61?? Naja, ist bei uns nur die Vorstandsrige, alle andern sind in Rente und zwar sehr gut versorgt.
 
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  • #8
Die Möglichkeit besteht durchaus, aber was ist so schlimm daran?

Was so schlimm daran ist? Die FS gerät sofort in Abhängigkeit zu ihrem Boss: DAS sollte sie unbedingt vermeiden.

Mal ehrlich: kein seriöser Chef besucht zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses seine neue Mitarbeiterin in deren Privatwohnung. Das kann nach Jahren der Fall sein, wenn sich ein nettes Arbeitsverhältnis entwickelt hat - aber auch dann würde ein (seriöser) Chef eher zum Essen auswärts einladen.

Wieso muss er die Programme der Arbeitsstelle auf deinen PC kopieren, liebe FS? Will er damit deine Arbeitszeit automatisch (und beliebig lange) auf deine Freizeit ausweiten? Bestehe darauf, vor Ort, im Büro, die Arbeiten zu erledigen. Nicht in deiner dir zustehenden Freizeit oder am Wochenende.

Er weiß von dir, dass du bestimmte Dinge noch nicht beherrschst und stellt dich trotzdem ein. Wenn es ihm ernst ist, hat er auch die Geduld, dass du dich einarbeitest. Er kann dir auch Weiterbildung anbieten, aber die findet dann an einem neutralen (Schulungs)Ort statt.

Falls er darauf besteht, dir "alles" in deinen Privaträumen beibringen zu wollen, ist etwas faul. Du solltest das dem Arbeitsamt melden und mit den Fachleuten dort dein weiteres Verhalten besprechen (ohne Offenlegung kürzen sie dir evtl. deine Arbeitslosenunterstützung). w
 
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  • #9
Für mich klingt das nach einem kleinen Unternehmen, das auf dem freien Arbeitsmarkt Probleme hat, offene Stellen zu besetzen. Ansonsten macht man wohl niemandem direkt im Vorstellungsgespräch eine Zusage.

Vermutlich ist der Chef auch gleichzeitig Firmeninhaber und da ist es normal auch über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Mit 61 ist er noch nicht mal im Rentenalter. Was ich irritierend finde, ist, dass die FS nach dem Vorstellungsgespräch das Alter ihres Chefs kennt. Wie ist das Vorstellungsgespräch verlaufen, dass solche Dinge thematisiert werden?
Das klingt für mich alles extrem unprofessionell, aber ich habe die letzten 25 Jahre auch in einem Großunternehmen gearbeitet.
Die Software als Chef selber auf dem Privat-PC installieren klingt für mich noch unprofessioneller, gerade weil es um Softwarelizenzrechte geht. Aber in kleinen Firmen ist das so, dass es hemdsärmelig/unorthodox zugeht und der Chef selber arbeitet.
Ich finde es sehr bedenklich, wie locker hier mit dem Verdacht umgegangen wird, dass der Chef sexuelle Motive haben könnte. Vielleicht ist er einfach froh, den Job besetzen zu können und erwartet von der FS, dass sie sich angesichts ihrer Langzeitarbeitslosigkeit auch ein wenig selber engagiert. Er will ihr einfach helfen, den Job zu schaffen und auch Ausbildungskosten sparen.

Liebe FS,
geh' Montag hin und probier' aus, wie Du im Job klarkommst. Das schlimmste, was Dir passieren kann, ist, dass Du den Job in der Probezeit wieder verlierst, weil Du es nicht gebacken bekommst.

Es gibt für Office ausreichend Kurse, die Du am Wochenende machen kannst, wenn Deine Kenntnisse nicht ausreichen bzw. Bücher fürs Selbststudium. Ich wüßte keinen Grund, außer, Du willst nicht, dass Du Dir seit Jobzusage bis Jobantritt am Montag nicht die perfekten Office-Kenntnisse angeeignet hast, zumal vorgebildet mit ein paar Kursen.
Du musst den Chef nicht in Deine Wohnung lassen, wenn Du das nicht willst - würde ich auch nicht tun. Und wenn Du auf sein Angebot eingehst, dann sorg' dafür, dass eine Freundin anwesend ist.
Du musst auch Deine Freizeit nicht opfern, um Dir fehlende Kenntnisse anzueignen.
Ich würde das aber tun, denn Du scheinst nicht die Hellste im lernen zu sein. Dann muss man eben etwas mehr tun, um zum gleichen Erfolg zu kommen, wie ein anderer mit normaler Auffassungsgabe.

Ich finde Dich sehr hypochondrisch bis überdreht. Es klingt für mich ein wenig so, als wärst Du nicht besonders glücklich darüber, dass die Langzeitarbeitslosigkeit beendet ist.
Ich würde mich über den Chef zwar auch wundern, aber ihm gleich sexuelle Motive zu unterstellen ist schon heftig.
 
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  • #10
Ich kenne so etwas aus meinen 25 Jahren Berufserfahrung nicht.

Das ist wohl der Fehler. Die meisten Leute sehen innerhalb 25 Jahren nur einen einzigen Betrieb und wissen nicht, wie groß und unterschiedlich die Welt eigentlich ist.

Ich war schon in vielen sehr sehr unterschiedlichen Betrieben. Da war es durchaus üblich, dass der Chef seine Wohnung direkt im selben Haus oder nebenan hatte und man wichtige Geschäfte nach Feierabend dort regelte oder man sich alle dort zusammentraf, zum Reden, Kaffee trinken, Pausieren und wenn der Laden unten zu voll ist. Manchmal wurde die Arbeit vom Laden dann in die Wohnung verlegt. Einmal durfte auch ein Mitarbeiter übernachten, als er daheim rausgeschmissen wurde. Man nennt so etwas "Kollegialität". Nicht so wie heute, wo alles so kaltkühl und steril in Büros abgeht. Keiner will irgendwas mit dem anderen zu tun haben.

In exzellenten Betrieben, mit fähigen Mitarbeitern, da sagt keiner, "so es 19 Uhr, ich geh jetzt heim, das hab ich mir verdient". Da wird gearbeitet, bis man die Arbeit erledigt hat und vorher nicht. Das unterscheidet gute Arbeiter vom Standard.

Im Ausland ist sowas zum Beispiel Gang und Gäbe, da werden wichtige Kunden sogar zum Verkaufen in die eigene Wohnung geben. Das ist ganz normal.

Liebe Fs, du musst nichts tun, was du nichts will. Aber ich würde nicht in alles sofort etwas Sexuelles hinein interpretieren, das macht dich verkrampft im Umgang mit deinem Chef. So etwas ist nicht förderlich für dein Arbeitsverhältnis.
 
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  • #11
Dass der Chef gerade zu dir nach Hause kommen will, finde ich zumindest schon etwas seltsam, Zudem finde ich es, wenn ich deinen Bericht lese, auch etwas merkwürdig, dass du diese Stelle bekommen hast.

Dir bleibt aber nichts anderes übrig, als abzuwarten.
 
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  • #12
Pack Deinen Rechner ins Auto und er soll Dir die Programme im Büro drauf installieren.
Ansonsten würde ich an Deiner Stellle den Job als neue Chance sehen.
Anbaggerungsversuche abwehren. Der Gute scheint evtl zu meinen Du wärst genau im richtigen Alter für ihn, muss aber nicht sein.
 
  • #13
Gast 9

Irrtum, ich meinte damit meine 25-jährige Betriebszugehörigkeit in meinem heutigen Unternehmen.
Als junge Frau bin ich sehr viel herumgekommen, ich jobbte in Rechtsanwaltskanzleien, im öffentlichen Dienst eine Ministeriums und war sogar ein Jahr lang eine Vertretung in einer Ambulanz einer renomierten Klinik.

Allerdings war ich nie in "kleinen" Quetschen sprich Minifirmen, die sich gerade so über Wasser hielten.

Aber ich hatte immer meine Bekannten, welche unterschiedliche Berufe hatten und auch von denen hörte ich niemals, dass ein Chef zu denen privat kam um ein PC-Programm zu erläutern oder ähnliches.

Mir erscheint es nach wie vor suspekt, evtl. gibt es so etwas, aber solch eine Firma hat sich da echt schon vorab disqualifiziert und einen Arbeitssuchenden würde ich so etwas dubioses auch nicht empfehlen, wer will schon nach ein paar Tagen einen noch fremden Chef in seine Privatsphäre lassen??
 
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  • #14
In exzellenten Betrieben, mit fähigen Mitarbeitern, da sagt keiner, "so es 19 Uhr, ich geh jetzt heim, das hab ich mir verdient". Da wird gearbeitet, bis man die Arbeit erledigt hat und vorher nicht. Das unterscheidet gute Arbeiter vom Standard.

Im Ausland ist sowas zum Beispiel Gang und Gäbe, da werden wichtige Kunden sogar zum Verkaufen in die eigene Wohnung geben. Das ist ganz normal.

Sorry, das ist NICHT normal, sondern unprofessionell.Auch als engagierter Mitarbeiter muss man klare Grenzen setzen zwischen privat und Job. Die wirklich wertvollen Mitarbeiter können sich nämlich eine solche Haltung leisten und müssen nicht vor dem Chef durckmäusern, sie lassen die Arbeit nämlich dort, wo sie hingehört. Es ist echt nicht zu fassen, was hier einem als "normal" weisgemacht werden soll.

Und an die FS: Selbst wenn er keine sexuellen Absichten hat, ist sein Angebot übergriffig. Mag sein, dass du derzeit in der schlechteren Position bist wegen deiner langen Arbeitslosigkeit, aber normalerweise findet Einarbeitung in Programm während der Arbeitszeit statt, nicht außerhalb.

Auch wenn du arbeitslos warst, musst du dir nicht alles bieten lassen!!!!

w, 40
 
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  • #15
Ich glaube nicht, dass dieser seltsame Vorschlag des Chefs sexuell motiviert ist.
Gerade, wenn es ein kleiner Betrieb ist, wird häufig das Äußerste von den Mitarbeitern erwartet.
Dazu kann auch ein Eindringen in die Privatsphäre gehören. Nach dem Motto: wir sind hier wie eine kleine Familie.
 
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  • #16
Hallo FS

Bevor Du dich mit "viellecht", wahrscheinlich, eventuell, ich vermute , beschäftigst wäre es doch einfacher dich selber zu fragen " ist mir das recht"?

Wenn nicht dann würde ich das auch so kommunizieren..

z.B

Hr...XY..Ich finde ihr Angebot nett aber es ist mir dennoch noch zu früh sich mit privaten Dingen vertraut zu machen. Ich würde aber gerne anbieten .....(und dann eine Alternative vorschlagen)

So zeigst Du Interesse an der "Sache" und es kann dir niemand übelnehmen wenn Du deine Privatsphäre noch schützen wolltest..

Falls doch würde ich ihn als Chef nicht haben wollen..

M47
 
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  • #17
Lass die Finger von dem Laden! So einer ist nicht seriös!
Ich glaube Du hast die Lage ziemlich gut erfasst, deine Darstellung ist ja recht eindeutig.
Also, gar nicht erst dort antreten, dann hast du auch keine unerwartete Kündigung zu befürchten, solltest du doch nicht willfährig genug sein, "für den Job". Von ständigen unangenehmen Annäherungsversuchen mal ganz abgesehen.
 
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