G

Gast

  • #1

Wieviel Zeit verbringt ihr mit dem Partner?

es würde mich interessieren, wieviel Zeit ihr mit eurem Partner verbringt und wieviel Freiraum ihr für euch benötigt.
 
G

Gast

  • #2
Pauschal kann man das nicht beantworten. Gibt Menschen, die viel Raum für sich benötigen und dennoch ihren Partner lieben und andere hängen ständig zusammen - schwierig wird es, wenn man ein unterschiedliches Nähe/Distanzbedüfnis hat, ist das bei Dir der Fall?
 
G

Gast

  • #3
#1 danke für deine Antwort, es ist mir schon klar, das es unterschiedliche Bedürfnisse gibt von Nähe und Distanz.Es würde mich allgemein interessieren, wieviel ihr ohne euren Partner macht.ich war 20 jahre verheiratet und obwohl wir zusammen gewohnt haben, ist es in den letzten Jahren so gewesen, das wir den Abend jeder in einen anderen Zimmer verbracht haben.Jetzt habe ich eine Beziehung in der wir getrennte Wohnungen haben und uns meistens 4 Tage in der Woche sehen, diese aber sehr intensiv verbringen.Ich weiß, dass es eine Frage ist, die man nicht so leicht beantworten kann, weil es ja unterschiedliche Bedürfnisse gibt.
 
  • #4
Das ist doch nicht zu beantworten! Was erhoffst du dir von so einer Frage?

Man verbringt so viel Zeit wie möglich zusammen und wie es beiden gut tut, ohne dass sich einer eingeengt fühlt. Und eigene Freiräume/Interessen sind sehr wichtig, um nicht von der Gesellschaft des Partners abhängig zu werden und man Gefahr läuft, sein eigenes Leben/Dasein nur über den Partner zu definieren. Selbst siamisische Zwillinge haben verschiedene Wünsche und Interessen.

Dafür gibt es keine Regeln, dafür ist eben Erfahrung nötig, die man im Laufe seines Lebens macht (auch aus einem Scheitern kann man lernen!).

Bei solchen Fragen bekomme ich immer eine Vision, die mich schaudern läßt: Da hängt irgendwo in der Wohnung ein Stundenplan, auf dem jeder Tag und jede Stunde eingeteilt ist, wann wer was alleine macht, oder man zusammen zu sein hat... *gruselig*
 
G

Gast

  • #5
20 Jahre Ehe und eine neue Beziehung mit Schmetterlingen und Nähebedürfnis kann man nicht miteinander vergleichen. bin der der gleichen Situation wie du und genieße jede Minute mit meinem Partner. Anfangs war es vierzehntätig ein WE ohne Kids (wg. Kinderwochenenden) und mal ein Abend während der Woche, zwischenzeitlich ist es jedes WE - von Freitag abend bis Montag morgen und mind. 1 x pro Woche eine Nacht, manchmal auch öfter. Zusammen gezogen sind wir noch nicht, kann kommen, oder auch nicht. Urlaube gemeinsam, mal mit Kindern im Patchwork, mal zu zweit. Sehnsucht (aber kein Klammer) ist immer da, wenn wir uns nicht sehen - das sehe ich als gutes Zeichen der Beziehung und Liebe.
 
G

Gast

  • #6
Ok - hier nochmal die 1 - wir leben nach einjähriger Beziehung noch in getrennten Wohnungen und ich geniesse auch mal Momente, in denen ich für mich bin, er im Übrigen genauso - es ist ganz wichtig, dass man Zeiten hat, die man alleine oder mit anderen Menschen in der Freizeit verbringt, man hat sich was zu erzählen und bleibt eigenständig.

Ein Garantieschein für eine dauerhaft glückliche Beziehung sind getrennte Wohnungen allerdings nicht, da kann genauso Routine und ein "Aufeinandergehänge" sich einschleichen.

Wenn natürlich einer sehr viel Zeit mit dem Partner verbringen möchte und der andere nicht, könnte es dauerhaft zu Konflikten kommen.
 
  • #7
Das individuelle Bedürfnis, wieviel Zeit man gerne mit seinem Partner verbringt, variiert sehr stark. Es gibt Menschen mit einem großen Bedarf an Nähe und Zweisamkeit und solche mit großen Bedarf an Unabhängigkeit und Distanz.

Ich finde diese Frage daher sehr interessant und natürlich lässt sie sich gut beantworten -- nämlich wenn jeder einfach sagt, WIE ER SELBST darüber denkt und wie er selbst erfüllende, für ihn angenehme Partnerschaften erlebt hat oder wann es ihm zu viel oder zu wenig der Nähe wurde.

Ich persönlich genieße gerne viel Zweisamkeit. Aus meiner Sicht sind durch Beruf und Notwendigkeiten die gemeinsamen Zeiten ohnehin stark beschränkt, so dass soviel Zeit wie möglich von der verbleibenden Zeit gemeinsam verbracht werden sollte. Letztlich handelt es sich ja faktisch nur um wenige Stunden pro Tag und um die Wochenenden. Externe Einflüsse und Erlebnisse mit Dritten sind durch Beruf und Freundeskreis ja trotzdem mehr als genug vorhanden vorhanden.

Ich hätte zum Beispiel kein Verständnis dafür, wenn ein Partner ausgerechnet Wochenenden gerne alleine oder ohne mich verbringen wollte, gleiches gilt für Urlaubsreisen. Urlaub und Wochenende sind mir heilig.

Auch Freizeitveranstaltungen versuche ich möglichst gemeinsam zu genießen, egal ob man zusammen tanzen, wandern, klettern, schwimmen geht. Es sollte eigentlich beiden Partnern ein natürliches Bedürfnis sein, solche Dinge zusammen mit dem geliebten Partner zu machen. Wenn man zusammen wohnt, erwarte ich auch, dass man möglichst täglich zusammen frühstückt und zu Abend isst, möglichst auch zumindest im Regelfall gemeinsam zu Bett geht.

Natürlich muss man nicht alle fünf Werktage die Abende unbedingt etwas zusammen machen. natürlich kann einer lesen wollen, der andere fernsehen oder am Computer sitzen oder sich mal mit einem Freund 1:1 treffen oder mit den Kumpels losziehen wollen. Aber mögkichst abgesprochen und koordiniert, so dass beide sich darauf einstellen können. Natürlich geht einer vielleicht einmal pro Woche zum Sport oder so. Aber die Grundeinstellung und der Wunsch sollte schon vorhanden sein, sich gegenseitig in die Hobbys und Vorlieben einzuführen.

Ich plädiere auch sehr stark dafür, sich unbedingt gegenseitig in die jeweiligen Freundeskreise einzuführen. Als Paar lädt man eben als Paar ein und geht auch als Paar auf Einladungen. Ich würde es mehr als absurd finden, wenn man Partner irgendwo ohne mich feiern würde oder ich bei seinen Freunden nicht willkommen wäre. Durch das Paarverhalten erlebt das Paar dann auch genug anderen Menschen, hat genug andere Eindrücke und gewinnt neue Freunde und Bekanntschaften, als dass die Zweisamkeit "erdrücken" könnte. So empfinde ich es zumindest.

Eine andere Frage wäre, wie schnell in einer neuen Beziehung so etwas eintreten soll. Meine vorigen Absätze beziehen sich auf eine stabile, zusammenwohnende Partnerschaft. In der Frühphase einer Beziehung ist man ja meist ohnehin verliebt und genießt jede frei Minute zusammen, diem möglich ist, faktisch ist oft aber eben nur einmal werktags und am Wochenende möglich -- je nach Arbeitszeiten, Fahrzeiten, bisherigen Hobbys und Abendplanung. Natürlich sollte man weder selbst sofort alle regelmäßigen Termine (Hobbys) aufgeben noch sämtliche Freunde vernachlässigen. Hier muss ein Paar allmählich zusammenwachsen und sich eben schrittweise in die Hobbys und Freizeitgestaltung einführen, viel zusammen unternehmen und allmählich die jeweiligen Freunde vorstellen, später dann auch die Familie. Von 0 auf 100 plötzlich alles zusammenzumachen, das wird nicht klappen. Aber der Wille muss da sein, das Gefühl muss stimmen, dass man gerne viel zusammen machen würde.
 
  • #8
@#5: "es ist ganz wichtig, dass man Zeiten hat, die man alleine oder mit anderen Menschen in der Freizeit verbringt, man hat sich was zu erzählen und bleibt eigenständig." -- falscher könnte die Information meiner Meinung nach nicht sein. Aus dem Beruf hat man sich ohnehin sehr viel zu erzählen, auch von Kollegen und Familie. Mit gemeinsamen Freundeskreisen hat man sich auch viel zu erzählen, man muss ja auf Partys auch nicht aufeinanderkleben. Ebenso werden beide verschiedenes lesen und erfahren. Externe Einflüsse gibt es mehr als genug. Der Tanz um das Goldene Kalb der Unabhängigkeit hat mehr Partnerschaften zerstört und verhindert als jedes andere Phänomen.

Was bedeutet denn bloß "eigenständig" bleiben? Diese schon paranoid anmutende Angst vor einem Hauch Abhängigkeit in einer Welt mit mehr Unabhängigkeit und Freiheit als jemals zuvor, ist schon wirklich gestört.

Partnerschaft erfordert eben ein wenig Abhängigkeit voneinander. Genau wie mit Kindern. Man muss ein klein wenig Freiheit auch aufgeben, um viel mehr zurückzubekommen.

Synergien entstehen nicht nur durch "jeder profitiert von jedem" sondern immer werden die beiden Bestandteile dabei auch voneinander abhängig. Das liegt geradezu in der Natur der Sache und ist unvermeidlich.
 
G

Gast

  • #9
Aus Deiner Sicht, liebe 7, ist die Information vielleicht falsch, aus meiner Sicht nicht. Hier gibt es keine allgemeingültige Ansichten. Ich habe allerdings wenig Lust, mir Storys aus dem Job anzuhören, kurz mal was erwähnt, dann ist aber schon Schluss.

Ich meinte, dass ein Verhältnis zwischen Nähe und Distanz ausgewogen sein sollte, gemeinsame Interessen oder Hobbys sind sehr wichtig und natürlich hat man sich da ebenfalls was zu berichten, allerdings - und das ist _meine_ Meinung: Sollte ein Paar nicht jede Minute aufeinanderkleben und alles zusammen machen - Ich bin - trotz Beziehung - eine sehr eigenständige Person, die auch gerne mal alleine ist und was für sich unternimmt oder mal einige Zeit am PC verbringt. Mein Partner hat viele Hobbys, wir unternehmen viel getrennt voneinander - ausgenommen das Wochenende, das verbringen wir gemeinsam. Ich kann nicht erkennen, was daran schlecht sein soll.
 
G

Gast

  • #10
Hallo #8,
sehe es genau wie du. Du hast eine gesunde Auffassung von einer Partnerschaft, in der jeder der beiden Partner unbedingt seine Freiräume behält, nicht ausschließlich als "wir "sondern auch als "ich" ein Leben führt. Frederika hat nunmal für meinen Geschmack eine sehr extreme Auffassung von Partnerschaft, das für mich an Abhängigkeit grenzt - aber jeder nach seiner Facon, oder?
w
 
G

Gast

  • #11
Hier nochmal die 8 - Menschen haben nun mal ein unterschiedliches Bedürfnis zwischen Nähe und Distanz - Ich bin beispielsweise froh einen Partner zu haben, der nicht ständig an mir klebt und nicht jede freie Sekunde mit mir verbringen möchte - genauso verhält es sich umgekehrt - schliesslich sucht man sich nicht umsonst einen passenden Partner aus, der gleicher Auffassung ist.

Und @9 - gut dass es Personen gibt, die dieselbe Einstellung haben, dachte schon, ich wäre ein Alien.
 
G

Gast

  • #12
hallo hier die fs, danke für die vielen antworten.danke frederika für deine sehr ausführlichen zeilen.auch ich geniese gerne viel zweisamkeit, das heißt aber jetzt nicht, das ich an meinen partner kleben möchte.so wie du es beschreibst, zusammen sein und doch nicht aufeinander kleben.
ich habe selber hobbys, kann mich auch mit mir selber beschäftigen, aber trotz allem vermisse ich meinen freund, wenn wir uns 3 tage nicht sehen.manchmal, kann ich sehr gut damit umgehen und manchmal fühle ich mich zurückgesetzt.wenn es nach mir ginge, würde ich ihn gerne jeden tag sehen. er hingegen braucht seine zeit für sich, er sitzt aber in dieser zeit nur zu hause herum und ruft mich einige male an um mit mir zu sprechen und das sind dann auch schon sehr lange telefon gespräche.warum wir uns dann nicht gleich sehen können verstehe ich nicht wirklich.
 
G

Gast

  • #13
Gleiche Hobbies, gleiche Interessen, gleicher Freundeskreis, nur und immer als Paar auftreten und so gut wie seine gesamte Zeit gemeinsam verbringen?

Nein danke, ich will doch nicht mit meinem eigenen Ebenbild zusammensein. Meine Freundin hat auch noch ein Leben ausserhalb von mir, es gibt ein "Ich", ein "Du" und ein "Wir". Das bitte einigermassen ausgewogen. Das ständige "Aufeinander-Gekrauche" würde mir wohl ziemlich schnell auf den Sack gehen. Wenn man alles miteinander erlebt, hat man sich irgendwann nichts mehr zu erzählen. Und sich über den Beruf zu unterhalten, leuchtet mir auch nicht so ein. "Red nicht so viel über Deinen Job, ich hab selbst einen!"

Vielleicht etwas rigoros, aber mit der richtigen, selbständigen Partnerin geht das.

So long,
m/42
 
G

Gast

  • #14
hallo #12 hier die fs. ich kann mich nicht erinnern, das ich irgendetwas von die ganze zeit über den job reden geschrieben habe. das wort job ist ja nicht einmal vorgekommen und das man immer nur als paar auftritt auch nicht. gleiche hobby sind schon sehr wichtig sowie gleiche interessen. was macht man mit einen mensch der überhaupt keinen sport mag und man selber sportlich ist. was macht man mit einen menschen der gerne jeden tag fortgeht und der andere lieber zu hause sitzt.und natürlich sollte man auch eigene interessen für sich alleine haben.
 
  • #15
@#12: Es ist einfach Fakt, dass es bezüglich Nähe und Distanz sehr unterschiedliche Vorlieben und Bedürfnisse gibt.

Insofern finde ich Deine Haltung vollkommen in Ordnung. Du musst nur unbedingt eine Partnerin finden, die diese Art der Unabhängigkeit und Distanz auch liebt.

Das gleiche gilt für mich: Ich muss unbedingt einen Partner finden, der Zweisamkeit und Gemeinsamkeiten mag.

Ich kann in diesem Punkt einfach akzeptieren, dass es andere Bedürfnisse gibt und Nähe versa Distanz eben ein sehr charakteristisches und wichtiges Partnerwahlkriterium ist. Jeder muss diesbezüglich unbedingt einen passenden Partner finden.

In meiner Erfahrung hatte ich immer dann besonders viel mit meinem Partner zu bereden und zu genießen, wenn wir viel zusammen erlebt und unternommen haben. Das schweißt zusammen, das bildet eine Basis, auf der man aufbauen kann. Wenn Du das anders empfindest, dann ist das einfach so -- aber möglich ist gewiss auch die intensive, zweisame Variante.

Was habe ich von einem Partner, der die Abende oder Wochenenden mit anderen Menschen und anderen Hobbys verbringt? Was bleibt da an Partnerschaft übrig? Sex und Essen? Also das ist mir zu wenig.

Über den Beruf zu sprechen halte ich im übrigen für sehr wichtig. Der Beruf nimmt mit Abstand den größte Anteil unserer wachen Zeit ein und Erlebnisse mit Kollegen, Kunden, Vorgesetzten, Geschäftspartnern beeinflussen ganz wesentlich unsere Stimmung und sind die überwiegenden Erlebnisse eines normalen Tages. Genau deswegen ist es wichtig, sich gegenseitig von seinen Erfolgen und Misserfolgen, seinen Hoffnungen und Plänen, seinem Ärger und seiner Freude am Arbeitsplatz zu erzählen. Auch haben die allermeisten Menschen ein recht enges Verhältnis zu etlichen Kollegen, selbst wenn notgedrungen und entgegen ihrer freien Wahl. Diese Menschen und deren Schicksale beeinflussen uns auch nicht unerheblich. Es ist daher interessant zu hören, was die Kollegen erzählen, was dort passiert, wer sich scheiden lässt, wer sich versetzen lässt, wer kündigt, wer entlassen wird, wer befördert wird. Man kann doch überhaupt nur ein gemeinsames Leben leben, wenn man solche Dinge miteinander teilt.

Mich wundert manchmal nicht mehr, dass es Menschen gelingt, Fremdgehen oder drohende Entlassungen bis zum letzten Moment zu verheimlichen. In guten, engen Beziehungen spricht man soviel miteinander, dass solche Dinge einfach früh von der Seele kommen und man gemeinsam an einem Strang ziehen kann. Sich die Sicherheit der Partnerschaft spenden kann und man gewiss ist, dass man als Paar gemeinsam solche Dinge durchsteht.

Eine Partnerschaft ist eigentlich nur dann erfüllend und umfassend, wenn man möglichst viele Aspekte des Lebens und des Alltags miteinander teilt. Das bedeutet nicht, sich nicht mal mit einer besten Freundin alleine zu treffen oder er mit seinen Kumpels auszugehen, sondern das bedeutet, sich hinterher die Neuigkeiten auch zu erzählen, sich teilhaben zu lassen an interessanten Storys und Wendungen im Leben anderer.
 
G

Gast

  • #16
zu #14
Man muss nicht aufeinander kleben um eine intensive Partnerschaft zu führen. In einer Partnerschaft, in der jeder seine Freiräume hat, wird genauso gut komuniziert, genauso tief und innig geliebt und sie hat den absolut gleichen Wert zu einer Partnerschaft, wie du sie dir wünscht. Kann mir aber vorstellen, dass du es schwer haben wirst einen solch geneigten Mann zu finden.