• #1

Wie wichtig ist euch Geld/Glück?

Ich saß neulich Forrest-Gump-mäßig auf einer Bank und habe Eltern beobachtet, wie sie mit ihren Kindern spielten.
Ich selber habe keine Kinder und bin auch nicht verheiratet und ich fragte mich, was ich eigentlich wirklich im Leben erreicht habe.
Ich bin Chemiker in leitender Position bei einem sehr großen Chemiekonzern in Rheinland Pfalz und verdiene über 250000 Euro im Jahr.
Aber im Endeffekt: Was habe ich davon? Ich habe mein Leben lang geackert (bin jetzt 48) und habe eigentlich nichts, was mich "überdauert".
Das macht mich irgendwie traurig.
Wie seht Ihr das? Habt Ihr Kinder, wolltet Ihr welche? Wie glücklich machen sie euch? Ist euch Geld wichtiger als Glück?

LG
 
  • #2
Moin,

ja, meine Kinder sind reines Glück für mich. Der Gedanke, dass sie mich überdauern, spielt allerdings dabei keine Rolle, eher im Sinne von "a child makes a man a man".
Geld ist für mich nur ein - etwas unsicheres- Mittel zum Glück.

manchmal
 
  • #3
Lieber Aniliner,
ich wollte immer Kinder...und bin traurig, dass es nicht dazu gekommen ist. Bin ebenfalls in leitender Position, verdiene sehr gut und....bin ALLEIN!

Ich habe viel erreicht und doch nichts, was ich teilen kann. Das finde ich sehr schade, weil es nie mein Ziel war.

Und wenn ich ganz ehrlich bin: so richtig zufrieden bin ich mit meinem Leben nicht. Ich denke es liegt daran, dass ich meinen Platz im Leben noch nicht gefunden habe. Mir fehlt an manchen Tagen ein Partner, mit dem ich schöne Erlebnisse genauso teilen kann wie meine Sorgen und Ängste.
Beruflich habe ich viel erreicht - aber mein Privatleben ist leider komplett auf der Strecke geblieben.
Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich heute vieles anders machen.
 
  • #4
Hallo @Aniliner ,

ja, ich wollte unbedingt ein Kind, u.a., weil ich das Gefühl hatte, es würde mich irgendwie in meinem Leben verwurzelt, wenn du verstehst, wie ich meine (das war natürlich nicht der einzige Grund!) .

Und ja, das ist auch tatsächlich so, ja, ich würde es jederzeit wieder tun. Und außerdem: Ja, ich bin glücklich.

Ich spreche nur für mich und nichts läge mir ferner, als das zu verallgemeinern, aber wenn ich persönlich die Argumente von kinderlosen Freunden gegen das Kinderkriegen höre - Unabhängigkeit, weite Reisen, Spontanität, Selbstverwirklichung -, dann denke ich mir, ok, das alles hatte ich bis über 30 und das alles werde ich auch wieder haben. Es ist nicht so, als hätte ich irgendetwas verpasst oder müsste mich auf ewig davon verabschieden.

Aber ich bin weit davon entfernt, zu glauben, dass Kinder ein Patentrezept wären.

Geld an sich ist mir nicht sehr wichtig, aber ich lebe gern gut, und das erleichtert es einem natürlich.

Viele Grüße!
 
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  • #5
Ja, das ist allerdings eine große Frage! Wobei sich erstmal
Die Unterfrage stellt :was ist hier mit"Glück" gemeint?
Das ist ja doch für jeden etwas anderes.Z.B wußte ich schon
sehr früh in meinem Leben, daß es Kind /Familie für mich nicht
ist, bis heute habe ich w50plus das nie bereut. Starke persönliche "Glückswerte"sind für mich bis heute Freiheit/Unabhängigkeit sowie meine Kreativität
auszuleben. Das und noch ein paar andere Werte sind meine
"Glückskompassnadeln" es gibt für mich nicht den starken
Wünsch etwas zu hinterlassen , sondern mehr den, im Augenblick zu leben,nicht in einer Routine zu erstarren;mit
Anderen Glücksmomente zu teilen....Flow, das ist für mich
Glück, ob beim Sport, bei der Arbeit etc. und ich bin dabei, immer mehr davon im Leben zu erleben, wahrzunehmen....
Was das Geld angeht, so finde ich das schon angenehm,
Würde aber nicht mehr einen wesentlichen Teil meiner Lebens-
Zeit dafür eintauschen wollen.Das habe ich eine zeitlang getan
Und kann damit heute meine work-life Balance moderat finanzieren.
Noch ein Satz der mir zum Thema einfällt: das Glück liegt
Immer am andern Ufer;(scheinbar). Die Kunst ist es das
Glück in der jetzigen Situation wahrzunehmen.
Voll zustimmen kann ich auch der Aussage Reinhold Messners: Kreativität war und ist der wesentliche Antrieb in seinem Leben, die Verwaltung seiner Museen interessiert ihn z. B. nicht. Allerdings will er ganz klar etwas hinterlassen....
Ein Mönch z.B.würde die Frage sicher ganz anders beantworten!
W50plus
 
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S

Supernova

  • #7
Lieber Fragesteller,
das ist eigentlich eine sehr traurige Frage.. :(
Ich finde Menschen (bzw. das was sie hinterlassen) leben so lange, wie die Erinnerungen an diese Personen oder deren Taten. Und das hat erstmal nicht direkt damit zu tun, ob Du selbst Kinder hast. Selbst wenn Du Kinder hättest, hast Du keine Garantie, dass sich irgendjemand sehr lange nach Deinem Tod an Dich erinnern wird. Wir sind doch alle Zeugen, wie unlieb und lästig alte Menschen geworden sind.

Kinder bereichern das Leben zweifelsohne und es ist was wunderschönes zu sehen, wie sich ein neuer Mensch entwickelt. Ich habe einige Kinder im näheren Umfeld und finde es immer spannend dies zu beobachten. Ich selbst habe keine Kinder, aber ich finde trotzdem, dass das Leben schön und sinnvoll sein kann, auch wenn man keine eigenen Kinder hat. Du kannst z.B. einfach etwas Gutes tun. In dem Du das tust, hinterlässt Du auch etwas bei den Menschen die Dir begegnet sind. Oder engagiere Dich mit Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen. Das ist zwar nichts im Sinne der Gene, aber eigentlich auch was schönes, sinnvolles.

Und wenn Du gut verdienst und eine gute Position hast, dann bist Du schon in der Lage (zumindest oberflächlich betrachtet), einiges zu geben, was Dich überdauern kann.
 
  • #8
Ich denke nicht, dass man das so aufwiegen kann, manche Leute sind mit Geld auch glücklich. Und manche haben sogar beides, Geld und Beziehung, die gut ist, mit Kindern.

Wenn Du was willst, das Dich überdauert, kannst Du auch Gutes tun mit Deinem Geld. Man muss dafür ja keine Familie gründen. Ich weiß natürlich, dass das nicht dasselbe ist. Aber Kinderhaben ist ja nicht nur der Überdaueraspekt.

Ich mag Kinder wahnsinnig gern, hab selber aber keine. Jetzt zu Halloween kaufe ich eine Menge Süßkram, verpack das angemessen und hoffe, viele Kinder klingeln bei mir. Ja, macht mich glücklich.

Ich selber habe keine Kinder und bin auch nicht verheiratet und ich fragte mich, was ich eigentlich wirklich im Leben erreicht habe.
Ich würde mir die Frage so nicht stellen. Ich meine, man erreicht ja auch nichts in dem Sinne, wenn man Kinder in die Welt gesetzt hat, das wäre ja eine Last, die die Kinder tragen müssten, den Eltern und ihrem Leben einen Sinn zu geben, wenn die das so sähen.

Es scheint mir, als hättest Du nun einen anderen Aspekt in Deinem Leben entdeckt, den Du bislang nicht gesehen hast. So wie Du jetzt denkst "nie Ehe, nie Kinder gehabt", so denken manche Verheirateten in die andere Richtung: Was habe ich erreicht, ich hab nie Karriere gemacht. Oder: Hab nie gelebt und sitze in der Beziehung fest, die nur noch Nebenherleben ist.

Es ist meiner Ansicht nach immer mit Vorsicht zu genießen, wenn man irgendwas anfängt zu idealisieren.
Es fühlte sich doch bislang richtig an, wie Du es gemacht hast. Nun kommt noch was anderes dazu und Du musst, wenn Du diesen Aspekt in Deinem Leben haben willst, halt gucken, wie sich das integrieren lässt. Du kannst sicher noch heiraten und Kinder kriegen. Du kannst Dir auch was Allgemeines suchen, das Du unterstützt, Patenschaften z.B.. (Mir fällt gerade der Film "About Schmidt" ein, Sinnsuche auf unterhaltsame Art.)
 
  • #9
Wenn du möchtest, dass etwas von dir weiterlebt, dann mach einen Bildhauerkurs - kein Witz. Ich habe das getan und werde es wiederholen/ weiterentwickeln. Aber ich habe auch schon immer gerne und gut gezeichnet, gemalt, habe eine Liebe zur bildenden Kunst - daher war das Schaffen einer Skulptur in mehrfacher Hinsicht eine schöne Sache - vielleicht auch für dich? Geld braucht man halt. Aber Wege zum Glück gibt's bessere! Zum Beispiel:"You will lose yourself in what you love to do - you will find yourself there, too."
 
  • #10
Geld bedeutet mir wenig. Ich lebe bescheiden und selbst wenn ich unbegrenzte Geldmittel hätte würde ich mein Leben um keinen Deut ändern. Nicht weniger oder anderes arbeiten, nicht woanders hinziehen, keine anderen Urlaube machen, kein anderes Auto fahren.

Geld bedeutet mir viel. Es bedeutet Sicherheit und Sorglosigkeit.

Geld bedeutet mir viel. In unserer Gesellschaft wird Anerkennung u.a. auch durch Geld ausgedrückt.

Geld bedeutet mir viel, weil ich meiner Tochter geben kann, was sie braucht, um frei zu entscheiden, welchen Weg sie gehen will. Sie hat sich für ein brotloses Studium entschieden und ich kann es ihr von Herzen gönnen, weil es nicht nötig sein wird, einst viel Geld zu verdienen.

Meine Tochter bedeutet mir viel. Sie bedeutet mir alles. Wenn sie sterben würde, würde auch ich sterben. Mindestens innerlich, vielleicht auch konkret.

Wenn ich nicht dieses unglaubliche Glück gehabt hätte, ein Kind zu bekommen, wäre ich auch glücklich geworden. Es gibt nicht nur den einen Weg zum Glücklichsein.

Lieber FS, du bist an einem typischen Wendepunkt im Leben zum typischen Zeitpunkt. Die Midlifecrisis.
Wenn du Familie, Frau und Kinder hättest, würdest du da vielleicht ausbrechen und eine neue Frau suchen.
Vielleicht würdest du dir eine Harley kaufen und zum Nordcup cruisen. Oder du würdest Marathon laufen. Sehr typisch für Männer unseres Alters.
Die innere Leere, das Gefühl 'soll es das jetzt gewesen sein' ? empfinden viele Leute, das ist so dermaßen verbreitet, dass sogar Schnulzen für die breiten Massen verfaßt werden, z.B. vom Oberschnulz Udo Jürgens.

Mein Tip: sich selbst nicht so wichtig nehmen und lieber was wichtiges tun, z.B ein wirklich sinnvolles Ehrenamt übernehmen.
Hintern hoch von der Bank. Nicht jammern, handeln.

w 49
 
  • #11
Ich hab auch keine Kinder und bin manchmal traurig darüber. Manchmal bin ich aber auch froh. Kinder können sehr anstrengend sein. Ich bin frei und kann mein Leben ohne groß Rücksicht zu nehmen so gestalten, wie ich es will.
Alles in allem nehme ich mittlerweile das Leben so, wie es ist. Ich würde mich freuen, wenn ich noch Kinder bekommen würde, wenn nicht, würde ich aber auch damit klar kommen.
Viel wichtiger als Kinder ist nämlich, dass ich zufrieden bin mit meinem Leben, dass das, was ich tue, Sinn macht für mich und mich erfüllt, dass ich liebe Menschen um mich herum habe, die mir nahe stehen...
Bei dir hör ich so ein bisschen ein Sinnlosigkeitsgefühl im Leben raus und vielleicht auch so ein bisschen die Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens. Dem können Geld und eine gute Position in der Firma nichts entgegensetzen. Viel mehr hilft dir vielleicht die Frage weiter, wofür und wie du wirklich leben willst, damit dein Leben erfüllt ist. Wo willst du deine individuellen Schwerpunkte setzen?
 
  • #12
Du gehst jetzt auf die 50 zu, da zieht man Bilanz. Das ist normal, denke ich. Wenn Du das Gefühl hast, dass in Deinem Leben Kinder fehlen, dann kannst Du das als Mann doch selbst jetzt noch ändern.
Mir war es immer wichtig, Kinder zu haben. Als Frau habe ich nach dem Studium meine Familie gegründet und meine 3 Kinder beim Erwachsenwerden begleitet. Dabei habe ich einiges an Geld und Nerven gelassen, aber bin zufrieden mit meiner Entscheidung.
Beruf und Geld sind dadurch zu kurz gekommen, aber da hole ich gerade auf...
An Deinem beruflichen Erfolg ist nichts falsch. Das, was Dir zu Deinem Glück fehlt, kannst Du ergänzen, in dem Du Deine Prioritäten verschiebst und trotzdem den beruflichen Erfolg genießt.
Falls Du keine eigenen Kinder mehr möchtest, kannst Du auch überlegen, junge Leute aus der nächsten Generation mit Rat und Tat zu unterstützen, als Business Angel oder womit auch immer. Die Glücksforscher sagen, dass u.a. uneigennützige Hilfe Glück auslöst.
Geld und Glück sind aus meiner Sicht keine Gegensätze und eigene Kinder sind keine Garantie für Glück!
Alles Gute für Dich!
w, 50
 
  • #13
Hallo FS,

ich bin in einer ähnlichen Situation, keine Kinder, ordentlicher Verdienst, auch wenn ich lange nicht in Deinen Regionen bin. Die Frage ist für mich nicht "Geld oder Glück" oder "Geld oder Kinder". Es gibt Gründe, warum ich einen guten Job habe, es gibt Gründe, warum ich keine Kinder habe.

Ich ziehe irgendwie derzeit (mit Ende 40) auch Bilanz, mir fallen mehrere Aspekte ein: Männer in unserem Alter können ziemlich problemlos noch Kinder bekommen. Gerade mit Deinem Einkommen werden sich genügend Frauen finden, die da "mitspielen". Ob Du das willst, ist eine andere Frage. Auch Kinder sind keine Garantie für "Glück". Ein Leben mit oder ohne Kinder hat jeweils Vorteile. Ich gehöre auch nicht zu denen, die in die Vergangenheit blicken und "hadern". Die Zukunft lässt sich beeinflussen.

Wenn Du Kinder möchtest, dann gehe es an.
 
  • #14
Natürlich hast Du nach Deinem Gefühl vielleicht wenig von Deinem Geld, aber bitte unterschätze nicht, dass es Dich in einem Maße absichert, den Du erst ermessen könntest, wenn er fehlen würde.

Zudem eröffnet es Dir Gestaltungsspielräume.

Du kannst soziale, künstlerische, ökologische, publizistische oder oder oder Projekte unterstützen, selbst mitarbeiten oder nur Geld geben - Deine Wahl. Tu Dinge, die Dich wirklich interessieren, dann wirst Du Feuer fangen und Spuren hinterlassen.

Kinder. Hm. Ich war Jahrzehnte lang alleine mit ihnen, hatte teilweise böse zu kämpfen und wir sind unglaublich wichtig füreinander.

Beide haben es fast geschafft sich umzubringen. Die Große führt zur Zeit, bei ihr sind es zwei fast geglückte Versuche. Und was wäre dann? Ich mag es mir nicht vorstellen, es ist ein grausames Gefühl in der Magengrube, aber irgendwie müsste es gehen. Es gibt Nichts, was für die Ewigkeit bleibt.
 
  • #15
Ich habe drei Kinder und sie tragen zu meinem Glück bei. Genauso wie mein Mann, meine Haustiere, gute Freunde, Gespräche mit Fremden oder Bekannten, meine Gesundheit und dazu viele kleine Momente, die mir zeigen, dass es mir gut geht. Ausreichend Geld zu haben, ist dabei nur ein Krückstock, der hilft, all das unbeschwert zu genießen.
 
  • #16
Lieber FS,

ich bin just Dein Alter geworden, habe zwei Kinder und kann nicht wirklich behaupten, dass ich weiter gekommen bin als Du. Den Großteil meines Lebens habe ich immer irgendetwas untergeordnet, auch dem Geld. Das würde ich anders machen, weiß aber nicht ob ich das dann könnte, weil hinterher ist man, nicht immer aber immer öfter, schlauer. Andererseits bin ich davon überzeugt, dass ich dann andere Dinge "anders" machen würde.
Ich bin froh die Beiden noch regelmäßig um mich zu haben, mehr als mir lieb sein sollte, obwohl eines schon flüge ist und das andere dies sein sollte. Der Aspekt des Hinterlassen/Überdauern spielt dabei für mich keine Rolle, weil ich nicht glaube, um mal so unpräzise zu sein, dass irgendetwas überhaupt überdauert und der Mensch schon gar nicht. Er nimmt sich einfach viel zu wichtig.
Geld hat mir geholfen einige Dinge leichter zu haben, aber definitiv nicht um glücklich(er) zu werden, und ist mir daher nicht mehr so wichtig.
Glück für mich ist die richtige Zeit für die richtigen Dinge für mich zu haben und dies dann umsetzen zu können und zu dürfen. Oft einfach nur Alltäglichkeiten.

PS: Ich liebe es und verweile oft gerne, bin am Rande, beobachte, nehme wahr und wundere mich eben so was die da machen und dort geschieht. Ein Gallier würde sagen: Alles Römer!
 
  • #17
Ich habe keine Kinder, weil mir die bisherigen Männer, die ich kennengelernt habe und mit denen ich zusammen war, nicht als fähigen Vater hätte vorstellen können. Sie haben auch von sich aus nie den Vorschlag gebracht. Letzendlich habe ich keine Kinder aus Selbstschutz bekommen, weil die Männer mir alle zu unverbindlich oder unreif erschienen. Mit dem richtigen Mann wäre aber alles möglich gewesen.

Mit Mitte 30 hat sich meine Einstellung dann geändert, ich habe erstmal einen verbindlichen Mann anderer Kultur kennengelernt, der mich auf den Geschmack gebracht hat, dass es auch anders geht.

Du kannst die Kurve noch bekommen, heiraten und Kinder bekommen, aber dazu beruflich kürzer treten und jetzt deine sozialen und zwischenmenschlichen Kompetenzen ausbauen, die bei dir bei Null liegen. Da ist viel aufzuarbeiten. Erwarte keine Frau von heute auf morgen. Andere haben 20 Jahre lang Ratgeber gewälzt, Flirtkurse verfolgt und haben ein langes Partyleben hinter sich, bis sie Erfolg ein Netzwerk an Frauen aufgebaut haben. Da ist viel zu zu tun für dich!
 
  • #18
Ich kenne Zeiten, in denen ich sprichwörtlich auf der Strasse stand. Als Teenager und junge Frau hatte ich mit schwersten Lebensumständen zu kämpfen, musste mich immer wieder behaupten, mich durchbeißen. Mein Elternhaus war so extrem, dass ich auf der Strasse lebte, Essen klaute, weil ich Hunger hatte und vollkommen Alleine da stand.

Ich habe trotz nicht vorhandenem Schulabschluss zwei kaufmännische Ausbildungen geschafft (trotz Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie) und war lange Zeit selbstständig. Seit fast 40 Jahren bin ich schwerst chronisch Krank, habe eine Schwerbehinderung, durch eine 20 Jährige Cortison Behandlung habe ich stark zugenommen, saß teilweise im Rollstuhl, habe in der Vergangenheit dazu mehrere Chemos durchlaufen müssen, Tumoroperationen etc...

Ich hatte sprichwörtlich Alles (nur Materiell) und habe dieses Alles auch wieder verloren. Ich hatte das Glück, das Leben aus verschiedenen Perspektiven kennenlernen und leben zu können, so dass ich heute weiss, wo ich stehe und was ich will.

Mein Glück ist, dass ich heute genau der Mensch bin, der ich immer sein wollte und der sich nicht von Außen erzählen lässt, wer er ist. Ich freue mich auf die Ausbildung im sozialen Bereich, welche ich bald antrete und darauf, nach dem Abschluss zu meinem Liebsten nach Schweden zu gehen, denn dort ist mein zu Hause geworden.

Ich bin heute glücklicher und zufriedener wie jemals zuvor, auch wenn ich materiell nicht (mehr) reich bin. Ich liebe mich und werde geliebt. Ich habe heute das Gefühl immer nah am Leben zu sein, das macht mich glücklich in all seinen Facetten!

Viel Glück und alles Gute für Dich.
 
  • #19
3 Komponenten in der Frage.

Glück dauerhaft, konstant, gibt es nicht.
Glück als Glücksmomente - immens wichtig, Lebensqualität.
Schaffe ich mir, z.B. Wenn ich draußen bin - die Morgenstimmung, das Spüren der eigenen Bewegung, der Blick auf die Bergkette, usw., ein nettes Gespräch, ein Lächeln, in der Stadt zufriedene Leute sehen, spielende, ausgelassene Kinder, dem Straßenmusikanten zuhören, wenn ich einen meiner Söhne anschaue, wie es zusammen genießen, einer von ihnen sagt, ich hab Dich lieb(...)
Für mich gibt es eine unendliche Palette und Vielfalt glücklich machende Momente.

Kinder - ich wollte sie, habe sie relativ früh bekommen.
Ihre Geburt, meine größten, intensivsten Glücksmomente.
Dazwischen gab es Phasen, wo ich mir dachte, hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich keine Kinder gehabt. Die Verantwortung, die Zweifel, die Sorgen, und beide ausgeprägte Persönlichkeiten. Etliches an größeren Schwierigkeiten.
Es ist wunderbar, dass es sie gibt, eine ganz tiefe Liebe. Zu sehen, wie sie ihren Weg finden und vor allem zu spüren, dass es eine sehr stabile, sehr verlässliche Bindung gibt.
Mein Großer, 21, kam vor seinem Geburtstag und fragte, ob wir wieder zusammen feiern wie früher (und er seine Torte bekommt). Mit seinen Kumpels feierte er dann am nächsten Tag ausgiebig. Aber er wollte beides.

Geld - @frei hat es schön präzisiert.
Wie heißt es, Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt, gibt Sicherheit, ermöglicht mir Unabhängigkeit und Dinge zu machen, die ich mir sonst nicht leisten würde. Ich weiß, ich kann mit sehr wenig, aber es sich leisten zu können, einen spontanen Ausflug zu machen, Urlaube, nett essen gehen, etwas nicht absolut notwendiges zu kaufen - ist schön.
Ich empfinde es als Luxus, keine Geldprobleme zu haben. Damit ist nicht gemeint, dass kleinere Ausgaben " nur ein marginales Grundrauschen" sind (ein Zitat aus einem anderen Thread), 100€ sind für mich keine Peanuts, sondern einfach gut mit dem Budget auskommen, und dieses für manches Schöne obendrauf reicht.
Und mein Luxus, den es mir ermöglicht, ist das Haus, das ich jetzt baue. Wieder Sicherheit, Unabhängigkeit.
Da bin ich richtig dankbar.

Danke für diese Frage, ich stelle gerade fest
Mit geht es richtig gut - das Leben ist schön
 
P

proudwoman

  • #20
Eine traurige Frage, was? Dein Gehalt ist mit meinem nicht im mindesten zu vergleichen, was mich nicht unglücklich macht, und ich habe viel Geld hergegeben, bzw. verschenkt. Ich bin gesund, habe einen Job, der mich restlos ausfüllt und einen Sohn der mich glücklich und unglücklich zugleich macht. Was mit ihm mal wird, wenn ich nicht mehr da bin....ich weiß es nicht..und das macht mir Sorgen.
Du siehst, auch mit Kindern ist nicht alles so rosig.
Ich Frage Dich, hast Du Freunde, Hobbys, Familie? Wie füllst Du Dein Leben aus , außerhalb der Arbeit?
Hast Du Dir mal über legt, ein Ehrenamt zu übernehmen? Hast Du eine Partnerin? Dafür ist es in Deinem Leben noch nicht zu spät..dafür ist es nie zu spät!
Alles Gute für Dich!
 
  • #21
Naja, interessant ist, dass hier so ein Gegensatzpaar aufgemacht wird, welches meiner Ansicht nach nicht der Realität entspricht.
Hier wird gesagt, entweder, man hat Familie gegründet, oder man hat Karriere gemacht.

Beispiel von mir:
Ich habe nichts von beidem gemacht. Sicher nicht ganz freiwillig, aber das Leben spielt eben so. Ich habe (was mir durchaus leid tut) keine Kinder und ich habe keinen gut bezahlten Job. Und trotzdem bin ich glücklich. Warum?

Ich habe schon früh feststellen müssen, dass Lebenszeit sehr begrenzt ist und es sehr plötzlich vorbei sein kann. Daher habe ich für mich beschlossen, alles mitzunehmen und aufzusaugen, was das Leben für mich im Rahmen meiner Möglichkeiten und meines Umfeldes zu bieten hat. Am glücklichsten macht mich, dass ich die Fähigkeit habe, Musik zu machen, ein Instrument spielen zu können, andere Menschen zu unterhalten, ständig neue Leute kennenzulernen und ihre interessanten Geschichten zu hören. Es erfüllt mich, anderen Menschen Freude zu bringen, ihnen zu helfen, wenn sie es nötig haben, und ansonsten mit ihnen Zeit zu verbringen. Jeder bezieht ja durch etwas anderes Anerkennung, und Anerkennung ist wichtig für jeden Menschen. Dies ist also mein Weg.
Mich macht auch sehr glücklich, dass ich täglich ein warmes Dach über dem Kopf habe und Brot auf dem Teller. Und dass ich in Ruhe schlafen kann, ohne dass unser Haus von Bomben zerstört wird. Das ich täglich duschen kann, und nicht jeden Tropfen Wasser zum Trinken sammeln muss. Das Freunde und Familie gesund sind und alle für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen können.

Mir geht es auch ohne Kind (Glück?) und Karriere (Geld?) ziemlich prima, finde ich. Man kann mir nämlich nichts wegnehmen.
 
  • #22
Die Frage nach Glück ist ziemlich schwer zu beantworten. Was ist Glück überhaupt?
Ich denke, dass man Glück immer nur in sehr kurzen Momenten empfindet. Wenn ich daran denke, wann ich Glück bewusst empfunden habe, hatte es weder mit Familie, noch mit Karriere und/oder Geld zu tun. Obwohl ich alles davon habe.

Was ist aber habe ist grundsätzliche Zufriedenheit.
Mit geht es sehr gut, ich bin zufrieden mit meinem Leben und stolz auf das Erreichte, aber ich bin auch ein sehr anpassungsfähiger Mensch. Ich glaube, dass ich mich in fast jeder Situation einrichten könnte und das Beste daraus machen würde.
Kinder zu haben ist sicherlich toll, aber ich schließe mich da Lionne69 an - wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte die Entscheidung auch anders ausfallen können. Dennoch bin ich jetzt - nach Abschluss der Familienphase - froh, mich dieser Herausforderung gestellt zu haben und es gut gemacht zu haben.

Geld ist mir überhaupt nicht wichtig, solange genug davon da ist. Ich möchte einfach nicht ständig darüber nachdenken müssen. Eben deshalb war mir auch Karriere in einem Beruf wichtig, von dem sich halbwegs leben lässt.

Ich glaube, dass es egal ist, welchen Lebensplan man verfolgt - solange man nicht mit eigenen Entscheidungen hadert und sich auf Optionen einlässt, die das Leben so bietet.

Ich könnte mir auch vorstellen, als kinderloser Single auf einem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern glücklich zu sein, als Selbstversorgerin in Gummistiefeln und Arbeitskittel. Wär Kontrastprogramm - aber warum auch nicht? Es gibt sicherlich viele Wege im Leben, Glück zu erfahren.
 
P

Papillon

  • #23
Lieber Aniliner,
du bist bestimmt intelligent genug, um zu wissen, dass das Glück nicht von eigenen Kinder abhängt. Wenn Du etwas für die Nachwelt hinterlassen willst, dann kannst Du das auch locker in Form eines Mentors machen und junge Menschen in deiner Umgebung fördern. Ich denke mancher Nachwuchs will gerade zu Dein Wissen aufsaugen und lernen. Auch kannst Du mal über eine Lehrstelle an einer Uni/Fachhochschule nachdenken?
Ich kann Dich nachvollziehen, allerdings wollte ich immer ein Kind haben, leider hatte ich aber kein Vertrauen in die Männer gehabt, dass diese auch gute Väter sind und unser Familienunternehmen fordert ebenfalls seine Zeit.
Jetzt bin ich 36 und bin seit über einem Jahr mit einem tollen junggebliebenen kinderlosen Mann (48) zusammen und wir probieren es einfach. Wenn es nicht sein soll, dann ist es eben so und wir wissen, dass wir beide bisher unser Leben genossen haben und auch ohne Kinder können wir es weiter geniessen und glücklich sein. Alles Gute Dir!
 
  • #24
Mir war Geld nie wichtig, habe immer sehr bescheiden gelebt. Da ich in meiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter schlimmes chronisches Asthma hatte und oft im Krankenhaus war als Kind, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht als endlich gesund zu sein und so leistungsfähig wie normale Menschen. Ich bin es bis heute nicht, aber ich habe meine begrenzte körperliche Leistungsfähigkeit akzeptieren gelernt und das Beste draus gemacht.

Auch darum konnte ich nie verstehen, warum die Menschen immer nur dem Geld nachjagen und ihr größtes Glück ist viele materielle Dinge zu besitzen.

Ich habe einen guten Beruf als Europasekretärin gelernt, aber die Arbeit im Büro hat mich nie erfüllt. Ich wollte mit Menschen und Kindern zu tun haben, nicht mit toter Materie.

Meine Sehnsucht war Familie und Kinder, da ich selber aus einer großen Familie komme. Ich habe drei Geschwister, meine Mutter drei und mein Vater sechs Geschwister. Die riesigen Familientreffen waren immer total schön für mich.

Mit 27 dann meinen Mann kennengelernt und drei wunderbare Kinder bekommen. Für mich waren die Geburten der Kinder und die anschließende Babyzeit die glücklichste Zeit meines Lebens. Ich ging und gehe noch voll auf in meiner Rolle als Mutter und Familienmanagerin. Ich blieb viele Jahre Zuhause bei den Kindern. Mein damaliger Mann kümmerte sich um Job und Finanzen. Für uns war diese Aufteilung wunderbar und ganz normal. Nie war ich glücklicher als in der Liebe meiner Familie.

Ich denke oft, ich möchte heute keine junge Frau mehr sein. Geldverdienen und Job ist den Frauen heute wichtiger als eine Familie mit mehreren Kindern zu gründen. Keine gute gesellschaftliche Entwicklung. Jeder denkt nur an sich und an sein Fortkommen.

Vergängliche materielle Dinge haben mich nie groß interessiert.
Wichtig im Leben ist nur eines: Liebe zu geben und Liebe zu empfangen, achtsam mit der Schöpfung und all seinen Wesen umzugehen, sich mit dem Sinn des Lebens und dem Glauben auseinanderzusetzen und natürlich eine gute Gesundheit.

Aber begreifen tun das die Menschen erst wenn sie erkennen, dass sie das Wichtigste im Leben nicht kaufen können. Sondern ein Geschenk ist.
 
  • #25
Ich wollte immer Kinder und habe dafür meinen Beruf aufgegeben. Glück steht bei mir über Geld, wobei letzteres zumindest ausreichend zum Leben da sein sollte (Kinder kosten Geld). Kinder nur als Glück zu bezeichnen ist übertrieben: sie sind eine große Herausforderung und können dich zum Verzweifeln bringen. Nicht nur in der Pubertät. Und ständig die Angst, es könne ihnen nicht gut gehen, etwas passieren….in diesen Momenten der Angst z.B. habe ich nicht das Gefühl mich mitten im Glück zu befinden.

Kinder gehören einem nicht. Meine Tochter ist ausgezogen und studiert jetzt. Weg. Führt ihr eigenes Leben. Will erst an Weihnachten wiederkommen. Und ich? Ich denke an all die Frauen, die Karriere gemacht haben, im Beruf stehen usw…ich muss mir jetzt was neues aufbauen.

Ich denke, dass jeder in seinem Leben denkt, er hätte irgendwas verpasst, etwas nicht richtig gemacht. Man kann auch nicht alles haben, weil es nicht geht. So bleiben immer Wünsche offen, Ziele zu erreichen….Mach das nicht an den Kindern fest, suche dir eine Balance im Leben. Es geht jedem so.
 
  • #26
Jeder ist seines Glückes Schmied...

Objektiv betrachtet habe ich beruflich fast nichts und privat sehr wenig erreicht.

Subjektiv aber hat all das Scheitern und Leid mir einen anderen Blick auf das Leben eröffnet.

Und wenn man erstmal weit genug unten ist, dann geht fast nur noch bergauf.

Geld ist für mich nur eine Illusion, mit dem man sich sehr effektiv für eine gewisse Zeit durch Konsum und Luxus ablenken kann.

Notwendig ist es, dass die Bedürfnisse ausreichend gedeckt sind. Mehr Geld sorgt am Ende für Probleme. Denn es gibt auch die unerträgliche Last des Überflüssigen.

Glück hat für mich immer damit zu tun, im Einklang mit dem eigenen Schicksal zu sein.

Das hindert mich aber nicht, mein Schicksal selbst zu gestalten.

Und Dinge wie Verliebt sein, Anerkennung durch andere, Erfolg sorgen halt für Glücksgefühle durch das Ausschütten von bestimmten Glückshormonen.

Es ist schön, wenn man das erlebt. Aber das ist für mich nicht der Weg zum eigentlichen Glücklichsein.
 
  • #27
Danke für diese Frage, ich stelle gerade fest
Mit geht es richtig gut - das Leben ist schön
Perfekt !
Die richtige Einstellung zum Glücklichsein.
Das Glas ist halbvoll, nicht halbleer.

Ich denke, dass es allein auf die innere Einstellung einkommt, ob man glücklich, oder sagen wir, dauerhaft zufrieden und dazu ab und zu glücklich ist.
Diese wirklichen Glücksgefühle, richtig körperlich wahrnehmbar mit Gänsehaut und Wärmeflow und debilem Grinsen habe ich, wenn mich jemand lobt oder mir zu verstehen gibt, dass er mich liebt oder auch, wenn ich heißen Wind auf meinen Armen spüre.

Und ich denke, das erlebt man auch, wenn das Geld sehr knapp ist. Ok, die Minimalbasics, Dach überm Kopf und voller Magen, sowie Schmerzfreiheit sollten schon gegeben sein.
Aber ob man 250.000 € oder 25.000 € im Jahr verdient macht diesbezüglich sicher keinen Unterschied.

Ich denke sehr oft, eigentlich täglich, dass es mir gut geht und bin dankbar. Man kann immer hadern und es gibt immer jemanden, dem es besser geht und der mehr hat. Ich hätte gerne ein Kind mehr und ich hätte gerne dieses eine Kind mehr in meiner Nähe, aber das ist doch müßig.
Ich hätte gerne eine schöne Kindheit gehabt und ich hätte jetzt gerne Eltern, die ich liebhaben kann, aber das habe ich eben nicht. Dafür anderes.

Ja liebe Lionne, das Leben ist schön.

w 49
 
  • #28
Wie seht Ihr das? Habt Ihr Kinder, wolltet Ihr welche? Wie glücklich machen sie euch? Ist euch Geld wichtiger als Glück?

LG
Lieber FS,

im Gegensatz zu meinen lieben Eltern (beide Ingenieure mit sehr gutem Verdienst) ist mir Geld nicht ganz so wichtig. Natürlich möchte ich nicht arm sein, aber ich bin glücklich, wenn mich meine Arbeit zufrieden stellt und ich von dem Gehalt soweit gut über die Runden komme (mit einem größeren Urlaub im Jahr und einigen Kurztrips). Mir sind andere Dinge schon immer wichtiger gewesen: Zeit für Freunde und Familie (habe noch keine eigenen Kinder), Zeit für meinen Partner und dann auch für die geplanten gemeinsamen Kinder. Meine Eltern können sich nur schwer vorstellen, dass ich nicht wie sie großen Wert auf ein hohes Einkommen lege. Sie denken immer noch, dass ich schön blöd sei, trotz eines Diploms zufrieden mit meinem vergleichbar geringem Gehalt zu sein. Sie haben nie verstanden, dass ich mir als Kind immer mehr Zeit mit Ihnen gewünscht habe. Gemeinsame Unternehmungen waren selten, da beide extrem viel Zeit in ihre Karrieren gesteckt haben. Nicht falsch verstehen: ich denke nicht, dass man nur das eine (Karriere) oder das andere (Familie) haben kann. Aber ich denke, dass man irgendwann die Entscheidung treffen sollte, wo die Priorität liegt. Und dann Kompromisse finden. Vielleicht findest du einen anderen Weg, um glücklich zu sein. Einige Vorschläge kamen ja schon: künstlerisch betätigen, Interessen ausbauen, ehrenamtlich engagieren. Und falls du noch Kinder möchtest, hast du als Mann den großen Vorteil, dass dies auch noch in deinem Alter geht. Aber zu lange würde ich mit der Entscheidung dafür oder dagegen nicht mehr warten.

Ich wünsch dir alles Gute
Lisbeth
 
  • #29
Kinder sind, wenn sie erwachsen sind, nicht immer das reine Glück. Wie viele Eltern sitzen im Pflegeheim und die Kinder melden und kümmern sich nicht und wenn, dann nur sporadisch und aus Pflichtgefühl? Familie heißt nicht immer Harmonie und Zusammenhalt bis ans Ende unserer Tage. Machen wir uns da nichts vor.
Du hast ein super Einkommen in einem sehr sachlichen Job. Wie wäre es mit sozialem Engagement? Du könntest an Projekte spenden, die Du Dir vorher genau ansiehst. Oder Dir ein Patenkind suchen, dass Du von Deutschland aus unterstützt. Es gibt in Deutschland Armut. Besonders Kinderarmut und Altersarmut erschrecken mich. Da gibt es doch sicher für Dich Möglichkeiten, Menschen, denen es nicht so gut geht wie Dir, das Leben etwas zu erleichtern. Die Arche in Berlin zum Beispiel ist ständig auf Spenden angewiesen, damit Kinder ein warmes Mittagessen dort einnehmen können. Für viele Kinder ist das nicht selbstverständlich. Denk mal drüber nach. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Dich das Helfen und Unterstützen zufriedener machen kann. Geben ist seliger denn nehmen.
 
  • #30
Lieber Chemiker, wieso ist es für dich wichtig zu wissen, wie dir völlig fremde Menschen Kinder/Familie Glück/Geld haben oder nicht?

Was bringen (bzw. sollen dir) die bisherig geschriebenen Beiträge bringen?

WÜ50