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  • #1

Wie wichtig ist die soziale Herkunft für Frauen?

Hallo. Mich beschäftigt, wie wichtig die soziale Herkunft eines Mannes für eine Beziehung ist. Es gab vor Jahren schon mal eine ähnliche Frage, aber die wurde von einer Frau gestellt und war ein bisschen anders gelagert. Deswegen erlaube ich mir die nochmal zu stellen.

Mein Vater ist Akademiker und hat eine moderne Sozialwissenschaft studiert, er hat das Studium mit Bestleistungen abgeschlossen. Jedoch war das Gebiet auf das er sich spezialisiert hat, nicht mehr gefragt.Er ist dann in eine Branche eingestiegen, bei der er viel Verantwortung hatte und sehr gut verdient hat, aber es ist ihm leider eine Krankheit in die Quere gekommen. Seitdem schlägt er sich als Selbständiger durch. Er ist ein sehr gebildeter und netter Mensch, aber er lässt sich ein bisschen gehen. Ernährt sich billigst und trägt nur Kleidung aus dem Lebensmitteldiscounter.

Meine Mutter hat das Gymnasium mit der mittleren Reife verlassen und erstmal eine Ausbildung zur Arzthelferin gemacht, da meine Großeltern eine Praxis hatten. Nach der Ausbildung war sie in vielen verschiedenen Jobs tätig, mal relativ anspruchsvolle, mit einem guten Gehalt, mal einfachere. Als ich noch klein war, trennten sich meine Eltern. Seitdem war sie in der Sportbranche aktiv und uns ging es ziemlich gut. Das Problem ist, als meine Mutter die Firma wechselte, wurde sie im Winter nicht mehr bezahlt. Deshalb suchte sie sich einen Nebenjob. Sie wollte Kinder betreuen, musste da aber auch putzen.Deshalb war sie da nur einmal und hat dann aufgehört. Das Zweite war im Nightservice in einem Hotel. Da das aber praktisch ein Job als Zimmermädchen war und die richtig aufräumen müssen,hat sie das auch nur einmal gemacht.

Dann gibt es noch meine Großeltern, die haben mich praktisch mit aufgezogen. Das waren Ärzte und haben mich sehr verwöhnt. Deswegen( und wegen meiner Mutter) verstehe ich was von Kultur und gutem Essen.

Was meint ihr? Könnten sich viele Frauen daran stören? Danke im Voraus
 
  • #2
Ihre Gromutter war Ärztin und lässt zu, dass ihre einzige Tochter als Arzthelferin endet?

Das würde mir schon zu denken geben.

Zudem finde ich es leichtfertig, wenn Eltern sich trennen, bevor das Kind aus dem Haus ist.

In meinem sozialen Umfeld haben alle Menschen einen Hochschulabschluss, konzentrieren sich erst einmal auf den Beruf und wählen ihren Lebenspartner spät, nicht vor Mitte bis Ende dreißig, aus, führen dann aber stabile Ehen.

Mehr als Ihre soziale Herkunft würde mich aber Ihr sozialer Status interessieren.

Nicht-Akademiker kommen für mich schlicht nicht in Frage.
 
  • #3
Du schämst Dich Deiner Eltern, hältst bestimmte Berufe für minderwertig.

Unsicherheit und Arroganz - das würde mich richtig stören.
Wenn wir uns Daten würden, und Du erzählst es so, würde ich das Kennenlernen an dem Punkt beenden.

Mich interessiert(e), wer bist Du, was sind DEINE Werte, Deine Interessen, was machst Du, bist Du mit Deinem Leben zufrieden.

Ich schaue nach der Persönlichkeit meines Gegenübers, und nach Passung,.
Wenn nn Du Opernliebhaber bist, Museumsgänger, Kulturfreak, etc. könnte es ggf. wenig Gemeinsamkeiten mit mir als Natur und Bergliebhaberin geben.

W, 50
 
  • #4
Was meint ihr? Könnten sich viele Frauen daran stören? Danke im Voraus
Wenn Du jetzt Eltern, beide Großelternteile, vielleicht noch die 4 Ur-Großelternteile hättest, bei denen Du Dir einbildest, deren Leistungen könntest Du Dir auf Deine Fahne schreiben, würdest Du Dich dann nicht mehr für Deine Vorfahren schämen?

Wichtig sind die Werte, die Dir Deine Eltern mitgegeben haben und am aller wichtigsten was Du bisher daraus gemacht hat. Immerhin bist Du schon laut Nick 25Jahre. Also bevor Du Deine mit dem Finger auf Deine Eltern zeigst, sag mal was Du bis jetzt schon tolles geleistest hast.


w/36
 
  • #5
Woran genau sollen sich die Frauen stören? Du schreibst nur zu Deinen Eltern und Großeltern, aber nichts zu Dir. Zunächst mal bist doch Du entscheidend und wenn Du jetzt nicht gerade in eine konservative Aristokratenfamilie einheiratest, die eine Scheidung nicht akzeptieren, dann ist das doch kein Problem.
 
  • #6
Auf mich wirkt es wie ein Minderwertigkeitskomplex deinerseits. Ja, der würde mich stören.

Wenn mir ein Mann beim Kennlernen erzählt, seine Großeltern waren Ärzte, sein Vater hat Sozialwissenschaften studiert, arbeitet aber in einem anderen Bereich, die Mutter ist gelernte Arzthelferin und arbeitet im Hotel, ist das für mich genug Info.

Deine Ausführungen und Rechtfertigungen, dass Deine beiden Elternteile eigentlich finanziell in der Vergangenheit sehr erfolgreich waren und Du ja eigentlich von Deinen Großeltern, dem Arztehepaar, erzogen wurdest, ist für mich creepy.

Ich finde, es gehört zum Erwachsenwerden dazu, sich von seiner Herkunft ein wenig abzunabeln und die Sicherheit auf den eigenen sozialen Status sicher zu gründen.

Es klingt, als wären Dir die Eltern peinlich.
Bist Du zufrieden, mit dem was Du zustande gebracht hast?
 
  • #7
Wichtiger als ein bestimmter Bildungsabschluss ist mir bei meinem Partner oder auch seinen Eltern ein gewisses Niveau, Allgemeinbildung und eine gewisse Grundintelligenz.
Denn ich kenne auch Menschen, bei denen ich das trotz akademischen Abschluss vermisse.

Davor kommt aber vor allem die Sympathie.

Bei deinen Eltern sehe ich vor allem eins: sie sind sehr fleißige, positiv aktive Menschen, trotz schlechter Bedingungen haben sie immer versucht, das Beste daraus zu machen.
Das finde ich eine ganz wichtige Charaktereigenschaft gerade auch als Vorbildwirkung auf das Kind.

Meine Schwiegereltern waren recht einfache Menschen sie Verkäuferin, er Elektriker. Von ihnen habe ich mich immer besser verstanden gefühlt, als von meinen eigenen Akademiker-Eltern, wo ich oft den Eindruck hatte dass es ihnen nur darum geht, ihren eigenen Willen durchzusetzen.

Meine Schwiegereltern haben mich sehr bei meinem Kind unterstützt ohne mir rein zu reden oder Vorschriften zu machen oder Forderungen und Ansprüche zu stellen.

Ich meine also, dass es vorwiegend auf den Charakter ankommt, weniger auf einen Bildungsabschluss.

Ich hätte daher mit deinen Eltern erstmal kein grundsätzliches Problem.
 
  • #8
Die soziale Herkunft?

Tendenziell bevorzugen Frauen aber auch Schwiegereltern im Status höhere Partner und wollen zumindest ungern einen "rangniedrigeren" Partner. Da wirkt stark das traditionelle Rollenmodell.

Wie stark dieser Wunsch dann die Partnersuche/-auswahl dominiert und wie der höhere Status konkret definiert wird ist dann von Frau zu Frau völlig unterschiedlich.

Die entsprechende Dominanz und Definition hängt stark mit der Beziehung zwischen der jeweiligen Frau und ihrem Vater zusammen. Wenn es keinen greifbaren Vater gibt spielt dies auch eine entscheidende Rolle zudem füllen dann noch stärker Projektionen diese Lücke.

Teilweise wird höherer Status aus meiner Sicht irrational definiert. Z.B. wird ein Akademiker in finanziell prekärer Lage der Vorzug ggü. einem wirtschaftlich erfolgreichen und in seinem Kontext auch kreativen und gebildeten Handwerker gegeben. Analog dazu sollen Kinder primär studieren, mindestens eine Büroarbeit aber kein Handwerk anstreben.

Die soziale Herkunft wird auch von einigen Menschen zur Statusbewertung heran gezogen.

Eine Bekannte schwärmte zu Beginn unserer Bekanntschaft immer von der Prominenz und Bedeutung ihrer Schwiegerfamilie in meinem damaligen Wohnort.

Prominent und bedeutend war diese Familie aber vorallen im Selbstbild und das sorgenfreie Leben welches diese Frau im Zusammenhang mit dieser Familie projizierte stellte sich nicht ein, denn von dem starken Ego ihrer Schwiegerfamilie konnte sie sich keinen Salatkopf kaufen.
 
  • #9
Du scheinst dich sehr über deine „Herkunft“ zu definieren. Man liest kein einziges Wort von dir, von deiner Ausbildung. Das ist es, was Frauen interessiert und nicht, was mit deinen Eltern oder Großeltern war. In keiner Datingphase habe ich erlebt, dass nach der Bildung meiner Familie gefragt wurde.
Es geht darum, wie du aufgestellt bist. Was interessiert dich? Wie gestaltest du deine Freizeit? Welche Werte sind dir wichtig? Das alles hat oft, aber nicht pauschal mit Bildung zu tun. Ich kenne reiche Menschen, denen Kleidung völlig egal ist und denen man ihren Reichtum nie ansehen würde; aber auch welche, die eigentlich nicht viel haben und nur Markenkleidung, teure Autos usw. kaufen, oft auf Pump. Genauso kenne ich Arzthelferinnen, die sich durchaus gut kleiden und an Kultur usw. interessiert sind; ich weiß aber auch von Akademikern, die die Bild-Zeitung lesen und samstags ins Fußballstadion gehen. Es kommt immer individuell auf die Person an.
Welche Bemerkungen hast du von Frauen denn gehört, dass du drauf kommst, die Bildung deiner Eltern (die ja nicht mal schlecht ist) könnte Einfluss haben. Wenn du ohnehin bei deinen Großeltern aufgewachsen bist, rede doch über die, falls eine fragt, der sowas wichtig zu sein scheint. Man muss dem neuen Partner ja nicht direkt die ganze Familie vorstellen, es geht erstmal nur um dich.
 
  • #10
Ich verstehe die Frage nicht. Erzählst du den Frauen als erstes deine gesamte Familiengeschichte? Und dann sollen sie entscheiden?
Viele Frauen wollen jemanden, der ähnlich (oder mehr) gebildet ist als sie. Die schauen dann drauf, was der Mann arbeitet, studiert hat o.ä. Ob der aus einer Arbeiterfamilie kommt oder nicht, ist da meist recht egal; es geht darum, was für einen Eindruck dieser Mensch macht. Vielen Frauen (mir z.B.) geht es auch überhaupt nicht um den Abschluss oder so, sondern einfach darum, dass man sich im Durchschnitt mit studierten Leuten besser unterhalten kann als mit Handwerkern, was aber auch nicht immer stimmen muss. Ich hatte einen Freund ganz ohne Ausbildung oder Schulabschluss mit einem Heroin-abhängigen Erzeuger und einer Alkoholikermutter. Er war aber sehr intelligent, man konnte mit ihm super philosophieren. Daher war mir die Familiengeschichte egal. Die spielt dann natürlich trotzdem ne Rolle bei der Beziehungsfähigkeit, aber was die Eltern meiner Partner machen, ist mir wirklich eigentlich egal. Meine Eltern sind Akademiker, aber Künstler, und daher ziemlich arm. Was sagt das jetzt aus? Ich komme aus einer prekären Bildungsschicht? :D

w, 36
 
  • #11
Seit wann ist es entscheidend was die Eltern/Großeltern gearbeitet haben? Ich interessiere mich doch für die Person die ich date und da muss m.E. der soziale Status/Beruf etc schon zu mir passen. Also wer wegen sowas sich nicht mit dir treffen will oder damit ein Problem hat, hat den Knall echt nicht gehört.
 
  • #13
Die soziale Herkunft eines Partners würde mich dann interessieren, wenn sie direkten Einfluss auf mich hätte - also wenn irgendwelche Erwartungen an mich daraus entstehen würden, bspw. irgendwelche Stammhalter zeugen. Ein Partner, der familiäre Erwartungen erfüllen müsste, würde mich ebenfalls nicht interessieren.

Ansonsten ist mir die soziale Herkunft recht egal, solange es zwischen uns passt. Gemeinsame Themen, Interessen und Einstellungen sind mir wichtig, das hat aber nichts mit der Herkunft zu tun. Nur, weil die Eltern Ärzte sind, sind die Kinder nicht kulturell interessiert. Wenn die Eltern nicht beruflich erfolgreich sind, heißt das nicht, dass die Kinder es auch nicht sind. Und Status ist häufig sehr viel schlechter für den Character, als wenig Status. Jeder ist seines Glückes Schmied - die Startvoraussetzungen sind nur unterschiedlich.
 
  • #14
Mein Vater ist Akademiker ..... Meine Mutter hat das Gymnasium mit der mittleren Reife verlassen..... Dann gibt es noch meine Großeltern, die haben mich praktisch mit aufgezogen. Das waren Ärzte..... Was meint ihr? Könnten sich viele Frauen daran stören?
Lieber FS,
weißt Du, woran viele Frauen sich stören: an Männern in Deinem Alter, die keine Verantwortung in ihrem Leben übernehmen und sich hinter dem Rockzipfel und Mama, Oma, Opa, Papa verstecken und ihnen, wenn es für sie nicht gut läuft, diesen Generationen Vorwürfe machen, dass sie ihnen die Startbahn nicht ausreichend geglättet haben.
Diese Milchbubis sind sowas von unatttraktiv für Frauen, das kannst Du Dir nicht vorstellen.

Wer/wie bist Du, was hast Du mit 25 Jahren bereits erreicht und wo willst Du hin. Das bestimmt, für welche Frauen Du attraktiv bist - nicht was Deine Eltern und Großeltern machen.
Klar ist es nett, wenn die ältere Generation dem jungen Paar zur Eheschließung eine eigene Immobilie schenkt - wird aber von den wenigsten Frauen verlangt. Und die, die es verlangen, sind höchstwahrscheinlich als Partnerin für Dich nicht geeignet. So einer Frau musst Du Paroli bieten können und wer sich solche Gedanken macht wie Du, der kann das nicht.

Wichtig für Dich ist aber erstmal dahin zu kommen, dass überhaupt eine Frau Dich haben will und da sind Deine Eltern auf Monate garkein Thema - es geht nur um Dich, um Deine Eigenschaften, Dein Sein.

Über gebrochen Laufbahnen sollten gut ausgebildete junge Frauen genug wissen, um das nicht negativ zu bewerten. Negativ bewertet wird nur eine Jammerhaltung und andere verantwortlich machen für eigenen Fehlentscheidungen - ein bisschen das, was bei Dir erkennbar ist.
Ich komme aus einer wirklich problematischen Familie. Es hat keinen Mann je interessiert und hatte niemals Einfluss auf das zustandekommen einer Partnerschaft, wer meine Eltern sind/waren und mich hat nie interessiert, wer die Eltern des Mannes sind/waren.

Wenn Du Deine Familie liebst, sie respektierst und sie nette Menschen auch zu anderen sind, dann hast Du keinerlei Grund, Dich für sei zu schämen und sie vor Partnerinnen zu verstecken. Meinst Du, das bei einer Frau tun zu mmüsen, dann ist es die falsche Frau für Dich.
 
  • #15
Hier der FS:
Ich bin nicht 1995 geboren, sondern bin erst 20 Jahre alt.

Vielleicht habe ich mich mangelhaft ausgedrückt. Ich schäme mich nicht für meine Eltern, gerade meine Mutter brauche ich nicht zu verstecken. Es stört mich einfach, dass wir falsch eingeschätzt werden könnten. Und meine Großeltern habe ich deswegen erwähnt, weil sie mich sehr sozialisiert haben.

Zu meiner Ausbildung habe ich nichts gesagt, weil das nicht mein Thema gerade ist. Aber ich studiere. Zwar ein Orchideenfach, aber da liegt meine Leidenschaft.
 
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