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Gast

  • #1

Wie weit müssen wir noch sinken? Sind wir soweit, wieder (mal) nach Klassen / Rassen unterscheiden?

Ich finde es beschämend, Menschen nach Berufen / Anerkennung zu suchen. Kann nicht auch ein Anwalt oder Architekt ein hundsmiserabler Partner sein? Kann nicht auch ein Handwerker ein wundervoller Liebhaber sein?
 
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Gast

  • #2
Weißt du, ich glaube, dass es in diesem Punkt nicht per se eine Art "Entwicklung" gibt. Es gab immer Menschen, die sich um Prestigefragen gesorgt haben, und andere, denen es egal ist. Sicherlich, wenn wir in der Geschichte weiter zurückgehen, waren Standesgrenzen quasi eingefroren, vieles war unmöglich; dies ist aber in den letzten Jahrzehnten einer grundsätzlichen Offenheit gewichen. Und was daraus gemacht wurde und wird, ist stark Einzelfall-/ Personenabhängig. Für mich hört sich deine Frage so an, als ob du damit gerade ein konkretes Problem hast? Ich z. B. kenne jemanden, der alle möglichen Erkundigungen über mich eingeholt hat, weil er sich als etwas besseres vorkommt und wohl im Zweifel ist, ob man sich mit mir sehen lassen kann. Der Mensch ist bei mir unten durch. Vergiss die Sorte einfach, sie hat keinen Charakter und keinen Mut zur eigenen Meinung. Was wirklich zählt, ist menschliche Qualität.
 
  • #3
Zu den letzten beiden Fragen im Text: Ja, klar, kann sein, würde wohl auch niemand ernsthaft bestreiten.
Entscheidend für eine Partnerschaft ist aber einfach, ob man irgendwie das Gefühl hat, dass man zueinander passt. Und das kann sich an vielen unterschiedlichen Faktoren festmachen und da mag jeder eigene Schwerpunkte setzen.
Für mich liegt übrigens kein Schwerpunkt auf Beruf/formaler Bildung, sondern auf anderen Dingen.
 
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Gast

  • #4
Klar ist das möglich aber umgekehrt kann das genauso der Fall sein, also was willst du uns damit sagen?
Ansonsten hat jeder das Recht seinen Partner nach den eigenen Kriterien zu suchen.

Ich nehme an dein Problem rührt daher das du nicht verstehen kannst das z.B. eine Akademikerin sicher eher unter Akademikern einen Partner sucht weil sie einen Partner auf Augenhöhe sucht. Dabei ist es doch ganz klar das sie unter Akademikern einfach die größere Chance hat so einen Partner zu finden, auch ist es eigentlich recht klar das ein Partner der z.B. intellektuell nicht das gleiche zu bieten hat und völlig andere Interessen hat gelinde gesagt ziemlich anstrengend und langweilig sein kann und somit auch praktisch kaum eine Chance besteht das man sich in diesen verliebt. Insofern wäre es einfach unsinnig nicht verstärkt unter Akademikern zu suchen.
 
  • #5
Bei der Partnersuche geht es um Herz, also Verlieben, Liebe, Begehren, Attraktivität, Chemie, Wellenlänge, aber eben auch um Kompatibilität in bezug auf Lebensstil, Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Gewohnheiten und Vorlieben, Intelligenz, Bildung und Qualifikation, Charakter und Persönlichkeit, Freundeskreis und Familie sowie Lebenszielen wie Kinderwunsch oder Hausbau.

Den mit Abstand größten Teil unserer wachen Zeit verbringen wir mit unserem Beruf. Wir haben uns den Beruf ausgesucht, er sagt daher viel über Begabungen und Neigungen aus. Der Beruf bestimmt das soziale Umfeld an Kollegen und oft auch an Freunden, er bestimmt über beziehungsuntaugliche Fern-, Außen-, Not-, Wochenend- oder Schichtdienste, er sagt viel aus über Intelligenz, Bildung, Dominanz, Außenwirkung, Auftreten und so weiter...

Ja, der Beruf ist den meisten extrem wichtig, und zwar nicht wegen unzähliger Klischees, sondern wegen des faktischen Einfluss des Berufs auf das Zentrum des alltäglichen Lebens und unserer täglichen Erfahrungen, Tätigkeiten, unseren Austausch mit anderen, über Stress oder Ruhe, Erfolge oder Chancen, Gesundheitsrisiken oder soziale Kontakte.

Natürlich kann ein Handwerker ein wundervoller Liebhaber sein, aber die Qualifikation "guter Liebhaber" ist eben nicht alles im Leben. Er muss auch ein stimulierender Diskussionspartner sein, er muss sich auch in das soziale Umfeld aus Freunden und Familie integrieren lassen, man selbst muss sein soziales Umfeld mögen, er muss über ähnliche kulturelle und intellektuelle Interessen verfügen wie man selbst.

Ganz ehrlich: Ich könnte mir einen besonders pfiffigen selbständigen Handwerksmeister durchaus als Partner vorstellen, wenn er Abitur hat, wenn er souverän, selbstbewusst und gebildet ist. Aber ebenso ehrlich: Von 100 Handwerken, die ich kennenlerne, trifft das auf maximal 5% zu. So sehen für mich die Fakten aus.

Meistens aber ist eben der geistige Teifgang ziemlich flach, das soziale Umfeld erschreckend, die Allgemeinbildung inakzeptabel und die allgemeinen Umgangsformen einfach nur peinlich und eine Integration von mir in dessen oft prolligen Handwerker-Umfeld kaum möglich und seine Integration in meinen Freundeskreis auch unergiebig. Sorry, aber Du hast gefragt und sieht es nach meiner tatsächlichen Lebenserfahrung leider aus. Aber wie gesagt, 5% sind anders und da könnte es passen.
 
  • #6
Wieso "wieder (mal)"?
Was meinst du damit?

Was soll der Ausdruck "Rassen" in diesem Zusammenhang?
 
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  • #7
Frederika hat es super auf den Punkt gebracht,ich sehe es ganz genau so.
 
  • #8
Ich bin immer noch der Meinung, dass solche Aussagen in dieser Form nicht gemacht werden sollten. Mir ist es vollkommen gleichgültig, welchen Beruf ein Mensch (oder evtl. Partner) hat oder hatte, da ich ja davon ausgehe, wenn, dann einen im Alter zu mir passenden Menschen zu treffen. Aber das ist für die Frage hier ja unwichtig.

Es gibt sehr viele Menschen, die glauben, sich bezüglich ihrer Bildung, Status usw. besonders wichtig nehmen zu müssen (man beachte, dass ich 'sehr viele' schrieb; also keine Verallgemeinerung). Manche dieser Menschen (immer m + w) führen ein Leben, das mir zu sehr von der Wirklichkeit entfernt ist.

Da wird oft theoretisch diskutiert über Wenn und Aber, von dem überhaupt keiner weiß, ob diese Situationen jemals eintreten. Es werden unwichtige Dinge zu Dramen erhoben, die man mit einem Lächeln schnell wieder vergessen könnte. Manchmal gehen mir diese Theoretiker und Hobbyphilosophen einfach nur auf die Nerven. Sie wissen alles und haben auf alles eine Antwort. Wenn sie aber die Kaffeemaschine einschalten sollen, dann brauchen sie einen Plan (natürlich ist das überspitzt). Ich hatte Jahrzehnte beruflich überwiegend mit solchen Frauen und Männern (Dr., Prof.) zu tun.

Wie gesagt, so können Menschen sein. Die Mehrheit ist sicher nicht so. Trotzdem ist mir ein bodenständiger Handwerker in vielen Situationen lieber. Die meisten sind einfach besser in der Lage, ein reales Leben zu leben. Sie konstruieren meist keine theoretischen Probleme. Sie lösen sie einfach praktisch, sofern welche auftauchen sollten. Sie stehen mit beiden Beinen auf der Erde (und nicht mit dem Kopf). Das ist meine Erfahrung.

Eine Handwerksmeister(in) hat in der Regel eine besondere Begabung, die ihn zu diesem Beruf gebracht hat. Er hat auch eine solide Schulbildung und eine fundierte Ausbildung. Und eine Meisterprüfung ist auch kein Spaziergang. Warum sollte ein Mensch seine spezielle Begabung außer acht lassen, nur um später ein Akademiker zu sein? Eine handwerkliche Ausbildung bedeutet doch nicht, dass es dieser Person an Intelligenz mangelt!

Kompatible Partner, die sich bildungsmäßig auf Augenhöhe begegnen wollen/sollen, müssen nicht die gleiche Schul-/Hochschulbildung oder ein Studium abgeschlossen haben.

Für mich sind/waren das schon immer verschiedene Begriffe: Schul-/Ausbildung, Studium und dann kommt die Bildung hinzu. Schul-. und Ausbildung (was ein Studium ja auch ist), ist Lehr-/Fleißstoff, Bildung ist etwas, das sich 'bildet' durch Aneignung/Erfahrung! Man kann bis zum letzten Tag des Lebens sich bilden, wenn man will. Ohne Eigeninitiative bleibt der intelligenteste Mensch ungebildet.

Für mich ist ein Mensch gebildet, wenn er in allen Bereichen des Lebens klar kommt, sich nirgends verstecken oder hervor tun muss, wenn er ein breitgefächertes Wissen sich angeeignet hat und an vielen Dingen des Lebens Interesse zeigt. Die müssen sich aber nicht unbedingt 1:1 mit den meinen decken und auch nicht zwingend einen UNI-Abschluss einschließen.

Zusammengefasst, kann ich sagen, dass mich zuerst der ganze Mensch interessiert. Ich kann enttäuscht sein, oder freudig überrascht, was die intellektuelle Ebene (die ich natürlich auch gern auf etwa Augenhöhe hätte) betrifft . Ich entscheide aber nicht anhand des Handwerker- oder Akademiker-Status, auf welcher Ebene sich dieser Mensch (für mein Empfinden) bewegt.

Ich schaue genau so ungern nach oben wie nach unten, wenn es sich um Menschen handelt, die mein Leben begleiten. Ob sie in mein Leben passen, das festzustellen, ist mir noch nie schwer gefallen.
 
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  • #9
Ich frage mich was das mit dem Abitur soll, in Deutschland kann man mittlerweile auch ohne Abitur an einer Universität studieren... also wer auf sowas wert legt.. nenene...
 
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  • #10
Ich stimme der ersten Antwort zu!

ps: Diese Frage solltest du der Schule stellen, die Kinder dann doch noch weiterversetzt aufgrund der beruflichen Qualifikationen der Eltern ("deine eltern sind ja auch Dr./Ing...daher.."). Ja, das gibt es - zu genüge.

Eine berufliche Laufbahn wird auch zum persönlichen Werdegang. Die Persönlichkeit wird nicht nur durch Erziehung, sondern vor allem durch die Umwelt geformt.
 
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  • #11
Jeder Mensch wendet bei der Partnersuche bestimmte Strategien an, die aus der Menge aller Kandidaten die Menge der potentiellen Kandidaten filtern sollen. Die Kriterien Beruf und Bildung können ein Teil des Filters sein. Dieser Filter basiert fast immer auf Lebenserfahrung.

Kennst du (FS) 100 Handwerker persönlich?
Wenn ja, wird dir auffallen, dass 10 von 100 tatsächlich höher einzustufen sind. Meistens sind das die Inhaber gut laufender Handwerkerbetriebe. Diese Menschen denken oft sehr praxisnah, typische Akademiker-Gespräche über Gott und die Welt sind ihnen oft zu theoretisch.
 
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  • #12
Mir ist es egal ob jemand Akademiker,Arbeiter oder arbeitslos ist-jeder hat seine Macke-jeder auf seine Art.Wenn man miteinander zurecht kommt,ist es am Ende doch unwichtig-es gibt Akademiker Trottel und intelligente nicht Akademiker-Sympathie und Wellenlänge sollten bestimmen wer zusammen paßt.
Geld allein macht nicht glücklich und nur durch Reden kommt der Nagel nicht in die Wand-ich hasse selbsternanntes Einsteinniveau und hochtrabendes geschwollenes Gerede....äh übrigens sehr verbreitet unter Akademikern.

m48
 
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  • #13
Kann nicht auch ein Anwalt oder Architekt ein hundsmiserabler Partner sein? Kann nicht auch ein Handwerker ein wundervoller Liebhaber sein?

@FS:
Natürlich kann das so sein!
Ich nehme an mit "wieder mal" meinst Du das 3. Reich??

@ Angeline:
Deine Antwort und Dein empatischer Schreibstil gefällt mir sehr ( wie alle Deine Beiträge) und dem ist für mich nichts hinzuzufügen.

w49
 
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  • #14
Hallo, hier haben wir die Ursache, warum so viele Akademikerinnen alleine sind. Wenn ich mir oben stehende Antworten zum Teil durchlese, habe ich den Eindruck, da steht sich die eine oder andere selbst im Weg.

Männern wird häufig vorgeworfen, sie daten gerne nach unten. Das ist durchaus wahr, anscheinend ist der Bedarf sehr häufig nach anderen Kriterien ausgelegt. Und das wird von Akademikerinnen natürlich sehr oft negativ ausgelegt. Und das ohne Grund, mit diesen Frauen kann Mann sehr viel Spaß haben. Aber bitte, überlegt doch mal. Mit den von euch gegebenen Ansprüchen ist die Auswahl geringer, da ein guter Teil der Männer eben nicht so darauf achtet, ob die Frau Akademikerin ist oder nicht. Umgekehrt wird eine Frau dieses aber in der Regel nicht akzeptieren, dass ihr Mann nur Handwerker oder Bürokaufmann ist.

Was ich aber insgesamt traurig finde, dass es viele Frauen gibt, die sehr auf Status und gewisse formale Anforderungen wie z.B. Uniabschluss setzen. Wenn ich mit einer Frau ein Treffen vereinbare, sehe ich sehr schnell, ob sie mir zu langweilig ist. Wenn sie einen einfachen Beruf ausübt, ist das für mich noch lange kein Grund, mich nicht mit ihr zu treffen. Das ist mir völlig egal. Nicht egal ist mir, wenn ich mit der Frau nichts anfangen kann. Dann werde ich aber auch nicht mit ihr zusammen sein. Glaubt mir, viele Akademiker-Frauen würden besser fahren, wenn sie am Anfang die Formalismen ausser Acht lassen und erst einmal den Menschen kennen lernen. Die Chancen werden aber dadurch verbaut, dass man sich mit dem Handwerksmeister oder wen auch immer nicht trifft, weil der den Anforderungen nicht entspricht.

Bitte einfach einmal darüber nachdenken.
 
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  • #15
zu # 13: Und was ist wenn ein Handwerker gar keine Akademikerin will?? Ich hatte zb. mal ein Date mit einem Schreiner und bin da auch ganz unvoreingenommen hingegengen und was kam dabei heraus? Er hat nach einer halben Stunde das Date abgebrochen nachdem er erfahren hat, daß ich promovierte Biochemikerin auf dem Weg zur Habilitation bin. Nun werden sicher viele einwenden, daß ich ihm dann bestimmt zu häßlich/fett/unweiblich etc. war und er deshalb das Date so schnell abgebrochen hat. Daran kann aber es wohl nicht gelegen haben, ich habe während meiner Studienzeit lange gemodelt, trage Kleidergröße 34, habe sehr lange Haare und verfüge über sämtliche Attribute die man(n) gemeinhin als attraktiv bezeichnet (und ich bin auch noch weit von der 40 entfernt). Allerdings bin ich nicht blond sondern habe brasilianische Wurzeln, vielleicht war das ja der Grund:) Jedenfalls sehe ich mich seit dieser sehr negativen Erfahrung gezwungen, mir vielleicht doch eher einen Akademiker aus meinem Umfeld zu suchen der nicht gleich das Weite sucht wenn er erfährt was ich beruflich mache...
Man sollte vielleicht nicht immer nur auf den bösen und wählerischen Akademikerinnen rumhacken sondern sich vielleicht umgekehrt auch einmal die Frage stellen, ob beispielsweise ein Schreiner o.ä. denn überhaupt eine zb. Professorin an seiner Seite haben möchte. Das glaube ich nämlich nicht.
 
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Gast

  • #16
Ich bin promoviert und habe eigene Erfahrungen mit diesem Bildungsgefälle. Hatte Freunde mit Realschulabschluss +Lehre. Sie hatten eine recht gute Allgemeinbildung, das war nicht so sehr das Problem und darüber konnte ich -dank ihrer anderen charakterlichen Vorzüge- gut hinwegsehen.
Gestört hat mich die etwas andere "Denkweise", die man ohne akademische, in meinem Fall naturwissenschaftliche, Bildung innehat. Mich störte die Art und Weise, wie oft sehr wenig vorausschauend oder zunächst sich informierend schnell geurteilt und gehandelt wurde. Komplexere Zusammenhänge oder die "Tragweite" einer Situation wurden erst gar nicht versucht, zu durchschauen... es war eher ein "Learning by doing" oder "schau mer mal", was die Männer praktizierten.
Der gravierendste Punkt für mich war aber, dass bei meinerseits geäusserten Bedenken oder Argumenten die Männer überaus schnell gekränkt waren und mir teils in aggressiver Manier vorwarfen, arrogant zu sein bzw. mich für etwas Besseres zu halten, weil ich studiert hätte... Da ging es dann plötzlich nicht mehr um die Sache, sondern solche Männer fühlen sehr schnell unterlegen und in ihrem Selbstwert verletzt, wenn Frau selbstständig denkt. Um den Partner nicht zu verletzen, habe ich dann oft meine Gedanken und Meinungen für mich behalten... das war aber keine Lösung für MICH.

Ich habe im Freundeskreis auch Frauen mit geringerer Bildung, als ich und da ist dieses Problem noch nie aufgetreten. Es scheint männlich zu sein. Es tauchen hier ja immer wieder Threads wegen des Bildungsunterschiedes auf. Die sind fast ausschliesslich von Männern geschrieben, die sich in aggressivem oder beleidigten Ton beschweren, dass die "ach so arroganten" Akademikerinnen sie als Partner teilweise ablehnen. Wenn die Männer mit dieser Einstellung dann tatsächlich eine Akademikerin als Partnerin haben, werden diese negativen Vorurteile im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeihung dann auch gerne eintreffen.

Auch beim FS ist dieses Unterlegenheitsgefühl spürbar. Er reaagiert trotzig und beleidigt, weil einige Akademikerinnen ihn als Handwerker nicht als Partner in Betracht ziehen. Frage an den Handwerker: würdest Du den so ohne Weiteres eine Frau ohne Schulabschluss und Berufsausbildung nehmen (um das Bildungsgefälle mal in die andere Richtung darzustellen), die am Fliessband einen hirnlosen Job verrichtet?

w, 49
 
M

Mooseba

  • #17
@ #15
Dass sich mit Männer mit "niedrigerer" Ausbildung da schnell angegriffen fühlen, glaube ich dir sofort. Das männliche Ego funkioniert da nun mal anders. Wegen mir kann die Frau ruhig mehr wissen als ich. Meine Partnerin ist nicht meine Konkurrentin. Aber dass wir alle vorschnelle Urteile, also Vorurteile treffen, passiert doch in allen Kreisen. Die Kunst besteht doch eher darin, sie zurückzuhalten und nicht damit herauszuplatzen ;)

Heutzutage kommen aber noch andere "Probleme" hinzu. Es studieren immer mehr Menschen gemessen an der Bevölkerung. Und somit gibt es auch immer mehr Frauen, die mit außer ihrer Ausbildung nichts Akademisches mehr zu bieten haben - das ist einfach so (Männer natürlich auch - s.u.). Dennoch suchen diese ihre Männer in den gebildeten und vor allem gut verdienenden Kreisen - hakt man aber mal nach, wie es mit den intellektuellen Interessen, mit einer über die allgemeine Allgemeinbildung hinausgehenden Bildung bei diesen Damen aussieht, dann wird es oft düster.
Mir hat mal eine Frau hier über EP geantwortet, ob man sich wirklich besser kennenlernen könnte, wenn man wüsste, was der andere so für Bücher mag - damit hatte sie als Studentin in einem geisteswissenschaftlichen Fach gleichzeitig die Antwort verweigert. Leider fehlte mir die Chuzpe, ihre Frage klar mit ja zu beantworten.

Männer mit akademischer Ausbildung und einem Mangel an kulturellen bzw. intellektuellen Interessen sind da einfach lockerer. Sie haben kein Problem damit, dass ihnen ein Fernsehabend oder ein Fußballspiel lieber ist als ein Symphoniekonzert oder ein Buch. Das ist mir sympathisch, weil es eher von Selbstbewusstsein zeugt.

Ich denke, heute kann die berufliche Ausbildung wenig aussagen über die Interessen der Einzelnen. Aber früher war das wahrscheinlich auch nicht viel anders, nur stellten Akademiker aufgrund ihrer im Vergleich zu heute geringeren Anzahl eine Art Adel dar.

(m/28)
 
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Gast

  • #18
Hallo, hier nochmal die #13 an die 14: Da hast Du das gleiche Vorurteil nur andersherum erlebt. Warum er das Date so schnell abgebrochen hat, kann ich dir leider nicht sagen und möchte da auch sicher nichts negatives herein interpretieren. Ich kenne euch beide ja nicht.

Das Thema, worauf ich anspreche, sind die Voreingenommenheiten, die bestehen. Ich denke, wir sind uns einig, dass es mehr Menschen gibt - egal, ob Akademiker oder nicht - die für einen nicht in Frage kommen. Man sollte es von Fall zu Fall sehen. Durch die Voreingenommenheiten vergibt man sich einfach Chancen im Leben. Der Punkt ist, um jemanden kennen zu lernen, musst Du ihn treffen. Und erst dort, und nicht beim Abchecken von Status, Uni, Porsche, ewige Rummailerei etc. wirst Du feststellen, ob dieser Mensch für dich in Frage kommt. Mehr aber auch nicht, alles weitere ergibt sich, wenn ihr dann tatsächlich zusammen kommt.

Auch wenn Du eine negative Erfahrung mit dem Schreiner gemacht hast, trifft das nicht für alle Schreiner dieser Welt zu. Es gibt viele Akademiker, die dort keine Vorbehalte haben und dadurch einfach mehr Möglichkeiten bekommen. Auch das wie #14 schreibt, die Aggresivität männlich ist, gilt nur für einen Teil. Nicht-Akademiker sind sicherlich nicht die besseren Menschen.
 
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Gast

  • #19
@14
Natürlich gibt es solche Fälle auch, aber wie das so immer ist mit den Erfahrungen. Nur weil man einmal betrogen wurde, heißt es nicht, dass das alle tun und weil ein Handwerker nicht wollte, heißt es nicht, dass alle nicht wollen. Ich denke es gibt mindestens 1 Schreiner auf der Welt, der auf den Charakter einer Frau mehr wert legt als auf den Beruf (Professorin). Von daher sollte Dein letzter Satz falsch sein.