• #1

Wie viel Verzicht verträgt die Liebe?

Hallo ihr Lieben,
ich habe mich gestern nach 5 Jahren Beziehung von meinem Partner getrennt; nicht aus mangelnder Liebe, sondern weil die Umstände es mir langsam unmöglich erscheinen lassen.
Er hat eine Tochter (9) aus einer früheren Beziehung, die 50% bei uns ist und langfristig ganz zu uns ziehen soll. Außerdem ist er nicht bereit, in meine Heimat umzuziehen, obwohl ich meine Familie sehr vermisse. Nachdem er mir gestern gesagt hat, dass er seit einem Jahr weiß, dass er auch keine Kinder mehr möchte, habe ich mich getrennt.
Aber wir fragen uns beide, ob dieser letzte Entschluss seinerseits nicht nur dadurch kommt, dass unsere Patchwork-Familie in den letzten 2 Jahren schwieriger und schwieriger wurde; zu einem großen Teil auch, weil ich mich innerlich anfing dagegen zu wehren und die Zeit mit der Kleinen oft darunter gelitten hat. Aber ich weiß nicht, ob das nicht auch daran lag, dass mir mein Partner immer das Gefühl gegeben hat, nicht so wichtig zu sein wie seine Tochter. Und ich habe schon oft gedacht, dass es mir alles leichter fallen würde, wenn ich wenigstens meine Familie und Heimat im Rücken hätte und nicht andersrum die Gewissheit, dass er nicht dasselbe für mich tun würde...
Ich frage mich einfach, ob unsere Beziehung zu unausgewogen ist oder ob wir es doch nochmal probieren sollen und ich nochmal meine ganze Energie zusammenkratze, um unsere Patchwork-Familie zu kitten...mit der Hoffnung, dass sich dann auch seine Entscheidung bezüglich Kindern wieder ändert...
 
  • #2
Ganz falsch. Da gibts nichts zu kitten.
1. Du bist eifersüchtig auf seine Tochter, machst Stress, und wunderst dich dann daß der Mann mit dir keine Kinder will.
2. Du willst an erster Stelle stehen, wirfst ihm aber vor, daß er nicht zu deiner Familie ziehen will. Die offenbar bei dir an erster Stelle steht.
Ich sehe keinerlei Kompromißmöglichkeiten, und du bist leider auch recht unreflektiert, wenn du die ganze Sache nur aus deiner Warte betrachten kannst.
 
  • #3
Hallo Maxime,

der letzte Satz sollte dir eigentlich als Mahnmahl dienen.
Zu hoffen dass sich jemand anderes so ändert, dass es zu den eigenen Lebensplänen passt halte ich für ziemlich absurd und bedrohlich was die Verwendung der eigenen wertvollen Lebenszeit angeht. Noch dazu bei einem so wichtigen Thema wie Kindern und Familiengründung, wo doch vor allem für Frauen ja eine bioligische Zeituhr tickt.
Für mich wäre der Fall klar, dass das keine Zukunft mehr hat.
Ziehe dich zuerst mal zurück für ein paar Wochen/Monate und schau wie sich alles entwickelt. Das Alleinsein nach doch etwas längerer Beziehung gibt einem die Möglichkeit der Selbstreflektion und Neuausrichtung der Subjektivität bezogen auf das eigene Lebens.
Viel Glück

Lg Habby m26
 
  • #4
Ich finde, dass ist keine Patchwork-Familie, wenn du keine Kinder mitbringst. Er hat das Kind, du nicht, und gemeinsame Kinder gibt es nicht. Klar, dass er sich um sein Kind kümmert, das dann in Konkurrenz zu dir steht. Ein gemeinsames Kind würde mehr kitten mehr ausgleichen. Will er aber nicht.

Wenn du Kinder haben möchtest und er nicht, hast du dich richtig getrennt. Suche dir einen Partner, der mit dir eine Familie gründen möchte und unterdrücke diesen Wunsch gegen deine Natur nicht.

Die Frauen, die ich kenne, die sich zum Nicht-Kinderkriegen haben überreden lassen, haben jetzt 5 Katzen oder Hunde oder andere Tiere zuhause und nennen das ihre Kinder. So als Ersatz. Und dann schauen sie immer wehmütig auf richtige Mütter. Ich frage mich immer, warum sie das haben mit sich lassen machen.
 
  • #5
Ich frage mich einfach, ob unsere Beziehung zu unausgewogen ist oder ob wir es doch nochmal probieren sollen und ich nochmal meine ganze Energie zusammenkratze, um unsere Patchwork-Familie zu kitten...mit der Hoffnung, dass sich dann auch seine Entscheidung bezüglich Kindern wieder ändert...
Niemals wird er sich ändern und auch wird er seine Entscheidung bezüglich Kindern genau so wenig ändern, er möchte dich gerne noch weiterhin hinhalten, warmhalten und das war es dann! Wenn du dir nicht mehr wert bist dann verplempere weiter deine kostbare Zeit mit ihm, ansonsten sei konsequent mit Kontaktabbruch, da der Kontakt absolut nichts bringt, diese Mann - Spielchen sind asbach uralt!
 
  • #6
Das mit Kindern ändert sich eher nicht.
Ist es noch möglich, sich hinzusetzen, und zu fragen, warum kein gemeinsames Kind? Hat er Angst, dann mit 2 Kids sitzengelassen zu werden? Kann das irgendwie gelöst werden? Sonst ist die Beziehung wirklich eher zu Ende. Sie brauchen bei Kinderwunsch zumindest Verständnis für seine Haltung, die er anscheinend nicht erklärt.
Das mit der Heimat ist schwierig.
Dort wäre ER entwurzelt, also würde sich alles nur umkehren. Würde das weiterhelfen? Wäre das finanziell sinnvoll?
Dass er die Tochter überbewertet, nun, vielleicht hilft hier reden, ob er nur zuviel schlechtes Gewissen dem Kind gegenüber hat? Oder braucht er wirklich nur eine Erzieherin für die Prinzessin?

Ich wünsche viel Kraft für die richtige Entscheidung, auch für die Kleine, die ihre Stiefmama vermutlich mag.
 
  • #8
Ich lese aus Deinem Post nur, dass Deine Liebe keinen Verzicht verträgt. Hast Du schon einmal versucht, die Dinge so herum zu betrachten? Echte Liebe klingt für mich anders als kleinliche Eifersüchterei wegen der Tochter des Partners.
 
  • #9
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie schnell in solchen anonymen Foren Urteile gefällt werden - insbesondere gegenüber sog. "Stiefmüttern". Mich würde mal interessieren, ob du in einer ähnlichen Situation steckst, denn wenn nicht, kannst du dir ein so krasses Urteil überhaupt nicht erlauben....
Ich "mache keinen Stress" wegen seiner Tochter; im Gegenteil, ich habe ihm immer gesagt, dass sie irgendwann ganz zu uns kommen kann. Ich sage nur, dass es mir zusehends schwerer fiel und ich, so sehr ich es auch versucht habe, nicht geschafft habe, dass niemanden merken zu lassen.
Ich kann mich sehr gut in seine Situation versetzen, aber er hat mir deutlich gesagt, dass er - auch wenn es theoretisch keine Tochter geben würde - nicht mit mir in meine Heimat umziehen würde. Er erwartet von mir, mich komplett in sein Leben zu integrieren, ist auf der anderen Seite aber überhaupt nicht bereit, auf mich einzugehen. Meine Familie ist mir sehr wichtig und ich vermisse sie, dennoch habe ich mich vor 1,5 Jahren dazu entschieden, hier bei ihm zu bleiben. Aber ich frage mich einfach langsam, insbesondere nach seiner letzten Verkündung bezüglich Kinder, ob es nicht sehr viel Verzicht von einer Seite ist...
Ja, vielleicht bin ich ein Stück weit egoistisch, aber das ist doch der ewige Vorwurf, der den hinzugekommenen Partnern gemacht wird...Eigentlich hatte ich mich in diesem Forum angemeldet, weil ich das Gefühl hatte, hier nicht nur auf diese klischeebehafteten Vorurteile zu treffen und mir diese typischen Anfeindungen gegenüber dem neuen Partner mal nicht anhören zu müssen...
 
P

Provence

  • #10
Die Trennung ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings aus anderen Gründen, als du diese sehen magst:
  • Du akzeptierst seine Tochter nicht, obwohl du von Anfang an wusstest, dass es sie gibt. Die Liebe zum eigenen Kind ist immer eine andere, als die zum Partner, du solltest also nicht eifersüchtig sein, sondern dich freuen, dass er sein Kind liebt.
  • Du erkennst nicht, dass dein Unverständnis dazu geführt hat, dass er kein weiteres Kind haben möchte.
  • Du ziehst ganz offensichtlich deine Ursprungsfamilie deiner neuen Familie vor - wobei man sich im Erwachsenenalter unbedingt emotional der nun neuen Familie zuwenden sollte und die Ursprungsfamilie nur noch »begleitend« im Hintergrund existent sein sollte.
  • Du erwartest von ihm, dass er seinen Job und sein Umfeld aufgibt und mit dir in deine alte Heimat (zu deiner früheren Familie) zieht. Dazu müsste dann wohl auch seine Tochter ihre Schule und Freundinnen verlassen, was dir wohl ziemlich egal zu sein scheint. Für Kinder, die noch dazu ständig zwischen zwei Elternteilen hin und her ziehen, ist das ein einschneidender Schritt.
Wirklich reif kommst du mir mit all deinen Wünschen und Vorstellungen an eine Partnerschaft nicht vor. Sieht mir sehr nach »mangelnder Liebe« (von deiner Seite!) aus.
 
G

grünewelle

  • #11
Wenn ich aus der Sicht des Mannes gucke, würde ich befürchten, dass ein weiteres Kind zu einem großen Kuddelmuddel an Konkurrenz unter den Kinder führen könnte und ich würde Abstand von dem Wunsch nach einem 2. Kind nehmen, dem Erstgeborenen zuliebe.Ich würde diesem Kind das nicht zumuten wollen.

Du bist eifersüchtig auf sein Kind, das berechtigterweise an erster Stelle steht bei ihm. Kinder sind keine Konkurrenz, die Liebe zu ihnen ist eine andere als zum Partner. Sie benötigen das Gefühl, hundertprozentig geliebt zu werden, um vernünftig aufzuwachsen. Toll, dass der Vater seinem Kind dieses Gefühl offensichtlich gibt.
Schade für Dich, dass Du das nicht so erleben kannst.

Eltern sind nicht ganz so kompromissfähig wie alleinstehende Menschen. Ein Ortswechsel würde für ihn viel mehr bedeuten als für Dich, sein Kind müßte aus dem gewohnten Umfeld wechseln. Ob die Besuchsregelung dann so bleiben kann, ist nicht rauszulesen, vermutlich aber nicht. Natürlich entscheidet sich ein Elternteil dann dazu, alles so zu belassen und nicht umzuziehen. Was ich absolut nachvollziehbar finde. Du hast ihn so kennengelernt, mit Kind.

Wenn Du damit nicht leben kannst, dann ist die Trennung richtig.
Ich vermute, dass viele Elternteile sich in so einer Situation für ihr Kind entscheiden würden, wenn sie merken würden, dass der Partner innerlich anfängt , sich gegen die Situation zu wehren, sprich...das Kind für die Situation verantwortlich zu machen (so liest es sich für mich).
W
 
  • #12
Du verlangst, dass du mit deinem Mann und deiner Stieftochter umziehst um näher bei deinen Eltern zu wohnen. Denn es ist wichtig, dass du in der Nähe deiner Eltern wohnst.

Es ist (dir) nicht wichtig, dass dein Mann in der Nähe seiner Eltern wohnt. Nicht wichtig, dass die Stieftochter in der Nähe ihrer Mutter und ihrer Großeltern wohnt. Nicht wichtig, dass dein Mann und du euch neue Arbeitsplätze suchen müsst und die Tochter in eine andere Schule gehen muss. Es ist nicht wichtig, dass ihr von euren Freunden wegzieht.

Du stellst deine Eltern über deinen Mann und deine Stieftochter, wunderst dich aber dass dein Mann eure Beziehung nicht über alles stellt.
 
N

nachdenkliche

  • #13
Ganz falsch. Da gibts nichts zu kitten.
1. Du bist eifersüchtig auf seine Tochter, machst Stress, und wunderst dich dann daß der Mann mit dir keine Kinder will.
2. Du willst an erster Stelle stehen, wirfst ihm aber vor, daß er nicht zu deiner Familie ziehen will. Die offenbar bei dir an erster Stelle steht.
Ich sehe keinerlei Kompromißmöglichkeiten, und du bist leider auch recht unreflektiert, wenn du die ganze Sache nur aus deiner Warte betrachten kannst.
Das sehe ich aber so genau nicht! Die FS reflektiert sehr genau und hat richtig geagiert. Ich selber habe auch ein erwachsenes Kind, welches ohne Vater aufgewachsen ist, weil der nochmal geheiratet hat und wieder ein Kind hat usw..usw..Das Leben der FS ist genauso wertvoll, wie das eines Vaters mit Kind. Wenn sie andere Pläne hat , ist sie eifersüchtig und unreflektiert ? Ich fasse es nicht ! Nur so erzieht man sich "den kleinen Tyrannen" heran. Ich hätte mich längst getrennt.
 
A

ak18

  • #14
Ich kenne die Situation aus der Sicht des Vaters.

Als (größtenteils) allein erziehender Vater suchte ich eine Frau, die mir die Möglichkeit gab, mich um mein Kind zu kümmern ohne dabei eifersüchtig zu werden. Eine Frau, die keine Mutterrolle einnimmt (denn die gibt es ja) sondern für das Kind eine Bezugsperson in Form einer mütterlichen Freundin wird.
Natürlich war es gut, dass diese Frau selbst keine Kinder mehr hatte, bei denen eine Betreuung notwendig war. Das gab die Möglichkeit ganz bei ihr zu sein und mit ihr die kleinen Fluchten aus dem Alltag zu leben. (Mamawochenenden oder Mamaferien) Diese kleinen Fluchten haben uns immer wieder zusammengeschweißt.
Trotzdem gab es bei mir immer das Gefühl, der Frau nicht genug geben zu können und bei der Frau ergab sich das Gefühl die Nr. 2 zu sein.
Aber das stimmt so nicht. Einer ist 1 und der andere A.
Die Art der Liebe zu Kind und zu Frau ist eine ganz andere.

Eine räumliche Veränderung, die dem Kind die Nähe zur Mutter und seinem gewohnten Lebensraum (Kindergarten, Grundschule,Freunde...) nimmt, wäre auch für mich nicht in Frage gekommen. Damit wäre nicht nur den Kind Schaden zugefügt worden, es hätte auch die Möglichkeiten der kleinen Fluchten genommen.

Obwohl bei den Damen, die ich in den Jahren kennengelernt habe, keine mit Kinderwunsch war, hat es oft nicht funktioniert. Es war ihnen immer zu wenig Mann. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt Teilzeit gearbeitet habe und mich auch für sie sehr einbringen, Dinge erledigen und ihr den Rücken frei halten konnte, um mehr gemeinsame Zeit zu generieren.

Ich habe dann eine Antenne dafür entwickelt, Gespräche gesucht und die Geschichten beendet, bevor sich das Kind zu sehr an die Frau gewöhnt.

In meinem Umfeld ist es bemerkenswerter Weise so, dass sich kinderlose Männer auf Frauen (mit bis zu drei Kindern) voll eingelassen haben (bis zur Hochzeit und Namensschenkung an die Kinder) - Aber mir fällt kein allein erziehender Mann ein, bei dem sich eine langfristige Partnerschaft mit einer kinderlosen Frau ergeben hätte.
Manchmal denke ich, es wird wirklich Zeit, dass sich die Frauen emanzipieren. :)

Das wäre vielleicht mal eine genauere Untersuchung wert. ;-)
 
  • #15
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie schnell in solchen anonymen Foren Urteile gefällt werden - insbesondere gegenüber sog. "Stiefmüttern". Mich würde mal interessieren, ob du in einer ähnlichen Situation steckst, denn wenn nicht, kannst du dir ein so krasses Urteil überhaupt nicht erlauben....
Ich "mache keinen Stress" wegen seiner Tochter; im Gegenteil, ich habe ihm immer gesagt, dass sie irgendwann ganz zu uns kommen kann. Ich sage nur, dass es mir zusehends schwerer fiel und ich, so sehr ich es auch versucht habe, nicht geschafft habe, dass niemanden merken zu lassen.
Ich kann mich sehr gut in seine Situation versetzen, aber er hat mir deutlich gesagt, dass er - auch wenn es theoretisch keine Tochter geben würde - nicht mit mir in meine Heimat umziehen würde. Er erwartet von mir, mich komplett in sein Leben zu integrieren, ist auf der anderen Seite aber überhaupt nicht bereit, auf mich einzugehen. Meine Familie ist mir sehr wichtig und ich vermisse sie, dennoch habe ich mich vor 1,5 Jahren dazu entschieden, hier bei ihm zu bleiben. Aber ich frage mich einfach langsam, insbesondere nach seiner letzten Verkündung bezüglich Kinder, ob es nicht sehr viel Verzicht von einer Seite ist...
Ja, vielleicht bin ich ein Stück weit egoistisch, aber das ist doch der ewige Vorwurf, der den hinzugekommenen Partnern gemacht wird...Eigentlich hatte ich mich in diesem Forum angemeldet, weil ich das Gefühl hatte, hier nicht nur auf diese klischeebehafteten Vorurteile zu treffen und mir diese typischen Anfeindungen gegenüber dem neuen Partner mal nicht anhören zu müssen...
Wenn du eine Frage stellst, dann mußt du auch damit leben, daß dir nicht alle Antworten zusagen. Du klingst sehr starr und festgefahren und kompromißlos.
 
  • #16
Hallo ihr Lieben,
ich habe mich gestern nach 5 Jahren Beziehung von meinem Partner getrennt; nicht aus mangelnder Liebe, sondern weil die Umstände es mir langsam unmöglich erscheinen lassen.
Er hat eine Tochter (9) aus einer früheren Beziehung, die 50% bei uns ist und langfristig ganz zu uns ziehen soll. Außerdem ist er nicht bereit, in meine Heimat umzuziehen, obwohl ich meine Familie sehr vermisse. Nachdem er mir gestern gesagt hat, dass er seit einem Jahr weiß, dass er auch keine Kinder mehr möchte, habe ich mich getrennt.
Manchmal reicht Liebe nicht aus. Auch die Umstände müssen stimmen. Und wenn sie für dich nicht zumutbar waren, ist eine Trennung die logische Folgerung.

Aber ich weiß nicht, ob das nicht auch daran lag, dass mir mein Partner immer das Gefühl gegeben hat, nicht so wichtig zu sein wie seine Tochter. Ich frage mich einfach, ob unsere Beziehung zu unausgewogen ist oder ob wir es doch nochmal probieren sollen und ich nochmal meine ganze Energie zusammenkratze, um unsere Patchwork-Familie zu kitten...mit der Hoffnung, dass sich dann auch seine Entscheidung bezüglich Kindern wieder ändert...
Du wirst nie den Stellenwert wie seine Tochter bei ihm haben. Wenn du das gehofft hast, ist diese Hoffnung vergebens.
Und ja! Eure Beziehung, bei der es sich übrigens um keine Patchworkfamilie handelt, ist sehr unausgewogen. Er wird sich mit Sicherheit nicht ändern. Wenn du damit nicht glücklich bist, solltest du deine Energie für einen Neuanfang ohne ihn verwenden. Vielleicht ziehst du ja wieder in die Nähe deiner Familie.
 
  • #17
Ich finde es richtig, dass Du Dich getrennt hast. Du hast einen Kinderwunsch und fühlst Dich wie ein Beiwerk, weil die familiäre Seite in eurer Beziehung fehlt und Dir als einziges bleibt, Dich in seine Lebenssituation zu integrieren und dabei zuzusehen, wie er mit einer anderen Frau das hatte, was Du Dir wünschst. Ob das so klappt, nur wegen eines eigenen Kindes, wage ich zu bezweifeln, weil ich von mindestens einem Gegenbeispiel schon weiß, dass nicht zwangsläufig diese gewünschte Nähe in einer Beziehung entstehen muss, "nur", weil noch ein Kind mit der neuen Frau gezeugt wurde. (In dem Fall, den ich kenne, konzentriert sich der Mann nach wie vor auf sein erstes Kind und lässt die Mutter, also seine Partnerin, völlig allein mit dem Kind, das er mit ihr hat)

Ich denke, Du hast auch Heimweh und bist nie mit dem Ort warmgeworden. Du hast für diese Beziehung alles aufgegeben, was Dein früheres Leben ausmachte und bist nicht Mittelpunkt als Ausgleich dafür.
Ich finde es richtig, dass das Kind an erster Stelle kommt, darum geht es mir nicht. Aber es kann für Dich nicht gut sein, wenn Du Dich so fühlst in einer Beziehung, deswegen passt ihr meiner Ansicht nach nicht zusammen.
er hat mir deutlich gesagt, dass er - auch wenn es theoretisch keine Tochter geben würde - nicht mit mir in meine Heimat umziehen würde. Er erwartet von mir, mich komplett in sein Leben zu integrieren, ist auf der anderen Seite aber überhaupt nicht bereit, auf mich einzugehen.
Das ist typisch für viele Männer. Kenne ich auch. Alles, was ich für seine Familie und meine Familie für ihn getan haben, war ganz selbstverständlich. Und ich war schuld, dass die Beziehung schlecht lief, weil ich mich nicht gänzlich einpassen wollte in sein Leben. Das wird von männlicher Seite sehr oft ganz natürlich ERWARTET, dass die Frau ihr eigenes Leben komplett aufgibt, um sich als Accessoire in das des Mannes einzufügen und sein Leben angenehmer zu machen. SIE will ja die Beziehung, und ich denke, das will sie in vielen Fällen mehr als er. Er kann austauschen, wer besser reinpasst in sein Leben, denn es ist normal, dass er die Richtung dafür vorgibt. Geh zurück in Deine Heimat, alles andere macht Dich nicht glücklich.
 
  • #18
Aus meiner Sicht wünscht sich die FS vor Allem mehr Nähe zur eigenen Familie, weil ihr von Seiten des Mannes viel fehlt. Würde sie sich da wohl und aufgehoben fühlen, wäre angekommen, könnte sie wahrscheinlich bei ihm, seiner Tochter und einem oder zwei gemeinsamen Kindern bleiben - und die Eltern ab und zu besuchen.

Aber so? Ich halte gar nichts von irgendwelcher Aufopferung - aus meiner Sicht ist die Sache durch und die FS sollte dringend ihr eigenes Leben in den Fokus stellen. Sonst ist sie irgendwann 42 und das war's mit eigenen Kindern.
 
G

Ga_ui

  • #19
Wenn ich dir was raten darf: Der Mensch erträgt keinen Verzicht. Wenn einem etwas weggenommen wird, giert man später umso mehr danach. Das ist ein Energiegesetz. Egal, worum es geht: Liebe, Sex, Essen, Aufmerksamkeit. Und dann werden diese Dinge zum ECHTEN extremen Problem für einen.

Es rächt sich eines Tages und kommt mit voller Wucht zurück. Neben diesem Mann wirst du psychisch oder physisch krank und verlernst, was es heißt, was eine gute Beziehung ausmacht. Du wirst unglücklich, wenn du 50 % zurückschrauben sollst. Nachher denkst du noch, das wäre normal.
 
  • #20
Liebe FS,
Du hast mit der Trennung richtig entschieden. Du hattest einen Partner, der sein Leben so führt wie er es will:
- er ist an dem Ort, an dem er leben will
- er hat bereits ein Kind und will kein weiteres

Du lebst nicht dort, wo Du Dich wohlfühltst und Du hast einen Kinderwunsch. Das passt als Lebensziel nicht zueinander. Also such' Dir einen Job in Deiner alten Heimat, geh' dorthin zurück und vergiss' Fernbeziehungen sondern such' Dir einen Mann vor Ort, der auch einen Kinderwunsch hat. Alles ander zwingt Dir ein Leben auf, welches Du nicht wirklich willst.

Ich habe damals meine alte Heimat aufgegeben und bin dorthin gegangen, wo mein Exmann zuhause war. Ich bin seinem Wunsch gefolgt und habe auf Kinder verzichtet. Getrennt haben wir uns, als ich bereits Ende 40 war und nicht mehr das Alter hatte, um anderswo beruflich neu anfangen zu wollen und auf dem gleichen Niveau zu können. In ein paar Jahren beende ich hier mein Berufsleben und mache mich davon.
Ich habe kein schlechtes Leben, aber es war ein Fehler, mich den Wünschen eines unflexiblen Mannes anzupassen und auf meine eigenen Wünsche zu verzichten. Davon rate ich heute jeder jungen Frau ab - schnell trennen und einen Mann suchen, mit dem man gemeinsame Ziele hat oder ohne Mann leben und tun, was für Dich das Beste ist.

Ich hatte einen Beziehungsversuch mit einem AE-Mann mit 2 Kindern. Bei ihm und den Kindern durfte sich auch nichts im Leben ändern und so beendete ich es, weil ich nicht schon wieder mich den Beduerfnissen eines unflexiblen Mannes unterordnen wollte.
Ich denke, es ging weniger um Veränderungen für die Kinder - die sind flexibler als Männer. Die Emanzipation ist bei mir angekommen: ich mache nicht mer das, was ein Mann will, sondern schaue nach Gemeinsamkeiten. Gibt es diese nicht, sondern es ist frauenseitige Anpassung verlangt, dann gibt es eben keine Beziehungsgrundlageund somit ist es zuende.
 
  • #21
Schwierig finde ich, dass Du ich schon getrennt hast und im Nachhinein über die verzwickte Beziehung nachdenkst. Mit diesem Schritt gab es einen weiteren Bruch. Du spürtest eine sehr starke Unzufriedenheit aufgrund des Ungleichgewichts zwischen geben und nehmen und sahst wohl keine andere Lösung. Einerseits hast Du Deine Heimat aufgegeben, bist zu ihm und seiner Tochter gezogen, andererseits wird Dein natürlicher Wunsch nach einem Kind nicht berücksichtigt.

Es ist schade, dass Du seine Tochter augenscheinlich nicht so annehmen konntest. Ich war mit 28 in einer ähnlichen Situation, zog auch zu meinem Freund, der einen damals achtjährigen Sohn hatte. Dies war für mich aber kein Problem, ich mochte seinen Sohn sehr, wir haben viel unternommen, Spaß gehabt und gleichzeitig half mir diese neue und schöne Aufgabe in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Vielleicht war es daher für meinen Freund damals auch keine Frage, dass wir nochmal ein gemeinsames Kind wollten und bekamen. "Heimweh" hatte ich trotzdem. Vor allem wenn es Probleme gab in Partnerschaft oder Beruf, fehlten mir Freunde und Familie besonders.

So sehr Dein Herz auch zerrissen ist, in Deiner Situation ist es wohl das beste "nach Hause" zurückzukehren. Vielleicht braucht ihr beide den Abstand und findet doch noch eine Lösung. Wenn nicht, lerne aus Deinen Erfahrungen, schau nach vorne. Solltest Du Dich nochmal in einen Mann mit Kind verlieben, versuche es mehr in Dein Herz zu schließen, denn es gehört zu ihm und sollte nie eine Konkurrenz darstellen, Kinder sind doch toll. Nur gemeinsam kann man Lösungen finden.