G

Gast

  • #1

Wie viel unerfüllte Sehnsucht verträgt eine Liebesbeziehung?

Hatte das seltene Glück, tatsächlich via Internet einen Mann zu finden, den ich für mich als perfekt empfinde, und es beruht sich auch noch auf Gegenseitigkeit. Nun hat uns leider der Alltag eingeholt, in dem unsere beruflichen und elterlichen Pflichten unseren Einsatz dermaßen fordern, dass wir uns bisher nicht mal jede Woche sehen können. Ich habe aktuell Angst, dass gerade in dieser frühen Phase der Beziehung, in der man das Fundament für die Zukunft legt, dazu zu wenig Gelegenheit ist und diese Liebe daran zerbrechen könnte. Meine Frage: Kann Verliebtheit warten, gelebt zu werden? Wie lange? Tritt nicht irgendwann Gleichgültigkeit ein, wenn man nicht wirklich alle Hebel in Bewegung setzt, um dieser Liebe Raum zu schaffen, damit sie sich überhaupt entfalten kann? Wie viel Verständnis muss ich aufbringen können, wenn auch gesundheitliche Grenzen ins Spiel kommen?
 
G

Gast

  • #2
Verantwortung tragen können und wollen ist eine gute Eigneschaft. Man sollte aber sich selbst dabei und über einen längeren Zeitraum dabei nicht vergessen. Verliebtheit kann auch nach Jahren noch da sein, besonders wenn man sie durch viel rationelle Agieren verdrängen muss. Versucht irgendwo in eure Planung ein regelmäßiges Zusammensein einzuschieben.
 
G

Gast

  • #3
Ich glaube, da kommt viel auch auf Zukunftsplanung und Wertschätzung an. Wenn eine Beziehung keine Perspektive hat, wie "wenn wir das und das gelöst haben, können wir uns öfter sehen", sondern auf "schaun wir mal, was sich spontan entwickelt" basiert, gebe ich dem nicht viel Zukunft.
Zumindest für mich zählt zunächst das, was ist und das was mein Partner und ich in der Zukunft wollen. Existiert das nur schwammig in den Köpfe und wird darüber nicht gesprochen und daran gearbeitet, finde ich eine Beziehung nicht interessant. Bei mir käme sehr schnell Fremdheit auf.
Man baut ein Haus ja auch nicht, in dem man Steine hinkippt und sich sagt, das wird schon irgendwie, wenn wir ab und zu mal eine Reihe Ziegel mauern.
 
G

Gast

  • #4
Warum sollten berufliche und elterliche Pflichten einen auf Dauer so fordern, dass noch nicht mal euer Minimalziel - 1 x pro Woche - möglich ist? Das ist reine Organisation, auch wenn mal ein Geschäftstermin dazwischen kommt. Ein Teil des WEs oder mal ein Abend. Wie lange kennt ihr euch denn schon? Wie weit wohnt ihr auseinander? Hat jeder Kleinkinder, die nicht mal alleine bleiben können? Man kann auch ein WE mit allen Kids verbringen. Für wirkliche Tipps fehlen einige, wesentliche Angaben. Daher Danke für eine Rückantwort.
 
  • #5
Nein, ich bin der Meinung, dass Verliebtheit auch ausgelebt werden muss -- sie vergeht so oder so nach einiger Zeit und kann nicht geparkt werden. Die rosa-rote Phase ist sehr wichtig für den Aufbau von Nähe, Vertrauen und Intimität. Ihr solltet schauen, dass Ihr es geregelt bekommt -- eigentlich geht es immer, wenn man nur will.
 
G

Gast

  • #6
FS: Genau, wir sollten das geregelt bekommen... Die kommunikativen Fertigkeiten haben wir, die Zeit können wir uns - eigentlich - nehmen. @ 3: Die Details finde ich jetzt nicht so wichtig für diese Frage; es ging mir mehr um´s Prinzip und wollte dazu Erfahrungswerte lesen... d.h. ich schrieb diesen Thread aus Frust über bislang zu selten gelungene Abstimmung, sprich viel Fehlplanung wie Absagen durch Unvorhergesehenes, Überschätzung der eigenen Kräfte, falschen Prioritäten (ich zu oft an letzter Stelle der To Do-Liste), zu wenig Zeit für ernsthafte Planung genommen, fehlende Bereitschaft dem anderen einen festen Platz im Zeitplan einzuräumen. Klingt alles, als wäre es doch nicht so toll wie beschrieben, bzw. nach Ausreden - i.M. meine ich, es auf unsere allgemeine Überlastung und Abhängigkeiten von anderen zurückführen zu können. Aber es muss besser werden!!!
Meistens, während ich noch darüber nachdenke, macht er genau den Schritt in die richtige Richtung. D.h. ich habe noch Hoffnung, dass wir alles in die richtigen Bahnen lenken können. Und bitte bald!
@ #2: Danke für diese wunderbare Metapher!
 
G

Gast

  • #7
@FS Danke für deine Antwort. Trotzdem, das weiß ich aus eigener Erfahrung, ist es organisatorisch einfacher, wenn die Kinder größer sind, zugleich schwieriger, wenn viele km dazwischen liegen. Aber wenn die oberflächliche und grunsätzliche Antworten ausreichend sind, dann ja, es gehört von beiden Seiten Verbindlichkeit und Organisationsfähigkeit dazu, jeder muss Prioritäten setzen. Jobmäßig gibt es Termine, die nicht verschoben oder weggelassen werden können, eine private Einladung zur Tante der Cousine muss nicht unbedingt 1. Prio haben. Aber mir scheint, ihr müsst euch erstmal darüber im Klaren werden, was ihr wirklich wollt und wieviel jeder von Euch überhaupt bereit ist, dazu beizutragen. Gruß 3