• #151
Lieber Mooseba,

sag mal dir ist schon klar, dass dein Problem nicht die Frauenwelt ist.
Dein schlimmster Feind und vorrangigstes Problem bist du dir im Moment selbst.
Ich habe den Eindruck bei dir klaffen rationales Verständnis/Bedürfnis und emotionales Verständnis/Bedürfnis weit auseinander. Du schreibst du bist geradezu zwanghaft am Grübeln. Für mich ein klares Indiz, dass deine "Gefühlswelt" versucht deinem "Verstand" etwas zu sagen. Hast du es einfach mal nur für dich mit den W-Fragen versucht?
Dir geht der Gedanke X / die Frage X immer wieder im Kopf herum, macht dich geradezu verrückt. Frage dich warum dich dieser Gedanke, diese Frage dich beschäftigt. Die Antwort darauf hinterfragst du wieder mit einem Warum usw.
Das klingt vielleicht sehr simpel und blöd - ich garantiere dir aber es ist sehr viel schwerer als es klingt. Ein guter Teil der Antworten wird nämlich rein emotional sein und damit für dich als sehr rationalen Menschen erst mal schwer zu akzeptieren (und im Vorfeld schwer zuzulassen) sein. Aber auch das ist ein Teil von dir. Emotionen, so sinnlos sie einem auch erscheinen mögen, sind ein Teil von jedem von uns. Wir müssen sie wahrnehmen und annehmen, sonst quälen sie uns auf vielfältige, teilweise sehr subtile Art und Weise. Schaffst du das ist das auch der Weg raus aus deinem Tief.

Im Moment geht es dir nicht gut und du hast keine Motivation. Das ist schlichtweg Scheiße - sorry für den Ausdruck.
Eigentlich hast du damit gar keine Wahl als herauszufinden warum das so ist. Den Grund wirst du nicht irgendwo draußen finden, sondern irgendwo in dir selbst.
Ob das alleine zu schaffen ist weiß ich nicht, vielleicht lässt du dich auch auf professionelle, stationäre (weil sehr viel intensiver und individueller) Hilfe ein.
Um Hilfe zu bitten erfordert sehr viel Mut, ist aber auch der erste Schritt raus aus dem Leid.

Alles Gute
 
  • #152
Was motiviert euch denn? Mich nicht mehr viel. Keine Weltreise, kein anderer Beruf, kein mögliches Hobby.
Auf der Terrasse meine Pflanzen pflegen, schneiden, Kräuter und Erdbeeren ernten, mir etwas gutes zum Essen kochen oder Essen gehen, es mir gutgehen lassen, in der Sonne liegen, in einem frisch überzogenen Bett schlafen, tausende kleine Dinge machen mich jeden Tag glücklich.
Motivieren wäre zuviel gesagt, das versuch ich gar nicht. Klingt anstrengend. Ich versuche nur ganz viel von dem zu tun, was ich mag.
 
  • #153
Formuliere doch mal deutlich, was du dir vom Forum erhoffst.
Keiner kann dich 15 Jahre zurück zaubern: was soll deine Frage bringen?
Du willst nicht (mehr) zum Therapeuten, alle Ratschläge findest du falsch und lächerlich: was soll das also?
 
  • #154
Lieber Mooseba, nimm das hier: Vater Alkoholiker, Mutter schizophren mit Verarmungsneurose, als Kind halb verhungert, weil die Mutter das Essen nicht rausgerückt hat. Das ländliche Daheim eine Katastrophe ohne Ansprechpartner, ich, als widerständiges Kind nach angepasster Schwester über Jahre halb tot geprügelt. Essstörung, Medikamentensucht im Teenageralter. Mit 19 die Erkenntnis, da komm ich allein nicht raus, an die Tür der damals einzigen psychosomatischen Station des Landes geklopft und um Aufnahme gebeten. Jahre lang Therapie bei einem wirklich guten Therapeuten, Studium, 2 Kinder mit wesentlich älterem Mann. 1 Jahr nach der Trennung erkrankt er an frühem Alzheimer, im Bestreben, den Kids ihren Vater zu erhalten, kümmere ich mich 14 Jahre lang neben neuer Beziehung, bis letztere am Ende ist und ich aus dem letzten Loch pfeife. Neben Kids, neben Job, es geht nicht mehr. Jetzt, mit 49 mache ich nach 2 KH-Aufenthalten (Major Depression) noch einmal eine Therapie. Die Lebensfragen sind 30 Jahre später andere als damals, einige wenige überschneiden sich. Und dazwischen lag und liegt ein dennoch buntes Leben mit Lachen und praller Vita. Soll heißen: Man kann auch mit beschissener Kindheit ein erfülltes Leben führen, Beziehungen führen, Kinder aufziehen, ohne sie fertig zu machen, wenn man früh ein paar bittere Wahrheiten anerkennt, sich nicht dauernd im eigenen Elend suhlt und versteht, dass Erkenntnis noch lange nicht der Weg zur Lebendigkeit ist, sondern das Tun und das konsequente Arbeiten an Dingen, die anderen qua günstigerer Voraussetzung in die Wiege gelegt wurden. Du scheinst mir in deiner Jammrigkeit ganz zufrieden, weil du an dir selbst nichts verändern musst, sondern eine Änderung der Umstände erwartest. Darüber kannst du schwarz werden, du hast dich in deinem Hach-mir-fehlt-halt-die-Motivation-Gesudere eingerichtet. Dann bleib unglücklich (das allein war für mich Anfang 20 Motivation genug, die elementaren Dinge anzugehen). W,49
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #155
Was motiviert euch denn? Mich nicht mehr viel.
Mich motiviert mein Wille, der Wunsch wissen zu wollen, wie sich etwas anfühlt bzw. habe ich eine positive Vorstellung davon (Lust, es selber erleben zu wollen). Da kann ich noch so großes Widerstreben bin hin zu Ängsten haben, zum Schluss ist der Wille, es wissen zu wollen der stärkere Antreiber. Das Wichtigste ist, nicht alles im Vorwege schon schlechtzureden, um garnichts anzufangen odr ausprobieren zu müssen.

Wenn Du schreibst, dass Dich nicht mehr viel motiviert, dann solltest Du diesem wenigen Deine ganze Aufmerksamkeit widmen und es als Antreiber nutzen, statt Dich in der Negativitaet und den zurechgegruebelten vermeintlichen Hindernissen zu suhlen.
Ich weiß wovon ich rede. In der hohen Kunst des Schwarzsehens macht mir so schnell keiner was vor. Man kann sich aber auch selber kognitiv umstrukturieren - muss man aber wollen und ist nicht einfach.

Noch mal 20 sein zu wollen ist ein komplett unrealistisches Ziel, aus dem Du keinerlei Motivation ziehen kannst. Du wirst nie wieder 20 sein können - ist nunmal unmöglich.
Wenn ich mir so offensichtlich unrealistische/nicht erreichbare Ziele setzen würde, dann ist das absolut demotivierend und auch destruktiv. Daher wundert es mich nicht, dass Du aus Negations- und Jammerschleife nicht rauskommst.

Du tust Dich mit Frauen schwer und so wie Du es angehst (keine Zeit wegen langem Fahrweg und willst das nicht ändern, unkommunikativ, chronsich mies drauf, Interesse nur an sehr jungen und sehr attraktiven Frauen) hast Du Null Chancen Dein Ziel jemals zu erreichen. Da ist fehlende Motivation ein guter Schutz vor Enttäuschungen.
Also hak' das Thema endlich ab, setz' Dir realistische Ziele, die Dir das Leben angenehmer machen. Wenn Du dann besser drauf bist, kommt eine Frau um die Ecke, die auch keine Kinder will, weil Du dafür dann auch schon zu alt bist. Die Dinge richten sich von ganz allein, wenn man sie lässt.
 
  • #156
Nochmal - wirklich - 20 sein zu wollen. Was soll mich sonst noch motivieren?
Ich will ein völlig anderer Mensch als jetzt sein. Aber das ist ja dann auch wieder das falsche Ziel.
Es ist das falsche Ziel, weil das nicht geht. Du wirst niemals mehr 20 sein und ein anderer Mensch als jetzt wirst Du auch nur, wenn Du Dein Denken veränderst, was Du aber nicht willst (oder auf Grund einer Störung nicht kannst).
Für mich liest das alles schon leicht "verrückt im Sinne von Realität ver-rückt " .
Ich würde Dir einen Termin beim Psychiater vorschlagen, für meinen Geschmack sollte man medikamentös auf Dein Denken einwirken und Dein Grübeln regulieren.
Alles andere wurde hier schon gesagt.
W
 
M

Mooseba

  • #157
Danke für eure Antworten. Ich versuche jetzt mal, meiner sinnlosen Sucht nicht mehr nachzugeben und weitere substanzlose Beiträge zu schreiben. Schöne Woche.
 
  • #158
Mooseba,

Das ist ein guter Entschluss.

Es wäre trotzdem wirklich schön, zu einem späteren Zeitpunkt wieder mal von Dir zu lesen, was sich verändert hat, ob Du etwas gefunden hast, was Dich motiviert, begeistert.

Ob irgendetwas der vielen Versuche, Dir Impulse und Anregungen zu geben, vielleicht doch noch etwas bewegen konnte.
Vielleicht findest Du irgendwann die Muße, noch mal nach zu lesen und einen anderen Zugang dazu.

Gib nicht auf und gebe Dich nicht auf.

Dir alles Gute.
 
  • #159
meiner sinnlosen Sucht nicht mehr nachzugeben und weitere substanzlose Beiträge zu schreiben. Schöne Woche.
Das ist gut. Aber nutze doch die freien Kapazitäten, um Dir einen guten Psychiater zu suchen, der gut in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen (Stichwort anankastisch- hatte ich Dir bereits gegeben) ist oder Dir einen guten Psychotherapeuten vermittelt (der natürlich auch Psychiater sein darf, wenn Du Dich damit wohler fühlst, als mit einem Psychologen). Du scheinst ja schon Leidensdruck zu haben. Es wäre wirklich jammerschade, wenn Du aufgrund fortschreitender Rigidität (und anderen Problemen, die diese PS mit sich bringt) Dein Leben nicht mehr meistern könntest.
Denn und deshalb schreibe ich Dir hier überhaupt noch: Noch kokettierst Du rum mit Deinen Symptomen rum, scheinst sie sogar ein wenig zu genießen (was ich Dir nicht vorwerfe, jeder Mensch möchte sich selbst toll finden), aber mit mittlerem Alter stellst Du (hoffentlich nicht!) fest, dass Du komplett isoliert bist, vielleicht sogar Zwangsstörungen ausgebildet hast und nicht mehr arbeitsfähig bist, da Du überall aneckst oder an Deinem Perfektionismus gescheitert bist. Das wäre echt traurig. Du bist jetzt noch jung genug, um was zu tun. Alles Gute!
 
  • #160
Dein Muster, Mooseba, ist aber so: alles, was nicht exakt dem entspricht, was Du Dir vorgestellt hast, wird sukzessive abgewertet, bis es gar nichts mehr bedeutet.
Auf diese Weise verhunzt Du Dir Dein eigenes Leben. Aber auch das ist Deine Entscheidung und kann von keinem Therapeuten der Welt verändert werden, wenn Du so widerständig bleibst.

Letztlich muss man sich selbst ertragen und ich weiß auch, dass manche Menschen einfach mit besseren "Umständen" gesegnet wurden, aber dass nutzt mir für mich selbst nichts. Man fällt immer auf sich selbst zurück und das ist das Problem und zugleich Ausgangspunkt für eine Lösung!
Es ist für sehr viele Menschen eine harte Schule durch die sie gehen müssen, dass das Leben so gut wie nie genau so verläuft, wie wir uns das wünschen und vorstellen und damit haben die meisten Menschen auch grosse Mühe, sind überfordert, hilflos und ratlos.

Jeder wünscht sich die beste Gesundheit, den wunderbarsten Partner (oder viele Sexualpartner als vermeintliche non plus ultra des Glücks), einen tollen Job und hohes Einkommen usw. usf.

Aber irgendwann (und manchmal ist es dafür zu spät) kommen Sie selbst zu dieser Erkenntnis, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und dass in Wirklichkeit, die wenigsten Menschen Einfluss/Kontrolle über ihr Leben haben. Jeder Mensch hat Wünsche und Träume und versucht sie als Ziele zu formulieren und sie zu verfolgen. Doch auf dem Weg zum Ziel kann es viele Stolpersteine geben, weil man den Weg bis zum Ziel gar nicht im Voraus wissen kann.

In besseren Umständen geboren zu werden, ist genau gleich, wie man wenn man die besten Karten in die Hand bekommt. Doch man kann auch mit den besten Karten das Spiel verlieren, wenn man nicht gut spielt. Es liegt tatsächlich an einem selbst und in seinen Händen, was er in der konkreten Situation/den Umständen in Eigenverantwortung macht.

Das tragische am Leben ist, dass man trotz der größten Mühen und Einsatz keine Garantie auf Erfolg hat. Das muss man erkennen können und trotzdem das Leben nach den besten Möglichkeiten leben!

Das Leben ist (auch) für mich noch heute ein Rätsel.
 
M

Mooseba

  • #161
Ich bin nicht anankastisch. Und nein, ich werde mir auch keinen Psychiater mehr suchen. Wenn die Ideale eben zu hoch sind - ok. Habe ich insgeheim eh schon eingesehen. Aber warum müssen automatisch dadurch neue Kräfte für anderes entstehen? Antriebslosigkeit war schon in der Kindheit ein Problem. Ich hätte genausowenig Antrieb, wenn ich bereits 17.30 Uhr von der Arbeit daheim wäre. Ich würde genauso in meiner freien Zeit keine Musik mehr hören oder was lesen oder mehr kommunizieren. Nein, ich tue mir das nicht mehr an mit den Therapeuten, dieses sinnlose Ochsenrennen.
Das muss man erkennen können und trotzdem das Leben nach den besten Möglichkeiten leben!
Genau müssen, müssen, müssen. Aber man soll sich ja nicht unter Druck setzen. Funktioniert aber nicht.
Das wäre echt traurig. Du bist jetzt noch jung genug, um was zu tun.
Das Gleiche: Man ist automatisch unter Druck aufgrund der äußeren Umstände. Aber man soll sich nicht unter Druck setzen. Somit mache ich gar nichts. Da bin ich gelähmt.
Vielleicht solltest du erst mal ein paar unverbindliche Dates haben und ein bisschen Sex hier und da!?
Das können echt nur Frauen schreiben. Wo bekommt man die denn her? Bei Neckermann? Gibt's doch nicht mehr?
 
  • #162
Das nennt man wohl klassisch beratungs- und therapieresistent.
Aber das ist doch auch eine Entscheidung, keine Ratschläge und Konfliktlösungen von Therapeuten,Ärzten, Psychiatern und auch hier von den Foristen anzunehmen. Dann will man eben genauso leben, wie man lebt und hat mit Sicherheit irgendeinen Nutzen davon und sei es nur, Therapeuten und Co. zu beschäftigen mit der "harten Nuss Mooseba". Sonst würde man ja was ändern. Logisch eigentlich.
Der Leidensdruck ist nicht so groß wie der Nutzen. Kann man mal so stehenlassen. Alles Gute.
W
 
  • #163
...hier paßt der schöne Begriff" Koryphäenkiller", ein sehr
Anschaulicher Fall ,daß Helfen nur möglich ist, wenn es gewünscht wird und sich alle dabei die Zähne ausbeißen in diesem Thread.....oder wie mein Vater sagte:des Menschen Wille ist sein Himmelreich ,Selbstsabotage inclusive. w
 
M

Mooseba

  • #164
Das nennt man wohl klassisch beratungs- und therapieresistent.
Aber das ist doch auch eine Entscheidung, keine Ratschläge und Konfliktlösungen von Therapeuten,Ärzten, Psychiatern und auch hier von den Foristen anzunehmen. Dann will man eben genauso leben, wie man lebt und hat mit Sicherheit irgendeinen Nutzen davon und sei es nur, Therapeuten und Co. zu beschäftigen mit der "harten Nuss Mooseba". Sonst würde man ja was ändern. Logisch eigentlich.
Der Leidensdruck ist nicht so groß wie der Nutzen. Kann man mal so stehenlassen. Alles Gute.
Was heißt denn beratungsresistent? Ich habe eine Frage gestellt und mir wird dann nur gesagt, dass dies nicht mehr nachzuholen ist.
Stattdessen werde ich 1:1 genauso behandelt, wie es mein Vater tat: Man soll sich zu dem zwingen, was notwendig ist, Motivation darf keine Vorbedingung sein. Und vor allem antworten hier eh nur die Damen, deren liebstes Hobby es sowieso ist, Männern verbal eins reinzuwürgen oder sie zu belehren, wie sie es umgekehrt nie akzeptieren würden, aber überhaupt keine Ahnung haben, wie es ist, ein Spätzünder zu sein. Diese Damen, die hier überall überhebliche Ratschläge erteilen, ohne die Problematik verstanden zu haben.
Wieso bin ich beratungsresistent? Weil ich Dinge nicht machen will, zu denen ich keine Motivation habe?
Ich habe übrigens ein neues Hobby begonnen. Aber das hat keinen meditativen oder wirklich entspannenden, aber actionreichen Charakter und dient in allererster Linie dazu, selbstbewusster und v.a. attraktiver zu werden. Es erfordert Durchbeißvermögen, man muss sich quälen können, man muss hart zu sich sein. Übrigens nach Vorschlag eines Therapeuten. Die Zeit rast wahnsinnig schnell, das Leben vergeht wie im Fluge. Ich habe schon so viel verpasst und falsch gemacht.
keine Ratschläge und Konfliktlösungen von Therapeuten,Ärzten, Psychiatern und auch hier von den Foristen anzunehmen
Nochmal: Welche Ratschläge denn? Ratschläge, ohne nach der Motivation zu fragen, aber nach dem Motto: Dann hast du eben Pech gehabt, wenn du es nicht machst? Das ist 1:1 wie mein Vater. Also hatte er dann doch Recht mit seinen Methoden. Vollkommen recht.

Meine Ausgangsfrage bleibt: Ist dies noch wirklich nachzuholen? Was sollen dann die anderen Vorschläge? Deren Umsetzung ist niemals ein gleichwertiger Ersatz.
 
  • #165
Meine Ausgangsfrage bleibt: Ist dies noch wirklich nachzuholen?
Nein, es ist nicht nachholbar.
Die Zeit ist vorbei und kommt auch nicht mehr zurück.
Alles was Du nun tust wird die Vorraussetzungen für Deine Zukunft schaffen.
Die Vergangenheit ist unwiederbringlich und unnachholbar vorbrei. Aus, Schluss, Finito.

Und Dein Vater hatte in einigen Belangen einfach nur recht. Seine Methoden es Dir nahe zu bringen waren wohl daneben.
 
  • #166
Wieso bin ich beratungsresistent? Weil ich Dinge nicht machen will, zu denen ich keine Motivation habe?
Heftig.
Meine Ausgangsfrage bleibt: Ist dies noch wirklich nachzuholen? Was sollen dann die anderen Vorschläge? Deren Umsetzung ist niemals ein gleichwertiger Ersatz.
Nein, es gibt nichts nachzuholen. Zeit ist weg. Jetzt, in jeder Sekunde. Morgen machst Du die Augen auf und wieder ist ein Tag weg. Das bleibt auch so bis an Dein Lebensende.
Gleichwertiger Ersatz wofür?
Wirklich heftig. Wir sind hier kein Therapeutenforum. Du brauchst aber auch eher einen Psychiater.
W
 
  • #167
Meine Ausgangsfrage bleibt: Ist dies noch wirklich nachzuholen?
Ja, dies ist noch nachzuholen.
Ich habe heute nachmittag eine Folge von "Rach, dem Restauranttester" geguckt und es ging um ein Libanesisches Restaurant, wo das Essen wohl ziemlich gut war und Rach zunächst nicht wusste, wo er ansetzen sollte und beim Küche-Putzen meinte er dann, es ginge um ein Bündel von Maßnahmen und er wüsste letztendlich auch nicht, was genau zum Erfolg führt, aber man müsse alles versuchen und geputzte Küche sei nunmal grundlegend.
 
  • #168
Ja, dies ist noch nachzuholen.
Ich habe heute nachmittag eine Folge von....... aber man müsse alles versuchen und geputzte Küche sei nunmal grundlegend.
Nein, das ist ein Irrtum. Man kann die Vergangenheit nicht nachholen/nachträglich ändern. Nur die Dinge, die in der Vergangenheit falsch gelaufen sind kann man in der Gegenwart oder Zukunft ändern - auf dass der vergangene Misserfolg sein Ende findet.

Erfolge für die Zukunft sind nicht garantiert, sie sind nur ein Potenzial, dass nicht eintreten muss.

Erfolge sind nur noch für die Zukunft möglich. Erfolge in der Zukunft können die Misserfolge der Vergangenheit kompensieren/ihr Erleben abmildern, machen daraus trotzdem keine Erfolge. Die Misserfolge der Vergangenheit bleiben immer Misserfolge. Die Erinnerung daran kann die Erfolge der Zukunft aber umso erfreulicher machen.
 
M

Mooseba

  • #169
Erfolge sind nur noch für die Zukunft möglich. Erfolge in der Zukunft können die Misserfolge der Vergangenheit kompensieren/ihr Erleben abmildern, machen daraus trotzdem keine Erfolge. Die Misserfolge der Vergangenheit bleiben immer Misserfolge. Die Erinnerung daran kann die Erfolge der Zukunft aber umso erfreulicher machen.
Ganz genau! Ich stehe jetzt gewaltig unter (Zeit-)Druck. Das macht es nicht wirklich leichter. Und bevor wieder der Tipp Gelassenheit kommt: Diese Umsetzung führte nur zum Nichtstun bzw. zur Verschieberitis. Wann bin ich im Leben am meisten vorangekommen? Wenn ich gewaltig und Druck stand.
 
P

proudwoman

  • #170
Ganz genau! Ich stehe jetzt gewaltig unter (Zeit-)Druck. Das macht es nicht wirklich leichter. Und bevor wieder der Tipp Gelassenheit kommt: Diese Umsetzung führte nur zum Nichtstun bzw. zur Verschieberitis. Wann bin ich im Leben am meisten vorangekommen? Wenn ich gewaltig und Druck stand.
Na dann aber los! Die Voraussetzungen sind nun da, der (Zeit)Druck. Wo ist das Problem jetzt, wenn Du schreibst, dass das die Sache auch nicht leichter macht? Ist es vielleicht die nette aber müßige Diskussion hier im Forum, die dann flach fällt?
 
W

wahlmünchner

  • #171
Wann bin ich im Leben am meisten vorangekommen? Wenn ich gewaltig und Druck stand.
Na dann hast du doch schon die Lösung..
Ach ne, jetzt musst du eigentlich wieder den Ball abschmettern.
Dir ist schon klar das für uns alle die Uhr Tick tack macht?
Abgesehen davon verpasst jeder irgendwas im Leben. Die einen das Reisen, die anderen Karriere, die nächsten viele Kontakte...
Es ist eben nur begrenzt Zeit zum Leben da.
Wieso bist du eigentlich hier so dermaßen aggressiv unterwegs? Da machen sich Leute Gedanken wegen dir. Ist das nichts? Und ja, es ist schon auch frustrierend, dass dir nicht zu helfen ist.
Aber das wusstest du ja im Gegensatz zu uns vorher schon.
alles Gute, ich klinke mich hier aus.
 
  • #172
@Mooseba : jede Frau, jeder Mann führt ein ganz eigenes, individuelles Leben. Nur, weil es da mehrheitlich bestimmte Muster zu bestimmten Zeiten/Altersphasen gibt (teenie-Liebe, Hochzeit, Kinderkriegen etc), bedeutet es noch lange nicht, daß irgendwas "nachzuholen" wäre. Du zermarterst dir dein Hirn und machst dir dein Leben zur Qual, weil du ständig davon ausgehst, dass du etwas ANDERS hättest tun sollen (oder wollen?) in deinem Leben, als du es getan hast.

gehst du denn davon aus, es wäre besser gewesen, schon mit 20 den ersten Sex gehabt zu haben? Weil du dann acht Jahre lang mehr Sex gehabt hättest? Wer sagt dir, daß das acht schöne Jahre gewesen wären? oder angenehmer Sex? Vielleicht würdest du jetzt in einer beschissenen Beziehung mit zwei kleinen Kindern festsitzen und dich fragen, ob du nicht besser länger Jungfrau und Single hättest sein sollen?

Dein Schmerz kommt daher, dass du nicht bereit bist, die Situation zu akzeptieren, wie sie ist. Du schaust immer nur auf andere und wie gut es ihnen vermeintlich geht. Dein Leben KONNTE nicht anders verlaufen als es verlaufen ist! Unter denselben Umständen, hättest du jedesmal dasselbe gemacht, es wären dir dieselben Menschen begegnet bzw. nicht begegnet. Es ist müßig, drüber zu grübeln, was man anders hätte machen wollen/sollen. Hätte man es gekonnt und gewollt, hätte man es getan. Punkt aus.

Aber du kannst natürlich weiter jeden tag versuchen zu ändern, was nicht mehr zu ändern ist (die Vergangenheit) anstatt das zu tun (nicht zu ändern!), was du jetzt tun möchtest. Und morgen kannst du dich dann ärgern, heute genau das nicht getan zu haben. Was genauso unsinnig ist, denn es lag offenkundig daran, daß du es noch nicht tun konntest/wolltest.

Alles, was du zu tun hast, um da rauszukommen: Laß den Gedanken ein für alle Mal los, dein Leben hätte anders oder besser verlaufen können oder sollen als es verlaufen ist.

Jeder malt sein eigenes Lebensbild und dass in deinem die Farbe, z.B. orange weniger vertreten ist als bei vielen anderen, ist völlig egal, weil jedes Bild ein ganz eigenes ist. Bei anderen ist dafür was anderes weniger vorhanden oder mehr vorhanden - nur dass du das ja nicht sehen kannst/willst.

Ich war sexuell übrigens auch Spätzünder, ich habe auch öfter gewünscht, schon viel früher Sex gehabt zu haben. ich werde z.B. nie mit einer unter 20jährigen Sex gehabt haben in meinem Leben. na und? Viele werden dir sagen, sie würden das auch gar nicht (mehr) wollen, aus heutiger Sicht...
 
  • #173
Hier schlägt jetzt Dein narzisstischer Anteil durch: Du entwertest andere (die sich Dir helfend und weitgehend freundlich zugewandt haben), um bedrohliche Selbstzweifel abzuwehren. Deine ausgeprägte Kränkbarkeit kann Dir im weiteren Leben noch erhebliche Probleme verursachen, aber das hatte ich an anderer Stelle schon mal ausführlich dargelegt.
Es ist diese Progression, die ich von Patienten kenne. Man sieht Möglichkeiten den fahrenden Zug zu stoppen oder Weichen anders zu stellen. Aber in vielen Fällen ist das nicht möglich und man muss dabei zusehen und kennt das Ergebnis, leider. Das ist aber kein Vorwurf. Einem somatisch Erkrankten macht man auch keine Vorwürfe, wenn sein Leiden immer schlimmer wird.
Es wäre aber spannend und letztlich lebensentscheidend, ob Du zu den denjenigen gehörst, die sich ändern können. Aber dafür müsstest Du eben Dein hohes Roß verlassen und Hilfe zulassen. Das willst Du nicht, also reitest Du weiter bis zum Sturz. Zumindest kannst Du dann nicht behaupten, dass Dich niemand gewarnt hätte.
 
  • #174
Nochmal: Welche Ratschläge denn? Ratschläge, ohne nach der Motivation zu fragen, aber nach dem Motto: Dann hast du eben Pech gehabt, wenn du es nicht machst? Das ist 1:1 wie mein Vater. Also hatte er dann doch Recht mit seinen Methoden. Vollkommen recht.

Meine Ausgangsfrage bleibt: Ist dies noch wirklich nachzuholen? Was sollen dann die anderen Vorschläge? Deren Umsetzung ist niemals ein gleichwertiger Ersatz.
Ja ungewollt oder unabsichtlich hatte dein Vater trotzdem Recht! Sehr wahrscheinlich war dein Vater fähig, sich selbst zu motivieren - zu was auch immer. Aber um sich motivieren zu können, muss man ein Ziel haben und einen Sinn sehen. Vielleicht hast du beides nicht und du lebst in der Stimmung "mir-alles-egal." Was wiederum vielleicht ein Zeichen einer Depression sein könnte.

Doch du kannst alles nachholen aber dafür musst du die Zeit zurückdrehen. Entschuldige meinen Zynismus. Dann kannst du alles verpasste erleben, was du nicht erleben konntest. Merkst du wie absurd das Ganze ist?

Noch etwas: du (wir) musst (müssen) nichts, du (wir) musst (müssen) nur sterben, alles andere ist freiwillig - wie mein Vater sagte.
 
  • #175
@Terzia: Gibt es eigentlich auch Formen eines negativen Narzissmus, bei denen diese Kränkbarkeit fehlt? Also Formen, in denen der Betreffende zwar über wenig Empathie verfügt und nur ein geringes Selbstwertgefühl hat, ihm aber Bestätigung von außen recht egal ist und er auch keine Probleme hat, Kritik zu akzeptieren – im Gegenteil, er ist sogar sehr offen für sie, weil sie ja sein negatives Selbstbild bestätigt?
 
  • #176
Du meine Güte, Mooseba, auch andere Leute "verpassen" etwas im Leben!

Ich war mehr als 13 Jahre alleine mit den Kindern, ohne Partner, nahezu ohne persönlichen Freiraum, weil mein Ex niemals, nicht einmal einen einzigen Tag, die Kinder zu sich genommen hat. So lieb ich sie hatte und habe, ich war im Grunde völlig mit den Nerven am Ende und das dauerhaft. Von Hobbies, Freizeit oder Alleine sein völlig zu schweigen. Ich habe nur überlebt, weil ich drei oder vier Mal im Jahr zu meinen Eltern fahren und dort drei oder vier Tage am Stück schlafen konnte.

Ich müsste auch lamentieren ohne Ende, ich habe nur Reisen gemacht, die mit den Bedürfnissen eines chronisch kranken Kindes kompatibel waren und das war verd... wenig. Was habe ich verpasst in dem schönen Alter zwischen 30 und 45! Ja. Habe ich. Ok. So what.

Du warst alleine, das hat mir extrem gefehlt. Du hattest Freiraum, das ist doch toll! Dein Glas ist definitiv halb voll, auch wenn Du es als halb leer empfindest!
 
  • #179
Wann bin ich im Leben am meisten vorangekommen? Wenn ich gewaltig und Druck stand.
Nur ist genau das, was in der Ausbildung und im Berufsleben erfolgreich macht im Hinblick auf Partnerschaften vollkommen ungeeignet. Da sehen Beziehungen anders aus und sie funktionieren nach anderen Regeln. Druck/Zeitdruck behindert statt zu befördern.

Unter der Woche habe ich kaum Zeit --- von Lust ganz zu schweigen. Am WE schlafe ich viel. Und abends gehe ich eh nicht mehr weg, weil es mir zu frustrierend ist.
Dann ist doch klar, dass es nichts wird. Es kommt keine Frau bei Dir vorbei und trommelt an deine Tür.
Wer Kontakte will, muss diese pflegen und das geht nur, wenn man die eigene Trägheit überwindet.

Wenn ich etwas will, suche ich Wege zum Ziel und keine Ausreden, um in Schonhaltung über die Schlechtigkeit der Welt zu wehklagen.
Es braucht Mut und auch die Bereitschaft Niederlagen/Absagen einzukassieren.

Ich habe hier mehrfach geschrieben, dass ich eine Fernbeziehung hatte, die ich trotz großer Liebe beenden musste, weil es mir mit der Fernbeziehung nicht gut ging. Das ist mittlerweile Jahre her und wir hatten keinen Kontakt mehr.

Nun hat sich für mich die Chance eröffnet in absehbarer Zeit mein Berufsleben zu beenden, mit einer wunderbaren Versorgung bis zum Rentenalter.
Ich habe über meine Lebensoptionen nachgedacht. Ich möchte mit Freundinnen in eine WG ziehen (Eigentumsanteile an der Wohnung habe ich schon), aber er als Partner wäre auch ein Lebenswunsch und es wäre möglich, weil ich dann nicht mehr ortsgebunden wäre.

Ich habe mich nicht in Gedankenkreiseln verloren, sondern zum Telefon gegriffen und die Festnetznummer gewählt - die Telefonnummer gibt es nicht mehr.
Da hilft nur eines: dreimal tief durchatmen und die Handynummer wählen, mit deutlich höherem Risiko, ungelegen zu kommen.
Ja, es hat sich bei ihm mit Mitte 50 was im Leben verändert, aber es ist keine andere Frau in sein Leben getreten.

Wenn ich nicht angerufen hätte, hätte ich das nie erfahren.
Nun fahre ich nächste Woche zu ihm, und wenn es so ist, wie sich das Telefonat anfühlte (die innere Verbindung war sofort da), werde ich meinen Urlaub bei ihm verbringen und eruieren, ob wir die Fernbeziehung wieder aufnehmen bis zu meinem beruflichen Ausstieg.