M

Mooseba

  • #91
Rechenschaft muss man immer ablegen, mindestens sich selbst gegenüber. Es gibt Dinge, die indoktriniert wurden früher, die man mit keiner Maßnahme wieder los wird. Ein schlechtes Gewissen habe ich sehr schnell.
Außerdem gab's schon Phasen, in denen ich regelmäßig angesprochen habe. Dann beantworte doch die Frage, warum mich das nie sicherer gemacht hat? Was in anderen Lebensbereichen genauso ist.
Solche Sachen locker angehen geht sowieso nicht. Das geht nur bei Dingen, die null Überwindung kosten. Alles andere verläuft angespannt mit der gleichzeitigen Herausforderung, die Anspannung zu verbergen. Sicher werde ich bald wieder mehr ansprechen, aber sicher nicht ohne inneren Druck, denn die Zeit bleibt nicht stehen. Wenn ich mir vorgenommen habe, Herausforderungen anzugehen, dann werde diese auch ständig gedacht - automatisch. Was ist daran locker? Ich muss dann geistig anderweitig stark gefordert sein, um diesen Gedanken auszuweichen. Ich mache mir auch keine Hoffnungen mehr, durch mehr Übungen und Erfahrungen sicherer zu werden. Meine Vergangenheit bestätigt das auch. Ich bin wohl entwicklungsbehindert.
 
  • #92
Hallo Moseeba, du fragst, ob wir das mit der Grübelei und dem schlechten Gewissen kennen - ja, ich schon, sehr gut sogar; ich nenne das das innere Scharfgericht, und ich kann alle Rollen darin perfekt spielen. Gleichzeitig. Es ist schon wesentlich besser geworden - wie ich das angestellt habe, habe ich dir schon geschrieben. Hochfrequent heißt das Stichwort, okay? Entwicklungsbehindert schreibst du - ja, das kann sein, trotzdem kein Grund aufzugeben.

Wenn du weiter jammern willst, mach, dafür kann man das Forum auch gut nutzen. Aber bringen wird dir das Jammern nichts. Du hast die Wahl, dich auch trotz deiner Entwicklungsbehinderung zu entwickeln, zumal du auch die besten Anlagen dafür mitbringst - ein Hirn, das ziemlich gut funktioniert. Also nutze es. Oder jammere eben weiter. Selbst Odysseus hat gewählt, am Scheideweg. Die Story ist den meisten nicht so geläufig - guck sie dir mal an. Ich hoffe du wählst gut. Alles Gute dir jedenfalls weiterhin.
 
M

Mooseba

  • #93
Das sehe ich etwas anders. Was wollen Frauen mit einem Mann, der am liebsten logisch wie eine Maschine "denkt" und ständig über Probleme nachgrübelt, aber nie Bock auf Smalltalk hat? (Rhetorische Frage)
Selbst Odysseus hat gewählt, am Scheideweg. Die Story ist den meisten nicht so geläufig - guck sie dir mal an.
Ich kenne die Story. So ziemlich am Anfang verpasst Zeus Odysseus noch mehr Muckis, damit er deutlich attraktiver wirkt. Soviel dazu. Also ist Muckibude doch sehr sinnvoll?
 
  • #94
Das sehe ich etwas anders. Was wollen Frauen mit einem Mann, der am liebsten logisch wie eine Maschine "denkt" und ständig über Probleme nachgrübelt, aber nie Bock auf Smalltalk hat? (Rhetorische Frage)
Ich grübele auch noch zuviel. heute aber schon viel weniger als früher. Ich entdecke gerade die schönen Seiten des Singlelebens. Betonung auf Leben. Viele interessante Dates mit tollen Frauen (ja, zu 99% erstmal ohne jeden sex) und dennoch oder gerade deshalb sehr nett und unbeschwert, unterhaltsam, zwanglos, locker und lustig.

Mooseba, zuviel analysieren und "Hirnwichsen" ist sehr oft nichts anderes als Flucht vorm Handeln und vorm Verantwortung übernehmen. Sag ich aus meiner eigenen Erfahrung. Es geht nicht um irgendwelchen smalltalk. es geht darum, immer öfter in die Leichtigkeit des Seins zu kommen, statt ständig tiefen, schweren und völlig fruchtlosen Grübeleien nachzuhängen. Kein mann und auch keine Frau möchte ständig nur den anderen "raufziehen" müssen aus diesen Tiefen.
 
  • #95
Was wollen Frauen mit einem Mann, der am liebsten logisch wie eine Maschine "denkt" und ständig über Probleme nachgrübelt, aber nie Bock auf Smalltalk hat?
Es gibt Frauen wie mich, die auch nicht auf Smalltalk stehen - schon gar nicht in der Beziehung! Natürlich kann ich auch Smalltalk an der Supermarktkasse oder bei irgendeinem Empfang auf Arbeit, weil ich mir irgendwann angeeignet habe, wie so etwas "geht" etc aber was sollte ich in der Beziehung mit sowas, wenn ich nicht darauf stehe?

Das ständige Grübeln hingegen ist ein echtes Problem, das dich ja unglücklich macht. Es handelt sich hier ja um eine Art zwanghaftes Verhalten, du tust es, obwohl du weißt, dass du um das Problem kreist, ohne es zu lösen - du kannst nicht anders (das ist eben der Zwang), wenn du auch genügend Situationen kennst, in der deine Schwäche (das permanente Betrachten von Situationen in logischen Kategorien) deine größte Stärke ist. Und natürlich kannst du mit genau dieser Stärke auch eine Frau tief beeindrucken. So sehr, dass sie sich verliebt, Sex will, irgendwann Kinder usw. Kannst du dir das nicht vorstellen? Was wünscht du dir eigentlich von einer Frau?

Was die Muckibude betrifft: natürlich ist sie eine gute Idee! Vielleicht musst du dir nicht unbedingt das Muckibudenklischee geben, auf das du sicher getrost verzichten kannst, aber ganz sicher ist es unverzichtbar für die Entwicklung deines Selbstwerts, dass du ein gutes Verhältnis zu deinem Körper bekommst. Du hast keinen Körper, sondern du BIST einer, das mache dir mal klar. Worauf hättest du denn Lust. Bogenschießen? Fechten? Tanz? Kickboxen? Yoga? Es gibt so viel, das du einfach ausprobieren könntest.

Kannst du einfach so deine Fingerspitzen fühlen, ohne dass du sie anfassen musst? Nein? Dann sieh zu, dass irgendwas machst, dass du ins Gefühl kommst. Wenn ich Zeus wäre, würde ich dir Muckis schicken - bin ich aber nicht. Und wie du genau weißt, ging es mir bei meinem Verweis auf die Wahl, die du immer hast. Also geh und mach dir endlich Muckis. Worauf wartest du!
 
  • #96
Du kannst deinen Lebensweg wählen, tugendhaft, gewissenhaft, ehrbar oder "lasterhaft". Beides bietet entsprechende Vorzüge.
Du bist kein Womanizer, so what, dann halt der zuverlässige, treusorgende Familienmensch.
Es liegt an Dir, deiner Persönlichkeit das Beste im Rahmen deiner Möglichkeiten herauszuholen. Was sind deine Möglichkeiten? Frauen sagten dir schon, sie finden dich toll und attraktiv, ONS waren in der Vergangenheit möglich, eine langjährige Freundin hattest du auch.
Alles mit erheblicher Anstrengung deinerseits, aber es funktionierte. Wenn du jetzt an Familiengründung denkst, weil es für dich jetzt passt, dann mache es.
Lass die Vergangenheit vergangenen sein, ohne Reue. Entscheide Dich und stehe dann hinter deiner Entscheidung mit all den sich ergebenen Konsequenzen. Du denkst viel nach, dann mache Dir eine Liste, welche Vor-, Nachteile, wenn Du es jetzt verbindlich fix mit Ehefrau, Kind und familärer und finanzieller Verantwortung machst oder 2-4 Jahre noch schaust, was das Leben dir bietet und dann die verbindliche Suche nach einer Ehefrau und Mutter eines Kindes startest. Du bist recht jung mit Anfang Dreißig und brauchst die Torschlusspanik nicht zu fürchten.
Nur dein negatives Selbstbild stößt mir auf. Wieso wertest du dich so ab?
Du bist vernünftig, überlegt, analytisch, ernsthaft. Ist nicht tragisch, es gibt viele Frauen, welche dies anziehend finden.
Manche Frauen fühlen sich von ruhigen, schweigsamen Männern angezogen. Diese gilt es nur für Dich zu finden. Ein solider, positiv eingestellter Freundeskreis hilft gern weiter, schafft Gelegenheiten und stellt gern die Weichen, wenn eine passende Frau für dich in Frage kommt.
Wieso glaubst du eigentlich nach einer 5jährigen Beziehung beziehungsunfähig zu sein? Sobald du Kompromisse schließen und einhalten, andere Meinungen tolerieren und über ein paar Macken großzügig hinwegsehen kannst, bist du im Grunde beziehungsfähig.
Wenn du meinst, Muskeln machen Dich attraktiver, dann los ins Fitness-Studio.
Nur treffe deine Entscheidung und stehe dann zum Ergebnis.
Vorschläge, wie du mehr Schwung in dein Leben bringen, mehr Spaß haben kannst, mehr unter Leute kommst, mehr sexuelle Erfahrung sammeln könntest, finden sich in diesem Thread.
Wünsche Dir alles Gute bei deiner Wahl.
 
M

Mooseba

  • #97
Du kannst deinen Lebensweg wählen, tugendhaft, gewissenhaft, ehrbar oder "lasterhaft".
Wählen? Aha, so einfach ist das also. Ich wähle letzteres und die Mädels werden mich also anspringen? Ich "wähle" dann wohl ersteres und dies wäre bei mir eine geschickte Ausrede, weil mir letzteres nicht gelingt - und wäre damit sicherlich nicht der einzige Mann auf der Welt.
Du bist vernünftig, überlegt, analytisch, ernsthaft. Ist nicht tragisch, es gibt viele Frauen, welche dies anziehend finden.
Das ist nicht meine Erfahrung. So weit komme ich in der Regel auch nicht. Ich habe in meinem kleinen Bekanntenkreis keine Frauen mehr. Will heißen: persönlich kenne ich - vergleichsweise nah - keine außer meine Schwester und die Lebenspartnerin eines guten Freundes. Auf reine Freundschaften habe ich eigentlich keinen Bock mehr. Es ist für mich heute zu frustrierend, wenn Frauen kein sexuelles Interesse an mir haben. Dann lasse ich den Kontakt einschlafen.
Vorschläge, wie du mehr Schwung in dein Leben bringen, mehr Spaß haben kannst, mehr unter Leute kommst, mehr sexuelle Erfahrung sammeln könntest, finden sich in diesem Thread.
Was ist mit Tipps erstmal für mehr Motivation und Optimismus? Auch Mathematik funktioniert nicht ohne Axiome. Neid ist für mich kein Antrieb mehr. Die Zukunft auch eher nicht so. Gegenüber dem Erwachsenensein wird die Abneigung immer größer. Außerdem habe ich unter der Woche weder Zeit noch Lust. Ich stehe vor Sechs auf und komme frühestens 19 Uhr nach Hause. Wer dann noch große Lust auf wenigstens kurzes Ausgehen hat, die/der darf mir sein Geheimnis verraten.
Nur dein negatives Selbstbild stößt mir auf. Wieso wertest du dich so ab?
Das ist nicht aus der Luft gegriffen und beruht auf Erfahrungen. Außerdem sagte ich es schon: Ich bin ein Grübler und das weniger im positiven Sinne. Automatisiertes Grübeln über eigene Probleme führt selten zu einem positiven Selbstbild. Auch in der Beziehung war das ein Problem. Und spätestens dann, wenn der Frau das deutlich auffällt, wird die Anziehungskraft sicherlich nicht größer.

(m,34)
 
  • #98
Du bist ein Grübler und scheinst dir in dieser Rolle ausnehmend gut zu gefallen.
Macht es dir Spass, dich ständig um dich selbst zu drehen und in Frustration über deine Automatismen zu ertrinken?
Ich kenne einige Menschen wie dich, die ihre Melancholie und ihre Verzweiflung kultivieren und pflegen und als ständige Ausrede anführen, bloß nicht ihre Komfortzone verlassen zu müssen und an sich zu arbeiten. Klassische Energiefresser.
Ob du wirklich so bist? Ich weiß es nicht, so kommt es jedoch bei mir an.

Ich bin mir sicher, dass du ein interessanter Mensch bist, aber so wird das nichts.
Arbeite an dir!
Ja, das ist hart und ja, das ist eine Menge Aufwand. Aber es ist es wert, glaube mir!

w(24)
 
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  • #99
Wählen? Aha, so einfach ist das also. Ich wähle letzteres und die Mädels werden mich also anspringen? Ich "wähle" dann wohl ersteres und dies wäre bei mir eine geschickte Ausrede, weil mir letzteres nicht gelingt - und wäre damit sicherlich nicht der einzige Mann auf der Welt. (…) Ich habe in meinem kleinen Bekanntenkreis keine Frauen mehr. (…) Auf reine Freundschaften habe ich eigentlich keinen Bock mehr. Es ist für mich heute zu frustrierend, wenn Frauen kein sexuelles Interesse an mir haben. Dann lasse ich den Kontakt einschlafen.
Ach @Mooseba, das ist mir ja alles so vertraut … Nach Jahren des Singlesdaseins steckt man in einer Sackgasse, aus der es kein Entrinnen gibt: Alle Frauen im Umfeld sind vergeben, oder wenn ausnahmsweise mal nicht, dann sind mit den Betreffenden alle Messen gesungen. Neue Frauen lernt man nicht kennen, oder wenn doch, dann sind sie entweder vergeben (sowieso der Normalfall) oder sie haben kein Interesse. Und was soll man mit lauter Freundschaften zu Frauen, die man als Frauen attraktiv findet? Mut und Optimismus gehen immer mehr flöten, und damit auch das Selbstbewusstsein. Während man sich vielleicht in der Jugend noch für einen halbwegs passablen Mann gehalten hat, lernt man mehr und mehr, dass man sich da wohl gewaltig geirrt haben muss.

bloß nicht ihre Komfortzone verlassen zu müssen und an sich zu arbeiten.
(…)
Ich bin mir sicher, dass du ein interessanter Mensch bist, aber so wird das nichts.
Arbeite an dir!
Ja, das ist hart und ja, das ist eine Menge Aufwand. Aber es ist es wert, glaube mir!w(24)
Ja, wundervolle Idee, aber geht es vielleicht etwas konkreter? Mal Butter bei die Fische, was soll der Junge denn nun genau an unkomfortablen, harten und aufwändigen Dingen tun, um sich sein grüblerisches Wesen abzutrainieren? Soll er sich in Autosuggestion üben und sich einreden, kein Grübler zu sein? Soll er sich selbst davon überzeugen, der coole Max mit den dicken Muskelpaketen, dem kantigen Kinn, der tiefen, rauchigen Stimme und dem dementsprechend dominanten Auftreten gegenüber der Damenwelt zu sein, vor dem auch die intelligentesten Mädels regelmäßig seufzend dahinschmelzen, wie er oft genug beobachten konnte?

Solche tollen Ratschläge habe ich damals auch massenweise bekommen. Die lassen einen immer mit nichts außer einem riesigen Fragezeichen zurück.
 
  • #100
@Mooseba: Du könntest dich mal fragen, warum du vor 6 aus dem haus gehst und erst nach 19 heimkommst. Und warum du daran nichts ändern möchtest. Ich hatte auch mal mehrere Jahre so eine Phase, mit noch extremeren Uhrzeiten. Man kann es sich schon zurect rationalisieren, aber fakt ist: es dient schon einem zweck, man kann auf diese Weise das Leben vermeiden. Solange du in so einer Situation weiter verharrst, ohne ernsthaftv eine Veränderung zu beginnen, solange WILLST DU eben so weiterleben. Ist ok! Nur : drüber jammern, ohne was zu tun, ist fürn Hugo und stößt auf die Dauer jeden ab, der dir helfen möchte. Denn du scheinst zu erwarten, dass andere deine Themen bearbeiten und lösen sollen.
Motivation kann dir kein anderer geben, als du selbst. natürlich gibt es Kniffe und Hilfsmittel, aber eigene Antriebslosigkeit kann NIE durch einen anderen menschen kuriert werden; allenfalls (und das kann ja häufig sehr viel wert sein) kann er oder sie dir einen starken Impuls und Anreiz setzen, um dich aus deiner Lethargie heraus zu reißen.
Mit einem missmutigen Grübler, der stets davon überzeugt ist, eh nichts richtig zu machen, nichts hinzubekommen und vom Schicksal benachteiligt zu sein - mit so jemandem KANN niemand auf Dauer zusammensein, weil es einen selber krank macht. Denn mit dieser deiner Haltung bist du wie ein schwarzes Loch, das die Energie um sich herum absaugt, ohne was zurückzugeben. Da kann sich keine Frau hingezogen fühlen - auch und schon gar nicht sexuell.
Du kannst übrigens den Rest deines Lebens so verbringen; es gibt kein Naturgesetz dagegen. Jeder darf - wenn er sich denn dafür entscheidet - auch bis an sein Lebensende allein vor sich hin leiden.
Es wird keiner kommen, um dich da raus zu holen - schon gar nicht, wenn derjenige auch noch den Lebenswillen für dich mitbringen soll. Zieh dich selber raus - gern mit Hilfe und Unterstützung durch andere (freunde, therapeuten, dir bislang nochfremde menschen etc) - oder bleib, wo du bist. Die Wahl hast du jede Stunde, jede Minute aufs neue.
 
R

rosenmann

  • #101
Wahre Worte von meinem Vorschreiber @AufdrSuche. Ich habe mich auch schon gefragt, warum eigentlich diese Arbeitszeiten in Stein gemeißelt sein sollen, solches Rumgeheule kenne ich natürlich auch aus dem Bekanntenkreis. Kurzfristig mag man das vielleicht nicht ändern können, mittelfristig aber schon und da ist eben Wille gefragt, sonst ist es doch nichts weiter als eine billige Ausrede.

Wer übertrieben viel Zeit für seinen Job reserviert, lebt entweder dafür, wie mein Vater z.B., bei ihm ist eigentlich nie Feierabend, oder er macht gehörig was falsch und verschenkt wichtige Lebenszeit.

Da du hier im Forum in deinen versch. Freds ja nun schon viele sinnvolle Antworten bekommen hast, die anscheinend alle irgendwie nichts bringen dann neige ich dazu, nur noch einen Ratschlag zu geben, werde glücklich auf deiner einsamen Insel, soll heißen, nörgel weiter aber erwarte keine Besserung, sondern richte es dir schön ein, mach das beste daraus. Vielleicht hast du irgendwann einfach viel Glück und plötzlich steht eine Frau vor dir, die dich nimmt, ohne dass du viel tun musst, sowas gibt es ja auch.

Kennen wir nicht alle solche Einzelgänger aus der Nachbarschaft, die zwar praktisch keine Freunde haben, aber man sieht sie eben, etwas sonderbar, aber irgendwie auch sympathisch, so auf ihre Art eben.

Vielleicht ist es das, was du willst? Wir wissen es nicht.
 
  • #102
Ja, wundervolle Idee, aber geht es vielleicht etwas konkreter? Mal Butter bei die Fische, was soll der Junge denn nun genau an unkomfortablen, harten und aufwändigen Dingen tun, um sich sein grüblerisches Wesen abzutrainieren? Soll er sich in Autosuggestion üben und sich einreden, kein Grübler zu sein? Soll er sich selbst davon überzeugen, der coole Max mit den dicken Muskelpaketen, dem kantigen Kinn, der tiefen, rauchigen Stimme und dem dementsprechend dominanten Auftreten gegenüber der Damenwelt zu sein, vor dem auch die intelligentesten Mädels regelmäßig seufzend dahinschmelzen, wie er oft genug beobachten konnte?

Solche tollen Ratschläge habe ich damals auch massenweise bekommen. Die lassen einen immer mit nichts außer einem riesigen Fragezeichen zurück.
Schlechte Neuigkeiten: Es gibt keinen Königsweg dafür!

Ich war als Teenager eine große Grüblerin, hatte mit Depression und Anorexie zu kämpfen.
Mir hat eine Mischung aus kognitiver Verhaltenstherapie, viel Sport und die Arbeit mit Kindern, sowie Geflüchteten geholfen.
Heute komme ich noch machmal ins Grübeln, das kann ich inzwischen allerdings wunderbar abstellen.
Autosuggestion spielt übrigens tatsächlich eine ganz große Rolle! ;)
 
M

Mooseba

  • #104
Kennen wir nicht alle solche Einzelgänger aus der Nachbarschaft, die zwar praktisch keine Freunde haben, aber man sieht sie eben, etwas sonderbar, aber irgendwie auch sympathisch, so auf ihre Art eben.
Wieso habe ich keine Freunde?
Hinter deinem Vorschlag steckt das gleiche wie hinter den meisten, unausgesprochen: sich zwingen, hart zu sich sein. Anders ist bisher noch nie was geworden.
Es wird keiner kommen, um dich da raus zu holen - schon gar nicht, wenn derjenige auch noch den Lebenswillen für dich mitbringen soll. Zieh dich selber raus - gern mit Hilfe und Unterstützung durch andere (freunde, therapeuten, dir bislang nochfremde menschen etc) - oder bleib, wo du bist. Die Wahl hast du jede Stunde, jede Minute aufs neue.
Dann nenn mir mal den Zaubertherapeuten. Einen vierten Anlauf unternehme ich nicht. Aufgearbeitet wurde schon viel. Aber dadurch ändert sich erstmal gar nichts. Meine Erfahrung. Natürlich kann mir da keiner raushelfen. Ich muss es - ganz allein - schaffen. Deswegen habe ich auch kein Problem mit Egoismus.
Vielleicht hast du irgendwann einfach viel Glück und plötzlich steht eine Frau vor dir, die dich nimmt, ohne dass du viel tun musst, sowas gibt es ja auch.
Nein, so etwas gibt es nicht. Einen Partner zu finden ist wie das meiste im Leben: harte Arbeit.
Ich bin nicht vom Schicksal benachteiligt. Im Gegenteil. Wo habe ich das behauptet? Zitieren bitte.
Du bist ein Grübler und scheinst dir in dieser Rolle ausnehmend gut zu gefallen.
Macht es dir Spass, dich ständig um dich selbst zu drehen und in Frustration über deine Automatismen zu ertrinken?
Ich kenne einige Menschen wie dich, die ihre Melancholie und ihre Verzweiflung kultivieren und pflegen und als ständige Ausrede anführen, bloß nicht ihre Komfortzone verlassen zu müssen und an sich zu arbeiten. Klassische Energiefresser.
Ich dachte, ihr habt alles gelesen. Also außerhalb des Netzes bekommt das keiner mit. Da gebe ich mich nicht sicher nicht so. Ich bin wohl zu stolz, als ein Jammerer gesehen zu werden. Da bin ich dann lieber der Wenigredner.
 
M

Mooseba

  • #105
Du bist ein Grübler und scheinst dir in dieser Rolle ausnehmend gut zu gefallen.
Macht es dir Spass, dich ständig um dich selbst zu drehen und in Frustration über deine Automatismen zu ertrinken?
Hat es dir Spaß gemacht? Sicher nicht. Es ist sicherlich kein Masochismus. Eher eine Sucht. Nach meiner Erfahrung haben Therapeuten keinen Entzug anzubieten. Ich werde es wohl bald mit Hypnose versuchen, aber das ist sackteuer und einmal im Monat wird bei mir sicher zu wenig zu sein bzw. wird der Abstand zur nächsten Sitzung zu lang sein. Das bräuchte ich wohl täglich. Naja, dann geht es eben an die Ersparnisse.
Ja, das ist hart und ja, das ist eine Menge Aufwand. Aber es ist es wert, glaube mir!
Alles andere taugt auch nichts, z.B. was man geschenkt bekommt.
 
M

Mooseba

  • #106
bloß nicht ihre Komfortzone verlassen zu müssen und an sich zu arbeiten.
Dann gehe ich richtig in der Annahme, dass du kein Problem damit hättest, dass wenn ich die Komfortzone verlasse, auch so wirke. Das gehört für mich zusammen. Eine Komfortzone ist für mich das, wenn es um Spaß oder Zerstreuung geht - auch in einer Beziehung oder beim Flirten. Außerhalb der Komfortzone arbeitet man hart, quält sich, leidet, aber vergnügt sich nicht. Wenn ich hart an mir arbeiten soll, dann muss ich das auch spüren. Ansonsten ist es keine harte Arbeit. Wie bitte arbeitet man denn hart, um lockerer zu werden? Das passt für mich nicht zusammen.

Nochmal für die, die meinen, ich würde mich im Job verstecken: Ich mache maximal eine Überstunde pro Woche. Ätsch!
 
  • #107
Deine Frage war ursprünglich wie Du Deine verpasste Jugend nachholen kannst (?), was ich mit kleinen Jugendsünden, Spaß haben, um die Häuser ziehen, Party feiern, etc. assoziiere. Parallel hast Du hast einen präsenten Kinderwunsch und denkst eine Familie zu gründen, was für mich wiederum heißt, Verantwortung für Frau und mgl. Kinder und das Finanzielle drumherum, wie Heirat, Haus und Anschaffungen zu übernehmen und zu tragen.
Ein Aufreißer sagst Du, bist Du nicht, eher rational, ernsthaft und still.
Mit Menschen kommt man nur in Kontakt, wenn man ausgeht. Auf der Couch daheim lernt man niemanden kennen. Nicht einmal in einer PB. Diese stellt nur Kontakte her, gibt Empfehlungen wer passend sein könnte und bietet die Plattform für den ersten Austausch, doch sich kennenlernen, geht nur im RL.
Und ob es passt oder Du enttäuscht wirst, ob die auserkorene Frau, wegen Deinem Kinderwunsch abspringt, gehört einfach zum Leben dazu.
Ob Du für Dich dafür abrackerst oder es Dir mit Leichtigkeit, Humor und Spaß gelingt, ist nebensächlich.
Es gibt die Frauen, die Dich und Deine grüblerische Art ganz toll finden. Nur ist es schwer diese zu finden, wenn man 13 Std. beruflich außer Haus ist, auf einem Kaff wohnt und abends in einem Forum schreibt.
Selbst jedes Mini-Dorf hat ein Sozialleben und Feste, die deftig gefeiert werden. Die nächste größere Stadt ist meist mit den Öffentlichen vs. Taxi erreichbar, dort hat man meist mehr Auswahl an abendlichen Locations (Discos, Kneipen, Bars, Vereine, Kino, Theater, Konzerte, Festivals). Dort wo Menschen zusammen kommen, trifft man Leute, knüpft Kontakte.
Oder suche entsprechendes unter deinen Arbeitskollegen oder bei einem deiner Hobbies oder auf Reisen.
Von mir aus plane alles genau vorher und lege dir eine Strategie parat, wie Du für Dich interessante Frauen in ein Gespräch verwickelst.
Wenn alles nichts deins ist, dann kaufe dir eine Frau; inseriere oder lasse über eine Agentur suchen.
Wenn dies für Dich vorgenanntes zu teuer oder zu aufwändig, dann heirate deine Cousine.
Ansonsten gibt es nur einen Weg für Dich, raus aus deinen 4-Wänden und aktiv, da präsent, sein.
 
  • #108
@Mooseba : Die Komfortzone zu verlassen ist nicht durchwegs "harte Arbeit". Es bedeutet, eigene Glaubenssätze mal hintenanzustellen, sich einen Impuls zu geben und Dinge zu tun, vor denen man bisher zurückscheute. Das interessante dabei ist: Sobald man den ersten, entscheidenden Schritt mal getan hat, ist es ganz und gar nicht mehr nur "harte Arbeit", jedenfalls nicht ständig. Du bist tief im Dschungel; das Buschwerk scheint undurchdringlich; du richtest dich ein auf Wochen des mühevollen hindurcharbeitens. Und dann , nach viel, viel kürzerer Zeit grüßt dich schon die Sonne.
Ich habe nicht alles gelesen von dir - dazu ist es einfach zuviel und dazu bin ich im RL zu beschäftigt - derzeit unter anderem mit dem Erweitern/Verlassen meiner Komfortzone. (Wo ich in den letzten 8 Wochen mehr Fortschritte gemacht habe, als zuvor in 8 Jahren - in denen ich aber auch kaum was versucht hatte. Das aber nur am Rande.) Ich habe aber mitbekommen, dass dich deine Therapieversuche nicht viel weiter gebracht haben, in deiner Wahrnehmung jedenfalls. Ich kenne deine persönlichen Themen zu wenig, möchte aber das Mittel der systemischen Aufstellung gern noch mal ins Spiel bringen. Ich habe mich jahrelang dafür interessiert, fand es faszinierend - und doch konnte ich mich selber für mich nicht so recht durchringen dazu... Letztes Jahr "passte" dann alles diesbezüglich für mich. Leidensdruck, Aufstellungsumfeld, der Aufstellungsleiter (therapeut). Und es hat mich binnen Tagen enorm weiter gebracht mit ein paar ganz wichtigen grundlegenden Themen. Einstellung zu den Eltern , zum Leben. Zu Schuld, Verantwortung, Mann sein und zu sich und seinem Weg zu stehen. Inklusive aller Irrtümer, falscher Annahmen, Verletzungen, Bitternisse und Zurückweisungen, die er enthielt und noch enthalten mag. Eigenes "Versagen" und eigenes "Schuldig werden an den (inzwischen Ex-) Partnerinnen" eingeschlossen.
Fass das mal ins Auge. Eine Aufstellung KANN enorm viel bewegen - wenn du es denn willst und zulässt, zusammen mit dem Therapeuten das wirklich grundlegende Thema zu identifizieren vermagst - und dich drauf einlässt. Und finanziell lächerlich gegenüber fast allem anderen.
 
  • #109
Da du hier im Forum in deinen versch. Freds ja nun schon viele sinnvolle Antworten bekommen hast, die anscheinend alle irgendwie nichts bringen dann neige ich dazu, nur noch einen Ratschlag zu geben, werde glücklich auf deiner einsamen Insel, soll heißen, nörgel weiter aber erwarte keine Besserung, sondern richte es dir schön ein, mach das beste daraus.
Super. Das ist die Reaktion der Selbstbewussten auf eigene Fehlschläge. Das möchte ich auch können, muss ich neidvoll zugeben. Sie sonnen sich in der Überzeugung, dass sie selbstverstädnlich bescheid wissen, und wenn ihre Ratschläge nichts taugen, dann kann es natürlich nur am Betroffenen liegen. Das nenne ich Reife und erfolreiche kritische Selbstreflexion, herzlichen Glückwunsch.

Sollte man Vorhaben, die eine ziemlich radikale Änderung des Charakters im Erwachsenenalter zum Ziel haben, nicht ausgesprochen skeptisch sehen? Wie soll mit 30+x oder so aus einem stillen, ernsthaften Grübler, der selbst unter Menschen Schwierigkeiten hat, Kontakte zu knüpfen (ja, es gibt auch Leute, die bringen nicht mal fertig, auf Parties Fremde anzusprechen), noch der extrovertierte fröhliche soziale Draufgänger werden, den die Frauen als Typ so gern mögen?

Das dürfte ja wohl ein sehr sehr zweifelhaftes Unterfangen sein, wenn man bedenkt, dass solche grundlegenden Charakterzüge doch schon im Kindesalter quasi "fest verdrahtet" sind. Guckt Euch an, was der FS schon alles versucht hat. Vielleicht wäre da ein bisschen demütiger und nachdenklicher Respekt vor einer fremden Person und ihrem fremden Schicksal angebrachter als allwissende Ratschläge und zynisches Runtermachen des betroffenen FS, wenn die nichts fruchten?
 
  • #110
Ich hatte vor zwei Jahren währende einer mehrmonatigen Beziehungspause zwei ONS
Die Frage ist leicht zu beantworten: Arbeitsweg. Und nein, ich werde wegen des guten Jobs nicht in das Kaff umziehen.
Ich fasse zusammen: guter Job, Beziehung gehabt, 2x ONS gehabt. Ich finde, Du jammerst hier auf sehr hohem Niveau. Ich kenne einige Unberührte, die schon mit deutlich weniger zufrieden wären.

Deine psychischen Probleme werden nicht von außerhalb durch eine Beziehung oder durch unzählige ONS repariert. Dein Blick auf die Realität ist dermaßen verzerrt. Deshalb ein kleiner Vergleich mit einem sehr zufriedenem 29-Jährigen (früher mit null Selbstwert und Selbstbewusstsein, mittlerweile selbstbewusst und fast schon etwas selbstverliebt):

Zwei Beziehungen = Sexualkontakte. Genau 5 Dates in meinem ganzen Leben (1 erfolgloses Online-Date, 2 erfolglose Offline-Dates und 2 erfolgreiche). Mit 1,77 m angeblich klein, mit einem BMI von 27 angeblich übergewichtig. Karriere gescheitert. Drei Studiengänge abgebrochen. Drei Jahre um Ausbildungsplätze bemüht. Nicht gerade ein Leben voller Selbstbestätigung.

Aber ich hing sicher auch nicht irgendwo in der Ecke rum und habe darüber gejammert. Ich habe nebenbei jede Menge neue Dinge gelernt und habe mich nach dem Scheitern nie selbst aufgegeben. Ich habe weiter gemacht, ich habe soviel Geld rangeschafft, dass ich mit meinen Akademikerfreunden materiell mithalten konnte. Da ich ja keine Titel habe, darf ich mir von manchen anhören, dass ich ein Versager bin (obwohl ich teilweise besser lebe als jene). Mein Leben ein einziges finanzielles Risiko. Von heute auf morgen könnte ich alles verlieren.

Deshalb meine Vermutung: Vielleicht ist Deine Situation zu komfortabel zum Kämpfen?

 
  • #111
Jammern auf hohem Niveau: das finde ich auch. Du schreibst auch, dass du erst seit 5 Monaten Single bist, dir schreiben Frauen, dass sie introvertierte Männer bevorzugen. Du schreibst sogar, du würdest eine Analyse machen, wenn Therapeuten spät arbeiten, was sie tun, da du nicht der einzige Arbeitnehmer mit Problemen bist - aber offenbar hast du dich gar nicht darum bemüht, nach so jemandem zu suchen. Deine Therapeuten hast du schlecht gemacht, jetzt machst du das Forum schlecht, dass dir zu recht steckt, dass Jammern nichts bringt - das Forum hat sich aber auch auf dein Jammern eingelassen und dir geduldig erklärt, dass es deine Wahl ist, dich zu ändern - und dich so lange darum zu kümmern, bist du es geschafft hast, oder so zu bleiben, wie du bist.

Mich würde interessieren, was du dir jetzt noch vom Forum hier erhoffst. Die Bestätigung, dass die Welt schlecht ist? Bitte, gern geschehen.

Wenn sich drei Therapeuten mit dir schwer getan haben, was ich nachvollziehen kann, es ein Forum mit vielen verschiedenen Stimmen, Köpfen, Ideen nicht gelingt, die Tür nur ein kleines bisschen weit aufzubekommen bei dir, dann stellt sich bei mir der Verdacht ein, dass du das auch überhaupt nicht willst, sondern den Genuss draus ziehst, wie das Forum sich an dir die Zähne ausbeißt. Vielleicht ist es dein Spiel: zu gucken, wann du endlich aufgegeben wirst - wann endlich jedem die Lust vergangen ist, sich mit dir zu beschäftigen. Und je quälender der Thread wird, desto größer die Bestätigung für dich, dass du ja wirklich zu bemitleiden bist in deinem Leid.

Es haben dir hier einige geschrieben, die ähnlich litten wie du und sich gekümmert haben, aber das zählt für dich nicht, denn du überragst alle in deinem Leid. Je kleiner man sich fühlt, desto grandioser kann man sich wähnen im Leid.

Oder trauerst du eigentlich über das Ende deiner Beziehung, das ja wirklich noch nicht lang her ist und ja auch zu einer emotional sehr besetzten Zeit erfolgt sein muss (um Weihnachten / Silvester herum?

Ich könnte dann verstehen, warum es dir so schlecht geht und hier auch alle Ratschläge nichts nutzen, weil sie ja eigentlich den Kern auch nicht treffen.

Hast du dich getrennt oder sie? Was war eigentlich genau los?
 
M

Mooseba

  • #112
Vielleicht ist Deine Situation zu komfortabel zum Kämpfen?
Absolut.
Einstellung zu den Eltern , zum Leben. Zu Schuld, Verantwortung, Mann sein und zu sich und seinem Weg zu stehen. Inklusive aller Irrtümer, falscher Annahmen, Verletzungen, Bitternisse und Zurückweisungen, die er enthielt und noch enthalten mag. Eigenes "Versagen" und eigenes "Schuldig werden an den (inzwischen Ex-) Partnerinnen" eingeschlossen.
Das habe ich auch alles gelernt. Mir geht es auch super. Eigentlich. Aber diese Grübelsucht macht alles zunichte. Und die kann man wohl nicht mit einer Gesprächstherapie besiegen. Ich gehe deutlich lockerer mit meiner Vergangenheit um als früher. Aber Grübeln frisst Energie. Und Motivation. Kennt ihr das nicht, pausenlos über die eigenen Probleme nachzugrübeln, ohne es zu wollen? Quasi in jedem Moment, wenn man den Kopf "frei" dafür hat? Sich Hirngespinste und endlose Wahrscheinlichkeitsschleifen ausdenken, immer und immer wieder? Und nein, mit Zusammenreißen wird das nicht besser. Und "nur" mit interessanten Gesprächen mit Therapeuten auch nicht. Wenn man die Vergangenheit akzeptiert, hört das automatische Grübeln nicht plötzlich auf, das bereits seit vielen Jahren stattfindet. Ich bezweifle, dass Menschen mit solch einer Grübelsucht völlig anders sind, eine 180-Grad-Drehung machen, aus Grüblern Spontanisten werden, nach maximal 20 Sitzungen, maximal ein Mal pro Woche.
auf einem Kaff wohnt und abends in einem Forum schreibt.
Ich wohne eben NICHT in dem Kaff, in dem ich arbeite. Das habe ich auch so geschrieben. Und weil ich nicht in dieses Kaff ziehen will, bin ich so lange unterwegs.
Wie soll mit 30+x oder so aus einem stillen, ernsthaften Grübler, der selbst unter Menschen Schwierigkeiten hat, Kontakte zu knüpfen (ja, es gibt auch Leute, die bringen nicht mal fertig, auf Parties Fremde anzusprechen),
Das ist gar nicht mal schwer für mich - wenn die Motivation mal da ist dafür. Ich bin bestimmt kein Sozialphobiker.
 
  • #113
Zitat von Mooseba:
Mir geht es auch super. Eigentlich. Aber diese Grübelsucht macht alles zunichte.... Sich Hirngespinste und endlose Wahrscheinlichkeitsschleifen ausdenken
Das passt doch nicht zusammen! Ständiges Grübeln ist IMMER Flucht. Flucht vor dem Leben, Flucht davor, im Augenblick zu sein. Flucht davor, beispielsweise tiefe schöne(!) Emotionen zuzulassen. Lass mich raten, deine Grübeleien bestehen zu 90% aus negativen, kummervollen Gedanken und davon sind 95 % nur ausgedachte Negativszenarien? In denen du vor dir siehst, wie du leidest und dann suhlst du dich förmlich darin.

Mit jeder dieser "Visionen" programmierst du dich darauf, genau das auch zu erleben. Die Emotionen aus eingebildetem Horror wirken genauso real auf dein Unterbewusstsein, als wenn das wirklich passiert wäre. Das gilt umgekehrt aber auch, für schöne Emotionen.

Ich hab das früher auch oft gemacht. Dann hab ich es abgedreht. Wenn ich heute z.B. Angst habe, dass eine Frau, in die ich mich verliebt habe, vielleicht morgen Schluss macht, weil ich xyz getan habe oder sie einen anderen kennengelernt hat, dann sage ich mir sofort innerlich ganz massiv. STOP!!! Und zwinge mich förmlich dazu, mir genau das Gegenteil vorzustellen: nämlich dass sie mich morgen noch genauso liebt wie gestern und wir beide es genießen. Ja, das erfordert bewusstes Gegensteuern, bei JEDEM Auftreten dieses selbstsabotierenden Mists. Und es ist gerade am Anfang mühsam. Tu es - oder leide weiter. Deine Entscheidung. "Kann ich nicht" ist Ausrede. Klar kannst du. Gedanken erschaffen Wirklichkeit. DU erschaffst deine Gedanken. Übernimm Verantwortung dafür, was du wann denkst.

Wenn du es als Sucht siehst, dürfte es darauf hinweisen, dass dir etwas wichtiges fehlt, du ein großes unbewältigtes Thema hast. Mir scheint, du erlaubst es dir nicht, glücklich zu sein, dich mal ins Glück fallen zu lassen, es ganz zu nehmen und auszukosten. Mir ging das auch lange so, selbst beim Denken an schöne Kindheitserinnerungen musste ich unwillkürlich weinen – und das nicht vor Freude. Ich konnte mir das nicht erklären. Dann fiel es mir im Rahmen einer Aufstellung (hab mich und meine Eltern aufgestellt) förmlich wie Schuppen von den Augen. Ich hatte das – vermeintliche – Leiden meiner Mutter übernommen, es aufgesogen und mir zu eigen gemacht. Mich mitverantwortlich dafür gefühlt und es mir unbewusst verboten glücklich zu sein, schon gar nicht glücklicher als sie.
Was haben denn die Therapeuten zu deiner Grübelsucht gesagt?
 
  • #114
Hallo Mooseba,
Ich rate Dir einen Psychiater aufzusuchen, der Dich nicht antidepressiv behandelt (den das bist Du nicht oder wenn nur phasenweise), sondern im Hinblick auf Persönlichkeitsstörung. Anhand Deiner Symptomatik spricht doch sehr viel für eine anankastische PS. Da hilft eine (rein) antidepressive Therapie natürlich nicht.
Auch Dir selbst wäre wahrscheinlich eher damit geholfen, Dein So-Sein nicht als "vorübergehend" anzusehen, sondern als identitär (Krankheit und Persönlichkeit sind noch mehr ineinander verschränkt als bei anderen psychiatrischen Erkrankungen!)
Wahrscheinlich könntest Du Dich langfristig besser annehmen, wenn Du aufhörst an vollständige Genesung zu glauben und einem idealischen Bild von "erfolgreicher Mann" zu folgen.
 
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M

Mooseba

  • #115
Es haben dir hier einige geschrieben, die ähnlich litten wie du und sich gekümmert haben, aber das zählt für dich nicht, denn du überragst alle in deinem Leid. Je kleiner man sich fühlt, desto grandioser kann man sich wähnen im Leid.
Wo steht denn, dass ich nichts versucht habe? Ich setze mich seit über 10 Jahren mit dem Problem auseinander bzw. habe ich in der Zeit fachliche Hilfe gesucht. Man kann rationell noch so viel akzeptieren, aber dadurch ändern sich keine Gefühle. Sport mache ich regelmäßig, wird ja auch immer als Wundermittel angepriesen.
Wahrscheinlich könntest Du Dich langfristig besser annehmen, wenn Du aufhörst an vollständige Genesung zu glauben und einem idealischen Bild von "erfolgreicher Mann" zu folgen.
Dann wüsste ich nicht, wofür ich mich noch groß anstrengen sollte. Dann motiviert mich gar nichts mehr.
 
W

wahlmünchner

  • #116
Vielleicht ist es dein Spiel: zu gucken, wann du endlich aufgegeben wirst - wann endlich jedem die Lust vergangen ist, sich mit dir zu beschäftigen. Und je quälender der Thread wird, desto größer die Bestätigung für dich, dass du ja wirklich zu bemitleiden bist in deinem Leid.
Das habe ich mir ehrlich gesagt auch schon gedacht. Du willst nichts ändern. Du willst nichts geniessen, du willst recht haben...zumindest willst du keinerlei Überraschung an dir selbst erleben. Aber ich denke du wirst deinen Weg schon finden.
Wer so viel Energie verwendet an seinem schlechten ( nennen wir es Karma.. eigentlich sind es deine Gedanken) kleben zu bleiben, hat mehr als genug um es zu verwandeln....
Dann wüsste ich nicht, wofür ich mich noch groß anstrengen sollte. Dann motiviert mich gar nichts mehr.
Du könntest versuchen Dinge zu machen, die dir gut tun..wenn du dich wohlfühlen, ist es auch eine Form des Erfolg.
Was tut dir denn gut? Was machst du gerne? Weisst du das überhaupt?
 
  • #117
Versuche es mal mit einer Analyse (4xWoche). Ohne etwas elbow grease zu mobilisieren, wird es nicht gehen. Du musst dich schon anstrengen. Und zwar auf neue, unvertraute Weise. Du musst dich einem Spezialisten anvertrauen, bzw. dich in kompetente Hände begeben, und nicht ruhen, bis du sie gefunden hast. Offenbar wohnst du nicht in einem Kaff, dann hast du diesbezüglich auch gute Voraussetzungen.

Nein, dein Problem ist nicht so einzigartig und speziell, dass man es nicht behandeln könnte. Ja, man kann die Gefühlswahrnehmung therapeutisch behandeln. Sehr erfolgreich sogar. Zwänge kriegst du jedoch nicht über Nacht weg, obwohl du das sicher gerne hättest. Richte dich auf etwa 5 Jahre Analyse ein. 5 Jahre, 4 x die Woche. Vielleicht kommst du mit weniger aus - aber ich bezweifele das. Zwänge sind hartnäckig, weil sie mit Gefühlsisolation einhergehen. Ich kenne mich ein bisschen damit aus. Soweit ich weiß, hast du dich bisher nicht um eine Analyse gekümmert, sondern dir Therapieformen gewählt, die nicht auf dein Problem passten. Es waren wohl auch alles Kurztherapien. Diese sind bei Zwängen kaum sinnvoll.

Dir ist das zu lang? — Jammere weiter.
Zu risikobehaftet? — Lasse es sein.
Zu aufwändig? — Leide weiter.
Du hast keine Zeit? — Dann grüble eben in der Zeit in der du dich um dein Problem kümmern könntest.
Du jammerst lieber? — Bitte, es hindert dich niemand daran, außer du selbst.

Allein und ohne Unterstützung wirst du da nicht rauskommen. Inzwischen drehen sich deine Beiträge im Kreis und auch die des Forums.

Meine Frage, was du dir vom Forum jetzt noch erhoffst, hast du nicht beantwortet: ich stelle sie dir noch einmal.
 
  • #118
@Melusine,
@Mooseba
Eigentlich wollte ich nichts mehr schreiben, den obigen Eindruck habe ich bzgl. Deiner Intention auch.
Trotzdem mag ich Dir aus meiner Erfahrung etwas mitgeben.
Therapie muss nicht ganz solange gehen, aber Zeit, Geduld und Anstrengung braucht es. Sich einlassen können, neue Gedanken annehmen, Dinge einfach ausprobieren, nicht von vornherein ablehnen.
Vor allem, wenn die Gründe in der Kindheit liegen.
VT ist zwar allerdings absolut ungeeignet, trotzdem gibt es genügend VT- Therapeuten, die aufgrund ihrer persönlichen Spezialisierung und Fortbildung letztendlich sehr gut geeignet sind. Das Problem ist eher die Kostenübernahme durch die KV, ich habe über die Hälfte selbst bezahlt, ich war mir das wert.

Ich habe den Weg hinter mir, mit etwa 300h / 3Jahre (traumazentriert) und ungezählten Stunden Zuhause Nachbearbeitung, Sortieren, habe viel schriftlich auf- und abgearbeitet, sehr viel Fachliteratur, um rational zu verstehen, mir viele unterschiedliche Ressourcen erschlossen, nicht nur Therapie, sondern auch Bewegung, Sport, Entspannung. Mein Leben insgesamt hinterfragt, vieles grundlegend verändert.
Mit Aushalten, dass es Rückschläge gibt, Stillstände, mit der Feststellung, dass immer wieder neue Stellschrauben notwendig waren inkl. eines Therapeutenwechsels, bei etwa der Hälfte der Zeit.
Allein die Suche nach dem passenden Therapeuten, fachlich, menschlich, ist schwierig - ich hatte für beide Therapeuten ca 10 probat. Termine. Auch das kostet Zeit, ist immens belastend.
Jetzt in der Rückschau - es hat sich für mich gelohnt, ich habe viele neue Qualitäten entdeckt, endlich ist es mein Leben.
Ich mag die Schuhe, in denen ich heute laufe - es sind ganz und gar meine Eigenen, nicht die meiner Eltern, Gesellschaft, etc.

Mooseba, ich schließe mich @Melusine und den sich ähnlich äußernden Vorpostern absolut an, Du kannst weiter jammern bzw. mit dem Ganzen kokettieren, oder wenn Du wirklich leidest, ändern.

Mein Fazit, bestätigt durch Miterleben bei anderen, man kann verändern, wenn man es wirklich will und selbst aktiv ist.
Alle anderen können immer nur Begleiter und Unterstützer sein.

Und es gibt spürbar hier einige Foristen, die diesen Weg erfolgreich gegangen sind.

Alles Gute.
 
M

Mooseba

  • #119
Was soll ich denn ändern? Du hast dich bereits disqualifiziert als du den Gang zu einer "Professionellen" vorgeschlagen hast.
Was soll ich denn ändern? Einen schlechteren Job? Eine teurere Wohnung? Mich verschulden? Jegliche Verantwortung aufgeben und H4 beantragen? Keinen Sport mehr machen, mich nicht mehr gesund ernähren und fett werden? Nichts anspruchsvolles mehr lesen und nur noch RTL schauen? Ich kann mich hier an keinen Vorschlag erinnern, der wirklich auf mich eingegangen wäre. Im Gegenteil: Mir wird nur das vorgeschlagen, womit ich bis hierher gelangt bin: Hart zu arbeiten, hart zu mir zu sein, mich zu quälen, v.a. mich zu zwingen.
Und wie man mal zur Motivation kommt, da schlägt auch niemand was vor. Und nein, ich lasse mir auch nicht mehr sagen, dass ich noch am Anfang stehe, wenn ich mich schon seit über 10 Jahren damit auseinandersetzen. Sollte das so sein, bin ich eh zu gar nichts mehr motvieren.
Ich werde mich jetzt wieder an den Psychologen in der Beratungsstelle wenden und dem mal so richtig die Meinung geigen. Aber erstens werde ich mich das eh wieder mal nicht trauen und zweitens, wenn doch, werde ich eh gleich abgewürgt und bekomme eine Grundsatzpredigt. Zucht und Ordnung stehen selbstverständlich immer an erster Stelle. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, wirklich ernstgenommen worden zu sein bei einem Therapeuten.
Und dann werde ich ordentlich Kohle für Hypnosetherapien raushauen.
 
M

Mooseba

  • #120
Du kannst weiter jammern bzw. mit dem Ganzen kokettieren, oder wenn Du wirklich leidest, ändern.
Was denn? Was soll ich denn ändern? Mir fällt - ehrlich gesagt - nichts ein. Ich habe scheinbar doch nicht so viel falsch gemacht im Leben und dennoch fühle ich mich oft nicht so gut. Wer das nicht kennt, sollte auch nicht mitreden.
Soll ich also zur Arbeit gehen, wie ich gerade Lust habe? Soll ich einfach so Frauen ansprechen, obwohl ich mich dabei total schäbig fühle? Mein Geld zum Fenster rauswerfen, wie mir gerade danach ist?
Mein Fazit, bestätigt durch Miterleben bei anderen, man kann verändern, wenn man es wirklich will und selbst aktiv ist.
Ok, ich will nochmal - wirklich - 20 sein. Und ja, wirklich Willen hab ich eigentlich nicht - was mir ja moralisch (!) vorgeworfen bekommt. Ziele? Nochmal - wirklich - 20 sein zu wollen. Was soll mich sonst noch motivieren? Es ist wie bei den Therapeuten: Bei der Frage der Motivation werden sie plötzlich wortkarg.
Ich will ein völlig anderer Mensch als jetzt sein. Aber das ist ja dann auch wieder das falsche Ziel. Man soll sich ja so akzeptieren wie man ist.
Ganz ehrlich: Andere Ziele bzw. Wünsche fallen mir nicht ein.