• #1

Wie verarbeitet man schwere Zeiten und lernt verzeihen?

Hallo, ich möchte gerne um Rat bitten. Mein Freund und ich sind seit fast 2 Jahren zusammen und haben bereits einiges überstanden. Zu Beginn wollte er keine Beziehung, da er für 2 Jahre ins Ausland ging. Als wir zusammenkamen half ich ihm beim Auszug und beim Einwandern in Kanada. Als ich zurückkehrte und studierte erfuhr ich, dass ich schwanger war. Ich war entsetzt, da ich noch zu Hause wohne und keine abgeschlossene Ausbildung neben dem Abitur habe. Mein Freund war zunächst dagegen. Am Telefon stritten wir bitter darüber, dass mein Freund seine Promotion wegen der Schwangerschaft nicht aufgeben könne, er jedoch versuchen würde zur Geburt zu kommen. Wegen einer Eileiter-SW musste ich operiert werden. Nach einer erfolglosen OP musste ich Chemotherapeutika nehmen. Im Anschluss platzte mein Eierstock und ich wurde notoperiert, da ich lebensgefährlich viel Blut verloren hatte. Nach diesem Trauma war ich froh, dass diese wochenlange, schlimme Zeit vorbei war. Es fiel mir schwer wieder im Leben Fuß zu fassen, da ich in meinem Studium den Anschluss verpasst hatte. Also beschloss ich mich in Kanada zu erholen und mein Leben danach wieder in Angriff zu nehmen. Zudem spürte ich, dass wir eine längere Trennung nicht überstehen würden. In Kanada blieb mir jedoch kaum Zeit zur Erholung, da mein Freund oft auf seine Probleme aufmerksam machte. Wir lebten mit 6 anderen zusammen, also wollte ich ihn zur Mithilfe bewegen. Am Ende verbrachte ich jedoch sehr viel Zeit mit kochen und aufräumen. Er vertrug sich schlecht mit seinem Doktorvater und beschloss seine Promotion abzubrechen. Am Ende gelang mit meiner Hilfe ohne einen Bruch diesem nach Hause zu fliegen. Momentan helfe ich ihm mit Bewerbungen, versuche mich auf Praktika zu bewerben und habe eine gute Idee gehabt, wie es mit mir weitergehen kann. Jedoch wäre es schön, wenn er mich auch unterstützen würde. Ich fühle mich nicht so, wie als würde er ehrliches Interesse an mir und meinen Belangen zeigen. Wenn ich ihm von meinen Gedanken erzähle schweigt er, wirkt abwesend, es fällt ihm etwas ein was er noch machen muss oder antwortet mit seinen Problemen. Das verletzt mich sehr. Es gab oft schwierige Zeiten in denen ich weinen musste und verzweifelt war. Mein Freund hat mich dann "ausweinen" lassen und er scheint hilflos wie er mit meinen Gefühlen umzugehen hat. Wenn ich weine sagt er, er wisse nicht mich zu trösten und ignoriert mich dann. Wenn es mir schlecht geht, weiß ich jedoch nicht mich selbst zu trösten. Insgesamt geht es mir nun wieder besser und ich habe neue Projekte angefangen, sodass ich mich auf die Zukunft freue. Mein Freund ist ein lieber Mensch mit allen Vor- und Nachzügen, welche ich ja auch vorweise und ich möchte, dass wir gemeinsam glücklich werden. Gefühle und andere Konflikte bringe ich eigentlich direkt zur Sprache, jedoch kehren diese immer wieder zurück. Habt ihr Ratschläge wie wir wieder zu einem liebevollen Umgang miteinander finden können? Wie können wir Konflikte nachhaltiger lösen?
 
  • #2
Ihr redet viel zu wenig. Woher soll er denn auch wissen, wie er dich denn trösten soll, wenn du traurig bist. Ihr seid sooooo jung, helf ihn doch ein wenig. Du kannst einfach zu ihn sagen: wenn ich traurig bin, dann würdest es mir sehr helfen, wenn du mich ein wenig in den Arm nimmst...
Ich Botschaften verwenden, niemals „du hast zu wenig....“ das kommt nur als Vorwurf rüber.
Aber grundsätzlich habt ihr diesen Mangel an Kommunikation.
Mir hat mal jemand gesagt: niemand ist zu Hellseher geboren..
Das stimmt natürlich, aber trotzdem erwartet man so oft, das der Partner sich schon vorstellen kann, was man braucht.
 
  • #3
Manchmal ist es eine Frage der Einstellung .....
Das Krankenhaus kann als Ort übelster Schmerzen gesehen werden .... oder als der Ort, an dem dir geholfen wurde.
Schwierig wird es, wenn beide gerade sehr viele Schwierigkeiten haben. Vielleicht ist es besser, wenn jeder für sich seine Aufgaben anpackt ... und dann beide gestärkt wieder zusammen kommen.
 
  • #4
Ein Klassiker - es lief von Anfang an nicht gut und du bist am Machen, am Trösten, am Unterstützen und von ihm kommt nichts. Du kannst nichts liebevolles aus deiner Beziehung herzaubern, weil es keine Liebe zwischen euch gibt. Es ist egal, wie toll dein Freund ist, wenn er nicht toll zu dir ist. Wach auf - DU INTERESSIERST IHN NICHT!!
Wenn du Helfersyndrom hast, dann gehe in Hospiz oder irgendein Verein als freiwilliger Helfer, da ist deine Hilfe wenigstens willkommen. Ich frage mich, woher die Menschen soviel Kraft haben, um irgendwelche Chaoten aufzupeppen.
 
  • #5
Oh je, du hast ja einiges hinter dich gebracht, Hut ab! Dass von deinem Freund, der mit begonnener Promotion auch kein junger unerfahrener Spund mehr sein dürfte, so wenig Unterstützung kommt, ist traurig.

Da du aber an ihm festhältst, solltet ihr dringend gemeinsame Hilfe in einer Paartherapie suchen. Sonst wirst du, früher oder später, wieder diejenige sein, die sich alles auflastet. Und damit aus jedem neuen, eigenen Projekt gerissen wird.

Möglicherweise wird dein Freund das ablehnen. Doch damit wäre für dich hoffentlich auch klar, dass du dein Leben alleine stemmen musst, oder?
 
  • #6
Es gibt ein Buch über die "Sprachen der Liebe".

Ich habe den Eindruck, dass Du Deine Liebe zeigst, indem Du unterstützt. Du hilfst beim Umzug und Rückflug, bei Bewerbungen. Du möchtest auch selbst Trost und Unterstützung, wenn Du traurig bist... siehst Du es als fehlende Liebe seinerseits, wenn er Dich dann nicht tröstet?

Es kann sein, dass er seine Liebe einfach nicht durch Unterstützung, sondern durch eine andere Sprache ausdrückt.
Genauso kann er ein egoistischer, eiskalter Klotz sein... aber Du schreibst, dass er ansonsten nett ist.

Ihr könnt scheinbar reflektiert mitteilen, wie es euch geht. Vielleicht kannst Du ihm in der Situation sagen, was Du von ihm erwartest., etwa "umarme mich und streichle über meinen Kopf" etc.

Frauen sind oft gerne die Kümmererinnen. Sie unterstützen und helfen dem Partner zu wachsen und erfolgreich zu werden. ich denke, dass hat mit dem mütterlichen Aspekt von Frauen zusammen.

Vergiss Dich selbst dabei nicht. Du darfst auf Dich achten. Du darfst verlangen, dass er auch einen Mehrwert für Dein Leben bringt.

Ich habe nicht verstanden, warum Du das Studium abbrechen musstest, weil Du ein oder 2 Semester ausfällst. Für Krankheitsfälle gibt es zudem immer Ausnahmeregelungen...
Ist jetzt wieder alles ok? Meistens verliert Frau bei der Eileiterschwangerschaft mindestens einen Eileiter, wodurch natürliche Schwangerschaften schwieriger werden. Aber schwanger werden, geht dennoch oft.
 
  • #7
Mein Freund ist ein lieber Mensch mit allen Vor- und Nachzügen, welche ich ja auch vorweise und ich möchte, dass wir gemeinsam glücklich werden. Gefühle und andere Konflikte bringe ich eigentlich direkt zur Sprache, jedoch kehren diese immer wieder zurück. Habt ihr Ratschläge wie wir wieder zu einem liebevollen Umgang miteinander finden können? Wie können wir Konflikte nachhaltiger lösen?
Dein Freund liebt Dich nicht. Liebe wird einem ggf. geschenkt. Sie kann nicht erarbeitet werden. Du willst sie aber erarbeiten, durch Umzugshilfe etc. pp. Das ist grundfalsch. Du verschwendest Dich.

An sich mag Dein Freund ja ein guter Mensch sein. Das Missverhältnis tut Dir aber nicht gut. Er kann mit Deinen Gefühlen nicht umgehen, weil er keine hinreichende emotionale Verbindung zu Dir hat. Er wird eines Tages lieben, aber nicht Dich.

Du bist noch sehr jung. Buche das als wertvolle Erfahrung ab. Die bitteren Stunden formen den Charakter, nicht die angenehmen. Trenne Dich, finde zu Dir selbst, kümmere Dich um Deine Zukunft.

Irgendwann wirst Du jemand finden, der Dich liebt. Rückblickend wird Dir die Sache mit Deinem jetzigen Freund dann als die Verirrung offenkundig sein, als die sie Du Dir jetzt noch nicht eingestehen willst.
 
  • #8
Ihr habt beide Probleme und zuwenig freie emotionale Kapazität so miteinander umzugehen dass eure Bedürfnisse nach Trost, Aufmerksamkeit, und Unterstützung erfüllt werden. Es sind viele gegenseitige Erwartungen da welche auch nicht erfüllt werden. Du scheinst für ihn viel zu organisieren und ihm abzunehmen wie z.B. den Umzug nach Kanada, Kochen, Aufräumen, Bewerbungen, das Verhältnis mit dem Doktorvater regeln u.s.w. Was versprichst du dir davon? Dass er im Gegenzug sich deinen Bedürfnissen genauso annehmen wird? Das wird vermutlich nicht geschehen denn er scheint nicht besonders selbständig zu sein, weder praktisch noch emotional. Verantwortung zu übernehmen, für sich selber und der Partnerin gegenüber, ist wohl nicht seine Stärke. Gibt es evtl. noch andere Personen welche dir die gewünschte Unterstützung geben könnten: Freunde, Therapeuten? Schaue in erster Linie dass du selber, fallst du wieder in eine Situation kommst wo du emotionale sowie praktusche Unterstützung dringend brauchst, Menschen um dich hast welche diese auch zu geben bereit sind. Zusätzlich ist es wichtig dem Freund nichts abzunehmen damit er lernen kann für die eigenen Belange und Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen.
 
  • #9
Tut mir leid, was du gesundheitlich durchgemacht hast.

Nur verstehe ich die Frage hinsichtlich des Verzeihens nicht.

Für die ungewollte Schwangerschaft kann dein Freund ja nun auch nur genausoviel wie du selbst. Ebensowenig trägt er daran Schuld, dass es hier eine EileiterSchwangerschaft mit all den schlimmen Folgen für dich wurde.
Was gibt es zu da zu verzeihen?

Wenn es mir schlecht geht, weiß ich jedoch nicht mich selbst zu trösten.
Du kannst es selbst nicht, hältst es ihm aber vor?

Ich lese vor allem viele Emotionen, unerfüllte Erwartungen und emotionales Drama. Für mich auch eine Wesensart, mit der ich persönlich einfach nicht gut umgehen kann und will, weil ich - wie viele Männer - eher ein rationaler Typ Mensch bin.

Was sollte er denn deiner Meinung nach tun, wenn du ständig am Weinen bist, wie soll er dich denn trösten?
Ganz ehrlich, mir würde es wahnsinnig auf den Keks gehen, wenn jemand ständig weint und da wäre ignorieren dann noch die nette Reaktion.

Ich denke, wenn du so viel emotionalen Zuspruch brauchst, wäre eine Freundin besser dafür geeignet.

Ansonsten sehe ich auch recht viel Desinteresse von ihm an dir. Und da glaube ich nicht, dass du daran aktiv was ändern kannst.

Vielleicht war der Fehler, dass du dich zu sehr imner eingebracht hast, da ist er bequem geworden.
Ich setzte da mehr auf das Pingpong-Prinzip.

Aber wenn alles immer nur noch unangenehm ist, solltest du mal über eine Trennung nachdenken.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Du scheinst nach all der Energie die du da reingesteckt hast nicht loslassen zu können. Vielleicht wartest du auf eine Belohnung für das alles. Aber die kommt in solchen Fällen fast nie. Du folgst da einem Muster. Du glaubst du wirst geliebt, wenn du tust und machst und gibst. Dabei hast du beinahe im wahrsten Sinne des Wortes dein Leben (auf)gegeben. Du folgst hier einem Muster: Du hast jemanden recht träges zu einer Beziehung überredet. Damit hat er sich aber nicht geändert, du aber jetzt ein Projekt. Ihn weiter antreiben, dich reinhängen, seine Probleme lösen wollen. In dieser Reihenfolge finde ich: " Zu Beginn wollte er keine Beziehung, half ich ihm beim Auszug und beim Einwandern, spürte ich, dass wir eine längere Trennung nicht überstehen würden, Momentan helfe ich ihm mit Bewerbungen wollte ich ihn zur Mithilfe bewegen, er scheint hilflos." Du scheinst Ablenkung von deinem eigenen Leben und verzweifelt seine Anerkennung zu suchen und das ist schlecht für dich. Du bist nicht mehr richtig bei dir, ich nehme an diese Schwangerschaft war ein Unfall? All diese Anstrengungen für das hier: "Wenn ich weine sagt er, er wisse nicht mich zu trösten und ignoriert mich dann. Wenn es mir schlecht geht, weiß ich jedoch nicht mich selbst zu trösten." Das wird auch nichts mehr. Er hat einiges nicht von seinen Eltern mitbekommen. Er hat emotional wie praktisch eine begrenzte Alltagskompetenz. Um das alles zu verarbeiten, solltest du dich selbst jetzt mal in deinen eigenen Fokus stellen: Du hast genug eigene Baustellen. Frag dich was du aus deinem Leben machen möchtest und ob das o. g. alles wirklich die Führung dort übernehmen soll. Nimm deine Projekte und deine Ausbildung in die Hand und stell dich auf eigene Füße. Denn du vertrödelst und blockierst auch dein eigenes Fortkommen. Geh auf Abstand und unterdrücke deinen "Helferreflex". Vielleicht findet er das ohnehin unnötig und übergriffig. Die anderen sechs scheinen kein Problem damit zu haben, das er nicht spült. Überlege, ob das was sich als Hilfe ausgibt nicht in Wahrheit Forderungen und leer ausgegangene Tauschgeschäfte einer kleinen Dramaqueen (Es gab oft schwierige Zeiten in denen ich weinen musste und verzweifelt war.... Wenn es mir schlecht geht, weiß ich jedoch nicht mich selbst zu trösten), sind. "Ich helfe dir, nun musst du mich aber auch lieben" sind. Ich denke nicht, dass du da zu einem liebevollen Umgang kommen kannst. Du willst ihn formen, er steigt in die Eisen und zieht ganz sein Ding durch. Da ist er ziemlich gut drin. Lass los, lass ihn sein wie er ist. Halte Abstand zu Kanada. Du kannst andere nicht ändern. Wenn man was auch immer ändern will, kann man sich nur erst mal selber ändern. w53
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #11
Du hast innerhalb von zwei Jahren extrem viel erlebt. Nicht nur das Ding mit Deinem Freund, sondern in erster Linie mit der Eileiterschwangerschaft. Die damit verbundenen Nachteile beim Kinderwunsch in der Zukunft können nur die nachempfinden, die das am eigenen Körper erlebt haben. Was Du brauchst ist Zeit, für Dich. Nehme Dir bitte diese Zeit, Deine Seele wird das nicht alles so schnell verarbeiten können wie Du das möchtest. Damit Du zur Ruhe kommen kannst, klär dein Wohlergehen, lass Deinen Freund links liegen. Wichtig ist das Du wieder glücklich wirst. Du versuchst alles hinzubiegen, er nicht. Also versuche doch erst mal wieder eine Basis für Dich zu finden.
 
  • #12
Ich gebe Dir den Tip, Dein Leben erstmal alleine zu sortieren und in jeder Hinsicht ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Würde ich Deine Freund hier ansprechen, würde ich ihm diesen Tip sogar noch dringender geben (aber er scheint dieses Wahrheit bereits erahnt zu haben).

Lerne :
Im Leben ist nicht immer Platz für Beziehung und Partnerschaft.

Wir haben in allen westlichen Gesellschaften eine Lebensweise entwickelt die an dieses Thema ganz allgemein so hohe Anforderungen stellt, dass man in gewissen Lebenslagen und -phasen einfach darauf verzichten sollte.
Klingt hart, aber ich sehe das nunmal so.
 
  • #13
Ich bin auch der Meinung, das er nicht wirklich ein Interesse an dir hat. Es geht um seine Belange und Sorgen, aber er ist nicht im Stande, dich zu trösten. Dann hat er nicht wirklich Interesse. Sonst würde er anders handeln.
Du wirst ohne ihn besser vorankommen. Toll finde ich, das Du nach dem Erlebten dich wieder für neues positionieren konntest. Mach da weiter! Er bremst dich nur. Ich bin mittlerweile 44 und kann dir aus Erfahrung sagen, das Du mit einem 'Bremser' nicht wirklich glücklich wirst. Du brauchst gegenseitige Unterstützung, Liebe und Vertrauen.
 
  • #14
Egal wie gut man sein möchte, kaum einer hilft selbstlos....irgendwas möchte man zurück und wenn es "nur" ums geliebt werden geht.
Sich anzustrengen, die Gute zu sein, ach was sag ich....die Traumfrau.

Er trägt seine Themen auf der Zunge und Du legst los. Hat er Dich wirklich um Hilfe gebeten oder lagst du wach bist Dir Lösung zu seinem Problem einfielen?
Und erst später wurde Dir klar, dass Du bei den Lösungen die größte Aufgabe übernimmst? Wenn Du Pech hast, wurdest Du nicht mal gebeten zu helfen.
Hast Dich selbst nicht um Dich gekümmert
In eine WG mit 6 Leuten, ist schon das was man nicht wählt um sich zu erholen.

Und nun bist Du völlig fertig und möchtest 1:1 zurück haben, was Du investiert hast....vorallem seelisch.
Das ist aber kein Herantragen im Sinne von: Problem! Bitte reparieren!
Deine Seele ist kein böser Doktorvater, da liegt nichts dreckiges rum....
Das ist für andere nicht eindeutig und nicht klar und bedarf keiner "handwerklichen" Lösung. Da steht Mann ohne Betriebsanleitung und die braucht er dann von Dir.

Ich musste mir selbst mal anhören,.dass ein Helfersyndrom ganz schön egoistisch ist und ich habe mich länger gewehrt, dass so zu sehen.
Man nimmt dem anderen den Ball ab und ist nacher fix und fertig, weil man alleine trägt.
Es ist keine selbstlose Hilfe

Vielleicht bekommt Dein Freund nichts alleine auf die Kette und vielleicht ist er mega egoistisch.
Nur das da zu erkennen wo es hingehört, nämlich an den Anfang einer Beziehung....die Chance hast Du Dir selbst genommen

Also wenn, dann gib den Gedanken auf, dass Du verzeihen musst.
Und wenn möglich, das Weinen gegen Ansagen eintauschen.
Sag ihm was Du brauchst und das klar!
 
  • #15
Brauchst du wirklich jemanden der dich sowenig unterstützt? Du hast soviel erlebt, diese Schwangeschaft ist nicht einfach für eine Frau und dann alles alleine zu verarbeiten, du hast dein Ausbildung aufgegeben oder auf Eis gelegt. Was macht er für dich? Ich finde du passt dich zuviel an. Kann sich das zu einer ausgeglichenen Beziehung entwickeln, denk einmal über diese Frage nach - ansonsten wirst du dich ein leben lang an sein Leben anpassen, willst du das?
 
  • #16
Oje, leider gibt es so viele empathiebefreite Menschen.
Du bist noch jung, verstehe auch, dass du an der Beziehung festhalten willst, gesünder wäre es sicher dir irgendwann einen Partner zu suchen der besser zu dir passt.
Kommunikation ist im Normalfall sicher hilfreich, die meisten Männer sind dazu leider nicht bereit.
Ich glaube auch nicht, dass es eine Gebrauchsanweisung dafür braucht, wenn die Freundin weint, dass man sie in den Arm nimmt. Sollte doch selbstverständlich sein.
Mein EX saß wie zur Salzsäule erstarrt, den Blick woanders hin gerichtet, in der Hoffnung, dass er unsichtbar wird. Wenn er mal Kummer hatte, durfte ich ihn auch nicht in den Arm nehmen,.......weil ein "richtiger Mann"....macht das mit sich selber aus.
Traurig diese Gesellschaft,
wünsch dir Alles Liebe:)
 
  • #17
Jeder hat sein Päckelchen zu tragen. Mansche schaffen es alleine klar zu kommen, andere nicht und wiederum andere kümmern sich gerne und helfen gerne anderem und wieder andersrum.
Also ich habe auch schwierige Zeiten hinten mir auch Krankheitbedingt und bin sehr emotional eingestellt. Mein jetzige Partner hat mir auch geholfen war auch bei mir in KH, aber in meine Emotionalität kann/will er mir nicht helfen.
Ich habe mich jetzt hingesetz und auf eine Liste geschrieben was tut er mir gutes, wie zeigt er mir das ich ihm wichtig bin und wiederum was betrübt mich in unsere Beziehung und was tut mir nicht gut.
Was wünsche ich mir von meinem Partner und auch die Frage gestellt was er von mir erwartet/ sich wünscht.
Und ja reden ist sehr wichtig aber vorsichtigt das man nicht alles zeredet (ist oft mein Problem). Sage ihm ganz offen das du von IHM nicht von anderen möchtest/benötigst Hilfe und sage ihm auch wie er dir helfen kann.
Ich denke schon das er überfordert ist. Ich habe das Gefühl, dass viele Männer denken wenn wir Frauen weinen "was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht" die sind sich der Tatsache, dass in bestimmten Situation nichts tun auch schlimm ist, oft nicht bewusst.
Und dann kommt dazu das die Tatsache weswegen wir Hilfe haben wollten in Form von Trösten, in Arm nehmen etc. sich in Problem verwandelt, das wir uns von Partner nicht genügend emotional unterstützt fühlen.
Will er die ganze Zeit von dir, dass du ihm hilfst, oder machst du es automatisch, weil du es für richtig hälts und erwartest du dadurch vieleicht auf etwas (bewusst, unbewusst)?
Schraube deine Hilfstbereitchaft für ihm zurück. Denk an DICH tue dir was gutes.
Ich erlaube mir zu sagen, dass ich weiß wie du dich füllst.

Wünsche Dir Hauptsache Gesundheit und viel Kraft für die Zukunft.
 
  • #18
Ich werde und kann niemals verstehen, wenn eine Frau mit so viel Leid und mit so viel Schmerz nicht kapiert, dass nicht jede Beziehung passt und stimmig ist und aufgrund dessen nicht gehalten werden kann, lieber leidet sie ohne Ende und am Ende steht sie dann doch alleine da, ich finde deine ganzen Anstrengungen für eine Beziehung sind vergebens, helfen nicht, Eine Beziehung kann nur gehen in der Leichtigkeit, in der Fülle, in der Liebe, im Respekt, in der positiven Auseinandersetzung und alles auf Gegenseitigkeit und in der aufrichtigen und authentischen Kommunikation, das alles kann ich bei dir hier nicht erkennen, ich empfehle dir den Kontakt abzubrechen, eine Pause zu machen mit Selbstreflektion und danach dich neu orientieren, über das Knie brechen, kann man eine Beziehung nicht bekommen und auch nicht halten, was du krampfhaft machst!
 
  • #19
Liebe Kontra,

zunächst Mal, herzlichen Glückwunsch zu Deiner Genesung. Bitte nimm Deine Gesundheit fortan ernst und schone Dich konstant, da es nun Mal kein Anderer für Dich tut. Und bitte mehr gesunden Egoismus an den Tag legen. Wie hätte man auf die Idee kommen können, nach solch einem Eingriff um die halbe Welt zu fliegen und in Kanada in einer unbekannten Umgebung mit fremden Menschen, gemeint sind seine Mitbewohner, Erholung zu suchen? Für mich unverständlich.

Bitte stelle Dir folgende Frage. Warum ist so ein empathiefreier, wortkarger, gleichgültiger Gefühlslegastheniker Dein Freund? Warum beschäftigst Du dich mit seinen Promotionsschwierigkeiten und Bewerbungen? Er kann Dich nicht trösten und ignoriert Deine Tränen. Aber kann er dich aufbauen, loben, unterstützend in den Arm nehmen, dankbare Gesten vollbringen, Deine Anstrengungen schätzen? Ich wette nicht wirklich...

Dein zielstrebiger Freund braucht eine Freundin , die einwandfrei funktioniert und ihre Schwierigkeiten selbst löst. Ich vermute, dass Du dich zu Anfang der Beziehung als unermüdliche Macherin, als aktive, starke und selbstständige Partnerin erfolgreich ``verkauft``hast. Nun hat das glanzvolle Bild erste Risse bekommen, Du zeigst Schwäche, brauchst Unterstützung und seelischen Beistand. Gerade in dieser Phase entzieht er Dir seine Zuwendung, da er sich auf solche Unwägbarkeiten nicht vorbereitet sein möchte. Er fühlt sich gar irritiert, dass Du seine Pläne ins Wanken bringst...

Er wird aussitzen und abwarten bis Du wieder reibungslos funktionierst. Tu ihm bitte diesen Gefallen nicht. Bitte hinterfrage Deine Anhänglichkeit und löse Dich von ihm baldmöglichst. Pass auf Dich auf.
 
  • #20
Habt ihr Ratschläge wie wir wieder zu einem liebevollen Umgang miteinander finden können? Wie können wir Konflikte nachhaltiger lösen?
Liebe Kontra
Du stellst intelligente Fragen und ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du Klarheit erhältst.
Was mir halt auffällt ist, dass du hier eine Frage stellst für euch beide, so wie du ja anscheinend auch vieles in der Beziehung in die Hand genommen und geregelt hast. Du hast viel Aufwand für ihn betrieben, obwohl dein Freund zunächst gar keine Beziehung wollte. Du hast ihm beim Umziehen geholfen, mit dem Verhältnis zum Doktorvater, in der WG.. und umgekehrt fühltest du dich öfter im Stich gelassen, zu recht. Selbst als du diese traumatische Schwangerschaft überstehen musstest und fast gestorben wärst, ist nicht er dich besuchen gekommen, was das normalste auf der Welt gewesen wäre. Sondern du hast, um die Beziehung zu retten, auch noch einen Flug nach Kanada auf dich genommen und sein (!) Leben restauriert dort. Klar, kann man das irgendwie begründen. Aber ehrlich gesagt, da muss ein bitterer Nachgeschmack bleiben, denn wenn man sich in einer derartigen Extremsituation nicht auf einen Partner und sein Mitgefühl verlassen kann, wie soll man denn an eine glückliche Zukunft denken?
Ich möchte dich dringend bitten, dass du kritisch überprüfst, ob dein Freund die Beziehung - tief drinnen - auch wirklich ebenso wichtig findet, wie du die Beziehung findest. Wenn du es nicht an seinen Worten erkennst, sollten zumindest seine Taten "Liebe" aussagen. Ganz alleine kann man an einer Beziehung nicht arbeiten, und sollte es auch nicht.
Zur Ausgangsfrage: Das mit dem Verzeihen ist so eine Sache. Ich verzeihe gerne und schnell, wenn jemand sich bei mir ehrlich entschuldigt. Aber, wenn jemand nicht einmal einsieht, dass da ein Fehlverhalten war, oder seine Fehler ständig runterspielt, kann und will ich nur sehr widerwillig verzeihen.
 
  • #21
"Wie verarbeitet man schwere Zeiten und lernt verzeihen?"

Liebe Kontra,

Dein Post macht mich betroffen.
Kontra, Deinen Nick hast Du sehr treffend gewählt.
Du arbeitest Dich auf, gegen Dich, Deine psychischen und physischen Kräfte, gegen den Aufbau Deiner beruflichen Zukunft und gegen den Aufbau eines für Dich zufriedenstellenden Lebens.

Verarbeitung schwerer Zeiten
- Ursachen anschauen, die Anteile, die man selbst hat, die Einflüsse anderer oder anderer äußere Faktoren.
- Verabschiedung von Menschen, die einen Anteil an diesen schlechten Zeiten hatten/haben
- Lebensumstände verändern, so dass es FÜR EINEN SELBST PASST
- sich selbst sortieren, Ursachen des eigenen Verhaltens finden, schädliche Denk-und Verhaltensmuster finden, verändern
- sich selbst akzeptieren, ohne Schuldgefühle und scheinbare Verpflichtungen, sich selbst vergeben, für die Anteile an den schwierigen Zeiten
- abschließen, nach vorne schauen.

Das ist viel, ein langer Weg und oft mit therapeutischer Unterstützung zu schaffen.
Aber Du hast einen langen Weg hinter Dir, und lange schwierige Zeiten.

Verzeihen - ich bin da semantisch spitzfindig, vergeben tue ich, verzeihen?

Wo ist das Positive an dieser "Partnerschaft"?
Er war und ist nie da, hat sich nie für Dich interessiert, hört Dir bis heute nicht zu. Du hast gelitten, es war Euer Kind, Du hast Deine Zukunft, Deine Wünsche, Bedürfnisse untergeordnet.
Er macht sein Ding, wie es ihm passt.
Und Du strengst Dich an und machst und tust?
Ob er das überhaupt will?

Warum machst Du das?
Man man sich Liebe nicht verdienen. Er liebt Dich nicht. Dann würde er sich anders verhalten.

Er schätzt Dich nicht mal wert, respektiert Dich nicht mal.
Und das kann man sich verschaffen - zumindest Respekt.
Indem man seine Grenzen definiert, klar sagt DAS will ich, da sind meine Grenzen, Klar Stopp und Nein.
Du akzeptierst, leidest und findest immer neue Entschuldigungen, warum er so ist, wie er ist.

Sorry, knallhart - er ist ein egoistisches A***, der nichts alleine auf die Kette bringt, und Du ruinierst Dir Dein Leben.

Warum?
Du bist ein wertvoller, liebenswerter Mensch. Warum machst Du das mit? Lässt es zu? Setze Dich endlich FÜR DICH so ein, wie viel zu lange für ihn.

Lebe endlich DEIN Leben.

W, 50
 
  • #22
Guten Morgen liebe FS,

Kann Dein Freund seinen Alltag auch alleine regeln oder lässt Du ihn nur nicht?
Hilfe zur Selbsthilfe ist hier gefragt, um das ungesunde Verhältnis von Geben und Nehmen zu durchbrechen und raus zu bekommen, ob Ihr überhaupt zueinander passt und er Dich will.

Das wäre dann auch die Antwort: Es gibt nichts zu verzeihen und besser wird es nicht, wenn Ihr keine gemeinsame Basis und eine Ausgeglichenheit in Eurer Beziehung findet. Da herrscht eine massive Schieflage.

Schade was Du durch gemacht hast und schön, dass Du wieder gesund bist, aber es wird Dir nicht helfen, dies für Deine Zwecke zu instrumentalisieren.

Ja, Liebe kann auch frau nicht verdienen und braucht sie nicht.
Sie ist.
Oder nicht.

M51
 
  • #23
Es kann sein, dass er seine Liebe einfach nicht durch Unterstützung, sondern durch eine andere Sprache ausdrückt.
Genauso kann er ein egoistischer, eiskalter Klotz sein... aber Du schreibst, dass er ansonsten nett ist.
Das würde ich auch sagen, das weiß ich nach deiner Beschreibung nicht so richtig, was davon zutrifft. Vielleicht ist er einfach sehr rational und kann mit emotionalen Dingen nicht umgehen?
Aber zumindest schreibst du nicht, was er anstelle emotionaler Unterstützung tut, um seine Liebe auszudrücken. Und egal, ob er es einfach nicht kann - es ist ja auch die Frage, ob man mit einem Partner dauerhaft klarkommt, der so ist. Selbst, wenn er das nicht mit Absicht macht. Ich hatte eine Beziehung, in der ich bei Schwierigkeiten nie das Gefühl hatte, mein Partner ist für mich da. Er wusste nicht wie und konnte das auch nicht ausgleichen. Als ich mir mal Sorgen um meine Eltern machte, sagte er, er wäre doch für mich da und ich meinte, nein, ich fühle mich total allein mit meinen Ängsten. Denn trösten oder überhaupt irgendwie konstruktiv für mich da sein, das konnte er einfach nicht. Das hat ihn verletzt, aber es hat auch nichts geändert. Mein Partner jetzt ist ganz anders. Er redet auch nicht viel, aber er hat so eine unterstützende und beruhigende Art. Wir haben auch schon einige Probleme und Entscheidungen durch, und ich hatte immer das Gefühl, ich kann mich auf ihn verlassen, er ist präsent, er fühlt mit mir. Ich habe gemerkt, dass ich keine Partnerschaft mehr haben will, bei der das nicht so ist. Ob der andere "eine andere Sprache der Liebe" spricht oder das aus Boshaftigkeit macht, wäre mir da fast egal. Ich würde mich in der Beziehung dann wieder so einsam fühlen.
Liebe FS, du scheinst für ihn alles zu machen und dich aufzuopfern, dazu müsstest du eigentlich erst einmal die Eileiterschwangerschaft ordentlich verarbeiten und dich auf dich konzentrieren. Überlege dir gut, ob du versuchst, seine Liebe zu erwecken durch deine ganze Hilfe, oder ob er es dir durchaus dankt und sieht, was du alles machst. (War bei mir damals nämlich auch nicht so, ich kannte es nur nicht anders, da die erste Beziehung; es war ein totales Ungleichgewicht, und er hat das erst bei seinen späteren Beziehungen gemerkt.) Und natürlich auch, ob das wirklich alles notwendig ist, oder ihm vielleicht zu viel. Gesund klingt diese Beziehung auf jeden Fall nicht.

w, 36
 
  • #24
Liebe Kontra, traurig habe ich mich in dir wieder erkannt. Bitte höre auf ihm zu helfen. Dein Körper und deine Seele sind jetzt schon erschöpft. Du warst sterbenskrank und er ist nicht gekommen ? Das würde ich nicht vergessen. Kann sein,dass er dich nicht liebt . Kann aber auch sein dass er immer so ist,egoistisch und selbstbezogen. Hättest du deine ganze Energie für dich verwendet würdest du jetzt auch promovieren. Bitte schau mal wo das herkommt . Wenig Wertschätzung und bedingungslose Liebe in deiner Herkunftsfamilie ? Und doch finde ich dass du sehr gute Eigenschaften hast. Du musst nur einen Partner finden, der genauso gebend und aufmerksam ist. Ich beobachte da ganz genau mittlerweile . So was merkt man schon nach wenigen Treffen. Ist er fürsorglich, aufmerksam, um dein Wohl bemüht . Solche Männer gibt es . Und je mehr du dich selbst liebst desto schneller wirst du andere Männer entlarven und nicht mehr in dein Herz lassen. Ich würde noch mal darüber nachdenken ob es sich lohnt mit deinem Freund zu reden oder ob es einfach seine Persönlichkeit ist, die nicht passt. Wie auch immer zwing dich nicht immer zu springen und zu helfen. Das verändert auch schon die Dynamik. Alles, alles Gute!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #25
Wenn ich weine sagt er, er wisse nicht mich zu trösten und ignoriert mich dann
Das finde ich sehr schlimm.

Ich finde deinen Text insofern etwas widersprüchlich, weil du ihn als lieben Mensch bezeichnet. Nach meinem Eindruck ist er einer, auf den du dich nicht verlassen kannst. Der gern machen lässt. Der schwach ist und sich auf dich verlässt. Wenn du weinst, weiß er nichts zu sagen. Eine sehr unglückliche Beziehung.

Du fragst, wie IHR wieder zu einem liebevollen Miteinander kommt. Dass du das gern möchtest, glaube ich dir sofort. Aber dazu gehören nun mal zwei.

Verarbeiten ... Mit seiner Hilfe klappt es offenbar nicht. Ich könnte zu einer Therapie raten, obwohl ich selbst - ehrlicherweise - so etwas nie in Anspruch genommen habe, insofern also keine Erfahrungswerte habe. Irgendwie habe ich es noch immer geschafft, mich selbst aus dem Sumpf zu ziehen, wenn es mir mal nicht so gut ging ...

Ich finde, dass er dir nicht besonders gut tut. Ganz vorsichtig ausgedrückt. Trennung ist keine Option?
 
  • #26
Es gab oft schwierige Zeiten in denen ich weinen musste und verzweifelt war. Mein Freund hat mich dann "ausweinen" lassen und er scheint hilflos wie er mit meinen Gefühlen umzugehen hat. Wenn ich weine sagt er, er wisse nicht mich zu trösten und ignoriert mich dann
Ich finde, um das zu bewerten ist es auch noch von Belang zu wissen, warum du geweint hast.

Wenn du weinst, weil du eigentlich auf ihn wütend bist und ihr euch streitet und er der Grund des Weinens ist, fände ich es etwas absurd zu erwarten, dass er dich dann tröstet.

Etwas anderes wäre es wenn du weinst, weil du was trauriges passiert ist z.b. der Hund gestorben und er dann kein bisschen in der Lage ist dich dann zu trösten, zB. durch in den Arm nehmen.

Ich denke den meisten Männern fällt einen Trösten schwer, weil sie Männer der Tat sind, sie können die Situation dann nicht nicht ändern und sie fühlen sich hilflos, wenn einer Frau weint.

Es gibt ja aber auch solche Menschen, die so furchtbar emotional sind und wegen allem und ständig am Weinen sind.

Ich betreue beruflich Unfallopfer und es ist schon auch interessant, wie unterschiedlich Menschen auf die gleiche Situation reagieren. Der schwerverletzte Motorradfahrer mit Dauerschaden bleibt völlig sachlich, auch wenn sich die Sache zieht, eine andere mit ein paar blauen Flecken schiebt Drama, weint und beschimpft unbeteiligte Dritte. Insbesondere finde ich das Phänomen interessant dass bei letztgenanntem Typ immer das Handy kaputt geht und bei den Schwerverletzten nicht.

Worauf ich hinaus will: weinen und trösten können /wollen kommt auch auf die Situation und die Person an.
 
  • #27
Du gibst und gibst- und es kommt nichts von ihm zurück. Du schreibst uns viele Gründe auf um sein Fehlverhalten zu entschuldigen, Du machst Dir damit selber was vor und lebst eine Illusion. Er wird nie so sein wie Du es Dir erhofft. Geben und Nehmen ist nicht im Einklang. Hart gesagt: Er scheint eine Memme zu sein. Wo siehst Du Dich mit ihm in 5 Jahren, in 10 , in 20?? Ihn kannst Du nicht ändern, nur Dein Verhalten. Entweder Du akzeptierst die Lage und dass er emotional Dir weit unterlegen ist, oder Du folgst dem Ruf Deiner Seele und suchst einen Mann auf Augenhöhe der Dir viel zurück gibt und Dich unterstützt.
Ueberlege es Dir gut bevor ein Kind da ist... er wird auch da alles Dich machen lassen.
 
  • #28
Es tut mir leid, was Dir gesundheitlich passiert ist. Du hast eine Menge erlebt, was Du verarbeiten musst.

Zur Bez.: Es sieht doch von Anfang an so aus, als wollte dieser Mann keine mit Dir eingehen. Er hatte seine eigenen Lebenspläne und sie passte nicht dazu. Du dagegen fingst an, dafür zu arbeiten, dass es doch noch was wird. Du hast diese Verbindung zu Deinem Lebensmittelpunkt gemacht und alles danach ausgerichtet, dass dieser Mann Dein Partner werden soll.
Man kann sich eine Beziehung nicht erarbeiten oder erzwingen durch eigene Zugeständnisse an den anderen. Wenn er nicht will, kannst Du noch so viel reinbuttern an Zeit und Energie, es wird nichts zurückkommen und einfordern kannst Du das schon gar nicht. Du gibst freiwillig und was Du gibst, kann verloren sein. Deswegen ist besser, gleich drauf zu achten, ob was vom anderen zurückkommt. Und wenn da nichts ist, sind die eigenen Bemühungen umgehend einzustellen.

er scheint hilflos wie er mit meinen Gefühlen umzugehen hat
Machst Du ihm ne Menge Vorwürfe?
Falls ja: Mal davon abgesehen, dass darauf selten einer positiv reagiert, hat Dein Partner sich doch von Anfang an nicht so verhalten, als interessierte er sich um Dich und Deine Gefühle, also als sei er verliebt und wollte eine Bez. mit Dir, in der sich einer um den anderen kümmert.

ich möchte, dass wir gemeinsam glücklich werden
Was will ER? Frage ihn das mal.

Ich sehe eine Frau, die die ganze Zeit alles mögliche macht und machen will, dass diese Beziehung funktioniert, und einen Mann, der sich das zwar gefallen lässt, aber nie wirklich "ja" zu dieser Beziehung sagte. Er sagt aber auch nicht "nein" oder wenndann nur so, dass Du das "nein" nicht wahrnimmst und quasi überrollst mit einer neuen Aktion.

Ja, es gibt Männer, die lassen sich so in eine Beziehung ziehen. Aber auch die engagieren sich nie wirklich dafür. Es passiert sogar, dass wenn es hart kommt, mancher Mann geht, weil er eigentlich nichts in diese Bez. geben will, nie wollte, und die Frau gerade "nachlassen" muss mit ihrem Druck, den sie sonst immer aufbaut, weil sie die Beziehung so dominant gestaltet.

Du fragtest nach Ratschlägen.
WENN es eine Chance geben soll, muss mE erstmal auf den Tisch, ob er die Bez. überhaupt will. Aber das musst Du so fragen, dass er die Sicherheit haben kann, dass er auch "nein" sagen könnte und Du das akzeptierst. Also Deine Einstellung muss so sein.

Sollte er "ja" dazu sagen und das nur Wischiwaschi-lass-mich-in-Ruhe sein, weil er Angst hat, Vorwürfe zu kriegen, was Du alles für ihn getan hast oder wie schlecht es Dir nun geht, hast Du leider nichts gewonnen und müsstest selbst das Ganze beenden, weil er es sich nicht mehr traut.
Sollte er ernsthaft und ehrlich "ja" dazu sagen, wirst Du eine Veränderung bemerken, weil er sich dann endlich bewusst entschieden hat, mit Dir eine Bez. zu haben, und sich nun mehr Mühe gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #29
Grundsätzlich denke ich: Man muss nicht verzeihen. Eigentlich muss man einen Weg finden, wie man selbst mit den Erfahrungen im Leben umgehen kann. Daraus kann ja durchaus auch folgen, dass man den Kontakt zu manchen Menschen einfach abbricht.

Beim Verzeihen hilft aus meiner Sicht, eigene Anteile zu erkennen und dadurch Handlungen anderer besser zu verstehen. Was ich verstehen kann, kann ich leichter akzeptieren, nicht übel nehmen oder verzeihen. Egal, wie das Wort für die Aktion dann heisst, aber im Grunde musst Du doch für Dich selbst einen Frieden mit Dir finden.

So wie Du es beschreibst, sind in eurem Leben manche Hürden aufgetreten, die ihr überwunden habt oder auch nicht. An manchen Stellen war er hilflos, wo Du Dir Hilfe gewünscht hättest. Du scheinst bei manchen Entscheidungen auch Deinen Kopf durchgesetzt zu haben, ohne dass er sich wirklich damit abfinden konnte. Ihr müsst wohl eher einen Umgang miteinander lernen, mit dem beide zufrieden sind.
Für mich klingt Deine Beschreibung nach wenig Gemeinsamkeiten, aber Deinem intensiven Versuch, euer Leben nach Deinen Vorstellungen zu gestalten. Mit fehlt das Miteinander in Deiner Beschreibung. Du tarnst als "Hilfe", was er durchaus auch als übergestülpte Vorgabe empfinden könnte. Ich würde also erst einmal wirklich prüfen, ob ihr zusammen die gleichen Ziele habt und wirklich beide gemeinsam etwas aufbauen wollt.
 
  • #30
Liebe Kontra,

Nochmals nur ein Satz von mir, schon öfters geschrieben, und ich habe lange gebraucht, um es zu verstehen -
man kann Unpassendes nicht passend machen.

Egal wieviel Energie Du hinein steckst.
Und Lebens_Lust hat recht, wie ist sein Empfinden? Will er Dein Bemühen? Oder akzeptiert es nur.

Meine Meinung, er ist nicht der richtige Mann... Ganz einfach.

W, 50