• #1

Wie verarbeitet Ihr schlechte Erfahrungen?

Jeder ist in seinem Leben wahrscheinlich schon auf die Nase gefallen, was die Liebe betrifft. Untreue, Vertrauensmissbrauch, Demütigungen - es gibt zahlreiche Gründe, die einen in das eigene Schneckenhaus treiben, aus dem man so schnell nicht mehr herausgekrochen kommen mag. Doch das ist doch auch keine Lösung, oder? Schließlich möchte man doch in einer glücklichen Partnerschaft leben... Was sind Eure Tipps?
 
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Gast

  • #2
Ich brauche eine gewisse Zeit, um meine Wunden zu lecken. Dabei brauche ich aber auch z.B. mal eine gute Freundin, um darüber reden zu können. Nach einer gewissen Zeitspanne bin ich dann aber das Trübsal blasen satt und wende mich dann wieder den anderen wichtigen Teilen in meinem Leben zu.

Ich bin ein Steh-auf-Männchen und muss immer das Positive im Leben sehen, deshalb würde ich mich auch als einen fröhlich und optimistisch eingestellten Mensch sehen. Ich weiß mich zu beschäftigen, kann anpacken und erfreue mich an meiner eigenen Kreativität, die dann besonders häufig in solchen trüben Zeiten in Kraft tritt. Sport hilft mir auch, ich jogge täglich - das stimmt mich immer positiv und macht die Gedanken frei... Mich ins Bett zu verkriechen wäre jetzt auch überhaupt nicht mein Ding.

w/44
 
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Gast

  • #3
Wenn es zu Dingen wie Vertrauensmissbrauch und Demütigungen kommt, sollte man sich immer fragen, welchen Beitrag man selber zu dieser Verhaltensweise geleistet hat. Meistens nämlich schon.

Vielleicht gilt dass sogar auch (begrenzt) für Untreue.

Der-, diejenige, die sich ins Schneckenhaus verkriecht, flieht vor sich selsbt und macht dieselben Fehler wieder und wieder.
 
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Gast

  • #4
man sollte sich aber auch sagen, dass der andere einfach selbst gestört ist, wenn er demütigt. denn wenn man schon annimmt, dass man eigene defekte hat, die das eigene verhalten (selbstverständlich) beeinflussen, gilt das genau so sehr für das gegenüber.
 
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Gast

  • #5
@#4
... und man sollte sich fragen, warum lässt man sich demütigen...?
Nein, man sollte nicht die Fehler beim anderen suchen, sondern die Konsequenz für sich ziehen, wenn man mit bestimmten Verhaltensweisen nicht klar kommt. Ich will doch mein Glück nicht grundlegend von anderen abhängig machen.

Es wird auch zu viel und zu lange über ein WARUM nachgedacht und was man HÄTTE ändern können. Nein, nein, nein, es wird schon alles so seine Richtigkeit haben und man sollte sich von solch schweren Gedanken befreien und wieder nach vorne schauen.

Außerdem - was nicht mehr ist, darüber braucht man auch nicht mehr nachzudenken!!!

w/44
 
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Gast

  • #6
Wenn was Schlechtes vorüber ist, ist Platz für was Besseres.
 
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Gast

  • #7
zu #5

Ich finde, dass du es dir zu einfach machst. Frau/Mann sollte sich schon hinterfragen, welchen Anteil man selber daran hat, dass die Beziehun gescheitert ist, als nach dem WARUM zu fragen, damit man beim nächsten Mal einfach klüger ist.

Zudem gibt es so viele Muster und Prägungen aus der Kindheit jedes Menschen, die unbewußt, eine Beziehung sehr negativ beeinflussen können.

Wenn man sich dieser Muster nicht bewußt wird, wird jede weitere Beziehung scheitern und das muss ja nicht sein, gerade noch wenn ein Kind da ist.

Es gibt zu diesem Thema viele gute Tipps im Internet zu finden und auch gute Bücher, die auch die Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion und das Hinterfragen anregen.

w (46)
 
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Gast

  • #8
Es gibt eine Reihe an Motivationssprüchen, die man sich dann vor Augen führen kann:

"Schlimmer geht's nimmer"
"Nach dem Regen kommt meist Sonnenschein"
"Geht eine Tür zu, geht eine andere auf..."

Und und und...

Klingt meist erstmal etwas oberflächlich, aber wenn man optimistisch ist, kann es helfen.

w/32
 
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Gast

  • #9
Was ich so mitbekomme ist, dass zu viele Themen zu Tode ausdiskutiert werden. Natürlich dürfte ja wohl fast jeder aus Fehlern klug werden und aus der "leidigen" Geschichte um eine Erfahrung reicher heraus gehen. Oft aber rutscht man aber beim nächsten Mal wieder in genau dasselbe Verhaltensmuster und begeht zumindest wieder ähnliche Fehler. Charakter, Gene oder auch Erziehung, das alles dürfte eine grundregelnde Rolle dabei spielen warum man, zwar draus gelernt, aber nicht dazu in der Lage ist es auch anzuwenden.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was eine Beziehung dazu beitragen kann, um daraus glücklich und gestärkt zu gehen. Klar, ohne Kompromisse und einem starken Willen geht gar nichts, gerade dann, wenn eine Beziehung zu zerbrechen droht. Und wenn's dann halt doch nicht funktioniert, sollte man auch loslassen können...!

w/44
 
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Gast

  • #10
irgendwie scheint hier bisher jeder zu glauben, dass man/frau sich freiwillig und wissentlich über einen bestimmten zeitraum demütigen lässt, bevor man/frau die situation ändert...

was haltet ihr von der variante, dass man mitbekommt, dass der andere einen betrügt, die konsequenz zieht und sich trennt - und sich durch den betrug aber dennoch gedemütigt fühlt?

an anderer stelle hier im forum heisst es immer wieder: du musst auch mal vertrauen können. das habe ich. er hat betrogen. ich habe es gemerkt. ich habe mich getrennt. ich fühlte mich dennoch gedemütigt, weil mein vertrauen missbraucht wurde.

und ich habe k e i n "muster" aufgrund eines defizites, das immer wieder abläuft...!

ach doch, ein muster habe ich:
ich verliebe mich (nicht schnell, aber wenn dann heftig). und ich vertraue meinem partner, weil ich glaube, dass er erwachsen und aufrichtig genug ist, um nicht mit den gefühlen des anderen zu spielen. wenn er es doch tut - wer ist dann gedemütigt? wer hat dann ein defizit?

w, 42
 
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Gast

  • #11
@8
Wie findest den Spruch:
''...und am Ende steht immer ein Anfang''
m/38
 
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Gast

  • #12
Also ich für meinen Teil blühe dann immer richtig auf so ca. 1-2 Wochen lang und dann trifft es mich irgendwann wenn ich abends alleine bin....
Dann mach ich mir ein paar Flaschen Bier auf höre Musik mit meiner Meinung nach passenden Texten und ertränke mich in Tränen und Selbstmitleid, und nach ein paar Tagen wo es immer mal wieder zu diesen ähm... "speziellen" Abenden kommen kann geht es mir eigentlich wieder genauso wie immer und ich sehe wieder Vertrauensvoll in die Zukunft.
 
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Gast

  • #13
Klassisch weiblich: neue Haarfarbe, neuer Haarschnitt, neuer Mantel...

w/31
 
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Gast

  • #14
Für mich gibt es nur eine Lebensphilosophie; ich weigere mich unglücklich zu sein!
Nach vorne schauen, nicht zurück, den Moment geniessen. Und sich die Menschen im Leben aussuchen die wirklich zu einem passen. Wir haben alle selber die Wahl mit welchen Menschen wir unser Leben verbringen. Es gibt da eine schöne Geschichte. Ein Zug fährt aus dem Bahnhof und hält bei jeder Station bis an sein Ziel. An einem Ort steigen die Menschen ein am anderen aus und manche bleiben die ganze Streck im Zug. Es ist wie im wirklichen Leben. Ein Kommen und ein Gehen. Es gibt keine Garantie. Viel Glück!
 
G

Gast

  • #15
Die Zeit heilt alle Wunden.

Und es braucht halt seine Zeit ...
viel Zeit ...
sehr viel Zeit .... ...

in der Zwischenzeit kann man die Zeit gut nutzen. rausgehen - hin wo `s schön ist. sich mal was gönnen. ruhe ... was neues beginnen -
 
G

Gast

  • #16
Lieber FS,
je nach dem, wie schlimm mich eine Trennung getroffen hat, habe ich Wochen oder Monate gelitten, geweint, geflucht und zwischendurch mal Frustsaufen gemacht. Mich teilweise auch mit einer Affaire getröstet. Sehr schnell ist aber immer die Einstellung in mir durch gekommen, dass ich mir von einem Mann nicht das Leben verderben lasse, da man Trennungsschmerzen immer übersteht, aber dadurch eventuell aus Selbstmitleid sich bietende Möglichkeiten nicht beim Schopfe greift. Ich habe z.B. in Fortbildung gekniet, habe einen tollen Job angenommen, weil ich bereit war, in eine andere Stadt (weiter weg) umzuziehen, weil mich ja nichts mehr in der alten Stadt gehalten hat. Durch den Job habe ich eine tolle berufliche Chance bekommen und so hat sich durch die Trennungen mein Leben (ansonsten) positiv entwickelt. und da ich mit meinem Leben so glücklich bin, wie es jetzt gerade ist, ist im Nachhinein alles richtig und gut gewesen.
w35
 
  • #17
Tipps zum Verarbeiten:
- ausreichend mit Vertrauenspersonen reden
- viel Nachdenken, aber sich auch Ablenken (Unternehmungen, Hobbys usw.)
- sich selbst Gutes tun
- das Positive dieser negativen Erfahrung sehen...
 
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Gast

  • #18
Ich sehe die Liebe mittlerweile realistischer.

Allerdings ist die Realität (Natur des Säugers und Homo Öconomicus) ziemlich unromantisch.

Deshalb mache ich es mir in meinem Schneckenhaus mit mir selbst bequem und gemütlich.

Die bei zwischenmenschlichen Kontakten offensichtlich unvermeidbaren Machtkämpfe und Reibungsverluste muss ich mir als sensibler Mensch so nicht wieder und wieder antun.

Ich habe gelernt: Lass mal auch die anderen (konstruktiv!) was machen. ;-)

Da kommt nicht viel. So what? Dann behalte ich meine Energie und Liebe für mich selbst, anstatt sie ohne Gegenleistung absorbieren zu lassen. ;-)

M
 
M

micha

  • #19
eigenartig! wenn ich dieses Forum und diese Rubrik so lese stelle ich fest, dass fast ausschließlich Frauen zu antworten scheinen. Nein ! Demütigung zu erleben ist keine weibliche Domäne. Ich selbst hatte das "Vergnügen" mich langsam aus der Beziehung verabschieden zu müssen - ein langer Prozeß der andauernden Demütigung! Allerdings hatte ich keine Zeit darin zu versinken, denn egal wie schlecht und verlogen eine Beziehung ist,einer muß sich um die Kinder kümmern - so vorhanden! Erst nach der Trennung ist mit bewußt geworden, wo der Hase im Pfeffer lag aber auch da hat mir wieder mein Kind über das Tief hinweg geholfen. Mit der entsprechenden Analyse und mit Hilfe der Zeit vergeht auch dieses Gefühl - wie so viele andere auch.Ich glaube es ist nur wichtig Frau/Mann nicht einem Klischee zuzuordnen und zu verallgemeinern. Mit einer grundpositiven Einstellung, ist der Kopf und das Bauchgefühl irgendwann wieder klar und man kann sich auch wieder öffnen ohne Angst zu haben gleich wieder mit dem Kinn bremsen zu müssen.
micha
 
G

Gast

  • #20
ich versuche meinen Freund zu verstehen, wieso er noch seine erste Liebe verarbeitet.. Ich habe eine Nachricht zu einer Bekannten gelesen, dass er manchmal nachdenkt und sein Herz blutet und das seine erste wahre und richtige bleiben wird.. Und das tut mir schrecklich weh, obwohl ich seine Liebe fühle. Er führt auch ein Notizbuch, indem er sich ab und zu seine Gedanken aufschreibt. Ich bin seine zweite Freundin, wir sind ein halbes Jahr zusammen, mit ihr war er über 6 Jahre, sie hat ihn betrogen und verlassen. Ich bin ein Menschentyp, der die Vergangenheit hinter sich lässt und sich von ihr total loslassen kann. Dagegen braucht er, das Ganze zu analysieren. Ich kann es nicht fassen, wieso muss er darüber nachdenken, wenn wir eine glückliche Beziehung haben. Ich weiß, dass er mich liebt, dass es ihm gut geht, dass er mit mir Zukunftspläne schmieden kann. Ich habe es nie zu spüren bekommen, dass er an sie denkt oder mit ihr noch zusammen sein könnte. Er meint, dass es manchmal kommt und Nachdenken und Aufschreiben hilft ihm, sich zu befreien, einen Schritt nach vorne zu machen. Für mich ist es ein Schritt zurück, bedeutet, dass er sich damit noch nicht abgefunden hat und es ihm noch wehtut, obwohl er mich hat - das lässt mich nicht einschlafen, weil ich Angst habe, dass er noch in der Vergangeheit steckt.. Soll ich seine andere Denkweise so annehmen, oder mir Sorgen machen??
 
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Gast

  • #21
Schlechte Erfahrungen werden in einer Stunde verarbeitet: Zwei bis drei schnelle Gläser voll Wodka und das Leben geht weiter. Schließlich leben wir im Hier und Jetzt und müssen an morgen denken.
Wo ist da das Problem ?