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Gast

  • #1

Wie umgehen mit einem 16-jährigen Leistungsverweigerer?

Ich bin total am Ende. Mein 16-jähriger Sohn treibt mich langsam aber sicher in den Wahnsinn.

Er verweigert jegliche Leistung. Seine schulischen Leistungen lassen schon immer zu Wünschen übrig, entsprechend sind die Noten. Ihn interessiert das aber in keinster Weise. Hat ihn noch nie interessiert. Ich kenne nichts anderes von ihm. Er macht weder Hausaufgaben, noch bereitet er sich auf Klassenarbeiten vor, er steht überall auf vier und mit Ach und Krach schafft er es dann, die Fünfen im ersten Halbjahr im zweiten Halbjahr auf vier zu verbessern. Da tut er dann eben was.

Er nimmt das alles total locker und meint, dass er das Abitur locker schafft. Er kapiert nicht oder will nicht verstehen, dass Lernen auch ein Prozess ist um eben das Lernen auch zu lernen. Er ist intelligent (nicht hochintelligent!), hat aber überhaupt kein Ziel und interessiert sich für nichts. Er hängt am liebsten vor dem PC und spielt oder trifft sich mit Freunden. Ich komme schon so lange nicht mehr an ihn ran, wenn ich etwas sage, egal ob in der Wut (die man halt irgendwann bekommt) oder mit Ruhe - er schickt mich aus dem Zimmer mit den Worten "Mama, jetzt komm mal runter und reg Dich ab, RAUS aus meinem Zimmer, HAU AB, DU NERVST".

Zum Verstehen: diese Art, wie er mit mir und der Schule umgeht ist nichts Neues, so ist er, immer. Ich bin so dermaßen verzweifelt und natürlich habe ich eine Stinkwut auf ihn, dass er jegliche Leistung verweigert. Kann mir jemand einen Tipp geben? Wer macht ähnliche Erfahrungen? Vielen Dank im voraus.
w/45
 
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Gast

  • #2
Lieber FS,

gehe zu einer Erziehungsberatungsstelle und lass dich dort beraten. Das hilft sehr mit Fachleuten darüber zu reden. Das Verhalten deines Sohnes ist nicht gut, aber wohl normal.

Manchmal hilft loslassen, manche Kinder müssen ganz tief fallen, mein Kind gehört dazu, um zu kapieren, wie der Hase laufen muss.

Mein Kind hat (17) bis heute keinen eignen PC. So habe ich immer noch Handhabe auf das PC-Verhalten. Wer keine Leistung, weder in der Schule, noch zu Hause bringen will, bekommt halt auch nicht Zugang zum PC. Ganz einfach. Es gibt zwar immer wieder Diskussionen, aber wer was haben will, muss erstmal was tun. So ist das Leben. Je eher die Teenies das kapieren, um so besser läuft es dann auch.

Wichtig ist dabei, dass man mit dieser Lebenseinstellung so früh wie möglich anfängt. Wer erst in der Pubertät anfängt, seinem Kind Grenzen aufzusetzen, gewisses normales Leistungsvermögen einzufordern usw., der wird es sehr schwer haben.

Ich als Mutter lebe meine Leistungsbereitschaft vor, indem ich 2 Jobs habe, damit wir gut über die Runden kommen und das Hobby meines Kindes finanziert werden kann. Zieht das Kind nicht mit, indem schlechte Schulleistungen usw. vorhanden sind, wird Hobby abgeschafft und ich werde dann auch den 2. Job nicht mehr machen. Dieser Deal ist verständlich und nachvollziehbar.

w
 
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Gast

  • #3
Ja, ich kann dich verstehen, ABER

Er scheint ja auf dem Gymnasium zu sein, sonst könnte er kein Abitur machen. Sitzen geblieben ist er auch noch nicht, weil er Saisonarbeiter ist. Sein Ziel ist das Abitur - und das wird er schaffen, da er intelligent genug ist, zu wissen, wann er lernen muss, damit es reicht. Würdest du über einen Hauptschüler und notorischen Schulschwänzer schreiben, könnte ich dich verstehen. So solltest du ihm seine Bildung überlassen und die Verantwort auf ihn übertragen.

Ist doch klasse - er provoziert dich und du gehst ab. Wunderbar für ihn. Willst du seine Marionette sein? Dann mach weiter. Willst du als eigenständige Persönlichkeit wahr genommen werden, lass ihn laufen. Er wird sein Ziel erreichen! w/43
 
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  • #4
liebe fs,

auwei, er ist in der pubertät.... und war schon immer faul... na gratuliere, jetzt ist er auch noch unverschämt und es funktioniert, weil du machtlos bist....

zum trost, du stehst nicht allein da. das gibt sich, wenn er gerade 4er hinkriegt, wenns drauf ankommt, wird er entsprechend zulegen, wenn nötig.

an sonsten sind das nur blöde sprüche eines pubertierenden, der keine ahnung hat.

das wird sich von selbst nicht ändern, sondern nur, wenn du selbst dein verhalten nachhaltig und systematisch änderst. ich empfehle dir ein triple-p teen erziehungstraining, da kannst du lernen, wie mit einem halbwüchsigen umgegangen werden kann, der mit seinem verhalten übers ziel geschossen ist. texten nützt nichts, sondern nur handeln, das ist machbar und lernbar...

viel erfolg, gute nerven und halte durch mit 25 ist er normal.....:)) gönn dir was und kümmere dich auch um dich, mach dich rar und biete keinen full service, sondern etabliere "wenn-dann"- abläufe

w
 
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Gast

  • #5
hallo fs,

Ein Patentrezept gibt's leider nicht, leider nur Anregungen die nicht bei jedem fruchten.
Mein Kleiner ist einige Jahre jünger und fing in diesem Jahr mit einer rapiden Verweigerung an die es in sich hatte.
Muss sagen es lag an vielen Faktoren.
Ich habe ehrlich gesagt nicht locker gelassen. Wollte a) Ursache wissen und b) dass er wieder Freude am Leben hat.
Wir haben hier vorher schon das Belohnungsprinzip eingeführt, naja mit 16 wahrscheinlich zu spät.
Doch dadurch, dass-
-ich langen Atem hatte,
-ich auch nicht vor ihm verheimlicht habe dass es mich traurig macht, (erklärt er täte es für sich-nicht für mich)
-ich massive Grenzen gesetzt habe, aber auch positives belohnt,
seitdem wuppt es.
Was sehr wichtig ist-Gespräche. Am besten neutraler Ort, entspannte Situation und wichtig in der Ich Variante sprechen und Du sollst, Du machst nicht etc vermeiden. Druck und Vorhaltungen bringen Garant nichts.

Wenn alles nicht hilft hol Dir Unterstützung, Familienhilfe o.ä.Diakonie
Hast Du schon überlegt, ob er am Gymmi richtig ist?
Viell. ist der Druck zu stark, das führt zur Verweigerung.
Was ich mich doch frage...wenn es schon so lange läuft und immer um die Versetzung gebangt wurde, warum habt Ihr es nicht mal mit einer Realschule versucht?
Wenn es das Abi sein muss kann er es doch noch nachholen oder an einer andern Schule

Muss auch sagen, ich habe meinen beiden früh erklärt...ich erwarte nur das, was sie wirklich leisten können, aber das vernünftig.
Meine Tochter geht im Sommer auf's Gymmi weil sie unbedingt will und weiß wenn sie die Null Bock Phasen einleitet oder sich anderweitig quält muss sie irgendwann runter.
In G8 Zeiten wird den Kids wahnsinnig viel abverlangt.
Jeder hat mal einen Hänger und den sollte man ihm auch mal zugestehen, aber nicht über zu langer Zeit.
Wir Mummies sind leider oft sehr emotional und hoffen immer auf eine Wende. Nur musste auch ich lernen das gute Grenzen, hilfreich sind.

Sorry, ist was lang geworden.
 
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Gast

  • #6
Hat er denn gelernt, dass Leistung sich lohnt? Hat er irgendwelche großen Wünsche? Die würde ich als Anreiz nutzen.
Vielleicht ist ja auch der Unterricht total langweilig oder der Lehrer honoriert eher Wohlverhalten als Leistung. Ich hatte zu meiner Schulzeit Lehrer, die unbedingt beliebt sein und auf jeder Klassenfeier dabei sein wollten. Da bekam der die besten Noten, der die meisten Partys organisiert hat. Und in der Klasse ging es drunter und drüber. Bei solchen Lehrern ist Lernen eben einfach sinnlos.
 
  • #7
Ja die World-of-Warcraft generation (oder wahlweise irgendein anderes MMORPG)
alle Belohnung und soziale Kontakte lassen sich wunderbar online generieren.. und man kann, im Gegensatz zum realen Leben ständig neu starten wenn man möchte.. kein Konflikt nötig..

Mein Bruder hatte das bis er 30 wurde.. genauso mit 16 angefangen WoW, StarwarsGalaxy, Guildwars, etcetc.. hatte auch Abitur, war sogar studierend, hat aber niemals abgeschlossen weil ihm der "Arsch zum durchhalten" fehlte.. Brach den Kontakt zu fast allen ab, inkl. der Eltern. Erst als er HartzIV bezog und ihm die Freundin sitzen liess wurde er langsam (halb) wach.. ich hatte ihm etliche Stellenangebote gezeigt.. und er hat alle abgelehnt weil er nicht "unten"anfangen wollte, wenn ich ihm irgendwas "oben" angeboten hatte wollte er nicht weil er es allein schaffen sollte.. etc.. ein Teufelskreis.. jetzt sitzt er in irland, hat allen Kontakt abgebrochen und macht SAP hotline.. wenigstens etwas.. aber zocken ist immer noch wichtiger Lebensbestandteil..
 
  • #8
Tip wäre, schick ihn zum studieren ins Ausland.. das ist "Cool" genug damit er es animmt und dort kann er "neu anfangen" ohne das er als Verlierer da steht. und andere Länder andere Sitten sind immer gut..
 
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Gast

  • #9
Ja, ich kann dich verstehen, ABER

Er scheint ja auf dem Gymnasium zu sein, sonst könnte er kein Abitur machen. Sitzen geblieben ist er auch noch nicht, weil er Saisonarbeiter ist. Sein Ziel ist das Abitur - und das wird er schaffen, da er intelligent genug ist, zu wissen, wann er lernen muss, damit es reicht. Würdest du über einen Hauptschüler und notorischen Schulschwänzer schreiben, könnte ich dich verstehen. So solltest du ihm seine Bildung überlassen und die Verantwort auf ihn übertragen.

Ist doch klasse - er provoziert dich und du gehst ab. Wunderbar für ihn. Willst du seine Marionette sein? Dann mach weiter. Willst du als eigenständige Persönlichkeit wahr genommen werden, lass ihn laufen. Er wird sein Ziel erreichen! w/43
Als Mädel, das noch nicht sooooo lang aus der Pubertät raus is wie die meisten Kommentatoren hier (24) - kann ich diesem Beitrag völlig beipflichten. Ich und auch einige andere in meinem Alter haben sich damals genauso aufgeführt.
Meine Mutter hat mich dann einfach machen lassen. Sie hat sich nicht nur aus meinen Lernangelegenheiten weitgehend rausgehalten, sondern mir auch meine Wäsche und die Sonderwünsche beim einkaufen selbst überlassen. Dadurch bin ich dann selbstständiger geworden und ab der 12. Klasse hab ich mich dann selber zum lernen hingehockt, da ich nicht als einzige der Klasse als Vollversager dastehen wollte. So haben sich auch fast alle anderen entwickelt.

Lass deinen Sohn einfach.. aber spiel auch nichtmehr Dienstmädchen für ihn, dann kommt das mit der Zeit von ganz alleine.. Wenn du dauernd hinter ihm her bist, seis mit Predigten oder Verboten nervt ihn das nur noch mehr und er wird die Schotten komplett schließen.
Auch die Tatsache dass sich ein 16 jähriger für nichts interessiert ist in dem Alter nicht besonders selten. Spätestens dann wenn das Thema Mädels hochaktuell wird, kommt auch das von alleine. ;-)
 
G

Gast

  • #10
Also ich kann dir hier wahrlich keinen guten Ratschlag geben, in diesem Alter ist glaube ich tatsächlich eine Erziehungsberatungsstelle die letzte Alternative.

Für alle anderen - fangt so früh wie möglich an erzieherisch (Eltern, Lehrer und Verwandte) im frühen Kindesalter dagegenzusteuern. Nur dann ist euch und dem Kind langfristig geholfen.
 
  • #11
Mein Kind hat (17) bis heute keinen eignen PC. So habe ich immer noch Handhabe auf das PC-Verhalten. Wer keine Leistung, weder in der Schule, noch zu Hause bringen will, bekommt halt auch nicht Zugang zum PC. Ganz einfach. Es gibt zwar immer wieder Diskussionen, aber wer was haben will, muss erstmal was tun. So ist das Leben. Je eher die Teenies das kapieren, um so besser läuft es dann auch.
Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber Du hast Deinen Sohn ja ganz schön unter der Knute, was machst Du, wenn er 18 ist? Immer noch alles reglementieren? Natürlich müssen Teenager lernen, dass von nix Nix kommt - aber Du scheinst mir das andere Extrem zu praktizieren. Wieso musst Du für sein Hobby einen zweiten Job annehmen, es scheint mir bei Euch doch aber so, dass Du quasi etwas von Dir "opferst" und er Dir "gefälligst" dankbar zu sein hat. Vielleicht solltest Du ihn wie einen Erwachsenen behandeln, ihn seinen eigenen PC haben lassen und ihn für sein Hobby selber jobben lassen?
Mein Sohn ist 14, hat einen eigenen PC; er bringt supergute Schulleistungen, weil er das Teil eben sehr gerne für Recherche nutzt (Google ist seine Webheimat) und er wäre ohne seine geliebte BBC aufgeschmissen. Schulwissen ist einseitig und langweilig, wir wollen nicht nur wissen, dass der Jupiter der Jupiter ist, wir (also er jetzt, mein Sohn) will auch wissen, wie viele Monde Jupiter hat und wie ihre geologische Beschaffenheit ist). Er verdient aber auch schon etwas eigenes Geld mit Nachhilfeunterricht für Grundschüler - für seine Hobbies und fühlt sich wertgeschätzt. Ich glaube felsenfest daran, wenn man sein Kind nicht nur der Schule überlässt, sondern mit ihm gemeinsam und gerne die Welt entdeckt und Zeit mit ihm verbringt, dann kommen solche Probleme erst gar nicht auf. Wenn andere Familien in teure Urlaube gefahren sind, haben wir mit Geologenhammer und Lupe Gesteine erkundet, haben Tropfsteinhöhlen besucht, und Salzbergwerke. Ich glaube, viele Eltern vergessen, dass sie einst auch einmal Kinder und Jugendliche gewesen sind und führen Kleinkriege gegen ihre Kinder. Das soll keine Unterstellung sein, aber aus Deinem Posting fließt viel Verbitterung und Opferhaltung - und dass Du das Deinem Sohn via PC-Verbot und Deiner Macht irgendwie heimzahlst. Bitte entschuldige, wenn ich mich irren sollte - zu nahe treten möchte ich niemanden...
 
  • #12
II.)

An FS: Wenn Du Deinem Jungen ständig mit Vorwürfen begegnest, macht er dicht. Würde ich wohl auch machen. Ich würde ihn nicht fallen lassen, wie hier geraten wurde, sondern würde ihm klare Ansagen machen, was er zu bestimmten Uhrzeiten erledigt zu haben hat. Bitte erwarte nicht, dass er von sich aus sieht, was erledigt werden muss - viele Vertreter der männlichen Spezies haben damit nämlich ein Problem! Wenn er sich nicht auf den Hosenboden setzt und was für seine Zukunft tut, dann kommt die Zukunft eben zu ihm: In Form von einer Lehrstelle - und dann ist Schluss mit Müßiggang :) Entweder er tut etwas und bringt Resultate - oder er darf sich jetzt nach einer Lehrstelle umschauen, im Call-Center und in der Altenpflege werden händeringend AZUBIS gesucht und im August/September beginnt das 1. Lehrjahr! Du hilfst ihm auch gerne bei der Suche!!! ;-)
 
  • #13
Puh, schwierige Frage.

Eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen ist sicher eine gute Idee. Du steckst so tief mit im Sumpf drin, daß ein distanzierter Blick von außen sehr hilfreich sein kann.
Wie wäre es denn, wenn auch Du die Leistung für ihn verweigerst? Mit den gleichen Worten wie er?
Zum Beispiel: "Nö, ich hatte heute keinen Bock, Deine Klamotten zu waschen" oder "einkaufen fand ich heute uncool". Für Dich kaufst Du natürlich ein und wäschst auch Deine Sachen. Dann setzt Du dich seelenruhig in die Küche und ißt ihm etwas vor.
Schimpfen und Drohen ist sinnlos. Du mußt ihm Konsequenzen vorleben. Seine schulischen Leistungen sind Teil eines Deals, das ist seine Aufgabe als Schüler. Deine Aufgabe als Mutter ist es, die stabilen Rahmenbedingungen zu erbringen. Verstößt er gegen seinen Teil des Kontraktes, fühlst du dich auch nicht mehr an Deinen Teil des Vertrages gebunden.

Ganz nützlich soll es auch sein, ihn mit dem realen Leben zu konfrontieren. Taschengeld auf Null setzen, irgendwelche Freizeit-Extras einkürzen, Urlaub streichen.
Ein Freund von mir ist Gymnasialslehrer. Er verweist seine faulen Schüler immer gern auf den Döner-Imbiss mit den Worten: Du mußt kein Abitur machen, im Imbiss werden auch immer welche gesucht, die für fünf Euro Stundenlohn Kraut klein schneiden.
 
G

Gast

  • #14
Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber Du hast Deinen Sohn ja ganz schön unter der Knute, was machst Du, wenn er 18 ist? Immer noch alles reglementieren?
Nein, es ist in Ordnung, wenn du deine Meinung zu meinem Verhalten sagst. Ich bin AE-Mutter, wir haben nicht viel Geld, mein Sohn ist eine Tochter und reitet seit Kleinkindalter und sie wollte immer ein eignes Pferd haben. Das kostet viel Geld und daher der 2. Job und nur ein PC im Haushalt.

Natürlich ist mir klar, dass mein Teenie eigentlich einen eigenen PC haben sollte, aber sie will keinen, weil wir dann wieder woanders sparen müssten und das will sie nicht. Man muss halt Prioritäten setzen. Ausserdem sagt sie selber, dass sie bis nach Mitternacht am PC sitzen würde, wenn sie einen eigenen hätte und dann morgens gar nicht mehr aus dem Bett kommen würde.

Sollte sie wirklich einen wollen und wirklich brauchen, bisher ging es auch ganz gut mit einem, werden wir sehen müssen, wie wir das Geld dafür frei machen bzw. sie vielleicht in den kommenden Sommerferien dafür arbeiten gehen kann.

Ich hoffe, du bist jetzt etwas beruhigter?
 
G

Gast

  • #15
Liebe FS,

leider liest man immer wieder, dass Kinder nicht extrinsisch, sondern intrinsisch motiviert zum Lernen ermuntert werden sollen.
Leider klappt das nicht immer, erst Recht nicht in der Schule in Fächern, wo ein kluges Kind von vornerein weiß, dass das Wissen nach 3-4 Jahren sowieso nicht mehr benötigt und deshalb vergessen wird.
Deshalb... motiviere dein Kind extrinsisch. Das bedeutet, stelle ihm schöne Dinge in Aussicht wie Geld oder ein kleines, altes Auto.
Wenn du das nicht kannst, versuche deinem Sohn klar zu machen, dass er sich durch gute Noten für angesehene, weil geldbringende, Studiengänge qualifizieren kann.

Ich war in der Schule auch nicht der beste... weil ich einfach nicht wussste warum.
Mir hat das oben geschriebene leider nie einer gesagt.
Stattdessen kamen immer andere Gründe, die mich nicht überzeugt haben.
...glücklicherweise ist aus mir trotzdem noch etwas geworden :)
 
  • #16
Hallo liebes Forum, ich bin total am Ende. Mein 16-jähriger Sohn treibt mich langsam aber sicher in den Wahnsinn. Er verweigert jegliche Leistung. Seine schulischen Leistungen lassen schon immer zu Wünschen übrig, entsprechend sind die Noten. Ihn interessiert das aber in keinster Weise. Hat ihn noch nie interessiert. Ich kenne nichts anderes von ihm.
Du musst von meiner Jugend sprechen ;) Und aus mir ist schliesslich auch noch etwas geworden.
Die Beiträge von #2 und #8 halte ich für sehr sinnvoll, solange er nicht übermässig kifft, Autos "öffnet", mit dem Gesetz in Konflikt kommt oder sich regelmässig die Lampe füllt, besteht eigentlich kein Grund zur Beunruhigung. Ein Hardcore-Teenager eben.

Den Gang zur Erziehungsberatung würde ich meiden wie der Teufel das Weihwasser. Du wirfst Euch damit in den Rachen der unseligen Sozialberatungsindustrie. Du "offizialisierst" damit Eure Diskrepanzen und zeigst deutlich:" Ich habe ein Problem mit Dir, DU bist das Problem". Er wird wohl danach noch mehr aufdrehen und sich komplett verschliessen. Lass ihm die lange Leine, er ist schon 16 und für sein Handeln verantwortlich. Mit der ersten festen Freundin wird möglicherweise alles ganz schnell ganz anders...

Cool bleiben und so long,
m/44
 
G

Gast

  • #17
Hier m23,
du beschreibst in etwa mich in meiner Kindheit. Deswegen erlaube ich mir einfach mal etwas dazu zu sagen.

Die einfache Variante ist: Pubertät ist schuld, so ist das nunmal! Aber gehen wir mal anders an die Sache heran.

Gab es mal Probleme in der Familie? Eventuell ein Vorfall, wo das Vertrauen in einen/beide von Euch Eltern erschüttert wurde?
Was macht ihr beruflich, wie gibt sich vor allem der Vater in seinem Alltag? Hängt er abends nach der Arbeit auch nur vor dem TV herum? Oder versucht er seit 16 Jahren, seinen Sohn für etwas zu begeistern, was ihn offensichtlich nicht begeistert?
Habt ihr im tendenziell viele Freiheiten gegeben, viel erlaubt, oft nachgelassen? Strafen ausgesprochen und euch dann krumm reden lassen? Wenn der Respekt weg ist, kommt er erst im Erwachsenenalter wieder. Dafür ist er jetzt noch zu jung, um sowas zu kapieren.

Hatte er selber vielleicht irgendeinen Vorfall in seinem Leben, was seine Psyche erschüttert haben könnte? Einen Unfall, oder der Tod eines Freundes, der Oma. Redet er überhaupt mit euch über den Tod von Verwandten zB?

Du musst jetzt keine Antworten auf all die Fragen geben, sind nur kleine Denkanstöße.
Ich habe lange nach einer Art Identität im Leben gesucht. Weder meine Eltern, noch mein sonstiger Alltag boten mir da eine Lösung an, und jegliche Wünsche in meinem tiefsten Inneren habe ich weggesperrt weil die Schüchternheit größer war.
Oder anders, die Angst vor Versagen. Hat dein Sohn schonmal ein drastisches Erlebnis von "Versagen" gehabt? Hat er eine Freundin? Hatte er schon eine? Und ja, Frauen können auch junge Männer manchmal verrückt machen :-D

Du beschreibst ihn als intelligent, ich wette mit dir, dass er Recht hat mit seiner Behauptung, er könnte das Abitur locker schaffen. Er ist weit genug im Kopf um zu realisieren, dass die Anforderungen an ihn nicht hoch genug sind, er es aber trotzdem schaffen wird und durch ein gewisses Maß an Faulheit und vor allem aber Motivationslosigkeit macht er einfach nichts.
Warum auch? Er schafft es doch auch so.

Hat er einen Traumberuf den er ausüben will? Irgendein Ziel für seine spätere Karriere? Bestimmt nicht.(Meine Vermutung, frag ihn mal, da kommt bestimmt nur Wischi-Waschi. Du sagtest ja, Ziellos.)
Deswegen braucht er auch kein gutes Abitur, ohne Ziel kein Anspruch.
Ohne Anspruch keine Leistung.

Was spielt er denn am PC? Wieviel spielt er?
Sollte es so etwas wie World of Warcraft sein, und das für viele viele Stunden, dann sucht er wirklich nach einer Identität. Dieses Spiel gibt ihm einen Charakter, den er verkörpert und eine Spieltwelt mit klaren Gesetzen und sozialen Verhältnissen/einer Hirarchie.

Im realen Leben läuft´s leider ein wenig chaotischer ab.

Vielleicht helfen dir meine kleinen Gedankengänge zu dem Thema,
es ist schon spät, entschuldige das WirrWarr. :)
Viel Glück mit deinem Bengel
 
  • #18
Gratuliere zu einem zielorientierten arbeitsminimierenden 16-Jährigen.

Er lernt nicht, weil er es schafft. Sein Ziel ist das Abi und er schafft es. Evtl. geht er danach in eine Uni und studiert ein Fach ohne NC und wird einen guten Abschluss schaffen und die Abinoten braucht man nie wieder. Vielleicht beginnt er aber auch erst in den Klassen zu lernen, wo es für die Abinoten relevant wird.

Ich habe auch in der Oberstufe immer geweigert zu lernen. In der Uni habe ich Mathe studiert - keinen NC - einen guten Abschluss gemacht und keiner wollte irgendetwas je wieder von den Schulnoten wissen. Ich kenne einige Exemplare wie mich.

Was ich aber noch aus Erfahrung sagen kann, ist, dass man, egal wie genervt man tut, letztendlich doch alles aufnimmt, was die Eltern sagen, wenn es sinnvoll ist. Aber dein Kind sollte ja auch selbstständig werden und die Kinder, deren Lebenswege von ihren Eltern durchgeplant und getrimmt war, bei Schule und Uni, waren oft danach nicht fähig selbst Entscheidungen zu treffen. Deswegen, ich verbuche eigener Kopf immer auf etwas positives. Bei dem Alter kann man als Eltern nicht mehr Verlangen, nur noch Ratschläge erteilen - wie bei einem guten Freund.
 
  • #19
Tja, Pubertät...

Im Ansatz kennen wohl die meisten Eltern pubertierender Kinder ein solches Verhalten. Wüssten sie, dass dieser "Spuk" sich irgendwann von selbst erledigt, könnten sie einfach gelassen abwarten. Das ist leider nicht immer der Fall - aber fast immer, also erst mal Ruhe bewahren!

Einen Verdacht habe ich dennoch, bei der Beschreibung eurer Situation, deshalb die Frage: Kifft er?
 
G

Gast

  • #20
Also, Du hast tatsächlich einen Sohn, der sich wie ein 16-jähriger benimmt, sogar so, wie sich 16-jährige schon immer benommen haben. Das, was du beschreibst ist vollkommen normal, ausser er wäre ein Streber. Dann doch lieber so, wie er jetzt ist.
 
G

Gast

  • #21
Schliesse mich meinen Vorrednerinnen und Vorrednern an.
DU hast, wie ICH ÜBRIGENS AUCH, einen "normalen" 16 jährigen Rotzbengel zu Hause. Mal Engel, mal Bengel.

Meiner hat eine Schweinerei in seinem Zimmer, schaut mit Vorliebe TV und wenn er kocht, kann ich meistens die Küche renovieren....Es gibt durchaus Tage, da könnte ich ihn auf den Mond wünschen....

ABER:
Er kifft nicht, er hat keine Probleme mit der Polizei, klaut nicht, macht seine Lehre ordentlich (natürlich auf dem Minimum, es reicht ja Mama...), geht nicht jeden Freitag und Samstag bis in die Puppen feiern und trinken !

Ich würde nie und nimmer in eine Erziehungsberatung gehen, warum auch.

Lass ihn, wie ich gelegentlich "reinlaufen" ins Verderben, selbstverständlich kontrolliert. Seit ich nicht mehr rumschreie, läuft unsere Kommunikation besser. Es nützt allerdings nichts,ihm zu sagen, dass ich traurig bin über sein Zimmer...interessiert ihn gerade nicht.

Geduld, auch diese Zeit geht vorbei.

Ich höre dasselbe von meinen Freundinnen.
 
M

Mooseba

  • #22
Also das Abi einfach nur schaffen, ist wohl etwas wenig. Dann soll er es gleich lassen. Er soll das Abi so gut wie möglich hinter sich bringen. Hätte ich meinem Vater gesagt, es reiche mir, wenn ich das Abi nur bestehe, wären ihm sicher nicht nur die Gesichtszüge entglitten. Also, liebe FS, zieh die Zügel straffer und setz ihm die Pistole auf die Brust. Wenn er das Abi nur bestehen will, ist es das Gleiche als wenn er es gar nicht will.
 
G

Gast

  • #23
Liebe FS

Wie kommst du zu meinem Sohn? Deine Beschreibungen passen zu 100% auf meinen Sprössling, nur dass er schon 20 ist und diese Phase bis vor ca. 6 Monaten hatte.
Ich bin auch fast verzweifelt, kann dir aber nicht wirklich helfen.
Mein Sohn hat trotz Leistungsverweigerung das Abi mit recht gutem Erfolg geschafft, er meinte, 4 Wochen lernen aufs Abi reichen aus - und es hat gereicht, ich verstehe auch nicht wie.
Ich musste zeitweise alle 4 Wochen in die Schule und hatte jeden Tag Angst zum Briefkasten zu gehen - schon wieder Post aus der Schule.
Ein Lehrer hat mich aber mal beruhigt und gesagt, dass er sehr gescheit ist und einfach nur ökonomisch arbeitet, also mit dem geringsten Aufwand die bestmöglichste Leistung. Immer grad am Durchfallen vorbeigeschrammt.
Sein Zimmer war für mich tabu, wollte auch nicht rein, weil ich mich nicht so gerne in einer Mischung aus Altkleidersammlung und Biotop aufhalte. Ich weiß jetzt, wie Schimmel auf Joghurt in den verschiedenen Stadien aussieht.
Irgendwann habe ich akzeptiert, dass Schimpfen und Verbote nichts bringen. In der Pubertät muss ein Jugendlicher seine Grenzen erfahren und sich seine Freiheiten erkämpfen. Um die Grenzen zu erfahren, muss man sie manchmal auch überschreiten. Kinder müssen erwachsen werden und ihre Grenzen auch ohne Vorgabe der Eltern ausloten. Wir Erwachsene lassen uns ja auch nicht mehr von den Eltern sagen, wo es lang geht.

Ich habe seine Eskapaten versucht zu ignorieren und habe mich eher auf seine lichten Mommente konzentriert. Wenn er gut drauf und vernünftig war, habe ich mit ihm diskutiert und versucht, ihn als gleichberechtigten und gleichwertigen Menschen zu behandeln. Da habe ich gemerkt, dass er doch ganz vernünftig ist. Allerdinga habe ich auch meine Grenzen aufgesteckt. Also meine eigenen Freiheiten nicht durch ihn einschränken zu lassen.
Ein Beispiel:
Ich habe ihm erklärt, dass mein Recht auf ruhigen Schlaf durch ihn gestört wird und wie er sich das vorstellt. Ich habe aber ihm die Lösung überlassen, habe ihm nichts verboten. Also hat er in der Nacht nur mit Kopfhörer Musik gehört und ich habe am Samstag nicht vor 12 Uhr den Staubsauger angemacht.
Wir haben uns also auf viele Kompromisse geeinigt und ich habe ihn dabei selbst stark mit einbezogen.
Im Endeffekt hat sich das dann langsam gebessert und heute ist er ein netter, junger Mann. Er sieht heute, dass er sich oft riemlich rüpelhaft verhalten hat und hat sich dafür auch entschuldigt.
Aber er konnte nicht anders. Erwachsenwerden ist halt nun mal schwer.
 
G

Gast

  • #24
Ich habe selbst keine Kinder. Aber mein pupertierendes Patenkind hat unsere komplette Familie auch über zwei Jahre auf Trapp gehalten. Eine richtig eklige Zicke.
Ich kann das jetzt so leicht daher reden, weil ich mich ja immer wieder zurückziehen konnte, wenn es schwierig wurde, aber ich vermute auch, dass man diese ätzende Zeit einfach aussitzen muss. Wenn du deinem Kind ein paar Spielregeln beigebracht hast, wie z.B. man klaut, kifft und prügelt nicht, schenke ihm ruhig etwas mehr vertrauen. Manchmall muss man dann die Faust in der Hosentasche ballen, aber es hilft. Wenn er irgendetwas gut gemacht hat, dann unbedingt loben. Also, schlechte Dinge ingnorieren, gute loben. Und auch wenn man als Erwachsener weiß, er macht etwas, was garantiert schief geht - machen lassen, solange nicht gravierend. Er muss auch lernen aus Fehlern zu lernen.
Bzgl. Schulleistung: organisiere ihm doch mal einen total ätzenden Praktiumsjob. In einer stinkenden Fabrik, oder so. Dann merkt er, wenn er schlechte Noten hat, kann er halt die nächsten 45 Jahre nur so eine blöde Tätigkeit machen. Oder er strengt sich an und kann wählen was er machen möchte.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
 
G

Gast

  • #25
Solange er nicht durchfällt und das Abitur schafft, sehe ich kein unlösbares Problem. Klar wäre es schön, er würde mehr lernen, aber Hauptsache Abi, alles andere lässt sich dann schon klären.

Etwas anderes finde ich den Ton, den er Dir gegenüber anschlägt. Das geht gar nicht. Sein Zimmer ist immer noch Bestandteil Deiner Wohnung und er hat kein Recht Dich da rauszuschmeissen, schon gar nicht in diesem Ton. Das hätte bei mir massive Konsequenzen. Er kann froh sein, dass er ein eigenes Zimmer hat, das ist längst nicht selbstverständlich. Ich würde ihm das Taschengeld komplett streichen und das Handy sperren lassen. Ich würde auch seine Wäsche nicht mehr waschen (kann er selber) und auch ansonsten nur das Allernötigste für ihn machen. Wenn er Dich so wenig respektiert und so unverschämt ist, kann er nicht erwarten, dass er weiterhin alle Annehmlichkeiten des Lebens genießt. Ich würde ihm auch sagen, dass ihr nicht in allem einer Meinung sein müsst, aber dass er gefälligst höflich zu bleiben hat. Glaube mir, ein paar Tage ohne Geld und Handy und er überlegt sich das alles nochmal. Er hat NULL Respekt vor Dir, also sorg dafür, dass sich das ändert. Mach Dir weniger Gedanken über seine Noten und mehr Gedanken über seine Einstellung im Allgemeinen. Viel Glück w 40
 
  • #26
Ich bin total am Ende. ...
...Er verweigert jegliche Leistung. ...
...Er nimmt das alles total locker und meint, dass er das Abitur locker schafft....
...natürlich habe ich eine Stinkwut auf ihn, dass er jegliche Leistung verweigert...
Meine Frage dabei wäre, ob der Begriff "verweigert jegliche Leistung" nicht ein bisschen arg übertrieben ist für jemanden, der sich offenbar auf dem Gymnasium hält und Richtung Abi, nun, zwar schlingert aber immerhin unterwegs ist. Ich hätte dahinter eher einen abgebrochenen Hauptschulschwänzer mit nicht angetretener Stelle als Kistenschlepper im Baumarkt, kleineren Drogendelikten, gelegentlichen Schägereien im Freundeskreis und dergleichen vermutet. Aber die Maßstäbe sind hier im Elite-Forum wohl doch anspruchsvoller, als ich bislang wahrgenommen habe...

Kurz und gut: Ich meine, er hat möglicherweise gar nicht mal sooo unrecht damit, wenn er die FS bittet "mal wieder runter zu kommen und sich abzuregen". Er leistet mehr, als 50% seiner Altersgenossen und bekommt offenbar außer Wut von Seiten seiner Eltern keinerlei Wertschätzung entgegengebracht.

Und schließlich sind es vor allem die elterlichen Nasen, an die sich gefaßt werden sollte, wenn es an Motivation und Antrieb auf Seiten des Nachwuchses fehlt. Motivation, die, wenn ich das so hart sagen darf, sicher nicht mit Wut und "am Ende sein" gefördert wird. Wie wurde sie denn gefördert, als er noch kleiner war? Welchen Spiegel setzt der jiunge Mann seinen Eltern vor durch seine pubertäte Faulheit? Was, liebe FS, ist es denn, das du ihm sagst, wenn er dich nicht an sich heran läßt?
 
  • #27
...
Etwas anderes finde ich den Ton, den er Dir gegenüber anschlägt. Das geht gar nicht. Sein Zimmer ist immer noch Bestandteil Deiner Wohnung und er hat kein Recht Dich da rauszuschmeissen, ...
Ich würde ihm das Taschengeld komplett streichen und das Handy sperren lassen. ...
Er hat NULL Respekt vor Dir, also sorg dafür, dass sich das ändert. ..
Ich fürchte, er sieht das etwas anders: SIE hat NULL Respekt vor mir, kommt in MEIN Zimmer, pöbelt mich an (was sachlich nicht richtig sein muß aber vermutlich von ihm so wahrgenommen wird) und will mir jetzt auch noch Handy und Taschengeld wegnehmen???

Also, liebe FS, wenn du die Eiszeit eskalieren willst, dann ist die Vorgehensweise meines Vorredners hier sicher ein schneller Weg dazu. Er wird dann allerdings den Respekt vor Dir endgültig verlieren.
 
M

Mooseba

  • #28
Also ich muss immer wieder staunen, was den Kids im Namen der Pubertät alles durchgehen gelassen wird. Das hätte ich mir einmal getraut und man hätte mir auf lange Dauer Liebe und Respekt entzogen. Das soll kein Tipp sein, dennoch lässt man sich von Kids zu viel bieten. Pubertät ist auch dazu da, sie im Zaum zu halten.
 
G

Gast

  • #29
Also ich muss immer wieder staunen, was den Kids im Namen der Pubertät alles durchgehen gelassen wird. Das hätte ich mir einmal getraut und man hätte mir auf lange Dauer Liebe und Respekt entzogen. Das soll kein Tipp sein, dennoch lässt man sich von Kids zu viel bieten. Pubertät ist auch dazu da, sie im Zaum zu halten.
Hast du selbst Kinder in diesem Alter? Wenn nein, dann kannst du wirklich nicht mitreden.
Wenn ja - haben/hatten die Kinder ähnliche Probleme? Wenn nein, dann kannst du auch nicht mitreden, dann hattest du einfach nur Glück.

Ich habe 3 Kinder (2 Jungs, 1 Mädchen). Ein Junge war so wie beschrieben, der andere war komplett problemlos, das Mädchen ist grad in der Zickenphase und ich bin gespannt, was noch kommt.
Aber was habe ich beim 2. Sohn anders/besser gemacht? Nichts, er ist eben anders.

Übrigens, der schlechteste Rat überhaupt ist der Liebesentzug. Das ist grausam und macht die Sache nur noch schlimmer.
Für die Pubertät kann ein junger Mensch nichts, das ist eine Hormonumstellung. Die Phasen sind vergleichbar mit Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft, der männlichen Midlife-Crisis und den Wechseljahren der Frau. Da passiert etwas im Körper, das man nicht steuern kann. Auch der Pubi ist dabei nicht glücklich und wird dann durch den Liebesentzu der Eltern noch bestraft - prima, das hat er grad noch gebraucht.
 
  • #30
Tja, was tun?
Ich bin etwas erschrocken über manche "Erziehungsmaßnahmen", die hier teilweise vorgeschlagen werden.
Taschengeldentzug, Handy- Verbot, Missachtung der Privatsphäre oder mentaler Ausschluss aus dem Familienverband verhärten die misslige Lage endgültig. Deshalb bitte nicht so!!

Auf das Niveau eines Pubertierenden darf sich ein Erwachsener nicht mehr begeben, aus diesem Alter sind wir schließlich raus. Auch wenn es schwer fällt, Eltern müssen Halt und Sicherheit bieten, und vor allem Vorbild sein. "Auge um Auge" passt da nicht. Einfach durchhalten...

Dabei weiß ich genau den Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Auch mein Sohn war mit 16 am Zenit der Aufsässigkeit, und mir ist es auch nicht immer gelungen, ruhig und liebevoll zu bleiben. - Habe aber mein Ziel vor Augen nie verloren. Mit 17 war der Spuk dann auch vorbei...