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Gast

  • #1

Wie sollte eine Frau sich verhalten und was sind Weicheier?

Es wird immer wieder erwähnt, dass Frauen, wenn sie emanzipiert sein wollen, gefälligst auch nicht erwarten dürfen dass ein Mann ihr die Autotür aufhält, in den Mantel hilft oder beim tragen der Wasserkästen hilft usw., da dies ja die verteufelte "Rosinenpickerei" sei. Aber wie genau muss sich eine Frau denn verhalten, die dann "das Recht" auf ein solches Verhalten des Mannes hat? Dann wird immer wieder gesagt, die Frauen würden wegen der Emanzipation wie Männer verhalten. Was genau ist damit gemeint? Desweiteren würde mich interesseren, welche Sorte Mann denn ein Weichei ist? Was zeichnet einen solchen Mann aus?
 
  • #2
Aber wie genau muss sich eine Frau denn verhalten, die dann "das Recht" auf ein solches Verhalten des Mannes hat?
Weiblich und in klassischem Rollenverständnis denkend. Den Mann erobern und werben lassen, sich anständig und zurückhaltend benehmen.

Dann wird immer wieder gesagt, die Frauen würden wegen der Emanzipation wie Männer verhalten. Was genau ist damit gemeint?
Hartes, kaltes, herrisches, vorlautes Auftreten. Strenge, maskuline Kleidung. Solche Frauen vermeiden weibliches, anmutiges, vermittelndes, kommunikatives Auftreten.

Desweiteren würde mich interesseren, welche Sorte Mann denn ein Weichei ist? Was zeichnet einen solchen Mann aus?
Mangelndes Rückgrat, kein erfolgreiches und zielgerichtetes Eintreten für eigene Interessen, Unterordnung gegenüber Frauen, keine Durchsetzungskraft, keine Beharrlichkeit, kein Mut, Tapferkeit und Stärke. Charakteristisch ist oft auch Problemzentriertheit, Jammerei, Weinerei, Sülzen statt Handeln, unbotmäßiges Verständnis für Feminismus, sich sdelbst schlecht zu fühlen in der Männerrolle, Adaption weiblichen Verhaltens.
 
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Gast

  • #3
Ein Weichei wäre für mich ein Mann, der es so macht wie die Frau es will, egal wie er selbst dazu steht. Wenn Du mir mit einem „ich will nicht daß du mir die Tür aufhältst” ankämst, wäre meine Antwort „aber ich will es!” Emanzipation ist kein Grund, Gesten der Höflichkeit zu unterlassen.
 
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  • #4
Ein Weichei ist für mich jemand, der es nicht ertragen kann, wenn seine Frau mit ihm gleichgestellt ist. Im Job schafft er es nicht, den Mund aufzukriegen und muss deshalb allen Frust zu Hause ablassen.
 
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Gast

  • #5
@ frederika: das heißt also, wenn man als frau einen mann gut findet darf man ihn nicht als erste ansprechen, bzw. wenn man jemanden aus dem bekanntenkreis mag, darf man ihn nicht fragen ob man sich mal privat trifft? denn man muss sich ja erobern lassen? ich finde das alles reichlich übertrieben. w 27
 
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Gast

  • #6
Ein Weichei ist jemand, der alles so macht, wie sein Chef es will (und nicht seine Frau). Mangelnde Zivilcourage. Nach unten treten und nach oben buckeln. Man ist kein Weichei, wenn er sich gegenüber Schwächeren oder Untergebenen weich zeigt, sondern dann, wenn er das gegenüber Höhergestellten tut.
Zuhause der Tyrann, der sich durchsetzt, im Beruf der Duckmäuser, der Karriere machen will. Genau das ist ein Weichei.
 
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  • #7
In meiner Beziehung ist es so, dass ich auf meinen Freund so wirke, dass ich alles alleine kann.
Wenn ich aber etwas "jammere", kommt er geeilt und nimmt mir was ab.
Würde ich auch für ihn tun.
Bei uns gilt: Eine Hand wäscht die andere und sich gegenseitig helfen gehört nun mal zum guten Ton.
 
  • #8
Liebe FS

genau das ist doch das Problem:

Aber wie genau muss sich eine Frau denn verhalten, die dann "das Recht" auf ein solches Verhalten des Mannes hat?
Ich halte gerne die Tür auf, ich helfe gerne in den Mantel und ich zahl auch gerne den Kaffee- aber ich mach das nur gerne wenn es nicht von mir erwartet wird im Sinne: "macht er das nicht fühl ich mich als Weibchen missachtet und deute es als unmöglichkeit" Diese Gesten mach ich durchaus öfter auch für menschen von denen ich nichts weiter möchte.

Ein RECHT auf ein bestimmtes Verhalten durch eigens sozusagen zu verdienen- ein gruslicher Gedanke.

Weichei? Nun, jemand der in vorauseilendem Gehorsam Dinge tut die Sie vielleicht erwarten könnte um zu gefallen anstatt weil ihm ein Bestimtes Verhalten ein Bedürfnis ist. Im übrigen verachten die meisten Damen einen Kerl den Sie nach belieben nach Ihrer Pfeife tanzen lassen.
 
  • #9
@ frederika: das heißt also, wenn man als frau einen mann gut findet darf man ihn nicht als erste ansprechen, bzw. wenn man jemanden aus dem bekanntenkreis mag, darf man ihn nicht fragen ob man sich mal privat trifft? denn man muss sich ja erobern lassen? ich finde das alles reichlich übertrieben.
Nö, liebe w27, das hat hier ja auch niemand gesagt. Meine Antwort bezog sich klar auf die Fragestellung, wie sich eine Frau verhalten sollte, die auf anachronistische hofiert werden möchte. Ich möchte das zum Beispiel gar nicht. Ich kann mir selbst meinen Stuhl rücken (eine der dümmsten Gesten überhaupt), meine Jacke anziehen, meine Autotür öffnen und so weiter. Ich spiele weder altmodisches Weibchen noch erwarte ich es umgekehrt vom Mann. Lies die Titelfrage und sieht meine Antwort im Kontext!

Zum Spezielfall des Eroberns gilt ganz klar, dass die allermeisten Männer nicht offensiv von einer Frau angemacht werden wolen, sondern das als billig oder verfügbar empfinden. Insofern denke ich schon, man sollte sich an das allgemeine Flirt-1x1 halten. Als Frau lächelt man zum Mann rüber, streicht sich durch die Haare und hofft, dass er einen anspricht. Wenn er dazu den Mumm nicht einmal hat, dann weiß ich sowieso nicht recht. Man spielt dem Mann Bälle zu, auf die er einsteigen kann, wenn er will. "Ach, Sie tanzen auch? Das ist ja toll, ich gehe in letzter Zeit auch wieder sehr gerne tanzen." Dann kann er fragen, ob man mal zusammen tanzen möchte. Flirten ist letztlich ein Ping-Pong-Spiel aus Lächeln, Ansprechen, Smalltalk, auffordern, annehmen und so weiter. Es ist nicht einseitig, aber der Mann spricht an, lädt ein, fordert auf. Die Frau kann ihn allenfalls geschickt in die Richtung lenken.
 
  • #10
Ein Weichei ist jemand, der alles so macht, wie sein Chef es will (und nicht seine Frau). Mangelnde Zivilcourage. Nach unten treten und nach oben buckeln. Man ist kein Weichei, wenn er sich gegenüber Schwächeren oder Untergebenen weich zeigt, sondern dann, wenn er das gegenüber Höhergestellten tut. Zuhause der Tyrann, der sich durchsetzt, im Beruf der Duckmäuser, der Karriere machen will. Genau das ist ein Weichei.
Ja, das sehe ich auch. Alles in allem: Mangelndes Rückgrat, mangelndes Durchsetzungsvermögen, mangelnder Biss.
 
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  • #12
Ich habe eine Bekannte, die ihren Freund ständig rumkommandiert und zurechtweist - oft vor Dritten. Und er lässt sich alles gefallen und sagt immer nur Sachen wie "Jetzt reg dich doch nicht auf, Schatz!". Einmal hat sie ihn vor mir dumm angemacht und gesagt, dass er sowieso zu nichts imstande sei und dass man von ihm sowieso nichts erwarten könne. Und er hat dazu geschwiegen, unglaublich! Dabei ist er beruflich erfolgreich und verdient mehr Geld als sie!
 
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  • #13
Habe festgestellt, dass Männer, die wirklich Männer sind, eine weiche und weibliche Frau sich wünschen. Nicht eine "Ja-Sagerin", aber eine Frau , die nicht immer das letzte Wort haben muss, die zärtlich und weiblich sein kann/will, für sie er ein Held und Kavalier sein kann.
Das bedeutet nicht, dass die Frau untergebene und unterdrückte sein muss. Ich strahle mit meiner sanften und weiblicher Art ,gepaart mit einem gesunden Selbstbewusstsein und Rückgrad genug Autorität aus um mir mit Respekt und Achtung begegnen zu können.
Ich lasse mir in den Mantel helfen, die Tür aufhalten, einladen und bezahlen, gleichzeitig baue ich aber den Tisch zusammen auf und warte nicht auf den Mann , sondern wechsle den Reifen alleine.
Bin keinesfalls bedürftig, liebe es aber wie eine FRAU behandelt zu werden.
Das fängt schon bei mir bei der Kleidungswahl an: weiblich und dezent, dies und jenes unterstreichend, aber nie provokativ.
Das heutige Problem der Männer ist es, dass sie ihre Identität als Mann verloren haben und unsicher sind. Einerseits sollen sie die Helden und Kraftburschen sein, andererseits wird ihnen jegliche Männlichkeit abgesprochen.
Es ist ein Privileg eine FRAU und ein MANN sein zu dürfen : mit den Unterschieden , Regeln und Vorteilen...:) , für beide Seiten.
Die Emanzipation der Frauen hat nicht nur Gutes hervorgebracht. Alles andere wäre eine Augenwischerei. Und oft ist es so, dass Frauen nicht wissen, was sie wollen,
Ich sage immer :"Weil ich eine freie und emanzipierte Frau bin, darf und will ich mich als Frau geben und auch so behandeln lassen und muss keinen Mann durch meine "männlichen" Züge beeindrucken! Ich liebe es , wenn Sie mir in den Mantel helfen..:-"...jede Mannesbrust wird größer und kein Mann fühlte sich dadurch entwertet- im Gegenteil...:)
w 43
 
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  • #14
Was hat "Weichei sein" mit den grundlegenden Höflichkeitsformen zu tun?

Ein Weichei ist für mich einer, dem ich im Umgang anmerke, daß er anfängt zu schleimen, sobald der Oberboß der Firma daherkommt.
Ein Mann, der dabei souverän bleibt und sich seiner Leistung bewusst ist, hat das nicht nötig.

In einer partnerschaftlichen Beziehung mag es das auch geben, daß sie die ruppige Emanze ist und ihn "deckelt", aber da gehören zwei dazu. Wie immer.

Ich finde, eine Frau sollte durchaus geniessen dürfen, als Frau behandelt zu werden (inkl Türaufhalten, in den Mantel helfen, ins Restaurant nach!gehen etc.) Solange sie dabei nicht zickig und fordernd wird, sondern ebenso souverän wie der oben beschriebene Mann in Gegenwart des Chefs.
 
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  • #15
vor mir dumm angemacht und gesagt, dass er sowieso zu nichts imstande sei und dass man von ihm sowieso nichts erwarten könne. Und er hat dazu geschwiegen, unglaublich!
Ja, was hätte er denn sonst tun sollen - vor anderen? Die Frau seinerseits ‘runtermachen? Seine beruflichen Erfolge danebenstellen? Also, ich hätte auch geschwiegen - so lange, bis ich mit meiner Frau allein bin. Weißt Du denn, ob es nicht zuhause dann ein "Sag mal, spinnst du, mich vor der X so ’runterzumachen" setzte? Bei mir hätte es das.

Nun ja, vielleicht ist er auch deshalb beruflich so erfolgreich, weil er die Zickereien und Keifereien einfach nicht an sich heranläßt.
 
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  • #16
Ich möchte das zum Beispiel gar nicht. Ich kann mir selbst meinen Stuhl rücken (eine der dümmsten Gesten überhaupt), meine Jacke anziehen, meine Autotür öffnen und so weiter.
Ja, ich kann das auch selber.
Und als ich meinen Ehemann kennengelernt habe, hat er all das, genau das gemacht, und es hat mir hinreißend gut gefallen! Gepaart mit Humor und einer winzigen Prise Selbstironie, zusammen mit der Fähigkeit, zuzuhören und selbst unterhaltsam, gescheit und lustig zu erzählen ... wunderbar. Seine Fürsorglichkeit und seine guten Manieren hat er übrigens behalten, auch nach unserer Eheschließung.
 
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  • #17
@ frederika: das heißt also, wenn man als frau einen mann gut findet darf man ihn nicht als erste ansprechen, bzw. wenn man jemanden aus dem bekanntenkreis mag, darf man ihn nicht fragen ob man sich mal privat trifft? denn man muss sich ja erobern lassen? ich finde das alles reichlich übertrieben. w 27
nein, das heisst es natürlich nicht. ich habe mein aphatier angeschrieben und war diejenige, die sich eher als er im rl treffen wollte. er hatte seine vorstellung und meinung und ist dieser treu geblieben. er hat es sehr respektvoll und mich annehmbar gestaltet, dieses "noch nicht".. diese standfestigkeit gekoppelt mit vorsichtigem umgang mit mir, hat sogar den ersten grundstein gesetzt, dass ich das gefühl bekam, mich auf ihn verlassen zu können und damit loslassen zu können.. es hat sich sehr toll angefühlt.