• #31
...glaube keine/r der Single ist, wartet auf nen sogenannten "Traumprinzen" und sind deshalb alleine, auch habe ich nie eine Beziehung einfach beendet weil es "schwierig" wurde...jedoch gehören zwei Menschen dazu welche bereit sind auch stolprige Wege zusammen zu bewältigen.
Das ist beneidenswert wenn es Paare gibt die schon so lange zusammen sind - meine Eltern waren es auch und es war noch die alte Rollenverteilung - Mann bringt Geld nach Hause, Frau sorgt für schönes zu Hause.
Heute ist es anders und wenn man nunmal das "einigermassen" kompatible Gegenstück nicht findet resp. es sich nach der rosa Brille-Phase zeigt, dass es trotz Kompromissen etc. mehr Leid als Freude bereitet dann bleibt man einfach Single - wird wieder und ruht mal etwas in sich selbst.
Verstehe nicht, wieso dass man irgendwie annehmen könnte, dass wir Singles verklärt sind oder nicht Beziehungsstressresistent!
Es gibt viele Gründe und ich bin mit meinen bald 50 Jahren auch manchmal etwas wehmütig - aber das Leben hat so viel Schönes zu bieten und vielleicht auch mal ein Partner der genau mich schätzt wie ich bin ;-)
 
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  • #32
Man will ja immer das haben, was man nicht hat. Ich würde hier Gehirnwäsche an mir selber betreiben und mal eine Pro- und Contra-Liste aufstellen. Schreibe dir auf, wie viele Vorteile es nur als Single hat und wie viele Nachteile als Paar.
Mir - und sicher auch vielen anderen - ging/geht es sicher auch so, dass die fehlende Beziehung an sich gar nicht das Hauptleiden an dem ewigen unfreiwilligen Singlesein ist, sondern die ewige, ununterbrochene Demütigung, die man dabei erfährt: Man ist offenbar so unattraktiv, so hässlich, langweilig, in jeder Hinischt reizlos, unangenehm, nervend, irgendwie eigenartig, dass einfach keine S** auch nur das geringste Interesse an einem hat.

DAS wäre ich damals gern losgeworde, dieses ewige Gefühl der Erniedrigung, Demütigung und Minderwertigkeit.

Mich persönlich hat das am meisten belastet und sicher auch dauerhaft psychisch deformiert. Trotz inzwischen anderer Lebensumstände werde ich dieses Trauma ganz sicher irgendwann auch mit ins Grab nehmen.
 
  • #33
Mir - und sicher auch vielen anderen - ging/geht es sicher auch so, dass die fehlende Beziehung an sich gar nicht das Hauptleiden an dem ewigen unfreiwilligen Singlesein ist, sondern .......

DAS wäre ich damals gern losgeworde, dieses ewige Gefühl der Erniedrigung, Demütigung und Minderwertigkeit.

Mich persönlich hat das am meisten belastet und sicher auch dauerhaft psychisch deformiert. Trotz inzwischen anderer Lebensumstände werde ich dieses Trauma ganz sicher irgendwann auch mit ins Grab nehmen.
Ich finde es ganz schön vermessen, für wildfremde Menschen behaupten zu wollen, dass es denen genauso schlecht geht, sich schlecht fühlen, nur weil sie Single sind.

Sicher ist dem nicht so. Das kann ich jedenfalls für mich (nur für mich alleine) behaupten.

w
 
  • #34
sondern die ewige, ununterbrochene Demütigung, die man dabei erfährt: Man ist offenbar so unattraktiv, so hässlich, langweilig, in jeder Hinischt reizlos, unangenehm, nervend, irgendwie eigenartig, dass einfach keine S** auch nur das geringste Interesse an einem hat.
Damit setzt Du voraus, dass alle unbedingt IRGENDEINEN, egal wie der ist, Partner haben wollen. Ich habe nicht den Eindruck, dass das bei den Schreibern hier so ist. Die wünschen sich eigentlich, mal jemanden zu treffen, der sie fasziniert, und die Leute, die sie so kennenlernen, gefallen ihnen aber nie.
Ich finde auch, dass Du, wenn Du so rangehst, zwangsläufig scheitern musst (Ich meine, ich hätte irgendwo mal gelesen, dass Du eine Partnerin hast? Bin mir aber nicht sicher.), weil das eben so wirkt, als wäre Dir die Frau völlig egal, Hauptsache, Du bist nicht mehr allein.
 
  • #35
Der FS geht es um ihre Probleme mit dem ewigen Dausersinglesein, mit dem Alleinsein, um den Schmerz, den das mit sich bringt, um das Gefühl, übriggeblieben zu sein und irgendwie versagt zu haben, und nicht um einen bestimmten Mann, der sie faszinieren soll, und auch nicht um dessen Person. Und es wäre vermessen, ihr - auf einem kleinen Umweg - unterstellen zu wollen, dass man mit diesem Problem unter ca. 8 Milliarden Menschen allein ist, nur weil es eínem selbst zufällig nicht so geht.
 
  • #36
In Panik zu verfallen, wenn ich es nicht auf mindestes 1 date pro Woche schaffte (also zeitlich gesehen).
Um Himmels willen, bei diesem Tempo hätte ich schon nach kürzester Zeit einen Dating Burnout hingelegt!! Woher denn dieser Leistungsdruck?
Ich nehme mir ca. eine neue Bekanntschaft pro Monat vor. Auf diese freue ich mich dann und wenn es gut läuft, gibt es im Folgemonat nicht schon jemand Neues, sondern dann warte ich, bis ich weiss, ob/wie es weiter geht.
Ich bin jetzt übrigens mit kurzen Unterbrüchen 6 Jahre Single. Wann immer ich rumheule, wie traurig mein Dasein doch jetzt ist, erinnere ich mich daran, dass ich nie wieder so unglücklich und depressiv war, wie während der letzten Beziehung. Auch wenn ich meinem Ex dafür nicht die Schuld gebe, so kann ich doch behaupten, dass er meine Probleme nicht gelöst und mein Leben in einen Rosengarten verwandelt hat. Als Single stelle ich mir immer vor, wie schön es doch wäre, wenn jetzt jemand für mich da wäre. Aber mein Ex war ja auch oft nicht da für mich. Die ganze Zärtlichkeit, die ich jetzt vermisse, hat mir auch früher in der Beziehung schon manchmal gefehlt. Eigentlich traurig, aber mich tröstet es paradoxerweise.
 
  • #37
Die meisten Paare sind eine Spanne von 2-7 Jahre zusammen, dann sind so gut wie alle Paare wieder getrennt oder geschieden bzw. die Liebe ist definitiv nicht mehr so frisch. Ich finde das nicht erstrebenswert
... nichts zu tun, außer daheim vor der Glotze abzuhängen, dem Partner beim Furzen zuzuhören, sich in einer gemeinsamen Wohnung arrangieren und seinen Stil zurückschrauben zu müssen, ...
... Ich glaube, du stellst dir eine Beziehung zu locker vor.
Genauso mit Sex. Studien haben bewissen, dass Singlemenschen besseren Sex haben als Paare. Fast immer bettelt einer in der Beziehung um Sex.
Eine merkwürdige Art der Hilfestellung und noch merkwürdigere Überzeugungen. Für die FS wäre es wohl die Katastrophe, an einen so tickenden Partner zu geraten. So gesehen kann sie es als Trost betrachten: ja, es gibt Beziehungen, die sind schlimmer als alleine zu sein. Besonders dann, wenn es an der Loyalität des Partners mangelt.
Ganz praktisch gedacht, würde ich an Stelle der FS auch erst einmal an ein neues Hobby denken - mit dem sich vielleicht auch wieder neue Kontakte, Bekanntschaften, Freundschaften ... aufbauen lassen.
 
  • #38
Dieser dating-Druck hat mich teilweise auch an den Rand der Erschöpfung gebracht, aber ich war überzeugt, dass es überhaupt nur klappen kann, wenn ich ständig date. Dann war da noch die Angst, sonst vielleicht den Richtigen zu verpassen. Die dating-Phasen waren deshalb immer der reinste Horror für mich. Ich bewundere es, wenn Menschen so viel Geduld aufbringen. Es ist mir einfach nicht gegeben. Ich werde ja nicht jünger.
Daher ist ein ungeheurer Druck in mir. Weil die Singlejahre für mich verlorene Jahre sind.
 
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  • #39
Daher ist ein ungeheurer Druck in mir. Weil die Singlejahre für mich verlorene Jahre sind.
Das ist die Defizit-Argumentation. Das Leben ist leer und sinnlos ohne Mann, vermutlich wurde dir das im Elternhaus so eingeprägt.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Singlephase sind die Phasen der Selbstfindung, des Erkennens - wer bin ich und was will ich. Die sind, sag ich mal so salopp, für die Menschwerdung vielleicht wichtiger als die Paarphasen. Die Paarphasen decken auch viel zu - was sie aber auch nett und angenehm und bequem macht - aber selten tragen sie dazu bei, daß du dich als Mensch weiterentwickelst.
Was unsere ureigenste Aufgabe ist, meiner Meinung nach. Plus Kinderkriegen.
 
  • #40
Dieser dating-Druck hat mich teilweise auch an den Rand der Erschöpfung gebracht, aber ich war überzeugt, dass es überhaupt nur klappen kann, wenn ich ständig date. Dann war da noch die Angst, sonst vielleicht den Richtigen zu verpassen. Die dating-Phasen waren deshalb immer der reinste Horror für mich. Ich bewundere es, wenn Menschen so viel Geduld aufbringen. Es ist mir einfach nicht gegeben. Ich werde ja nicht jünger.
Daher ist ein ungeheurer Druck in mir. Weil die Singlejahre für mich verlorene Jahre sind.
Schade, dass du das so siehst. Vielleicht hätte prof. Hilfe geholfen, um das richtige Maß und den richtigen Blickwinkel zu finden.

Ich bin froh über jedes Date, jeden Beziehungsversuch, jeder positive Erfahrung, leider zu wenige, hat auch was mit mir zu tun, bin inzwischen ernüchtert, realistisch geworden, auch manchmal traurig, aber es hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin.

Ein langer Weg, zum Glück ohne teure Scheidung usw., sondern gut die stürmischen Zeiten durchlebt, gut aufgepasst dabei, jetzt bin ich ruhig geworden, klar im Kopf und im Herzen und.... es geht mir so gut dabei.

w
 
  • #41
Ich werde ja nicht jünger.
Daher ist ein ungeheurer Druck in mir. Weil die Singlejahre für mich verlorene Jahre sind.
Liebe FS,

ich habe etwas Probleme das nachzuvollziehen. Was ist denn da so unglaublich drängend? Glaubst Du, dass Du so sehr an gutem Aussehen verlierst? Dass Du irgendwann völlig unattraktiv sein wirst? Oder willst Du unbedingt einen Ersatzvater für Dein Kind finden?

Etliche Leute hier vertreten die Ansicht, dass man eine gute Partnerschaft nicht erzwingen kann. Es dauert so lange, wie es dauert. Ich zum Beispiel habe einen Mann, der aus meiner Sicht wirklich unglaublich gut gepasst hätte, mit 24 kennen gelernt - wobei aus besonderen Gründen keine Beziehung möglich war - und dann jetzt meinen Mann mit 50.

In diesen vielen Jahren dazwischen tobte aber das Leben, ich bekam meine beiden Kinder, ging durch fürchterliche Krisen und ich war zumindest zeitweise dennoch sehr glücklich. Jetzt geht es mir mit dem Mann sehr, sehr gut - ohne ihn wäre mein Leben aber auch bunt und ereignisreich. Ich wäre freier, würde viel mit meinen Freunden und meinen Kindern unternehmen, mit meinen alten Motorrädern durch die Gegend donnern - toll.

Sorry, aber ich glaube, Du wirst einen Mann finden, wenn Du ihn nicht mehr brauchst. Wirklich aus vollem Herzen Dich wohl fühlst mit Dir selbst. Das wünsche ich Dir sehr.
 
  • #42
Ich danke Euch so sehr!!. Das Reden bzw. Schreiben mit Euch tut sehr gut. Ich hatte jetzt einige sehr gute Tage! Schon dafür bin ich dankbar. Die Hpnosesitzung war leider ein Flop. Das hat mich dann wieder runter gezogen. Zumal sie meinte, dass ich wohl eine Vergangenheitsbewältigung machen müßte. Meine Mutter lehnt jeden weiteren Kontakt mit mir ab. Macht aber irgendwie nichts.
Ihr seid so stark. Warum ich diesen Druck habe? Meine Familie war immer auf Äußerlichkeiten fixiert. Man war immer zu häßlich, ich habe mir dann sogar die Nase richten lassen und gebe ein Vermögen für Klamotten und Kosmetik aus. Trotzdem ist es nicht nur der Druck wegen der schwindenden Attraktivität. Immer ist der Gedanke in mir, ich hätte keine Zeit mehr. Dann dieser Gedanke, es ist wohl Schicksal und soll so sein, dass ich allein bleibe. Ich arbeite nun in einer reinen Männerbranche - und wieder treffe ich nur auf verheiratete Männer. Die für mich natürlich Tabu sind. Niemals gibt es außerhalb des online-datings Gelegenheiten für mich. Dann kreisen die Gedanken, dass es wohl nie sein wird und dann gerate ich in diese Spirale und fühle mich so elend. Heute weine ich wieder sehr viel, nachdem mal wieder der Spurch kam; "Wieso bist Du eigentlich Single"?
 
N

nachdenkliche

  • #43
Dieser dating-Druck hat mich teilweise auch an den Rand der Erschöpfung gebracht, aber ich war überzeugt, dass es überhaupt nur klappen kann, wenn ich ständig date. Dann war da noch die Angst, sonst vielleicht den Richtigen zu verpassen. Die dating-Phasen waren deshalb immer der reinste Horror für mich. Ich bewundere es, wenn Menschen so viel Geduld aufbringen. Es ist mir einfach nicht gegeben. Ich werde ja nicht jünger.
Daher ist ein ungeheurer Druck in mir. Weil die Singlejahre für mich verlorene Jahre sind.
Das kann ich jetzt nicht glauben, was Du da schreibst! Ehrlich. Was heist es eigentlich für Dich, einen Partner im Leben zu haben? Ist das gleich zu setzen mit einem Pokal ?
Ist es für Dich das größte Lebensglück überhaupt? Wenn das so ist, mach Dir deswegen nur weiter Druck, dann ist Dir nicht zu helfen.
Ich hoffe, Du wirst schon noch dahinter kommen ...
 
  • #44
Heute weine ich wieder sehr viel, nachdem mal wieder der Spurch kam; "Wieso bist Du eigentlich Single"?
Auf eine solche dämliche Frage antwortest du dann: Weil ich gerade in einer Phase der Selbstfindung bin.
Dazu bist du momentan noch nicht stabil genug, aber das kommt.
Das agieren aus dem Defizitdenken - es ist immer alles zuwenig - ist unglaublich schädlich und hemmend.
Und nein, man muß nicht in einer Psychoanlyse jahrelang in der Vergangenheit herumstochern, wobei es einem verständlicherweise phasenweise dann wieder richtig schlecht gehen kann.
Probier was anderes, vielleicht eine Verhaltenstherapie die oberflächlicher an deinen Denkmustern arbeitet.
Tatsächlich ist es in deinem Leben zu spät für eine langjährige Ehe, die mit 20 anfängt und des Rest deines Lebens hält. Na und? Nicht zu spät ist es für alles andere.
Darf ich dir was versprechen, auch wenn es vermessen ist? Du bist sehr reflektiert und am Anfang eines gutes Weges. Du wirst eines Tages sehr zufrieden mit dir sein und glücklich. Vielleicht mit Mann, vielleicht ohne. Aber du wirst es erreichen.
 
  • #45
Also, ich gelange bei längerem Nachdenken über Deine Situation und Dein Empfinden in dieser Situation (und auch aufgrund der eigenen Erfahrungen in dieser Richtung) mehr und mehr zu der Überzeugung, dass wahrscheinlich momentan erstmal wirklich das Wichtigste wäre, nicht aus Deiner jetzigen Lebenssituation herauszukommen, sondern zuerst einmal nur aus dieser total negativen Bewertung der ganzen Sache.

Ich meine: Stell Dir mal vor, Du bleibst tatsächlich ewig SIngle. Wenn Du dann noch ein langes Leben hast, dann läufst Du die nächsten 50-60 Jahre total bedrückt und unglücklich durch die Gegend. Das ist doch, mit Verlaub, einfach Sch*****.

Aber selbst wenn es so kommen sollte, musst Du doch seelisch irgendwie leben. Es wäre doch totaler Mist, Dein Leben todunglücklich zu verbringen, weil Du keinen Mann hast.

Ich glaube, darauf sollte man in so einer Lage seine Anstrengungen konzentrieren: Mit dem Schicksal seinen Frieden machen, fatalistisch-stoisch werden, sich immer wieder deutlich machen: Das Leben besteht noch aus anderem. Es ist Mist so, wie es ist, aber zum einen bringt einen das nicht um, und zum anderen könnte es viel schlimmer sein.

Ich habe keine Ahnung, ob das irgendwie hilfreich ist...?
 
  • #46
Es ist Mist so, wie es ist, aber zum einen bringt einen das nicht um, und zum anderen könnte es viel schlimmer sein.
Ich weiß nicht, ich denke, man sollte auch von dem "es ist Mist"-Denken weg kommen.

Eine gute Beziehung ist toll, ja. Wer hat denn nun WIRKLICH eine gute, auf Dauer unglaublich tolle und befriedigende Beziehung? Na? 10 oder 15 % der Leute? Vielleicht auch 20?

Somit gibt es richtig, richtig viele Leute, die zwar einen Partner vorweisen können, aber dann kommt das dicke Aber.......

Da ist es doch wirklich viel besser, sich das Leben als Single mit Kind so schön wie nur möglich zu gestalten. Man kann fröhlich und ohne Streit alles planen und gestalten, hat viel Zeit und Ruhe für sich und liebe Menschen - ich sah da viele, viele Vorteile.

Wenn bei mir die berüchtigte "Warum Single"-Frage kam - selten! -, habe ich völlig lässig geantwortet. Je nach Laune fragte ich "Kannst Du Dir einen Mann vorstellen, der es mit mir Kratzbürste aufnehmen kann - und dann noch diese widerlichen Kinder dazu?" oder "Nee, bei dem Angebot verzichte ich lieber" oder irgendetwas. Kein Mensch hat mich dafür kritisiert oder bedauert!

Liebe FS, ich glaube, dass Du schon Hilfe brauchst um aus Deiner Negativ-Spirale heraus zu kommen. Aber Du schaffst es! Nur Mut!
 
  • #47
Zumal sie meinte, dass ich wohl eine Vergangenheitsbewältigung machen müßte. Meine Mutter lehnt jeden weiteren Kontakt mit mir ab. Macht aber irgendwie nichts.
Nee, weil Du Deine Mutter dafür nicht brauchst. Die hat ja sowieso nur wieder ihre eigene Sicht. Du bräuchstest wenn-dann eine Analyse, warum Du dieses oder jenes in Deinem Leben so oder so bewertest und Deine Maßstäbe hast, nach denen ein Mensch wertvoll ist oder nicht. Wenn Du Single-Sein als verlorene Zeit betrachtest, habe ich wohl sehr viele Jahre in meinem Leben verschwendet. Hätte ich jetzt Deinen Maßstab, wäre ich sauer auf Dich, weil ich mich durch Deine Sichtweise degradiert und schlecht fühlen würde. Aber wenn Du das so sehen willst oder musst, ist das Deine Sichtweise und ich teile sie nicht. Verlorene Jahre sind für mich, wenn man in einer schlechten Situation festhängt und Angst hat, sein Leben zu ändern. Kann beruflich sein, kann aber auch beziehungsmäßig sein. Ich finde Single-Sein genauso gut wie in einer guten Beziehung sein. Man hat nur andere Probleme. Eine schlechte Beziehung dagegen macht MEHR Probleme. 33 bis 50% der Ehen werden geschieden, Unverheiratete gehen angeblich noch schneller auseinander, was mich denken lässt, dass von den restlichen 50 bis 66% auch gern viele wieder auseinander gehen würden, wenn sie sich nicht ökonomisch verkettet hätten. Nimmt man noch die hinzu, die resigniert in der Ehe bleiben und denken, das, was sie sich wünschen, gibt es gar nicht, und die, denen ihre Beziehung egal ist, Hauptsache, sie haben eine, und die, die aus Vernunftsgründen zusammenbleiben, bleibt ein vielleicht gerademal zweistelliger Rest aller Beziehungen, die ich erstrebenswert finden könnte. Ich hab genug Beispiele in meiner Umgebung, dass ich diese Statistik richtig finde.

Dieses Fixiertsein auf das Äußerliche ist wohl das, was Männer haben in Richtung auf Verdienst oder akademischen Grad. Selbstwertgefühl ist hier das Zauberwort, weil - was willst Du mit einem, der nur auf Deine Äußerlichkeiten guckt, dh. auf Dein Werben mit Äußerlichkeiten anspringt? So eine Beziehung hat sich sowieso bald erledigt, weil ja doch Dein Wesen in der Beziehung durchkommt und geliebt werden "muss", damit das weiter besteht. Ich meine jetzt nicht, schluffig rumzulaufen, aber das übermäßige Konzentrieren auf die Äußerlichkeiten allenfalls für sich zu machen und nicht, um irgendwem zu gefallen, dh. mit Spaß statt mit Druck.
 
  • #48
Liebe Hasendompteurin,

Dir eine ganz liebe virtuelle Umarmung.

Viele gute Posts hier zu Deiner Frage - nur eine Ergänzung meinerseits.
Einsamkeit kenne ich innerhalb von Beziehungen und als Single. Glückliche, zufriedene, traurige, anstrengende, usw. Zeiten - völlig unabhängig vom Beziehungsstatus. Als AE, als Single, in Partnerschaften.
Das, was m.E. relevant ist, ist zu lernen, für sich selbst zu sorgen - dass es einem so gut wie möglich geht. Die aktuelle Situation annehmen, damit umgehen. Die Bedürfnisse, die man hat, sich zu zugestehen und versuchen, sie zu erfüllen.
Kein anderer Mensch kann mir die Löcher füllen, die durch mangelnden Selbstwert / Selbstliebe entstanden sind. Kein anderer ist für meine Zufriedenheit und mein Glück verantwortlich.

Partnersuche mit einem solchen Druck dahinter, führt entweder zu überhaupt keinem Ergebnis, zu frustrierenden Erlebnissen und im schlechtesten Fall zu einer Beziehung, die eher destruktiv ist.

Aber vielleicht geht es bei Dir nur vordergründig um einen Partner?
Dafür eigentlich um alte Themen - Deine Mutter? Um aktuelles - die massive Überlastung, Erschöpfung?
Wie schaut Dein Leben momentan aus?
Job Vollzeit, Kind, die alltäglichen Aufgaben?
Wie ist Dein soziales Netzwerk, was tust Du für Dich - Hobbies...?
Überlege mal, wie lange Du das noch durchhälst? Es klingt nach mindestens depressiven Verstimmungen.

Magst Du mal - möglichst zeitnah - zumindest eine Mütter- Kind-Kur realisieren, evtl. vielleicht eine Reha ohne Kind?

Und eine gute therapeutische Hilfe. Der Hinweis der Hypnotherapeutin war verantwortungsvoll und durchaus richtig.

Pass auf Dich auf.
 
  • #49
Liebe Hasendompteurin,

zum Thema Deine Mutter.
Eine mir absolut vertraute Thematik.

Mir hat meine damalige Therapeutin den Satz mitgegeben -
Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät.

Was ist gemeint?
Ein Nacherleben einer Kindheit - über Imaginationen, Projektionen, Vorstellungen.

Die Annahme dieses kleinen Kindes, das gedankliche In-den-Arm-nehmen.
Ich habe es mir so vorgestellt wie einen Film, in dem ich quasi gleichzeitig die liebevolle Mutter und das kleine Kind bin. Habe die Gefühle hinein projeziert, die ich auch gegenüber meinen Kindern empfand.
Diesem meinen virtuellen inneren Kind die Mutter gegeben, Liebe, etc.
Mir vorstellen, eine Mutter nimmt mich jetzt in den Arm und hält mich ganz fest - vor allem, mir dieses Gefühl vorzustellen und es wirken zu lassen.
Das ist ein langer Prozess mit vielen Stufen, gibt sehr unterschiedliche Wege.

Es gibt zum Thema Inneres Kind / Kindheitstraumata umfassende Literatur, auch im Netz einiges zu finden.

Meine Mutter habe ich nicht nur inzwischen endgültig verabschiedet, sie hatte ihre eigene Geschichte, es sind inzwischen auch die Verletzungen verarbeitet und abgeheilt.

Nur als Gedanke und Anregung.