• #31
Wie gesagt, ich finde man sollte etwas dermaßen persönliches, ja intimes, nicht zu einem frühen Zeitpunkt des Kennenlernens mitteilen. Später auf jeden Fall. Aber der neue Bekannte hat doch noch kein Gesamtbild von der Persönlichkeit seiner neuen Bekanntschaft, und dann gleich mit als Erstes solch eine Mitteilung? Es gibt den falschen Zeitpunkt, ja den gibt es. Es ist ein Unterschied ob ich so etwas jemandem erzähle, der mich schon ganz gut kennt, mich schon als Person öfter erlebt hat, oder jemandem so etwas erzähle, wo das alles noch nicht passiert ist. Ich erzählt z.B. vielleicht einer guten alten Freundin, dass mir (als Beispiel für etwas Persönliches) in letzter Zeit ein paar Krampfadern an der Wade bei mir aufgefallen sind. Diese Freundin wird mich dann immer noch genauso mögen und das auch nicht seltsam finden. Oder ich erzähle dass ich neuerdings leider Hämorrhoiden habe (wieder nur als Beispiel für etwas Intimes). Sie wird mich deshalb nicht insgesamt als Person ablehnen. ABer einer ziemlich neuen Bekanntschaft/Freundin würde ich solche persönlichen/ intimen Dinge eben nicht erzählen - weil es einfach unpassend und seltsam rüberkommt! Und das Gesamtbild, den ersten Eindruck als Person, total verfälscht! - Ich erzähle doch auch in einem Vorstellungsgespräch nicht sofort alles von mir - später schon, soweit nötig.
Natürlich wollte ich keinesfalls diese harmlosen Beispiele für persönliche/intime Dinge auf eine Stufe stellen mit dem Problem der Fragestellerin, falls das jemand denkt! Jedoch sind alle diese Dinge etwas, was meiner Meinung nach eine neue Bekanntschaft - noch - nichts angehen, ganz einfach.
 
  • #32
Liebe FS,
zuerst wünsche ich dir alles erdenklich Gute und hoffe, dass du bald wieder ganz gesund bist!

Dann muss ich sagen, dass sich eine Therapie dieser Größenordnung möglicherweise gar nicht verheimlichen lassen wird. Es kann Nebenwirkungen geben, die offensichtlich sind oder weitere Dates verunmöglichen.

So schön ein neuer Mensch an der Seite auch ist, die Behandlung und der Heilungsprozess sind vorerst am Wichtigsten. Emotionale Tiefschläge und negative Emotionen kannst du dir jetzt nicht erlauben.
Ich rate deshalb zur Offenheit und zu einem fairen Umgang mit interessierten Männern und auch dir selbst gegenüber.

Alles Gute!
 
A

Ares

  • #33
Wie gesagt, ich finde man sollte etwas dermaßen persönliches, ja intimes, nicht zu einem frühen Zeitpunkt des Kennenlernens mitteilen. Später auf jeden Fall.
Als Mann ist mir die Information wichtig, bevor ich mich für eine Beziehung entscheide.

Beispiel: Frauen wollen (früh) Klarheit bzgl. der Kinderfrage, Männer auch. Die FS ist da in einem kritischen Alter, für eine Zukunftsplanung in dieser Richtung wäre eine schwere Krankheit eine wesentliche Information.
 
  • #34
Mein Mitgefühl für dich erstmal. Ich kann mir vorstellen, dass dich das ziemlich getroffen hat. So eine Diagnose ist sicher erstmal ein Schlag. Nichtsdestotrotz, Krebs ist heute doch eine sehr gut therapierbare Erkrankung.
Positive Zukunftsvisionen sind sehr hilfreich bei deiner Genesung, sowie die Gewissheit darüber, dass du aus dieser Krankheit gestärkt hervortreten wirst und die Dinge gelernt haben wirst, die du lernen sollst.
Das soziale Umfeld ist mitunter entscheidend für unsere Gesundheit. Verbringe dene Zeit mit Menschen, die positiv in die Welt sehen, die Niederlagen und Enttäuschungen als Herausforderung begreifen und die dir helfen können, die schönen Seiten des Lebens zu sehen.
Ich würde dem Mann sagen, was Fakt ist. Es ist auch ein entscheidender Schritt für deine Genesung, denn so kannst du dich mit der Realität besser auseinandersetzen (eine begleitende psychotherapeutische Unterstützung ist für sehr viele Menschen mit Krebs auch eine enorme Hilfe).
Ihm eine falsche Realität vorzugaukeln würde dazu führen, dass du mit einer Lüge leben musst - zumindest für eine Weile - was sich auf vielen Ebenen konfliktreich zeigen könnte (Schuldgefühle, Scham und Selbstzweifel. Sie sind vielleicht sogar mit schuld an deiner Erkrankung). Unbewusste Emotionen wirken als Energien in unserem System und haben starken Einfluss auf unsere Körperchemie. Eine Krankheit ist immer eine Chance für uns, alte Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmuster zu erkennen, zu bereinigen und letztendlich daran zu wachsen.
Vielleicht erlebst du eine Überraschung und der Mann wäre sehr froh, dich in dieser Zeit begleiten zu dürfen und dich zu unterstützen. Vielleicht auch nicht. Aber, das hätte nichts mit deinem Wert als Mensch zu tun. Eine Enttäuschung wäre es vielleicht, allerdings zeigen uns Ent-Täuschungen nur die Realität darüber auf, dass wir an unseren falschen Vorstellungen über sie nicht länger festhalten sollten. Das Risiko würde ich eingehen, es herauszufinden. :)

Du schaffst das. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute.
 
  • #35
Hallo,
erstens herzlichen Dank für eure Antworten und Wünsche! Ich habe es leider nicht geschafft mich früher zu melden. Ich habe 3 Wochen Bestrahlung hinter mir. In ein paar Tagen ist die Bestrahlung abgeschlossen und die Chemo kann beginnen.
Ich habe ihm das mit meiner Krankheit erzählt. Er war zwar geschockt und überrascht (äußerlich sieht man mir nicht an, dass ich krank bin), hat trotzdem viele Fragen gestellt (u.a. zu der Krankheit und den Nebenwirkungen der Therapie,etc). Danach haben wir uns wieder ganz normal über andere Themen unterhalten. Ob wir uns wieder sehen, kann ich nicht sagen. Das wird sich demnächst zeigen.
 
  • #36
Hallo Lila,

Schön, dass Du Dich nochmal meldest.

Gut, dass Du mit ihm offen geredet hast - seine direkte Reaktion war ja nicht so negativ.
Aber hattet ihr in diesen 3 Wochen gar keinen Kontakt? Und es ist noch offen, wann und ob ihr Euch wieder seht? Ist doch ein Rückzug spürbar?
Wäre sehr schade.

Dir viel Kraft und vor allem gute Genesung.
 
  • #37
Hallo Lionne,

vielen Dank für deine Antwort.Das stimmt,er hat nicht negativ reagiert.Ich habe in meinem Bekanntenkreis erlebt,dass manche mit der Diagnose überfordert bzw. geschockt waren und nur noch geschwiegen haben.

In den 3 Wochen hatten wir nur E-Mail Kontakt. Aus verschiedenen Gründen kam ein Treffen erst gestern zustande. Wir haben fast 6 Stunden zusammen verbracht. Heute morgen hat er sich gemeldet und gefragt, ob ich gut nach Hause gefahren bin.

Das ist schwierig abzuschätzen,ob er sich nochmal meldet.Ich bin aber sehr froh,dass es raus ist.Das ist ihm gegenüber fair.
 
  • #38
Hallo Lila,
Ihr habt gestern 6 Stunden miteinander verbracht. Er fragt heute, ob Du gut nach Hause gekommen bist.
Das tut kein Mann, der auf dem Absprung ist. Der schweigt höchstens und geht.
Warum sollte er sich nicht mehr melden?

Nur so als Anmerkung -
Du bist der Mensch, der Du bist - mit und ohne Krankheit. Du bist mit dieser Krankheit genauso liebenswert und wertvoll wie vorher. Du hast nach wie vor Liebe und Zuneigung verdient.
Zweifel nicht an Dir und an ihm - und vor allem keine Interpretationen, die Kosten nur Energie.

Geht übrigens vielen Menschen mit ernsteren Erkrankungen so, da ist es durchaus hilfreich, mit fachlicher Unterstützung hinzusehen. Nicht umsonst wird in Reha Kliniken psychologische Unterstützung angeboten.
Zur Gesundung gehört diese Seite dazu.

Nur Mut und etwas mehr Liebe und Achtung gegenüber Dir selbst.

Alles Gute.
Lionne
 
  • #39
Danke dir Lionne.Du hast recht: interpretieren was sein könnte oder nicht führt zu keinem Ergebnis.Die Erfahrung habe ich gemacht.

Ich hatte bereit zu einem früheren Zeitpunkt Kontakt zu den Psychoonkologen und ich kann bestätigen,dass es geholfen hat.

Mir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten.

Liebe Grüße
Lila