• #1

Wie oft sollte man sich sehen?

Hallo zusammen,
ich (w24) bin seit etwa 3 Wochen in einer neuen Beziehung. Wir harmonieren sehr gut und es fühlte sich sofort alles viel vertrauter, viel passender an als in vorherigen Beziehungen. Wir haben viele gemeinsame Interessen, lachen viel zusammen und haben immer Pläne für Unternehmungen oder machen etwas gemütliches. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich etwas mehr Zeit für mich brauche als er. Wir sehen uns jeden Tag, er übernachtet auch jedes Mal bei mir. Auch wenn ich ihn vermisse, sobald er nicht da ist, spüre ich doch, dass ich manchmal Abstand brauche. Leider habe ich noch nicht den richtigen Weg gefunden, ihm das zu sagen.
Er ist wesentlich anhänglicher als ich, was nichts damit zu tun hat, dass ich weniger für ihn empfinde. Ich brauche einfach mal einen Tag, an dem ich Haushaltskram mache, einfach für mich bin usw. Jedes Mal wenn ich ihm zu verstehen gebe, dass ich mal einen Tag alleine brauche, wirkt er irgendwie gekränkt und überredet mich am Ende doch dazu dass wir uns sehen.

Jetzt frage ich mich natürlich ob mein Bedürfnis nach Abstand an ca. 1 - 2 Tagen die Woche übertrieben ist. Wie handhaben das andere Paare?
 
  • #2
Machst du einen Witz ?

Ihr kennt euch seit drei Wochen und der Mann ist praktisch schon bei dir eingezogen ?
Und er ist gekränkt, wenn du mal einen Tag allein sein willst ??
Und er ÜBERREDET dich dann, dass er doch bleiben darf ???
a ) er klammert wie verrückt
b ) offenbar sind ihm deine Bedürfnisse egal
c ) er ist schon dabei, es zu schaffen, dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Nun, es gibt eine breite Spanne dessen, was ich als normal einstufen würde, das hier liegt nach meiner Einschätzung aber doch etwas außerhalb und ich würde mir Gedanken machen, wie sich das noch entwickeln könnte.
Entweder ist nach drei Monaten die Luft raus und du eröffnest hier den 1.000esten Thread zum Thema 'Strohfeuermann'.
Oder er wird unangenehm, vielleicht sogar gefährlich, wenn du mal nicht die 24/7-Nummer machen willst oder nur mal eine Freundin treffen oder so.
Oder ihr heiratet in einer Woche, erlebt die vollkommene Symbiose, das Ying + Yang, seid fortan die Kugelwesen der griechischen Mythologie und du bist glücklich bis an dein Lebensende mit dem tollsten Mann der Welt.

w 48
 
  • #3
Nein, Dein Bedürfnis ist absolut normal und gesund, erst recht nach erstmal 3 Wochen.
Du hast Dir vermutlich einen Klammerer geangelt, der nicht einen Tag allein sein kann und Dich obendrein noch ziemlich rücksichtslos emotional unter Druck setzt, wenn Du freie Zeit für Dich möchtest.
Da es offensichtlich auch nicht möglich ist, ihm das ganz klar zu vermitteln, wäre darüber nachzudenken was dann später ev. noch alles kommt, nachdem er jetzt schon so extrem klammert und ohne Dich offensichtlich kein eigenes Leben hat.
Das hat auch mit Liebe nichts zu tun, da geht es um persönliche Defizite und das kann nicht Aufgabe der Partnerin sein.
Lass Dich nicht weiter zu irgendwas überreden, was Du nicht möchtest, bestehe auf Deinen Freiraum, das wird er sonst in immer weiteren Bereichen Deines Lebens so machen und am Ende "darfst" Du dann für Dich allein garnichts mehr haben/unternehmen.
 
  • #4
einfach für mich bin usw. Jedes Mal wenn ich ihm zu verstehen gebe, dass ich mal einen Tag alleine brauche

Du bist eine Traumfrau, weißt Du das? Meistens sind es die Frauen, die dem Mann keine Luft lassen, die Anspruch auf jede freie Minute erheben, Bespaßung inklusive. Bei Euch ist es umgekehrt.

Was Du tun kannst? Ermutige ihn, Dir etwas mitzubringen, von Orten, an die Du nicht kommst. Wandhaken aus’m Baumarkt, Pralinen für die Oma, eine weiße Lilie für Deine Vase. Und dann erzähl' ihm, wie Du die Zeit genutzt hast ("ich bin ja so froh, daß ich dich habe, so kann ich auch mal in Ruhe auf’m Balkon ein Buch lesen...").
 
  • #5
Liebe FS,

ich könnte mich genüßlich zurücklehnen und schreiben: "Damals ... war alles anders!" ;) , heute sehen wir uns 3-4x die Woche und jede/r hat sein/ihr eigenes Zuhause sowie Freunde und Hobbies, aber dabei fällt mir auf, dass es damals, zumindest auch am Anfang, genauso war. :)

Ganz im Gegenteil: Eines der Probleme zum Ende unserer Partnerschaft war der Verlust des Ich's und das vollständige Ersetzen durch Wir. Als das dann auch noch verschwandt war, nicht nur sprichwörtlich und sinnbildlich, gar nichts mehr (da). Heute plädiere ich, wieder, für einen gesunden Egoismus und Ich-Bezogenheit sowie Eigenständigkeit und bin der festen Überzeugung, dass es ohne ein Ich auch kein Wir gibt/geben kann.

Mein Rat: Behalte ein gewisses Maß von Dir, Deiner Zeit, Kraft und Deines Lebens für Dich. Für mich ein Garant für eine lange glückliche Beziehung - gemeinsam zu zweit.
 
  • #6
Es soll Menschen geben, die das mögen - das können #1 und #2 natürlich nicht verstehen und ziehen das aufs übelste ins Negative - der eine mehr, der andere weniger.

Wenn ein Mensch, der so ist, nichts für Dich ist, dann trenne Dich doch - zwingt Dich doch keiner zu. Ich (als Mann mit einem Herz, das größer als das eigene Ego ist) würde mich über sehr viel Nähe freuen.
 
A

ak18

  • #7
Dein Gefühl trügt dich nicht.

Du brauchst auch mal Zeit für dich, Zeit deine Pflichten zu erledigen aber auch um mal allein oder mit Freunden etwas zu unternehmen.

Sag ihm das und nimm dir deinen Freiraum. Das hat er einzusehen und dir diesen Freiraum zu gewähren. Sonst werdet ihr bald den ersten richtigen Streit haben, oder du wirst aus übertriebener Harmoniesucht unglücklich.

Mich wundert es, dass er keine Hobbies hat oder Freunde mit denen er mal losziehen möchte.

Wenn man sich mal 1 - 2 Tage nicht sieht, ist das Wiedersehen doch um so schöner!
 
  • #8
Wir harmonieren sehr gut und es fühlte sich sofort alles viel vertrauter, viel passender an als in vorherigen Beziehungen.
Würde es sehr gut harmonieren, du würdest deine Bedenken hier nicht in dieser krassen Form äußern müssen. Für mich Außenstehender harmoniert ihr gar nicht, er gibt den Ton an und du kuscht, weil du dich nicht getraust ihm offen und authentisch deine Bedürfnisse mitzuteilen. Du musst ja vor ihm noch viel schlimmere Beziehungen gehabt haben, wie schlimm!
Jedes Mal wenn ich ihm zu verstehen gebe, dass ich mal einen Tag alleine brauche, wirkt er irgendwie gekränkt und überredet mich am Ende doch dazu dass wir uns sehen.
Eure Kompatibilität Distanz/Nähe stimmt nicht, ist unausgeglichen, es wird noch größere Probleme geben, einen Klammerer kann man so nicht halten, sag ihm was du willst und opfere dich für ihn nicht auf. Frage immer zuerst, was du willst und nicht was er will, dann geht es dir besser!
 
G

Gast

  • #9
Einfach mal dein Ding machen, OHNE Rücksicht auf den Partner. Er wird das lernen müssen und dich dafür lieben, dass du so unabhängig von ihm entscheiden kannst. Sonst bist du ihm bald hörig, wenn du sofort nach seiner Nase springst. Man muss schauen, auch noch individuell in der Partnerschaft zu bleiben!

Und ehrlich, ein erwachsener Mann kann auch mal lernen, einen Tag alleine zurecht zu kommen, ansonsten hat er das versäumt und muss es lernen!
 
  • #10
Also nach drei Wochen Beziehung ist es sehr ungewöhnlich, sich täglich zu sehen, er erdrückt doch jede Spannung im Keim, redet Dir ein schlechtes Gewissen ein und klammert wie verrückt. Du hast ein Recht darauf, auch mal einen Tag ohne ihn zu verbringen, ohne dass er rumheult - entweder ist er ein Psycho, der die Hölle heiss macht, wenn Du mal einen Tag ohne verbringen willst und Dich dann kontrolliert bzw. Dir irgendwas unterstellt oder er ist so ein Typ, der anfangs total begeistert ist und nach zwei Monaten ist für ihn die Luft raus und macht Schluss.

Sag ihm, dass Du keine Zeit hast und lass Dich auch nicht weiter bequatschen bzw. Dir ein schlechtes Gewissen einreden lassen.

Hat er Dein gar keine eigenen Interessen oder Hobbies, weil er so klammert?
 
G

Gast

  • #11
Den Fehler machen doch viele, wenn sie sehr jung und in der ersten oder den ersten Beziehungen sind.
Mit meinem zweiten Freund war es auch so. Ich war 21, wir waren beide Studenten und quasi sofort zusammen gezogen. Es gab kaum einen Tag, an dem wir nicht zusammen waren. Das ging 4,5 Jahre gut und dann war es mir zu viel. Ich fühlte mich erdrückt, weil ich einfach mal alleine sein wollte um ein Buch zu lesen oder Ruhe zu haben. Viele meiner Freundinnen haben genau den gleichen Fehler gemacht. Grade 20, erste ernsthafte Beziehung und sich selbst komplett aufgegeben. Jetzt sind alle fast 30 und trennen sich. Freundschaften sind auf der Strecke geblieben und alle sind zu langweiligen Frauen ohne wirkliche Interessen geworden. Ich ebenfalls.
Ich rate Dir: Nimm Dir diese 1-2 Tage die Woche für dich. Geh zum Sport, triff dich mit einer Freundin, mache einen männerfreien Putznachmittag. Plane auch weiterhin mal Ausflüge mit deinen Freundinnen. Der Vorteil: Man kann sich ein bisschen vermissen, sich wieder auf den anderen freuen, Streitereien mal sacken lassen und verliert sich nicht komplett in der Partnerschaft. Man hat sich was zu erzählen und bleibt für den anderen interessant.
 
G

Gast

  • #12
Ihr seid noch NICHT in einer Beziehung, sondern mitten in der Kennenlernphase!

Da harmoniert gar nichts, weil er DEINE Bedürfnisse -nicht- berücksichtigt. Er manipuliert dich bereits erfolgreich.
Ihr seid ausschließlich in -deiner- Wohnung? Warst du auch mal in seiner?
Der Mann hat keinerlei Freunde/keine Hobbies??

All das würde mich mehr als nur etwas stutzig machen, bei mir gingen alle Alarmglocken an.
Noch hast DU Freunde und Hobbies - wenn du komplett auf -dein- Leben verzichtest, wird das nicht mehr lange der Fall sein.

Du solltest sofort einige Änderungen einführen: 2 Tage in der Woche für dich, mindestens 2 Tage die Woche verbringt ihr bei ihm.
Sollte er wieder anfangen, das weg diskutieren zu wollen, lass dich auf keine Diskussion mehr ein - Eurer Nähe- Distanzbedürfnis ist einfach nicht kompatibel.

Wie gesagt, Ihr seid noch gar nicht in einer Beziehung. Nach drei Wochen kennt man sich noch nicht mal richtig. Mitunter stellt man dann fest: es passt einfach nicht. Besser jetzt, als später!
 
G

Gast

  • #13
Vielleicht lernst du mal, dich mehr durchzusetzen, sonst tanzt dir jeder Mann auf der Nase rum? Wenn mich ein Mann nervt, schalte ich Handy und Pc aus und bin erst wieder erreichbar wenn ich das so will. Das kann man trainieren. Lass halt mal 1 Tag das Telefon aus und steigere dich auf 2,3,4 Tage. Mit weniger Liebe hat das nichts zu tun, sondern einfach damit:

- ich lasse mir nichts sagen, demzufolge brauche ich generell schon mal einen charakterlich stärkeren Mann, der das gut akzeptieren kann
- ich bin Herr meiner eigenen Welt, auch in einer Beziehung
- ich bin es gewohnt, dass andere nicht meine Bedürfnisse und Grenzen überschreiten oder missbrauchen
- ich kann Gegenwind, Nörgeleien und Beleidigungen gut ertragen
- ich mache relativ schnell klar, wie rum es bei mir läuft. Ich bin nicht dominant, aber auch nicht unterlegen und treudoof.
- ich bin ein schwer hart arbeitender Mensch, der bisschen was im Leben erreichen will, und Spaß an seiner Arbeit hat, demzufolge kann ich nicht jeden Tag mit dem Partner 10 Stunden "abhängen".
 
G

Gast

  • #14
Er hat sicher keine Verwendung für eine Frau, der er bereits nach 3 Wochen auf den Keks geht. Falls er attraktiv ist und einen guten Job hat, wird er eine Frau finden, die ihn täglich sehen will und in ein paar Jahren kannst du dich dann hier beklagen, dass die Männer, die du kennenlernst alle keine feste Beziehung mit dir wollen und dass du langsam Panik bekämst wegen deiner biologischen Uhr.

Wenn du Abstand brauchst, ist es auch nicht besonders klug, ihm das derart zu brettern in der Verliebtheitsphase. Das wird er weder verstehen noch nachvollziehen können, das ist ganz natürlich.
Es ist ja wohl auch ein Unterschied, ob man nach Jahren Abstand braucht oder nach 3 Wochen.

Entweder paßt ihr absolut nicht zusammen, du bist auf dem Egotrip und das schon in dem Alter oder du bist gar nicht wirklich verliebt.

Wenn du oft Zeit für dich allein brauchst, kannst du dich dann zukünftig mit einem Verheirateten zusammentun, da hast du dann genug Zeit für dich. Du solltest später dann aber nicht herumjammern, dass du keinen festen Partner für eine Beziehung gefunden hast.

Das bleibt sowieso nicht so, da kannst du ganz beruhig sein, das ist die Anfangsphase.
Entweder macht er von allein den Abflug, weil er eine andere kennengelernt hat, die nicht in dem Alter bereits so rumzickt oder er bleibt mit dir zusammen. Dann wird sich das auch geben, denn er wird das sicher nicht vergessen, dass du den Kontakt nach 3 Wochen bereits dosieren wolltest und wird sich auch anderweitig "beschäftigen".
Die meisten Männer kippen kein schmutziges Wasser aus, solange sie kein sauberes haben, aber wenn er eine gefunden hat, die seine Bedürfnisse nach Nähe und Sex besser befriedigt, dann ist er weg. Das ist doch logisch und das sollte dir klar sein!

So wie #12 sich beschreibt, da würden 90% nach kürzester Zeit den Abflug machen. Wer braucht so jemanden? Die meisten suchen einen Seelenverwandten, Liebe und Nähe. Natürlich hat es etwas mit mangelnder Liebe zu tun, wenn man lieber ohne den Partner ist als mit, denn wer liebt der hat Sehnsucht!
 
G

Gast

  • #15
Es gibt kein "wie oft". Es muss für beide zufriedenstellend sein.

Ich hatte mit 18 einen Freund, der jeden Abend ungefragt vor meiner Türe stand. Er war unheimlich in mich verliebt und hat auch ein Nein schlecht akzeptiert. Die Beziehung hielt nicht lang und ich habe es beendet, weil es mir zu ungleichgewichtig war. Ich hatte eher das Gefühl, jemandem gerecht werden zu müssen.

Mit 30 hatte ich Beziehung, wo man sich eben nur 1x pro Monat oder noch seltener gesehen hat, wegen Entfernung, Beruf, andere Länder, etc.

Es geht alles! Es muss eben für beide erfüllend sein.
Tägliches sehen wäre mir zu viel, weil ich beide Extreme kenne (zu nah, zu distanziert) und würde ich definitiv nicht mitmachen! Ich brauche keine Klette, sondern einen eigenständigen Mann, der genauso unabhängig wie ich ist, sonst bewegen wir uns auf unterschiedlichen Leveln.
 
G

Gast

  • #16
Da muss man nichts Sonderliches sagen, sondern eigenständig für sich handeln.

Wenn ich jemanden kennenlerne, dann beginne ich nicht mit 20 SMS pro Tag oder ständiger Chatterei, sondern einer qualitativen Nachricht, die Lust auf mehr macht. Dazwischen kann also durchaus Raum für Denken und Arbeiten bleiben. Ich antworte generell dann einen Tag drauf. Schlichtweg weil es den anderen von allen anderen Tätigkeiten abhält, wenn man ihn täglich oder täglich mehrfach geistig stört, nur indem man dem anderen Fragen stellt oder reden will. Mich stört schon ein ständiges "wie gehts?" oder "was machst du?". Ich fühle mich dann genötigt, den anderen sofort zufriedenstellen zu müssen und wäre geistig abgelenkt. Also Statements ohne jeden Inhalt und nur, um Aufmerksamkeit haben zu wollen. Auf so etwas antworte ich gar nicht. Schon gar nicht nach 3 Wochen Kennenlernen!

Ich finde, das muss man dem anderen aber nicht auf die Nase binden, sondern für sich ausmachen, wie viel man zulässt und ertragen kann.

Dein Freund gehört ein bisschen "umerzogen", damit er dazu lernt.
 
G

Gast

  • #17
Ich wurde auch schon als Klette bezeichnet. Weil ich sagte, dass mir zwei, drei mal im Monat sehen zu wenig sei in einer Beziehung.

Was ich sagen will, mit solchen Urteilen sollte sparsam umgegangen werden. In deinem Fall würde ich aber ebenfalls dazu raten, dir lieber in dieser frühen Phase zu überlegen ob du das willst, das hört sich für mich auch nicht gesund an, das ist schon aneinander kleben, Tod durch Ersticken. Hilfe!
 
  • #18
Sage es ihm, klar und deutlich!
Er wird es ansonsten nicht verstehen und dich erdrücken. Ich könnte das niemals, das man mal Haushalt machen muss ist doch völlig normal. Wer das nicht versteht, ist nicht normal, sorry.
Sag ihm ganz klar und wenn er es nicht versteht, dann würde ich an seinem Verstand zweifeln und ihn weg schicken. Ausserdem ist es auch völlig unmännlich, wer will schon einen jammernden, abhängigen Klammeraffen?
 
  • #19
Liebe FS,

mein Mann war ganz ähnlich wie dein Freund. Wir waren schon zusammen, als wir unser Abitur machten und ich erinnere mich noch gut, wie er mich zu überreden versuchte, dass wir doch zusammen lernen könnten ;-). Nur wusste ich nur zu genau, dass das nicht funktionieren würde. Da hat er zum ersten Mal klipp und klar gesagt bekommen, dass ich das nicht möchte. Und hat es - wohl oder übel - akzeptiert.

Die folgenden Jahre waren wir zum Teil in einer Fernbeziehung (Wehrdienst) und haben da natürlich jede Stunde, die wir zusammen verbringen konnten, genossen. Aber die Zeit vor und nach dem Wehrdienst war so ähnlich, wie du es beschreibst.

Interessanterweise war es auf einmal überhaupt kein Problem mehr, dass ich Zeit für mich haben wollte, als wir dann verheiratet waren. Jeder hatte Abende, an denen er was allein bzw mit Freunden gemacht hat. Also nichts von wegen "ewiger Symbiose". Und mittlerweile leben wir wieder in einer Fernbeziehung und sehen uns nur alle zwei Wochen (telefonieren aber täglich), müssen also auch wieder jeder allein zurecht kommen.

Ich würde meinen, dass dein Freund sich noch nicht so ganz sicher ist, dass es dir wirklich, wirklich ernst mit ihm ist. Da ist Klammern natürlich trotzdem nicht die beste Methode, das herauszufinden, sondern eventuell eher kontraproduktiv. Aber ich würde es von dieser Seite zu verstehen versuchen. Trotzdem solltest du deine Bedürfnisse klar kommunizieren. Vielleicht könnt ihr ja "freie Tage" festlegen. Dann muss darüber nicht mehr jedes Mal diskutiert werden.
 
G

Gast

  • #20
Mir geht es wie Dir, ich brauche jeden Tag auch mal mindestens ein bis zwei Stunden nur für mich und auch gerne mal einen oder zwei ganze(n) Tag(e) in der Woche an denen ich meinen Partner nicht sehe. Das hat nichts damit zu tun, wie viel oder wenig einem am anderen liegt. Wenn er es weiterhin nicht verstehen kann, dann wird das eine ständige Nerverei sein, die Du nicht lange aushalten wirst. Kann er sich denn nicht auch mal alleine beschäftigen? Er muss ja als Single auch Dinge allein gemacht haben. Außerdem finde ich, wenn er Dich liebt, dann muss ihm auch daran gelegen sein, dass es Dir gut geht - selbst wenn er Dein Bedürfnis also nicht verstehen könnte, müsste er es akzeptieren, wenn er weiß, dass Du das für Dein Wohlbefinden brauchst.
Natürlich möchte jeder der verliebt ist, Aufmerksamkeit von seinem/seiner Liebsten, das ist normal. Trotzdem muss jeder auch Zeit für sich alleine haben, möglichst jeden Tag, wie ich finde. w
 
  • #21
Selten etwas unkommunikativeres, empathieloseres erlebt. Schon mal auf die Idee gekommen, dass es jemanden tatsächlich interessieren könnte, wie es dir geht? - Liebe FS, man muss nicht, wie hier empfohlen, gleich ins andere Extrem verfallen und sich wie ein arroganter Eremit verhalten. Versucht einfach, einen goldenen Mittelweg zu finden.

Da muss man nichts Sonderliches sagen, sondern eigenständig für sich handeln.

Wenn ich jemanden kennenlerne, dann beginne ich nicht mit 20 SMS pro Tag oder ständiger Chatterei, sondern einer qualitativen Nachricht, die Lust auf mehr macht. Dazwischen kann also durchaus Raum für Denken und Arbeiten bleiben. Ich antworte generell dann einen Tag drauf. Schlichtweg weil es den anderen von allen anderen Tätigkeiten abhält, wenn man ihn täglich oder täglich mehrfach geistig stört, nur indem man dem anderen Fragen stellt oder reden will. Mich stört schon ein ständiges "wie gehts?" oder "was machst du?". Ich fühle mich dann genötigt, den anderen sofort zufriedenstellen zu müssen und wäre geistig abgelenkt. Also Statements ohne jeden Inhalt und nur, um Aufmerksamkeit haben zu wollen. Auf so etwas antworte ich gar nicht. Schon gar nicht nach 3 Wochen Kennenlernen!

Ich finde, das muss man dem anderen aber nicht auf die Nase binden, sondern für sich ausmachen, wie viel man zulässt und ertragen kann.

Dein Freund gehört ein bisschen "umerzogen", damit er dazu lernt.
 
E

EarlyWinter

  • #22
We derart klammert ist bei mir sofort raus. Wer mich zum Inhalt seines Lebens macht, bei dem muss ich ernsthafte Defizite in der persönlichen Entwicklung befürchten und dass er durchdreht wenn man sich dann wirklich trennt.
Auch wenn einer mich nach dem ersten persönlichen Treffen als die absolute Traumfrau und unbedingtes Habenmuss bezeichnet, ist mir suspekt. Denn das bin ich nicht. Niemand ist das ohne dass man sich wirklich kennt. Das sind Menschen, die keinen Bezug zu sich selbst haben und andere für ihr Lebensglück brauchen. Da geht es dann gar nicht um einen selbst, die wollen und brauchen egal wen, solange man selbst nicht das absolute NoGo ist wird man geklammert, Hauptsache nicht mehr alleine.
Ich kann mich nicht nur alleine beschäftigen, ich brauche unbedingt meine Zeit für mich und möchte weder erdrückt werden noch erdrücken. Natürlich sind Nähe und Zweisamkeit in einer Partnerschaft unerlässlich. Aber, wie bei allen anderen Dingen auch, eine Überdosis davon und das Gefühl, kein eigenes Leben mehr haben zu dürfen, führt dazu, dass ich mich gefangen fühle und dann schlägt bei mir das Nähebedürfnis und der Wunsch, mit ihm Zeit zu verbringen in das Gegenteil um und ich ergreife die Flucht. Ich Möchte in einer Partnerschaft leben und nicht in einem Gefängnis und mich dauernd emotional erpressen lassen. Und ein unselbständiges Kind, das keine eigenen Freunde und Interessen hat, kann ich auch nicht gebrauchen. Eine gesunde Balance zwischen Nähe und Freiräumen ist unbedingt wichtig.
 
  • #23
Es gibt kein "wie oft sollte man sich sehen". Es gibt nur ein "wie oft will ich ihn sehen und wie oft will er mich sehen". Daraus muss das jeweilige Paar für sich einen gangbaren Weg finden.

Wir sehen uns jeden Tag, er übernachtet auch jedes Mal bei mir.
Du empfindest ihn als erdrückende Klette - kein Wunder, er bedrängt Dich mit seiner Anwesenheit täglich in Deiner Wohnung.
Veränder' die Situation, dass Ihr Euch im Wechsel bei ihm und bei Dir trefft. Dann kannst Du Deinen Abgang selber steuern, wenn es Dir zuviel wird.
Triff' Verabredungen mit anderen - schaff Situationen in denen Du Dich mit ihm nicht treffen kannst und willst. Kommunizier' ihm, dass das nichts mit mangelndem Interesse an seiner Person zu tun hat, sondern dass Deine Freizeit nicht aus einer 100%-Beziehung besteht.

Wenn er damit nicht umgehen kann, es für ihn fehlende Zuneigung ist, dann stimmt Euer Nähe-Distanz-Bedürfnis nicht und dann hat eine Beziehung zwischen Euch keinen Sinn, ist ein Dauerstressfaktor. Solche Dinge resultieren aus der frühen Kindheit udn die ändert man nicht in ein paar Wochen wegen einer neuen Beziehung - nicht weil man es nicht will, sondren weil man es nicht kann.

Es ist für viele Männer neu, dass Frauen reichlich andere Interessen haben, sich nicht nur alles um den Mann dreht, dass selbst ein Buch oder ein Putzlappen für eine Frau interessanter sein kann, als mit dem Mann zusammenzusein.
 
G

Gast

  • #24
Viele bekommen hier offenbar etwas in den falschen Hals, so als ob die FS nicht einmal eine Minute allein wäre, das steht gar nicht in dem Beitrag.

Die FS wohnt gar nicht mit ihrem Freund zusammen, er kommt "nur" täglich zu Besuch. Der Tag hat 24 Stunden und beide werden ja auch irgend einer Arbeit bzw. Ausbildung nachgehen.

Was sind das dann für eigenartige Schlußfolgerungen, dass die FS nicht einmal Zeit für die Hausarbeit hätte (was hat sie in einer kleinen Wohnung schon groß für Hausarbeit in dem Alter? lol)

Wenn sie nicht möchte, dass er täglich kommt, dann kann sie doch einfach sagen, dass sie an dem und dem Tag etwas vorhat o.ä.

Dieses Gelaber "Ich brauche Zeit für mich" versteht der andere als Zurückweisung und mangende Zuneigung, was es ja auch ist.

Dass man nicht 24 Stunden aufeinanderhocken kann, das ist ja wohl klar, aber die Zeit hat doch eh kein Mensch, oder ist die FS und ihr Freund bereits in Rente oder Hartz4 und beide haben Dauerurlaub? Allein zeitlich können sie sich doch sicher nur kurz am Tag sehen. Eheleute mit Kindern sprechen statistisch gesehen ungefähr nur noch einige Minuten am Tag miteinander, ich kann dieses Abgrenzungsgerede daher echt nur schwer nachvollziehen.

Mein Mann hat anfangs auch praktisch geklammert und nach vielen Jahren Ehe mußte ich quasi einen Suchtrupp losschicken, wenn ich etwas von ihm wollte, das läßt doch automatisch mit der Zeit und dem Alter nach. Das ist die Verliebtheitsphase, da sollte man nicht gleich mit diesem Quatsch kommen, dass der Freund die Absicht habe, die FS immer zu klammern und zu erdrücken.

Einige sind aber wirklich schräg drauf und eigenbrötlerisch, die sollten einem Menschen mit Nähebedürfnis aber mit ständigen Zurückweisungen und Kränkungen verschonen, denn das wird von denen so empfunden. Da paßt das Nähe/Distanz Verhältnis nicht und man sollte sich trennen, bevor der eine sich erstickt fühlt und der andere sich ständig zurückgestoßen und ungeliebt.
Das ist etwas Emotionales, man kann niemandem anerziehen, sich nicht zurückgestoßen zu fühlen.

Interessanterweise können einige ja nach zig Jahren Ehe mit getrennten Schlafzimmern, wo sie auch immer Zeit für sich brauchten usw. plötzlich mit dem oder der neuen Partner/in ständig zusammenhängen und in einem Raum schlafen, woher das wohl kommt? Weil das Verhalten absolut nichts mit mangelnder Zuneigung zu tun hat? Ja, nee, ist klar!
 
  • #25
Natürlich hat es etwas mit mangelnder Liebe zu tun, wenn man lieber ohne den Partner ist als mit, denn wer liebt der hat Sehnsucht!
So ist es falsch!
Zur Liebe gehört auch Vertrauen und Gönnenkönnen!

Ich liebe meinen Sohn. Und doch ist es so, dass ich es genieße, wenn er mal bei einem Freund übernachtet und ich Zeit für mich habe. Auch die Zeit, wenn er mal eine Woche im Urlaub ist, kann ich genießen.
Oder darf ich dies nicht, weil ich sonst nicht liebe?
 
  • #26
...da gibt es doch keine allgemeingültige Antwort!
Ich gehöre auch zu den Menschen, die relativ viel Freiraum brauchen, ich könnte definitiv nicht jeden Abend mit meinem Partner zusammenglucken oder jede Nacht im selben Bett verbringen - grauenvolle Vorstellung!
Ich kenne aber Paare, für die es nichts schöneres gibt, als jeden (!) Abend engumschlungen einzuschlafen ...
Das muss eben zusammenpassen - und eine Klette und ein Einzelgänger werden zusammen vermutlich nicht glücklich.
 
Top