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Gast

  • #1

Wie löse ich mich ich aus der emotionalen Abhängigkeit vom Ex?

Hallo,

ich habe eine Frage,
mein Partner hat sich vor 6 Wochen getrennt. Ich habe das Gefühl völlig abhängig von diesem Menschen zu sein. Seit dem er weg ist durchlebe ich körperliche Symtome wie nach einem Drogenentzug. Habe mich um einen Therapieplatz bemüht, die Krankenkasse muss nur noch zustimmen. Bin trarig, kann nicht schlafen u.s.w.meinem Ex geht es seht gut, hat er per sms mitgeteilt. Haben 7 Jahre zusammen gewohnt. Kann mir jemand Tipps zur "entwöhnung"geben außer ablenken, Sport treiben u.s.w....
Der Kopf sagt die Trennung war richtig, da es nicht die beste Beziehung war, aber wie oben beschrieben bin ich geistig bzw total süchtig nach ihm. Nervt.
Danke für eure Hilfe, Anteilnahme und Tipps.
 
G

Gast

  • #2
Aus eigener Erfahrung verstehe ich alles was Du beschreibst, mir ging es letztes Jahr genauso, habe zum ersten Mal gedacht, diese Trennung wird mich komplett zerstören, habe noch Monate lang gedacht, er kommt vielleicht doch wieder zurück....Jetzt nach einem harten Jahr ( inclusive psychoth. Hilfe) lässt der harte Schmerz langsam nach und es wächst der Wunsch nach Neuorientierung. Ich glaube durch all diese Phasen muss man durch.
Alles Gute für die nächsten Monate und vor allem habe keine Scheu, Dir helfen zu lassen, von Deinen Freunden und auch evt durch einen guten Psychotherapeuten!
 
G

Gast

  • #3
Hör auf, Dich selbst zu bemitleiden.
Du bist doch ein erwachsener Mensch, der natürlich NICHT abhängig ist.
Nun wartest Du, dass ein Therapeut Deine Arbeit macht.
Ist doch ganz normal, dass eine Trennung sehr schmerzhaft ist.
Akzeptiere Deine Gefühle und verarbeite sie.
Lass sie zu, schreie sie raus und dann beginnst Du, Dein Leben neu zu organisieren.
Am Anfang funktionierst Du vielleicht nur. Aber das ist ja schon mal was.
w/45
 
  • #4
Von mir bekommst du Anteilnahme. Ich kenne die Symptome, die du beschreibst, genau. Es ist gut, wenn du dir helfen lässt; so kannst du vielleicht auch klären, was die Beziehung wieso mit dir gemacht hat. Mir haben in der akuten Schmerzphase Globuli geholfen (Passiflora comp. von WALA), zur Ruhe zu kommen. Lass andere darüber lächeln, wichtig ist, was dir guttut, damit du aus dieser Situation wieder rauskommst. Es gibt Trennungen, die aus den verschiedensten Gründen andere Gefühle als "einfachen Liebeskummer" hervorrufen. Wer das noch nicht erlebt hat, weiß nicht, wovon du sprichst. Wichtig ist herauszufinden, warum dich gerade diese Trennung so anfrisst, damit du bald wieder mit mehr Hoffnung in die Zukunft schauen kannst.

Viel Glück!!!

w/49
 
G

Gast

  • #5
Auch meine Anteilnahme hast Du.. von ganzem Herzen und eine Therapie kann sehr wohl helfen und es ist gut und richtig, dass Du Dich darum bemühst.
Wer einen langjährigen Partner einfach so "ablegen" kann, hat nie aufrichtig geliebt. Ich gebe Hauself recht, wer das noch nicht erlebt hat, kann Deine Gefühle und Deinen Kummer nicht nachempfinden.
Erwarte nicht, dass Du das so schnell verarbeiten wirst, es wird dauern. Setze Dich nicht unter Druck - verlassen zu werden, ist eine der schlimmsten Erfahrungen im Leben, denn es ist eine unserer Urängste. Es ist richtig und gut zu trauern, zu weinen, wütend zu sein, sich guten Freunden anzuvertrauen. Und wer Dein Freund ist, wird sich Deine Geschichte tausendmal anhören, ohne Dir Selbstmitleid oder ähnliches vorzuwerfen. Du bist auf einem guten Weg, stellst Dir Fragen und Deine Ratio empfiehlt Dir das Richtige.. gib Deinem Herzen die Zeit, dem Verstand zu folgen. Ich hoffe Du hast wirklich gute Freunde, Familie ect. die Dich auffangen.
Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft. Fühl Dich umarmt.
 
G

Gast

  • #6
Abhängigkeit ist ein furchtbares Gefühl. Aber ich kann dich trösten, sie vergeht irgendwann wieder, wenn man sich an bestimmte Dinge hält, wie nicht rückfällig nach dem Ex werden, sich Ablenkung suchen.

Wenn ein anderer Ex, für den man noch etwas empfindet, in der Trennungsphase zu einem den Kontakt sucht. Das hat mir geholfen.

Damit kannst du eventuell nicht viel anfangen, nach so vielen Jahren Beziehung. Oder gibt es da jemanden, der dir Trost spenden kann? Du scheinst auch aktiv nach Anteilnahme zu suchen. Meiner Meinung nach ist das dein Weg aus dem Kummer.

Alles Gute!
 
G

Gast

  • #7
Hör auf, Dich selbst zu bemitleiden.
Du bist doch ein erwachsener Mensch, der natürlich NICHT abhängig ist.
Nun wartest Du, dass ein Therapeut Deine Arbeit macht.
Ist doch ganz normal, dass eine Trennung sehr schmerzhaft ist.
Akzeptiere Deine Gefühle und verarbeite sie.
Lass sie zu, schreie sie raus und dann beginnst Du, Dein Leben neu zu organisieren.
Am Anfang funktionierst Du vielleicht nur. Aber das ist ja schon mal was.
w/45
Mir ist das ein bisschen zu brutal. So etwas kommt von Menschen, die Trennungen lang verarbeitet haben und das schlimme Gefühl nicht mehr präsent haben.
Man darf sich eine Zeitlang selbst bemittleiden! Man darf einen Therapeuten hinzuziehen!

Liebe Fragestellerin,
versuche einmal die Sachlage pragmatisch zu sehen:

Diese Trennung verursacht ein Loch in deinem Leben. Sieben Jahre sind eine lange Zeit! Gewöhung passiert. Diese Leere will betrachtet und langsam und mit wertvollen Dingen neu gefüllt werden, was auch viel Freude machen kann! Später und langsam.
Jetzt empfindest du Trauer, Schmerz, Wut, Scham, verletzen Stolz, etc.... was erstmal verarbeitet werden will. Mit viel Liebe zu dir selbst - nur das zählt jetzt! Dir Hilfe zu holen ist ein guter erster Schritt Verantwortung für dich selbst zu übernehmen und zu einem neuen schöneren Leben.

Der Therapeut wird dir die normalen und gängien Trauerphasen nach Trennung und Verlust eines Partners durch Tod erläutern, oder du suchst im Internet danach.
Was du erlebst ist völlig normal - und du bist nicht allein damit!

Viel Glück und Erfolg!
 
G

Gast

  • #8
Es dauert, es ist sehr schmerzhaft, und es ist tatsächlich auch hirnphysiologisch so wie der kalte Entzug von einer Droge. Dein Gefühl der Abhängigkeit, der Sucht, entspricht genau dem, was wirklich in dir vorgeht.

Professionelle Hilfe holen, das ist ganz richtig. Ein Therapeut wird und kann keine Probleme für dich lösen, aber er kann dir Wege aufzeigen, dich unterstützen, dir beistehen, dir helfen im Prozess der Klärung und Verarbeitung.

Ein Buch möchte ich dir sehr empfehlen:
"Wenn der Partner geht" von Doris Wolf.
Es ist das Hilfreichste, was mir auf diesem Gebiet bekannt ist.
Ich bin so gut wie sicher, dass es dir nützt.

Du glaubst es jetzt nicht, und es tröstet dich nicht:
Aber du wirst diese Zeit überleben und mehr noch: du wirst gestärkt daraus hervorgehen.

Ich wünsche dir alles Liebe und fühle mit dir, denn ich habe all das hinter mir und bin heute wieder mit einem Partner glücklich.
 
G

Gast

  • #9
Bei richtigem Liebeskummer kann Dir keiner helfen außer die Zeit!
 
G

Gast

  • #10
Danke Gast 7

das Buch von Doris Wolf hatte ich mir schon gekauft, ich finde es auch super.
"
Danke auch für eure Anteilnahme. Es geht anscheinend sehr vielen Menschen so wie mir und ich denke bzw hoffe das die Zeit die Wunden heilt. Auch wenn man sich das so am Anfang nicht vorstellen kann.
Schön das man hier die Gelegenheit zum Austausch hat.
Mit Selbstmitleid hat das aber nichts zutun, wie hier auch geschrieben wurde, sicher kann einem keiner aus der Geschichte helfen, aber hier zu lesen und zu schreiben hilft auch ein wenig aus der Einsamkeit. Danke euch
Die Fragestellerin
 
G

Gast

  • #11
Hallo FS,

ich kann dich sehr gut verstehen. Und der Vergleich mit dem Entzug ist absolut richtig.
Das kenne ich selber, weil der Körper stellt sich hormonell um. Soviel ich weiß hat das auch mit den Botenstoffen zu tun.
Es ist so, als ob ein Teil von dir weggerissen wird. Das wird von anderer Seite mit dem Astralkörper in Verbindung gebracht. Ein Paar bildet auch einen gemeinsamen Körper und gemeinsame Schichten, je länger man zusammen ist, vor allen Dingen wenn ihr das Bett soviele Jahre geteilt habt.

Nach meiner letzten Trennung hatte ich diese körperliche Symptomatik auch, das heißt nächtliches Zittern, Aufwachen , Angst weil man sich körperlich getrennt hat. Der Körper kann quasi nicht unter Kontrolle gebracht werden, auch Schwitzen gehört dazu.
Geistig (Rationalisieren der Situation) und mental kann man sich selber manipulieren, aber der Körper zeigt die Symptomatik, da er nicht auf die mentale Beeinflussung hört und sein Eigenleben hat.
Bei mir hat der Entzug ca. 8 Wochen gedauert, dann gings! Und dann war es komplett vorbei.
Wobei der Prozess der mentalen und geistigen Abgrenzung noch lange anhielt, sogar mit Rückfällen.

Die körperliche Symptomatik hört bald auf, lass dir Zeit. Die emotionale und mentale kannst du sicher mit deinem Therapeuten auch aufarbeiten!
Viel Glück
w 39
 
G

Gast

  • #12
Es dauert leider! 6 Wochen ist keine Zeit. Es wird noch Monate dauern, aber es wird von Tag zu Tag besser, das verspreche ich dir! Je eher du dich mit was neuem beschäftigst und dich wieder deinem eigenen Leben widmest, Interessen und Ziele verfolgst, desto schneller geht es dir besser!

Mir hat geholfen:

-mich beruflich wieder mehr zu engagieren, auf Erfolg konzentrieren, das hat man meistens in letzter Zeit vernachlässigt.
-neue Hobbys anfangen oder mal Dinge tun, die man schon lange tun wollte (nun hat man dafür Zeit)
-sein Leben mal komplett neu sortieren (einen großen Müllbeutel nehmen und sich von ein paar alten Dingen trennen, die einen belasten, die Wohnung vielleicht umdekorieren, einen neuen Haarschnitt wagen, einen neuen Kleiderstil zulegen)
-Bücher lesen, Bücher, Bücher, viele Bücher lesen. Zum Thema Selbsthilfe und auch durchaus mal einen Liebesromane ist Balsam für die Seele, um zu erfahren, dass es bessers gibt, als dein Ex.
-körperlich nicht vernachlässigen (so oft es geht, dir was Gutes tun, minium 1x am Tag an dich denken)
-Sport ist ein guter Faktor, um Aggressionen, Wut, Frust, Kummer, unnötige Gedanken loszuwerden. (kauf dir einen Boxsack, erlerne eine Kampfsportart oder geh in die Natur spazieren).
-minimum 1x wöchentlich Kontakt zu Freunden halten, aus gehen, etwas gemeinsames unternehmen, Kino, Essen gehen, ect. Das lenkt unglaublich ab.

Fazit: such dir wirklich eine Beschäftigung, womit du dich viele Stunden am Tag/Abend beschäftigen kannst und worin du drin aufgehst.

Mir hat das alles wunderbar geholfen.Und ich fühle mich besser als vorher! Natürlich dauert es trotzdem und man wird immer wieder von seiner Gefühlswelt überrollt, aber man kann es schaffen.

Wenn du dich momentan absolut handlungsunfähig fühlst, befindest du dich vielleicht schon in einer Depressionsphase, kann auch zu Burn-out führen. Hier möglichst eine Therapie aufsuchen, um überhaupt wieder erste Schritte machen zu können.
 
G

Gast

  • #13
Ein gutes Buch zum Thema: wenn der Partner geht, Doris Wolf. A. 47