• #31
Guten Abend,

diese Thematik interessiert mich auch ziemlich.

Bei Männern scheint die Sache meist recht einfach zu laufen: Ein nettes Äußeres, gute Gespräche, das Signalisieren von Interesse durch die Frau... *Bingo* - verliebt, oft schon nach ganz kurzer Zeit, vielleicht sogar beim ersten Treffen.

Manche Frauen sagen dagegen, sie würden sich "nie" so schnell verlieben, müssten erst mal abwarten.

Das Perfide ist, dass sich dieses "nicht so schnell" oder dieses "erst mal abwarten" extrem ziehen kann... und während dieser Zeit trifft man sich dann mit wechselndem Abstand, der Mann natürlich recht unglücklich, weil es "nicht weiter geht", was man darunter auch immer verstehen mag.

Es wäre nun eigentlich an der Frau, "irgendwann" (wann - nach einem halben Jahr? besser für ihr Gegenüber wäre natürlich früher) ehrlich zu sagen, dass "es" eben nicht weiter gehen wird, dass sich die Gefühle offenbar, ihrer Erfahrung nach, wohl nicht mehr einstellen werden, dass der Mann sein Glück besser woanders suchen sollte.
Der Horror für jeden Mann ist aber, dass diese klare Ansage eben einfach nicht kommt, dass sich seine Unsicherheit immer länger hinzieht... da kommt dann auch die Idee von der "friendzone" auf, dass die Frau eben diese nette Bekanntschaft nicht einfach aufgeben will... (so scheint es zumindest in dieser Situation).

Warum ist das so? Fehlt den Frauen da einfach komplett das Einfühlungsvermögen, vielleicht sogar das Mitleid mit dem Mann? (will ich ja eigentlich nicht glauben). Oder fühlt sich für Frauen so eine Bekanntschaft so super an, dass sie nicht aufgegeben wird?

manchmal
 
W

wahlmünchner

  • #32
Wie sind eure Erfahrungen dazu? Kann sich die Liebe langsam entwickeln?
ja natürlich. Allerdings eher schwierig, wenn einer darauf wartet, das er sich selbst verliebt.
Schmetterlinge und sowas ( was für viele so wichtig ist und ein Indiz für Verliebtsein) gibt es vor allem bei Unsicherheit, Aufgeregtheit... Frauen verlieben sich gerne in Affären..vielleicht eben wegen dieser Unsicherheit.
Vielleicht war es nicht geschickt, es Beziehung zu taufen bevor ihr beide verliebt seit. Es ist eine " Probefahrt" und das ist nicht jedermanns Sache.
Ich verstehe deine Zweifel. Es ist eine ungute Situation, wenn man sich verletzbar macht und der andere sich nicht ebenfalls fallen gelassen hat.
Ich weiss gar nicht was ich dir raten soll.. vielleicht :bleib authentisch.
Wenn dich etwas verletzt ziehe dich zurück, spreche es aber auch an.
 
  • #33
Warum ist das so? Fehlt den Frauen da einfach komplett das Einfühlungsvermögen, vielleicht sogar das Mitleid mit dem Mann?
Kommt drauf an, würde ich sagen.
Es liegt meines Erachtens sehr viel an der Erziehung. Vielleicht gilt es nicht mehr so für die Kinder der jüngeren Generationen, aber in den Generationen ab 35 würde ich sagen, wurde noch so erzogen, dass ein Mädchen lieb und nett sein soll und wenn es einen klaren Willen formuliert, ist es unweiblich und zickig und kein Mann will sowas später mal heiraten.
Es klingt nach Klischee, vielleicht spielen auch Hormone und Mütterlichkeitsregungen eine Rolle und es ist nicht nur die Erziehung, aber ich bin Mitte 40 und ich kenne es sehr stark, dass man als Frau total unpassend empfunden wird, wenn man sachliche, nette, klare Ansagen macht.
Ich hab schon Männer getroffen, die fanden, dass einer Frau das nicht zusteht, so klar zu sagen, was sie will. Ich hatte mal einen Stalker, der "nein" gar nicht verstand. Dem wollte ich keine weiteren klaren "neins" sagen, weil ich erstens gemerkt habe, dass es ihn nicht interessiert, weil er als Mann entschieden hatte, dass wir passen, und zweitens hatte ich Angst, dass er vielleicht gewalttätig wird.

Ich denke, die Frauen wollen geliebt und gemocht werden, dh. sie müssen sich nach allgemeinem Konsens "weiblich" verhalten, dh. anpassungsfähig sein, ihren Willen nicht klar äußern und daher Ausweichverhalten als Alternative zeigen. (und hoffen, der Mann merkt es von selbst, dass es nicht passt)
Ich weiß nicht, ob viele Frauen so ticken, dass sie den Mann, der "es" nicht ist, "erhalten" wollen, weil er so nützlich oder nett ist.
 
  • #34
Warum ist das so? Fehlt den Frauen da einfach komplett das Einfühlungsvermögen, vielleicht sogar das Mitleid mit dem Mann? (will ich ja eigentlich nicht glauben). Oder fühlt sich für Frauen so eine Bekanntschaft so super an, dass sie nicht aufgegeben wird?
Erstmal: es gibt die Frauen nicht. Frauen sind genauso unterschiedlich wie Männer.
Ich hoffe nicht, dass ich in einer Beziehungsanbahnung jemals Mitleid mit einem Mann empfinde und dass dieses Mitleid dann für mich handlungsleitend wird. Bei Mitleid fehlt die Augenhöhe in einer Beziehung (Gleichwertigkeit der Partner). Aus dieser Konstellation könnte mit mir nie eine Partnerschaft entstehen.

Ich mach mal frauentypisch - Interpretation: Du meinst nicht Mitleid, sondern Mitgefühl/Empathie. Auch da gilt - jede Frau ist anders. Die einen haben immer Mitgefühl, die andern nie, bzw. nur mit sich selber - dazwischen gibt es alle Abstufungen, die durch die jeweiligen Interaktionen beider Protagonisten bestimmt werden.

Konkret: ich habe gerade eine seit mehr als 8 Monaten laufende Beziehungsanbahnung beendet, allerdings aus einem Alltagskontakt (Ehrenamt) entstanden, keine aktive Suche.
Es lag nicht an dem Mann - der war Klasse, entsprach in jeder Weise meinen Wünschen. Ich habe ihn nicht eine Minute veralbert - mache ich gundsätzlich nicht, denn ich date nur, wen ich als Mensch zutiefst achte und der hat dann meine ganze Empathie.

Es liegt an mir: irgendwie fehlt mir aktuell etwas, mich in eine Beziehung zu begeben und ich kann noch nichtmal sagen, was es ist. Mein Leben ist randvoll ausgefüllt, so wie es ist.
Ich habe die Zeit gebraucht, das zu verstehen und brauche keine Bekanntschaft mit einem tollen Mann, um mein Ego zu pimpen.

Am Wochenende habe ich ihm gesagt, dass ich ihm keine Hoffnungen machen kann und will. Er bedauert das, ist aber auch schon länger Single und nicht wie wild hinter einer Beziehung mit irgendeiner Frau hinterher, sondern suchte eine, die in ihrem Leben gefestigt ist, keinen Statusmann braucht.

Wir werden freundschaftlichen Kontakt weiterpflegen. Er meint, vielleicht habe ich Platz in meinem Leben für ihn, wenn ich nicht mehr arbeite. Kann sein.
 
  • #35
Ich denke nicht, dass es frauentypisch ist, diesen "mal gucken, ob sich Gefühle entwickeln"-Zustand lange aufrecht zu erhalten.

Das gibt es bei Männern auch. Und die Motivation für dieses Verhalten ist m.E. schlicht und ergreifend, dass der- oder diejenige unbedingt eine Beziehung will oder meint, wollen zu müssen. Deshalb wird versucht, etwas zu erzwingen. Es ist zwar noch keine Verliebtheit da, aber sie kööööönte ja noch kommen und diese klitzekleine Chance will man sich nicht entgehen lassen.

Wobei - mir fällt gerade auf, dass in dieser Hinsicht die Geschlechter irgendwie doch mit zweierlei Maß gemessen werden. Frauen wird vermittelt, dass es schlecht ist, schnelle Entscheidungen zu treffen. Als Frau, die schon länger Single ist, bekommt man ständig zu hören, man solle doch "einem netten Mann erstmal eine Chance geben" und "schauen, was sich entwickelt". Sagt man einem Mann nach wenigen Dates ab, weil es nicht kribbelt, muss man sich anhören, man wäre oberflächlich und unreif.

Ein Mann hingegen darf sich bloß nicht zuviel Zeit lassen mit der Entscheidungsfindung - ist er nach ein paar Treffen noch unentschlossen, will der Sache aber noch eine Chance geben, gilt er als mieser Typ, der die Frau ausnutzt und warmhält.

Ich persönlich halte diesen Schwebezustand gar nicht lange aus. Es ist mir äußerst unangenehm, wenn ein Mann Gefühle für mich hat, die ich nicht erwidern kann. Sicher schmeichelt es dem Ego, aber das schlechte Gewissen und das Gefühl, unter Zugzwang zu sein, überwiegen bei weitem. Deswegen habe ich bisher in solchen Konstellationen immer schnell die Reißleine gezogen. Wie jemand dieses "Mal schauen, was sich entwickelt" über Monate durchziehen kann, ist mir ein Rätsel.

Wenn beide nicht verliebt sind, ist es was anderes. Dann braucht man ja kein schlechtes Gewissen zu haben. Aber auch das würde ich nicht lange durchhalten. Darauf warten, dass man sich ENDLICH verliebt - das macht doch keinen Spaß, das ist doch total gezwungen. Und wo Spaß und Leichtigkeit fehlen, kann man Funkenflug ohnehin vergessen. Außerdem will in solchen Situationen niemand der Erste sein, der Gefühle entwickelt - es gibt ja keine Garantie, dass der Andere noch nachzieht. Das ist eine klassische Pattsituation.

Ich denke mittlerweile - sobald das Nicht-Vorhandensein von Verliebtheit thematisiert wird, egal von wem und wann, ist der Wurm drin.
 
  • #36
Puh, 3 Monate sind doch noch gar nichts! So schnell entwickelt sich Liebe nicht, solange sie nach der kurzen Zeit in dich "verguckt" ist, lasst das laufen und seht, was sich entwickelt. Bei meinem Freund und mir hat sich die Liebe erst nach etwas über ein Jahr deutlich gemacht! Und auch dann sind wir erst eine Partnerschaft eingegangen.

Ich wünsch dir viel Glück mit der neuen Frau! Lasst es langsam angehen.
 
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  • #37
Update:

Es hat letztendlich nicht funktioniert.
Als Sie nach einem Trauerfall im Freundeskreis weder mit mir sprechen noch mich bei ihr haben wollte - mehrere Tage - habe ich erkennen müssen, dass sie mich nie in ihr Leben lassen wird. Ich habe sie aber erst mal in Ruhe gelassen und mich nicht gemeldet - aus Anstand.
Als sie sich dann wieder meldete hat sie es beendet - per Mail ...
Und das obwohl wir erst wenige Tage vorher sehr intensiv über alles geredet haben und vereinbart hatten, es weiter auf unbestimmte Zeit ganz locker und ohne Druck weiter miteinander zu versuchen.
Sollte halt leider nicht sein ...
Vorne ist da wo's weitergeht!

Biggo
 
E

EarlyWinter

  • #38
Lieber Biggo, auch wenn es nicht so gekommen ist wie du es dir gewünscht hast - jetzt hast du Gewissheit und kannst nach vorne schauen statt deine Lebenszeit auf jemanden zu verschwenden, der nicht wirklich an dir interessiert ist und auf etwas zu hoffen, was nicht eintreten wird.
Mann kann es drehen und wenden wie man will - hat jeman nicht ernsthaftes Interesse und genug Gefühl, sich vollständig und verbindlich aus Überzeugung mit jemandem einzulassen, der will einen nicht.
Ich habe für mich gelernt, wenn ich nicht aus vollem Herzen ja sagen kann dann ist es ein Nein. Und jeder, der weiß wie sich ein Ja anfühlt kennt den Unterschied. Denn rationale und objektive Kriterien sind das eine und das Gefühl ist ganz was anderes.
Alles andere ist Wunschdenken, oft auf beiden Seiten weil man zwar gerne wollen würde aber nicht wollen kann.
Dir alles, alles Gute.
 
  • #39
Wieder ein Update:

So ganz ist diese schöne Sache wohl doch nicht vorbei.
Nachdem ich ihr kurz geschrieben hatte, dass ich sie sehr vermisse meldete sie sich. Sie meint, dass es auch ihr die ganze Zeit nicht gut gehe weil sie mich ebenfalls vermisst.
Nun, es war gerade möglich und ich bin sofort zu ihr gefahren. Wir haben uns erst mal ewig in den Armen gelegen, uns gedrückt und geküsst. Sie hat gezittert, ich hab gezittert.
Leider war die Zeit begrenzt, aber wir haben kuschelnd besprochen, dass es vielleicht doch eine Zukunft gibt und wir uns noch mehr Zeit geben wollen, denn wir fühlen uns beide sehr wohl miteinander.
Was erst mal bleibt ist das Problem mit der Zeit füreinander, denn in der getrennten Zeit hat jeder wieder viele Pläne unabhängig gefasst und nun gilt es, gemeinsam einen Weg für viel mehr Zeit miteinander zu finden.
Klingt wohl alles sehr nach Harakiri, aber sie bedeutet mir wirklich viel!
So, und nun nennt mich ruhig unvernünftig.
 
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  • #40
Lieber Biggo,

Kann schon sein, das es unvernünftig ist.
Aber Du hast Gefühle, sehr intensive, sie in gewisser Art genauso.

Es kommt bei mir nicht an, dass sie Spielchen treibt, sondern eher, dass sie sehr unsicher ist. Sie versucht ehrlich zu sein, Dir über ihren Gefühlsstand Auskunft zu geben, und sie hat in einem sehr belastenden Moment IHRE (gewohnte) Art der Lösung gewählt.
Kann es sein, dass sie mit Beziehung, sich einlassen auf einen Partner Schwierigkeiten hat, die mit Dir gar nichts zu tun haben? Dass vielleicht Ängste mitschwingen? Dass sie Angst vor Nähe, Liebe hat - und sich deswegen ambivalent verhält?

Wenn ihr es noch nicht habt, werdet beim Reden noch konkreter, was Ihr fühlt, wie es Euch geht, was Ihr Euch wünscht - ohne Druck, nur als Perspektive. Deinerseits klar, die Zeit ist schön mit ihr, Du schätzt sie, aber - es gibt Belastungen. Sich Zeit geben fürs Kennenlernen, richtig. Aber On/Off ist unerträglich, genauso wie zuviele Fragezeichen.

Wichtig zu klären - Was bräuchte sie, um sich sicherer zu fühlen, sich besser einlassen zu können...
Vielleicht magst Du sie gezielter fragen, was für Beziehungserfahrungen sie bis dato hatte?
Die Kurztrennung als Chance für Euch, was Ihr daraus für Konsequenzen ziehen wollt.

Es wäre ein erster Schritt, Euch gegenseitig mehr Priorität einzuräumen, mehr gemeinsame Paarzeit. 70 km sind keine Distanz.
Was ich von mir kenne - Gedankenkreisen, Zweifel, usw. finden ihren Raum, wenn zuviel Zeit zwischen den Treffen ist. Die richtige Balance zwischen Freiraum und Paarzeit ist wichtig.
Und - sich zu trauen, zu sagen ich mag Dich öfters sehen, initiativ, vielleicht sogar ganz spontan, ist, wenn man sowieso Probleme mit Einlassen auf Beziehung hat, sehr schwer bis unmöglich. (Und man ist ja Frau)
Wenn der Partner das anspricht, anbietet, selbst macht, dann wird es selbstverständlicher.

Wenn Ihr eine Chance haben wollt - reden, reflektieren und gute Wege suchen .
Nehmt Euch Zeit nicht nur zum Reden, sondern zum Unternehmen. Miteinander schönes zu erleben, zu lachen, zu genießen - das verbindet, schafft Basis für Beziehung. Vielleicht etwas Initiative Deinerseits?

Dir viel Glück.
 
  • #41
Das einzige, was ich nicht gut finde an der Sache ist, dass Du Dich wieder gemeldet hast, nachdem Schluss war. Jetzt nicht, weil es so eine "Kontaktsperre" war, sondern, weil die Initiative nicht von ihr ausging und Du damit immer noch nicht die Sicherheit hast, was mit ihr los ist. Immerhin hat sie dich wieder zu sich gelassen. Vielleicht brauchen manche das wirklich so hin und her, bis sie wissen, was sie wollen.

Und es gibt ja diesen Spruch: Wenn du nie weg bist, wie soll ich da wissen, ob ich dich vermissen würde.
Oder so ähnlich. Anscheinend müssen manche den Spruch so richtig ausleben und das spüren, dass der andere NIE WIEDER da sein wird, bevor sie merken, dass sie ihn vermissen. Vielleicht war aber der Abstand zwischen euch nach dem Abbruch groß genug und vorher nur zu dicht. Damit kommen ja auch manche Leute nicht klar und machen lieber ganz dicht, als dem anderen in kleinen Schritten zu sagen, dass es zu eng ist.
Ich hoffe für Dich, dass sie sich nun sicher ist und nicht nur einsam war.
 
  • #42
Und es gibt ja diesen Spruch: Wenn du nie weg bist, wie soll ich da wissen, ob ich dich vermissen würde.
Oder so ähnlich.
Das stimmt zwar, manchmal führt aber aus Sicht des Mannes auch eine gewisse Hartnäckigkeit ans Ziel. Aus Sicht der Frau heißt das dann "er hat um mich gekämpft".

Es lag eine gute Woche Pause dazwischen wo er sie in Ruhe gelassen hat und hat dann nochmal Kontakt aufgenommen und jetzt geht die Geschichte irgendwie weiter.

Aus Sicht des biggo, würde ich mir Mühe geben, keine übersteigerten Erwartungen zu haben und auf ein ausgewogenes Verhältnis des gegenseitigen "Invests" zu achten. Also schauen, ob von ihr mehr Initiative kommt für Verabredungen.
Ich habe das einmal erlebt, dass eine Freundin nach einem Jahr Beziehung Schluss gemacht hat am Telefon und Wochen später meinte, wenn ich mich noch mehr um sie bemüht hätte, hätte es noch ´was werden können. Ob das stimmt oder nicht oder ob sie dann etwas später nicht wieder Schluss gemacht hätte weiß man nicht und man kann es nicht herausfinden.

Man lebt nur einmal und Liebesgeschichten verlaufen nicht perfekt und nicht nach Plan. Wenn man bei sich selbst bleibt und sich gleichzeitig Mühe gibt und etwas reflektiert hat man schon die halbe Miete. Die andere Hälfte ist dann der/die andere.
 
  • #43
Und ich dachte schon, ihr erklärt mich jetzt für total verrückt und masochistisch ;-)
Ja, ich habe mich von mir aus gemeldet, aber schließlich will ich ja auch um sie kämpfen und keine Psycho-Spielchen mit Kontaktsperre und anderem Spielen. Mag sein, dass auch solche Dinge zielführend sein mögen, aber ich bin nun mal ein ehrlicher und offener Mensch. Jeder tickt halt anders. Außerdem sagte sie mir, dass sie in der "Pause" auch öfters schon das Telefon in der Hand hatte und sich melden wollte, aber sie war noch zu aufgewühlt. Die Frage, ob sie sich denn auch ohne meine Initiative wirklich mal gemeldet hätte, beantwortete sie mit: "Ich hatte Angst davor ..." Was auch immer das heißt.
Ich war heute spontan bei ihr, was für jede Tour fast zwei Stunden Fahrt hieß, denn sie ist über die Feiertage in ihrer alten Heimat. Wir haben einige schöne Stunden miteinander verbracht und plötzlich schlug sie vor, zu ihren Eltern zu fahren. Nach ihrem Versprechen, dass sie es sich nicht auf einmal in den nächsten Tagen wieder anders überlegt sondern auch mal Zweifel mit Gedanken an schöne gemeinsame Zeit verdrängt habe ich zugestimmt. Denn für mich ist das ein Schritt, den man nicht einfach so macht. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, denn ihre Eltern waren sehr wohl informiert dass es mich gibt und dass alles nicht so einfach läuft.
Wir wollen jetzt bewusst mehr gemeinsame Zeit zusammen planen, auch wenn es nicht immer einfach wird, denn wir beide haben Verpflichtungen und Pläne. Aber wir haben auch viel darüber geredet, wie wir dabei auch gemeinsam am Leben des anderen teilhaben können.
Wir werden versuchen, es genau so anzugehen wie Lionne69 schon sagt. Und an Initiative meinerseits wird es gewiss nicht mangeln.
Und ich stimme dir zu, Lionne69: da ist noch irgendwas, was Angst vor zu viel Nähe und Bindung verursacht, und ich versuche herauszufinden was das ist und wie man damit umgehen muss.
Eine Aussage gefällt mir auch gut:
.... Man lebt nur einmal und Liebesgeschichten verlaufen nicht perfekt und nicht nach Plan. Wenn man bei sich selbst bleibt und sich gleichzeitig Mühe gibt und etwas reflektiert hat man schon die halbe Miete. Die andere Hälfte ist dann der/die andere.
Wünscht mir Glück, aber auch genug Einfühlungsvermögen und die rechtzeitige Erkenntnis, wann es besser ist aufzugeben ...
 
  • #44
Ich habe das einmal erlebt, dass eine Freundin nach einem Jahr Beziehung Schluss gemacht hat am Telefon und Wochen später meinte, wenn ich mich noch mehr um sie bemüht hätte, hätte es noch ´was werden können.
Hm. Was auch immer Dein Eindruck ist, was Du nicht getan hast bzw. was sie auch immer erwartet hat, was Du nicht "geleistet" hast.
Auf der einen Seite kann man ja mal was sagen, aber auf der anderen erwarte ich auch ein paar Dinge, an denen man erkennt, ob man dem anderen was bedeutet.

Es stimmt auch, dass Männer, die "dranbleiben", in bestimmten Fällen wirklich gut fahren damit. Kriterien kann ich gerade nicht benennen. Es muss auf jeden Fall immer noch drauf geachtet werden, dass man sich nicht zum Stalker entwickelt.

Die Frage, ob sie sich denn auch ohne meine Initiative wirklich mal gemeldet hätte, beantwortete sie mit: "Ich hatte Angst davor ..." Was auch immer das heißt.
Ja, das wäre interessant. Hatte sie Angst davor, dass Du ihr wegen ihres vorherigen Absage was Fieses sagst oder hatte sie Angst vor ihrer eigenen Courage, dass es ihr doch schnell wieder zuviel und zu dicht wird?
Naja, jedenfalls hört sich das jetzt eigentlich nicht schlecht an. Aber ich würde diesen Rat hier befolgen:
Aus Sicht des biggo, würde ich mir Mühe geben, keine übersteigerten Erwartungen zu haben und auf ein ausgewogenes Verhältnis des gegenseitigen "Invests" zu achten. Also schauen, ob von ihr mehr Initiative kommt für Verabredungen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #45
So ganz ist diese schöne Sache wohl doch nicht vorbei. Nachdem ich ihr kurz geschrieben hatte, dass ich sie sehr vermisse meldete sie sich.
Wärest du ein guter Kumpel, würde ich dir gehörig den Kopf waschen und dich fragen, ob du noch ganz knusper bist.

Sie hat euren Beziehungsversuch für beendet erklärt. Warum um alles in der Welt schreibst du ihr jetzt, dass du sie vermisst? Was soll sie mit dieser Information anfangen? Wolltest du Mitleid? Sie unter Druck setzen?

Nein? Nun, de facto hast du genau das getan.

Und Erfolg damit gehabt. Ja, bei Frauen, die einsam sind, Torschlusspanik und wenig Alternativen haben oder einfach nur schlecht Nein sagen können, zieht diese Strategie schon mal. Die Frage ist nur, ob dabei wirklich das rauskommt, was man sich wünscht - eine intensive, erfüllte Liebesbeziehung - oder nicht vielmehr doch nur eine dröge "Partnerschaft", in der Einer zudem ständig befürchten muss, verlassen zu werden für jemanden, der stärkere Gefühle auslöst.

Von Weisheiten wie "manchmal muss man jemanden erst verlieren, um zu verstehen, was man an ihm hatte", halte ich persönlich wenig. Sowas gibt es, klar (selbst erlebt), aber mit Liebe hat das für meine Begriffe wenig zu tun. Und: wie und warum sollte man auf dieser Grundlage eine Beziehung aufbauen? Sinn und Zweck einer Beziehung ist doch, die gemeinsamen Zeiten zu genießen.

Du schreibst, dass es in ihrem Freundeskreis einen Trauerfall gegeben hat. Vermutlich macht sie gerade harte Zeiten durch, sehnt sich nach Trost, Rückhalt, Unterstützung und nimmt das gern von dir an. Das ist ja grundsätzlich auch etwas Schönes. Sich Trost und Halt zu geben, gehört zu einer Beziehung dazu. Nur fürchte ich ehrlich gesagt, dass es bei ihr nicht wesentlich darüber hinausgeht. Dass sie dich nicht wirklich als Mann und Liebhaber will, sondern hauptsächlich deine Qualitäten als Seelentröster und geduldiger Zuhörer schätzt.

Ich denke, viele Frauen gehen eine Beziehung ein, wenn sie eigentlich eher sowas wie eine beste Freundin bräuchten.
 
  • #46
Hallo Andriana,

wie schon gesagt: jeder Mensch tickt wohl etwas anders ...
Das hat rein gar nicht mit Mitleid erzeugen oder unter Druck setzen zu tun. Kannst du dir vorstellen, dass es Leute gibt, die offen und ehrlich miteinander umgehen, und zwar beide Seiten?
Bist du der Meinung, dass es bei Kennenlernen und Aufbauen einer Beziehung nie Stolpersteine gibt sondern alles eitel Sonnenschein ist?
Warum um Himmels Willen sollte ich den Kopf in den Sand stecken oder immer sofort alles Schöne vergessen und mich in neue Dinge stürzen? Wegwerfgesellschaft? Dazu zähle ich mich nicht!
Sicher hast du mit deinen Bedenken auch ein bisschen Recht, aber es sind auch nur Bedenken und keine Gewissheiten.
Wir werden sehen, wo das hin führt. Ich kann Glück oder auch Pech haben. Aber hoffentlich habe ich keine Blindheit, so dass ich rechtzeitig erkenne wann es für uns beide besser ist voneinander zu lassen.
 
  • #47
Das hat rein gar nicht mit Mitleid erzeugen oder unter Druck setzen zu tun. Kannst du dir vorstellen, dass es Leute gibt, die offen und ehrlich miteinander umgehen, und zwar beide Seiten?
Die Frage ist, wie deine "offene und ehrliche Kommunikation" auf dein Gegenüber wirkt. Ich als Frau empfinde es durchaus als "Druckmachen", wenn ein Mann, dem ich bereits einen Korb gegeben habe, mir dann Dinge schreibt wie "ich vermisse dich". Ich fühle mich dann schlecht; habe Mitleid mit ihm, komme mir oberflächlich vor, dass ich ihn ablehne, wo er mir doch soviel Aufmerksamkeit schenkt.

Ja, und es ist schon vorgekommen, dass ich dann nachgegeben habe - mich z.B. ohne rechte Lust mit ihm getroffen und mich sogar küssen lassen habe - damit er endlich Ruhe gibt. Blöd von mir, klar. Ich hätte standhaft bleiben, Grenzen setzen müssen. Ich bin auf meine Nachgiebigkeit, mein nicht-nein-sagen-können absolut nicht stolz. Ich will nur sagen - sowas passiert.

Wenn du eine Frau bedrängst, eine Beziehung mit dir einzugehen - ich nenne es jetzt einfach mal so - dann kannst du nicht wissen, aus welchen Motiven sie wirklich mit dir zusammen ist.

Bist du der Meinung, dass es bei Kennenlernen und Aufbauen einer Beziehung nie Stolpersteine gibt sondern alles eitel Sonnenschein ist?
Stolpersteine beim Aufbau von Beziehungen gibt es zuhauf, wie wir hier tagtäglich lesen. Ich habe auch schon oft von Beziehungen gehört, wo ein Partner anfangs massiv "Überzeugungsarbeit" geleistet hat. Die Frage ist - was für Beziehungen sind das? Sind sie stabil, ausbalanciert, erfüllt?

Vielleicht bin ich zu kompromisslos bei Beziehungsanbahnungen. Aber wir können hier ja alle nur auf unsere eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Und meine besagen eben: was schon mit Zweifeln anfängt, bleibt meistens wackelig. In Filmen werden komplizierte Beziehungsanfänge gern als romantisch dargestellt - aber das echte Leben läuft nach dem Abspann weiter.

Nichtsdestotrotz wünsche ich dir, dass ich mit meinem Pessimismus Unrecht behalte.
 
  • #48
Stolpersteine beim Aufbau von Beziehungen gibt es zuhauf, wie wir hier tagtäglich lesen. Ich habe auch schon oft von Beziehungen gehört, wo ein Partner anfangs massiv "Überzeugungsarbeit" geleistet hat. Die Frage ist - was für Beziehungen sind das? Sind sie stabil, ausbalanciert, erfüllt?
Spannende Frage: Kann nach anfänglichem Ungleichgewicht in punkto Verliebtheit und Beziehungswunsch doch noch ein Gleichgewicht entstehen, so dass beide damit glücklich werden?

Ich kenne das nicht und bin da ehrlich gesagt skeptisch, denn für mich gibt es nur ein JA oder ein NEIN zu einer Beziehung, ein JEIN ganz sicher nicht. Und ich hätte mir weder vorstellen können, meinen Partner erst zu überzeugen, noch hätte ich überzeugt werden müssen. Aber das hängt sicher auch damit zusammen, wie man sich den Beginn einer Partnerschaft vorstellt und wünscht, wie stark die beidseitigen Gefühle sind, wie (frustrations-)tolerant man ist uvm.

Es mag sicher auch Konstellationen geben, die aufgrund äußerer Umstände nicht ganz einfach sind und die einen vielleicht auch mal in's Zweifeln bringen, gerade am Anfang. Aber auch da würde ich von einem Menschen, den ich ernst nehmen möchte, erwarten, dass er eine klare Position bezieht. So, wie ich das auch in einer festen Beziehung selbstverständlich erwarte, denn ich möchte mich auf einen Partner verlassen können und mich nicht ständig fragen müssen, ob er überhaupt oder noch mit mir zusammen sein möchte. Und wenn die Zweifel so weit gehen, dass man die Beziehung bereits zu Beginn beendet, wo idealerweise alles rosa-rot ist, dann wäre das für mich Zeichen genug, dass das nichts wird, weil die Verliebtheit einseitig ist.

Andererseits halte ich aber auch nichts davon, vorschnell das Handtuch zu werfen. Allerdings würde ich ab jetzt sehr genau darauf achten, ob, was und wie viel von ihrer Seite nun kommt. Ich sehe die Gefahr, dass Du emotional sonst ganz fürchterlich auf der Strecke bleibst, wenn Du jetzt weiterhin die treibende Kraft spielst und sich in den nächsten paar Wochen nicht doch noch ein Gleichgewicht einstellt. Und damit das passiert, ist jetzt ihre Initiative gefragt.

Daher würde ich Dir - nach Deinem letzten post, der positiv klingt - empfehlen, der Sache noch etwas mehr Zeit als drei Monate des Kennenlernens zu geben, wenn Dir diese Frau wirklich so viel bedeutet - sechs Monate würde ich allerdings nicht warten... ich drücke Dir sehr die Daumen!
 
  • #49
Ich weiß nicht, liebe Andriana, ob du das nicht ein bisschen falsch beurteilst. Hier hat es keinen Korb gegeben, keinen Druck oder gar Mitleid, eher schlechtes Gewissen, weil sie meint, ich müsse doch eigentlich total sauer auf sie sein wegen ihrer wechselnden Gefühle.
Es gab und gibt halt hier eine ganz schlechte Voraussetzung: Zu wenig Zeit miteinander, was verschiedene und leider nicht immer lösbare Gründe hat.
Was kann ich denn mehr tun, als ihr zu glauben dass sie diese Beziehung auch so gerne will? Ihr sagen: du machst dir was vor?

Andriana, kann es sein, dass du noch recht jung bist?
Nicht böse gemeint, klingt aber etwas danach und würde deine Einstellung absolut rechtfertigen!
 
  • #51
Ich weiß nicht, liebe Andriana, ob du das nicht ein bisschen falsch beurteilst. Hier hat es keinen Korb gegeben, keinen Druck oder gar Mitleid...
Was bitte ist das denn sonst, wenn nicht ein "Korb":
Als sie sich dann wieder meldete hat sie es beendet - per Mail ...Und das obwohl wir erst wenige Tage vorher ...vereinbart hatten, es weiter auf unbestimmte Zeit ... miteinander zu versuchen.
Und:
Hier hat es keinen Korb gegeben, keinen Druck oder gar Mitleid, eher schlechtes Gewissen, weil sie meint, ich müsse doch eigentlich total sauer auf sie sein wegen ihrer wechselnden Gefühle.
Dir ist aber schon bewusst, das "schlechtes Gewissen" eines der größten und mächtigsten psychologischen Druckmittel ist zwischen zwei Menschen? Deswegen setzen es nicht wenige übrigens sehr gern ein in bestimmten Beziehunssituationen. Denn wer sich ein schlechtes Gewissen machen lässt (oder selber macht), der tut oft sehr, sehr vieles auch gegen seinen eigentlichen Willen. Schlechtes Gewissen ist schwer auszuhalten, vor allem gegenüber Menschen, für die man viel empfindet.


Zu deinem Anliegen, generell: Ich habe fast 10 Jahre eine Beziehung mit viel auf und noch mehr ab geführt, wo sie nie wirklich Verliebtheit gefühlt hat. Das hat uns beide irritiert schon am Anfang, aber wir wollten deswegen nicht einfach alles wegwerfen, denn es fühlte sich sehr vieles wirklich gut an. Rückblickend frage ich mich immer stärker, ob das nicht schon den Keim des späteren Scheiterns in sich trug und wir beide einfach nur zu naiv waren und uns vielleicht auch viel zu sehr unbedingt eine Beziehung miteinander gewünscht haben. Auch das allerstärkste Wollen kann keine Liebe schaffen, allenfalls wohl eine intensive Freundschaft, auch durchaus eine liebevolle, achtsame, respektvolle Beziehung. Aber vermutlich eben keine Liebesbeziehung.
Bei einer künftigen Beziehung werde ich das jedenfalls sehr viel ernster nehmen, als starkes Warnzeichen.
m/43
 
  • #52
Ja, ich hab's jetzt eingesehen ... und beendet. Tat und tut noch weh, aber so konnte das nicht mehr weitergehen.
Vollgas voraus!