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Gast

  • #1

Wie lange Funkstille nach Streit?

Hallo liebe Gemeinschaft,
mein Freund und ich streiten alle paar Monate mal mehr oder weniger heftig (um die 50). Wir wohnen nicht zusammen. Ich bin diejenige, die meistens mal Dinge auf den Tisch bringt. Danach verzieht er sich in seine Wohnung und wir haben oft tagelang Funkstille und er stellt meistens die Beziehung in Frage.

Diese Tage sind für mich total quälend und vergeudet. Ich glaube nicht, dass tagelange Funkstille förderlich für die Beziehung sind. Meiner Meinung nach sollte man sich nach 1-2 Tagen wieder aussprechen können, Ich möchte aber auch nicht immer die 1. sein, die sich meldet und um Kontaktaufnahme bittet, weil das m.E. immer gleich nach Schuldeingeständnis aussieht und er meine Themen dann nicht ernst nimmt.

Was meint ihr? Sollte man sich nicht so schnell wie möglich weiter aussprechen und wieder versöhnen?

Derzeit ist wieder so eine Situation und ich weiss, dass er sich auch sehr unwohl fühlt, aber er ist meistens zu stolz den 1. Schritt zu machen..
Lieben Dank für Eure Ansichten
 
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Gast

  • #2
Ich würde in diesem Fall nochmal den ersten Schritt auf ihn zugehen. Aber du solltest grundsätzlich mal überlegen, wie du zukünftig die "Dinge auf den Tisch bringen" kannst, ohne dass es überhaupt zu einem heftigen Streit kommt. Überdenke doch mal rückblickend eure Streite. Da stellt sich bestimmt immer wieder das gleiche Muster heraus. Dieses gilt es zu durchbrechen. Verhalte dich doch mal
komplett anders. Dein Partner wird darauf dann auch zwangsläufig anders reagieren, er wird überrascht sein und der Verlauf der Auseinandersetzungen wird sich ändern.

z.B. keine Nörgeleien im Vorfeld, sondern Wünsche in Ich-Form anbringen. Nicht lange mit irgendwelchen Dingen warten, sondern zügig ansprechen, wenn man noch keine Wut im Bauch hat,
manche Dinge auch großzügig übersehen. Nicht alles gehört ausdiskutiert. Er wird an dir sicherlich auch einiges hinnehmen, was ihm nicht gefällt.
 
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Gast

  • #3
Wie lange Funkstille? - Am besten gar nicht.
Klar ist es schwer, miteinander zu reden, wenn die Situation verfahren/festgefahren und man sauer ist, aber mir ist es wichtiger, "in Frieden" schlafen zu gehen.
Schmerzgrenze: Der nächste Morgen.
 
G

Gast

  • #4
Wie lange Funkstille? - Am besten gar nicht.
Klar ist es schwer, miteinander zu reden, wenn die Situation verfahren/festgefahren und man sauer ist, aber mir ist es wichtiger, "in Frieden" schlafen zu gehen.
Schmerzgrenze: Der nächste Morgen.
Kann mich Gast 2 nur anschließen.
Ich selbst könnte Tagelang schmollen, es gefällt mir ganz und gar nicht zu schmollen, aber ich kann mich gut ablenken.
Mein Partner hingegen leidet hingegen viel mehr als ich, hätte ohne Versöhnung oder zumindest Gespräch unruhige Nächte und ihm geht ein Streit auch wenns Kleinigkeiten sind wirklich an die Nieren.

Ich reisse mich nun zusammen und sehe zu, dass sich das noch vor dem Einbruch der Nacht wieder geklärt hat. Wo ich mich wieder zu überwinden muss, aber ich liebe meinen Partner und gehe daher in diesem Punkt auf in zu. Ihn leiden zu sehen ist ätzend. Nach einem Streit in getrennten Betten schlafen ist für uns keine Option.


Auch Streitereien kommen bei uns selten vor, in den letzten 2 Jahren vielleicht 3 Mal. Das ist wohl abhängig von den Gemütern.

Wir sind mitte 20!
 
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Gast

  • #5
Derzeit ist wieder so eine Situation und ich weiss, dass er sich auch sehr unwohl fühlt, aber er ist meistens zu stolz den 1. Schritt zu machen..
Liebe FS, auch ich bin (leider) ein Mann mit diesen Eigenschaften. Bei Streit in meiner Beziehung bin ich derjenige, der länger braucht und die größeren Schwierigkeiten hat aus seinem "Käfig" wieder herauszukommen - das hat mit Stolz nichts zu tun. Wenn der Pulverdampf verflogen ist bin ich froh, wenn meine Partnerin mich wieder kontaktiert und ich sehe darin auch kein Schuldeingeständnis ihrerseits.

Nimm es als charakterliche Schwäche Deines Freundes an und sehe Dich als die Stärkere, die Brücken baut. Wenn danach das Zusammenleben wieder positiv ist würde ich keinen Machtkampf daraus machen.

Wir haben uns gegenseitig versprochen: Auch wenn wir noch so eine Wut auf uns haben und mit dem Rücken voneinander abgewandt einschlafen, wir haben dabei zumindest mit den Füßen noch Körperkontakt - das nimmt viel von der Schärfe.
 
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Gast

  • #6
Euch fehlt die richtige Kommunikation und das kann mann lernen.
Mir hat das Hörbuch "Ich höre was, das du nicht sagst" von Susann Pasztor und Klaus Gens sehr geholfen.
 
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Gast

  • #7
Ich finde es Kindergarten wenn man tagelang nicht mit einander redet.Das hat nichts mit Beziehung oder gar Partnerschft zutun.
Ich würde mir das garnicht gefallen lassen, wenn mein Partner tagelang nicht mit mir reden würde.
 
G

Gast

  • #8
Liebe Fs,

ich denke, dass es vorallem darauf ankommt WIE und in welcher Situation man Kritik übt. Zudem sollte man nicht alles zerreden. Denkst du, das deine Kritik immer berechtigt und du dabei auch diplomatische Töne anschlägst? Darüber würde ich auch mal nachdenken.

Natürlich gibt es auch die Sorte Mensch, die überhaupt nicht kritigfähig und sehr impulsiv reagiert-egal um was es dann geht. Wenn er zu dieser Sorte Mensch zählt, so solltest du dir darüber klar werden, ob eine solche Beziehung für dich tragbar ist.

Ich spreche hier leider aus Erfahrung und weiß daher, dass man irgendwann an den Punkt kommt wo alles vergebene Liebesmüh ist. Es kann sehr demütigend und verletzend sein, wenn der Partner einen konsequent ignoriert. So kommt man doch eher in die Misere, vor dem Anderen ungewollt zu Kreuze zu kriechen. Der Andere fasst das dann als Schuldeingeständnis auf-egal ob im Recht oder nicht. Das ist aber dann keine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe!
 
G

Gast

  • #9
Hallo!

Ihr seid zwei Dickschädel, die schmollend in der Ecke liegend die seelischen Wunden lecken.
Bildlich gesprochen.

Da du unter diesem Zustand zu leiden scheinst, bedarf es der Änderung.
Nun gut, ich denke, ich würde es folgendermaßen angehen:
An einem Tag ohne Schmollen, Streit oder ähnlichem, würde ich mir meinen Partner greifen zu einem ruhigen, klärenden Gespräch.Am besten hast du dir vorher schon ein paar Gedanken oder auch Notizen gemacht, damit du nicht vergisst, was du bereden wolltest.
Bring`aber zunächst das Gespräch auf die Tatsache, das dir euer bisheriger Streitverlauf mit anschließendem Schmollen so gar nicht gefällt und frage ihn, ob er das ebenso sieht.
Bejaht er dies, ist die erste Hürde zur Änderung bereits genommen, denn nun wird auch er aktiv an einer Änderung mitarbeiten.
Sagt er nein, wird es schwierig.
Ihr solltet euch überlegen, ab wann im Steitgespräch der Punkt gekommen ist, wo ihr anfangt, euch zu verletzen.Wo das Gespräch nicht mehr auf der Sachebene ausgeführt wird, sondern zur Herzenssache wird.Bevor ihr anfangt, euch wieder (mal) gegenseitig zu zerfleischen, müßt ihr einen Schlußpunkt setzen.Mit dem Satz z.B."auf dieser Ebene diskutiere ich nicht mehr mit dir!", oder :
"Laß`uns später darüber reden!"
Ja, gut.Im Grunde genommen heißt das, es wird das Schmollen auf vorher verlegt.Aber der entscheidende Vorteil besteht darin, das der Streit nicht eskalieren konnte.Man schmollt also nicht so lange und kann sich in Ruhe die Situation durchdenken.Und man hat nicht soviel seelisches Porzellan zerstört.
Stellt man den Streit auf die Sachebene, geht es im Streit nur um "das Ding", die Sache, nicht aber um die Person oder Persönlichkeit, denn das ist es, was am meisten verletzen kann.
Wenn ihr beide bereit seid, an der Form der Auseinandersetzung zu arbeiten, kann so ein Streit das bringen, was er eigentlich bringen soll: Beide lernen, miteinander umzugehen, respektvoll und liebevoll selbst im Streit.Und lernen und gegenseitig wachsen ist dann auch möglich.Die Einsicht, die Denkweise des anderen kennenzulernen, ist sehr fruchtbar und bringt euch im Besten Fall noch enger zusammen.

Sollte er dieser Art der Änderung nicht positiv gegenüberstehen, hast du nur die Chance, es auf diese Art allein zu versuchen.Oder dir, in einer stillen Schmollphase, zu denken, das ihr eben zwei Dickköpfe seid, die jeder für sich in einer Ecke hocken und die seelischen Wunden lecken...

In diesem Sinne viel Glück euch zwei von W / 49
 
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Gast

  • #10
Dann lass es die Erste zu sein! Dass immer du dich meldest, führt zu einem starken Ungleichgewicht und er nutzt das aus, um Macht über dich auszuüben.

Melde dich ab Zukunft einfach nicht mehr! Immer im Hinterkopf, dir eine Option für den neuen Männerfang offen zu lassen. Manche Männer kapieren es anders nicht und wachen meist erst auf, wenn die Frau weg ist!
 
  • #11
Liebe FS,

ich kenne das auch gut.
Mein langjähriger Partner hatte das auch am Anfang unserer Beziehung öfters gemacht. Er war die Ruhe selbst, hat mich einfach 2-3 Tage lang ignoriert und ich wurde regelrecht krank, konnte nichts essen, nicht schlafen und litt wie ein Hund. Nach der Versöhnung war ich so ausgelaugt, dass ich keine Kraft hatte mit ihm mein Leiden zu besprechen, doch irgendwie zerbrach immer mehr in mir. Dann ging es monatelang wieder gut, ich begann mich wieder fallen zu lassen und -peng- bei der nächsten, in meinen Augen, kleinen Auseinandersetzung ignorierte er mich wieder tagelang. Irgendwann platzte mir der Kragen. Nachdem er wieder einmal am 3. Tag nicht ans Telefon ging oder einfach auflegte, als er meine Stimme hörte (wir lebten zu dem Zeitpunkt noch nicht zusammen), verabredete ich mich für abends mit Freundinnen, zog mich super schick an und ging ohne Handy aus.Ich war die halbe Nacht unterwegs. Ich konnte es natürlich nicht geniessen, doch ich hatte wenigstens Ablenkung und zeigte ihm, dass ich nicht seiner Willkür ausgesetzt war. Zu Hause sah ich, dass er versucht hatte, mich anzurufen. Ich blieb hart, rief nicht zurück, auch nicht am folgenden Tag. Er versuchte es immer wieder, stand an meiner Tür... Es zerriss mir das Herz, doch ich blieb hart, hatte auch an diesem Abend eine Verabredung mit Freundinnen.Als ich fahren wollte, sah ich ihn vor meinem Haus im Auto sitzend, ich stieg in mein Auto und fuhr weg....
Am folgenden Tag hatten wir dann das Gespräch. Ich fühlte mich diesmal nicht so unterlegen, sondern wütend und stark. Diesmal konnte ich ihm sagen, wie schrecklich mich seine Ignoranz verletzen würde und dass ich nicht bereit bin, so ein erniedriegendes Verhalten zu akzeptieren. Er meinte, er mache das nicht mit Absicht, er wäre dann einfach so wütend auf mich und auch selbst so verletzt, dass er wie gelähmt wäre. Wir einigten uns, dass wir beim nächten Streit, uns ein paar Stunden in Ruhe lassen, doch vor dem Einschlafen Frieden schliessen würden. Und es klappte. Mir genügte, dass er mich einfach in den Arm nahm und ich forderte kein sofortiges Gespräch.
Er hatte verstanden, wie ernst es mir war und dass ich mich nicht als "Siegerin" fühlte, sondern einfach glücklich über die Versöhnung war.
 
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Gast

  • #12
Das ist ja alles gut und hilfreich, aber was tue ich um meine freundin dazu zu bringen wieder mit mir zu schreiben, das problem dabei ist auch noch das sie zu einem au-pair jahr in kanada ist,
ich weiss das wir unterschiedliche Gemüter sind, ich bin eher der emotionale und sie hingegen zwigt ihre Gefühle nicht so wirklich direkt, nun haben wir streit, zum 3.mal in 3monaten und ich manchmal weiss ich nicht weiter was ich tun soll, um sie dazu zu bringen um wieder mit mir zu schreiben.

Lg
 
G

Gast

  • #13
Derzeit ist wieder so eine Situation und ich weiss, dass er sich auch sehr unwohl fühlt, aber er ist meistens zu stolz den 1. Schritt zu machen..
Wenn er zu stolz ist den ersten Schritt einmal zumachen, dann liebt er dich nicht.
Liebt ein Mann, wenn er nach einem Konflikt nicht in der Lage ist, den Kontakt wieder aufzunehmen? Lieber tagelang schweigt und den Bruch der Beziehung billigend in Kauf nimmt statt seinen Stolz zu überwinden?

IN der Liebe gibt es keinen Stolz.
 
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Gast

  • #14
Um welche 50 streitet ihr - die 50 Räuber, 50 Blumentöpfe...?

Ja, DU bringst die Dinge auf den Tisch - aber wie? Das Wie ist doch das Entscheidende? Da gibt es doch unendliche Untersuchungen darüber...

Der Rest liest sich, als ob es aus meiner Ehe stammt - nur eben umgekehrt. Meine Frau ist dann tatsächlich der Meinung: "Die Probleme laufen nicht weg, das kann warten." Ernsthaft, so argumentiert sie. Sie gewinnt dadurch nur gerne Zeit, um ohne echte Konfliktbewältigung in den Alltag über zu gleiten.
Früher ließ ich das - typisch Mann - zu. Ich wollte aus Fliegen eben keine Elefanten machen. Heute regt mich aber deshalb der Fliegensch... an der Wand auf - es wird zur Prinzipienreiterei, zum Kräftemessen bei meisten Kleinigkeiten.
Mir wehen dann die emotionalen Sprüche nur so um die Ohren, ich kann so sachlich bleiben wie ich will. Eine Frau macht keine Fehler, eine Frau hat niemals Schuld, eine Frau verursacht keine Konflikte, eine Frau ist Opfer (Punkt).
Das sind nicht ihre Aussagen, das entspricht ihrer Haltung - sie blockiert, weicht aus, wird weinerlich emotional, versucht die Mitleidstour.... - und provoziert dadurch ohne Ende.

Es gibt also keine allgemeingültigen Richtlinien bei Konflikten. Es gibt sie zwar schon... - diese werden aber nach eigenen Ansichten in alle Richtungen gebogen. Es bringt Dich also nicht weiter, wenn er ständig ausweicht, ignoriert, blockiert.

Mein Ansatz ist inzwischen: wenn ich mit dieser Frau weiterhin zusammenbleiben will - die Streitigkeiten sind ja "nur 1x pro Woche", geh früher spazieren oder tobe Dich am Sandsack aus. (Betrinken kann ich mich nicht, da ich kein Frusttrinker bin - bekäme nichts runter, löst das Problem auch nicht, schafft aber neue.) Ich lasse Konfliktbewältigung als Fremdwort da stehen und gehe - unabhängig vom Verursacherprinzip - auf sie zu, muss jeden Streit als Bagatelle erklären, ihr meine Liebe gestehen, damit sie nur zu antworten braucht: "Ich Dich auch."

Ja, es kostet mich häufig große Überwindung, zu Kreuze zu kriechen und praktisch über ihren Schatten springen zu müssen und häufig das Gefühl zu haben, dass sie mich nicht respektiert.

BItte keine Rekationen "warum da bleiben". Für mich ist es nämlich keine Frage, ob diese oder eine andere Frau sondern diese oder nie wieder eine Frau. Bisher ist mir keine über den Weg gelaufen, die sachlich und konstruktiv in Konflikten unterwegs ist. Vielleicht sollte ich mal in die Chefetagen schauen oder mir die Frage stellen, warum doch keine Frauenquote per Gesetz definiert wurde.
 
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Gast

  • #15
Wenn es alle paar Monate so heftig "knallt", dann passt Ihr Beiden nicht zusammen, heftige Streits in Beziehungen sind doch ein Zeichen dafür, dass man nicht kompatibel ist. Ihr seid Beide um die 50 und streitet auch vermutlich wie Teenager um des Kaisers Bart.

Mit einem "Schmoller" könnte ich niemals zusammen sein, so ein Verhalten ist unreif und infantil.

w
 
G

Gast

  • #16
G

Gast

  • #17
Ihr seit beide um die 50 . Streitet so heftig miteinander, so das man tagelang nicht miteinander redet?
Manchmal muß man einfach einsehen, dass man nicht zusammen passt.
Was soll diese ständige Probiererei?