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Gast

  • #1

Wie lange braucht man nach der Trennung, um sich wieder auf eine neue Beziehung einzulassen?

Man sagt ja häufig, dass man zwischen einer „alten“ Beziehung mindestens genauso lange braucht, um sich wieder auf etwas Neues einzustellen…Habe gerade eine sechsjährige Beziehung hinter mir…Das würde ja bedeuten, dass ich nun erst einmal drei Jahre benötige, um mich auf etwas Neues einzustellen? Welche Erfahrungen habt Ihr hier gemacht?
 
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Gast

  • #2
Wie lange es für Dich dauert, hängt ganz alleine von Dir selber ab. Wie gut Du abschließen kannst. Die Zeiten sind ja nur Durchschnittswerte.
Ich sage: 6 Monate leiden, weinen etc., 1 Jahr abschließen und 6 Monate für neue Partnersuche.

w,36
 
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Gast

  • #3
Wenn es eine Gebrauchsanweisung dafür gäbe...
Ich war 28 Jahre mit dem Ex zusammen-nachdem er sich so unfein bei und nach der Trennung verhalten hat, war ich in einem Jahr durch. Klar gibt es Erinnerungen, aber als Person ist er abgehackt.
In eine neue Beziehung würde ich mich vorerst nicht reinwerfen-aber vorraussichlich dauert es 2 Jahre um die Vergangenheit/den Verlust zu bewältigen.
EHRLICHE Freunde (keine die aufhetzen, sondern einfach zuhören) sind dabei sehr sehr wichtig-ersetzten oft die fremde fachliche Hilfe.
w/57
 
  • #4
Das ist individuell verschieden. Manche Menschen stecken Dinge grundsätzlich leichter weg als andere. Und dann spielt sicherlich auch eine Rolle, wie die Trennung abgelaufen ist, z.B. ob Du Dich getrennt hast oder Dein/e Partner/in, ob für Dich schon länger absehbar war, dass es zuende ging, oder Dich überraschend getroffen hat, wie hart die Trennung verlaufen ist, wie weh es noch tut. Geh die Sache gelassen an, nimm Dir soviel Zeit für Dich, wie Du brauchst, und tu Dir was Gutes!
 
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Gast

  • #5
war 13 Jahre mit meinem Partner zusammen, dann zog er den Schlußstrich, verweigerte jedes Gespräch. Die Beziehung war aber schon lange am Ende, zu meinem Erstaunen war ich ein Jahr darauf wieder vergeben, und zwar glücklicher als je zuvor.

Auch diese Beziehung ging in die Brüche, allerdings für mich völlig überraschend. wir waren 6 Monate zusammen. Ich weiß nicht, wann ich innerlich wieder frei bin. Es hilft allerdings, dass er mit mir gesprochen hat...am Ende nahm er mich in den Arm, und wir weinten beide, dass es nicht geklappt hat. Man kommt sich nicht so entsorgt vor...

Ich denke, man kann das nicht so pauschal sagen, wann man wieder frei ist. Es kommt darauf an, wie die Beziehung war, wie das Ende, von wem es aus ging.
Derjenige, der verlässt, kann sich darauf vorbereiten, der Verlassene fällt unter Umständen aus allen Wolken. Und es spielt wohl auch eine Rolle, wie die Trennung war, ob man noch Gelegenheit zu einem klärenden Gespräch hatte, oder ob viele Fragen offen bleiben, die man dann alleine wälzt...
 
  • #6
Pauschale "Verarbeitungsfristen" gibt es natürlich nicht, jeder Einzelfall und jede Person reagiert anders. Angaben wie "Hälfte der Partnerschafsdauer" sind völliger Quatsch, damit hat es im Gegenteil nur sehr wenig zu tun.

Ganz entscheidend ist, ob man im Moment der Trennung selbst noch den Partner geliebt hat und an die Beziehung geglaubt hat oder man selbst bereits entliebt war und das Ende hat kommen sehen. Dabei spielt es gewiss auch eine Rolle, on man sich selbst aktiv trennt oder der Partner die Trennung ausspricht, entscheidender aber ist der innere Zustand, also Liebe zum Partner und Zuversicht in bezug auf die Beziehung.

Menschen, die durch Trennung aus einer für sie intakten, wünschenswerten Beziehung gezogen werden oder zumindest den Partner noch lieben und begehren, benötigen regelhaft erheblich länger zum Aufarbeiten als solche, die selbst schon entliebt waren und das Ende kommen sahen.

Die emotionale Aufarbeitung ist dann abgeschlossen, wenn man ohne starke Gefühle an den Expartner denken kann, also ohne Schmerz, Leid, Wut, Zorn, Ärger, Verzweiflung, Hass und auch ohne Sehnsucht, Leidenschaft, Begehren, Liebe, Hingezogensein. Im optimalen Falle verbleibt nur noch ein mildes Gefühl der Sympathie oder Ablehnung, man fühlt sich nicht mehr verbunden, sondern akzeptiert innerlich, dass man getrennte Wege geht. Ein sehr gutes Zeichen ist, wenn einem der Gedanke, dass der Partner jetzt mit einem anderen Menschen ein Pärchen bilden würde, nicht mehr zuwider ist und keinen Schmerz mehr verursacht. Erst dann ist man wirklich wieder frei für einen neuen Partner und eine neue Partnerschaft.

Du solltest also auf keinen Fall nach "notwendiger Zeit seit Trennung" schielen, sondern im Gegenteil Deine eigenen Gefühle hinterfragen und dann schauen, wie weit Du im Verarbeitungsprozess bist.

Zu einer erfolgreichen emotionalen Verarbeitung gehört aber auch, alle formalen, juristischen, finanziellen und organisatorischen Aspekte vollständig und abschließend erledigt zu haben. Erst dann können die Wunden wirklich heilen und werden nicht immer wieder aufgerissen.

Außerdem beachte unbedingt, dass man das Aufreißen der allmählich heilenden Wunden nur dann verhindern kann, wenn man sich auch im Alltag und gelebten Leben wirklich von der Beziehung distanziert. Dazu gehört unbedingt der vollständige Kontaktabbruch auf allen Ebene (keine Anrufe, email, SMS, Briefe, keine Informationen durch Freunde und Bekannte, alle sensiblen Erinnerungsstücke entfernen, ggf. auch die Dekoration individualisieren.
 
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  • #7
Diese Frage wurde am 19.01.2001 auch schon von Affenmann gestellt.

Lies mal die Antworten, vielleicht hilft Dir das auch etwas weiter.
 
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  • #8
Da gibt es sicher keine "Verarbeitungsfristen" würde heissen, ich bin 10 Jahre mit jemandem zusammen und müsste nun 5 Jahre trauern? Das ist individuell verschieden und kommt sicher auf die Gründe der Trennung an. Gibt Menschen, die sind nach wenigen Wochen wieder "fit" manche benötigen in der Tat einige Jahre. Das Selbstwertgefühl und wie man mit einer Ablehnung generell umgeht spielt eine sehr große Rolle. Wie lang man leidet, entscheidet man in den allermeissten Fällen selbst. Wenn man den Ex natürlich oft sieht bzw. er macht dem Verlassenen Hoffnung dauert die Sache erheblich länger, als wenn man sich nicht mehr über den Weg läuft.

Also, wie meine 5 schrieb, völliger Kontaktabbruch, SMS löschen, Erinnerungsbilder entfernen etc.
 
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  • #9
Wenn mann merkt das man nicht mehr geliebt wird,dann fällt das Vergessen viel leichter.
Da gibts keine Zeitspanne für einen Neuanfang,entweder es passt oder net,ganz einfach
 
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  • #10
Wenn man sich darauf einstellt, dass es drei Jahre dauert, dann wird es wohl auch drei Jahre dauern. Sinnvollerweise sollte man so aber nicht denken.

Ich finde es wichtig, dass man den Schmerz nicht irrtümlich als Verlangen nach etwas Verlorenem umdeutet, sondern als das was er ist: die gewissenhafte Erinnerung daran, dass man lange Zeit etwas Entscheidendes übersehen hat: dass die Liebe nicht ausgewogen war, dass es Differenzen gab, dass der Glaube an eine schicksalhafte Verknüpfung mit dem Leben des Ex-Partners nur Aberglaube war.

m41
 
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  • #11
#9: Na und genau deshalb gibt es ja hier im Test die Ergebnisse "Schicksalserwartung" (="Aberglaube") und "Entwicklungserwartung" (= realistische Vernunft etwas sich langsam entwickeln zu lassen). Ich gehöre letzterer Fraktion an (war schon immer so), bin aber trotzdem ein sehr emotionaler Mensch und daher brauche ich immer etwas länger, um eine traurige Geschichte zu verarbeiten. Was ist daran schlimm? Man nimmt sich dann eben die Zeit für sich - und alles wird (ist) gut ;-) Kopf hoch, FS!
w43.)
 
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  • #12
(#9) @#10: schlimm ist daran nichts. Jeder nach seiner Fasson. Man kann es aber recht oft beobachten, dass Menschen sich einerseits in ihrem Trennungsschmerz masochistisch suhlen (und das jahrelang !!), andererseits es aber auch nicht auslassen, von anderen noch mitfühlendes Verständnis mitzunehmen, für die schwere Zeit, die sie durchmachen. So erfüllt der Schmerz sogar einen doppelten Nutzen, nur leider trotzdem oft nicht den, etwas für die Zukunft zu lernen und es ansonsten einfach abzuhaken.

Ich wollte einfach darauf hinweisen, dass man es sich mit dem Schmerz nicht allzu gemütlich einrichten sollte. Auch ich brauche ein paar Monate, um eine Trennung zu verarbeiten. Meist kommt eine Trennung ja aber auch nicht völlig unerwartet, und man hat schon ein paar Monate Trauer *in* der Beziehung hinter sich... Aber von vorneherein von Jahren zu reden ist meiner Ansicht nach ein Anzeichen für eine drohende persönliche Fehlentwicklung.

Trotzdem wünsche ich der/dem Fragesteller/in alles Gute, und dass die Wolken bald von einer Sonne vertrieben werden.

m41
 
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Gast

  • #13
10 an 11: ISch habe nicht von Jahren gesprochen, nur von länger. Die Trauer selbst ist kurz, das darüber Nachdenken und die Umsetzung der Veränderung braucht nochmal Zeit. Trotzdem danke für die Aufmunterung, mich hier nochmal rumzutrollen.
 
  • #14
Man sagt ja häufig, dass man zwischen einer „alten“ Beziehung mindestens genauso lange braucht, um sich wieder auf etwas Neues einzustellen…Habe gerade eine sechsjährige Beziehung hinter mir…Das würde ja bedeuten, dass ich nun erst einmal drei Jahre benötige, um mich auf etwas Neues einzustellen? Welche Erfahrungen habt Ihr hier gemacht?
Frauen leiden sehr oft lange, da sie viele Gefühle investiert haben. Es gibt Ausnahmen, das sind Frauen, die z.B. wegen des Geldes geheiratet haben und nach einer Trennung nur das Geld wollen. Auch Männer leiden in der Regel nicht lange, die halten schnell Ausschau nach einer Neuen, auch wenn es nur eine Übergangsfrau ist. Am besten, bei der nächsten Beziehung vorsichtig sein, und nicht mehr alles geben, bis man ein Vrack ist.
 
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moobesa

  • #15
Das kann man doch erst bewerten, wenn jemand da ist, mit der / dem es sich lohnen würde. Als wäre es grundsätzlich nicht das Problem, Menschen zu finden, die sich in einen verlieben, die man für sich begeistern kann. Sondern es ist scheinbar nur das Problem, ob einer dieser Menschen auch der richtige ist. Für mich ein Luxusproblem.
 
  • #16
Frauen leiden sehr oft lange, da sie viele Gefühle investiert haben. Es gibt Ausnahmen, das sind Frauen, die z.B. wegen des Geldes geheiratet haben und nach einer Trennung nur das Geld wollen.
Das ist ja nun Blödsinn. Ich brauche nach einer Trennung niemals lange um das zu verarbeiten. Und ich habe bestimmt nie wegen des Geldes geheiratet, eher anders rum. Wenn ich mich trenne ist dies eine Entscheidung, der viele Überlegungen voraus gingen. Ich trenne mich nicht leichtfertig, aber wenn ich mich trenne habe ich auch mit der Beziehung abgeschlossen. w57
 
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