G

Gast

  • #1

Wie kommt ihr finanziell als Familie aus? War es früher leichter?

Hallo zusammen, mein erstes Kind ist unterwegs und ich muss doch feststellen, dass ganz schön viel Geld nötig ist, bis man da alles zusammen hat. Uns geht es gut, aber irgendwie habe ich es trotzdem unterschätzt muss ich sagen. Ein Leben mit schönem Eigenheim, ein paar Kindern, Hobbies, 2 guten Autos und Urlauben ist etwas, was man sich auch als studierter Familievater nicht unbedint leisten kann. Als Kind bin ich mit dem oben genannten "Luxus" aufgewachsen und das war auch bei uns in der Gegend normal. Heutzutage habe ich den Eindruck, das hat sich geändert, das gibt es nicht mehr so oft. Selbst wenn man studiert hat und einen gut bezahlten Job hat ist das nicht mehr so einfach. Wie geht es euch? Was denkt ihr? War es früher einfacher oder machen wir was falsch?
 
G

Gast

  • #2
Es war früher definitiv finanziell einfacher. Bis in die 80er Jahre hat es doch ausgereicht, wenn der Mann arbeiten ging. Da war es selbst für normale Angestellte ohne Studienabschluss möglich, ein Haus zu bauen, Kinder großzuziehen und noch Urlaube zu machen, ohne dass die Frau mitarbeiten musste, zumindest in ländlichen Regionen.
Heute müssen schon beide Ehepartner arbeiten gehen, um diesen Standard aufrecht erhalten zu können.
Zwei Autos sind heute schon Luxus, ohne dass einem das so richtig bewusst ist. Schau auch mal, wieviele Leute mit Kindern in Jugendherbergen oder auf Campingplätzen Urlaub machen - das spricht für sich (soll aber nicht heißen, dass diese Urlaube weniger erholsam, schön oder hochwertig wären, im Gegenteil).
Und wieso boomen Kinderflohmärkte, Secondhandläden oder ebay? Ganz klar, es ist die Notwendigkeit, den Cent dreimal umzudrehen. Sparen hat allerdings noch niemandem geschadet, solange man nicht in die Bedürftigkeit abrutscht.
 
G

Gast

  • #3
die Ansprüche in der modernen Konsumwelt sind gestiegen. Ich bin in den 1980ern/1990ern aufgewachsen. Das Einkommen meiner Eltern war nicht hoch. Wir hatten ein Haus, aber im Urlaub waren wir z.B. nie zusammen. Ich bin bis heute noch nie in meinem Leben geflogen, hab es bisher auch noch nie vermisst.

wenn ich mir aber ansehe wie meine Schwester als Alleinerziehende mit ihren Kindern heute lebt: es muss ein Urlaub stattfinden, es muss ein 600 Euro teures Handy sein? Die Ansprüche sind heute einfach gewachsen, teilweise sind es aber auch Ansprüche von außen: die Klassenfahrten gingen früher nur nach husum, heute ins Ausland. Es müssen heute 2 Autos sein, meinen Eltern reichte Eines.

und heute hat jeder PC und dann noch einen Laptop, also mehr teuren technischen Schnickschnack.

ich sag ganz ehrlich: die Gesellschaft wird immer überkandidelter. Früher war es alles einfacher, man lebte bescheidener, aber nicht schlechter.

hinzu kommt die Lohnzurückhaltung in DE bei gleichzeitig steigenden Preisen, v.a. für Grundbedürfnisse wie Wohnen, Heizen, Energie etc.

alles im allen war es früher einfacher - es gab auch früher schon Phasen, wo man knapp kalkulieren musste, aber heute sind die Ansprüche stärker gewachsen als die Einkommen.
 
G

Gast

  • #4
Das Gespräch hatte ich letztens mit meinem Vater. Als ich (Einzelkind) Anfang der 80er geboren wurde, war er (Selbstständiger) ein Verfechter des klassischen Familienmodells, was dazu führte, dass meine Mutter ihren Job aufgab und sich jahrelang nur um mich kümmerte. Leben konnten wir von seinem Geld als Familie trotzdem gut. Als ich in das Teeniealter kam, wollte meine Mutter wieder arbeiten, aber mein Vater wollte es nicht, weil er sich dann auch hätte einschränken müssen (z. B. Mittagessen nicht mehr pünktlich um 12.30 Uhr auf dem Tisch). Heutzutage, wo ich längst aus dem Haus bin und meine Mutter gerne wieder arbeiten würde, bekommt sie trotz Abitur und abgeschlossener Ausbildung nur noch Hilfsjobs auf 400-Euro-Basis, während mein Vater, obwohl er noch ähnlich viel Geld verdient, wie früher, und mich nicht mehr finanzieren muss, als Alleinverdiener unter den laufenden Kosten ächzt und den Gürtelimmer immer enger schnallen muss. Als geläuterter Macho ist er mittlerweile der Meinung, dass es besser gewesen wäre, wenn meine Mutter damals, wie die meisten ihrer Freundinnen, einen Fuss im Beruf behalten hätte... Vod daher stimme ich dir zu, früher war es finanziell einfacher für eine Familie.
 
G

Gast

  • #5
Müssen es denn immer zwei Wochen Sommerurlaub in den großen Ferien sein, und das dann natürlich mit Flug ab in den Süden? Sowas kostet heutzutage für eine 4-köpfige Familie locker 5000,- und mehr, bis man fertig ist.

Ich glaube, der abnorme Konsum hat vor etwa 20 Jahren begonnen. Davor war es definitiv nicht normal, wenn ein Kind mindestens 20 Barbies oder kistenweise Legos hatte - was inzwischen die Regel ist. Es sind alle immer besser gekleidet, und das nicht unbedingt aus einem Ramschladen. Bücher bis zum Abwinken (denn lesen bildet), Zeitschriften-Abos, Handyverträge bereits für die Kleinsten... ja und eben auch die zwei "guten" Autos und das geräumige Eigenheim, ohne das anscheinend kaum eine deutsche Familie heutzutage noch auskommt.

Es täte uns allen gut, zurückzuschrauben. Dann würde das Geld auch wieder reichen und sich die Müllberge reduzieren.

Nur, wer macht den Anfang?

P. S.: Wir sind beide berufstätig und lassen den Rubel genauso rollen. Ich habe mir fest vorgenommen, das nach und nach wieder in den Griff zu bekommen - alleine schon der Müllberge wegen.
 
  • #6
Früher war es einfacher. z.B. relativ besserer Verdienst, bei weniger Kosten und Konsum.
(z.B. 60er/70er Jahre)

Arbeitsplatz in Wohnortnähe = ggf. zu Fuß oder mit dem Fahrrad dort hin = viel Geld gespart.
Viele sind in der Mittagspause nach Hause, um dort zu essen.
Heute für die meisten Jobs ein Auto erforderlich ? Und zum einkaufen auch ?

Weniger hohe Ansprüche an Konsum. Es wurde nicht alles auf einmal angeschafft, sondern über die Jahre nach und nach.
Die Familie begnügte sich auch mit gebrauchten Sachen von Verwandten etc. - auch Möbel.
Da mußte nicht alles neu sein, wie heutiges weit verbreitetes Anspruchdenken.
Die Wohnungen waren sauber und gemütlich, aber nach damaligem Standard nicht so teuer, wie vgl. heutzutage.

Babysachen, Kinderwägen etc. wurde im Verwandtenkreis weiter gereicht. Erst wenn das nicht ausreichte, wurde neu oder gebraucht dazu gekauft.
Früher gab es viel Stoffwindeln, die gewaschen wurden. Darauf ein Einweg-Vlies, daß hautschonend war, und aufsaugen konnte. Keine Wegwerfwindeln = Geld gespart.

Kinder waren finanziell keine so große Belastung, wie heutzutage.
In der Schule gabs fast überall Lehrmittelfreiheit = Bücher, Arbeitsblätter, einmal sogar Schulhefte kostenlos von der Schule.
Klassenfahrten innerhalb Dtl. - da genügte ein gemieteter Bus mit Fahrer. Drei Ziele in einer Tagesfahrt.
Kaum Markenklamotten, und nicht soviel Werbung. Man schaute im Spielzeugladen, was angeboten wurde

Die Familien-Urlaubsreise war billiger. Mit dem Auto z.B. in eine billige Pension oder auf den Campingplatz, statt Flugreise mit Vollversorgung.
Auf dem Campingplatz gabs früher mehr Zelte, als Wohnwägen. Heute umgekehrt ?

Da waren Urlaubsziele in der Nähe noch mehr gefragt, und nicht viele hundert Kilometer entfernt.
Ok, viele reisten auch z.B. nach Italien. Aber viel billiger und bescheidener, als heute.
z.B. Anreise mit dem eigenen Auto. Und viel Selbstverpflegung.
(Selber erlebt: Zu viert im VW-Käfer nach Kroatien, 70er Jahre)

Man könnte Vieles aus diesen "alten Zeiten" lernen.
Und etwas bescheidener leben = nicht auf die Meinung von Anderen angewiesen zu sein, oder gar wetteifern.
Es muß nicht der Flachbildfernseher, die teure Couchgruppe, und die neue Einbauküche sein.

Heute gibts weit eher Frauen, die wie selbstverständlich alles neu und sofort erwarten.
Weil sie damit aufgewachsen sind. Aber dabei übersehen, daß ihre Eltern das im Laufe von 20-30 Jahren anschafften, nicht alles auf einmal.

Ich traf so manchen Vater, der sich aufregte, weil seine erwachsenen Kinder gute Möbel weg warfen.
Und diese Kinder bekommen später eigene Kinder - dann auch weiter mit ihrem Anspruchsdenken ?

Wer heute eine Familie gründen will, soll sich seine Partnerin sehr gründlich aussuchen.
Nämlich auch ob höheres Anspruchsdenken oder Sparsamkeit.
So mancher Mann zahlt sich schier bankrott, und sein Gehalt geht komplett weg, für die Familie, fürs nötige Auto und für Schulden.
 
G

Gast

  • #7
Ich denke es ist ein Trugschluß zu vermuten, früher sind die Familien finanziell besser über die Runden gekommen. In Erinnerung an meine Ursprungsfamilie weiss ich zu genau dass sie andere Werte verfolgten als sie heute noch üblich sind. Beide Eltern (Vertriebene) haben Vollzeit gearbeitet, mein Vater 7 Tage die Woche, und drei Kinder großgezogen. Sie haben ein Haus gebaut, sehr sparsam gelebt, kaum jemals einen Urlaub genossen der mit Kosten verbunden gewesen wäre. Jede Mark wurde für die Tilgung des Hausdarlehens verwendet. Dennoch waren wir Kinder immer gut aber günstig eingekleidet. Spielsachen gab es nur zum Geburtstag und an Weihnachten und dies in geringer Zahl. Die heutige Fülle wäre undenkbar gewesen! Dagegen genossen wir den Luxus, auf den viele Kindern heutzutage verzichten müssen, jeden Tag von Oma bekocht zu werden.
Die Eltern haben vorgelebt dass man nicht alles haben kann und schon gar nicht auf Kredit. Auf eine größere Anschaffung, wie Auto z.B. wurde gespart. Heute wird dies alles über Kredit finanziert! Ich gestehe, dass ich meinen Eltern für ihr Vorbild sehr dankbar bin.

Ich war viele Jahre mit einem Mann verheiratet der überdurchschnittlich gut verdiente. Meinen Kindern konnte ich alles bieten und ihnen jeden Wunsch erfüllen. Habe ich aber nicht getan! Aus erzieherischen Gründen. Wir haben gut aber dennoch bescheiden gelebt. Natürlich gehörte ein Zweitauto zum Haushalt, ein Drittauto dagegen habe ich gegen alle Widerstände der erwachsenen Sprößlinge verhindert! Hätte es in den 80er Jahren schon Handys gegeben, sie hätten sich dieses selber mit ihrem nicht sehr üppigen Taschengeld oder durch Zeitungaustragen verdienen müssen. Meine Tochter hatte mit 14 Jahren einen Sonntagsjob im Krankenhaus gegen eine kleine Vergütung, damit sie erfährt wie mühsam und anstrengend es ist, sich als Pflegerin den Lebensunterhalt verdienen zu müssen.
Das hatte eine sehr heilsame Wirkung auf so manche exorbitanten Wünsche einer Pupertierenden.
Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass es heutzutage nicht schwieriger geworden ist eine Familie finanziell gut zu versorgen, im Vergleich zu früheren Zeiten. Dem entgegen stehen jedoch die überdimensionierten Wünsche der einzelnen Familienmitglieder, die nie gelernt haben, dass man langfristig nicht mehr ausgeben kann als man an Einnahmen zur Verfügung hat.
Sicher gibt es genügend Familien die aufgrund eines sehr geringen Einkommens, trotz Vollzeitjob, erhebliche Schwierigkeiten haben über die Runden zu kommen. Akademiker zähle ich allerdings nicht dazu. Hier liegt es m. M. nach vielmehr daran, dass die Konsumwünsche unkontrolliert einfach umgesetzt werden, anstatt planvoll zu wirtschaften. Ein akribisch geführtes Haushaltsbuch könnte hier gute Dienste leisten.
 
G

Gast

  • #8
Ich bin eigentlich kein Freund der "Früher-war-Alles-besser-Theorie". Aber wenn ich so zurückblicke fällt mir schon auf, dass mein Vater (ich wuchs in den 70ern/80ern auf) die ersten 12 Jahre Alleinverdiener war, er hatte kein Studium, war normaler Bürosachbearbeiter und das Geld reichte trotzdem jedes Jahr für einen zweichwöchigen Sommerurlaub nach Kroatien mit dem Auto mit einer 4-köpfigen Familie. Möbel wurden alle 10 Jahre neu angeschafft und meine Kinderzimmermöbel hatte ich sogar, bis ich ausgezogen bin.

Damals gab es eben noch keine Handys bzw. Smartphones, kein PC und einen großen Teil meiner Kleidung vererbte mir meine um ein Jahr ältere Cousine. Schullandheimaufenthalte verlebten wir in der näheren Region (Schwarzwald).

Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich früher einfacher war, aber so langsam glaube ich an diese Theorie, dass eine Familie früher finanziell besser zurecht kam, liegt auch am gestiegenen Konsumverhalten heutzutage.

w
 
G

Gast

  • #9
Ja, die Zeiten haben sich geändert, aber dein Reden ist ein Jammern auf hohem Niveau. Die Werte und Ansprüche haben sich geändert.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, gerade wenn das Kind erst geboren ist, viel sehr gut gebrauchtes zu kaufen. Ist auch für die Gesundheit des Kindes und für den eigenen Geldbeutel und im Interesse der Umwelt viel besser.

Wenn ich beim Einkaufen, wo auch immer, immer wieder beobachte, was die Leute für ein Scheiss für viel Geld kaufen und in 1 km entfernte Einkaufscenter unbedingt mit dem Auto fahren müssen, anstatt zu laufen, dann gehts den Leuten immer noch gut genug. Das sieht man auch daran, wie die Deutschen immer dicker werden.

w
 
G

Gast

  • #10
Ich glaube nicht, dass früher alles besser war. Meiner Meinung nach können viel mehr Menschen einfach nicht mehr mit Geld umgehen oder wollen es sogar nicht, um nicht als geizig zu gelten oder vor anderen gut dazustehen.

Selbst erlebtes Beispiel:
Mann mit Studium fertig, Freundin studiert noch. Beide jobben aber ausbildungsfern, er findet für sein recht exklusives Studium keinen Arbeitsplatz. Trotzdem müssen beide das neuste Smartphone haben, Markenkleidung, Wellness, Sonnenstudio und wehe der jährliche Snowboard Urlaub fällt aus. Hab mir die ganze Leidensgeschichte angehört, aber nie das Gefühl gehabt, dass die beiden wirklich Ratschläge wollten geschweige denn ihre Fehler erkannten.
 
  • #11
Meine Kindheit in der DDR kann man sicher nicht zum Maßstab nehmen, aber Tauschringe für Kinderbekleidung in Verwandschaft und Freundeskreis (man wächst ja sehr schnell aus allem raus), Kachelofen statt Zentralheizung, sehr viel handwerkliche Eigenleistung im Haus und bestenfalls ein Auto waren da normal.

Wenn ich mir die Geschichten meiner Ex-Schwiegereltern oder der Eltern meines Liebsten vor Augen führe, dann haben auch dort jeweils beide Elternteile gearbeitet. In der einen Familie gab es kein Eigenheim, aber größere Urlaube. In der anderen Familie gab es keine Urlaube, aber ein mit viel Eigenleistung gebautes Haus. Kinderkleidungstauschringe scheint es auch dort gegeben zu haben - vermutlich hat nur das betroffene Kind davon nichts mitbekommen.

Oh, ich vergaß zu erwähnen: die Ex-Schwiegereltern und die Eltern meines Liebsten haben ihre Kinder jeweils in den 1970ern/-80ern in Westdeutschland großgezogen
 
G

Gast

  • #12
Wie geht es euch? Was denkt ihr? War es früher einfacher oder machen wir was falsch?
Als ehem. DDR-Kind ohne Eigenheim, aber mit Auto, geht es mir heute im Westen gut. Diese Bescheidenheit, die ich in der DDR lebte, lebe ich heute noch. Seit Jahren AE-Mutter, aber mit gut bezahlten Job, kein Auto, warum auch? lebe in einer Grossstadt, kein Smart-Phone, warum auch?, Notebook ist 6 Jahre alt, läuft immer noch super, Teenie kommt damit zurecht, Teenie ist auch bescheiden, zieht sogar noch gebrauchte schicke Klamotten an, trotzdem sind wir nicht unglücklich, sondern sind eher sehr zufrieden damit, dass unsere Seele anscheinend so gesund ist, das wir uns über dicke Autos, Konsum, Markenklamotten, div. teure Urlaube usw. nicht definieren müssen.

Wir müssen nicht mit anderen Menschen Konsum mässig mithalten und ich kenne auch viele andere Menschen, auch Wessis,, die das sehr wohl könnten, aber es nicht wollen und sehr gut damit leben.

w 49
 
G

Gast

  • #13
Ich habe bislang auch kein Auto oder Handy . Meine Kleidung sind Markenklamotten und ich kaufe oft und gern im Secondhandladen. 2 Hosen wie neu, 1 Pullover zusammen für 16 Euro.
Urlaub weit weg - lass ich als Alleinverdienerin denn bis ich alt bin möchte ich eine Wohnung
kaufen. Ab 67 wird es für Haus und Garten körperlich kritisch. Ich gönne mir jedoch Kosmetik und
Physiotherapie - Massagen, Blumen, Kuchen, koche gern und verschönere mir meine Wohnung.

Man muss wirtschaftlich bei seiner Basis bleiben. Sich hin und wieder eine Freude machen, aber nicht abheben.
 
G

Gast

  • #14
Lieber Fragesteller,
die meisten der Antwortenden bestätigen ja deine Vermutung, früher könnte es finanziell einfacher gewesen sein. Nur, was hast du davon? Das war früher, ist Vergangenheit. Du lebst jetzt und musst mit der Gegenwart zurechtkommen.
Vielleicht muss man - gerade weil es noch mehr Verlockungen als früher gibt - sich selbst immer wieder wirklich bewusst machen, was einem wichtig ist und was nicht. Es geht eben nicht alles. Und mann muss den Mut haben, dazu zu stehen.
Wenn dein sehnlichster Wunsch ein Eigenheim ist, du aber in einer teuren Gegend wohnst, hast du verschiedene Möglichkeiten: Du ziehst irgendwohin, wo Bauen oder Kaufen günstiger ist und nimmst die damit verbundenen Einschränkungen in Kauf, oder du stellst viele andere Wünsche zurück und sparst dir jeden Euro fürs Häuschen vom Munde ab, oder du konzentrierst dich absolut auf Karriere und Geld verdienen mit den damit verbundenen Einbußen an Freizeit usw., oder...

Vielleicht gibt es aber auch immer einen Mittelweg? Zwischen einem Leben, in dem man sich fast alles leisten kann und einem, wo man sich fast alles versagen muss, gibt es einen riesigen Zwischenbereich, in dem es sich sehr, sehr glücklich und zufrieden leben lässt.

Ganz bestimmt hilft es, sich nicht immer nach dem zu sehnen, was man NICHT hat, sondern dankbar zu sein für das, was man hat und kann. Angefangen von solchen Kleinigkeiten wie sehen und gehen zu können bis zur guten Ausbildung, tollen Frau, süßen Kindern. Klar mag ich auch schicke Klamotten, ein tolles Auto und Urlaub, ohne den Cent rumdrehen zu müssen. Aber WIRKLICH wichtig ist mir das alles nicht.
 
  • #15
Ich glaube, da laufen zwei Sachen gegeneinander. Unsere gestiegenen Ansprüche und die veränderten Bedingungen, unter denen wir sie realisieren. Wer heute ein Haus in einem Vorort oder auf dem Land baut, muss sich mit hohen Spritpreisen arrangieren. In die Kinder wird heute wesentlich mehr Geld gesteckt als früher. Die Jobs sind nicht mehr so sicher, es gibt einen Zweiklassenarbeitsmarkt. Hier die, die nach oder über Tarif bezahlt sind, dort die, die sich durch Zeitverträge und Arbeitnehmerüberlassung hangeln. Kaum einer wird heute in dem Betrieb pensioniert, in dem er gelernt hat.
Wenn die Kinder auf dem Level der Eltern geblieben sind - Ausbildung und Job betreffend - dann ist ihr Leben meist schlechter.
"Früher war alles besser" ist nicht die richtige Lebensmaxime. Man muss sich veränderten Bedingungen stellen. Außerdem kenne ich es aus meiner Familie nur so, dass die vorhergehenden Generationen sehr sparsam waren und nicht so einfach Geld rausgeschmissen haben.
 
  • #16
[mod].... ich lamentiere auch, mit großer Begeisterung...

und kaufe mir trotzdem mein Traummotorrad... so schlecht kann es mir nicht gehen...

Nein, es ist schon richtig, dass sich die Lohnzurückhaltung und die Preissteigerung - die real ist, egal was behauptet wird - auswirken. Aber unsere Internetaffinität, Handys, die Reisen - es sind viele Dinge scheinbar selbstverständlich geworden, und nur minimal verzichten löst neue Lamenti aus...

Egal, ich könnte schon auf viel verzichten, wenn es ernst würde- und irgendwann bin ich ohnehin zu alt für die Maschine... Meine Kinder sind ziemlich vernünftig geblieben, die Tochter verdient mit ihren Jobs ziemlich viel selbst, spart für ein Auslandsstudium und gönnt sich nur wohlüberlegten Luxus, ab und zu. Der Kleine ist super-bescheiden mit Bekleidung, gibt nur für seine Freundin und mal Elektronik Geld aus, und das auch mäßig.

Das geht auch in einem sehr wohlhabenden Stadtteil einer Großstadt, die meisten Klassenkameraden verfügten über deutlich mehr Luxus und haben meine Beiden dennoch immer akzeptiert. Geht doch.
 
G

Gast

  • #17
Warum tut ein Mann sich heutzutage auch noch an, alles allein finanziell zu schultern. Wer eine Frau mit gleichem Hintergrund findet (schon im Interesse künftiger Nachkommen zu empfehlen), muss finanziell nicht allein alles stemmen. Ich glaube nicht, dass es früher einfacher war, sondern die Aufgabenverteilung in der Ehe war fairer. Ich bin Anfang der sechziger Jahre geboren, eines von fünf Kindern und in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Die Kindergärten schlossen mittags, eine Spülmaschine war noch nicht vorhanden und trotzdem hat meine Mutter noch ein paar Stunden in der Woche ausser Haus gearbeitet. Heutzutage stöhnen Frauen schon mit einem Kind über ihre angebliche Arbeitsbelastung und setzen sich nach der Geburt eines Kindes tendenziell zur Ruhe, haben aber höhere Ansprüche an den Lebensstandard als sie sich ohne Ehe aus eigener Arbeit je hätten leisten können. Wenn beide arbeiten (alles andere ist auch grob verantwortungslos) wird auch ein guter Lebensstandard der Familie gesichert werden können.
 
G

Gast

  • #18
Ein Leben mit schönem Eigenheim, ein paar Kindern, Hobbies, 2 guten Autos und Urlauben ist etwas, was man sich auch als studierter Familievater nicht unbedint leisten kann.
Mein Mann und ich sind beide studiert und sehr tüchtig und fleißig, aber wir leben nicht in dem von dir genannten Luxus (die Anführungszeichen kannst du getrost weglassen!) und haben es auch nie getan.

Ein Kind ist erwachsen. Wir haben ein schnuckeliges kleines gemietetes Häuschen im Grünen am Rande von Berlin, 1 Auto (Mercedes A-Klasse, gebraucht gekauft), schon seit vielen Jahren keinen Urlaub gemacht. Kostenintensive Hobbys haben wir nicht.

Wir leisten uns den Luxus, als kreative Selbstständige zu arbeiten, sind unser eigener Chef und haben eine Arbeit, die wirklich Spaß macht. Uns fehlt nur wenig.
 
G

Gast

  • #19
Ich (w, Ende 20) denke, dass viele einfach kein Maß mehr kennen. Im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich heute auch höhere Ansprüche in manchen Bereichen. Z.B. habe ich ein teures Hobby und reise sehr gerne. Auch bei Familiengründung möchte ich dieses Hobby ja nicht einfach aufgeben oder 20 Jahre nur noch Urlaub an der Nordsee machen. Daher ist es doch nur selbstverständlich, dass man sich in anderen Dingen einschränkt (wir machen uns z.B. nichts aus Autos als Statussymbolen) und dass die Frau eben auch arbeitet. Viele steigern ihre Ansprüche aber einfach in allen Bereichen und wundern sich dann, dass es irgendwann nicht mehr reicht.

Beinahe lächerlich finde ich hier schon wieder Kommentare zu den ach so verwöhnten Frauen. Ich kann gar nicht an einer Hand abzählen, wie viele Paare ich in meiner Umgebung habe, bei denen der Mann sich nach dem Studium ein teures Auto geleast hat oder irre viel Geld für Apple&Co ausgibt...Von daher, es gibt immer beide Seiten..
 
G

Gast

  • #20
Früher war es definitiv einfacher. Wir hatten schnell 3 Kinder Anfang der 90er, mein Mann hatte regelmäßige Gehaltserhöhungen, wir aber immer weniger Geld in der Tasche. Ich rechnete immer in Aldi-Einkaufswagen: Früher 1 prall gefüllter Einkaufswagen bei Aldi: 50 Mark. Heute ein prall gefüllter Einkaufswagen: 100 Euro.
Es war viel leichter. Nach dem Euro wurde es richtig teuer. Keine Frage.
Heute können junge Mütter nicht lange ohne Arbeit zu Hause sein. Meine jungen Kolleginnen lassen ihre Babies ab 1 Jahr betreuen, um dazu zu verdienen.
Und trotzdem ist es eng.
Es wird sicherlich noch enger werden. Siehe Entwicklung in Europa. Der Gürtel wird enger geschnallt werden müssen.
Und ich bin eigentlich Optimistin.
w47
 
  • #21
War es früher einfacher oder machen wir was falsch?
Du machst was falsch, ganz einfach...

Ich stelle die Gegenthese auf: Wir vergleichen da nämlich Äpfel mit Birnen. Ich komme aus einer solchen "klassischen" Familie und wir konnten uns das Häuschen auf dem Land (adw) nur leisten indem man an allem anderen gespart hat. Und mein Vater hat nicht schlecht verdient. Angefangen beim Essen (viel selbst angebaut), Urlaube eben weder fliegen noch im Hotel, Fernsehen und Radio gabs eines, Telefon ebenso, etc. pp. Autos wurden solange gefahren bis Sie auseinandergefallen sind (bis dass der TÜV uns scheidet) und eh niemals Neu gekauft. Mein Bruder mit einer vergleichbaren Familie und Ausbildung/Beruf kann sich da deutlich mehr leisten.

Also- jammern auf verdammt hohem Niveau!
 
  • #22
Früher waren es meistens Versorger-Ehen. Der Mann verdiente das Geld, und bezahlte alles.
Aber hatte von seinem Geld persönlich m.o.w. nicht viel. Aber auch wenig eigene Bedürfnisse.
Aber dafür sein Essen gekocht, seine Wäsche gewaschen, die Wohnung geputzt, usw. - (etwas) Sex - vielleicht sogar Liebe.
Entweder er verdiente genug Geld dafür, oder blieb ledig. (s. Ahnenforschung/Stammbaum)

Heute wollen Viele Alles haben, aber nicht mit den Nachteilen wie früher.
Wollen mehr Geld für sich, z.B. für eigene Hobbies oder teure Urlaubsreisen, aber trotzdem alle o.g. Dienstleistungen.
Und betrachten die gemeinsamen Kinder eher als Hobby der Frau, die sie ja haben wollte.

Gerade Familien mit gehobenem Einkommen, scheinen mir tlw. finanziell trotzdem knapp dran zu sein. (relativ betrachtet). Aber aufgrund welcher Ursachen ?
z.B. wenn die Garage vor lauter Heimwerker- und Freizeit-Artikel überquillt ?
Das Wohnzimmer multimedial wie das Cockpit von Raumschiff Enterprise wirkt ?
Die Wohnung wie Ausstellungsräume eines Möbelgeschäftes
Und als Urlaubsreise weiter weg, weil Einem nähere Ziele "zu billig" sind ?
Oder mit dem 60.000 Euro Wohnmobil gerade einmal im Jahr weg fährt. Und sich einbildet, dieser Urlaub wäre billig ?

Wer zuwenig für eine Familie verdient, oder dafür finanziell persönliche Ansprüche nicht zurück stecken will, aber beruflich nicht mehr erzielen kann - dann klug genug, eben keine Familie zu gründen.
Und sich seine Partnerin dann unter den 15 % Frauen sucht, die keine Kinder wollen.

Man kann auch heute gut und vgl. preisgünstig leben. Wenn man es kann und will. Und das richtige Maß dafür hat.

Ich erlebe es gerade im Verein. Eine Gastronomie-Spülmaschine für 600,- oder 1.000 Euro (werkstattgeprüft mit Gewährleistung) ist dem Vorstand nicht gut genug. Es muß anscheinend Eine für 3.200 Euro (neu) sein.
Rate mal, wie es bei Denen zuhause aussieht ? (s.o.)

Ein Mann verdient über 5.000 Euro netto. Seine Frau ist auch berufstätig, damit es finanziell reicht.
Beide teilen sich die Miete je zur Hälfte. Die Kinder sind erwachsen und ausgezogen.
Er rechnete mir vor, daß davon im lfd. Monat nichts übrig bleibt = Elite mit Niveau.
 
G

Gast

  • #23
Die Realeinkommen sind gesunken. Zusätzliche Steuern und Abgaben kamen dazu. Pflegeversicherung, Solidaritätszuschlag, höhere Krankenkassenbeiträge, Abgeltungssteuer, MwSt. wurde einmal einfach mal so eben um 3% (!) erhöht etc.

w/50
 
G

Gast

  • #24
Zwei Gründe sind zu nennen: Das Anspruchsdenken ist enorm gestiegen und viele Menschen können einfach nicht mehr mit Geld umgehen. Was sicherlich am meisten Geld verschlingt, sind die extrem hohen Mietpreise, gerade in der Stadt in der ich lebe (München). Aber heutzutage muss jede Familie mit nur einem Kind in einer 100/120qm-Wohnung wohnen. Jedes Kind benötigt ein Kinderzimmer mit 20 qm und entsprechende Unterhaltungselektronik versteht sich. Man hält sich doch am liebsten in der Küche oder im Wohnzimmer auf, viel gemütlicher. Viele Räume sind daher ungenutzt. Auch für Autos wird meiner Meinung nach viel zu viel Geld ausgegeben. Urlaube: Ein Urlaub im Jahr genügt nicht. Kann es nicht auch mal ein Urlaub in Ober/Niederbayern oder an der Ost/Nordsee sein? (ist auch total schön und weniger strapaziös als z.B. eine Reise in die USA). Die meisten 4-jährigen Kinder sind schon um die halbe Welt gereist.
Wir waren eine 6-köpfige Familie und unser Kühlschrank war immer bestens gefüllt mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Ich hatte den Luxus, eine Mutter zu haben die noch für uns selbst gekocht hat. Mit der Schule sind wir pro Jahr eine Woche in das nahegelegene Landschulheim Maxhofen gefahren. Urlaub mit den Eltern gab es nicht, da meine Mutter sich das nicht antun wollte mit 4 Kindern und Ehemann in Urlaub zu fahren. Wir verbrachten unsere Ferien auf dem Land oder sind mit dem Fahrrad zu den umliegenden Seen gefahren. Grundsätzlich habe ich die Kleider meiner 4 Jahre älteren Schwester aufgetragen. Das störte mich nicht im geringsten, da diese total schön waren.
Meine Mutter ging sogar noch stundenweise arbeiten, trotz 4 Kinder. Gejammert hat sie nie!!!
Bei uns zu Hause gilt vor allen Dingen a) gute, hochwertige Lebensmittel (höchste Priorität)
b) schöne Bücher (trotz Internet) und schöne Anziehsachen. Kleidung ist mir wichtig. Ich verdiene mir all‘ meine „Luxus“-Ausgaben, wie schöne Klamotten, Friseur, Fahrrad, Urlaub selber, mein Mann muss dafür keinen Cent bezahlen, möchte ich auch nicht. Auf ein Auto kann ich gut und gerne verzichten. Ist mir nicht wichtig. Ich kann sehr sparsam sein, wenn ich muss. Wenn am Monatsende die Haushaltskasse etwas knapp wird, gibt es halt oft Nudeln oder Kartoffeln mit Quark. Oft ist doch das einfachste Essen, wenn gut zubereitet, köstlich.
Die meisten Frauen sind schon mit einem Kind total überfordert, weil sie die Ansprüche an sich und an den Ehemann extrem hoch schrauben. Wenn ich meine Schwester zitieren darf: „Ein Mann der weniger verdient als ich oder nicht in der Lage ist 4.000 Euro netto zu verdienen“ ist für sie ein Luschi.
Soviel dazu!
 
  • #25
@22
Stimmt- in den letzen 5 Jahren, davor stetig gestiegen und das teilweise drastisch. Und verglichen mit derselben Qualifikation die sich im Schnett aber eebenfalls deutlich erhöht hat, der Anteil an Akademikern ist gestiegen und der der ungelernten gesunken. Die Masse hat Heute real mehr als unsere Elterngeneration.
 
  • #26
wir leben nun mal mittlerweile in einer Welt der extremen Gegensätze..
während es möglich ist mit 350 € im Monat auszukommen, ist es auch ohne weiteres möglich 3500€ im Monat los zu werden ohne das Gefühl zu haben mehr bekommen zu haben.. Schuhe für 15 oder 1500 € ?kein Problem.. laufen kann man in beiden.. Es ist mittlerweile recht schwer sich "reich" zu fühlen ehe man nicht wirklich exorbitante Summen jeden Monat bekommt. Wenn ich mir mein Gehalt in DMark vorstelle krieg ich Schwindelanfälle.. Natürlich leiste ich mir heute auch anderes, da wird’s dann eben das Objektiv von Canon und nicht das von Sigma oder Soligor. natürlich kann man auch mit den billigeren genauso gute Photos machen, aber man kann mit den teureren eben noch was rauskitzeln.. (was aber in keinem Verhältnis zu den Mehrkosten steht.. ) und so gehts mit allem: Urlaub, Fernsehen , Playstation, PC , Laptop, Auto etc.
 
G

Gast

  • #27
Ich weiß nicht ob es früher leichter war (da ich noch jünger bin). Aber ihr habt es sicher nicht nötig sich zu beschweren.... Ich komme mit extrem wenig Geld aus, und kann nur davon träumen, einmal eine Garconniere mieten zu können, Auto zu besitzen oder auf Urlaub zu fahren. Ich glaube, es ist daher ziemlich verständlich, dass ich dich nicht verstehen kann. Wie wärs z.B. mit einem Auto weniger?
 
G

Gast

  • #28
Selbst wenn die ansprueche nicht gestiegen waeren, ja, früher wars wesentlich einfacher.
Ist das nicht völlig klar? Guck dir allein die benzin und goldpreise der letzten 10 jahre an. Wir sind durchschnittlich 1 woche verreist. Reisen ist viel teurer geworden, aber auch noetiger, der druck auf der arbeit ist zu hoch, die werte der umgang innerhalb der gesellschaft haben sich veraendert. Und ein handy muss man heutzutage haben. Hab schon damals klamotten meiner tanten bekommen, waehrend mitschüler auf marken aus waren. Damals konnten wir bauen, heute waers unmöglich gewesen. Und da man uns auch nicht wie frueher zum tanzen auffordert, wie es in discos damals nur der fall war, bin ich hier angemeldet... Vieles hat sich veraendert und das wird noch viel schlimmer. Ich glaub man nennt es inflation ;-(
 
G

Gast

  • #29
Hallo, alles interessante Beiträge und alle auch für sich richtig. Es ist nicht leicht, in der Welt von heute in allem mitzuhalten. Auch werfe ich den jungen Leuten nicht meine (schöne) Straßenkindheit in den 60'ern vor, von wegen wir hatten einen Gockel zu fünft am Sonntag auf dem Tisch, ich selbst wollte die Wehrmachtsentbehrungen der Großonkels als Kind auch nicht hören, wenn ich ein Brot verschmäht habe...

Aber: Großvater teilte sich Bett mit drei Brüdern, Vater teilte sich Bett mit einem Bruder, ich mit zwei Geschwistern ein Zimmer, meine Kinder teilten sich die obere Etage des Elternhauses, jeder ein Zimmer, und jetzt können wir das mal auf die nächste Generation weiter rechnen.

Um dem zu entkommen, brauchen wir nicht allein völlig überzogene Konten bis der graue Mann mit der roten Akte kommt, sondern Lebensinhalt und Schwerpunktverlagerungen.

Mein Prinzip: Wertvolles Essen statt teurer Urlaub, Fahrrad statt Golf7 mit Leder und was weiß ich, Pre Paid Handy - eine 15,- Euro Karte reicht ein halbes Jahr, gute Kleidung, aber bitte ausgesucht und selten gekauft, altmodischer Röhrenfernseher statt 3 D auf der Flachplatte, lieber echtes Kino statt Dolby surround und Kinoatmosphäre im Wohnzimmer. Zelten im Sommer, kein Winterurlaub im Steiger...
Mit meinem A12 könnte ich das Luxuspaket auch mit verdienenden Kindern nicht bezahlen. Ich will es auch gar nicht. Dennoch kenne ich die Singlekultur einiger Bekannter mit ödem AlleineEssen, kenne das Gejammere über Geldmangel, sehe aber auch, dass von denen viele ausschließlich in der Öffentlichkeit essen, nicht aus der Tonne, sondern in "netten" Cafés oder Restaurants, dass ein Hefeweizen von über 5,- Euro gar nicht wahrgenommen wird und kleine Portionen Spaghetti beim Italiener für 11,80 Euro anstandslos gezahlt werden. Da bin ich eben anders drauf.
 
G

Gast

  • #30
Selbst wenn die ansprueche nicht gestiegen waeren, ja, früher wars wesentlich einfacher.
Ist das nicht völlig klar? Guck dir allein die benzin und goldpreise der letzten 10 jahre an. Wir sind durchschnittlich 1 woche verreist. Reisen ist viel teurer geworden, aber auch noetiger, der druck auf der arbeit ist zu hoch, die werte der umgang innerhalb der gesellschaft haben sich veraendert. Und ein handy muss man heutzutage haben. Hab schon damals klamotten meiner tanten bekommen, waehrend mitschüler auf marken aus waren. Damals konnten wir bauen, heute waers unmöglich gewesen. Und da man uns auch nicht wie frueher zum tanzen auffordert, wie es in discos damals nur der fall war, bin ich hier angemeldet... Vieles hat sich veraendert und das wird noch viel schlimmer. Ich glaub man nennt es inflation ;-(
zum großen Teil ist es der Staat der alles verteuert... allein schon die ganzen Öko-vorgaben, dann will man z.B. gesetzlich festlegen (eine Idee die umgesetzt werden soll um Immobilienblasen zu vermeiden) dass man nur noch mit hohem Eigenkapital bauen darf, dann sind die Steuern und Abgaben gestiegen, die Mehrwertsteuer, Versicherungssteuern etc.

dann will man auf allen Straßen eine km-abhängige PKW-Maut evtl. die v.a. Pendler belastet etc. pp.

der Staat ist es auch, der vieles verteuert hat. Früher war es weniger überreguliert, Spitzensteuersätze griffen erst viel später zu und nicht bei breiter Masse, allein durch staatliche Eingriffe wird das Leben für alle teurer.

mittlerweile soll man sich auch noch überall teuer selber zusatzversichern.