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  • #1

Wie kann ich mein Beuteschema verändern? Oder geht das vielleicht gar nicht?

Ich habe folgendes Problem: ich möchte gerne mein Beuteschema verändern. Bis Mitte 20 hatte ich immer das Glück, dass mein Typ Mann sich auch meistens für mich interessiert hat und es auch charakterlich usw. gepasst hat. Zumindest eine gewisse Zeit ;) In den letzten Jahren hatte ich eher Pech mit meinem Typ Mann. Stehe auf groß (dunkel oder blond egal), sportlich trainiert und arrogante Ausstrahlung. Natürlich sollen sie dann nicht wirklich arrogant sein. Ich treffe mich nun seit ein paar Wochen mit einem Mann, der überhaupt nicht mein Typ ist. Er ist sogar dicklich. Ich mag ihn gerne, aber der Funke springt einfach nicht über. Kann das noch kommen oder bin ich jetzt auf ewig verdammt, mich in die falschen Männer zu verlieben? w/30
 
  • #2
Nach meiner Einschätzung liegt bei dir gar kein Beuteschemaproblem vor; dieser neutrale Begriff verschleiert das eigentliche Problem. Du stehst auf große Männer - das tun Millionen andere Frauen auch. Du stehst auf sportliche Männer - ebenso wie Millionen andere Frauen. OK, in Sachen arrogant wirkende Männer, brauchst du sicherlich keine Konkurrenz zu fürchten, aber wenn wir weitere typischerweise begehrte Eigenschaften aufzählen, wirst du bestimmt auch Interesse bekunden. Es könnte sein, dass dein Problem nicht das Beuteschema, sondern der Anspruch ist. Wer aber Ansprüche hat, muss auch welche erfüllen können. Und hier könnte ein Mismatch vorliegen. Überprüfe das mal selbst.

Die Frage, ob man sein Beuteschema verändern kann oder sollte, hängt immer von der Eigenschaft ab, die man betrachtet. Wer zum Beispiel meint, es müsse unbedingt ein schwarzhaariger Mann sein, der sollte auf jeden Fall über seinen Schatten springen. Wer aber selbst hochintelligent ist, der tut einfach niemandem einen Gefallen, einen minderbemittelten Mann kennenzulernen. Das wird auf Dauer nicht gutgehen. Es gibt zu diesem Thema ja auch gerade einen Parallel-Thread.
 
  • #3
Liebe Fragenstellerin,

wie lange kennst Du schon den Mann, von dem Du hier sprichst? Und warum willst Du, dass der Funke überspringt. Angeblich - so sagen manchmal Legenden, soll es ja möglich sein, sich mit dem Kopf zu verlieben - irgendwie - in unendlichen Weiten des Kosmos unverständlicher Umstände menschlicher Natur - aber keine Ahnung, wie das gehen soll.

Wie lange willst Du es denn noch mit dem Herren probieren? Meinst Du, es tut Dir gut, wenn der Funke nicht überspringt und Du es willst?
Verändere Dich doch nicht Dich wegen einem Mann, von dem Du nicht einmal weißt, ob er Dich will ... verändere Dich, wenn überhaupt, nur aus tiefer Überzeugung aus Dir selbst heraus, dass es das Richtige ist, und das ist ein Mann, in den Du nicht verliebt bist und wahrscheinlich nicht sein wirst, definitiv nicht. Zumindest denke ich das.

Daher meine Empfehlung: Verändere Dich nicht - Dein Männergeschmack ist super, finde ich.

Mit freundlichen Grüßen Niko m(25) 7E22AC77
 
  • #4
1. Man kann mit dem Kopf bewusst Nein sagen und sollte das auch tun, falls man erkennt, dass man inkompatibel ist und nicht miteinander glücklich werden wird. Umgekehrt ist es aber nicht möglich, absichtlich mit dem Herzen Ja zu sagen, denn solche Gefühle kann man nicht steuern.

2. Man kann sein Beuteschema insofern verändern, als dass man erwachsener und reifer werden kann bezüglich dem, worauf man wirklich steht. Viele erkennen erst mit der nötigen Reife, dass das, was sie wirklich anmacht zum Beispiel das Lächeln, die Ausstrahlung oder Charaktereigenschaften wie Verläßlichkeit, Warmherzigkeit, Lebensfreude sind. Es ist in meinen Augen regelrecht albern, auf "groß" zu stehen. Sicherlich kann man als Frau gerne einen Mann haben wollen, der größer ist als man selbst, aber nicht jeder große Mann ist attraktiv, sondern letztlich kommt es in Wahrheit auf Ausstrahlung, Wellenlänge, Chemie, Lächeln und ähnliche Dinge an, die wir ohnehin nicht beeinflussen können. Haarfarbe, Körpergröße, Körbchengröße oder ähnlich oberflächliche Eigenschaften tragen zwar dazu bei, wen wir uns anschauen, aber lassen nicht wirklich den Funken überspringen.
 
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  • #5
Hallo Fragestellerin!

Ich finde, dass ist eine interessante Frage.

Mir wurde im Psychogieunterricht beigebracht, dass das mit dem Beuteschema leider wirklich so ist, dass Mann oder Frau sich ein bestimmtes Schema heraussuchen, dem sie hinterherlaufen. Das betrifft auch nicht nur Äußerlichkeiten wie Haarfarbe usw. Auch bestimmte Charaktereigenschafften wie ob es ein ruhiger Typ ist oder mehr extrovertiert, oder ob er romantisch veranlagt ist oder mehr pragmatisch. Das bestimmte Schema passt in das eigene Konzept rein. Was nicht ins eigenen Konzept reinpasst, wird abgelehnt. Das ist leider schade, wenn tatsächlich mal der richtige Mann vor der Tür steht und derjenige abgelehnt wird, weil er überhaupt nicht ins Konzept passt. :-( Jedenfalls hat das was mit der eigenen Vergangenheit zu tun. Ich könnte dir da ganz krasse Beispiele nennen, falls dich das interessiert.

Verlieben ist eine Bauchsache, da kann der Verstand leider wenig ausrichten. Wenn der Funke noch nicht überspringt bei dem Herrn wie du sagst, dann ist das OK. Rede mit ihm offen darüber, sonst macht er sich vielleicht falsche Hoffnungen. Lass dich nicht unter Druck setzen auch nicht von dir selber. Du schreibst, dass du ihn magst. Vielleicht werdet ihr ein Paar und braucht einfach nur ein wenig länger. Vielleicht wird es auch nichts mit euch, dann habt ihr wenigstens ein paar schöne Stunden verbracht. Vielleicht steht auch etwas zwischen euch, was du nicht weißt. Jedenfalls finde ich es gut dass du nicht sofort die Flucht ergriffen hast, obwohl er offensichtlich nicht in dein Beuteschema passt. Das ist ein Zeichen, dass du dich kritisch mit deiner Partnerwahl auseinander setzt. Das muss man nämlich, wenn, und jetzt die gute Nachricht: aus seinem Beuteschema kann man auch wieder rauskommen. Allerdings muss man sich dann sehr kritisch mit sich selber auseinandersetzen. Das ist oft ein hartes Stück Arbeit.


Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und viel Erfolg bei deiner Suche. :)
 
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  • #6
@ Frederika:

Ich persönlich finde das Beutekriterium "groß" ganz und gar nicht albern - das dürfte mittlerweile aus vielen meiner Antworten einigen hier bekannt sein. ;) Ich bin 1,71 m groß - das ist jetzt nicht richtig groß aber relativ groß. Dazu ziehe ich meistens Schuhe mit 3-5 cm Absatz an, womit ich dann entsprechend größer bin. Dies tue ich nicht, um größer zu sein, sondern, weil ich mich damit weiblicher fühle, einen anmutigeren Gang habe und finde, daß es klamottentechnisch einfach besser paßt und schicker aussieht.

Natürlich hast Du Recht damit, daß das Kriterium "groß" alleine nicht reicht, um einen Mann attraktiv zu finden. Natürlich müssen dazu noch Wellenlänge, Ausstrahlung, Chemie, Herzlichkeit, andere optische Kriterien usw. hinzukommen. Aber dies können ja große, kleine und durchschnittlich große Männer haben und auch nicht haben.

Ich habe mich noch nie in einen Mann verliebt, der kleiner ist als ich - und kann es mir auch für die Zukunft nicht vorstellen. Auch ein Mann, der genauso groß ist wie ich, käme nicht in Frage. Hat ein Mann dieselbe Schulterhöhe wie ich bei einem Date, dann macht mich das nervös. Frauen, die genauso groß sind wie ihr Freund, wirken meiner Beobachtung nach meistens irgendwie dann doch größer als ihr Freund und sie erscheinen dann auch kräftiger als sie eigentlich sind - selbst dann, wenn sie schlank sind. Wahrscheinlich, weil es in der Natur eher der Regelfall ist, daß der Mann wesentlich größer ist. Ist die Frau dann gleich groß, denkt man dann wohl automatisch, daß die Frau größer ist. So ist zumindest mein Eindruck, wenn ich Paare sehe, die exakt gleich groß sind.

Ich fühle mich mit einem wesentlich größeren Freund einfach wohl, geborgen, geschützt und beschützt. Insgesamt fühle ich mich damit im positiven Sinne weiblich, den Freund im positiven Sinne männlich.

Nach allem, was ich aus meinem persönlichen Umfeld kenne, aus den Medien dazu gehört habe und hier im Forum so lese, denke ich, daß man die Vorlieben der Geschlechter auf je eine Faustformel runterbrechen kann: Männer stehen auf schlanke Frauen, Frauen stehen auf große Männer. Männer haben allerdings - im Gegensatz zu den Frauen - die Möglichkeit, eine kleine Körpergröße oder andere körperliche oder charakterliche "Nachteile" mit Geld, Macht und Ansehen zu kompensieren. Frauen hingegen müssen nicht dick bleiben, schließlich können sie ja abnehmen. In der Realität passiert das jedoch eher selten.

Ich selbst finde diese "steinzeitlichen" Vorlieben oft ungerecht und auch unsympathisch - auch meine eigenen Vorlieben. Denn ich schließe damit ja kleine und selbst normal große Männer praktisch kategorisch aus. Vom Verstand her finde ich das nicht richtig. Kleine Männer haben es bei der Partnerwahl insgesamt schwerer und das muß bitter sein, wenn man ansonsten ein toller Typ ist. Ich habe mal bei friendscout - rein aus freundschaftlichen Gründen - einen Mann getroffen, der nur 1,65 m oder sogar nur 1,63 m groß war. Und er sagte, es wäre schon schwierig mit der Partnersuche, da selbst viele Frauen, die selbst nur 1,60 m groß oder gar kleiner sind, recht große Männer suchen.

@ Fragestellerin:

Nun, ein echtes, eingebranntes Beuteschema kann man, glaube ich, nicht wirklich ändern. Daß Du auf "groß" stehst, teilst Du, wie ThomasHH schon sagte, mit Millionen anderer Frauen. Sportlich trainiert bevorzugen auch die meisten, wenn sie die Wahl haben. Arrogante Ausstrahlung finde ich etwas merkwürdig und weiß auch nicht, ob das so ratsam ist. Viel Konkurrenz mußt Du - wie ThomasHH ebenfalls sagte - da wahrscheinlich nicht befürchten.

Derjenige, den Du suchst, soll also arrogant wirken aber nicht arrogant sein... Warum? Heißt das, daß Du auf Alpha-Männchen stehst? Und wenn ja, auf echte oder vermeintliche? Suchst Du vielleicht in einem Partner eine Coolness und Lässigkeit, die Dir selbst fehlt? Dann wäre das durchaus etwas, an dem Du vielleicht arbeiten solltest. Und dann wäre es vielleicht auch gut, Dein Beuteschema zu überdenken. Nach meiner Erfahrung sind die meisten, die arrogant wirken, dann auch tatsächlich (etwas) arrogant - und umgekehrt.

Ich stehe nicht auf arrogante oder arrogant wirkende Männer aber auf Männer, die über ein gesundes Selbstbewußtsein verfügen und in den meisten Lebenslagen souverän sind und wirken. Ich stehe auch auf Männer, die mir - in allen möglichen Lebenslagen - gewachsen sind. Das alles halte ich auch für ein "vernünftiges" Beuteschema. Vielleicht ist es auch das eher, was Du meinst?

Was den Mann angeht, den Du momentan triffst - Du scheinst einfach nicht auf ihn zu stehen. So, wie Du ihn beschreibst, glaube ich nicht, daß der Funke da noch überspringen wird. Natürlich muß man sich Zeit zum Kennenlernen geben und sollte erst gar nicht erwarten, daß es beim ersten oder zweiten Treffen sofort funkt. Bei mir persönlich ist es aber so, daß ich den anderen optisch später nicht anders "bewerte" als beim ersten Treffen. Aber näheres Kennenlernen kann zu einer anderen, positiveren Bewertung des Charakters und der charakterlichen Anziehung führen.
 
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  • #7
Ich habe mein Beuteschema bewußt geändert, als ich feststellte, dass mir Männer, die meinem Schema entsprachen, immer nur Kummer bereiteten. Mir blieb praktisch gar nichts anderes übrig. Es dauerte länger, bis ich mich in den Anderen verliebte, weil er erst mal gar nicht mein Typ war, aber dafür hatte die Beziehung Bestand und tat mir gut. (Er ist leider gestorben). Heute halte ich Ausschau nach genau dem Typ, den er verkörperte und finde Männer meines früheren Beuteschemas total uninteressant.
w.,57
 
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  • #8
Wir hatten doch schon mal einen Thread über große und kleine Männer, und Frauen, die tatsächlich behauptet haben, Männer<180cm könnten sie nicht Ernst nehmen.
Liebe Geschlechtsgenossinnen, "große" Männer sind nicht unbedingt größer als andere, sondern nur länger.
 
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Vicky

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  • #9
@ #7:

Falls das wieder in die Richtung geht, daß der Begriff "Größe" bzw. "groß" falsch sei und es angeblich "Länge" bzw. "lang" heißen muß. Nun, selbst im Personalausweis heißt es "Größe" und nicht etwa "Länge". Man fragt auch nicht korrekt, wie lang jemand ist, sondern wie groß. Bloß, weil groß AUCH im übertragenen Sinne benutzt wird wie "Alexander der Große", "Katharina die Große" heißt das nicht, daß "groß" seinen ursprünglichen Wortsinn eingebüßt hat. Ich finde solche Diskussionen immer befremdlich. Ich gebe aber klein bei, wenn hier ein Sprachforscher weilen sollte, der das Gegenteil beweist.

Im übrigen wurde auch nicht behauptet, daß große Männer auch im übertragenen Sinne größer wären. Ich stehe aber auf große Männer, die Fragestellerin auch und unzählige Frauen hier im Forum und draußen eben auch. Ich halte das - mal wieder - für evolutionär bedingt. Ein großer Mann ist meistens auch stärker, schneller, strahlt mehr Abwehr- und Angriffsfähigkeit aus und verspricht so, ein guter Beschützer zu sein. Daß das im Einzelfall anders sein kann, wenn z.B. ein untrainierter, großer Mann auf einen kleinen, schnellen, durchtrainierten Mann als Kontrahenten trifft, steht dem nicht entgegen.
 
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  • #10
@7:
ein kluger Kommentar, Vicky, dem ich absolut zustimme.
Beate
 
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