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Gast

  • #1

Wie habt ihr Euch entschieden?

Es gibt hier sicher einige die nach Jahren Ehe nur noch wie in einer WG mit dem Partner wohnten.

Das passiert mir gerade und ich weiß nicht wie ich mich entscheiden soll.
Er weiß es, aber ich wüsste nicht wie ich es den Kindern erklären soll. Ich wäre dann die "Böse" die den Papa nicht mehr lieb hat und ich bringe es nicht über´s Herz. Zu retten ist es defiitiv nicht mehr, denn ich bin zu lange damit beschäftigt und habe keine Kraft mehr darüber nachzudenken. Wir haben darüber gesprochen, finden aber keine passende Lösung. Mir wäre das "Nestprinzip" am liebsten, doch es ist auch aufwendig es durchzuziehen. Es tut mir auch weh das es von mir kommen muss, diese Entscheidung, denn er möchte weitermachen wegen ihnen.
Wie waren Eure Erfahrungen? Kann man den Schaden gering halten, der Kinder wegen?
Oder soll ich bleiben und eine heile Welt vorspielen?
 
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Gast

  • #2
Ich kann nur aus eigener Erfahrung, dass es so gut wie nicht klappt, als Familie weiterhin unter einem Dach zu leben aber als Paar getrennte Wege zu gehen. Das ist für alle Beteiligten nur mühevoll. Vor allem brauchen Kinder klare Verhältnisse und die bekommt ihr - unter einem Dach - vermutlich nicht auf die Reihe.

Wie alt sind denn die Kinder?

"Wegen ihnen" in einer unglücklichen Ehe zu bleiben ist - wie schon so oft hier zu lesen war - nicht unbedingt gut. Ich hab es auch drei Jahre durchgezogen in denen ich glaubte "es ist doch das beste für die Kinder"!
War es im Grunde aber nicht! Vielleicht gibt es solche Fälle, in denen es "besser" für die Kinder war... weiß ich nicht... ich glaube es mittlerweile nicht mehr!
Klare Verhältnisse, das ist am Anfang natürlich schwierig, auch traurig und ein großer Schritt, aber nur so haben alle die Möglichkeit sich wieder neu zu entfalten und nur so haben alle die Möglichkeit zukünftig wieder ein richtig schönes Leben führen zu können! :)

w/38
 
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Gast

  • #3
Nein, bitte nicht heile Welt vorspielen.
Handle wie eine starke, reife und erwachsene Frau authentisch, aber resepektvoll und stehe zu den Tatsachen, dass Eure Beziehung nicht mehr zu retten ist.
Das ist den Kindern gegenüber das beste Beispiel, das Du geben kannst.

Kinder spüren immer die offenen oder verdeckten Spannungen zwischen den Eltern, und niemand wird glücklich, wenn er sich jahrelang verstellen muss, um ein schönes Trugbild aufrechtzuerhalten.

Ich habe es selbst mitgemacht, wie letzteres sich aus der Sicht des Kindes anfühlt - und ich sage Dir, es ist nicht einfach, wenn man die schneidende Stille der Sprachlosigkeit der Eltern im Wechsel mit erniedrigenden Eklats erleben darf, und dann auch noch von der Mutter zu hören bekommt: Ich habe Dir zu Gefallen 10 Jahre gelitten.

DAS ist aus meiner Sicht der größte Trugschluss, der einem erwachsenen Menschen unterlaufen kann.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie, dass Du es besser machen kannnst.

w, 37
 
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Gast

  • #4
Meine Tochter hatte extreme Verlustängste nach der Trennung. Sie war zu 3 Jahre alt. Ich konnte nicht einmal alleine zur Toilette gehen. Das klingt im ersten Moment sicherlich lustig, aber ist es nicht, wenn man das selbst erleben muss. Nach einiger Zeit ging dies aber vorbei.

Ich konnte nicht mehr in einer Beziehung leben, in der meine Tochter und ich von IHM wie Dreck behandelt werden. Er hat sich nie um unsere Tochter gekümmert. Er ist tagelang weggeblieben, hat unserer Tochter alles mögliche versprochen und nichts gehalten. Er hat alles gev...., was nicht schnell genug wegkam. Ich habe durch diesen Stress sehr gelitten.

Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende!

Meine Tochter (jetzt 13) hat keine Schäden davongetragen. Sie ist ein ganz normales Mädchen geworden. Also mach Nägel mit Köpfen. Eine Trennung ist nicht so schlimm, wie eine dauerhafte, Stress-Beziehung.
 
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  • #5
Ich habe das auch so erlebt und nach langer Entscheidungphase, dann entschieden, dass nicht mehr ewig so weiterzuleben. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass das für keinen der Beteiligten auf Dauer gesund sein kann.

Bei Dir hört es sich auch so an, als ob Du sehr offen mit Deinem Mann darüber reden kannst. Deswegen ist ein Nestmodell auch möglich. Bewusst muss Dir sein, dass Ihr dann natürlich weiterhin viel Kontakt haben werdet.
Wir haben uns aus verschiedenen Gründen letztendlich für das Wechselmodell entschieden. D. h. jeder der Elternteile lebt in seiner Wohnung, das Kind hat bei jedem ein Kinderzimmer und lebt je zu 50% bei den Elternteilen, auch hier ist gute Kommunikation der Elternteile Voraussetzung und nahegelegene Wohnungen... Bei uns funktioniert es sehr gut. Es geht uns allen heute besser. Unser Kind war bei der Trennung knapp 5.
Je nachdem wie alt Deine Kinder sind, würde ich offen und ehrlich erklären (altersgerecht) und auch nicht im Detail, dass sich jetzt etwas ändert...(ohne positive/negative Bewertung von Euch Eltern). Ich denke, wie Kinder reagieren hängt hauptsächlich damit zusammen, wie die Eltern damit umgehen und das den Kindern ggü. kommunizieren...
Ganz schlecht finde ich sowas: z. B. es ist ja so furchtbar schrecklich und traurig, aber der Papa/die Mama hat dies und jenes gemacht/nicht gemacht und deswegen trennen wir uns - klar fühlt sich das Kind da schlecht und versteht, dass das was Negatives ist, weil es ihm auch so vermittelt wird.
Grundsätzlich haben aber Kinder (je nach Alter) doch noch den tollen Vorteil, dass sie noch nicht so geprägt sind und eine Trennung automatisch als schlecht empfinden, sondern erst mal nur als Veränderung!

Ich wünsche Euch alles Gute!
w, 35
 
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  • #6
Danke für Eure Antworten. Ich dachte schon das Kritik auf mich wartet, denn hier wird oft gnadenlos über Menschen gerichtet anhand von ein paar Infos! :)

Es ist schon wahr das man unter einem Dach nicht "getrennt" sein kann. Doch wenn man sich trennt warten andere, vielleicht auch schlimmere "Gefahren" die dann den Kindern schaden können. Wie z.B. Papa oder Mama finden eine/n neue/n Freund/in. Da fängt der Stress wieder an, da kann man nicht vorhersehen wie der Expartner der eventuell immer noch Single ist reagiert. Eifersucht, Kinder als Druck- und Rachemittel...? Das macht mir alles Angst. Geschweige denn weitere Kinder kommen bei einem von beiden ins Spiel... Ich habe es zwar nicht selbst erlebt, muss aber frustrierend sein für die Kinder sein, auf einmal "Ex-Kinder" zu sein/ sich als Nummer 2 zu fühlen...
Es geht mir so vieles durch den Kopf, ich schaue alte Fotos an und möchte es einerseits nicht loslassen und andererseits- gibt es mir keine Ruhe. Danke für´s "zuhören"...

#3: das tut mir Leid wie es mit Deiner Tochter gelaufen ist, so klein und doch hat sie es gespürt? Meine ist auch so alt und sie merkt nichts, da es auch nicht zu Streit kommt, doch mein Sohn könnte schon damit konfrontiert werden...:(

#2: auch wenn ich bleiben würde, könnte ich es nie meinen Kindern vorwerfen, wie schrecklich!

#1: klingt so als ob bei Dir am Schluss doch Frieden eingekehrt ist?
Die Kinder sind 3 und 10.

Ich hoffe nur diese Zerrissenheit endet irgendwann, so oder so...denn mittlerweile "regiert" dieses Gefühl mit mir täglich! :(
 
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  • #7
Ich habe das auch so erlebt und nach langer Entscheidungphase, dann entschieden, dass nicht mehr ewig so weiterzuleben. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass das für keinen der Beteiligten auf Dauer gesund sein kann.

Bei Dir hört es sich auch so an, als ob Du sehr offen mit Deinem Mann darüber reden kannst. Deswegen ist ein Nestmodell auch möglich. Bewusst muss Dir sein, dass Ihr dann natürlich weiterhin viel Kontakt haben werdet.
Wir haben uns aus verschiedenen Gründen letztendlich für das Wechselmodell entschieden. D. h. jeder der Elternteile lebt in seiner Wohnung, das Kind hat bei jedem ein Kinderzimmer und lebt je zu 50% bei den Elternteilen, auch hier ist gute Kommunikation der Elternteile Voraussetzung und nahegelegene Wohnungen...
FS nochmal:
Auf jeden Fall sehr ungesund :/
Natürlch werden wir Kontakt haben, wir kommen eigentlich sonst auch gut aus, können uns gut unterhalten, es ist nur zuviel passiert, die Nähe ist fast ganz verschwunden und ich kann ohne dieses Gefühl nicht die Partnerin "spielen". Ich komme mir in erster Linie mir selbst gegenüber wie eine Verräterin wenn ich das weiter mitmache. Ich habe schon jetzt einiges an Selbstrespekt verloren, ich darf das nicht ganz zulassen.
Ich werde das Thema wieder anschneiden und schauen ob wir uns irgendwie einigen können. So geht das nicht weiter, er nähert sich mir ständig und ich gebe nach aus Pflichtgefühl. Ich kann mich selbst nicht leiden mit meinem Helfersyndrom!
Bei Dir klingt es auch so als ob es sich gelegt hat und ihr alle weider zufrieden seid. Es ist wohl nicht das Ende der Welt wie es mir in diesem Moment vorkommt. Lg
 
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  • #8
hier noch mal die #4
Bei uns war es ähnlich, es war nur noch ein rein freundschaftliches Gefühl von meiner Seite übrig und wir lebten lange Zeit in einer "WG".
Bei mir hat sich das irgendwann tatsächlich auch gesundheitlich/körperlich negativ bemerkbar gemacht... und der Wunsch irgendwann endlich wieder eine erfüllte Partnerschaft zu haben wurde immer größer.

Es ist aber klar, vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind, dass das keine Entscheidung ist, die man mal so ganz schnell trifft. Ich war 14 Jahre mit meinem Partner zusammen. Es ist ein Entscheidungsprozess und es wird harte Tage geben, aber es ist nicht das Ende der Welt!! Es wird weitergehen und es wird sich beruhigen... ich kann nur sagen, dass ich mir das selbst vorher auch nicht zugetraut hätte und heute blicke ich (be-) wundernd darauf zurück und habe einiges an Selbstwertgefühl dazugewonnen, weil ich das geschafft habe.
Suche Dir Freundinnen/Verwandte, die Dich unterstützen und für Dich da sind. Und professionelle Hilfe von einer Therapeutin/einem Therapeuten...

w, 35
 
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  • #9
Ich empfehle das Buch "Glückliche Scheidungskinder". Die Trennung funktioniert, und das Buch erklärt, wie die Kinder damit umgehen, und wie man mit Kindern umgehen muß. Es hat mich in meinem Leben sehr unterstützt.
 
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  • #10
Bei mir hat sich das irgendwann tatsächlich auch gesundheitlich/körperlich negativ bemerkbar gemacht... und der Wunsch irgendwann endlich wieder eine erfüllte Partnerschaft zu haben wurde immer größer...
w, 35
Ja, das kommt mir bekannt vor, ist gerade bei mir auch der Fall! Nach so vielen glücklichen Jahren, kann ich es nicht fassen, das ich mich jetzt danach sehnen muss... :(
 
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  • #11
Mir ging es ähnlich.War 29 Jahre verheiratet, Kinder groß und zum Teil ausser Haus. Wir beide- jeder für sich - überlegten, wie es weiter gehen soll, auch Trennung war eine Option. Bis sie vor 3 Jahren plötzlich und unerwartet starb. Danach wurde mir klar, was ich hatte und was ich unwiederruflich verloren habe. Von diesen Schicksalsschlag habe ich mich bis heute nicht erholt. Überlegt Euch gut, was Ihr tut! m,53
 
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  • #12
Nest oder Wechselmodell ist zu empfehlen - aber bitte immer die Kinder zusammen lassen. Teilt wirklich 50:50, also Zeiten und auch Finanzielles. eine Woche bei dir, eine Woche bei ihm. Du gehst wieder arbeiten und kannst ebenso die Kosten für deinen Teil übernehmen. Wenn ihr noch freundschaftlich miteinander klar kommt, um so besser. ABER: es muss für beide klar sein, dass auf jeder Seite dann wieder ein neuer Partner hinzukommen kann.

Dass es möglich ist, auch dann keinen Scheidungskrieg, keine Rache usw. über die Kinder auszuführen, zeigt unser Beispiel. Aber da müssen wirklich zwei erwachsenen Menschen als Eltern fungieren. Sofern auch nur einer verrückt spielt und Macht ausüben will (bei 2-WE-Zahlvätern gerne die Kindsmutter, gesteuert über Geld oder Umgangszeiten) funktioniert kein Modell mehr und die Kinder leiden.

"Verkauft" die Entscheidung über die Trennung als gemeinsame Entscheidung von Euch Eltern, es ist hier in diesem Fall wirklich niemand schuld. Immerhin hat keiner fremdgepoppt- oder? Dann wäre die "Schuldfrage" natürlich eine andere.

viel Glück w/43
 
  • #13
Also nach dem was hier steht, hoffe ich, dass die FS sich noch nicht entschieden hat.

Also hier ist keiner Alkoholiker, keiner wird hier geschlagen, oder verspielt das ganze Geld und es geht hier noch nicht mal einer fremd. Das einzige was passiert ist, die Liebe ist in den letzten Jahren etwas auf der Strecke geblieben.

Die FS schreibt etwas von nachdenken und dass sie das nicht mehr möchte, was spricht gegen reden? Ich kann auch beim besten Willen nicht verstehen vom welchem Helfersyndrom die FS hier redet. Hat sie aus Mitleid noch Sex mit ihrem Ehemann?

Die FS sollte mit ihrem Mann reden und versuchen die Ehe zuretten und sich in den Mann neu verlieben. Wir reden hier von keinem Paar an sich, es geht hier um 4 Menschen und wenn der Mammi urplötzlich aufgefallen ist, dass sie den Pappi doch nicht mehr lieb hat, dann trennen wir mal das ganze System, damit Mammi etwas suchen kann, was eigentlich schon da ist.

Liebe kommt nicht von heute auf morgen und Liebe geht nicht von heute auf morgen, man muss was dafür tun.