• #1

Wie geht man mit unterschiedlichen Bedürfnissen um?

Hallo.

Ich bin 35 und mit meiner aktuellen Partnerin seit fast 2 Jahren zusammen. Wir führen noch eine Fernbeziehung.

Sie kommuniziert sehr viel, ich dagegen weniger. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, mir zu schreiben oder mit mir zu telefonieren. Ich habe aber fast nie Lust auf telefonieren, weil ich eh nicht weiß, worüber ich reden soll. Trotzdem tue ich ihr meistens den Gefallen. Das führt dann dazu, dass es sich für mich wie eine Pflichtübung anfühlt und dass ich es nur ihrzuliebe mache. Ich bin meist schon genervt wenn sie mir mitteilt, dass sie heute gerne telefonieren würde (was alle 2-3 Tage der Fall ist).

Wie kann man diese Situation entschärfen? Worin besteht der Konflikt genau, und wie kann ich ihn am besten thematisieren?

Ich bin gespannt auf Meinungen.
 
  • #2
Habt ihr vor, die fernbeziehung mal zu beenden? Habt ihr mal erlebt, wie es so ist, in einer Stadt zu sein? Mein Problem wäre eher, dass ich befürchten würde, dass das auch im Alltag nicht passt. Wenn sie sehr viele Nähe und Zeit mit dir verbringen will und viel reden, und du nicht? Das ist ist ein Grund zum Scheitern. Oder bezieht sich das nur auf das Kontakt halten?
Ich denke, da kann man schon einen Kompromiss finden, eben in der Mitte von beiden. Nicht so oft telefonieren, dafür häufiger kurz schreiben oä. Aber das musst du mit ihr persönlich mal bereden. Dass du nicht der Typ dafür bist, aber dass du sie liebst (wenn du das tust; aktuelle Freundin klingt in meinen Ohren so schnelllebig, als könnte das morgen schon die nächste sein..).
W, 35
 
  • #3
Besorge dir ein Headset, dann kannst du nebenbei in deiner Wohnung rumrodeln. Entdecke den Reiz von Radsportübertragungen im TV. Die kann man auch ohne Ton geniesen. 3dd
Lerne nur teilweise zuzuhören und dann an etwas zu denken. Lerne wann du wirklich zuhören musst und wann nicht.
Du wirst wahrscheinlich hier einiges
 
  • #4
Manchmal frage ich mich, warum Männer und Frauen überhaupt zusammen sind. Wenn schon die Kommunikation eine Mühe darstellt.

Es gibt viele Männer, die das ähnlich wie du sehen.
Woran das liegt, kannst du dir nur selbst beantworten.
Vielleicht willst du nicht so viel Nähe?
Oder die Themen einer Frau langweilen dich und dir reichen körperliche Nähe und gemeinsame Unternehmungen? Um die zu bekommen, musst du dich auf die Bedürfnisse deiner Freundin einstellen?
Kommunizierst du insgesamt nicht gerne? Oder nur mit Frauen nicht? Oder nur mit dieser Frau nicht gerne?

Ehrlicher wäre es dann, eine Affäre zu haben und ansonsten in der Männerwelt zu bleiben.
 
  • #5
Ich habe aber fast nie Lust auf telefonieren, weil ich eh nicht weiß, worüber ich reden soll.
Schwierig! Ich bin der Meinung es passt nicht und jeder, der sich hier einschränken oder ändern muss, wir unglücklich werden. Du bist ja jetzt schon total unzufrieden.
Wie soll es denn werden, wenn ihr mal zusammen wohnt, wenn du jetzt schon keine Lust hast, 2-3 Mal in der Woche zu telefonieren?
Ich nehme an, sie wird mit dir jeden Abend reden wollen, weil sie sich mitteilen möchte du hingegen "erträgst" das.
Da herrscht keine Kompatibilität, würde ich meinen.
 
  • #6
Lieber FS

Ich kann dich da total verstehen, denn ich bin auch nicht so die Telefoniererin. Ich lebe mit meinem Partner zusammen und er ist auch niemand, der sich permanent mitteilen muss. Aber wenn er ein paar Tage auf Dienstreise ist, will er Videoanruf machen, was mich dann auch etwas nervt . Ich sage ihm das dann auch so. Er möchte aber trotzdem nur ganz kurz telefonieren
Nun denn: du sagst , du weißt nicht, worüber du reden sollst. Worüber sprecht ihr denn sonst so?
Bei mir liegt es nicht daran, dass ich nicht weiß, was ich sagen soll. Es ist eher so, dass ich die Person gern vor mir sitzen habe. Vielleicht kannst du ihr das auch als Grund nennen.

W/38
 
  • #7
Ehrlicher wäre es dann, eine Affäre zu haben und ansonsten in der Männerwelt zu bleiben.
Oder eine Frau zu finden wie mich, deren Telefonate 30 Sekunden dauern, weil es in ihnen um den Austausch von Informationen geht und auch das nur mit Leuten, die nicht what's appen wollen wie meine alte Mutter.
Auch mir ist es wirklich rätselhaft, was man sich denn alle zwei Tage stundenlang zu erzählen hat.
Und auch mich langweilt das ganz furchtbar.

Die Frau anzulügen, Interesse zu heucheln, wie hier vorgeschlagen, finde ich doof.
Naja, vielen Leuten reicht es nicht, den Partner nur am Wochenende zu treffen und zu sprechen. Da habe ich Glück mit meinem.
Der FS leider nicht.
Was man da machen kann, weiß ich nicht. Einer von beiden wird immer unzufrieden sein.

w 52
 
  • #8
Es gibt viele Männer, die das ähnlich wie du sehen.
Es gibt auch solche Frauen. Mich. Ich rede nicht, um des Redens willen, wenn es nichts konkretes zu erzählen oder zu besprechen gibt, dann muss ich niemanden vollblubbern.

Insbesondere hasse ich es, wenn meine Mutter anruft (min. aller 3 Tage) "um mal zu hören, wie es mir geht". "Gut. Normal, keine Besonderheiten. "
Und dann redet sie und redet, lässt einen nicht zu Wort kommen, kommt vom Hundertsten ins Tausende aber nicht zum Punkt. Erzählt mir Dinge von Leuten, die ich nicht kenne und die mich auch überhaupt nicht interessieren. Das macht mich leicht aggressiv und ich sehe es als reine Zeitverschwendung.
Solche Leute wollen nicht mit einem reden, sondern sich selbst reden hören.

Es gibt auch Männer, die alles ungefiltert rausspulen, was ihnen durch den Kopf geht.

Finde ich unerträglich.

Lieber Fs, wenn sie dir azch real so auf den Keks geht, dann passt ja wohl einfach in eurem Kommunikationsverhalten nicht. Sie will viel reden und du wenig, das macht euch beide unglücklich.
 
  • #9
Manchmal frage ich mich echt, was für Mutmaßungen hier geäußert werden. Er hat einfach nur ein anderes Bedürfnis wie seine Freundin....
Und darüber musst Du mit ihr ehrlich reden und gemeinsam einen Kompromiss finden. Das ist machbar und fair ihr gegenüber.
 
  • #10
Das führt dann dazu, dass es sich für mich wie eine Pflichtübung anfühlt und dass ich es nur ihrzuliebe mache. Ich bin meist schon genervt wenn sie mir mitteilt, dass sie heute gerne telefonieren würde (was alle 2-3 Tage der Fall ist).
Das allerwichtigste ist eine Kompatibilität in der Kommunikation, wenn dies nicht vorhanden ist, wie es bei euch wohl ist, geht das leider nicht, die Beziehung wird enden. Überlege einmal, wie das wohl sein wird, wenn ihr zusammen lebt, was auf dich zukommt, das geht dann erst recht nicht, sie möchte immer reden, du aber nicht!
 
  • #11
Worin besteht der Konflikt genau, und wie kann ich ihn am besten thematisieren?
Ich würde sagen, so wie Du geschrieben hast: Unterschiedliche Bedürfnisse und nur einer setzt sich durch.

Ich würde noch unterscheiden, ob sie nur telefonieren will, um die Verbindung zu halten, also nichts geredet wird außer "ich finde dich toll, ich liebe dich, ich vermisse dich" und Belangloses über den Tag, um die Sprechpausen zu füllen, oder ob sie allgemein das Bedürfnis hat zu quatschen wie ein Wasserfall über Nachbarn, Leute, die Du nicht kennst, ... Vielleicht ist sie auch ein kommunikativer Typ, der durchaus Niveau hat, also sie ist intellektuell an vielem interessiert und tauscht sich gern über Abstraktes aus oder schickt Humorbildchen.

Wenn Dich das null interessiert, was sie so macht, ob es ihr gut geht usw. und Du nur am WE Kontakt bräuchtest, wenn ihr euch seht, klingt das ja eher nach Affäre für schöne Stunden.
Also frage Dich mal, ob es an Dir liegen könnte in Hinsicht auf Desinteresse an der Partnerin oder ob Du in Hinsicht auf soziale Kompetenzen noch nicht aus dem Ei geschlüpft bist. Oder ob Dich das einfach nervt, weil es zu viel Information über Gedöns ist.

Ich war auch ein Mensch, den sowas anödete, wenn sich nur angerufen wurde, um Sprechblasen auszutauschen. Aber heute denke ich, dass es auch eine Art Fürsorge ist. Also einfach mal hören, wie es dem anderen so ergangen ist, ob alles in Ordnung ist. Nicht mehr der Anspruch, dass wenn man redet auch relevante Infos ausgetauscht werden sollen. Das Gespräch kann dann allerdings auch entsprechend kurz werden. Und die ganze Schreiberei am Tag nervt trotzdem, wenn Du nicht der kommunikative Typ bist.

Ich denke auch, Dein Konflikt besteht darin, dass Du der Situation nicht Herr wirst. Du traust Dich nicht zu sagen, dass Du kein Interesse an so viel Austausch hast. Warum schreibst Du nicht mal, dass Du nicht telefonieren willst? Ich denke mal, das geht nach 2 Jahren nicht mehr, weil sie dann denkt, Du hast ne andere oder zumindest willst Du die Bez. nicht mehr.

Tja, was tun ... Ich würde sagen, die Schreiberei nach und nach drastisch reduzieren und fürs Telefonieren alle 2, 3 Tage Deine Einstellung ändern, dass Dich das wirklich interessiert, wie es ihr geht. Ist ja Deine Partnerin. Aber das funktioniert natürlich nur, wenn man nicht schon 100 Nachrichten austauschte.
 
  • #12
Wie so oft, wird hier auch am Thema vorbeigeredet. Es geht hier nicht darum, dass die Frau zuviel oder zuwenig redet. Ich bin auch die wenigredende. Es geht darum, dass FS seit zwei Jahren (!) Fernbeziehung führt und Ende ist nicht in Sicht. Und es geht darum, dass er seit langem seine Freundin belügt. Dann wird es auch so einer, der dich plötzlich trennt, obwohl alles gepasst hat.
FS, deine Freundin will dir nah sein. Da ihr nur alle 2-3 Tage telefoniert, bekommst du es dann in konzentrierter Form. Sie war schon immer so, du hast es gewusst. Die Frage ist natürlich, warum zieht ihr nicht zusammen und warum der Wunsch deiner Freundin mit dir zu reden (übrigens absolut normaler Wunsch ) dich auf die Palme bringt. Finde raus, ob du allgemein introvertiert bist oder dir reicht, das WE-Affäre zu haben,in diesem Fall trenne dich und suche dementsprechende Frau, alles andere ist egoistisch deinerseits.
 
  • #13
Mein Lieber,
ich fürchte, da ist ein ganz anderes Problem am Werke: Ihr habt einfach ganz unterschiedliche Nähe- und Distanzbedürfnisse. Was genau magst du denn an ihr, was willst du von ihr? Reicht es dir, dass es sie gibt, und du möchtest sie nur gelegentlich sehen, wenn du auch körperliche Bedürfnisse hast? Oder wenn etwas Konkretes ansteht? Kontakt halten, schreiben und alle 2 bis 3 Tage telefonieren finde ich jetzt bei einer Fernbeziehung nicht zu viel verlangt. Aber das ist halt unterschiedlich. Es gibt - wie wir ja hier anhand der Posts von Frauen weiter oben sehen - Frauen wie Männer, die es nicht ganz so nah brauchen. Bei manchen Menschen, die Nähe vermeiden, mag eine veritable Bindungsangst dahinterstecken, bei manchen ist es vielleicht auch weniger dramatisch.

Ich würde an einem Mann wie dir auch "zerschellen". Ich habe ein großes Mitteilungsbedürfnis, auch was gesellschaftliche Entwicklungen angeht, Dinge, die mich beschäftigen; ich möchte berichten, was ich erlebt, wen ich getroffen habe, was ich über politische Entwicklungen denke - und dazu wünsche ich mir auch ein Feedback und interessanten Input meines Gegenübers. Wenn das meinen Partner nicht interessiert, er das anstrengend findet und er auch nichts von sich und aus seinem Leben erzählen und mit mir teilen möchte, dann ist er nicht der richtige Partner für mich. Kommunikation/Austausch ist für mich das Wichtigste in einer Beziehung (egal zu wem). Hab ich das nicht, brauche ich auch die Beziehung nicht. Nur ins Theater gehen und dann ein bisschen quatschen kann ich auch mit Bekannten, das ist mir für eine Beziehung zu wenig.

Vielleicht ist in deinem Kopf auch einfach nicht besonders viel los oder sie erzählt zu triviales Zeug?

Weißt du was? Ihr passt einfach nicht zusammen. Und es wäre wohl gut, ihr kämt erst gar nicht dahin, dass ihr zusammenzieht. Wenn sie dich jetzt schon nervt, warum solltest du es überhaupt erwägen?
Und fake bloß kein Interesse, wie oben vorgeschlagen, oder lass ihren Redestrom durchrauschen - das wäre heuchlerisch und ziemlich verabscheuungswürdig.

Frag dich vielleicht mal, wie eine Frau sein sollte, die dich nicht nervt, mit der du richtig gern zusammenwärst, und mache dann einen Abgleich mit deiner Freundin. Nur gutes Aussehen (was ich jetzt mal vermute) ist kein Grund, um mit einer Frau zusammenzubleiben. Und solch eine unpassende Fernbeziehung ist allemal ein Grund, auch dich zu hinterfragen und dich zu fragen, warum du nicht das Leben, die Gedanken und den Alltag mit deiner Freundin teilen magst.

Fröhliches Nachdenken wünscht
Hauself (w55)
 
  • #14
Warum seid ihr zusammen?
Was liebst du an ihr?
Welche gemeinsamen Wertvorstellungen, geistigen Interessen habt ihr? Warum hast du ihr mit Mitte 30 noch nichts zu erzählen- oder öffnest du dich nicht gern?

Ich hätte nie weiteres Interesse entwickelt an einem Mann, der mir nichts zu sagen hat, egal ob am Telefon oder direkt. Mir ist gemeinsames emotionales, geistiges Schwingen sehr wichtig, als Lackmustest dafür, ob es überhaupt passt und dafür, ob es Bestand und Perspektive haben kann.
Manchmal ist das Telefon die einzige Barriere, die einen daran hindert, übereinander herzufallen. Letzteres ist auch sehr schön, aber doch nicht alles.

@frei und @Joggerin : ich lese eure Beiträge so gern- und es ist unvorstellbar für mich, dass ihr mündlich weniger interessant wärt, dass es da nicht zu ping-pong kommen würde.

Ich telefonierte nicht gern mit meiner Mutter, das war Pflichtübung, die ich gerade aussetze, auch weil sie dabei gern ihr Besorgnis-/ Kontrollprogramm abspulte, aber mich, mit dem was mir wichtig war, dann gern abkürzte.

Aber ansonsten kann ich mich nicht hineinversetzen, wie und warum jemand nicht gern telefoniert, mit jemandem, mit dem zusammen es Gesprächsthemen gäbe. Mit meinem Exmann hatte ich täglich eine Stunde telefoniert bis zu dem Zeitpunkt, als unsere Beziehung gescheitert war.
 
  • #15
Ich bin jetzt auch nicht so jemand der extrem gerne telefoniert. Ich finde allerdings alle 3 Tage kann man schon mal zumindest kurz miteinander am Telefon reden. Jeden Tag würde mich auch nerven. Bin auch jemand der manchmal auch nur auf WhatsApp schreibt. Macht ihr das wenigstens? Ich finde das kann man schon einmal am Tag machen.
 
  • #16
Warum seid ihr zusammen?
Was liebst du an ihr?
Welche gemeinsamen Wertvorstellungen, geistigen Interessen habt ihr? Warum hast du ihr mit Mitte 30 noch nichts zu erzählen- oder öffnest du dich nicht gern?

Ich hätte nie weiteres Interesse entwickelt an einem Mann, der mir nichts zu sagen hat, egal ob am Telefon oder direkt. Mir ist gemeinsames emotionales, geistiges Schwingen sehr wichtig, als Lackmustest dafür, ob es überhaupt passt und dafür, ob es Bestand und Perspektive haben kann.
Manchmal ist das Telefon die einzige Barriere, die einen daran hindert, übereinander herzufallen. Letzteres ist auch sehr schön, aber doch nicht alles.

@frei und @Joggerin
Aber ansonsten kann ich mich nicht hineinversetzen, wie und warum jemand nicht gern telefoniert, mit jemandem, mit dem zusammen es Gesprächsthemen gäbe. Mit meinem Exmann hatte ich täglich eine Stunde telefoniert bis zu dem Zeitpunkt, als unsere Beziehung gescheitert war.
Sorry das wäre für mich auch zuviel. Da weiß man ja irgendwann nicht mehr was man sagen soll. Wenn es zudem jeden Tag ist, wäre es für mich auch ein Pflichtübung. Man sollte dem anderen auch seine Freiheiten lassen. Ich finde es in Ordnung wie es der FS macht. Alle 3 Tage sind ausreichend. Es gibt ja auch noch WhatsApp etc.
 
  • #17
Reden müsst ihr, sonst trennst Du Dich irgendwann genervt und sie hat nicht mal den Hauch einer Chance gehabt, dass zu ändern wenn sie es für sich kann.

Nicht immer liegt ein unterschiedliches Nähe,-Distanzbedürfnis zu Grunde, auch wenn ich selbst es immer geglaubt habe.

Es liegt ja nicht unbedingt an der Entfernung sich seltener zu sehen.
Kinder zb können auch bei einer Beziehung unter 100km dazu führen, dass man sich nur alle 14Tage sieht.

Ich gehöre zb zu der Fraktion, die dazwischen auch gerne telefoniert.
Mein Exfreund und mein jetziger Partner sind als Telefonpartner ausgesprochen unergiebig und reden da auch wie ein technischer Helpdesk.
Wenn man sich sieht, ist mein jetziger Partner allerdings kein Distanzmensch und via Whatsapp bekommt er auch ein: guten Morgen meine Süße hin, während am Telefon das emotionalste ein: Hi ist...
Somit wird nur für Planungen telefoniert, weil mir das via Whatsapp zu lange dauert.

Aber ....
Wenn man sich selten sieht, brauch ich da auch mehr.
Ich verliere nämlich sonst den Bezug.
Erstmal weiss man nicht wie es dem anderen geht, lernt sich auch an Sch...tagen nicht kennen.
Partner nur in Hollydaystimmung ist ja nett aber ohne Alltag keine Basis für mehr.

Und...ich fühl mich irgendwann gar nicht in einer Beziehung.
Erstmal traurig, wenn der andere die so nicht leben möchte, bis zu: aus dem Auge aus dem Sinn....Ich entliebe mich schleichend.

Deshalb vielleicht mal die Frage an sie: warum ist Dir das so wichtig?

Je nach Antwort, kannst Du ja entscheiden ob Du es ihr zuliebe ungenervt doch durchhälst.

Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass ihr so gar nicht passt.
 
  • #18
@frei und @Joggerin : ich lese eure Beiträge so gern- und es ist unvorstellbar für mich, dass ihr mündlich weniger interessant wärt, dass es da nicht zu ping-pong kommen würde.
Hm, ich hatte diesen Thread so verstanden, dass es ums Telefonieren geht, nicht ums Reden generell.
Ich rede genauso gerne und viel und oft und penetrant, wie ich hier schreibe. Ich will nur nicht telefonieren.
Ich habe eben mal überlegt und kann sagen, dass ich in den letzten Wochen vielleicht drei Telefonate geführt habe. Heute morgen mit meiner Mutter. Sie hat mir eine Liste durchgegeben, was ich für sie einkaufen soll ( mache ich immer, weil sie kein Auto hat ). Das hat drei Minuten gedauert. Wenn sie appen könnte, wäre es mir lieber, will sie aber nicht.
Die anderen Telefonate waren auch so.
Ich musste z.B. in einem Restaurant anrufen, um einen Tisch zu reservieren, per Email ging das bei ihnen nicht.

Ich habe eben mal überlegt. Ich habe heute, wie an jedem anderen Tag mehrere Stunden geredet.
Daran hapert es bei mir nicht.

Wenn ich am WE meinen Freund treffe, reden wir praktisch ohne Unterlaß. Und dazwischen schreiben wir uns mal eine WA, falls es etwas Konkretes zu sagen gibt. Sonst nicht.
Kontakt halten, schreiben und alle 2 bis 3 Tage telefonieren finde ich jetzt bei einer Fernbeziehung nicht zu viel verlangt. ...Bei manchen Menschen, die Nähe vermeiden, mag eine veritable Bindungsangst dahinterstecken
...joa, kann sein.
Oder es steckt ganz einfach dahinter, dass die Menschen verschieden sind.
Es ist nicht pathologisch, wenig reden zu wollen. Erst recht nicht, wenig telefonieren zu wollen.

w 52
 
  • #19
Ich würde mir eher Gedanken darum machen, wohin eure Beziehung gehen soll. Wollt ihr weiterhin in den nächsten Jahren eine Fernbeziehung führen oder irgendwann mal zusammenziehen? In eurem Alter steht auch die Kinderfrage im Raum. In einer Fernbeziehung ist dieses Thema kaum zu lösen.

Wenn ihr zusammenwohnt, seht ihr euch täglich. Wie soll das dann laufen? Schweigt ihr euch den ganzen Abend an oder gibt es auch Gespräche? Ich meine, man muss ja nicht stundenlang mit dem Partner reden, weder am Telefon, noch im täglichen Miteinander. Aber wenn ihr euch so gar nichts zu erzählen habt, lässt mich das an der Zukunftsfähigkeit eurer Beziehung zweifeln. Ich könnte auch nicht alle 2-3 Tage stundenlang telefonieren, aber ein kurzes Gespräch, wie war dein Tag usw. wäre mir schon wichtig. Das wiederum wäre in 5 Minuten erledigt.

W33
 
  • #20
Da weiß man ja irgendwann nicht mehr was man sagen soll. Wenn es zudem jeden Tag ist, wäre es für mich auch ein Pflichtübung.
Wir führten eine Fernbeziehung, die meiste Zeit unseres 18jährigen Zusammenseins. Trotzdem waren wir bestens informiert über das Leben des Anderen oder mein Ex dann auch über die Erlebnisse oder Probleme unserer vier gemeinsamen Kinder.
Das war uns, solange wir uns liebten, beidseitig Bedürfnis.

Ich finde es nicht pathologisch, nicht gern telefonieren zu wollen- ich kann mich da nur schlecht hineinversetzen.
Vielleicht liegt es auch an einer eigenen Macke, warum mir das Telefonieren so wichtig war, ich es immer noch gern tue mit meinem jetzigen Partner:
ich bin nicht durch die physische Anwesenheit abgelenkt, kann mich absolut ungezwungen verhalten, mich ganz auf den Partner konzentrieren, seine Worte, seine Stimme, seine Stimmung. Paarzeit pur. Selbst Sex ist "andere" Paarzeit. Ich habe schon gern beides.
Gerade, wenn ich ein bisschen müde war, war es für mich die ideale Kombi: im Bett liegen, eingekuschelt, alles dunkel, nur der Stimme des Partners lauschen. Ich habe es geliebt.
Besser finde ich nur, zusammen im gleichen Bett einzuschlafen. Aber das war damals keine Option.
 
  • #21
Es ist nicht pathologisch, wenig reden zu wollen. Erst recht nicht, wenig telefonieren zu wollen.
Aber, Telefonieren ist doch Reden?! Telefonieren ist Reden pur, nichts anderes.
Ich kann mich beim Telefonieren sogar besser auf das Gespräch, dessen Inhalt, konzentrieren, als wenn man sich dabei sieht. Denn alle anderen, ablenkenden Eindrücke fallen beim Telefonieren weg.
Beim Telefonieren mit seinem Partner, nach einem (anstrengenden) Arbeitstag, muss man nicht mehr gut aussehen, man kann richtig abgespannt aussehen und schon gemütlich in Bequemsachen auf dem Sofa herumlungern, (was bei Menschen jenseits der 40 selten noch besonders attraktiv aussieht), und trotzdem das Bedürfnis nach Austausch und Nähe mit dem Partner befriedigen.
Alles, was man auch face-to-face bespricht, bespreche ich genau so gut, sogar besser, weil inhaltlich konzentrierter und äußerlich entspannter, am Telefon.

Aber ich weiß, viele Menschen, mehr Männer als Frauen, mögen Telefonieren gar nicht.

Mir geht es ansonsten vollumfänglich wie @Hauself. Wenn ich mich mit meinem Partner, oder auch Freunden, nicht über Themen, die mich und den anderen beschäftigen, austauschen, mitteilen, diskutieren usw. kann, wenn das Gegenüber da kein Interesse dran hat, von ihm nichts kommt, habe ich kein besonderes Interesse an diesen Menschen - egal, ob face-to-face oder per Telefon.


w54
 
  • #22
Ich kann dich teilweise verstehen. Bin nämlich gerade diese Woche "Strohwitwer". Und darf jeden Abend telefonieren ... obwohl ich davon beruflich am Abend eigentlich mehr als genug hatte.
Tja, ich habe folgende Tricks, die ich gerne mit dir teile:
Mach es dir bequem. Sessel, Füsse hoch, genug Getränke / Snacks / Ziggys .... alles in Griffnähe.
Nutze ein Headset oder stelle das Telefon laut ....
Geh vorher aufs Klo - mit Druck auf der Blase ist telefonieren noch lästiger
Und Trick 17 mit Selbstüberlistung:
Stell dir dir ein Portrait von ihr auf - damit du sie siehst. Und zwar genau so wie sie dir gefällt.
Du kannst dir auch ruhig einen Zettel schreiben ... worauf du notierst, was du beitragen kannst und willst.

Lach mich ruhig aus - aber so wird telefonieren erträglich.
 
  • #23
Oder es steckt ganz einfach dahinter, dass die Menschen verschieden sind.
Es ist nicht pathologisch, wenig reden zu wollen. Erst recht nicht, wenig telefonieren zu wollen.
Und sogar »verschiedene« Menschen können eine befriedigende, oft genug auch glückliche Beziehung miteinander führen.

Ungern telefonieren bedeutet noch lange nicht, ein verschiedenes Nähe- und Distanzverhältnis zu haben. Oder nicht kompatibel zu sein. Mein Partner redet viel, ich bin eher die Stille. Und genau das passt! Würden wir beide gleich viel reden, gäbe es ein nicht mehr zu verstehendes Durcheinander.

Da dich, lieber @daydreamer83, dieser Telefon-Druck massiv stört, du es nur »ihr zuliebe« durchziehst, solltest du wirklich einmal mit deiner Freundin reden. Nicht am Telefon, aber dann, wenn ihr euch gegenüber sitzt. Du solltest ihr sagen, dass du sie liebst und dass sie dir viel bedeutet (natürlich nur, wenn das zutrifft!), aber dass du deine Liebe nicht daran festmachen kannst und möchtest, wie häufig ihr miteinander telefoniert. Erkläre ihr, dass du oft an sie denkst, das aber nicht ständig per Telefon beweisen möchtest.
Wenn sie dich wirklich liebt, wird sie das verstehen und bestimmt eure Telefonfrequenz senken. Gestatte ihr kleine Schritte dabei und sag' ihr ab und zu, dass deine Zuneigung nicht mit weniger Telefonaten ebenfalls weniger wird.
 
  • #24
Wie läuft die Kommunikation denn sonst? Ich telefoniere auch nicht gerne, auf der anderen Seite finde ich bei einer Fernbeziehung einen Kontakt alle 2-3 Tage normal. Wie oft seht ihr euch? Gibt es dann auch nichts zu erzählen?
Ich finde hier den Gesamtkontext entscheidend. Stundenlanges Geschwalle am Telefon finde ich auch eher störend. Telefonieren ist für mich Informationsaustausch außer bei weit entfernt wohnenden Freunden, die ich selten sehe.
 
  • #25
Moin,

ich denke, dass Gespräche wichtig sind, unabhängig davon, ob es "was zu sagen" gibt. Und dass gute Gespräche nicht "von selbst" entstehen, ebensowenig wie gute Unternehmungen etc. Man muss sie vorbereiten, sich Themen überlegen, sie reflektieren, den Ansatz verbessern usw.

Wenn einem das zuviel Aufwand ist... nun, dann ist einem die Beziehung eben nicht so wichtig. Häufig sind es die Frauen, die in diesem Sinne viel Beziehungspflege betreiben, während die Männer nur darüber grübeln, ob sie jetzt gerade nicht doch mehr Lust auf Bier und Game hätten. Je mehr die Frau investiert, desto mehr werden ihre Bemühungen als selbstverständlich, übertrieben oder lästig empfunden. Diese "lonesome cowboy" Attitüde vieler Männer finde ich zunehmend billig, unbemüht, infantil und letztlich destruktiv.

manchmal
 
  • #26
Hi,
Ich stelle dein Kommunikationsverhalten bei vielen Männern fest, ich denke da hat die Natur schon ihre Hand im Spiel und die Sozialisation. Männer sind Ingenieure, Frauen Kindererzieherinnen, um es mal ganz platt auszudrücken. Männer nutzen Kommunikation zum Informationsaustausch (ja ich kann auch @frei sehr gut verstehen!), während sie für Frauen ein Werkzeug ist, die soziale Stellung immer wieder zu überprüfen und auszubauen. (Achtung ich habe absichtlich Schwarz-weiß gemalt, die Realität ist natürlich bunter)

Wenn dein Frauchen mit dir telefonieren will, dann ist es zum Kontakt halten und zum Verifizieren, dass du an sie denkst und sie dir wichtig ist. So lief es jedenfalls in meiner Fernbeziehungsphase. Anfangs spielte mein Männlein noch brav mit wegen der Verliebtheit, aber irgendwann wurde es auch schwieriger, ihn zu erreichen. Er rief fast nie an und ich dachte, das sei ein Zeichen von weniger Liebe. Alles Quatsch. Ihr beide funktioniert einfach unterschiedlich. Sag ihr, dass dir Telefonieren wenig Spaß macht und du dich umso.mehr freust, sie bald wieder live und in Farbe zu sehen.
Das muss sie halt akzeptieren, ohne die Beziehung infrage zu stellen, das halte ich für ein Zeichen persönlicher Reife und es kommt auf euer Alter an, ob sie es akzeptiert.
Aber ich telefoniere viel lieber mit der Mutter meines Freundes als mit ihm selbst, weil es.einfach mit ihm kaum Spaß macht, da muss ich ihn auch leben lassen, wie er ist. Zum Glück ist unsere Fernbeziehungsphase lange vorbei und es gibt nur noch ab und an Dienstreisen, in denen ich ihn in Ruhe lasse.

w35
 
  • #27
und es gibt nur noch ab und an Dienstreisen, in denen ich ihn in Ruhe lasse.
Der Glückliche! Ich war mal mit einer Frau zusammen, die mich tagsüber in die Kundenbesprechungen hinein angerufen hat, angeblich weil irgend etwas sofort entschieden werden muß („ich bin im Reisebüro und muß jetzt sofort für uns buchen, sonst ist das weg”). Tatsächlich geht es natürlich um Kontrolle, ob der Mann tatsächlich dort ist, wo er zu sein erwähnt hatte.

Es ist schon so, daß Männer in Gesprächen vorwiegend den Informationsaustausch sehen und Frauen vorwiegend die Kontaktpflege. So lange jeder irgendwo seinen Aufgaben nachging und man sich nur in der knappen Freizeit sah, war das kein Problem, mit dem Aufkommen des Mobiltelefons hat sich das leider stark verändert, da man sich als Mann nur schlecht gegen das überbordende Gesprächsbedürfnis der Frau wehren kann. Die obige hatte, wenn ich mein Handy im Gespräch auf lautlos gestellt hatte, sofort Kopfkino.

Generell bremst zu viel Kommunikation die Entfaltung der Persönlichkeit: wie soll ich etwas Kreatives leisten, wenn ich alle 5 Minuten davon weggezerrt werde, weil die Frau über irgend etwas mit mir reden will?
 
  • #28
Nun ja, du bist 35 und solltest mal Verantwortung für eine erwachsene Beziehung übernehmen. Wollt ihr mal heiraten? Denn eine gute Beziehung macht aus, dass man jeden Tag über seinen Tag und Plan redet und sich austauscht. Wie kann man als 35-jähriger nix zu sagen haben? Was machst du denn den ganzen Tag? Sieh es als Werkzeug, um dich selbst zu reflektieren und nicht jeden Tag in den Tag hinein zu leben. Tägliches Reden führt dazu, dass man am Ende der Woche Resultate sieht und die Beziehung sich verbessert.
Ich würde sagen, aufwachen und Verantwortung übernehmen! Das Kinderleben ist vorbei! Jetzt fängt der Ernst des Lebens an!
 
  • #29
Ich könnte auch nicht alle 2-3 Tage stundenlang telefonieren, aber ein kurzes Gespräch, wie war dein Tag usw. wäre mir schon wichtig. Das wiederum wäre in 5 Minuten erledigt.
Klar, wenn ich einen Freund hätte, dem es wichtig ist, jeden Abend fünf Minuten zu telefonieren, weil er das z.B. braucht, um sicher zu sein, dass ich ihn lieb habe, würde ich das machen.
Du sagst, es, es wäre in fünf Minuten erledigt.
So wie das Rasieren der Beine oder Zähneputzen.

Man macht so viel den ganzen Tag, weil es einfach sein muss und das würde ich dann eben auch täglich abarbeiten.
Wenn's der Sache, gute Beziehung erhalten, dient...

Ich habe hier wieder mal ein bisschen was gelernt.
Mir war das wohl nicht klar, dass manche Leute diese Gespräche, ob nun am Telefon oder auch Aug-in-Aug brauchen, um eine Verbindung zu pflegen. Dass es dabei gar nicht um die Inhalte geht.
Und dass sie das daher auch möchten, wenn es gar keine Inhalte auszutauschen gibt.

Ich denke, dass die Protagonisten der anderen Fraktion hier ebenso viel gelernt haben, nämlich woher die Unlust am Telefonieren oder sinnleeren Babbeln generell kommt. Nämlich aus der Abwesenheit des Bedürfnisses, sich der Zuneigung des Partners rückzuversichern.

Ok, wir verstehen jetzt den jeweils anderen Standpunkt.
Was machen wir aber, wenn die Bedürfnisse weit auseinander liegen ?
Fünf Minuten jeden Abend ? Kein Problem. Dabei gieße ich dann die Blumen oder sowas, mit Headset kann man die Zeit ja sinnvoll nutzen.
Aber was ist, wenn es öfter eine Stunde sein soll ?
Und ich darauf nun gar keinen Bock habe ?
Heucheln wie der FS ? Rauchen und zechen mit Headset wie @Tom26 ? Er macht das nur eine Woche, aber was ist, wenn das der Alltag ist ?

Klar, man sucht einen Kompromiss. Wenn man sich liebt, geht das sicher eine Weile gut.
Wenn's nur das ist, ist das sicher kein Problem.
Ich würde es dann eben machen, wie Tom beschreibt und dann danach immer froh sein, wenn ich es wieder geschafft habe, z.B. einmal pro Woche.
Aber mal ehrlich, wenn ihr wüßtet, euer Partner denkt so über seine eheliche Pflicht des Telefonierens, was hättet ihr davon ?

w 52
 
  • #30
Ihr habt einfach ganz unterschiedliche Nähe- und Distanzbedürfnisse. [...]Es gibt - wie wir ja hier anhand der Posts von Frauen weiter oben sehen - Frauen wie Männer, die es nicht ganz so nah brauchen. Bei manchen Menschen, die Nähe vermeiden, mag eine veritable Bindungsangst dahinterstecken, bei manchen ist es vielleicht auch weniger dramatisch.
Ich denke nicht, dass man durch viel Schreiben, Telefonieren, Skypen etwas ersetzen kann an echter Nähe. Vielleicht empfinden das manche Menschen so, vielleicht täuschen sie sich. Wie dem auch sei, es gibt zumindest auch die Menschen, für die Kommunikation per Medium nichts mit Nähe oder Distanz zu tun hat, also kann man den Schluss auch nicht ziehen, dass unterschiedliches Kommunikationsverhalten unterschiedliche Nähe-Distanz-Bedürfnisse aufzeigt.

Ich würde sagen, es gibt die Leute, die, sobald der Partner weg ist, sich ihrem eigenen Kram widmen, es ist eine Konzentrationsangelegenheit. Sie brauchen dafür einfach, dass Gefühlsdinge außen vor sind. Das würde ich z.B. bei Leuten so sehen, die auf Arbeit keine unrelevanten Austausche mit dem Partner wollen.
Speziell jetzt bei Fernbeziehungen: Sie vermissen den Partner sicher, aber sie führen ihr Leben so weiter, wie es ist: Die meiste Zeit OHNE Partner. Nicht nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn", aber konzentriert auf das, was IST, nicht auf das, was man versucht, durch viel Kommunikation auszugleichen. Wobei das "versucht" sich möglicherweise nur auf den Unkommunikativen bezieht, der andere kann vielleicht tatsächlich empfinden, dass seine Beziehung gestaltet wird, wenn er dauernd Nachrichten austauscht.

Wenig-Kommunizierer können eine sehr feste und tiefe Bindung zum anderen haben. Die läuft, wenn sie sich gerade um anderen Kram kümmern, im Hintergrund weiter, also man muss nicht dauernd hören, was dem Partner gerade durch den Kopf gegangen ist. Man muss vielleicht nicht mal täglich telefonieren, obwohl ich das als Wenig-Kommuniziererin nun auch nicht zu viel finde. (wie oben schon geschrieben, es passiert nicht wegen Infoaustausch, sondern weil ich wirklich wissen will, ob es dem Menschen gut geht und nicht denke "wenn es dir schlecht geht, kannst du auch mal zwischendurch anrufen, ansonsten bis Samstag")

Bindungsangst kann auch bei Vielschreibern vorkommen, wenn für diese Leute Viel-Kommunizieren nichts mit Nähe zu tun hat, aber z.B. mit Kontrolle.