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Gast

  • #1

Wie gehen Menschen mit Behinderungen um ?

Wenn ein Partner/in eine Behinderung durch einen Verkehrunfall hat ? Wird der Mensch so akzeptiert wie er ist ?
 
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Marianne

  • #2
In der Situation war ich absolut noch nie. Ich kann nicht ehrlich sagen, wie ich mich verhalten würde, ob es eine Rolle spielen würde. Ich gehe davon aus, es ist hier gemeint, ob so ein Partner mit einer bereits vorhandenen Behinderung für mich in Frage käme... denn wenn es meinem Partner passiert, während wir zusammen sind, wäre das selbstverständlich kein Grund, ihn zu verlassen.
 
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Gast

  • #3
Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich glaube, ich würde mich sehr schwer tun, einen Partner mit einer Behinderung zu wählen. Für mich eher nein. Wenn deine Frage aber so gemeint ist, wie man damit umgeht, wenn der Partner in einer bestehenden Partnerschaft behindert wird, dann wäre das für mich erstmal keinen Grund, ihn zu verlassen. Ob das aber dauerhaft sein wird, hinge auch davon ab, wie er mit seiner neuen Situation umgeht. Wenn zu seiner Behinderung noch Verbitterung, Verzweiflung, Depressionen etc. kommen, dann wird das zu einer sehr grossen Belastungsprobe für eine Beziehung. Und die Möglichkeit, dass sie doch bricht, wird entsprechend grösser.
 
  • #4
Im realen Leben kann man durchaus behinderte Menschen, z.B. Rollstuhlfahrer, kennenlernen, schätzen lernen und sich genau so in sie verlieben wie in nichtbehinderte Menschen. Voraussetzung ist auch hier, genau wie mit jedem anderen Menschen, dass man viele Gemeinsamkeiten hat, die Chemie stimmt und man gemeinsame Zukunftspläne schmieden kann. Wodurch die Behinderung entstanden ist, ist dafür eigentlich unbedeutend. Entscheidend kann sein (das muss man ehrlich einräumen), welche Aktivitäten und Möglichkeiten trotz der Behinderung noch möglich sind.
 
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Gast

  • #5
Menschen, die jemanden mit Behinderung von vorneherein als Partner ablehnen, sollten bitte daran denken, dass sie selbst jederzeit eine Behinderung bekommen können. Niemand ist davor gefeit!
Oder steht da wieder nur der Versorgungsgedanke im Vordergrund? Nach dem Motto: "Der oder die kann mir ja niemals helfen oder braucht selber immer nur Hilfe". Daß dem nicht so ist, beweisen die vielen behinderten Menschen, die sehr wohl in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen. Es ist doch am wichtigsten, ob man zusammenpasst.
Jemand, der nur auf die perfekte Optik schaut, ohne den Menschen so zu akzeptieren, wie er ist, der sollte mal sein Menschenbild überdenken!
 
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Gast

  • #6
@4: Deine Überlegungen kann ich sehr gut nachvollziehen! Doch muss man bedenken, dass Menschen sich für eine ernsthafte Beziehung sicherlich einen Partner oder eine Partnerinnen wünschen, die gesund und leistungsfähig sind und in der Lage, eine Familie zu gründen und zu versorgen. Das ist legitim und nachvollziehbar!
Natürlich kann das Schicksal bei jedem von uns brutal zuschlagen! Aber wer denkt schon daran bei der Partnersuche?
Deinen moralischen Aspekt kann ich nicht teilen. Ich denke, die Behinderten selbst auch nicht.
 
G

Gast

  • #7
@5
Irgendwann wird es möglich sein, sich den Menschen nach Maß zu züchten. Oder man sucht sich den perfekten Roboterpartner aus dem Katalog aus. Wehe dann denjenigen, die durch das Raster fallen.....Nicht schön, schlank, blond und blauäugig genug. Hatten wir das nicht schon einmal?
Du denkst also, dass nur nichtbehinderte Menschen "gesund und leistungsfähig" sind und eine Familie gründen und versorgen können. Ich kenne genug behinderte Menschen, die besser eine Familie versorgen können als so manche "Gesunde", von denen man immer wieder in den Zeitungen liest, weil sie ihre Kinder bis zum Tod vernachlässigt haben!
 
G

Gast

  • #8
Maya
Ich bin mit einem behinderten - allerdings schwer geistig behinderten - Bruder aufgewachsen und weiß, was es bedeutet mit einem Behinderten zu leben, wenn auch aus einer anderen Perspektive. Ich liebe meinen Bruder sehr, aber genau aus diesem nahen Erlebnis, wünsche ich weder mir noch jemand anders, dies (nochmals) durchzumachen, wobei ich schon anmerken möchte, wenn es innerhalb einer funktionierenden, liebevollen Partnerschaft passiert, ich auch voll und ganz zu meinem Partner halten würde - wie und ob sich gewisse Lebensumstände (Lebensform, Sexualität udgl.) verändern würden, hängen sicherlich auch von der Art bzw. dem Schweregrad einer Behinderung ab. Leicht ist es auf jeden Fall nicht, dass kann ich hier jedem in diesem Forum sagen und diejenigen, die hier als Moralapostel auftreten, sollten sich erst Mal selbst ehrlich hinterfragen - schreiben kann man schnell mal was, es zu LEBEN ist eine völlig andere Liga. In diesem Sinne, seid täglich dankbar, wenn euch das Schicksal davor bewahrt und zieht den Hut vor denjenigen, die es schaffen. Ich habe sehr großen Respekt vor Menschen, die ihre ganze Liebe einem behinderten Menschen schenken können und zum Teil sich selbst und ihr eigenes Leben dafür aufgeben. Und ich habe auch sehr großen Respekt vor allen Behinderten, die ihr Leben trotz allem optimistisch sehen und Freude daran haben. LG
 
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Fräulein Smilla

  • #9
Fräulein Smilla
Ich habe ein paar behinderte Freunde und ein Patenkind mit Trisomie 21, bei dem ich bei der Geburt dabei war. Für mich ist Behinderung nur das was sie im allgemeinen Sprachgebrauch erst mal meinte, nämlich ein großes Hinderniss am normalen Alltag teilhaben zu können und das jenseits von Bewertungen. Auch wir "Normalen" machen den "Behinderten" das Leben schwer, sei es durch zuviel Mitleid oder das andere extrem mangelnde Aufmerksamkeit, beides ist für Behinderte nervig. In meinem Studium gab es einen ganz tollen Mann, der bei einem Motorradunfall sein Bein verloren hat und sich nur mit Krücken fortbewegen konnte, ich hätte mich sofort in ihn verlieben können....ich war leider zu schüchtern ihn anzusprechen, der war einfach zu schön. Natürlich ist das Leben mit einem Behinderten Partner ein anderes und sicher kein leichtes aber ein Hinderungsgrund wäre es für mich nicht.