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Gast

  • #1

Wie finde ich mit Ende 30 Freunde?

Nach stressigen Berufsjahren wach ich, w, 38 auf und stelle fest dass ich wg. ständigem beruflichen Flexibelsein nicht nur Single bin sondern keine wirklichen Freunde habe und privat kaum Menschen und damit auch Männer kennenlerne. Ich "brauchte" nie viele Freunde aber ich gebe sehr gerne wenn mir jemand am Herzen liegt und möchte gerne jemandem ausser meinen Eltern wichtig sein. Wie findet man Freunde in dem Sinn dass man sich gegenseitig beim Umzug hilft (natürlich nicht nur und auch nicht nur zu diesem oder ähnlichen Zwecken!), mit dem man bei Liebeskummer das Bett teilt, den man kurzfristig besuchen kann, wo man dem anderen auch ungeschminkt die Tür zur weniger aufgeräumten Wohnung aufmacht oder mit dem man in die Sauna oder zum Arzt geht oder heikle Dinge und Probleme wie z.B. die Partnersuche anvertrauen und besprechen kann? Kurzum, Freunde fürs Leben im wahrsten Sinne des Wortes?
 
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Gast

  • #2
zuerst schau mal in die Nachbarschasft.Oder am Arbeitsplatz. Überall findet man-egal in welchem Alter-Freunde.Nur man muss es ZULASSEN!! Keine zu großen Ansprüche stellen oder womöglich zimperlich sein. Dann purzeln sie Dir einfach nur zu. Empathie ist sehr wichtig- und dann auch auf das Gegenüber eingehen.Suche auch auf gleicher Augenhöhe.Damit die Seele auch befriedigt ist. Wie wäre es -falls Hundeliebhaber- wenn Du einen Hundebesitzer ansprichst. Da kommt gleich ein Gespräch auf und wer weiss-vielleicht sittest Du den (Vierbeiner) auch mal.
Ich habe aus Deinem Schreiben eine enge Bindung zu den Eltern rausgelesen. Klar ist diese urwichtig, aber vielleicht klammern die auch sehr bzw. vereinnahmen sie Dich. Da bleibt wenig Zeit für anderes.
Alles Gute
w/57
 
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Gast

  • #3
Freunde werden nicht gefunden und demzufolge auch nicht gesucht.

Freundschaften entwickeln sich auf gegenseitiger Basis von sehr vielen Gemeinsamkeiten und dass man sich vor allem auch dann keinen Zacken herausbricht, wenn der Freund Hilfe braucht.

Darüber kommen und gehen sehr viele "Freunde" in einem Menschenleben. Nur ganz wenige bleiben für immer. Ganz wichtig ist darum mit den Menschen, wodurch sich erst überhaupt eine Freunschaft entwickeln kann, so umgeht, wie man selbst behandelt werden möchte und die Freundschaft niemals einfordert.

Es besteht also die Möglichkeit zu jeder Zeit und an jedem Ort mit Menschen in Kontakt zu kommen und auch, daraus eine Freundschaft werden zu lassen. Sich selbst dabei zurücknehmen, den Freund so nehmen, wie er ist und die wichtigsten Jahrestage niemals zu vergessen...
 
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Gast

  • #4
Ich bin auch w38 und habe festgestellt, dass es schon schwierig genug ist, Menschen für eine Freundschaft zu finden, geschweige denn Männer für eine potentielle Partnerschaft. Ich denke, es liegt an der Verklemmtheit, Unoffenheit und am Egoismus der Menschen, dass sie nicht aufeinander zugehen. Es herrscht so viel Konkurrenzdenken, Ellenbogenmentalität. Keiner hat mehr Zeit für Gefühle, Probleme, Freundschaften. Jeder muss hart im Job und im Alltag kämpfen, dass er alles bewältigt bekommt. Die Menschen sind zu vielen Reizen ausgesetzt und überfordert, obwohl der technische Fortschritt und die medizinische Versorgung heutzutage einem erheblich das Leben erleichtern. Man schaue sich nur mal das Nachbarschaftsverhältnis zwischen den Deutschen an. Ist man in der Schule gut, ist man gleich der Streber. Ist man beruflich erfolgreich, ist man stinkreich. Ist man länger Single, stimmt mit einem etwas nicht. Hat man ein paar Probleme oder braucht Hilfe (z. B. beim Umzug), dann machen alle einen großen Bogen um einen.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass Leute (auch Singles) sich schon belästigt fühlen können, wenn man sie anruft. Es muss für alles einen Grund/Rechtfertigung geben. Einen Singlemann, den ich neulich anrief, von dem ich aber außer Freundschaft nichts will, meldete sich mit den Worten: "Was kann ich für Dich tun? Sprich!" Das hat mich sehr geärgert, als ob er mir sagen wollte, dass ich mich nur melde, um ihn für irgendetwas auszunutzen.
Und diejenigen, die so tun, als ob sie mit Gott und der Welt so toll befreundet wären, sind sicherlich auch nur sehr einsame Menschen. Ich verstehe nicht, warum Menschen so feindselig zueinander sind.
 
  • #5
Gratualtion: du hast das generelle Problem der industrialisierten Gesellschaft gefunden.. Es gibt für alles "Gelbe Seiten".. sei es Massage, Umzug, Telekommunikation, Spass, Unterhaltung etcpp.. Frei Haus, teilweise gratis beim Kauf eines Getränks und das alles sogar zu den unmöglichsten Zeiten..

Freunde sind wie positive Infektionen, man "fängt sie sich ein wenn man sich zu lange in einer gewissen Umegbung aufhält." Wenn man natürlich gegen alles und jeden geimpft wurde und sich nur in "ungefährlichen" Gegenden aufhält, wirds auch nicht mit dem "mitfiebern" in Gesellschaft..

Welcome to the "working generation" where "work" is spelled "e-v-e-r-y-t-h-i-n-g". Ich durfte die Bekanntschaft von mehreren solcher Damen machen und war spätesstens nach wenigen Wochen schnell weider weg..

Es ist nämlich keineswegs etwas besonderes das man Leute in (s)eine unaufgeräumte Wohnung lässt, oder ungeschminkt zur Türe geht oder in Schlafanzughosen zum Bäcker, beim Nachbarn klingelt und ihn fragt ob der noch Brötchen braucht.. Oder man jemanden Anruft weil der einen transporter hat udn man sich grade unsterblich in diese Couch bei ebay verguggt hat ohne zu merken das sie eine Tonne wiegt und gefühlte 50 Meter lang ist . Das ist die Normalität.. und in meinem Umfeld kann ich jederzeit fast beliebig telefonnummern auf meinem Handy anrufen und jemanden auf einen kaffe Event , Kino, Musikmachen, Umzug , Waschmaschiene schleppen, Holz hacken oder Festivalfahren anrufen. ..
 
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Gast

  • #6
Wie finde ich mit Ende 30 Freunde? Antwort: dieses Thema ist grundsätzlich schwierig, vor allem, wenn es um echte Freunde geht! m
 
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  • #7
Was mir neu war, ist, dass man bei Liebeskummer mit Freunden das Bett teilt. Davon hab' ich noch nie gehört. Ist das üblich so?
 
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  • #8
Ich kann dich gut verstehen. ich habe seit meiner Schulzeit Probleme damit. Es ist eben sehr schwer "echte" Freunde zu finden, die wirklich zu einem stehen und die man zB Tag und Nacht anrufen könnte etc.
 
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  • #9
@6:
Ja, das würde mich auch mal interessieren. Was soll denn das werden? Ein Trost-Fi**? Oder doch nur ein gemeinsames die-Nacht-durch-Probleme-bequatschen? Dann kann man das aber auch anders formulieren.
Frage mich wirklich, wie die FS das gemeint hat und wo sie so was her hat.
 
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  • #10
von FS:

Vielen Dank für die bisherigen Antworten! An 1: Ich habe das grosse Glück dass meine Eltern sehr genau meine berufliche Situation kennen und verstehen und mir die besten Ratgeber sind. Ausser ihnen habe ich über Deutschland verteilt sicher Bekannte. Der Kontakt zu diesen hält sich aber in Grenzen denn jeder führt sein eigenes Leben. Als Frau scheint es immer einen Beigeschmack zu haben z.B. übers Wochenende einen Bekannten in Hamburg zu besuchen oder mit ihm in Urlaub zu fahren wenn man nicht wirklich an ihm interessiert ist. An 6 und 8: natürlich ist damit kein sexuelles Bett-Teilen gemeint! Eher, daß man auch mal beim anderen übernachten kann - und wenn es die Räumlichkeiten oder die Stimmung und das Vertrauen hergibt sollen manche gute Freunde auch im selben Bett nächtigen können (weil eben einer der beiden traurig ist und man sich gerne bis in den Schlaf unterhallen möchte). Mein wichtigstes Anliegen ist das Schlafen in einem Bett sicherlich nicht! Es war als Beispiel gedacht. So wie ich beispielsweise einer unglücklichen und ständig schluchzenden Bekannten beim Umzug half. Hätte sie nicht bei ihren Eltern geschlafen wäre ich in dieser Nacht bei ihr geblieben. Aber seit sie danach wieder einen Freund hatte hat sich unser Verhältnis leider abgekühlt. Meine Erfahrungen zeigen dass viele sich auswärts in einer Kneipe, Bar, Disco oder im Restaurant treffen. Aber nach hause werden nur wirkliche Freunde eingeladen. Ich möchte gerne Freunde zu gemeinsamen Abendessen, zu meinem Geburtstag oder einfach so oder ganz banal zu Wetten-daß... einladen. Ich möchte eine Freundin zum Geburtstag anrufen, mir Gedanken um ein Geschenk für sie machen, mich für ihr Fest Zeit freischaufeln, meinetwegen Kilometer zurücklegen oder mit einer Freundin oder einem Freund in Urlaub fahren. Und sicher möchte ich die Sicherheit einer Freundschaft haben und wissen dass ich jemanden bitten kann, mich von der Tanke abzuholen sollte ich tatsächlich das falsche Benzin getankt haben. Ich möchte geben und nehmen wobei ich mir mit dem nehmen schwer tue. Ich finde tatsächlich nette Menschen um mich herum. Nur fällt es mir schwer mit jeder Person so nett sie auch oberflächlich bei Begegnungen des Alltags sein mag freundschaftlich tiefer kommunizieren zu wollen. Ich merke rasch dass ein Ungleichgewicht herrscht weil die Interessen grundlegend auseinander gehen. Es beginnt schon damit dass meine beruflichen Anforderungen und damit meine Situation, Belastung und Gründe für vieles absolut nicht nachvollzogen werden können. Früher liess ich mich dennoch auf Menschen ein wo ich selbiges feststellte nur um von diesen dann abserviert zu werden. Wo nur sind die Menschen die wie ich im Job Gas geben müssen und das Privatleben mit Freunden und einem Partner vermissen?
 
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  • #11
Leider habe ich schon mehrmals die Erfahrung machen müssen, dass Menschen in einer Partnerschaft ihre Freundschaften nicht (mehr) zu schätzen wissen. Ist ein Partner gefunden, ist nur noch der wichtig; sie fühlen sich nie mehr einsam UND haben all die von dir beschriebenen Probleme nicht mehr, da ja der Parter für sie zuständig ist, in schwierigen Situationen ihre Hand hält und sie in allem unterstützt.
Als Single bin ich deswegen nicht nur einmal an den Rand der Verzweiflung geraten und habe mich ungbaublich allein gelassen gefühlt. Wenn ich neue Leute kennen lerne und höre, sie sind verheiratet etc., erwarte ich von vorn herein nichts.
w, 31 :'(
 
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  • #12
Über Hobbies (Verein etc.) lernt man z.B. Gleichgesinnte kennen. Auf den Arbeitsplatz als Freundes-Pool würde ich persönlich nicht setzen.

Ansonsten ergeben sich manchmal (und in jedem Alter) Freundschaften zu Leuten, die man auf den ersten Blick "aussortiert" hätte - die aber ganz interessante Sachen zu sagen haben, wenn man nur mal richtig hinhört. Selbst erlebt mit einem lieben Freund, den ich 7 Jahre kannte und immer für ein wenig schlicht hielt. Es stellte sich raus, dass mich seine Herzensbildung sehr anspricht und wir über Gott und die Welt reden können.

viel Glück und Augen und Ohren auf!

w36
 
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  • #13
Echte Freunde, die gibt es in alten Filmen. Heute sind die Menschen nur noch oberflächlich und auf ihre Vorteile bedacht. Sie rufen dich an, wenn sie dich brauchen, ansonsten vegetieren sie in ihrem kleinen Universum dahin und lassen sich wenn es hoch kommt von ihrem Partner beeinflussen. Diese schnelllebige, oberflächliche und von virtuellen Welten geprägte Gesellschaft hat den wahren Wert von echten Freunden nicht mehr auf dem Bildschirm. Solche wichtigen Dinge sind einfach verloren gegangen zwischen PC, Nintendo und Dauersimsen. Ich habe diese Egoistischen Neandertaler satt und sehr sorgfältig den vermeintlichen Freundeskreis ausgemistet! Wer braucht denn schon egoistische Heuchler, dann lieber zig "gute Bekannte". Ich mach mir da keine falschen Hoffnungen mehr.