G

Gast

  • #1

Wer kann in seiner Beziehung Offen über sexuelle Wünsche reden? w42

Wer kann in seiner Beziehung Offen über sexuelle Wünsche reden? w42

Wie kann dem Mann geholfen werden offen über Sexualität zu reden? Kann der Grund für diese Schwäche in der kirchlichen Erziehung liegen? (Evangelisch - Seine Mutter hat ihn überall hingeschleift wo was mit Kirche war und ist streng gläubig).
 
G

Gast

  • #2
Will er das denn überhaupt? Ich werde den Eindruck nicht los, daß du ihn zu etwas zwingen willst, daß er gar nicht will.
 
G

Gast

  • #3
Ja, es kann durchaus an der Erziehung liegen. Ich bin zwar weiblich, aber ich habe selbst große Probleme damit. Meine Mutter hat uns immer in die Kirche geschleppt, selbst wenn wir Erkältet waren. Wir sprachen niemals über Sex und auch Aufgeklärt wurden wir nicht.Das bringt wirklich Probleme mit sich.Ich kann inzwischen auch nicht ganz über sex sprechen, meistens werde ich dabei rot und es ist mir noch immer sehr unangenehm.Gib ihm Zeit, er muss dir auch vertrauen und dann könnte es durchaus funkionieren.
 
G

Gast

  • #4
Es mag hilfreich sein, wenn Du zum einen erst mal klein anfängst mit Themen, die zwar sexuell sind, jedoch von niemand als Tabuthemen empfunden werden. Auch kann es helfen, wenn Du zuerst von Dir erzählst, das wir es für ihn einfacher machen, auch von sich selbst zu erzählen.

Außerdem ist Reden schon von vor herein bei vielen Männern nicht gerade die starke Seite. Du könntest ihm auch Gelegenheit geben, seine Wünsche zu zeigen, statt darüber zu reden.

Direkt auf dem evangelischen Glauben kann das Verhalten schwerlich basieren. Dort ist weder die Sexualität in der Ehe, noch die Kommunikation unter Sexualpartnern irgendwie negativ besetzt. Auch Sexualität außerhalb der Ehe ist seit Jahrzehnten kein Tabu mehr. Es mag auf der evangelischen Seite auch ein paar rückständige Schlafmützen geben. Andere Konfessionen haben da aber sehr viel mehr zu kämpfen.

Es ist für einen Mann vermutlich auch generell schwieriger, über Sexualität zu reden. Selbst unter engen (männlichen) Freunden gibt es hierüber nur selten gute Gespräche. Es gibt Machos mit ihren Sprüchen, aber kaum je einen ehrlichen Meinungsaustausch. Das mag unter Frauen anders sein.

m (45)
 
  • #5
1. "Wer kann in seiner Beziehung Offen über sexuelle Wünsche reden?" -- Ja, das kann ich ohne Probleme und ich wünsche mir auch vom Partner, dass man das kann. Eine andere Perspektive ist aber, ob man überhaupt unbedingt alles verbalisieren muss. Ganz oft ist gerade im sexuellen Bereich nonverbale Kommunikation haushoch überlegen. Man macht einfach mal, man führt mal seine Hand, man setzt seinen eigenen Körper ein, man gibt deutliches Feedback, wenn etwas toll ist. Experimentierfreude, Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen sind oft wichtiger als ausgerechnet verbale Kommunikation.

Zweitens sollten vorallem auch Probleme, also Wünsche a la "das mag ich nicht" oder "das mach bitte ganz anders" oder "das will ich nicht nochmal" eher nicht im Bett besprochen werden und nicht teil des sexuellen Erlebens sein, sondern eher auf einem Spaziergang im Wald. Gleiches gilt für ausgefallenere Wünsche oder die Planung von bestimmten Aktionen. Das Bett sollte positiven Gefühlen und Erregung vorbehalten bleiben und nicht Teil des Problems werden. Genau deswegen sollte Feedback deutlich bei positiven Handlungen gegeben werden, eher ausbleiben bei negativen, nicht aber in negatives Feedback umschlagen.

Sehr wichtig ist es auch, sexuelle Phantasien von realen Wünschen unterscheiden zu können. Die Gedanken sind frei -- aber eine Partnerschaft kann durchaus von allzu seltsamen Phantasien belastet werden. Nicht über alles muss gesprochen werden, nicht alles muss ausgelebt werden.

2. "Wie kann dem Mann geholfen werden offen über Sexualität zu reden?" Damit zu Deiner konkreten Frage: Bei harmlosen Wünschen lieber nonverbal kommunizieren, viel posirives Feedback, viel Einfühlungsvermögen anwenden und passende Situationen im Bett abwarten, um etwas neues zu probieren. Außerdem auf keinen Fall das Bett zur Diskutier- oder Problemzone machen! Gespräche über Sex gehören eben nicht ins Bett!

3. "Kann der Grund für diese Schwäche in der kirchlichen Erziehung liegen?" Der Grund für verklemmtes Sexualverhalten liegt fast immer zu 100% in der Erziehung im weitesten Sinne. Religiöse Erziehung kann dazu beitragen, aber meistens bilden die reaktionären, restriktiven Ansichten ja eine Einheit und eine Trennung von säkularen und religiösen Gründen ist nicht zielführend..Neben der Erziehung können auch die ersten Sexualerfahrungen dazu beigetragen haben.

Wenn Du konkretere Tipps wünschst, so müsstest Du uns beschreiben, inwiefern überhaupt Redebedarf besteht. Worüber muss den gesprochen werden? Was passt denn nicht?

Bedenke, dass nur Reden um des Redens willen, gerade bei verklemmter Einstellung zur Sexualität kontraproduktiv ist. Du musst nur Probleme lösen, die auch da sind. Nicht reden zu mögen, ist kein Problem, solange der Sex klappt. Frage also: Was klappt nicht?
 
G

Gast

  • #6
Oh je, dass hört sich nach verkorkster Erziehung an; ich denke mal, dass dein Partner es einfach nie kennengelernt hat, über sexuelle Dinge zu sprechen. Denn die Kirche und die Bibel sind da eigentlich offensprachiger. Allerdings darfst du in der Bibel nicht das Wort SEX suchen, denn das kannte man bei Luther noch nicht.
Wenn dein Partner also kirchlich orientiert ist, suche dir doch einfach mal Bibelstellen heraus, um dann unter Zitierung der Bibelstellen das Gespräch mit ihm aufzunehmen und darüber mit ihm zu diskutieren. Aber du wirst da sicher erst einmal vorsichtig beginnen müssen, damit er sich daran gewöhnen kann.
 
G

Gast

  • #7
Den Protestanten wird ja eine gewisse Leibfeindlichkeit nachgesagt, und ohne die genauen Hintergründe seiner "kirchlichen Erziehung" zu kennen, kann man wohl sagen, dass das ein (Mit-)Grund für seine Unfähigkeit ist, über sexuelle Wünsche zu reden. Was hat er denn heute für eine Einstellung zum Thema Kirche/Religion? Ist er auch streng gläubig? Lehnt er den Glauben ab? Ist es ihm egal? Je nachdem wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, kann Religion im Zusammenhang mit Deiner Frage thematisiert werden.
Unabhängig davon und aus eigener Erfahrung: Ich kann mit meiner Partnerin sehr gut über Sex und sexuelle Wünsche sprechen. Ich denke, jedes Paar muss dabei seinen eigenen Ton finden, es gib keine allgemeinen Regeln. Die einen kommen super mit "Ja, besorg's mir!" zurecht, die anderen eher mit "Kannst du hier..." und einfach mal die Hand führen. Den eher theoretischen Austausch (besonders, wenn er ins Problematisieren verfällt), sollte man aus dem Bett raushalten, da gebe ich Frederika recht. Und: Mach' einfach den Anfang! Sprich offen über DEINE sexuellen Wünsche, damit er merkt, dass das eigentlich ganz einfach ist.
m, 40, evangelisch :)
 
G

Gast

  • #8
Wer möchte, sollte darüber reden können, doch mit demjenigen, mit Ausgesuchten Menschen und auch nicht in aller Öffentlichkeit sondern nur an geeigneten Plätzen.
Gerade das ist ein sehr privater Teil des Lebens, der nicht in die Öffentlichkeit gehört.
Niemand sollte Anderen die Folgen von Indiskretionen spüren lassen.

Körpersprache beachten. Nicht jede höfliche Unterhaltung ist eine Aufforderung zu Verbalsex;)
 
G

Gast

  • #9
zur Antwort von #6 Wo wird uns Protestanten denn Leibfeindlichkeit nachgesagt?
Es war doch schon Luther der dafür gesorgt hat, dass die Nonnen und Mönche einschließlich ihm selbst sich wieder Partner genommen haben, weil man damals schon erkannt hatte, dass die sexuelle Enthaltsamkeit für die Menschen nicht gut war.

Ich selber bin evangelisch ziemlich strenggläubig, kann aber über alle sexuellen Dinge frei reden und mich auch öffnen. Insoweit habe mich von dieser Antwort etwas auf den Fuß getreten gefühlt; denn mit meiner Kirche konnte das nichts zu tun haben.
 
G

Gast

  • #10
FS zu
#6
Heutige Einstellung zur Kirche - 1x im Jahr - zu Weihnachten - in die Kirche gehen.
Kirchensteuer zahlen ist richtig (Warum?? - darauf bekomme ich keine Antwort).


Wenn seine Mutter unseren Sohn zur Konfirmation zwingen will (getauft ist unser Sohn nicht), ich die Not des Kindes in den Tränen sehe - wird mir Kirchenfeindlichkeit vorgeworfen, von seiner Mutter ganz laut und von ihm nicht viel leiser.

Ich wollte das er durch Gespräche gerade dieses Thema für unseren Sohn interessant macht - Antwort: "Ich weiss nicht was ich da sagen soll." -
Ich bin nicht in der Kirche, wie bitte schön soll ich dann etwas von diesem Thema vermitteln????

Vielleicht ist es auch nicht die Religion sondern die Schwiegermutter.
Habe im Internet mal was von Muttersöhnchen gelesen. Können sich im Berufsleben super und erfolgreich positionieren Geht die Tür zu Hause auf, dann sehen die in der Partnerin nur einen Mutterersatz --> dann klappt es auch mit dem Sex nicht mehr.
 
  • #11
@#9: Was klappt denn jetzt sexuell nicht bei Euch? Warum hast Du einen Gesprächsbedarf?

Wäre schon nett, wenn Du diesen Thread betreuen würdest und auf unsere Rückfragen anworten.
 
G

Gast

  • #12
#6 für #8: Ich sehe das mit der Leibfeindlichkeit selbst nicht so, aber wir haben offensichtlich diesen Ruf. Es gibt auch eine Geschichte dazu, aber die Hintergründe habe ich leider im Moment nicht parat. Ich habe es ab und zu mal gelesen und gehört, auch von meinem Pastor (der selbst alles andere als leibfeindlich ist...) Google doch mal :) Ich wollte Dir nicht auf den Fuß treten, und selbst würde ich mich auch überhaupt nicht als leibfeindlich bezeichnen. Ich kann mit meiner Partnerin wunderbar über Sex kommunizieren, und ich habe ein völlig unverklemmtes Sexualleben.
zu #9: Der Mann scheint eine ziemlich verkorkste Einstellung zum Glauben zu haben. Was ich aus Deiner Antwort lese, hört sich nicht nach einem reifen, gefestigen, irgendwie konstistenten Glauben an, sondern mehr nach Formalien und "das haben wir schon immer so gemacht". Na gut. Das "Muttersöhnchen"-Argument scheint mir da auch eher naheliegend zu sein. Dann wird es wohl nur vorangehen mit etwas entspannterer Sexualität, wenn er sich erstmal richtig von diesem Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Mutter trennt.
 
G

Gast

  • #13
FS

#10 Frederika
der Sex ist zu selten!
Da ich erwachsen bin, habe ich da auch schon über die verschiedensten Dinge nachgedacht und nachgelesen.

Es hat sich somit für mich die Frage ergeben ob es an dem fehlenden Gedankenaustausch liegen kann.

Wenn ein Partner auf jegliche Beziehungsfrage "Da kann ich jetzt nichts dazu sagen." bringt - wo liegen dann die Schwierigkeiten? --> Überall --> da muss man doch irgenwo anfangen eine Lösung zu suchen.

Habe keine Lust jetzt intime Details zu erläutern und gehe davon aus das meine Schilderung mal so ernst genommen werden kann ohne mir Naivität, Blindheit oder Unwissenheit im speziellen zu unterstellen.Die verschiedenen Methoden der Motivation (Hand führen, selbst zeigen was man will usw) wurden schon erfolglos getestet. Gespräche beim Spaziergang --> wenn Zeit für Spaziergänge wäre (Arbeit, seine Familie, Arbeit, usw). Vereinbarte Ehedates werden aus "wichtigem Grund" plötzlich gestrichen. Er beteuert mir immer wieder wie sehr er mich liebt. Und was nun?
 
G

Gast

  • #14
Nochmal #6/#11. "Da kann ich jetzt nichts dazu sagen." und "Vereinbarte Ehedates werden aus "wichtigem Grund" plötzlich gestrichen.", das geht gar nicht. Er will nicht kommunizieren. Egal aus welchem Grund: Das wird auf Dauer nicht gut gehen. Wie lange seid ihr schon zusammen? Wie lange bist du mit dem Sex unzufrieden? Ich will hier nicht eine vorschnelle Trennung vorschlagen, aber irgendwie hört sich das danach an, als ob du ihm mal die Pistole auf die Brust setzen müsstest.
 
G

Gast

  • #15
Liebe und eine Beziehung pflegen sind zwei getrennte Bereiche.
Er sagt er liebt Dich und DU, fühlst DU Dich geliebt?
Wenn er sagt, da kann ich jetzt nichts zu sagen - frage ihn wann denn dann. Und es kann gut sein, dass er wirklich nichts dazu sagen kann. Wir wissen ja auch nicht, was Du wissen willst.
Vielleicht ist er völlig überfordert und wenn er nicht an sich arbeiten kann oder will - ja dann stehst Du vor der Frage, ob Du so weiterleben willst und kannst oder nciht. .
 
G

Gast

  • #16
Alle sexuellen Wünsche-soz.offen -und dauernd verbal vermitteln-also das ist absolut nicht erstrebenswert. Wenn man Gefühle für den Partner empfindet, spürt man so manches. Klar, nur stum alles mitzumachen ist auch keine Lösung. Vielleicht versucht ihr es mit kleinen herzförmigen Wunschzettelchen( vorher) .Das macht Spass und ist unverfänglich.
Alles Gute
w/57
 
G

Gast

  • #17
An alle Frauen:
Macht Euch mal eines klar, mann kann auch vieles kaputtreden.
Ich (m) stimme #15 da zu.
Was wäre denn, wenn der Mann sich outet, dass er gerne mal zu dritt oder on Swg-Club, oder soundso anal stimuliert werden möchte ...oder. Ja, meine Damen hier, was ist dann ??????

Die meisten Frauen (wie die Fs) stellen diese Frage in der stillen Hoffnung, dass es irgendwas sexuell halbwegs Nettes, nicht allzu unanständiges, ist und selber gut davon zu "profitieren".
Aber wehe, es ist etwas was sie nicht will.....dann ist "Holland in Not".

Also, vielleicht hat der Partner der FS gute Gründe, darüber zu schweigen, bzw. nicht allzusehr zu thematisieren....
 
  • #18
Liebe FS,

Das ist sehr schade für Dich. Ich denke schon dass Ihr darüber reden müsst- wie man über alles reden muss was die Beziehung betrifft. Es geht Dir ja nicht darum irgendwelche SM-Spielchen zu machen sondern es ist Dir einfach zu wenig was ich gut nachvollziehen kann. Und wenn dann vielleicht was dabei rauskommt was Du nicht machen willst, na ja, das ist immer noch besser als Schweigen. Dann weisst Du wenigstens woran Du bist.

An alle Protestanten: Es kann sehr wohl am Glauben liegen. Es gibt ja bei den Protestanten sehr viele verschiedene Richtungen, darunter etliche sehr Lustfeindliche. Etwa bei den Pietisten. Da gilt dann "Seiet fruchtbar und mehret Euch", aber es steht nicht geschrieben dass es Spass machen darf- also darf es keinen machen. Also gibts Sex wenn er nicht zur Fortpflanzung dienen soll eigentlich nicht (was dann ein schlechtes Gewissen macht).

Zur Titelfrage: In meiner Ehe wars auch ein Tabuthema- was mit zum scheitern geführt hat. Aus dieser Erfahrung heraus lasse ich kein Schweigen mehr zu. In meiner jetzigen Beziehung reden wir sehr offen darüber, auch mit klaren Ansagen wenn wir etwas nicht machen wollen.
 
G

Gast

  • #19
Na was sollen dann die Katholiken erst machen?! Habe nämlich einen, der mir auch nach 7 Monaten noch recht verklemmt vorkommt. Ich vermute auch die äußerst strenge und religiöse Erziehung als Ursache. Allerdings habe ich Hoffnugn - zu Beginn unserer Beziehung war durchaus mehr an sexuellen Spielarten möglich als jetzt (bspw. Cunnilingus). Es ist, als ob er sich nun - nachdem die Hormone wieder halbwegs normal mitmachen - zügelt, um nichts falsches zu machen. Ich versuche nun Schritt für Schritt jedes Mal, ein wenig spielerischer mit ihm/seinem Körper umzugehen, aber wirklich sehr vorsichtig. Er zeigt mir dann schon, ob er das gut findet. Reden finde ich auch echt schwierig, weil er generell über Gefühle ungern redet.

Viel Glück dennoch der Fragestellerin!

w36
 
G

Gast

  • #20
Wenn ihr einen Sohn habt, der vor einer "Konfirmation" steht, die man mit 14 hat, dann seid ihr schon mindestens 12, 13 Jahre zusammen!
Wieso stellst du dir all die Fragen erst jetzt?! Wie ist es denn bisher bei euch gelaufen?
Du kannst uns doch nicht weismachen wollen, dass dir seine Verklemmtheit, seine kirchliche Erziehung, sein "dazu kann ich jetzt nichts sagen" erst jetzt auffällt! Also Hand aufs Herz und ehrlich: Was ist der Grund für dich, dass es dich JETZT auf einmal so sehr stört? Gibt es einen anderen Mann, der dich interessiert?

w42