• #1

Wer hat gute Erfahrung mit Patchwork gemacht?

Hallo zusammen,

ich möchte mich mal melden, weil ich mich vor genau drei Jahren in etlichen Foren eingelesen habe, um Erfahrungen anderer Konstellationen zu bekommen.

Dieser Eintrag nun ist eher eine Art Austausch und soll keine direkte Frage darstellen.

Ich habe vor drei Jahren, nach einer sehr emotionalen Trennung, einen Mann kennengelernt, der mich mit anderen Augen gesehen und mir immer wieder das Gefühl gegeben hat, dass ich gut bin, so wie ich bin. Im ersten Gespräch hat er auch erzählt dass er schon eine Tochter aus erster Ehe hat (wir sind 28 und 32). Nun ja, wie soll ich es beschreiben... ich fühlte mich etwas überfordert. Ich bin selbst Scheidungskind und wollte immer eine eigene intakte Familie und keinen Mann mit Kindern einer anderen Frau. Dennoch habe ich dem Ganzen eine Chance gegeben. Die Gefühle waren zu stark, sodass ich es wagen wollte.

Ich habe nach einiger Zeit seine Tochter kennengelernt und das erste Treffen hätte nicht schöner sein können. Ich war überrascht, wie schnell die Kleine (damals 6 Jahre) meine Nähe gesucht hat und ich hab seit dieser Zeit so unheimlich viel über mich gelernt. Ich hätte wirklich nie gedacht, dass es unkompliziert sein kann aber glaubt mir, in meinem Fall ist es das. Ich habe so eine starke Bindung zu dem Kind, sie respektiert mich und fragt mich oft nach Rat, dass ich manchmal schon erschrocken bin, wie komplikationslos das Ganze verläuft. Wenn ich einkaufen fahren muss oder mit dem Hund eine längere Runde mache, dann will sie mich immer begleiten und erzählt mir jedes Mal, wie sehr sie Papa und mich vermisst und lieb hat. Dazu muss man aber auch leider sagen dass wir sie alle vier Wochen sehen, da sie 400 km entfernt mit der Mutter lebt. Aber auch das Verhältnis ist entspannt. Manchmal holen sogar mein Freund und ich seine Tochter ab und reden dann noch eine Weile mit der Mutter.

Alles in allem bin ich froh und glücklich über diese Konstellation. Ich habe mir damals gewünscht, solche Erfahrungen zu lesen und möchte diese Erfahrung deshalb teilen.

Dazu muss ich auch sagen dass ich in den letzten drei Jahren unglaublich viel gelernt habe und gereift bin. Ich bin froh dass das Verhältnis aller beteiligten Erwachsenen entspannt ist und wir jeden akzeptieren. Ich hoffe natürlich, dass es so harmonisch bleibt, auch dem Kind zu liebe.

Ich möchte euch da draußen Mut machen, wenn auch ihr in so einer Konstellation lebt. Viel Streit kommt von dem eigenen geringen Selbstwertgefühl und überträgt sich aufs Kind oder die Beziehung. Manche sind sogar eifersüchtig, aber auch da muss ich sagen, dass man nur selbst das Problem beheben kann. Traurig finde ich zudem dass Patchwork oder allgemein dieser Konstellation geringe Zukunftschancen prophezeit werden. Wenn man sich dazu entscheidet, dann sollte man zusammen auch Tiefen durchstehen und nicht gleich alles über Bord werfen.

Vielleicht habt ihr ja auch solche positiven Erfahrungen gemacht. Ich würde mich über einen Austausch freuen.
 
  • #2
Ich kenne in meiner Umgebung einige Leute, die in Patchworkfamilien großgeworden sind und die eine sehr innige Beziehung zu ihren Stiefvätern haben, mit denen sie aufgewachsen sind. Die eine Freundin von mir sagt immer, sie hat zwei Väter, Papa und Vati. Meine andere Freundin bekam mit 11 ihren damaligen Stiefvater, zu dem sie so eine enge Bindung hatte, dass sie bei seinem plötzlichen Tod während ihrer Abi-Zeit eine Therapie machen musste, um das zu verarbeiten. Sie redet heute noch sehr dankbar von ihm und war traurig, dass er bei ihrer Hochzeit nicht dabei sein konnte. Gleichzeitig gibt es natürlich auch schlechte Beispiele, wie bei meinem Freund. Nach meiner Erfahrung klappt es meist gut, wenn die beteiligten Personen alle entspannte und nicht in irgendeiner Form psychisch belastete Individuen sind. Die Mutter meines Freundes ist an sich eine schwierige Person, die nicht kommunizieren kann und aus einer schwierigen Familie stammt, und hat damit zwei Ehen quasi in den Sand gesetzt, sich als zweites auch einen nicht einfachen Partner ausgesucht, der eifersüchtig auf ihren Sohn war und gewalttätig ihm gegenüber war, die Mutter hat weggeschaut. Das lag eben nicht am Patchwork an sich, sondern an den beteiligten Erwachsenen, die ihre eigenen Probleme mit in eine neue Beziehung bringen. So etwas habe ich auch öfter schon bei den Eltern von Freunden wahrgenommen.
Natürlich wird es auch den Fall geben, dass sich der neue Partner und das Kind einfach nicht verstehen, das Kind eifersüchtig ist usw. Solche Beispiele kenne ich in meinem Umfeld allerdings nicht.

w, 36
 
  • #3
Habe ich leider nicht. Meine Erfahrung ist, dass PW sehr viel Arbeit ist und ganz viel reden und Austausch benötigt.
Man kann es schaffen und eine glückliche Beziehung damit führen. Einfach fand ich es nie. Ein entscheidender Faktor ist ganz sicher, ob sich die Eltern sachlich auf Elternebene auseinander setzen können. Wenn da nur Wut und Hass herrscht wird es schwierig.
PW kann halt noch zusätzlich so viel Zündstoff in eine Beziehung bringen, dass die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns sicher höher ist, als ohne PW.
Ich wollte den Mann ja trotz des Kindes und nicht deswegen.
 
  • #4
Ein solches Leben wäre auch für mich unvorstellbar.
Ich hätte überhaupt keine Lust, mein Leben mit Kindern zu verbringen, egal ob eigene oder PW.
Ich möchte auch mit niemandem meine Wohnung teilen, da ich Ruhe benötige wenn ich von der Arbeit komme und am WE ungestört lesen oder Vorträge/Hörbücher anhören möchte.

Das was ich ständig beobachtet habe bei Anderen ist ein Ende im Chaos mit furchtbaren Problemen.
 
  • #5
Ich habe persönliche Erfahrungen mit Patchwork bisher nur im Rahmen einer Beziehungsanbahnung bzw. Kennenlernphase gemacht...gut waren sie leider nicht.

In meinem Fall merkte man ganz deutlich, dass zwischen den Elternteilen ein Rosenkrieg herrschte. Die Ex des Mannes sabotierte, wo es nur ging und mein Bekannter sprang, wenn sie einmal mit dem kleinen Finger schnippte, aus Angst, die beiden Kinder dann nicht mehr sehen zu dürfen.
Mir war das zu viel und ich zog die Reißleine.

Im Freundeskreis kann ich jedoch beobachten, dass Patchwork auch sehr gut funktionieren kann. In all diesen Beziehungen haben die Eltern die Trennung gut verarbeitet und man geht normal miteinander um. In den meisten dieser Patchwork-Familien bekamen die Eltern auch weitere Kinder mit dem jeweils neuen Partner.

Es geht also, wenn alle Beteiligten es wollen und bereit sind, an sich zu arbeiten :)
 
  • #6
Traurig finde ich zudem dass Patchwork oder allgemein dieser Konstellation geringe Zukunftschancen prophezeit werden.
Warum benutzt du den Begriff "Patchwork" falsch?

Das ist doch, wenn unterschiedliche Familien unter einem Dach ständig zusammenleben und auch Beziehungen untereinander haben.

In diesem Falle aber bist Du einfach nur die neue Lebensgefährtin Deines Partners mit einer Tochter, die hier noch nicht mal ständig mit unter dem Dach lebt.
Du bist vielmehr eine zeitweise Stiefmutter.

Das ist doch nicht "Patchwork" !!

Was sollen da Famlien sagen, die wirklich "Patchwork" leben?

Mit Deinem Aufruf trittst Du m.Mng. nach Leuten, die viel größere Schwierigkeiten mit "Patchwork" im Leben zu bewältigen haben, einfach ins Kreuz, weil Du sie auf eine Stufe mit Euch stellst.

Diese Leute können über Dein "Patchwork" wohl nur milde lächeln.
 
  • #7
Warum benutzt du den Begriff "Patchwork" falsch?

Das ist doch nicht "Patchwork" !!

Was sollen da Famlien sagen, die wirklich "Patchwork" leben?

Diese Leute können über Dein "Patchwork" wohl nur milde lächeln.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass Menschen, egal, was man schreibt, ob positiv oder negativ, gleich wieder Kritik äußern müssen. Erstens ist es für MICH Patchwork. Jeder hat hierfür eine andere Definition. Nur weil es in allen Büchern steht, dass man dafür unter einem Dach leben muss, heißt es das nicht für mich. Denn ich habe keine eigenen Kinder, ich war auch überfordert und wusste nicht, wie ich genau mit dieser Situation umgehen soll. Dennoch finde ich den Umgang von allen positiv und ich wurde zu keiner Zeit alleingelassen. Ich bin mit meinem Partner im ständigen Austausch und es ist mittlerweile so, dass ich selbst schon sage, wann und wie wir sie am besten abholen können. Wie eingangs gesagt, ich wollte nur einen Austausch mit diesem Eintrag machen und auch mal positiv berichten.

Wie gesagt, ich nehme deine Kritik gerne an aber ich wollte garantiert nicht mit dem Eintrag bezwecken, dass sich jemand dadurch angegriffen fühlt.
 
  • #8
Du hast eine sehr einfache Patchworkkonstellation, die obendrein keine ist. Dein neuer Partner hat offensichtlich eine gute Trennung hinbekommen - kein Krieg mit der Ex und die Ex ist soweit weg, dass sie euch nicht täglich in euer Leben pfuschen kann.

Von Patchwork kann ausserdem nicht die Rede bei Dir sein, denn das Kind ist nur für knapp 2 Tage im Monat bei euch, denn es muss ja noch 400 km geholt und wieder zurückgebracht werden.
Darüber hinaus hast Du keine Kinder und keinen Partner im Schlepptau.
Also Deine Selbstbeweihraeucherung läuft voll ins Leere.

Interessant wird das Thema, wenn Du Nachwuchs bekommst und das Geld knapp ist, weil er zunehmend mehr Unterhalt zahlen, d.h. Du früher und mehr arbeiten musst, als Du es Dir wünschst. Wie es wird, wenn Eifersucht aufs Geschwisterkind hinzukommt, ggf Unterhaltskuerzungen für das erste Kind, weil er nicht so viel verdient - es also Auswirkungen auf Dich und die Ex hat, statt dass es nur Unterhaltungsprogramm ist. Dann ist meistens recht schnell Schluss mit der großen Harmonie.
 
  • #9
Das ist doch, wenn unterschiedliche Familien unter einem Dach ständig zusammenleben und auch Beziehungen untereinander haben.
So streng wird das anscheinend nicht definiert, hab mal gegooglet:

Patchworkfamilien gibt es in den verschiedensten Varianten. Die häufigste Form ist die sogenannte Stiefvaterfamilie – bei der eine Frau ihre Kinder aus einer früheren Partnerschaft mit in eine neue Beziehung bringt. Das Pendant dazu ist die Stiefmutterfamilie – eine Form, die es besonders schwer hat. Sind die (gesellschaftlichen) Erwartungen an eine Mutterfigur doch wesentlich höher als an eine Vaterfigur und der kindliche Loyalitätskonflikt (siehe unten) zwischen zwei Müttern besonders groß. Die Stiefmutterfamilie ist vor allem als temporäres Familienmodell – in Form einer „Wochenendfamilie“, bei der die Kinder ihren leiblichen Vater und dessen neue Partnerin besuchen – sehr häufig. Bringen beide Partner eigene Kinder in den neuen Haushalt mit, spricht man rein rechtlich von einer zusammengesetzten Stieffamilie.

Ist ja auch nicht so wichtig, ich freu mich für dich Chichi88, dass es bei dir so gut funktioniert. Ist doch nett, mal eine Geschichte zu lesen, die positiv ausgegangen ist.
 
  • #10
Wie gesagt, ich nehme deine Kritik gerne an aber ich wollte garantiert nicht mit dem Eintrag bezwecken, dass sich jemand dadurch angegriffen fühlt.
Zieh dir doch diesen (Besserwisser-)Schuh nicht an, liebe Chichi. Ich habe deinen Bericht gerne gelesen und fühlte mich in meinen eigenen PW-Erfahrungen bestätigt. Wobei auch in meiner Konstellation nur von (m)einer Seite ein Kind dabei war; mein Partner war kinderlos - Patchworker waren wir trotzdem.

Wichtig ist - und das beschreibst du sehr genau -, dass die Eltern des Kindes ihre Trennung verarbeitet haben, und zwar nicht auf dem Rücken des Kindes »ausgetragen« haben. Dass kein Rosenkrieg in der Folge die neuen Beziehungen belastete. Viele Eltern bekommen das hin - nur von denen lesen wir hier halt nix, lieber @INSPIRATIONMASTER. Hier melden sich meist nur die »Problemfälle«. Ausnahmen sind aber auch willkommen, weil sie Mut machen!
 
  • #11
Wie oben erwähnt ist das ja kein richtiges Patchwork. Patchwork wäre es wenn du auch eigene Kinder mitbringen würdest und ihr zusammenlebt.
Ein Kind, das nur alle vier Wochen beim Papa ist, ist natürlich leichter zu ertragen als wenn man mit mehreren Kindern Patchwork zusammenlebt.

Für mich wäre ein Leben wie für @Undine dagegen unvorstellbar. Alleine zu leben wäre für mich das absolute Grausen. Ich würde an Einsamkeit sterben. Ich brauche meine Kinder um mich rum. Selbst wenn die irgendwann ausziehen, will ich niemals alleine leben. Das ist die Horrorvorstellung für mich.

Mir tun all die Singles in der Corona-Distanzphase unendlich leid....
 
  • #12
Vielleicht habt ihr ja auch solche positiven Erfahrungen gemacht. Ich würde mich über einen Austausch freuen.
Ich war Teil einer Patchworkfamilie.Meine Ex brachte 3 Kinder in die Beziehung, die hielt solange, bis das letzte Kind auszog und mich meine Ex erst betrog und dann verließ. Für die Kinder habe ich wie meine eigenen gefühlt, machte alles für sie, was ich gar nicht alles hier schreiben kann und will. Als mich meine Ex verließ, meldeten sich auch die Kinder nicht mehr. Und als ich dann in der Folge auch noch schwer erkrankte und lange, teilweise noch heute, an den Folgen in allen Bereichen (Gesundheit, Beruf,Leben) zu knabbern hatte, meldete sich keines der Gören. Nicht mal einen Anruf, nichts. Sie haben sich, wie meine Ex, vom Sugardaddy kaufen lassen.

Du wirst mir also bitte nachsehen, dass ich von Frauen, Frauen mit Kindern und älteren vermögenden "Herren", die anderen die Ehefrau "klauen", absolut nichts Positives abgewinnen kann. Und ich war mal sehr kinderfreundlich, familienbezogen. Das ist Geschichte. Heutzutage würde ich jeden Menschen davon abraten, in eine Patchworkfamilie einzusteigen. Das kann seltens gutgehen, wie ich selbst erlebt habe.
 
  • #13
Wie gesagt, ich nehme deine Kritik gerne an aber ich wollte garantiert nicht mit dem Eintrag bezwecken, dass sich jemand dadurch angegriffen fühlt.
Sei nicht so empfindlich.
Ich freue mich ja sogar, dass ihr da eine heile Familie hinbekommen habt (ich sehe das im Übrigen, so wie @Vikky)

Ich finde übrigens den Begriff "Bonuskind" oder "Extraikind" in Deiner Lage auch nicht schlecht. Aber auch dieser Begriff wurde hier schon kontrovers diskutiert.

Trotzdem ist Dir (und und allen auch) wohl klar, dass es schon eine ganz Nummer schwieriger wäre, wenn das "Extrakind" immer bei Euch leben würde und nicht nur alle 4 Wochen mal.
Und wenn bei Euch auch noch Dein leibliches Kind dazu käme, wäre das auch schon eine Nummer härter.

Es gibt solche Fälle hier im Forum gar nicht so selten. Und auch die schaffen es (meistens).
Diesen Familien gehört meine Anerkennung erst recht.
 
  • #14
Eine andere Variante von Patchwork.

Ich habe 2 inzwischen erwachsene Kinder. Meine Partnerin auch.
Wir sind 5 Jahre zusammen, haben zusammen gebaut. Jeweils ein "Kind" wohnt noch hier, die beiden Anderen haben ihr Zimmer. Sie nutzen es nur selten.
Aber es ist das Familienzuhause.

Es klappte von Anfang an gut. Wir redeten, alle miteinander.
Meine Partnerin trennte sich etliche Jahre vorher einvernehmlich. Ihr Ex ist für mich ein guter Bekannter, fast ein Freund. Er ist willkommen.

Es geht, wenn alle Beteiligten wollen.
Wir treffen uns regelmäßig.

M, 55
 
  • #15
"Bonuskind" finde ich ein schönes Wort.

Bei mir kam damals ein kinderloser Partner, der aber gerne eine Familie wollte, nach seinerer Meinung mit damals 35 schon spät dran war und sich deswegen freute, dass dann 2 noch jüngere Kinder da waren.
Es waren sehr schnell seine Söhne - auch wenn es mehr als genug Probleme durch den Erzeuger gab.
Unsere Ehe hat nicht gehalten, aber er hat beide adoptiert - und der Ältere wohnt bei ihm.

Jetzt habe ich einen Partner mit auch 2 Kindern, etwa gleiches Alter, das ist richtig klasse.
Der Trupp versteht sich, trotz dem sie völlig unterschiedlich sind inkl. der auch noch vorhandenen Freund*innen der "Kinder" - Familie ist groß :))))

Und nach 2 Söhnen freue ich mich über die weibliche Ergänzung - ich habe richtig Glück, ganz tolle, liebenswerte Mädels.

Und ich kenne etliche Familien in meinem Umfeld, wo es gut klappt. Reden, Und Akzeptieren...

W,50
 
  • #16
Ich glaube, da steckt mehr dahinter, du möchtest von außen Bestätigung bekommen, das du in einer guten Situation bist, was nicht der Fall ist, du bist noch sehr unerfahren und noch entfernt, wo es kritisch werden wird!! Muss diesbezüglich, ausnahmsweise @8 meine volle Zustimmung geben, den Nagel voll auf den Kopf getroffen, das sehe ich explizit genauso, abwarten und Tee trinken, das böse Erwarten ist nach meiner Einschätzung vorprogrammiert!
Ich muss dir leider widersprechen. Es war nicht mein Verlangen, mir Bestätigung zu holen, ich wollte einfach nur einen Austausch ;).

Zudem habe ich genau deswegen dieses Thema eröffnet, weil die Personen häufig aufgrund der negativen Erfahrungen nur etwas in Foren schreiben, was ja generell auch logisch nachzuvollziehen ist, wenn sie sich bei Problemen gerne externen Rat oder Meinungen einholen wollen. Jedoch wollte ich auch von positiven Geschichten lesen, um diese Personen zu ermutigen, die gerade genau wegen der Kinder überlegen, ob sie der Beziehung eine Change geben können/wollen.

Ich respektiere und akzeptiere auch die Meinung, dass man generell keinen Mann / keine Frau mit Kindern kennenlernen möchte, weil man Kinder nicht mag oder eben nicht die Vorstellung teilt, die Vergangenheit des Partners so hinzunehmen. Alles legitim, aber ich finde, dass die Menschheit etwas besser wäre, wenn man nicht gleich alle über einen Kamm schert, sondern auch Raum dafür gibt, dass sowas funktionieren kann.

Ich für meinen Teil bin an der ganzen Konstellation unheimlich gewachsen, ich fühle mich angekommen, geliebt und bin unheimlich glücklich und weiß auch, dass ein gemeinsames Kind daran nichts ändern wird. Auch wenn es für viele naiv klingen mag, aber ich stehe finanziell auf beiden Beinen und bin von niemandem abhängig, selbst wenn es im schlimmsten Fall zu einer Trennung kommen kann.. aber das kann es auch, wenn mein Freund vorher nicht diese Vergangenheit hätte.

Danke an euch für diese tollen Geschichten, das zeigt doch, dass es funktionieren kann.
 
  • #17
h respektiere und akzeptiere auch die Meinung, dass man generell keinen Mann / keine Frau mit Kindern kennenlernen möchte, weil man Kinder nicht mag oder eben nicht die Vorstellung teilt, die Vergangenheit des Partners so hinzunehmen.
Hast Du das hier gelesen ?
Ich nicht.

Ich weiß wohl, dass es etliche weibliche und auch einige männliche Foristen gibt, welchen Partner mit Kindern für sich aus unterschiedlichen Gründen ausschließen.

Die wirst Du mit dem Thread aber auch nicht umstimmen, weil es weder mit Deiner Konstellation noch mit Deinen Erfahrungen eine Deckung zu den einzelen Beweggründen gibt.

Zum beispiel wollen viele Frauen auf das biologische Erlebnis, Mutter zu werden (vor allem die Geburt) nicht verzichten. Da ist Dein Bonuskind einfach kein Ersatz.
 
  • #18
Also positive Erfahrungen...

Ich habe in meinem Umfeld mehrere Familien mit Stiefmüttern in den verschiedenen Generationen. Ob das im Innern gut läuft, sehe ich nicht, aber es macht einen normalen Eindruck. Die Stiefkinder sind auch über Jahrzehnte in der Herkunfts-Familie der Stiefmutter integriert. Die Familienfeiern werden zusammen mit mit leiblichen Verwandten, Stiefgrosseltern und Stiefonkels etc gefeiert.

Ich kann den Mythos von der bösen Stiefmutter daher nicht bestätigen.

Auch zwischen leiblichen Eltern, Kinder, Geschwistern entstehen Konflikte und es wird gehänselt. Der Hinweis auf das Stief-Verhältnis ist nur eine leichte Möglichkeit, das Argument des anderen im Konflikt wegzuschieben nach dem Motto: Du hast hier jetzt gar nichts zu sagen als Stief-Mutter/Bruder/Vater/Tochter...
 
  • #19
Ich finde es schön, mal wieder etwas Positives zu lesen.

Es ist sicher schwieriger wenn jeder Kinder mitbringt. Aber das ist für Deinen Thread völlig egal

Du hast Dich etwas getraut, wovor Du selbst Angst und Vorurteile hattest und wurdest positiv überrascht!
Gutes Beispiel sich mal zu trauen!

Ich selbst habe so meine Kindheit verbracht, im hohen Alter sogar adoptiert aber da lag es am fehlenden Vater....
Was besseres als dass sich jemand getraut hat und meine Mutter nicht wg mir ablehnte, konnte mir gar nicht passieren.
 
  • #20
Abgesehen davon, dass ich "Patchwork" anders definieren würde (für mich gehören Kinder mit unterschiedlichen Eltern dazu), habe ich positive Erfahrungen.

Ich hätte gerne eigene Kinder gehabt und heute freue ich mich jeden Tag, dass ich am Großwerden eines mittlerweile Jugendlichen seit ein paar Jahren teilhaben darf. Dass ich an der einen oder anderen Stelle unterstützen darf, dass ich den Vater ein wenig ergänzen darf (vielleicht sogar etwas ersetzen), ein Gegengewicht zur Mutter bilde, dass ich Freud und Leid mitbekomme, auch wenn ich mir diese Teilhabe viel mehr erarbeiten und viel vorsichtiger damit umgehen muss als ein "richtiger" Vater. Dafür nehme ich die Einschränkungen, die das gegenüber einer Beziehung ohne Kinder bringt, gerne hin und sehe das als spannende Bereicherung meines Lebens.

Ich habe nicht gezielt nach einer Partnerin mit Kind gesucht, aber warum sollte ich eine Frau wegen Kindern ausschließen, wenn ich nichts grundsätzlich gegen Kinder habe? "Nie verheiratet und ohne Kinder", aber dann eine gemeinsame Familie gründen, wie ich es hier öfter mal lese, ist nicht mein Ding, ich kann das auch nicht nachvollziehen. Ich sehe das also positiv. Aber natürlich bedeutet es auch, dass Frau und Kind passen müssen.

Für mich ist das Thema einfach eine Einstellungssache. Bin ich bereit, mich darauf einzulassen oder nicht? Kann ich von einer fixen Vorstellung, wie das Leben zu verlaufen hat, abgehen oder nicht? Habe ich Lust, mich neben einer Partnerin auch noch auf ein Kind einzustellen, es kennenzulernen, zu akzeptieren, in gewisser Form auch zu lieben? Bin ich bereit, mich selbst und meine Ansprüche an Partnerin und Partnerschaft dafür zurückzunehmen.
 
  • #21
Wir, (Tochter fast 16) und ihr Vater und dessen neue Ehefrau haben mittlerweile auch ein sehr entspanntes Verhältnis. Aber hauptsächlich weil ich in den ersten Jahren sehr zurückgesteckt habe und zum Wohle unserer Tochter alles was Er sich geleistet hat, mehr oder weniger erduldet habe bzw. ihm nur unter 4 Augen am Telefon meine Meinungen dazu gesagt habe wenn sie nicht dabei war.

Er hat sich auch die Rosinen herausgepickt und war der 14-tägige Wochenend-Vater (wann kann ich sie Dir frühestens am Sonntag zurückbringen... und das vor dem Kind) oder der Urlaubsreise-Vater.

Die drei haben in den letzten Jahren viele Auslandsreisen miteinander gemacht und ich habe für diese Reisen immer die elterliche Sorge auf seine Frau übertragen, nicht auf ihn, weil ich ihr mehr vertraue, auf meine "Kleine" aufzupassen.
Sie ist Ärztin und behandelt mich wegen meiner Wechseljahrs-Beschwerden. Also mittlerweile alles im grünen Bereich, sie kann am wenigsten dafür.
Aber doch noch mal zu Eurer Situation: Es ist sehr einfach, ein gutes Verhältnis mit der Tochter zu haben wenn sie nur alle 4 Wochen für ein kurzes WE kommt. Da muss man sich nicht selbst beweihräuchern.
W54
 
  • #22
Dafür nehme ich die Einschränkungen, die das gegenüber einer Beziehung ohne Kinder bringt, gerne hin und sehe das als spannende Bereicherung meines Lebens.
Genau das! Du sprichst mir so aus der Seele, genauso fühle ich es auch und genieße eben die Momente. Wenn sie wieder weg ist, dann muss ich mich erstmal ein paar Tage sammeln weil ich echt super traurig bin und sie mir fehlt. Es ist eine tolle Bereicherung und ich hätte niemals gedacht, dass es so extrem ist.

Patchwork ist ein schwieriges Thema. Du wirst bei dem Mann immer zurück stecken müssen, seine Kinder werden immer einen höheren Stellenwert haben. Wollt ihr beide gemeinsame Kinder, dann wird es noch kritischer. Das Geld wird nicht reichen. Überlege es dir gut.
Dazu muss ich sagen, dass die Thematik " Geld" häufig angesprochen wird. Ich sehe es so: ich habe jahrelang studiert, stehe finanziell wirklich auf eigenen Beinen und wenn ich so zurückdenke, fällt mir nur eins auf: Vor drei Jahren mit meinem Ex-Freund (Gutverdiener, dickes Auto und unzählige Reisen zusammen) war ich längst nicht so glücklich. Ich hatte Sicherheit, das stimmt aber es war eine Vernunftsbeziehung. Diese Emotionen in der jetzigen Beziehung sind mit nichts Vorherigem zu vergleichen. Da muss ich mich doch fragen, was mir wichtiger ist?! Natürlich kann man sagen, dass ich das eventuell auch mit jemandem haben könnte, der noch keine Kinder hat aber Geld ist doch nicht alles. Wieso kommt das immer wieder auf, dass man Menschen sagt, man solle sich nicht für einen Partner mit Kind entschieden, weil das Geld knapp werden könnte. Das Geld kann auch knapp werden, wenn ihr euch für einen Mann entscheidet, mit ihm Kinder bekommt und er euch dann verlässt. Das ist doch alles kein Kriterium, einer Liebe keine Chance zu geben. Finde ich wirklich sehr traurig manche Einstellungen.....
 
  • #23
Dazu muss ich sagen, dass die Thematik " Geld" häufig angesprochen wird. Ich sehe es so: ich habe jahrelang studiert, stehe finanziell wirklich auf eigenen Beinen...

Wieso kommt das immer wieder auf, dass man Menschen sagt, man solle sich nicht für einen Partner mit Kind entschieden, weil das Geld knapp werden könnte. Das Geld kann auch knapp werden, wenn ihr euch für einen Mann entscheidet, mit ihm Kinder bekommt und er euch dann verlässt.
Also Dein Beispiel, dass der Mann sich von Dir trotz gemeinsamen Kind trennt, genau das kann Dir doch bei einem Mann mit Kind aus früherer Beziehung genauso passieren. Er hat es sogar auch schon mal gemacht.

Finanzielle Probleme können immer nach der Trennung auftreten und bei einem Mann mit Kind zusätzlich schon vorher in der Beziehung. Hast Du eine Vorstellung von der Höhe des Unterhalts?

Im Überfluss ist das alles kein Problem. Solange ihr nicht gemeinsam wirtschaftet und Du Vollzeit arbeiten kannst, ist es auch kein Thema.

Es gibt hier einige Threads zu dem Thema Finanzen und Unterhalt.

Typischerweise gehen die Mamas um die Geburt herum und häufig auch danach weniger als der Vater einer Erwerbstätigkeit nach und haben einen entsprechenden Einkommensnachteil. Willst Du 8 Wochen nach der Geburt mit Ausfluss und Milchfluss wieder Vollzeit arbeiten?
Genau deshalb ist es für Frauen, die weder reich noch Beamtin sind, wichtig, dass der Mann finanzielle Sicherheit bieten kann.

Gerade wenn Du mehr verdienst, kann es Dir passieren, dass Du den Unterhalt für die Ex samt Kind aus Deinem Gehalt mitfinanzieren musst. Z.B wenn Dein gutes Gehalt bei der Unterhaltsberechnung mitberücksichtigt wird. Dann schlackern die Ohren.

Es gibt hier Threads, dass der Mann bei der Ex überaus großzügig bezahlt und dafür bei der Neuen knausert. Wenn die Frau etwas Besonderes unternehmen oder kaufen will, muss sie seinen Teil mitfinanzieren, womit sie seine Großzügigkeit gegenüber der Ex quer finanziert.

Bisher spürst du seine Unterhaltsverpflichtung nicht. Das muss nicht so bleiben
 
  • #24
Ich kenne Familien mit Stiefeltern bei denen es sehr gut klappt.
Ein Bekannter von mir wurde mitsamt seinem Bruder von einer Frau gross gezogen die nicht seine Mutter ist. Ich wusste das viele Jahre gar nicht und wäre auch nie auf die Idee gekommen. Der Vater hat die Frau kennengelernt, die leibliche Mutter hatte die Kinder bereits verlassen und daher hat die neue Frau die Kinder mit großgezogen. Das ist heute noch so harmonisch und kam erst bei einem Gespräch raus als wir über Muttersprache diskutierten und er meinte dass er mit seiner Mutter keine gemeinsame Sprache hat da sie aus dem Ausland kommt. Ich war natürlich verdutzt und fragte nach, sie sprachen sehr offen darüber und wussten es auch immer.
In einem Fall gehen die Kinder zum Stiefvater obwohl er sich von der leiblichen Mutter getrennt hat. Er hatte sich aber lange um die Kinder mitgekümmert und sie mögen ihn.
Leider kenne ich aber mehr negative Beispiele. Ein Bekannter von mir leidet schwer da er die Tochter seiner Freundin lange miterzogen hat und nun die Frau einen Neuen hat und er dadurch das Kind njcht mehr sieht.
Ich kenne Väter ďie sich einen Scheiß um die Kinder aus 1. Ehe kümmern aber nun auf Superdaddy bei der neuen und deren Anhang machen und die eigenen Kinder können zuschauen usw.
Generell empfinde ich deine Konstellation nicht als patchwork sondern als Abwechslung von den anderen WEs da keinerlei Alltag ist.
Patchwork für mich ist das beide Partner bereits Kinder haben, diese teils im Haushalt mitwohnen und dann vielleicht noch ein Kind beider Eltern dazu kommt. Hier kenne ich leider keinen positiven Fall.
 
  • #25
Bisher spürst du seine Unterhaltsverpflichtung nicht. Das muss nicht so bleiben
Vielleicht leben wir auch in einer Konstellation, die nicht normal ist. Sie hatten damals ein gemeinsames Haus, sie ist ausgezogen, hat keine Ansprüche geltend gemacht weil sie generell ein sehr angenehmer Typ Mensch ist. Wenn’s ums Geld geht, gab es bisher keine Probleme. Man kann ganz sachlich mit ihr reden und er musste auch nur an sein Kind Unterhalt zahlen.

Natürlich haben wir darüber schon gesprochen, wie es denn wäre, wenn ich schwanger sein würde. Für mich steht aber fest, dass ich danach wieder arbeiten möchte und für ihn stellt es kein Problem dar, weniger zu arbeiten. Darüber haben wir unzählige Male geredet und er braucht es nicht, wie mein Ex z.B für sein Ego, dass er als Mann wieder arbeiten muss und ich als Frau zu Hause bleibe. Bei uns ist es eben anders, ich verdiene mehr und möchte auch gerne wieder arbeiten.

Natürlich habe ich nicht mehr den Standard mit ihm als vorher in meiner Beziehung aber es fehlt mir auch nicht. Ich habe teure Urlaube und Geschenke gegen Urlaube in Dänemark oder in Österreich auf den Skipisten getauscht, wobei der auch schon teuer sein kann. Und wenn ich, wie dieses Jahr nach Afrika, weiter weg will, dann zahle ich eben mehr. Aber das mache ich gerne, weil ich ihn liebe und mich endlich angekommen fühle.
 
  • #26
Ich sehe es so: ich habe jahrelang studiert, stehe finanziell wirklich auf eigenen Beinen..... Wieso kommt das immer wieder auf, dass man Menschen sagt, man solle sich nicht für einen Partner mit Kind entschieden, weil das Geld knapp werden könnte.
Weil hier Menschen schrieben, die offensichtlich etwas mehr Lebenserfahrung haben als Du und die daher wissen wie viele Beziehungen in die Schieflage kommen, wenn es an Geld mangelt und Restfamilien sich um knappe Ressourcen streiten. da ist es nämlich fix mit dem entspannten Umgang vorbei.

Darüber hinaus hat Dein Partner schon einmal bewiesen, dass er Belastung durch Familie nicht kann. Daher ist er für viele Frauen erstmal ein Kandidat, dem Familie nicht zuzutrauen ist, also zweite Wahl, wenn die Frau einen Familienwunsch hat und keine AE sein will. Klar kann es mit einem anderen Mann auch schiefgehen, aber der hat es noch nicht bewiesen. Es kann bei Dir mit ihm aber auch schiefgehen.

Natürlich haben wir darüber schon gesprochen, wie es denn wäre, wenn ich schwanger sein würde. Für mich steht aber fest, dass ich danach wieder arbeiten möchte und für ihn stellt es kein Problem dar, weniger zu arbeiten.
Hast Du schon mal davon gehört, dass das Leben nur begrenzt planbar ist und bei Schwangerschaft und Geburt etwas schieflaufen kann?
- Dass Du nach der Geburt ziemlich lange fertig bist und Deine Hormone 3 Jahre Tango tanzen?
- Dass es sowas wie Schreikinder gibt, die Dich nach Monaten auf dem Zahnfleisch laufen lassen und wo Du durchdrehst, wenn Dir jemand sagt, dass Erziehungsgeld zuende ist und Dein Einkommen wegen seiner Unterhaltszahlungen gebraucht wird - egal wie arbeitsfähig Du Dich grad fühlst?
- Dass Du ein etnwicklunsgverzögertes, chronisch krankes oder behindertes Kind haben kannst, was Dich angesichts der ambulanten Pflegesituation massiv in der Berufstätigkeit einschränkt und für dessen bessere Versorgung Du etwas höherwertige Hilfsmittel haben möchtest, als die Standversion der Krankenkasse. Da wirst Du fluchen, wenn jeden Monat 400- 800 € für sein erstgeborendes Kind weggehen und Du Dich mit der schlechteren Variante begnügen musst.

Ist klar, dass er sich vorstellt, dass er im Idealfall eines gesunden Kindes für ihn kein Problem ist, weniger zu arbeiten, mildert aber nicht seine Unterhaltspflicht.
Und ob er bleibt, wenn die Bedingungen mit Kind erschwert sind, weißt Du bei einem Mann nicht, der schonmal eine Familie in den Sand gesetzt hat. Die Wahrscheinlichkeit ist geringer.

Das ist doch alles kein Kriterium, einer Liebe keine Chance zu geben.
Naturlich nicht, aber wenn eine Frau andere Optionen hat mit genauso viel Liebe, dann nimmt sie halt die bessere Variante.
Und vielleicht bleibt er sogar bei Problemen, weil es an Deiner Seite immer noch komfortabler ist, als 2 Jahrzehnte von Selbstbehalt zu leben.
 
  • #27
Wieso kommt das immer wieder auf, dass man Menschen sagt, man solle sich nicht für einen Partner mit Kind entschieden, weil das Geld knapp werden könnte. Das Geld kann auch knapp werden, wenn ihr euch für einen Mann entscheidet, mit ihm Kinder bekommt und er euch dann verlässt.
Ich finde richtig, sich darüber Gedanken zu machen, bevor man sich entscheidet. Kinder kosten Geld. Als Frau bist Du meist diejenige, die eher Geld benötigt als übrig hat. Da ist der Gedankengang ein anderer als beim Mann, der dann für die Kinder vielleicht auch mit investiert, also Geld ausgibt. Es ist richtig, sich darüber vorher Gedanken zu machen.
 
  • #28
Liebe Chichi,

Lass Dich nicht verunsichern.

Wenn es um Kinder geht, gibt es NIE den richtigen Zeitpunkt und selten ausreichend Geld - zumindest für manche.

Ihr habt es bis jetzt gut hinbekommen, und Du bist kein Einzelfall.
Wenn Ihr irgendwann weitere Kinder haben wollt, wird es sich finden.
Wie bei allen anderen Elternpaaren auch
Den Problemen stellt man sich, wenn sie kommen.

Waghalsiger finde ich persönlich die Familien, die sich für den Hausbau bis über die Ohren verschulden - da darf Null ungeplant gehen.
Wie viele trifft jetzt die Kurzarbeit existenziell...

Wer will, findet Wege.
Das werdet ihr tun.

@Vikky, Du hast auch eine Ehe " in den Sand "gesetzt - und hältst Dich trotzdem für in der Lage, dass es diesmal eine langfristige Partnerschaft /Ehe wird.

Chichi, vertraue auf die Zukunft, es kommt wie es kommen soll.

W,50
 
  • #29
Darüber hinaus hat Dein Partner schon einmal bewiesen, dass er Belastung durch Familie nicht kann. Daher ist er für viele Frauen erstmal ein Kandidat, dem Familie nicht zuzutrauen ist, also zweite Wahl, wenn die Frau einen Familienwunsch hat und keine AE sein will.
Jemand, der sich trotz Kind getrennt hat, wird sich sicher beim nächsten Mal sehr viel genauer überlegen, was er bzw. sie will....einfach weil schon mehr Erfahrung da ist. Die Blauäugigkeit des ersten Males wird man da sicher seltener finden. Außerdem kann der neue Partner quasi "am lebenden Objekt" miterleben, wie der- oder diejenige mit dem eigenen Kind umgeht. Insofern ist die Situation eine komplett andere.

Im Beispiel Chihi88 wäre ich wohl der Mann mit Kind, der eine neue Frau hat. Bei uns läuft es exakt wie bei Chihi - mein Sohn (10) wurde von meiner neuen Freundin (bzw. mittlerweile Frau) damals sofort "adoptiert" und wurde in ihrer Familie schon beim ersten Besuch als den eigenen Enkeln gleichwertig aufgenommen. Er hat jetzt von der Seite Großeltern, die ihn liebhaben und die sehr viel mit ihm machen, weil die "echten" Enkel weit weg in der Schweiz wohnen, er hat dort Onkel, Tante und Cousinen, die wir regelmäßig besuchen. Meine Ex-Frau ist seit Jahren mit einem Spanier liiert - und auch auf dieser Seite ist er mittlerweile als (einziges) Enkelkind fest in die Familie integriert.
Jetzt spielte Geld bei uns nie eine Rolle, da wir alle relativ gut verdienen und trotzdem ist -glaube ich- der entscheidende Punkt, dass unsere Trennung damals sauber war, wir nichts vor oder über das Kind ausfechten (müssen) und wir generell auch nichts schlechtes über den Anderen zu sagen haben. Ja, wir feiern sogar Feste wie Weihnachten zusammen.
Mit meiner neuen Frau wollte ich auch ein Kind - und ich hab mir das wirklich sehr viel genauer überlegt, als beim ersten Kind, denn keinesfalls wollte ich ein zweifach geschiedener Mann mit zwei Kindern von zwei Frauen sein. Leider Gottes hat es mit dem zweiten Kind nicht mehr geklappt - aber das ist eine andere Geschichte.

Chihi, ich denke, dass du realistisch genug bist, dass du dir von den Schwarzmalern hier nicht in die Suppe spucken lässt. Freu dich, dass eure Konstellation so gut klappt, das ist bei vielen "normalen" Familien nicht der Fall. Und wenn es an eigene Kinder geht, lass dich auch nicht von Gedanken wie einer Behinderung oder was sonst oben noch so aufgeführt wurde, beeinflussen - wenn man wirklich alles was schiefgehen kann ausschließen will, dann sperrt man sich am besten zuhause auf dem Klo ein und macht gar nix.
 
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Jemand, der sich trotz Kind getrennt hat, wird sich sicher beim nächsten Mal sehr viel genauer überlegen, was er bzw. sie will....einfach weil schon mehr Erfahrung da ist.
Das kann sein, muss aber nicht. Ich denke man braucht sich da auch nicht viel vorzumachen, für das gute Funktionieren spielen so einige Gründe eine wichtige Rolle, die man in einer unbelasteten Beziehung nicht hat.

Bei uns funktionierte es mit 3 Bonusjungen, weil wir keine finanziellen Probleme hatten. Nicht weil wir so reich sind, wir haben zusammengewirtschaftet. Nachdem ich bei ihm eingezogen bin, gab es nur noch unser Geld. Die Bedürfnisse der Kinder standen immer an erster Stelle, ja es war und ist oft genug noch hart für mich, für ihn für uns.

Und wenn es an eigene Kinder geht, lass dich auch nicht von Gedanken wie einer Behinderung oder was sonst oben noch so aufgeführt wurde, beeinflussen
Da könnte ich doch glatt ironisch werden. Na klar, Du als Mann hast ja mit der Versorgung rund um die Uhr kaum was zu tun. Da tauch mal in die Welt der Eltern mit behinderten Kindern ein und Du wirst besser verstehen, warum sich gerade eine Frau ganz viele Gedanken darüber machen sollte. Denn sie ist es, die hinterher allein mit dem Kind dasteht und ihr eigenes Leben komplett an den Nagel hängen kann.