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  • #1

Wer hat Erfahrung mit Polyamorie?

Hallo Zusammen,
ich bin 46J. alt, verheiratet und habe 9 Jahre lang mit meinem Mann und einer Frau eine feste Beziehung zu dritt geführt. Wir haben in einem Haushalt gelebt und tiefe Liebe füreinander empfunden. Wir waren alle drei gleichberechtigt, keiner das fünfte Rad am Wagen. Wer von Euch (die Frage ist eher an die weiblichen Mitglieder hier gerichtet) hat auch in solch einer Dreierbeziehung gelebt, lebt evtl. gerade so oder möchte so leben? Wie sind Eure Erfahrungen? Freue mich auf Eure Antworten!
 
  • #2
Meine Erfahrung damit: Es ging schief, weil keine von uns Frauen glücklich damit wurde. Und ich persönlich möchte es auch nicht mehr ausprobieren - eine Triade birgt enorm viel Konfliktpotential, dass sich irgendwann entlädt.
Auch du sprichst in der Vergangenheit - woran ist es bei dir gescheitert?
 
  • #3
Hallo @susanne123,

Du schreibst im Perfekt, woran scheiterte diese, mit 9 Jahren doch recht langjährige, Beziehung?
Ich lebe nun seit 11 Jahren diese Form der Beziehung, allerdings mit zwei Männern.
Allerdings ergab es sich eher do und war nie entsprechend geplant oder auch nur angedacht.
Es ist eine straight heterosexuelle Beziehung und jeder hat seinen Platz darin. Es gibt such Regeln, welche aber nicht als solche erdacht und formuliert wurden, sondern dich aus den individuellen Bedürfnissen ergeben und sich über die Zeit herauskristallisieren.
Bei uns passt es, jedoch würde ich nie gezielt eine solche Beziehung anstreben, denn sie ist auch recht zeitintensiv und lässt so nur noch wenig Raum für Freundschaften außerhalb dieser ménage à trois.
Obwohl wir in dieser Konstellation wirklich glücklich sind, halte ich dieses Beziehungskonzept generell für fragwürdig und instabil.
Auch hinterfrage ich diesbezüglich den Begriff Polyamorie. Sicherlich liebe ich beide Männer, aber diese Liebe ist nicht gleichwertig. Es gibt durchaus Prioritäten.
 
  • #4
Ich hatte eine Dteierbeziehung in der ich beide geliebt habe aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Ich spreche von FFM, wobei die Frau zwar nicht lesbisch sondern bisexuell (wie ich) war, aber mit meinem Partner keinen Sex hatte, nur mit mir. Gekuschelt haben wir aber IMMER zusammen.
Da wir alle damals auch schon aus dem BDSM Bereich kamen (also nicht mein jetziger Mann), war sie meine Sub und er mein Dom. Beatbeitet haben wir sie aber auch zusammen, er allerdings ohne GV.
Ich selbst bin aber keine Switcherin: Bei Frauen dom/sad und bei Männern dev/maso (wenn überhaupt, mich kicken da nur seeehr wenige Männer).
Unsere Beziehung klappte gut, ich war zufrieden, sie auch und er erst Recht. ;-)
Dann entdeckte ich meine Seite für männliche Subs und trennte mich von ihm da er dies nicht mitmachen wollte (er hätte auch gern eine 2. Sub haben können, wollte er aber nicht).
Mit ihr bin ich noch befreundet, wir begegnen uns häufig auf Szene-Events oder wenn ich Auftritte habe. Sie ist nach wie vor Sub. Mit ihm hab ich nix mehr zu tun. Ich hab mal gehört et hätte mittlerweile Frau und Kinder, weiß aber nicht ob das stimmt.
Jeder soll nach seiner Geschmack glücklich sein!
 
  • #5
Ich habe in der Endphase meiner Ehe unfreiwillig in einer ähnlichen Konstellation gelebt und ich mochte es gar nicht. Mein Mann hatte sich damals in eine Frau verliebt und meinte er würde mich auch lieben und wollte auch beide behalten. Ich habe mir eine Zeitlang das Ganze angeschaut und für mich festgestellt, dass ich so nicht leben möchte. Mein Mann und ich haben uns daraufhin getrennt.
Ich habe auch viel darüber recherchiert und ich denke es ist eigentlich eine modernere Form von Polygamie, die in islamischen Ländern eigentlich sehr verbreitet ist. Es gibt auf YT eine Dokumentation darüber. Der Mann hat vier Frauen, die jüngste erst 24 Jahre alt und mit drei von Frauen hatte er auch Kinder gehabt. Die Frauen haben alle gesagt, dass sie sich das nicht freiwillig aussuchen würden und es sehr schwierig sei, den Mann mit mehreren anderen Frauen zu teilen. Sie sagten auch, dass sie sich trennen würden, wenn sie Geld hätten aber da sie von dem Mann finanziell abhängig waren und jeweils mehrere Kinder hatten, müssten sich fügen. Es gibt eine Szene, wo die Frauen sich um Nahrungsmittel, die er nach Hause geholt hat, heftig streiten und es hat mich sehr traurig gemacht und fand dieses Lebensmodel sehr unwürdig und brutal.
Der Mann war trotz 4 Frauen (angeblich jede Nacht Sex) sehr unzufrieden und hat am Ende des Dokumentarfilms eine ganz junge 16 jährige Frau geheiratet und die "alte", die eigentlich erst 24 war müsste ihr Zimmer freigeben.
Fazit: Keine Frau sollte sich so etwas antun und wenn Polyamorie dann eben zwei Männer, die sich um die Frau kloppen und nicht umgekehrt.
 
  • #6
Ich habe fünf Jahre harmonisch Polyarmor mit drei Frauen gelebt was unser gemeinsames Leben ungemein bereichert hat. Und ja, es fordert jede Menge Toleranz aller Beteiligten. Eine gewisse Portion eifersuchtsfreiheit gehört sicherlich dazu.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #7
Ich hatte einen etwas älteren Bekannten / Freund, der irgendwann erzählte, er wäre polyamor veranlagt, und er hätte auch den Wunsch dies auszuleben.
Nach seinen Worten sehr glücklich verheiratet, nur sexuell war es für ihn fade.

Dann fragte ich ihn, ob er über letzteres mit seiner Frau - mit der er ja alles bereden könne und ein umfassendes, tiefes Vertrauen hätte, geredet hätte, oder sonstiges versucht, Fehlanzeige.
Auch über ersteres - das würde sie nur verletzen, und er will sie ja glücklich machen. Also er würde diese Seite dann heimlich ausleben wollen, sie dann eben anlügen.
Dann meine Frage, was er davon hielte, wenn sie polyamor sei, und dies umsetzen wolle - absolut vehemente Ablehnung. Dann würde er die Ehe beenden.

Für mich das Fazit, ein Mann, dem Zuhause das Sexualleben etwas fade geworden war, wobei er nichts dafür tun wollte (der jugendlich knackige Mann war er zudem deutlich nicht mehr, mehr als einige Kilos zuviel, und anderes - seine Frau sportlich fit, immer gepflegt), ein Hadern mit den Alter, und der schlicht fremdgehen wollte. Bevorzugt eine feste Affäre.

Daran ist unsere platonische Freundschaft kaputt gegangen, ich mochte auch seine Frau sehr - und ich fand diese Heuchelei abstoßend. Diese Ehe wurde gerade von ihm als sehr innig, sehr schön, mit sehr viel Liebe, Vertrauen, etc. beschrieben mit dem Hoch auf die Liebe, Philosophieren über Agape und dann würde er ohne zu zögern bei passender Gelegenheit seine Frau betrügen. Ich fand es auch ihr gegenüber sehr respektlos, mit mir über ihr Intimleben zu reden. Stoppen konnte ich den Redefluss nicht, auch nicht umlenken, das Thema seiner Unzufriedenheit kam öfters.
Außerdem zeigte sich, dass er von mir eine andere Art Freundschaft wollte, Da war dann noch meine ganz persönliche Grenze überschritten.

Es gibt polyamore Menschen, und wenn jemand seinen Weg findet, und alle Beteiligten so zufrieden sind, schön.

Wenn aber einer Polyamorie als Ausrede zum Fremdgehen nimmt, dann finde ich es schäbig.
 
  • #8
Ich hatte einen etwas älteren Bekannten / Freund, der irgendwann erzählte, er wäre polyamor veranlagt, und er hätte auch den Wunsch dies auszuleben.
Da kommt schon das nächste Problem.
Für viele Männer ist es normal, wenn Sie polygamer sind, aber wehe die Frau hegt auch den Wunsch danach. Irgendwie dürfen nur die Männer mit mehr als einen Menschen schlafen.

Ich habe dies mit meinem Exmann erlebt.
Als er 2 oder 3 Mal im Quartal noch eine andere Frau hatte, war dies für ihn ganz normal, aber als ich den Spieß umdrehte und auch noch nebenbei etwas was am Laufen hatte, stürzte seine heile Welt schon ein. Dass er als Mann polygamer lebt, war ganz normal, aber seine Frau durfte dies nicht. Das war für mich nur noch Doppelmoral.
 
  • #9
Hallo Ihr lieben Liebenden,

ich kann und mag mir mein Leben nicht anders vorstellen als in "Liebesvielfalt". (Dieses Wort finde ich schöner als "Polyamorie.)

Fast alles, was ich bin (begehre, liebe, genieße, erleide) verdanke ich den Menschen, mit denen ich in Liebe verbunden war / bin. Jetzt 27. Seit ich 16 bin.

Es ergab sich einfach. Zuerst mit meinem besten Schulfreund, MM, die erste Entdeckung von partnerschaftlicher Sexualität - ungeheuer spannend, aufregend, seelisch berührend. Aber wir waren ja zu dritt, als kammermusikalisches Trio - und dann kam der Frühling, in dem wir wie schon vorher, weite Radtouren unternahmen mit Drei-Personen-Zelt, das jetzt plötzlich ein sehr romantischer, auch sexuell erregender Ort wurde. Das pure Aufstellen führte zur Erektion. Wir (aus sehr katholischer Tradition) verlernten es, uns zu schämen oder an die Höllenstrafe zu glauben. Wir ermunterten einander zu immer neuen Entdeckungen. Wir praktizierten sogar schon zeitweise Enthaltsamkeit - starke Erregung aber Verbot der Ejakulation. Trotz dieser fast unerträglichen pubertären Libido.
Mit einem der Beiden habe ich immer noch - selten - sexuellen Kontakt.

Dann die Frauen. Mit denen war ich viel befangener, unsicherer aber noch ganz anders fasziniert. Auch das ergab sich: ein sehr konventionelles Fest, am Ende saß ich an der Theke mit zwei Ladies. Eine fragte ironisch: "Jetzt ist die Frage, wer wen nachhaus begleitet." Ich nahm meinen Mut zusammen: "Ich bring Euch Beide nachhaus!" Sie lachten. Wir landeten in dem Appartement einer der Beiden. Dieses FMF war für sie offenbar nicht das erste Mal. Ich war sehr verlegen, was sie natürlich merkten, mich raffiniert foppten und fortgesetzt zum Erröten brachten. Sie (zunehmend auch ich) genossen es sehr. Aber schließlich schafften wir es. Genauer: sie trieben mich rücksichtslos zum Wahnsinn, immer weiter, auch als ich schon sehr erschöpft war. "Keine Müdigkeit vorschützen!" Tatsächlich weckten sie mein Verlangen und meine Kraft nach so jeweils 20 Minuten wieder neu auf. Wir blieben ein stabiles Trio für mehr als ein Jahr. Die Beiden hatten noch weitere Männerfreunde, in völliger Offenheit.

Jetzt wird meine Zeit knapp. Melde mich wieder. (Hab noch bißchen mehr zu erzählen.)

Wünsch Euch Lust und Liebe. Soviel Ihr eben noch ertragt.

Ciao
Quinquin
 
  • #10
Zwischen 23 und 37 habe ich das zwangsläufig auch mitgemacht, weil ich da irgendwie reingerutscht bin und den Mann so toll fand. Heute im Alter würde ich das nie und nimmer mehr machen. Der Grund ist auch ganz einfach: Ich habe keine Zeit mehr, für einen Mann immer "abrufbereit" zu sein und sofort loszuspringen, wenn er alle paar Wochen mal was will, und wenn die andere Frau gerade "Auszeit" hat. Meine Verpflichtungen in meinem Leben sind zu hoch geworden, außerdem kam ich mir da immer fremdbestimmt vor.

Wenn ich emotionale Stütze brauchte (Todesfälle), war keiner da, aber wenn er Sex wollte, musste sofort der Tisch freigeräumt werden.
Letztendlich konnte ich ein paar Jahre nicht mehr arbeiten, weil mir dieser Zustand alle Kraft geraubt hat. Ich bin in meinem eigenen Leben nicht mehr voran gekommen.

So spannend es klingt und so aufregend es sein kann, es ist es nicht wert! Der Mann liebt dich nicht, sondern er sucht sich nur seine Vorzüge im Leben raus - auf Kosten anderer, wie fast alle Menschen im Leben.

Bitte beschwer dich hinterher nicht, wenn du dich ausgenutzt fühlst! Jeder nimmt sich nur seinen Teil im Leben und du solltest dir mehr Wert sein.
 
  • #11
Fast alles, was ich bin (begehre, liebe, genieße, erleide) verdanke ich den Menschen, mit denen ich in Liebe verbunden war / bin. Jetzt 27. Seit ich 16 bin.
...
Mit einem der Beiden habe ich immer noch - selten - sexuellen Kontakt.

Dann die Frauen. ... Dieses FMF war für sie offenbar nicht das erste Mal.
Ach herrje, ich glaube, du verwechselst in deinem jugendlichen Leichtsinn sexuelles Rumprobieren aller Spielarten mit Liebe zu mehreren Personen gleichzeitig, das hat doch nix miteinander zu tun.

Ich selbst finde es zwar schade, dass ich in meiner Sturm- und Drangzeit Anfang meiner 20er keinen Dreier oder so was probiert habe, aber das Leben ist ja noch lang und ich glaube, so wirklich viel verpasst hab ich damit nicht.
Wahre Polyamorie wäre mir viel zu anstrengend - abgesehen von der männlichen Doppelmoral, dass er wie Lionne schon schrieb einfach nur seinen sexuellen Trieb ausleben möchte, frau aber schön brav monogam sein soll, hätte ich wohl ständig Angst, dass die anderen beiden sich für ein Leben zu zweit entschließen. Bin da eher konservativ, das spart Zeit und Nerven.
Es soll ja sogar polyamore Gemeinschaften mit teils 7 Personen geben, aber wie oben schon gesagt wurde, das ist dann wohl so zeitintensiv, dass andere Freunde keinen Raum bekommen können. Und bei so vielen Partnern ist das sicher noch instabiler.
w34
 
  • #12
Ich war nur mal im Kino und habe 'Vicky, Christina, Barcelona' angeguckt ... war stellenweise lustig ... aber auch sehr erkenntnisreich ... es scheint immer eine Person zu geben, die insgeheim der Favorit ist bzw. eine Person einfach den stärksten Bindungs-Willen hat, der sich über Mitbewerber stülpen kann ... und die dritte Person auch als Mittel zum Zweck 'geliebt' wird ... weil die tatsächlich geliebte Person sonst nicht zu halten wäre, wenn es die dritte Person nicht gäbe ...
Im Film wird es erklärt, dass die dritte Person wie ein Katalysator wirkt, und nur deswegen die Beziehung zwischen dem eigentlichen Paar Bestand hat.
Ich möchte für so etwas nicht benutzt werden - und mache Schluss, wenn meine gute Kraft in Neben-Kontakte verpulvert würde ...
Ich brauche einen klaren Bezug, wer zu mir gehört und auf wen ich bauen kann. An Tändeleien oder Fremdschleim bin ich nicht interessiert. Das ist bei mir so. Ich mag Katzen. Und als Mann möchte ich nur einen, der zu mir solide ist, wie ein Schwan (Nein, nicht den notgeilen untreuen Zeus, der war nur verkleidet).

Es gibt aber auch Tiere, die leben in Herden und arrangieren sich.
 
  • #13
Also wenn man bedenkt wie viele Paarbeziehungen bereits am Zeitmangel und an Kommunikationsmangel scheitern, glaube ich definitiv nicht, dass das rein theoretisch auch nur ansatzweise funktionieren würde. Außerdem müsste man dann auch noch zusätzlich zu Kindern auf Dritte Rücksicht nehmen, zu denen man gar keine Beziehung hat, z.B. Parallelbeziehung drei ist schwer krank und braucht Betreuung, soll Parallelbeziehung zwei bitteschön Rücksicht nehmen, dass es nicht klappt, weil Parallelbeziehung eins die Kinder noch am WE abgibt.... glaube, es ist nicht mal ansatzweise zu diskutieren, nur sehr oberflächliche Menschen mögen das interessant finden, und die sind eher an Affären interessiert als an dauerhaften Lebensgemeinschaften. Von der Hygiene mal ganz abgesehen.
 
  • #14
Ist wie der Kommunismus, eigentlich eine nette Idee, Aber funktioniert niemals wirklich ohne dass die Gefühle und man selbst letztendlich auf der Strecke bleiben. Die Menschliche Natur ist eben eine andere. Hat selbst damals bei der Kommune1 nicht funktioniert.

Also Nein, das ist nicht die ehrlichere, erfüllendere Variante. Wie auch? Ist lediglich eine nette Geschichte für Menschen die alles haben wollen aber keine Verpflichtungen, In der Praxis läuft es nämlich dann so dass jeder gerade die Liebe auslebt die am wenigsten Stress verursacht. Heißt, wenn Du mal den Blues hast und Deinen Partner brauchen würdest liebt er gerade eine andere mehr.
 
  • #15
Ich halte nichts davon. Das ist was für Menschen, die sich nicht klar entscheiden/positionieren wollen/ können. Nicht bereit sind, für ihre Handlungen auch alle Konsequenzen zu tragen. Das schließt dann aber auch alle anderen Lebensbereiche ein. Solche unfertigen Charktereigenschaften vereinbaren sich nicht mit meiner Einstellung.

Aber, wie für fast alles im Leben, gibt es ja auch hier immer genug Menschen, die sich zusammen finden. Wer's braucht, soll ruhig so leben.

Was mich ärgerlich macht, sind Menschen, die mit dieser, ihrer Lebensart missionarisch hausieren gehen und sie als einzig richtige verkaufen wollen. Die gleiche Toleranz, die Polyamoristen erwarten, sollten sie auch anderen Lebensmodellen entgegen bringen. Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen, weil er/sie die Monogamie (oder das Singledasein) bevorzugt.
 
  • #16
Klingt traumhaft, allerdings gibt es nicht so viele Freigeister da draußen. Die meisten entsorgen lieber die Menschen von denen sie noch geliebt werden. Exklusivität bringt auf den ersten Blick Vorteile, bis man merkt, dass Monogamie in der Einsamkeit des Alters endet.
 
  • #17
Warum soll das nicht funktionieren, wenn alle Beteiligten einverstanden sind?

Es gibt Menschen, die kommen mit so einem Beziehungskonzept gut zurecht und anderen ist schon der Gedanke, dass der Partner mit einer anderen Frau, was trinken geht ein Graus.

Meiner Meinung nach braucht es dafür eine sehr hohe Kommunikationsfähigkeit und Selbstsicherheit.
Außerdem kann und sollte man seine Lebensform frei wählen können... d.h. einem monoamoren (heißt das so) Partner keine Mehrfachbeziehung aufzwingen und umgekehrt.
Das macht nur alle unglücklich.
 
  • #18
Hallo zusammen. Ich hänge meine Frage einfach mal an..ich hoffe das ist in Ordnung.
Ich lebe momentan in einer halben Beziehung mit einer weiteren Frau und einem Mann.. Er und ich können uns sehr gut vorstellen zu dritt zu leben. Vor allem da wir eh immer zusammen sind und auch arbeiten ist es eh schon halb so. Vom Aufstehen bis zum schlafen gehen sind wir zusammen. Nun möchten wir beide das gerne auf etwas festes zu dritt ausweiten. Haben aber bedenken wie sie das aufnimmt. Habt ihr Tipps wie man so etwas anfangen kann? Habt ihr es damals offen angesprochen oder ganz es bestimmte Situationen aus denen sich das ergeben hat?
 
  • #19
Also wenn man bedenkt wie viele Paarbeziehungen bereits am Zeitmangel und an Kommunikationsmangel scheitern, glaube ich definitiv nicht, dass das rein theoretisch auch nur ansatzweise funktionieren würde. Außerdem müsste man dann auch noch zusätzlich zu Kindern auf Dritte Rücksicht nehmen, zu denen man gar keine Beziehung hat, z.B. Parallelbeziehung drei ist schwer krank und braucht Betreuung, soll Parallelbeziehung zwei bitteschön Rücksicht nehmen, dass es nicht klappt, weil Parallelbeziehung eins die Kinder noch am WE abgibt.... glaube, es ist nicht mal ansatzweise zu diskutieren, nur sehr oberflächliche Menschen mögen das interessant finden, und die sind eher an Affären interessiert als an dauerhaften Lebensgemeinschaften. Von der Hygiene mal ganz abgesehen.
 
  • #20
Die einzige Erfahrung, die ich damit gemacht habe, war die:
Er schien mich vor allem körperlich lieben zu wollen. Zwar in der Offenheit des gegenseitigen Wissens um weitere PartnerInnen, nicht aber bezüglich einer 'Beziehungsvision'.
Für mich persönlich käme es wohl nicht in Frage:
Ich möchte mit meinem Partner ab einem bestimmten Zeitpunkt (und ohne jedes Mal neue Abklärungen) ohne Kondom verkehren können.
Wenn ich mit einem Menschen eine Beziehung habe, möchte ich mich auf ihn einlassen - nicht zwingend aber auf ein Geflecht von (wechselnden bzw. konfluierenden) Beziehungen.
 
  • #21
Hallo Rika23,
. . . Nun möchten wir beide das gerne auf etwas festes zu dritt ausweiten. Haben aber bedenken wie sie das aufnimmt. Habt ihr Tipps wie man so etwas anfangen kann? . . .
Deine "Fragen" liegen schon eine Weile zurück. Was ist denn inzwischen daraus tgeworden? Oder besser: Was hast Du daraus gemacht?

Ich war schon ein paarmal in einer derartigen Situation.. Wie wird die Dritte "das aufnehmen"? Eine Minderheit reagiert mit affektiver Ablehnung, mit "moralischen" Arumenten oder Unterstellungen (Z.B. ich wolle mich gar nicht wirklich einlassen, wolle "nur Sex". sei beziehungsunfähig usw.) Da hilft nichts. Die große Mehrheit schweigt oder sagt, das müsse sie sich noch gründlich überlegen. Dann hab ich sie in der Regel bald wieder zum Kaffee oder Wein eingeladen. Etwas mehr als die Hälfte hat dann eine Reihe von praktischen Fragen, die sich gut beantworten lassen.

(Ich habe immer klar gemacht, daß m.E. jeder Mensch das Recht habe, seine Sexualität zu leben, wie sie / er möchte. Partnerschaft bedeutet für mich nicht, daß ich auf Selbstbestimmung verzichte. Das wünsche ich mir auch nicht von meinen Partnerinnen.)

Sehr hilfreich - Vertrauen fördernd - waren immer Treffen zu dritt (mit meiner Frau, mit der ich schon zusammen bin),, vereinzelt auch mit deren Partner, falls es einen solchen gab. Auch Dreier bringen Entspannung (obwohl ich persönlich eher Monogam bin, was einzelne Nächte angeht.

Ich bin gegenwärtig knapp 30, seit 14 Jahren in verschiedenen Beziehungskonstellationen, Einmal 3 Jahre monogam, 1 Jahr Single, derzeit mit zwei Ladies und einem Mann fest liiert. Eine der Gefährtinnen begleitet mich, seit ich 16 bin.

Für entscheidend halte ich es, daß man einander im Alltag und in Notfällen unterstützt (ohne ein großes Ding draus zu machen) - weit über Sexualität hinaus (die für uns sehr wichtig ist,) Zentral ist: jeder Beteiligte wird reicher, wenn ein anderer mit einem Dritten glücklich ist.. Eifersucht ist völlig unnötig; stattdessen gibt es Mitfreude..)

Meine wichtigste Erfahrung war es, daß eine meiner Geliebten mich dazu brachten, mich einem "Training" zu unterziehen, um mir den Ejakulationszwang abzugewöhnen (wobei die Ausdauer steigt und die Orgasmen viel heftiger werden). Das "Training" ist allerdings zum Verzweifeln schwierig.; ich brauchte 8 Monate. Es verändert die Beziehungen - z.B. schleicht man morgens nicht mehr erschöpft und ausgenuckelt davon. sondern im Vollbesitz seiner Kraft und Unternehmungslust.. Mein junger Geliebter hat mir Sehr geholfen, meine Homophobie zu überwinden. Ich bin immer noch überwiegend hetero. aber ihm gegenüber ist alles anders.

Darüber vielleicht ein andermal mehr. Falls dies überhaupt jemanden interessiert.

Dir und allenm anderen alles Liebe,
.
 
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