• #32
Hallo, hier ist nochmal der FS. Falls ich es noch nicht geschrieben hab, vielen Dank für die vielen Antworten. :)

Ich möchte eine Sache betonen. Eine Absage ist immer schade, niemand freut sich darüber, wenn er sie erhält. Aber das ist nicht der Punkt, weshalb ich hier schreibe. Es ist zum einen, das Erlebte besser zu verarbeiten, da helfen mir die persönlichen Geschichten von anderen Usern weiter. Das andere ist dieser Umschwung ihrer Meinung. Natürlich ist es erlaubt, das sie nicht auf mich steht, körperlich oder geistig oder beides. Was ich dann nicht verstehe, wieso betont man während des Treffens, dass wir uns so gut verstehen und plant gemeinsam noch am Abend, wie man das Folgetreffen gestalten kann? Ich hielt ihr Interesse, das Kennenlernen fortzusetzen für echt. Außerdem, um sich ein zweites Mal zu treffen, muss man nicht verliebt sein. Hört sich banal an, aber ich erlebe immer wieder Frauen, die da anders denken.

Ich hatte auch schon Dates, wo ich währenddessen merkte, das wird nichts, da sind so viele Dinge, die mich stören oder es passt die Chemie nicht. Ich bleibe in so einem Moment freundlich, aber ich forciere dann kein weiteres Treffen und ich sage auch nicht, dass mir das jetziges Treffen gut gefällt. Wenn ich in dem Moment schon weiß, dass ich sie nur ungerne wiedersehen möchte, dann verhalte ich mich zurückhaltend.

An der Stelle frage ich mich natürlich, inwieweit ihre Phobien Einfluss auf ihre Absage haben. Mir ist aber auch bewusst, dass mir niemand hier diese Frage beantworten kann, außer sie selbst.
 
  • #33
Es kommt darauf an inwieweit die Probleme eine Beziehung gefährden könnten.

Ich habe meine psychischen Probleme immer gleich gesagt und auch das ich deshalb seit ca. 20 Jahren in einer Behandlung bin und nach meiner Vergewaltigung auch noch bis zum Tode in Behandlung sein werde. Außerdem ich auch keine Kinder wegen dieser Verwaltung mehr gekommen kann bzw. will. Wenn man nach einer Vergewaltigung abgetrieben hat, dann sollte der Mann dies auch gleich wissen. Ich glaube kaum, dass dies der Mann erst nach 5 Dates oder nach 6 Monaten Beziehung erfahren sollte.
Doch! Finde ich viel zu harte Geschichte fürs erste Date.
Das kannst du keinem Mann erzählen beim 1. Date. Da reicht es, wenn Du evtl. erwähnst, dass du keine Kinder bekommen kannst, wobei das beim 1. Date auch kein Thema sein muss. Also ich würde sofort reißaus nehmen! Natürlich würde ich rücksichtsvoll, einfühlsam und betroffen reagieren, aber mit so einem Menschen wollte ich nicht zusammen sein.
Wenn ich ihn und seine positiven Seiten aber schon kennengelernt hätte, wäre es vielleicht etwas Anderes.
Wieso erzählst du das alles sofort? Dann bist Du immer, die, die vergewaltigt wurde... Nö! Die wollte ich selber auch nicht sein. Meine Schicksalsschläge gehen erst mal keinen was an.
 
  • #34
Ich fand das sehr mutig von ihr, das beim 1.Date anzusprechen.
Das ist deine männliche Sicht, weil man als Mann erstens nicht so einfach Dates bekommt und zweitens es aus männlicher Sicht ganz ratsam ist, beim ersten Date nicht seine Schwächen herauszukehren.

Aus weiblicher Sicht geht es darum, aus dem Pool der Bewerber denjenigen zu finden, der am besten zur Persönlichkeit der Frau passt. Als Mann sucht man natürlich auch die best passende, hat aber die "burden of performance". Das ist der Unterschied im "Spiel" und deshalb ist das gar nicht so mutig sondern ein Test und du bist durchgefallen. Kann sein, dass der nächste Bewerber, der klar sagt: Find ich doof, hab´ ich keinen Bock auf den Psycho-Kram den Test besteht, vielleicht ist es anders herum.

Beim Daten, das ist zumindest meine Erfahrung, sollte man niemals denken "bei der hast du leichtes Spiel" oder "die kann ja froh sein, wenn sie mich abkriegt" weil übergewichtig oder krank o.ä. oder wegen Marktwert etc. So läuft das nicht. Vielleicht gefiel ihr deine Nase nicht.

Andersherum: Sei froh, dass der Kelch an dir vorübergegangen ist. Kann echt schwierig werden und eine Lebensaufgabe im wahrsten Sinne des Wortes. Kann, muss nicht.
 
  • #35
Hallo Neugieriger, du scheinst ja ein echter Frauenversteher zu sein.
Frauen öffnen sich dir, erzählen dir von ihren Problemen und nun serviert sie dich nach dem ersten Date " eiskalt " ab?
Sorry , aber das scheint ja nun grundsätzlich von Frauen und Männern häufiger vorzukommen und ist ja wohl auch ihr gutes Recht. Anscheinend hast du Schwierigkeiten, den Korb zu akzeptieren, obwohl du so verständnisvoll warst, will sie nicht mehr, und versuchst es jetzt auf die Psycho-Schiene zu setzten.
Man könnte den Spiess auch umdrehen, denn sie kann froh sein, dich loszuwerden , jemanden, der Schwierigkeiten hat, Grenzen zu akzeptieren.
 
  • #36
Wenn die Dame mit 26 Jahren eine Psychose entwickelt hat, dann geht diese Psychose nicht vorbei wie eine Grippe. Vermutlich ist sie in den letzten 10 Jahren in psychischer Behandlung. Nun hat sie wohl vor einigen Jahren eine Angststörung entwickelt. Psychische Krankheiten sind in der Regel kaum heilbar. Die Belastung der Angehörigen ist enorm, weil eben auch keine Besserung in Sicht ist, erst recht nicht bei Zuwendung zur Erkrankten. Ich wünsche Niemandem diese Belastung in einer Beziehung.
 
  • #37
An der Stelle frage ich mich natürlich, inwieweit ihre Phobien Einfluss auf ihre Absage haben. Mir ist aber auch bewusst, dass mir niemand hier diese Frage beantworten kann, außer sie selbst.
Du meinst, dass sie vielleicht ohne psychische Störungen keine Absage geschickt hätte?
Das vermag hier keine zu sagen, ich tippe aber wie schon gesagt drauf, dass sie Dich einfach nicht passend fand.
Ich hatte auch schon Dates, bei denen der Mann denken musste, dass es prima läuft.
Ich fand den Mann auch nett und es war auch lustig, trotzdem wollte ich keinen körperlichen Kontakt - und da Männer beim 2. spätestens 3. Date auf Körperkontaktsuche gehen, beende ich das immer sofort.
 
  • #38
Aber das ist nicht der Punkt, weshalb ich hier schreibe.... (sondern)... dieser Umschwung ihrer Meinung. Natürlich ist es erlaubt, das sie nicht auf mich steht, körperlich oder geistig oder beides. Was ich dann nicht verstehe, wieso betont man während des Treffens, dass wir uns so gut verstehen und plant gemeinsam noch am Abend, wie man das Folgetreffen gestalten kann? Ich hielt ihr Interesse, das Kennenlernen fortzusetzen für echt....

An der Stelle frage ich mich natürlich, inwieweit ihre Phobien Einfluss auf ihre Absage hatten...
Also diese Frage kann ich gut nachvollziehen - immer viel Grübeln, wenn irgendwas nicht so gelaufen ist, wie ich es mir erhofft hatte. Du schreibst es aber weiter unten im Post - die Frage können wir wirklich hier nicht klären. Da können auch wir mit dir ewig weiter grübeln.

Doch steht aber noch immer die Vermutung im Raum, sie habe dich auflaufen lassen aufgrund ihrer psychischen Probleme, und nicht aufgrund der Tatsache, dass es für sie nicht passte oder sie doch auch einfach einen "normalen" charakterlichen Defizit hat. Und davon willst du nicht abdrücken. Warum eigentlich nicht?

Meine Vermutung: die Absage hat dich sehr getroffen. Mehr als du hier zeigst. Das ganze hat ganz schön weh getan. Wie gehst du jetzt aber mit dem Schmerz um? Du könntest dir ja einen Tag in der Therme gönnen oder du gehst klettern, wandern, irgendwas. Machst etwas schönes für dich. Stattdessen grübelst du aber hier und rationalisierst. Vermutlich ist das deine Art, Gefühle wegzudrücken (spreche als "Psychotante" da aus Erfahrung). Die psychische Krankheit als Erklärung zu nehmen schiebt die Schuld an der versemmelten Beziehungsanbahnung weg von dir, auch weg von ihr auf die Phobien. Das macht es leichter, "die Erfahrung zu verarbeiten". Ich finde das menschlich, aber du solltest wissen, dass du dir damit ein Bild der Welt strickst, wie du es gerne hättest. Vielleicht gehst du doch einfach lieber klettern!!
 
  • #39
Wenn die Dame mit 26 Jahren eine Psychose entwickelt hat, dann geht diese Psychose nicht vorbei wie eine Grippe. Vermutlich ist sie in den letzten 10 Jahren in psychischer Behandlung. Nun hat sie wohl vor einigen Jahren eine Angststörung entwickelt. Psychische Krankheiten sind in der Regel kaum heilbar. Die Belastung der Angehörigen ist enorm, weil eben auch keine Besserung in Sicht ist, erst recht nicht bei Zuwendung zur Erkrankten. Ich wünsche Niemandem diese Belastung in einer Beziehung.
Ich sehe das ähnlich, wenn es sich denn um einen schweren Fall handelt. Wir wissen aber nicht genug, der FS auch nicht. Mich hat irritiert, dass sie eben nicht in Behandlung zu sein scheint. Das fände ich problematisch und würde dann die Finger davon lassen. Komischerweise habe ich mehrere Freundinnen (gehabt) , die im Laufe ihres Lebens Psychosen entwickelt haben. Eine wurde schizophren ohne Selbsteinsicht. Ist nicht in Behandlung - Kontakt leider vorbei, ich kann nichts für sie tun. Zuvor hatte sie ganz normal Beziehungen. Eine hatte, ähnlich wie die des FS vor vielen Jahren eine psychotische Episode kurz nach ihrem Examen. War kurzfristig "in der Klapse" und ist seit Jahrzehnten anfallsfrei. Kann die Krankheit sehr gut managen - greift sporadisch zu Medikamenten, merkt, wenn sie gefährdet ist. Geht einem geregelten Leben nach mit allem was dazu gehört. Nur der Partner fehlt ihr und sie sucht gerade. Und ich wünsche ihr jemanden wie den FS! Eine dritte wurde psychotisch und leidet an Phobien (Grund: in der Jugend gekifft und nicht vertragen). Ich lernte sie kennen, ohne zunächst von der Krankheit zu ahnen. Ihr Fall ist sehr extrem für die Angehörigen und Freunde, in etwa so wie Walter schreibt. Ich habs am Ende auch nicht mehr ausgehalten und habe mich "getrennt".

Fazit: Man kann so pauschal nicht sagen, dass Menschen mit psychotischen Episoden in ihrem Leben von vornherein beziehungsunfähig sind. Es kommt wirklich auf den Einzelfall an. Aber so jemanden aus Selbstschutz erstmal lieber nicht daten zu wollen, finde ich legitim.
 
  • #40
Hallo Neugieriger, ich finde deine Einstellung gut! Hast du sie gefragt, warum sie dir nun abgesagt hat? Du könntest schreiben, dass du ihren Korb akzeptierst, aber ihren Schritt gern verstehen möchtest.

Alles Gute!
 
  • #41
Ganz einfach aus Erfahrungswerten.
Wenn man es am Anfang verheimlicht und irgendwann später erzählt nehmen auch viele Männer reißaus und somit erspare ich mir die verlorene Zeit und Mühe mit weiteren Daten.
Wer beim 1. Date da flüchtet, der flüchtet auch nach 4 Wochen oder 4 Monaten, wenn er es erfährt.
Lieber kurz und schmerzlos.
 
  • #42
Ich fand das sehr mutig von ihr, das beim 1.Date anzusprechen.
Lieber FS,
ich glaube nicht, dass es für sie besonders mutig war. Sie scheint seit geraumer Zeit mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen zu haben und eine Psychose ist eine sehr schwere Erkrankung.
Ich habe festgestellt, dass Menschen die sich längere Zeit in psychotherapeutischer Behandlung befinden, eigentlich dauerhaft gewisse Hemmschwellen verlieren und die privatesten Dinge frank und frei rausplaudern - ganz so wie beim Psychotherapeuten, immer raus damit, hört ja keiner.
Das finde ich garnicht mutig, sondern sehe darin eine fehlende Steuerung (Zeichen für die psychische Erkrankung?) und auch ein situativ unangepasstest Verhalten, was einem eher Schwierigkeiten bereitet, als dass es nützt.

An der Stelle frage ich mich natürlich, inwieweit ihre Phobien Einfluss auf ihre Absage haben. Mir ist aber auch bewusst, dass mir niemand hier diese Frage beantworten kann, außer sie selbst.
Kann sein, dass die Phobie sie zum Rückzug brachte, wird sie Dir in dem Fall aber kaum sagen können, weil ihr die Wahrnehmung fehlt und sie das nicht steuern kann.
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Frauen meinen, dass sie sich sofort verlieben müssen. Das meinen die meistens garnicht, sondern treffen sich mehrfach, wenn es keine offensichtlichen Ausschlußkriterien gibt. Nur kommunizieren sie diese nicht, sondern verstecken sich hinter Allgemeinplätzen, die Männer für bare Münze nehmen. Trau' ihr, therapiegestählt wie sie ist, einfach zu, dass sie bei sich wahrnimmt, dass es mit Dir nichts werden kann, auch wenn Du das anders siehst.

Vermutlich ist sie in den letzten 10 Jahren in psychischer Behandlung. Nun hat sie wohl vor einigen Jahren eine Angststörung entwickelt. Psychische Krankheiten sind in der Regel kaum heilbar.
Soll wohl kompetent klingen, ist es aber nicht. Sie ist nicht in psychischer sondern psychiatrischer (bei Psychose sehr wahrscheinlich) und/oder psychotherapeutischer Behandlung.
Keine psychische Krankheit ist so leicht und effektiv behandelbar wie Angststörungen.
 
W

wahlmünchner

  • #43
Du wunderst dich das ein seelisch Kranker in der zwischenmenschlichen Kommunikation quasi "humpelt"
Stell dir vor die Frau hätte dir erzählt, sie hätte ein körperliches Gebrechen. Da würdest du auch nicht fragen im Stile von:
" komisch, die war doch noch gar nicht so alt, sie ging so unsicher "
2 Dinge wundern mich:
Erstens: was denkst du denn was seelische Störungen alles im Verhalten und Denken des Menschen verändert können?( die Antwort: alles, bis zur kompletten Persönlichkeit)
Zweitens: kann es sein, dass du eventuell gedacht hast gerade weil! sie Probleme hat, müsste sie dankbar für dein Interesse an dir sein?
Tue dir einen Gefallen und lege deine Naivität bei diesen Themen ab.
Ich spreche da aus Erfahrung( keine guten)
 
  • #44
Lieber FS,
ich glaube nicht, dass es für sie besonders mutig war. Sie scheint seit geraumer Zeit mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen zu haben und eine Psychose ist eine sehr schwere Erkrankung.
Das glaube ich auch nicht, dass es besonders mutig war. Einfach konsequent. Frei nach dem Motto: Wer ein Problem damit hat, passt nicht zu mir, fertig.
Ich habe festgestellt, dass Menschen die sich längere Zeit in psychotherapeutischer Behandlung befinden, eigentlich dauerhaft gewisse Hemmschwellen verlieren und die privatesten Dinge frank und frei rausplaudern - ganz so wie beim Psychotherapeuten, immer raus damit, hört ja keiner.
Das finde ich garnicht mutig, sondern sehe darin eine fehlende Steuerung (Zeichen für die psychische Erkrankung?) und auch ein situativ unangepasstest Verhalten, was einem eher Schwierigkeiten bereitet, als dass es nützt.
Das hat mich aufhorchen lassen und bringt mich persönlich sehr zum Nachdenken, bin persönlich auch dankbar für die Bemerkung, aber glaube nicht, dass das aus den wenigen Zeilen des FS zu schließen ist. Dass es nicht auffällig war, das Verhalten, zeigt sich ja daran, dass er sich viel von der Begegnung erhofft hatte. Also eher beeindruckt war von ihr. Als unangemessen empfand er ja die plötzliche Absage. Psychosen sind schwerwiegende Erkrankungen, ja, aber der Grad der Beeinträchtigung unterscheidet sich im Einzelfall immens!

Die Ausgangsfrage war ja, ob solch ein offenes Verhalten den Erkrankten / Menschen mit psychischen Problemen etwas nützt. Mir persönlich schon, als ich meinem Date von meiner Therapie berichtete. Ich habe nun nur Feld - Wald - und Wiesen - Selbstwertprobleme, die sich eben überall auswirken, aber egal, das Prinzip bleibt gleich. Im Date ging ich aus dem gleichen Grund offensiv mit dem Thema Therapie um, aus dem ich im übrigen Leben (außer hier, weil ich denke es nützt den FSn) darüber schweige: aus Selbstschutz.
 
  • #45
Wenn ich psychisch nicht auf der Höhe bin versuche ich dies erst in den Griff zu bekommen BEVOR ich auf Partnersuche gehe.
Es gibt Menschen mit chronischen Erkrankungen, die dauerhaft in Behandlung sind. Soll deswegen jeder Betroffene auf eine Beziehung verzichten müssen, sich in die Isolation begeben und bestenfalls gleich in der Versenkung verschwinden, damit sich die Privilegierten nicht gestört fühlen? Ich finde hier herrscht ein großteils sehr verurteilender Tonfall. Nicht jeder muss für alles offen sein. Es ist völlig legitim sich einen gesunden Partner zu wünschen aber solche Sätzen von sich zu geben ohne zu wissen wovon man redet, ist sicher nicht notwendig.
 
  • #46
Meine Vermutung: die Absage hat dich sehr getroffen. Mehr als du hier zeigst. Das ganze hat ganz schön weh getan. Wie gehst du jetzt aber mit dem Schmerz um? Du könntest dir ja einen Tag in der Therme gönnen oder du gehst klettern, wandern, irgendwas. Machst etwas schönes für dich. Stattdessen grübelst du aber hier und rationalisierst.
Ich glaube, dass ein etwas falscher Eindruck rüberkommt. Ich war über die Absage traurig und auch gleichzeitig überrascht, das gebe ich gerne zu. Aber ich blase kein Trübsal. Ich habe diese Woche den ganzen Kalender voll mit Terminen, die mich ablenken. Ich schreibe gerade mal in den Zeitslots zwischen Schlafen, Arbeiten und Hobbys, was nicht viele sind und schaue ins Forum auf die Antworten. Eine Eigenschaft von mir ist, Erlebtes zu reflektieren. Ich finde es schade, dass man das gerne mit "grübeln" abtut, ich persönlich lerne aus jedem Korb oder Begebenheit aus einem Date.

Interessant finde ich die ganze Bandbreite an Wertungen zu dieser Geschichte. Die einen finden es gut, wie ich mich verhalten habe, eine Userin würde sich sogar für ihre Freundin, die ihre psychischen Probleme gut im Griff hat, einen Partner wie mich wünschen. Andere finden meine Sichtweise überheblich und das ich denke, dass sie bestimmt keinen Mann abbekommt. Am Ende sucht sich jeder die Sichtweise heraus, die ihm am besten gefällt. Die eigentlichen Antworten kann am besten immer noch sie abgeben, aber sie reagierte nicht auf meine Anfrage, das muss ich respektieren.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #47
Hallo Wahlmünchner, ich gebe offen zu, ich hab zwar Erfahrungen mit Menschen, die sozial gehemmt oder soziale Phobien haben. Aber bei "stärkeren" Auswirkungen fehlt mir das Wissen, wie die Ängste ihre Persönlichkeit bestimmen. Ich habe mich hinterher schon gefragt, welche Reaktion sie von mir auf diese Outings erwartet hat. Ich hörte von ihr, dass Männer (wie viele weiß ich aber nicht) das Interesse an ihr nach dem 1.Date verloren. Ich wollte jetzt nicht gönnerhaft klingen, wenn ich gehofft habe, dass mein Interesse sie nicht abschreckt, sondern gut findet.
 
  • #48
Was sind eure Erfahrungen mit ersten Dates, wo euer Gegenüber gleich von seinen psychischen Problemen sprach? Wie kam das bei euch an?
Die Frage ist wohl weniger, wie es beim ersten Date bei uns ankam, sondern mehr, wie es dann weiterging...

Ich würde inzwischen sagen, dass so etwas oft nicht gut weitergeht. Die Offenheit - da stimme ich mit einem Vorposter überein - kommt wohl daher, dass die Betreffende in verschiedenen Therapiesituationen gelernt hat, offen mit dem Thema umzugehen. Diese Haltung wird dann leicht - ob angebracht oder nicht - auf die Dating-Situation übertragen.

Psychische Probleme sind nichts, was in einer "normalen, guten" Beziehung einfach verschwindet. Im Gegenteil, starke positive Gefühle können leicht einen Rückfall, einen Rückzug etc. auslösen, ganz leicht wird man da als "Therapiefaktor", "Testfall", als "Muster" etc. eingeordnet, von der Betreffenden, eventuell auch vom Therapeuten oder was auch immer. Ich selbst erhole mich auch gerade von so einer Erfahrung, eigentlich hätte ich es schon im Vorfeld erkennen können, aber NEIN, man(n) will es ja nicht glauben, das Offensichtliche nicht wahrhaben. Entsprechend geschunden kriecht man danach vom Schlachtfeld.

manchmal
 
E

EarlyWinter

  • #49
Soll deswegen jeder Betroffene auf eine Beziehung verzichten müssen, sich in die Isolation begeben und bestenfalls gleich in der Versenkung verschwinden, damit sich die Privilegierten nicht gestört fühlen?
Natürlich hast du recht. Aber wie hier schon oft diskutiert wurde und alle, die das Online Dating schon mal mitgemacht haben, bestätigen können, weht gerade da ein sehr emotionsloser Wind, bei dem die Meisten buchstäblich online shopen und sich nur die für sie beste und einwandfreie "Ware" aussuchen, "fehlerfrei" und auch die dann mit Rückgaberecht falls ein vermeintlich besseres Angebot kommt. Da kann man schon mal selbst als völlig "normaler" Mensch mit ehrlichen und ernsthaften Absichten durchaus Komplexe bekommen aufgrund von geballter Zurückweisung bzw. Desinteresse aber vor allem wegen der eiskalten Art und Weise wie Manche mit einem umgehen, die man oft als menschenverachtend bezeichnen kann. Ja, hier hat die Frau abgesagt. Wir kennen ihre Gedankengänge nicht, kann sein, dass sie den FS mit seiner Toleranz eher als gönnerhaft empfunden hat (ich sage nicht, dass er das ist!) und befürchtet, dass sie die ewig schwächere Position haben wird als die "Kranke" auf die er sich "erbarmt" hat. Oder sie hat gedacht, was stimmt mit dem nicht wenn er es nötig hat, eine kranke Frau zu nehmen (ja, unlogisch aber die Frau ist nun mal krank). Oder sie hat doch kalte Füße bekommen und die Angst, dass er später doch noch feststellen würde, dass es doch für ihn nicht geht und sie verlässt, was dann für sie noch schlimmer ist. Oder sie hat Angst, dass er sich mit ihr einen Scherz erlaubt. Oder dass er sie erstmal nimmt weil nix anderes da ist und sie dann später fallen lässt. Oder sie hat ihn gut gefunden und hat abgesagt, bevor er das tut weil sie aus irgendeinem Grund der Meinung war, er will doch nicht so richtig. Das habe ich zugegebenermaßen auch schon mal aus Unsicherheit gemacht.
ODER - last but not least - sie wollte ihn einfach nicht weiter kennenlernen weil sie ihn nicht interessant findet bzw. er einfach nicht ihr Typ ist. Nur weil sie krank ist muss sie noch lange nicht jemanden nehmen nur weil sie ihn haben kann. Das wäre ja noch schlimmer als alleine sein. Sie hat genauso das Recht, nur aus Liebe mit jemandem zusammen zu sein wie alle andere Menschen auch.
 
  • #50
Psychische Probleme sind nichts, was in einer "normalen, guten" Beziehung einfach verschwindet. Im Gegenteil, starke positive Gefühle können leicht einen Rückfall, einen Rückzug etc. auslösen, ganz leicht wird man da als "Therapiefaktor", "Testfall", als "Muster" etc. eingeordnet, von der Betreffenden, eventuell auch vom Therapeuten oder was auch immer.
Das ist, meine ich, ein sehr wichtiger Hinweis, auch wenn es mir aus Analysandensicht schwer fällt, das zuzugeben. Ich prüfe auch dauernd: machst du jetzt die gleichen Fehler, ist er wirklich so, oder lauert das "Muster" um die Ecke. Dann erkenne ich das "Muster", laufe damit ängstlich zur Analyse und höre dann aber immerhin "lassen Sie ihn doch einfach mal machen." Gute Therapeuten wissen um das Problem und therapieren es mit.

Auch in einer länger bestehenden Beziehung, in der sich einer dazu entschließt, eine Therapie zu machen, ist dies eine Herausforderung für den Partner. Es verunsichert, da doch ein dritter auf sehr intime Dinge schaut. Der Partner verändert sich und man muss mitgehen - oder gehen. Beziehungen können zerbrechen, sich aber auch verbessern.

In einer neuen Beziehung gestaltet der Therapeut mit. Tritt ggfs auf die Bremse, verweist auf Widersprüche im Erleben. Er nimmt einem aber nicht die Verantwortung ab, selbst die rosarote Brille abzusetzen. Wer einen neuen Partner datet, der sich in einer Therapie befindet und dieser gegenüber aufgeschlossen ist, kann auch mutig sein und selbst eine machen: das sorgt für einen Ausgleich im Bemühen um die Beziehung, es trainiert auch gesunde Reaktionen auf die Baustellen des Partners, während man die Möglichkeit erhält, an eigenen zu arbeiten.

Grundsätzlich sollte man aber mal festhalten, dass viele Menschen, die sich therapieren lassen, psychisch nicht unbedingt stärker belastet sind, als andere Menschen, die beim fünften Date ganz normal rüberkommen und sich nicht in einer Therapie befinden: sie sind einfach nur mutig, etwas an sich zu ändern. Ich sehe darin eine gute Sache und habe deshalb keine Berührungsängste.

Selbstverständlich kommt es auf den Grad der Beeinträchtigung und den Umgang mit ihr an, ob man sich darauf einlassen möchte. Deshalb hatte ich auch dazu geraten, genau danach zu fragen, wie die Belastung sich auf die Beziehung auswirken könnte. Ich würde niemanden daten, der sich darüber keine Gedanken macht.
 
  • #51
Sie begründet ihre Absage mit einer Projektion über Dich und Dein Empfinden, nicht damit, wie es ihr selbst ging. Meines Erachtens ist sie einem mangelnden Selbstwert erlegen gewesen. Ganz offensichtlich hat ihr Bauchgefühl sie ja getrogen.
w/51
 
  • #52
Wieso erzählst du das alles sofort? Dann bist Du immer, die, die vergewaltigt wurde... Nö! Die wollte ich selber auch nicht sein. Meine Schicksalsschläge gehen erst mal keinen was an.
Schicksalsschläge sind dann nicht mehr von Bedeutung, wenn sie wirklich verarbeitet sind und eine neue Beziehung nicht mehr beeinträchtigen.
Später erzählen ist im Fall von Vergewaltigungen mit lebenslangen psychischen Folgen für mich wie Lügen. Solche grundsätzlichen Dinge gehören bei den ersten Dates auf den Tisch, das Gegenüber kann dann ja entscheiden, ob es damit klarkommt oder nicht.
 
  • #53
Es gibt Menschen mit chronischen Erkrankungen, die dauerhaft in Behandlung sind. Soll deswegen jeder Betroffene auf eine Beziehung verzichten müssen, sich in die Isolation begeben und bestenfalls gleich in der Versenkung verschwinden, damit sich die Privilegierten nicht gestört fühlen? Ich finde hier herrscht ein großteils sehr verurteilender Tonfall. Nicht jeder muss für alles offen sein. Es ist völlig legitim sich einen gesunden Partner zu wünschen aber solche Sätzen von sich zu geben ohne zu wissen wovon man redet, ist sicher nicht notwendig.
Ja, eindeutig.
Von Isolation ist da keine Rede, es gibt Freunde und es gibt Liebende, also bitte nicht Äpfel mit Birnen zusammenwerfen.

Wobei ich bei körperlichen und seelischen Leiden unterscheide.
Habe ich chronischen Husten z.B. kann ich dennoch auf Partnersuche gehen, es gibt chron. körperl. Krankheiten, welche man heutzutage gut in den Griff bekommen kann.

Anders sieht es mit psychischen Problem bzw. Dauerproblemen aus, die wollte ich keinem neuen Partner zumuten, das finde ich z.b. sehr egoistisch, denn diese "Krankheiten" in den Griff zu bekommen ist allein meine Sache und ja, ich würde da niemals auf Partnersuche gehen. Denn psychische Probleme belasten und bereichern eine neue Beziehgung nicht.

Ich weiß wovon ich rede, denn ich hatte Freudinnen mit psychischen Problemen, welche diese trotz Medikamente und sehr teuren Therapien nicht bewältigen konnten, ich musste den Kontakt abbrechen, es zog mir Energie und Lebensfreude ab, diese Frauen waren unzverlässig, launisch, unberechenbar - never.

Fazit: Partnersuche und kranke Psyche schließen sich für mich aus. Hut ab, wer zwischen Dates und Arztterminen pendeln kann.
 
  • #54
Fazit: Partnersuche und kranke Psyche schließen sich für mich aus. Hut ab, wer zwischen Dates und Arztterminen pendeln kann.
Du bist ja immer für eine Provokation gut - aber gehst du nicht zu weit? Du würdest wohl, wenn dein Partner krank würde - egal ob physisch oder psychisch - das Handtuch schmeißen, weil er neben seinen Arztterminen die Dates mit dir nicht mehr bewältigen könnte? Wahrscheinlich passierte das deinem potentiellen Partner jedoch nicht, denn du verpartnerst dich ja nur mit Alphamännern, wie in einem anderen Thread zu lesen war. Aber dein anderes unerreichbares Ideal, die lange Beziehung seit Jugendtagen, sieht sich oft mit solchen Szenarien konfrontiert. Was macht eine Alphafrau eigentlich mit einem der Demenz verfallenen Alphamann?

Mich macht die marktwertanalysierende, geradezu menschenverachtende Shoppingmentalität, die hier von einigen (wenigen) hochgehalten wird, sehr traurig - und frage mich, ob diese nicht eigentlich behandlungsbedürftig ist.

Auf die Ausgangsfrage bezogen, möchte ich damit sagen, dass sich natürlich niemand freiwillig ein Problem ans Bein binden muss wenn er eine Beziehung sucht. Menschen, die sich um ihre psychischen Probleme kümmern, wissen das. So mancher Mensch, der sich als ideale Partie sieht, weiß mitunter weniger über sich als ein psychisch belasteter Mensch. Und solche Menschen, die das mit der Selbstreflektion nicht so drauf haben, haben auch selten Aussicht auf gelungene Beziehungen. Also wie immer würde ich von Pauschalisierungen Abstand nehmen.
 
  • #55
Während meiner SB-Zeit traf ich nicht selten auf Männer, die von psychisch kranken Frauen verlassen worden waren und diesen heftig nachtrauerten. Besonders oft : Bulimikerinnen. Solange die Frau jung, noch ansehnlich, sehr dünn und emotional eher distanziert war, wurde es von diesen Männern nicht als problematisch angesehen. Auch depressive Partnerinnen fielen erst dann auf, wenn sie endgültig den Sex verweigerten.
Wer sich nicht für die psychischen Probleme des Partners interessiert, ist nicht immer nur Opfer. Auch Täter. Denn labile Menschen mit brüchigem Selbstwertgefühl sind definitiv nicht in der Lage, adäquat mit den Herausforderungen der Nähe-Distanz-Regulierung umzugehen.
Was mich auch entsetzt ist, dass Patienten bzw Klienten von manchen Therapeuten angeblich empfohlen bekommen, sich auf Partnerbörsen umzusehen, um ihre "Skills" zu trainieren. Na vielen Dank! Hier ist der schreckliche Ausdruck "Material" für Menschen ja leider passend.
Natürlich ist niemand perfekt, gerade unreflektierte Menschen können gefährliche Abgründe haben. Nur: wer extrem labilen Menschen zum knallharten Online-Dating rät,gehört geschlagen-sorry.
Lieber FS, es sollte eben nicht sein. Und das ist sicher besser für Dich-und für sie.
 
  • #56
Was mich auch entsetzt ist, dass Patienten bzw Klienten von manchen Therapeuten angeblich empfohlen bekommen, sich auf Partnerbörsen umzusehen, um ihre "Skills" zu trainieren. Na vielen Dank! Hier ist der schreckliche Ausdruck "Material" für Menschen ja leider passend.
Das sehe ich genau wie du! So etwas ist unverantwortlich, und ich habe das auch schon gehört. Das kam aus einer bestimmten therapeutischen Richtung, die ich hier aber nicht nennen werde, um sie nicht unter Generalverdacht zu stellen.

Stattdessen: Als Partner oder Betroffener erkennt man eine gute Therapie daran, dass keine Ratschläge gegeben werden, sondern die Kompetenz sein(e) Problem(e) SELBST zu lösen entwickelt wird. Beim Dating kann man so etwas natürlich nicht während der ersten Dates abklopfen, es sei denn, man bekommt es zufällig mit. Gleichzeitig gilt aber auch, dass auch gute Therapeuten einem nicht ausreden, sich auf einer SB anzumelden, wenn man die Idee bekommt. Sie nehmen einem das Denken und Selbsterleben schließlich nicht ab.

Ansonsten: Manche psychischen Probleme sind so gravierend, dass man damit keine guten Beziehungen führen kann; das bestreitet hier, glaube ich, auch niemand. Deshalb: Wenn man auf jemanden trifft und grundsätzlich offen ist, ihn /sie weiter zu treffen: nach dem Grad der Beeinträchtigung fragen und nach möglichen Auswirkungen auf die Beziehung.

Natürlich ist niemand perfekt, gerade unreflektierte Menschen können gefährliche Abgründe haben. Nur: wer extrem labilen Menschen zum knallharten Online-Dating rät,gehört geschlagen-sorry.
Hier finde ich es seltsam, wie du verbindest - die sich als perfekt inszenierenden, aber wenig selbstreflektierten Menschen - und die schwarzen Schafe im Beratungsgeschäft in einem zwar-aber Argument. Das sind unverbundene Dinge. Wolltest du darauf hinaus, dass alle Therapeuten perfekt sind? Sind sie natürlich nicht. Es gibt schwarze Schafe wie in jedem Beruf.

@FS: Schade, dass sie auf deine Nachfrage nach den Gründen für den Kontaktabbruch nicht reagiert. Dass sie es nicht tut, ist aber eigentlich gut und konsequent und spricht jetzt nicht für Labilität, sondern dafür, dass dein erster Eindruck, dass sie grundsätzlich trotz allem ok war, nicht unbedingt falsch war. Dir weiterhin guten Mut für die Suche!
 
  • #57
@Rabentochter : Also ich kann Hannes total verstehen, dass er psychisch Kranke in der Partnerwahl ausschließt. Ginge mir auch so.
Ich will einen psychisch stabilen Partner an meiner Seite.
Das heißt nicht, dass man sich von einem geliebten Menschen trennt, wenn er krank werden würde. Das ist etwas anderes. Aber man muss sich ja nicht von Anfang an Probleme aufladen und das solltest Du respektieren. Jeder hat seine zumindest theoretischen Vorstellungen von der Partnerwahl - manchmal kommt es dann ganz anders, aber Krankheiten jeder Art schließe ich auch aus.
Ich respektiere ja auch Männer, die z.B. keine Frau mit Kind wollen - ich kann es komplett nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die keine Rücksicht auf Kinder nehmen wollen oder die ein Exmann im Background stört.
Der Einzelfall mag ein anderer sein.

Deswegen bin ich ja auch der Meinung, dass man zumindest nicht gleich beim ersten Date von seiner Psychoerkrankung erzählen sollte. Das hat nichts mit lügen zu tun, wenn man es nicht tut. Wenn ich sowas hätte, sollte mein Datepartner trotzdem erst mal mich als Person kennenlernen, meine ganzen positiven Eigenschaften sehen und sich an mir erfreuen.
Jeder Mensch hat schließlich auch schlechte Zeiten hinter sich oder unerfreuliche Eigenschaften - die erzählt man ja auch nicht gleich zu Anfang.
Wenn ich lese, dass eine Frau beim ersten Date davon erzählt, dass sie vergewaltigt wurde und zeitlebens Therapie braucht, frage ich mich, welcher Mensch da nicht reißaus nimmt!? Mit so einem Menschen kann man sich doch gar kein gesundes Sexleben vorstellen, wenn man das gleich an den Kopf geknallt kriegt.
Wenn man sich hingegen schon 2-3 Dates kennt, kann man auch so etwas Persönliches erzählen - dann hat das Gegenüber einen schon kennengelernt ohne Vorurteile und dem Stempel der "Psychotussi".
Finde es total distanzlos, beim ersten Date so harte Fakten zu erzählen, aber Menschen, die in Psychotherapie sind, erzählen ja oft jedem gleich alles. Mit Mut hat das für mich nichts zu tun. Man "lügt" nicht, wenn man sich nicht beim ersten Date gleich komplett "auszieht" und ALLES erzählt.
 
  • #58
Was mich auch entsetzt ist, dass Patienten bzw Klienten von manchen Therapeuten angeblich empfohlen bekommen, sich auf Partnerbörsen umzusehen, um ihre "Skills" zu trainieren. Na vielen Dank! Hier ist der schreckliche Ausdruck "Material" für Menschen ja leider passend.
Hallo, hier nochmal der FS. Diese Aussage verstehe ich nicht ganz. Wird von den Therapeuten empfohlen, wieder auf Partnersuche zu gehen? Oder sollen die Patienten verstärkt unter Menschen gehen und dazu u.a. Partnerbörsen nutzen?
 
  • #59
Also ich kann Hannes total verstehen, dass er psychisch Kranke in der Partnerwahl ausschließt. Ginge mir auch so.
Ich will einen psychisch stabilen Partner an meiner Seite......... das solltest du respektieren.
Du, da hast du mich missverstanden, ich respektiere das. Habe ich auch so formuliert. Psychische Stabilität wäre für mich übrigens DAS Kriterium. Man kann psychisch belastet sein und trotzdem stabil. Es ist eine ganze Bandbreite von Belastungen da. Dass jemand eine Therapie macht wäre für mich kein Kriterium. Ich würde aber schon wissen wollen, weshalb. Nicht unbedingt beim ersten Date, aber wenn es charmant verpackt wird, warum nicht auch dann.
Wenn ich lese, dass eine Frau beim ersten Date davon erzählt, dass sie vergewaltigt wurde und zeitlebens Therapie braucht, frage ich mich, welcher Mensch da nicht reißaus nimmt!?
Diese Frau ist einfach konsequent, die braucht jemanden, der mit einer psychischen Erkrankung in der Beziehung leben kann, und ihre Erfahrung ist, die Partner rennen auch später noch weg. Da spart sie sich inzwischen eine Menge Enttäuschungen, wenn sie es schnell anspricht. Ich verstehe sie total. Du nicht? Wenn nicht, warum nicht? Sie hat ja nicht erzählt, WIE sie es anspricht, und darauf kommt es doch an. Sicher macht sie kein Reenactment.
Finde es total distanzlos, beim ersten Date so harte Fakten zu erzählen, aber Menschen, die in Psychotherapie sind, erzählen ja oft jedem gleich alles.
@Vikky hatte ja sehr ähnlich schon geschrieben; mir war das komplett neu, und ich habe seitdem ziemlich viel darüber nachgedacht - natürlich auch, weil ich persönlich nicht so jemand sein möchte. Aber ich glaube, es ist in Wirklichkeit anders herum. Menschen, die sich zu einer Psychotherapie entschließen, haben oftmals ein Problem mit Grenzen. Solche Menschen erzählen die distanzlosen Dinge nicht AUFGRUND der Therapie, sondern sie haben Probleme in ihrem Leben, weil sie nicht wissen, was gesunde Grenzen sind. In meiner eigenen Therapie geht es mitunter auch darum, von wem man sich was erzählen lässt. Ich werde eher für das Thema sensibilisiert. Will sagen: (Extreme?) Distanzlosigkeit ist mitnichten das Ergebnis der Therapie sondern eher ein Gegenstand. Und psychische Probleme gehen ja nicht über Nacht weg. Leider.

Ob der FS die Schilderung der Frau ihrer Probleme jetzt im Rückblick doch distanzlos empfand, kann er ja noch mal sagen!
 
  • #60
Hallo FS, was die Empfehlung der Therapeuten betraf, das bezog sich auf neue Partnersuche, gleichzeitig mit der Devise "Jedes Date ist ein neue Erfahrung mit Menschen". Ich befürchte, dass vielen gar nicht bewußt ist, wie schlimm dieser Rat ist, vielleicht aus Unkenntnis und Naivität.
Damit will ich auf keinen Fall diesen Berufsstand verunglimpfen. Der Begriff "Therapeut" an sich ist ja nicht geschützt, und jeder seriöse und qualifizierte kommt wohl kaum auf eine solche Idee...!