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Gast

  • #1

Wenn ich das alles hier so lese...

...dann frage ich mich, was so allgemein über "Partnerschaften" an Wissen vorhanden ist! Sehr viele pupertäre, naive, unwissenden Verhaltensweisen von FS und Beiträgen. Es ist doch kein Wunder, dass Partnerschaften unter solchen Umständen nicht harmonisch gelebt werden können, wenn solche Disharmonien und Defizite, aufgrund von Unwissenheit vorhanden sind. Das Hauptproblem sehe ich immer mehr in der Persönlichkeit verankert als im "Aussen", wobei fast immer im "Aussen" gesucht wird! Oft sage ich mir, dass diese Person w/m mit deren Ansichten und Verhaltensweise in der Partnersuche eigentlich nichts zu suchen hat. Wie sehen Frauen und Männer diese realitätsbezogene Erkenntnis? Stehe ich diesbezüglich fast alleine da? M/44
 
  • #2
Sicherlich entstehen viele Fragen, weil der jeweilige Fragesteller genau auf diesem Gebiet eine Wissenslücke hat. Deswegen stellt man Fragen. Gewiss haben auch viele Defizite bezüglich Beziehungsfähigkeit -- viel gravierender finde ich aber Defizite im Bereich Moral sowie unrealistisches Anspruchsdenken und maßlose Selbstüberschätzung des eigenen Marktwerts.

Du hast wohl recht, dass es typisch menschlich ist, dass man Fehler eher im Außen als bei sich selbst sucht. Aber das hat nichts speziell mit Partnersuche oder diesem Forum zu tun, sondern trifft auf alle Bereiche menschlichen Lebens zu.

Ansonsten müsstest Du mal konkrete Beispiele geben, was Du jetzt meinst. Ich finde die Frage zu pauschal, zu polemisierend, als dass man sie wirklich beantworten könnte.

Nenne doch mal drei Punkte von "Unwissen" und welche Erkenntnis Dir da jeweils fehlt. Vielleicht können wir die Frage dann besser diskutieren.
 
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Gast

  • #3
Ich, w42 lebe seit vier Jahren in glücklicher Partnerschaft, davor ebenfalls lange Beziehungen und beteilige mich trotzdem gerne hier im Forum. Die Ansichten vieler Singles sind auf Partnerschaft, Beziehung und Kompromissfähigkeit dermaßen weltfremd und mit Nogo-Listen geradezu gepflastert, dass man sich nicht wundern muss, warum sie so lange und noch immer Singles sind.
 
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Gast

  • #4
Vielleicht gibst Du mal ein paar Beispiele. Pupertär und naiv unterschreibe ich sofort. Also, auch ich staune über viele Fragen und Beiträge kopfschüttelnd. Aber ich frage mich auch ernsthaft, wie kommt das? Das macht unsere Gesellschaft aus!

w44
 
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Gast

  • #5
Hier FS: Danke für Antworten. Die Problematik, die ich anspreche ist einmal "pauschal", da sie sehr oft und immer wieder in gleicher Weise bei verschiedenen Menschen auftaucht. Daraus läßt sich ableiten, dass eben die große Masse nicht genug wissend und erfahren ist wenn es um das brisante Thema "Partnerschaft" geht. Oft denke ich, das ist nur bei ganz jungen Leuten zu beobachten aber nein bis ins höhere Alter. Natürlich ist diese Erkenntnis im gesamten Leben zu beobachten, also nicht ausschließlich hier, egal wo, egal wann.

Hier nur 3 Beispiele:

Meine Frau geht fremd - wie soll ich mich verhalten, soll ich gehen oder bleiben, was ratet ihr mir?

Besteht noch Hoffnung in einer ausweglosen Situation, was soll ich tun, Mann hat Freundin?

Warum immer wieder Auszeiten, er meldet sich tagelang nicht, was soll ich jetzt tun?
 
  • #6
Der Fragesteller hat vollkommen Recht mit seiner Beobachtung. Es ist wirklich so, dass die Schuld über das Scheitern oder nicht Gelingen einer Partnerschaft immer dem anderen in die Schuhe geschoben wird. Niemand ist Bereit zu Selbstreflexion, sich hinzusetzen und zu überlegen: "Wie habe ich dazu selber beigetragen, dass meine Partnerschaft, entweder nicht funktioniert, oder dass sie zerbricht."Es ist tatsächlich so, dass es in der eigenen Persönlichkeit Verhaltensmuster gibt, die man nur mit Hilfe einer Psychotherapie aufdecken kann. Ich habe selber eine Psychotherapie gemacht und sehr viel über mich gelernt; ich habe mich selber kennengelernt und die Ursachen meines Verhaltens, meines Misstrauens, meiner Angst vor Ablehnung. Mir kommt es so vor, als würden sich hier lauter kleine Kinder tummeln, und die Liebe erwarten, die sonst nur Eltern geben können oder geben müssten. Lesst dazu Bücher über "Bindungstheorie" und "Bindungsforschung." Klaus und Karin Grossmann sind die bekanntesten Forscher im deutschsprachigen Raum. Ich empfehle noch die Bücher: "Das Gedächtnis des Körpers" und "Warum ich fühle, was Du fühlst" von Joachim Bauer. Auch ich habe hier eine "gute" Frage gestellt unter der gleichen Rubrik Nr. 3040. Ich bin aufgrund einer Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen. Und erfülle auch nach der abgeschlossen kognitiven Verhaltenstherapie die besten psychischen Voraussetzungen für eine glückliche Beziehung. Doch ich sitze im Rollstuhl, das ist mein Pech. So kann ich mich nur ruhig zurücklehnen und so wie Sie mich nur wundern und den Kopfschütteln.
 
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Gast

  • #7
>>Das Hauptproblem sehe ich immer mehr in der Persönlichkeit verankert als im "Aussen", wobei fast immer im "Aussen" gesucht wird!<<

Die Persönlichkeit wird aber vom "Aussen" gebildet und beeinflusst - ob mann/frau will oder nicht. Wichtig ist nur, die Zusammenhänge zu erkennen und dagegenzusteuern. Die meisten Ü30 und Ü40 wissen das, bei 20Jährigen bin ich mir nicht so sicher (da kann es u. U. schon mal zu Fragen der o. g. Art kommen.)

Was die von dir angegebenen Beispielfragen angeht: Die Grundlage des (unbewussten) Wissens ist in dem Moment, in dem die Frage gestellt wird, schon da (z. B. dass es keinen Sinn hat). Aber mann/frau will das in dem Moment noch nicht wahr haben und hofft, hofft, hofft - dass viele Beispiele kommen, wo alles gut ausgegangen ist.

Manchmal sind es aber einfach auch nur ... Fragen oder Botschaften um der Mitteilung willen....
 
  • #8
@FS/#4
Ich kann dir nur beipflichten!

Mehr möchte ich auch gar nicht äußern, da ich auf andere Weise formuliert ausschließlich das Gleiche von mir geben würde wie du.

Freue mich jedoch, dass nicht nur ich alleine mich wundere, erstaunt bin etc. ob so mancher Fragestellungen (in 'erfahrenem' Alter).
 
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Gast

  • #9
Ja, da gebe ich Dir Recht!
Zuerst muß man erstmal an seiner eigenen Persönlichkeit arbeiten.
Man muß mit sich zufrieden sein, ja man muß sich lieben, sich so akzeptieren wie man ist.
Erst wenn man das kann, dann kann man auch die anderen akzeptieren wie sie sind.
Dann macht sich plötzlich Glück breit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit.
So lebt es sich viel besser.
Wenn Du aber die Fragen und Aussagen anderer als pubertär, naiv und unwissend bezeichnest, dann fehlt Dir scheinbar noch ein entscheidender Schritt in Deiner Persönlichkeitsentwicklung.
Dann arbeite mal schön weiter an Dir, die Grundlagen sind ja schon da.
w/43
 
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Gast

  • #10
"Stehe ich diesbezüglich fast alleine da?2 Nö, ich frage mich das auch manchmal. Meine Antwort darauf: Ja mei...
Ansonsten shcließe ich mich der #5 an: Es wird sehr wenig über sich selbst nachgedacht und sehr viel gefordert in Sachen "mach mich glücklich und wenn nicht, ersezt ich Dich durch eine bessere Traumprinzillusion" Aber wie gesagt, ja mei....

m, 49
 
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Gast

  • #11
zu#5

Sehr guter Beitrag, sehr gute Buchempfehlungen. Aber solange Menschen emotional unreif sind und ein Teil ihrer Persönlichkeit auf dem Nivau eines Kindes stehen, können sie nicht erkennen, wo die wahren Probleme ihres Verhaltens sind, können nicht erkennen, dass es gute Bücher gibt, wo man sich fortbilden kann, oder das es genug Möglichkeiten gibt, sich auch proff. Hilfe zu suchen, wie du und ich es auch gemacht haben.

Ich sitze nicht im Rollstuhl, aber habe deswegen nicht mehr Chancen als du. Wir sehen mehr, wir spüren mehr und können relativ schnell solche unreifen Menschen, Männer erkennen und aussortieren. Solche Menschen interessierens sich aber meistens auch nicht für uns, weil wir eine anderen "Sprache" sprechen, die sie nicht verstehen. Sie suchen sich dann lieber Ihresgleichen und daher kommt es m.E. auch, dass es dann so viele Scheidungen gibt.

Alles Gute für dich!

w 47
 
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Gast

  • #12
Wenn die Menschen von Anbeginn alles "richtig" machten, wäre die Welt stumpfsinnig like Stepford Wives. Müssten dabei so ziemlich alle Menschen in ihrem Wesen unter Drogen gestellt werden.

Daraus ergibt sich die Frage aller Fragen: Was ist richtig? Hast du die Antwort für die Vielzahl an Partnerschaften mit ihren facettenreichen Individuen?
 
  • #13
@11 Der FS stellt in meinen Augen nur richtig fest, dass viele Beziehungen disharmonisch verlaufen und mit der Zeit enden, und zwar aus Defiziten und Mängel, welche eine erwachsene Person in die Partnerschaft mitbringt. Ich glaube nicht, dass er damit meinte, wer und wann ETWAS richtig oder falsch macht. Jeder Mensch hat verschiede Arten von Bedürfnissen (http://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bedürfnispyramide).

Bsp. Die Partnerin hat das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung (5 Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide): lernt die Französisch-Vokabeln und Der Partner hat in dem Moment ein Soziales Bedürfnis (3 Stufe): will Liebe und Intimität. Ihre Aufmerksamkeit dem Lehrbuch interpretiert er als Desinteresse und Ablehnung seiner Person und ist traurig.

Ich denke hier geht es nicht, etwas falsch oder richtig zu machen, sondern um verschiede Bedürfnisse, die jeder Mensch hat. NICHT BEIDE HABEN ZUR GLEICHEN ZEIT DAS GLEICHE BEDÜRFNIS. Da ist event. ein Missverständnis und Streit vorprogrammiert. Ich denke viele Liebesbeziehungen würden viel harmonischer und entspannter sein, wenn die Menschen in ICH-FORM formulieren, wie sich sich fühlen, was sie wünschen, welches Bedürfnis sie gerade haben und respektvoll und vertrauensvoll miteinander umgehen, statt sich gegenseitig nur Vorwürfe zu machen. Sich ineinander einfühlen, verstehen und den anderen akzeptieren und gelten lassen wie er ist.

"Kein Fisch ohne Gräten, kein Mensch ohne Fehler"