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  • #1

Wenn der potentielle Partner seinen Unterhaltsverpflichtungen...

...aus vorherigen Beziehungen nicht korrekt nachkommt ?

Mein Partner ist alleinerziehend und seine Exfrau zahlt keinen Cent für ihre Kinder. Sie arbeitet nur in Teilzeit so das sie keinefalls über den Selbstbehalt kommt. Trotzdem scheint sie nie länger single zu sein und hat immer einen netten Mann an ihrer Seite der sie finanziell unterstützt.

Für mich käme ein Mann der seine Kinder aus erster Ehe links liegen lässt nie in Frage.
 
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  • #2
Das liegt daran, dass die Gerichte bei Frauen, die für Kinder zahlen müssen, kein so strenges Maß anlegen wie bei Männern und die Zahlungsmoral der Frauen, die für Kinder zahlen müssen, prozentual deutlich schlechter ist als bei Männern, die Unterhalt zahlen müssen. Ich habe für meinen Sohn auch nie einen Cent bekommen, sondern es war völlig klar, dass ich auch noch die arme Frau unterstützen musste, damit sie nicht so viel arbeiten musste und nicht auf dem niedrigen Niveau ihrer erlernten Tätigkeit. Ich hätte wenig Sympathie für eine Frau oder einen Mann, der für seine Kinder nicht so viel zahlt, wie er erarbeiten und aufbringen kann. Aber: Männer werden immer noch mehr als Goldesel denn als Betreuer von Kindern gesehen. Deshalb messen hier wohl viele Männer mit nachsichtigerem Maß und sagen sich, die "arme Frau" kann ja nicht so viel verdienen ...
 
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  • #3
Das Frauen keinen Unterhalt für Kinder zahlen, so denn sie müssen, ist doch normal.
Dieses Problem wird nur sehr gern verdrängt und runtergespielt, klar, auf Männer, welche keinen Unterhalt zahlen, wird doch viel lieber rumgehackt.
 
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  • #4
Das ist doch mal wieder ein Plattitüdenaustausch über raffgierige Frauen. Alleinerziehende Männer tauchen in der Realität doch kaum auf.
Fragt mal Anwälte und Steuerberater, was sie für gutverdienende Männer inszenieren, damit diese keinen Unterhalt zahlen müssen. Von solchen Geschichten kenne ich aus meinem Umfeld viele und auch viele Männer, die sich gern so verhalten würden, das nicht tun, aber wegen der auf den Fuß folgenden sozialen Ächtung aus ihrem Umfeld nicht machen. das ist ein sehr wirksamer Faktor, gilt aber nur für Ex-Partner, die auf ihre soziale Reputation wert leben und ein Umfeld mit einem entsprechneden Wertesystem haben, welches sie behalten wollen.

Den hier geschilderten Fall kenne ich in genau umgekehrter Weise: sehr gut verdienender Mann bleibt in der 4. Ehe zuhause und macht für das neugeborene Kind einen auf Hausmann, damit er für die 6 Kinder aus den vorherigen Ehen nicht mehr zahlen muss. Seine 4. Frau geht als Studienrätin Teilzeit arbeiten, damit sie seinen Kindern keinen Unterhalt zahlen muss.

Für mich ist ein Expartner (m, w) der seinen Verpflichtungen nicht nachkommt ein NoGo. Es zeigt, dass er sich nur so durchs Leben schummeln will, wie es ihm angenehm ist und keine nachwirkenden Verantwortungen übernehmen will. Er nimmt keine Rücksicht, was die gänzlich unbeteiligten Kindre dabei empfinden. Denn die bekommen das mit, fühlen sich im Vergleich zu anderen Kindern wertlos, um die sich Expartner kümmern und für die selbstverständlich Unterhalt gezahlt wird.
Einen Menschen, der sowas tut, finde ich ganz schäbig und mit dem will ich nicht zusammen und noch nicht mal befreundet sein. Außerdem würde er sich mir gegenüber genauso verhalten.
 
  • #5
Solche Frauen sind mir ein Rätsel. Wer seine Kinder nicht selbst betreut muß zwingend Vollzeit arbeiten müssen, zur Not auch zwei Jobs, damit Geld für die Kinder da ist.
Alles andere ist schäbig - egal ob Mann oder Frau.
 
  • #6
Sie arbeitet nur in Teilzeit so das sie keinefalls über den Selbstbehalt kommt. Trotzdem scheint sie nie länger single zu sein und hat immer einen netten Mann an ihrer Seite der sie finanziell unterstützt.
Woher will man sich da so sicher sein ?

Auf dem Arbeitsmarkt, besonders bei Frauen: Immer öfter nur noch Teilzeit- oder Minijobs für sie zu bekommen. Selbst wenn sie Vollzeit-Jobs suchen.
Selbst tlw. in akademischen Positionen.

Ein neuer Mann an ihrer Seite: Woher will man wissen, ob der sie finanziell unterstützt ?
Ob er sie überhaupt unterstützen könnte ?

Nicht Jede/r hängt und respektiert (seine) Kinder. Und/oder seinen ex-Partner.
Manche Leute sagen sich: Wozu zahlen, wenn man nichts mehr von ihnen hat ?
 
  • #8
Ganz klar- Verantwortungslos und damit als Mensch nicht wirklich zu respektieren. Egal ob Männlein oder Weiblein. Ich würde von einem solchen Menschen die Finger lassen.

Lieber Bernd
Auf dem Arbeitsmarkt, besonders bei Frauen: Immer öfter nur noch Teilzeit- oder Minijobs für sie zu bekommen. Selbst wenn sie Vollzeit-Jobs suchen.
Selbst tlw. in akademischen Positionen.

Also wir reden hier über Teilzeit- und das ist deutlich schwieriger zu bekommen als Vollzeitstellen. Ausnahme: irgendwelche Orchideen-berufe mit überangebot ("ich mach was mit Medien" zum Beispiel) oder Menschen die längere Auszeiten hatten. Für alle anderen ist der Rechtsanspruch auf Teilzeit teuer. Die Kosten gehen ja nicht proportional zur Arbeitszeit runter. Zwei Halbtagskräfte für dieselbe Arbeit kosten etwa 30% mehr als eine Ganztagskraft.

Die Firmen die das umgehen wollen arbeiten mit 400 Euro Kräften. Davon hat die FS aber nichts geschrieben.
 
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  • #9
Trotzdem scheint sie nie länger single zu sein und hat immer einen netten Mann an ihrer Seite der sie finanziell unterstützt.

Wenn das wirklich stimmt, dann frage ich mich, ob diese Männer wirklich so nett sind, denn nachdem was ich hier im Forum lesen, würden Männer solche Frauen eigentlich verurteilen und höchsten für Sex benutzen, aber nicht für eine Beziehung. Oder die Frau verschweigt den Männern, dass sie keinen Unterhalt zahlen will.

w 49, AE, die sogar 2 Jobs hat, um über die Runden zu kommen
 
  • #10
Wer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, kommt für mich als Partner nicht in Frage. Würde mich auch zu sehr an meinen Ex erinnern, der noch nie einen Cent Unterhalt für seine Kinder gezahlt hat. w51
 
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  • #11
Na ich finde, es ist oft ein Unterschied, ob ein Mann keinen Unterhalt zahlt oder die Frau nicht.
Jetzt mögen vielleicht einige Männer aufschreien, von wegen Gleichberechtigung und so.
Aber oft ist es ja so, dass die Frau wegen der Kinder innerhalb der Ehe schon berufliche Nachteile hatte. Weniger Karriere machen konnte und eben für die Kinder da war oder nur in Teilzeit gearbeitet hat. Würde deshalb die Frau so ohne jegliche genaue Kenntnisse nicht verurteilen.
Bei vielen Männern ist es so, dass sie nach ihrer Ehe ja weder die Kinder haben noch berufliche Nachteile.
Ich gehe davon aus, dass die Mutter in obigem Beispiel Teilzeit arbeitet, weil sie sich doch auch um die Kinder kümmert. Sie verdient dazu noch bitter wenig - heißt: Selbst, wenn sie Vollzeit arbeiten würde, wäre es ja nicht gerade viel, wenn sie in TZ gerade auf den Selbstbehalt kommt. Da als Mann noch Unterhalt zu verlangen, ist ja wirklich frech.
Wenn sie nun Managerin wäre, Unternehmerin, eine eigene Praxis hätte oder eine Kanzlei, Notarin und nicht genau wüsste, wohin mit dem Geld, dann wäre es natürlich auch ein No-Go.
Aber in diesem Fall würde es ja nichts bringen, wenn die Exfrau Vollzeit arbeiten würde, weil das Zusatzgeld ja sofort für die Kinder draufginge.
Sie hatte schon genug Nachteile innerhalb der Ehe, denke ich. Sonst hätte sie jetzt einen besseren Beruf.
Bei einem Mann sehe ich es ähnlich. Wenn er kaum etwas hat, kann er eben wenig abgeben. Leben und leben lassen sollte auf beiden Seiten drin sein.
Mein Exmann verdient ziemlich viel - da habe ich Glück. So wohne ich mietfrei, bekomme Unterhalt und die Kinder ebenfalls.
Wenn er weniger verdienen würde, würde ich ihn mehr in die Pflicht nehmen, was die Kinder angeht, damit ich mehr arbeiten kann.
Wenn man Tage die Woche die Kinder nimmt, also sich die Kinder "teilt", fällt ja der Unterhalt nahezu weg.
 
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  • #12
Für mich käme ein Mann der seine Kinder aus erster Ehe links liegen lässt nie in Frage.

Da hast du leider noch nicht hinter die schmutzige Fassade einer zerrütteten Ehe mit Kindern geguckt. Ich weiß mittlerweile selbst, wie gehässige Frauen abgehen können und welche dreiste Forderungen sie stellen! Hab es an meinem Kumpel gesehen, der mir mittlerweile wirklich leid tut. Die Anwaltsordner füllen meterhohe Stapel. Da wird geschröpft und ausgenommen, bis gar nichts mehr geht. Wegen jedem Pups wird da gekämpft und neu ausgefochten. Und das arme Kind ist Streitpunkt und wird sich bestimmt irgendwann mal umbringen, weil sowas erträgt wirklich kein Mensch, wenn die Eltern sich bald täglich zu Tode bekämpfen.

w
 
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  • #13
Na ich finde, es ist oft ein Unterschied, ob ein Mann keinen Unterhalt zahlt oder die Frau nicht.
Jetzt mögen vielleicht einige Männer aufschreien, von wegen Gleichberechtigung und so.
Aber oft ist es ja so, dass die Frau wegen der Kinder innerhalb der Ehe schon berufliche Nachteile hatte.

Es macht überhaupt keinen Unterschied und da muss man nicht einmal mit der Gleichberechtigung argumentieren. Mittelpunkt der Unterhaltszahlungen sind nämlich die Kinder, nicht die Expartner oder deren Karrieremöglichkeiten. Männer und Frauen die nicht für ihre eigenen Kinder aufkommen möchten, schaden ihnen damit unmittelbar. Ein solches Verhalten ist unter aller Kanone.

Ein Mensch der zu einem solchen Schritt willentlich bereit ist, wird auch kein Problem damit haben, neue Partner früher oder später in die Pfanne zu hauen.
 
  • #14
Liebe#10
Aber oft ist es ja so, dass die Frau wegen der Kinder innerhalb der Ehe schon berufliche Nachteile hatte. Weniger Karriere machen konnte und eben für die Kinder da war oder nur in Teilzeit gearbeitet hat. Würde deshalb die Frau so ohne jegliche genaue Kenntnisse nicht verurteilen.

Sorry, das sind nicht die Mütter die dem Mann das Sorgerecht überlassen. Die die ich kenne die dem mann die Kinder überlassen haben allesamt keine Beruflichen Nachteile aus der Ehe gehabt.

Und daher- Nein, auch Mütter die Ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommen handeln kein bisschen besser als Männer die das nicht tun.

Ich sags ja, Männerbashing ist gesellschaftlich akzeptierter Rassismus, nix anderes.
 
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  • #15
Das ist rechtlich korrekt. Wenn sie nicht über den Selbstbehalt kommt, dann muss sie nicht zahlen, egal mit wem sie zusammen ist.
Da kann man sich beim Gesetzgeber beschweren, der es nicht schafft, Zahlungen an Kinder komplett absetzbar zu machen. Dann wäre die Zahlungsmoral vermutlich sehr viel höher.
 
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  • #16
Die Anwaltsordner füllen meterhohe Stapel. Da wird geschröpft und ausgenommen, bis gar nichts mehr geht. Wegen jedem Pups wird da gekämpft und neu ausgefochten.
w

Da ist dein Freund dann aber selber schuld. Es ist immer besser, wenn man sich irgendwann mit seiner Exfrau zusammensetzt und eben teilweise auch nachgibt und eine Lösung für BEIDE findet, die irgendwie akzeptabel ist.
Natürlich muss man als Frau für alles kämpfen! Du kannst nicht - wohl möglich in Teilzeit und nach 2-3jährigen Berufspausen plötzlich für dein Kind und dich alleine sorgen, schon gar nicht in einer Großstadt, wo es keine Wohnungen unter 1200,-€ kalt gibt!
Aber sich Anwaltsbriefe hin- und herzuschicken verhärtet nur die Fronten und kostet ein Vermögen!
Ob die Forderungen wirklich dreist sind, ist Ansichtssache!
Mein Mann zahlt mir und den Kindern jeden Monat 4000,- Euro. Das ist nicht dreist, aber drunter gehts nicht. Da kann lachen, wer will(hier verdienen ja viele echt wenig trotz Elitepartner), wir leben trotzdem bescheiden - Urlaub oder Essengehen ist nicht drin. Miete ist schon sehr sehr hoch, die Kinder wollen hier in der Gegend bleiben, mein Exmann will auch, dass wir in der Gegend bleiben. Unsere Kinder sind beim Sport, beim Musikunterricht, wachsen wie Unkraut. Das kostet. Die Lebenshaltungskosten hier sind immens. Babysitter kann ich mir vielleicht 1x im Monat leisten, mehr als Teilzeit kann ich nicht arbeiten, sonst sind ja die Kinder nur noch weg-organisiert und das sind sie schon 3 Tage die Woche von morgens 8 bis abends 19 Uhr. Von den 2000,-/Monat muss ich alles zahlen - sämtliche Versicherungen, Gebühren, Tel, Wasser/Strom, Auto, Kleidung für 3, Ausflüge, Geschenke...
Auch ich hatte früher viel verdient, durch die Kinder hab ich beruflich hohe Einbußen, mein Mann durfte Karriere machen - wir waren mal beruflich gleich gut!
Dein Freund und seine Ex sind selber schuld, wenn sie sich bekämpfen ohne eine Lösung zu finden.
Mein Mann verdient gut, mir stände noch mehr Geld zu, aber ich will nur leben können im gewohnten Umfeld der Kinder.
Mein Mann geht jetzt eben alleine in schicke Hotels mit den Kindern, macht tolle Urlaube. Für mich ist das nicht mehr drin. Aber Eltern, die sich nur bekriegen, geraten irgendwann in eine Anwärtsspirale. Mein Exmann könnte sich ein Luxushaus kaufen ohne mich, so lebt er eher durchschnittlich.
Beide müssen Kompromisse machen. Ich richte mich dafür ganz nach meinem Exmann, wann und wie oft er die Kinder sehen will. Ich rede niemals schlecht über ihn vor den Kindern, obwohl er mich mit sicher 5 Frauen betrogen hat und ich um ihn gekämpft habe.
Ein Mann, der sich nicht einigermaßen mit seiner Ex der Kinder willen arrangiert, ist meines Erachtens einfach kein guter Partner.
Ich habe auch Frauen, die wirklich schlecht mit ihrem Exmann umgehen. Ist genauso schlimm!
Die armen Kinder!
 
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  • #17
Wenn wir keine eigenen Kinder planen sonder nur eine lockere Zweierbeziehung ist es mir völlig egal weil dann ja eventuell mehr für unsere Freizeitgestaltung bleibt. Ein Mann oder eine Frau die Kinder in die Welt setzten gehen immer das Risiko ein alleine dafür gerade stehen zu müssen.
 
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  • #18
Ob Mutter oder Vater...wer nicht für seine Kinder aufkommt, taugt einfach nichts. Mit solch einem Mann oder Frau könnte ich auch keine Beziehung führen.Man/Frau muß alles erdenkliche tun, um für seine Kinder aufzukommen. Und sei es das man vielleicht noch einen Job annimmt.
Ich kenne einen Mann....jaja, nach außen der feine Herr, aber er zahlt für seine 2 Kinder keinen Cent Unterhalt, und das schon seit Jahren nicht.
 
  • #19
Interessante Fragestellung, ich teile die Auffassung, dass jemand nicht sehr vertrauenswürdig ist, der seine Kinder hängen läßt (egal ob Vater oder Mutter, ich bin das androgyn eingestellt). Bemerkenswert finde ich die Frage, weil sie die Unterhaltsverpflichtungen der/des potenziellen LG akzeptiert und sogar erfüllt sehen will. Bisher hatte ich den Eindruck, dass Unterhaltsverpflichtungen (vulgo "Altlasten") an sich schon ein Nogo darstellen...
 
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  • #20
Also wir reden hier über Teilzeit- und das ist deutlich schwieriger zu bekommen als Vollzeitstellen

Das kommt auf die Branche an.

Im Einzelhandel zum Beispiel (dort arbeiten überwiegend Frauen) ist es inzwischen sehr schwer eine Vollzeitstelle zu bekommen, außer als Führungskraft.
25-30 Stunden-Kräfte lassen sich deutlich flexibler einsetzen. Ist es mal "eng" werden dann bis zu 40 Stunden gearbeitet, in anderen Wochen mit guter Besetzung und weniger Personal braucht man die einzelnen Angestellten dann eben für weniger Stunden und es wird "abgebummelt". Eine Vollzeitkraft dagegen kann nicht mehr so viel Mehrarbeit leisten, wenn es krankheitsbedingte Ausfälle gibt.

In der gesamten Branche hat man inzwischen gemerkt, dass man 200 Wochenstunden besser an acht 25-Stunden-Kräfte verteilt als an fünf 40-Stunden-Kräfte.

Fallen z.B. 3 der 25-Stunden Kräfte plötzlich aus ist die Abteilung dann immer noch besser besetzt, als wenn nur 2 der 40-Stunden-Kräfte ausfallen. Die verbleibenden fünf 25-Stunden-Kräfte können in der Woche dann problemlos 10 Stunden mehr machen und einiges auffangen, ohne dass es auf die Leistung geht. Anders sieht es da bei den Vollzeitkräften aus - denen mal 10 Stunden mehr aufzubrummen ist nicht so einfach möglich - gerade für Ältere ist das eine Zumutung.

Frauen aus dem Einzelhandel welche jung Mutter geworden sind haben jahrelang Kinder betreut statt entsprechende weiterführende Ausbildungen zu absolvieren. Vor 20 Jahren sah die Branche noch anders aus, da waren Vollzeitstellen auch für "normale" Angestellte zu bekommen.
Nun kommen sie zurück in den Beruf, oft erstmal gewollt in Teilzeit, wegen der weiteren Kinderbetreuung, und wenn sie dann gerne wieder Vollzeit arbeiten würden, dann stellen sie entsetzt fest, dass Arbeitgeber kein Interesse mehr daran haben und lieber Teilzeitstellen vergeben. Das betrifft inzwischen sehr, sehr viele Frauen in ganz Deutschland.
Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind übrigens auch schwieriger geworden, denn Teilzeit heißt natürlich nicht von 8-13 Uhr, sondern flexible Verfügbarkeit von Montag-Samstag, Arbeitszeiten liegen dann irgendwann zwischen 6 und 21 Uhr - entsprechend den Öffnungszeiten. Auch die Ladenschlußzeiten haben sich in den letzten Jahren sehr verändert, wo ich wohne wird sogar an 40 Sonntagen im Jahr geöffnet (Bäderregelung).
Zu diesen (Un-)Zeiten betreut auch keine Ganztagsschule mehr.

Ich denke es gibt noch viele andere Branchen im Dienstleistungsbereich, wo es aus obigen Gründen heutzutage ähnlich aussieht. Darum sollte man sich auch anschauen, welchen Beruf jemand ausübt, bevor man urteilt.

w, 44, Leiterin eines großen Verbrauchermarktes mit 102 Angestellten - davon 84 in Teilzeit, darunter 8 Männer (ein Großteil würde gerne Vollzeit arbeiten, findet als "einfache" Angestellte aber keinen Vollzeitjob)
 
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  • #21
Bemerkenswert finde ich die Frage, weil sie die Unterhaltsverpflichtungen der/des potenziellen LG akzeptiert und sogar erfüllt sehen will. Bisher hatte ich den Eindruck, dass Unterhaltsverpflichtungen (vulgo "Altlasten") an sich schon ein Nogo darstellen...

Das lese ich anders.
Sie möchte, dass die Mutter der Kinder (die bei ihm leben) Unterhalt zahlt, wohl damit er mehr Geld übrig hat für sie. Somit sind es sehr wohl hier die Altlasten, welche sie stören.

Mich hat es noch nie tangiert, ob mein Partner nun Unterhalt zahlt oder bekommt, oder wie auch immer. Kinder ebenfalls nicht.
Ab einem gewissen Alter hat jeder eine Vergangenheit, und es geht mich schlichtweg nichts an, was an Unterhaltsverpflichtungen oder auch -nichtverpflichtungen mit Ex-Partnern existieren.
Denn dabei geht es um SEIN Geld, nicht um meins.

Ich verdiene ausreichend eigenes Geld, bin daher nicht auf einen Partner mit gutem Einkommen angewiesen um meinen Lebensstandard zu verbessern. Wobei ich mir aus Luxus auch noch nie viel gemacht habe, obwohl ich ihn mir locker leisten könnte. Liegt vielleicht daran, dass ich aus sehr einfachen Verhältnissen komme.
Für mich zählen andere Dinge viel mehr im Leben als Geld.

Was er mit Ex-Partner an Unterhaltsregelungen hat ist mir somit "Banane", solange es nicht darauf hinausläuft, dass ich ihn ÜBERMÄSSIG unterstützen soll (ich habe kein Problem öfters zu zahlen, wenn er sich z.B. Essengehen nicht leisten kann). Das gilt natürlich für alle Arten von finanziellen Engpässen eines Partners.

Ich bin der Meinung, jeder ist in erster Linie für sich selber Verantwortlich, deshalb habe ich auch kein Mitleid mit Leuten die jammern, wenn sie keinen Unterhalt bekommen.
Die Versorgung von Kindern ist selbstverständlich etwas Anderes als die von Ex-Partnern.

Niemand ist jedoch in Deutschland gezwungen unter dem Selbstbehalt zu leben, weder der Unterhaltsberechtigte, noch der Zahler. Und Kinder sind irgendwann erwachsen und selbstständig.
Somit ist die Zeit der finanziellen Einschränkung überschaubar. Wer "normal" lebt kann das auch mit Kindern ein paar Jahre ganz ordentlich.

Manche Leute haben es tatsächlich sehr schwer auf dem Arbeitsmarkt, Getrenntlebende sind nicht alle nur supergut ausgebildete Akademiker (und selbst diese haben oft Pech, dass ihre Branche nicht genug gute Stellen her gibt, viele Arbeitgeber wollen für "einfachere" Stellen aber keine Überqualifizierten). Somit würde ich niemals pauschal verurteilen, egal ob mein Partner nun keinen Unterhalt kriegt oder auch keinen Unterhalt zahlt.

Diese Unterhaltsgeier gegenüber den Exen ihrer Partner gehen mir ehrlich gesagt auf den Keks.
Was geht euch dieses (sein!) Geld bloß alle an?

Er verzichtet gerade auf Geld, seine Ex verzichtet auf ein Familienleben mit ihren Kindern.
Was ist wohl schlimmer?
 
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  • #22
Mein Partner ist alleinerziehend und seine Exfrau zahlt keinen Cent für ihre Kinder. Sie arbeitet nur in Teilzeit so das sie keinefalls über den Selbstbehalt kommt.

Wie war es denn während der Ehe? Hat sie da gearbeitet? Teilzeit oder Vollzeit?
War es ihm so recht/gewollt, dass sie in Teilzeit oder gar nicht arbeitet, als die Kinder noch klein waren, damit sie ihm seinen Anteil an der Kinderbetreuung abnimmt?

Wie alt sind die Kinder, wie alt waren sie bei der Trennung, wieso leben sie beim Vater (was ja eher ungewöhnlich ist nach einer Trennung, wenn vorher die Mutter den Hauptanteil der Betreuung übernommen hat). War das von den Kindern so gewollt? Oder von den Elten/einem Elternteil (Vater oder Mutter?)?

Warum übernimmt sie nicht mehr Kinderbetreuung, um den Vater zu entlasten? Will sie das nicht? Oder will der Vater das nicht? Arbeitet er denn? Teilzeit oder Vollzeit?

Wenn er selber Vollzeit arbeitet wäre es da nicht z.B. viel sinnvoller sich um mehr Betreuung durch sie zu bemühen, statt nach mehr Barunterhalt zu verlangen?
Hätte sie denn überhaupt die Möglichkeit Vollzeit zu arbeiten und will nur nicht? Was arbeitet sie? Wie oft/wann betreut sie die Kinder?

Ich finde die Angaben hier etwas zu dürftig, um die Situation als Aussenstehender zu beurteilen.

Trotzdem scheint sie nie länger single zu sein und hat immer einen netten Mann an ihrer Seite der sie finanziell unterstützt.

Weil es in den Köpfen vieler immer noch verankert ist, dass ein Mann eine finanziell bedürftige Frau eher unterstützt als anders herum. Vermutlich hat sie durch ihre Teilzeittätigkeit dann auch mehr Zeit eine Wohnung für gemeinsame Stunden Abends gemütlich zu halten, ihm Essen zu machen, vielleicht macht sie noch seine Wäsche als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung.
Die alte Rollenverteilung halt.

Für mich käme ein Mann der seine Kinder aus erster Ehe links liegen lässt nie in Frage.

Also wünschst du dir einen Mann, der dir beweist er hat "Versorgerqualitäten"?

Männer sollen für viele Frauen ein Verantwortungsbewußtsein haben für ihre Partnerin, welches auch noch weit über eine womögliche Trennung hinaus geht. Hat ein Mann dieses Verantwortungsbewußtsein nicht, macht das den Mann dann für diese Frauen unattraktiver. Sie könnte ja auch mal die Ex sein irgendwann. Auf der anderen Seite wollen sie aber auch nicht, dass er noch viel/lange zahlen muß an die Ex - da bleibt ja weniger für sie/eine neue Familie.
Somit eigentlich paradox.

Bei Frauen haben Männer dieses Anspruchsdenken nicht. Die meisten wollen kein Geld mehr von ihr, wenn die Wege sich getrennt haben. Entsprechend ist es ihnen auch egal, ob sie Unterhaltsverpflichtungen aus vorherigen Beziehungen nachkommen oder nicht. Weil es für ihre eigenen Zukunftsaussichten irrelevant ist.
 
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