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  • #1

Welt-Vegetarier-Tag - was meint Ihr? Ist der Hype um die gesündere fleischlose Kost begründet?

Man lernt ja doch immer eine Menge Leute kennen, die einem verkünden, dass Sie kein Fleisch essen würden oder sogar vegan leben (also allen tierischen Produkten, also auch Fisch und Milch entsagen). Findet Ihr solche Gewohnheiten als "Macken", schreckt Euch das ab, wenn Ihr so jemanden kennenlernt?
 
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  • #2
Dieses Thema wurde ja schon mehrfach hier behandelt. Ich kann Deine Aussage, dass man "eine Menge Leute kennen lernt, die einem...." absolut NICHT bestätigen. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es keinen einzigen Menschen, der die UNGESUNDE fleichslose Kost (man muss ja schon eine Menge Ausgleichspräparate zu sich nehmen, um seine Gesundheit nicht zu gefährden)bevorzugt.

Lediglich im Freundeskreis meiner Nichte gibt es eine junge Frau, die vegetarisch isst, für diese wird an gemeinsamen Feiern immer etwas Vegetarisches zusätzlich zubereitet. Ich koche ja sehr gerne, aber diese zuisätzliche Arbeit würde ich auf Dauer nicht machen wollen.

Nein, mir sind "Normalos" lieber. Als ich auf diesem Prtal noch suchte, habe ich die Vegetarier immer sofort gelöscht. Ich bin froh und dankbar, dass sich mein Lebensgefährte über ein rosa gebratenes Rinderfilet ebenso freut, wie ich!

Veganer sind mir ganz suspect. Für solche Leute wäre ich max. bereit, ein Stück Rasen zusätzlich auszusäen.....!
 
  • #3
1. In Deutschland ernähren sich etwa 1.6% der erwachsenen Bevölkerung fleischlos (davon teilweise sogar noch mit Fisch und Milchprodukten). Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; (http://www.bmelv.de/cln_163/SharedDocs/Standardartikel/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/Ernaehrungsforschung/NationaleVerzehrsstudie/NVS2_Ernaehrungsverhalten.html)

2. Damit ist Vegetarismus zwar in den Medien sehr präsent und alle schwadronieren darüber, aber in der Praxis dann realistisch gesehen doch sehr selten. Ich kenne persönlich zwar viele, die darüber reden, aber so gut wie niemanden, der wirklich so lebt.

3. Vegetarismus ist NICHT gesund. Es ist aber so, dass Personen, die sich für Vegetarismus entscheiden, generell bewusster und gesünder leben. Auch ist Übergewicht wesentlich seltener, ebenso Süßwaren-, Nikotin- und Alkoholmissbrauch. Im Gegenteil ist Fleisch ein wertvoller und notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Vegetarismus ist nur möglich, weil moderne Erkenntnise über Nährstoffgehalte aller möglichen Lebensmitel vorliegen und umweltfeindliche Importe aus Fernost z.B. Soja-Verzehr ermöglichen. Viele Vegetarier nutzen zudem Nahrungsergänzungsmittel, um Mangelversorgungen zu vermeiden. Für Kleinkinder ist Vegetarismus entwicklungsschädlich bis hin zu lebensgefährlich.

4. Vegetarismus ist eigentlich KEINE ERNÄHRUNGSFORM, sondern leider fast immer eine IDEOLOGIE. Das sind leider zwei völlig separate Facetten -- für jene, die nur aus Geschmacks, Präferenz- oder Gesundheitsgründen auf Fleisch verzichten, sind eben Rinderbrühen, Milchprodukte oder Eiergerichte dennoch offensichtlich lecker und verzehrbar. Für jene, die aus Ideologie auf Fleisch verzichten, sind all diese Dinge ungenießbar. Das ist eigentlich verrückt und bizarr.

5. Für mich persönlich kommt eine vegetarischer Partner niemals in Frage. Ich koche sehr gerne und gut, ich gehe gerne lecker essen und ich möchte mit meinem Partner zusammen einfach so genießen können, ohne irgendwelche Schwadroniererei, Einschränkungen, Achtsamkeiten und so weiter. Fleischgeschmack, Herzhaftes, Deftiges gehört für mich einfach dazu. Ich möchte es nicht missen.
 
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  • #4
Ich bin selbst weder vegetarisch noch vegan, habe aber in meinem Umfeld mehrere Bekannte und Familienmitglieder, die es sind.
Ich esse Fleisch, aber nicht so oft.
Wenn ich die veganen und vegetarischen Bekannten treffe habe ich sehr wohl den EIndruck, dass sie gesünder aussehen. Aber wie in Beitrag 2 bemerkt wurde ist es einfach die gesündere Einstellung zu Alkohol, rauchen und bewegen.
Meine Bekannten übrignes missionieren nicht, sie lassen das Fleisch einfach beiseite. Da wir bereits 3 in der Familie haben kochen wir mittlerweile auch öfters mal für alle vegetarisch.
Es gibt so viele Möglichkeiten dass niemand auf die Idee käme, das etwas fehlen würde.
Für mich wäre weder vegetarisch noch vegan rein auf das Essen bezogen, ein Ausschlussgrund. Sobald es aber in die Richtung Öko mit langen Haaren, Stricksocken, Meditieren und Fahrrad geht, bin ich ganz schnell weg.
Rauchen ist aber z.B. bei mir ein Ausschlussgrund, dies akzeptiere ich Null.
w, 39
 
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  • #5
Wenn man sich mal intensiv mit "Fleischherstellung" beschäftigt hat, kann einem der Appetit darauf schon vergehen.
Für mich käme es nicht in Frage, vegetarisch zu leben. Ich habe aber das Glück, die "Metzgerei meines Vertrauens" gefunden zu haben. Da gibt es kein Fleisch aus Massentierhaltung und keine langen Transportwege.
Die Vegetarier, die ich kenne, leben aus Respekt vor den Tieren so. Darin kann ich keine Macke erkennen.
 
  • #6
Ich bin kein Vegetarier, aber ich möchte bitten eine ehrliche und realistische Einschätzung der Lage zu geben. <MOD: Sticheleien entfernt.>

Fakten:
"Vegetarier sind in der westlichen Welt mit durchschnittlich 1,5 bis 2,5 Prozent Anteil an der Bevölkerung vertreten, in Indien sogar mit bis zu geschätzten 40 Prozent. "

Die gesundheitlichen Aspekte kann jeder einfach verständlich hier nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vegetarismus#Gesundheitliche_Aspekte

man kann leicht erkennen das Vegetarier eben nicht ungesünder leben sondern das gegenteild er Fall ist, und Vegetarismus ist eine legitime Ernährungsform siehe z.B. Indien und andere asiatische Länder.

Ebensowenig wie ich von einem Vegetarier mir mein Steak verbieten lassen möchte, möchte ich ungern Überzeugungsversuche von Nicht-Vegetariern erleben die den meisten Grunlagen entbehren oder Tatsachen falsch darstellen.
 
  • #7
@#5: Der gleiche Wikipedia-Artikel zitiert auch die von mir genannte Studien des Bundesministeriums. Ja, es gibt in der Welt andere Regionen mit höherem Vegetarieranteil, aber in Deutschland beträgt der aktuelle Anteil eben etwa 1.6%.

Das sind die Fakten. Ich empfinde es als unfair, hier in Deutschland mit völlig anderen, weit entfernt gelegenen Regionen zu argumentieren, wenn es um die Häufigkeit von Vegetarismus in Deutschland geht.
 
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  • #8
Vegetarier sind echt selten, aber es wird davon super viel geredet. Ist eben ein tolles Thema, weil so bekloppt, sein Essen so einzuschränken. Außenseiterthemen werden heutzutage ja immer aufgegeilt und übertrieben.
 
  • #9
@#5: Der von Dir verlinkte Absatz zu gesundheitlichen Wirkungen des Vegetarismus beginnt mit den Worten: "Einer vegetarischen Ernährung werden gesundheitlich sowohl Vor- als auch Nachteile zugeschrieben." -- Findest Du angesichts dieser Tatsache Deinen Beitrag fair?

Mein Beitrag #2 ist dagegen ausgewogen: Ja, Vegetarier sind in Studien immer wieder gesünder -- aber seriöse Studien weisen auch darauf hin, dass Vegetarier eben wesentlich mehr gemeinsam haben als nur die Ernährung, zum Beispiel auch sonstigen Lebensstil wie bewusste Auswahl der Lebensmitteln, Bewegung, seltenes Übergewicht und so weiter. Die pflanzliche Ernährung ist selten ursächlich dafür, sondern nur eine Begleiterscheinung der allgemeinen Lebensweise. Würde der durchschnittliche Vegetarier zusätzlich ab und zu Fleisch essen, so würde das absolut gar nicht schaden. Es ist daher nicht nur falsch, sondern auch dumm, den Fleischverzicht als ursächlich anzusehen, wenn es doch in Wirklichkeit ein ganzes Bouqet an Lebensgewohnheiten ist, das in seiner Gesamtheit eben tatsächlich gesünder ist.
 
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  • #10
Ich hasse Missionierer jeder Form und Couleur und die Vegetarier und besonders die Veganer gehören leider fast immer dazu. Ich ernähre mich gesund aber mit "Mischkost" und alle meine Verwandten und Bekannten ebenfalls. Man sollte einem Veganer einmal zu denken geben, dass - wenn alle Menschen sich ihrer Idiologie anschließen würden - bald alle sogenannten Nutztiere ausgestorben wären. Wozu sollte es dann noch Kühe und Schweine, Schafe und Ziegen, ja sogar Hühner geben?? Fänden sie das schön?
 
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  • #11
Wer will schon eine Vegetarierin zur Partnerin? Welche richtige Mann lässt sich Grillen und Braten verderben? Wer möchte wirklich so leben?

Ich jedenfalls nicht. Mir würde auch das Öko-Gequatsche, die Weltverbesserei, das allgemeine Gejammer auf den Sack gehen, das fast immer damit verbunden ist.

m47
 
  • #12
@6# die Ernährung hier hat direkte geografische und klimatische Grundlagen und ist durchaus anders zusammengesetzt als die Ernährung in anderen Weltteilen. Dennoch hat sich die Bevölkerungssituation und die Ernährungssituation gewandelt, man muss jetzt nicht mehr auf Obst udn gemüse in der Winterzeit verzichten und fleisch essen weil man sonst verhungert. dahingehen wäre ein ins Kalkül ziehen anderer Ernährungsmodelle aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll. (was nicht automatsich für ein vegetarisches Modell spricht, dennoch für ein fleischreduziertes Modell, eine Mischform)

@8# auch wenn der Beitrag mit diesen Worten anfängt so wird der aufmerksame Leser feststellen das in den paar Sätzen fast auschliesslich mit Vorurteilen bezgl einer von dir proklamierten (und nachweislich nichtexistenten Unterversorgung) aufgeräumt wird. dahingehend erachte ich diesen Beitrag als sinnvolle Ergänzung zu deinem doch recht einseitigem (,negativ hervorgehobenen) Beitrag bzgl. der angeblichen Nichtgesunden vegtetarischen Lebensweise. Grade der Schlussatz des Artikels sollte Vegetarier undNichtvegetarier versöhnlich stimmen und klarmachen das eine Mischform das Sinnvollste ist, die Reinform des Vegetarismus eine Akzeptable und die Vorherrschende Ernährungsform eine Schlechte.
 
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  • #13
Ich habe mich vor kurzem eingehender informiert und probiere es zurzeit aus.
Mein Weg ist die abwechslungsreiche Vollwertkost nach Max Otto Bruker. Bisher fehlt mir Fleisch nicht. Ich habe mehr Getriede im Schrank stehen und bereichere meine Küche damit.
Mich stößt a) die Massentierhaltung b) die Tiermedikamente c) der Umgang mit Ressourcen ab.
Ich dachte immer ich müsste Fleisch essen wegen einiger Proteine und bestimmter Vitamine und nicht zuletzt dem Eisengehalt. Aber Brukers Analysen überzeugen mich "unsere Nahrung unser Schicksal".
Es macht etwas Mühe und ausser Haus essen kann kompliziert werden. Andererseits macht mich meine bisherige Ernährung nicht glücklicher und ich erkenne bereits Effekte wie wacher sein, weniger Sucht nach Süßem, kein Völlegefühl, gute Verdauung etc.
In zwei Wochen endet meine Testphase, dann entscheide ich mich.

Ich kenne Menschen, die mit verganer Ernährung Marathon laufen und die sind kerngesund.

#6 Das Argument bezieht sich auf den Umgang mit Ressourcen. Mit Getreide kann man laut Analysen mehr Menschen mit weniger Aufwand ernähren, als mit Fleisch.

Wir in Deutschland haben den Nachteil, dass wir wenig schönes Obst zur Auswahl haben und nicht das ganze Jahr regionales Gemüse einkaufen können (grob gesagt, ich will nicht zu detailliert werden).

Selbst wenn ich Tiere auf der Weide hätte, könnte ich sie nicht schlachten.

Wie andere sich ernähren ist deren Sache. Ich habe mit meinen Partnern nie viel Fleisch zubereitet, das sehe ich nicht als Problem.
 
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  • #14
Ich selber esse Fleisch, aber kenne viele Vegetarier, sowohl Familienangehörige als auch Freunde, die allermeisten unideologisch: sie mögen einfach kein Fleisch. Alle, ohne Ausnhame, sind kerngesund, zum Teil sehr sportlich, und sehen auch so aus.

Kochen und essen - beides mache ich sehr gern (bevor Missverständnisse entstehen: ich bin schlank), das kann ich auch ganz superlecker vegetarisch. Ich bin eine absolute Genießerin! Wenn ich Gäste habe, bei denen ich nicht sicher bin, frage ich, ob sie Fleisch essen, wenn nicht oder wenn das irgendwie kompliziert ist (z.B. bei muslimischen Gästen, die Bedenken bei nicht rituell geschlachteten Tieren haben), dann koche ich fleischlos; ich kenne eine Menge sehr guter Rezepte und kann die delikatesten Gerichte ohne Fleisch zubereiten, solche, die auch ausgesprochenen Fleischessern sehr gut schmecken.

Meine Hausärztin, die oft jüdische Gäste hat, kocht dann der Einfachheit halber vegetarisch. Sie selber isst sonst durchaus Fleisch, wenn auch nicht viel, und sie vertritt die Ansicht, dass vegetarische Ernährung zu keinerlei Mangel führt, zumindest dann, wenn man ein paar grundregeln befolgt. Fleisch, sagt sie, sei allein eine Konzession an den Geschmack. Nur bei veganer Ernährung müsse man darauf achten, dass man alle notwendigen Nährstoffe bekommt.

Neulich musste ich ein paar Tage im Krankenhaus verbringen und habe vegetarische Kost bestellt. Ich wurde freundlich gefragt, ob ich wirklich vegetarisch meine oder vegan, auch das sei möglich. Die vegetarische Variante war VIEL besser als das normale Essen: wunderbare Salate, Gerichte mit Pasta und Pilzen, eine herrliche Gemüselasagne ... wenn ich die sogenannte Normalkost gesehen habe, musste ich mich immer fragen, wer so einen Pamps eigentlich freiwillig isst und warum es ausgerechnet im Krankenhaus so ungesundes Essen gibt.
 
  • #15
Mein Kompliment #8-Frederika.
Das siehst du aus meiner Sicht genau richtig:
Es ist nicht das Fehlen von Fleisch sondern die gesamte Lebensweise und der Lebenstil, den Vegetarier in der Regel pflegen, welcher diesen so gesundheitsfördernd macht.
 
  • #16
@#14: Danke für die Zustimmung. So ist es aus sachlicher Sicht einfach -- Übergewichtige, Alkoholkranke, Raucher gibt es unter Vegetariern seltener, bewusste, sportliche Lebensweise dagegen öfter. Genau diese statistisch signifikanten Unterschiede in der Lebensweise ergeben in ihrer Gesamtheit eben die in Studien zeigbaren gesundheitlichen Vorteile. Es wäre aber einfältig, dies einzig auf den Verzicht auf Fleisch zurückzuführen -- ganz im Gegenteil wären Vegetarier, die ihre Lebensweise beibehalten und zusätzlich auch mal Milchprodukte und Fleisch äßen, noch viel gesünder.

Ausgewogene, bewusste Ernährung ist mit Sicherheit besser als irgendein ideologischer Verzicht. Fleisch und Milchprodukte sind wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Grill- Brat- und Röstaromen sind angeboren lecker und appetitanregend. Man lebte wider die Natur, wenn man künstlich kategorisch auf Fleisch verzichtete.
 
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  • #17
Ja, in Indien gibt es viele Vegatarier, in Gujarat ist die Quote mit 80% am höchsten. Das hat aber auch häufig religöse Gründe oder als zweiten, dass die Leute zu arm sind, um sich Fleisch leisten zu können. Dort gibt es veg- und non-veg-Restaurants. Non-veg ist am Land mit Huhn, in den Städten gibts häufig noch Lamm.

<MOD: An alle: Bitte diskutieren Sie im weiteren die Lage in Deutschland.>

Ich persönlich bin absolut kein Vegetarier, hatte zweimal eine Freundin, die es war. Eins muss ich ehrlicherweise sagen, Vegetarier riechen sehr gut :). Allerdings mag ich auf ein schönes Steak oder eine zünftige Gillerei im Sommer nicht verzichten. Nur Gemüse und Tofu würde mich sehr leiden lassen. Deshalb lasse ich es sein.

Solange ich mir nicht anhören muss, Fleisch sei eklig oder dieser Leichenteile-Quatsch, habe ich überhaupt kein Problem mit Vegetarier. Veganer sind mir einfach zu extrem, da darf man sich einiges anhören. Die Gründe, warum jemand Vegetarier ist, sind mir wurscht, das soll jeder mit sich selber ausmachen. Eine Macke ist es in meinen Augen auf keinen Fall, da mir jeder Gründe genannt hat, warum sie/er Fleisch nicht mag, die ich einleuchtend fand. Zur Macke wirds erst, wenn jemand missioniert. Zu solchen Leuten habe ich aber bestenfalls sehr oberflächlichen Kontakt, da ich deren Nähe nicht suche.
 
  • #18
Vegetarier essen meinem Futter das Futter weg!

@#2, 15 Frederika

Frederika hat mit dem was sie schreibt schlicht und ergreifend Recht. Vegetariertum und etwas höhere Lebenserwartung sind nicht kausal verknüpft, sondern korrelieren lediglich. Neben dem von Frederika dargestellten Faktor, daß Vegetarier sich allgemein gesundheitsbewußter verhalten, tritt noch ein weiterer Faktor: Vegetarier gehören durchschnittlich einer höheren Bildungsschicht an und höhere Bildung korreliert ebenfalls mit höherer Lebenserwartung. Daher darf man Vegetarier nicht einfach mit dem Bevölkerungsdurchschnitt vergleichen.

Wenn ich richtig informiert bin, hatten Vegetarier in einer Studie eine (etwas) kürzere Lebenserwartung, wenn die Vergleichsgruppe der gleichen Bildungsschicht entspricht und durchschnittlich gleiche Alkohol-, Rauch- und Sportgewohnheiten hat. Die beste Lebenserwartung hatten diejenigen, die nur gelegentlich (1-2x/Woche) Fleisch aßen.

Zur Ausgangsfrage: Es würde mich nicht abschrecken, wäre aber ein Minuspunkt. Ich esse, koche und grille gerne und es gehört für mich auch zu einer Beziehung füreinander zu kochen und miteinander zu essen. Würde sich dies auf fleischlose Kost beschränken, ginge für mich etwas verloren, worauf ich nur ungern verzichte.

Dogmatisches Vegetariertum erscheint mir darüber hinaus irrational. Gesundheitsgründe sprechen nicht für diese Ernährungsweise. Tierliebe kann zwar subjektiv einen weitgehenden Fleischverzicht rechtfertigen. Allerdings halte ich nicht für unmoralisch, was die Natur vorsieht (ich weiß, die Natur sieht keine Massentierhaltung vor). Rational nicht nachvollziehbar ist aber etwa, wenn jemand zu Gast ist und gar nichts ißt, weil irgendwo Fleisch drin ist. Das Tier ist bereits tot und wird auch durch die Verweigerung der Nahrungsaufnahme nicht mehr lebendig. Der einzige Grund ist dann nämlich die zirkelschlüssige Begründung: ´Ich esse kein Fleisch, weil ich Vegetarier bin`.
 
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  • #19
Ich bin selbst Lacto-Vegetarierin. Das hat aber überhaupt keine gesundheitlichen Beweggründe. Mir geht vielmehr um ethische Fragestellungen. Man muss sich nur einmal die schrecklichen Videos auf youtube ansehen, bei denen heimlich in Schlachthöfen und co. gefilmt wurde. Bei mir zumindest haben diese Bilder ausgereicht...

Und selbst wenn wir Menschen Jahrtausende lang Fleisch gegessen haben, heißt das noch lange nicht, dass das ethisch in Ordnung ist. Sklaverei gab es auch viele Jahrhunderte. Trotzdem wurde sie irgendwann abgeschafft.

Aber die gesundheitlichen Aspekte sind auch nicht ganz unwichtig. Ich habe vor einiger Zeit mal auf der Homepage der deutschen Krebsgesellschaft gestöbert. Hier wird Fleischverzehr als wichtigste Krebsursache neben Alkohol, Rauchen und Übergewicht genannt. Und die gesättigten Fettsäuren in tierischen Produkten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
 
  • #20
@#18: Siehst Du, das meinte ich mit ideologischen Gründen -- Du nennst es ethisch, ist auch in Ordnung. Aber ich möchte einfach keinen Partner, der mir indirekt unterstellt, dass mein Fleischverzehr unmoralisch sei oder ständig von Massentierhaltung, Ethik und dem Weltfrieden faselt. Das würde mich wirklich in meinem Wohlbefinden stören. Ich kann eigentlich nicht verstehen, dass solche Aufregervideo mit ganz besonders grauenhaften Bildern erwachsene, reife Menschen so beeindrucken. Die werden doch genau aus diesem politisierenden Gründen überhaupt nur gedreht und verbreitet.
 
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  • #21
#19 Dann besichtige doch mal Großbetriebe, danach reden wir weiter.

Mir hat noch kein Vegetarier Fleischkonsum vorgeworfen oder heimlich böses unterstellt.
Das Argument ist weit hergeholt.
 
  • #22
@#20: Ich höre es von der überwiegenden Mehrheit der Vegetarier. Sie missionieren quasi ausnahmslos. Da ist plötzlich von ethischem Verhalten die Rede, das nur bedeuten kann, dass sie sich für ethisch besser als mich halten und so weiter. Doch, anders kenne ich es nicht. Immer dasselbe Geschwafel von Moral und Ethik und damit unterschwelligen Vorwürfen.
 
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  • #23
#21 Ich kenne viele Vegetarier, auch wenn ich selber keine bin. Aber ich erlebe überhaupt nicht, was du schreibst "Sie missionieren quasi ausnahmslos". Schade, dass du offensichtlich nur eine bestimmte Gruppen kennst oder vielleicht auch nur die wahrnimmst. Und ich finde es auch schade, dass du so pauschal formulierst, wenn du schreibst "Immer dasselbe Geschwafel von Moral und Ethik und damit unterschwelligen Vorwürfen". Warum lässt du nicht einfach zu, ohne Wertung durch dich, dass andere Menschen andere Auffassungen haben und vielleicht auch andere ethische Vorstellungen als du?

Und noch ein Argument zum Fleischkonsum: Ja, Menschen essen seit Jahrtausenden Fleisch. Aber zum einen gab es weniger Menschen auf der Erde und zum anderen haben sie pro Person viel weniger Fleisch gegessen als wir es in den sog. entwickelten Industrieländern heute tun. Und um ein Kilogramm Rind- oder Schweinefleisch zu produzieren benötigt es viel mehr Energie als um Getreide etc. herzustellen. Und die intensive Landwirtschaft mit Tieren in Massentierhaltung erzwingt zugleich Wachstumsförderer und viele Medikamente, damit die Tiere schnell und trotz widriger Umstände einigermaßen "gesund" aufwachsen und das Fleisch schnell verkauft werden kann. Die Methanbelastungen z.B. aus der Rinderhaltung will ich hier gar nciht weiter ausführen. Hier geht es nicht um irgendwelche ideologischen Sichtweisen, sondern um wissenschaftliche Tatsachen.

Diese Zusammenhänge sollten wir Fleischesser uns alle klar machen. Und lieber bewusst gutes und nachhaltiger produziertes Fleisch und dafür weniger davon essen. Ist gesünder: für jede/n einzelnen von uns - und für Umwelt und Tiere dazu.
 
  • #24
@#22: Habe ich mich missverständlich ausgedrückt? Nicht ich werte, sondern ich fühle mich bewertet. Dieses ewige Gelaber vom Gutmenschentum, von "ich handle ethisch" kann ich einfach nicht mehr hören, weil es nämlich eines immer aussagt und auch aussagen soll: "Ich handle ethischer als Du. Du handelst unethisch, wenn Du Fleisch isst." -- Und ja, fast ausnahmslos sind Vegetarier so drauf. Wer einfach nur wenig Fleisch ist, der nennt sich nicht Vegetarier, der hat auch nichts gegen eine Rinderbouillon und der ist auch nicht ideologisch überfrachtet, sondern isst einfach weniger Fleisch. So entspannt Menschen gibt es und die fallen mir vielleicht auch weniger auf. Aber jene, die sich Vegetarier nennen, die sind fast ausnahmslos so wie beschrieben.
 
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  • #25
Also diese Paranoia, was die meisten Fleischesser bei Vegetariern haben, ist für mich wirklich ein Rätsel. Und bei solchen Vorurteilen "sie missionieren ausnahmslos" kann ich nur den Kopf schütteln. Es gibt noch viel mehr Fleischesser, die ständig missionieren. Sobald man irgendwo erwähnt, dass man Vegetarier ist, kommt fast mit 100%-er Wahrscheinlichkeit das Argument: "Menschen sind aber Fleischesser! Anders hätten es unsere Vorfahren nicht überlebt!!..." usw. Ist mir doch egal, was diese ganzen Urmenschen zum Überleben brauchten! Wir leben im 21. Jahrhundert und da muss ich persönlich kein Fleisch essen um zu überleben.;) Ich empfinde es einfach als unnatürlich, Tiere zu essen, kann aber problemlos damit leben, dass für die meisten es normal ist. Also verstehe ich die ganzen aggressiven Äußerungen aus beiden Lagern überhaupt nicht.

Gesundheitlich geht's mir übrigens sehr gut, ich habe absolut keine Mangelerscheinungen und das ohne irgendwelche Ausgleichpräparate. Hab ganz sicher noch nie missioniert, nicht mal bei meinem eigenen Kind.

In meinem Bekanntenkreis gibt es keinen einzigen Vegetarier und trotzdem kommen alle sehr gerne zu mir zum Essen. Ich koche eigentlich nur vegetarisch, kaufe aber meistens zusätzlich ein paar Kleinigkeiten aus Fleisch&Fisch: z. B. Würstchen für Kinder oder Lachs für Erwachsene. Mit rohem Fleisch hätte ich aber schon meine Probleme;), deshalb könnte ich das auch nicht zubereiten.

Einen Vorurteil habe ich aber auch: Männer, die kein Fleisch essen, sind mir eindeutig nicht männlich genug. Aber da ich eine recht attraktive Frau bin, sind die meisten Fleischesser gerne bereit, meine "komplizierten" Ernährungsgewohnheiten zu akzeptieren.

w, 39
 
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  • #26
Abschrecken nicht, vorrausgesetzt die Person geht damit nicht hausieren oder hält Vorträge. Aber das ist immer so, auch Sport-, Öko- und was weiß ich was für Freaks können nerven. Frauen essen von Natur aus sowieso weniger Fleisch und das stört mich ja auch nicht, nur weil ich es im größeren Maße konsumiere. Jedem das seine aber ich könnt nicht ohne, da würde es mich auch nicht stören 5 Jahre früher zu sterben (wenn dem denn so wäre), bei Lebenszeit geht Qualität über Quantität.
 
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  • #27
Liebe Frederika, schalt doch mal bitte ein paar Gänge runter. Wenn DU die Tatsache, dass jemand kein Fleisch isst, ständig als Vorwurf empfindest, heißt doch lange nicht, dass jeder Vegetarier dir etwas mit seiner Lebensweise vorwirft. Ich habe aber schon sehr oft auch schlimmere Reaktionen erlebt, über die ich mich nur wundern konnte. Es reicht manchmal einfach nur absolut neutral zu erwähnen "ich esse kein Fleisch" und schon fühlen sich einige total angegriffen.

Ok, einige Vegetarier meinen, dass sie ethischer leben als Fleischesser, aber nicht weniger Fleischesser sind z. B. felsenfest davon überzeugt, dass nur sie richtige Genießer sind und wirklich Spaß am Leben haben können, und die ganzen Vegetarier gehen höchstens irgendwelche Bäume umarmen, wenn sie Sex wollen, und ernähren sich ausschließlich von faden, aber glücklichen Grashalmen...

Also am besten nicht alles so persönlich nehmen!

w,39

<MOD: Bitte Emoticons sparsam verwenden!>
 
  • #28
@#26: Keine Bange, ich bin ganz ruhig und sehe das ganz realistisch. Ich spreche nicht von Aussagen a la "Ich esse kein Fleisch." sondern von Aussagen, wie sie auch hier immer schnell von Vegetariern kommen, nämlich "aus ethischen Gründen". Mich wundert, wie Du das missverstehen kannst.
 
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  • #29
@Frederika,
ich habe dich schon richtig verstanden. Ich wollte nur sagen: Es gibt trotzdem keinen Grund, alles so persönlich zu nehmen und gleich als Angriff zu empfinden. Es es gibt sowohl schlimme und nervige Vegetarier als auch genauso schlimme Fleischesser.
 
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  • #30
Vielen Dank für den Hinweis mit dem Welt Vegetarier Tag, wusste nicht, dass es den gibt. Finde das gut.

Ich selbst bin äußerst tierlieb, habe seit langem deshalb konsequent meinen Fleisch-/Wurstkonsum drastisch reduziert.

Nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil ich achtsam umgehe mit allem, was lebt. Ich töte auch keinen Spinnen, sondern trage sie raus. Ich gehe auch achtsam mit mir um, was bedeutet, dass ich mich damit befasse, was ich esse, wie es zubereitet wird, welche Nährwerte es liefert. In Folge ist es mir nicht egal, woher das Fleisch kommt, welches auf meinem Teller landet und kaufe konsequent nur dort ein, wo ich weiß, das Tier stand auf der Weide (überwiegend Biohof in der Nähe). Ich esse etwa 5 Mal die Woche vegetarisch und 2 Mal Fleisch, wobei das dann kein 200g Stück ist, sondern vielleicht nur ein Gericht, in dem sich ein bisschen angebratener Speck befindet. Im Sommer zur Grillzeit ist es mal etwas mehr, wobei bei mir eine üppige Salatbeilage, ein gegrillter Maiskolben oder ein Gemüsespieß auch gerne genommen wird und damit naturgemäß den Fleischkonsum reduziert:

Ich tue das a) für mich, weil ich Fleisch mit Herkunft Massentierhaltung nicht genießen könnte. Und um den Genuß geht es doch hier einigen. Vielleicht stellt ihr euch einfach mal vor, dass es Menschen gibt, die das alte Grausen bekommen, wenn sie sich vorstellen, WIE ihr Steak auf den Teller gelangt ist und was es zu Lebzeiten durchgemacht hat.

Ich tue das b) für die Tiere, genauso, wie ich selbstverständlich seit 30 Jahren Eier aus der Freilandhaltung kaufe und die aus der Käfighaltung boykottiere. Es ist mir völlig unverständlich, wie überhaupt irgend jemand zu einem Käfigei greift, mir persönlich ist schon Bodenhaltung zu wenig. Käfigeier hat nicht mal mein bester Freund in Zeiten seiner Insolvenz auf Hartz IV Niveau gekauft.Warum Fleisch so gedankenlos irgendwo gekauft wird, ist mir schon jahrelang ein Rätsel.

Für mich kommt nur ein Mann in Frage, der sein Fleisch nicht vakuumverpackt aus dem Supermarkt kauft, oder nur dann zufrieden ist, wenn der Teller voller Fleisch ist (also nicht auch mal ein vegetarisches Gericht zu schätzen weiß), oder das Spiel der Fleischmafia mitspielt um seinen Geldbeutel zu schonen, obwohl er weiß, wie dahinter Tire gequält werden. Und wer wollte ernsthaft behaupten, das nicht zu wissen.

Ob er Vegetarier ist, oder bewusst und damit in Folge moderat Fleisch isst, ist mir völlig egal. Es ist mir auch egal, wenn mein Partner bei einem Grillabend oder einer Einladung mehr Fleisch isst, als ich, das ist nämlich nicht der Punkt (der mit dem vermiesen). Auch bei mir gab es Silvester ein Fondue.

Zur Aussage, dass Vegetarier überwiegend missionieren: Mein Arbeitskollege ist seit 25 Jahren Vegetarier (er hatte mal was mit einem Tiertransport zu tun). er hat noch nie jemanden missioniert. Immer wieder gibt jemand in der Firma was aus /Einstand, Geburtstag ..). immer mal wieder gibt es ein Weißwurstfrühstück. Und immer wieder wird vergessen, dass er überhaupt kein Fleisch isst. Will sagen, der missioniert so wenig, nämlich gar nicht, dass auch Kollegen, die ihn 10 Jahre kennen noch nicht mal abgespeichert haben, dass der Mann Vegetarier ist. Im Übrigen kenne ich wesentlich mehr Vegetarier, als das stastische Mittel. Ich schätze, es sind 7% der Menschen, die ich persönlich kenne. Es ist also ein bestimmter Geist, der in den Vegetariern und Bewusst-wenig-Fleisch-Essern tickt, sie finden irgendwie zusammen. Ich finde diesen Menschenschlag sympathischer, als den "im Geiste wegsehenden" durchschnittlichen deutschen Fleischkonsumenten.

w/48
 
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