• #1

Welche Rolle spielen politische Einstellungen?

Liebe Forengemeinde,

das Thema Flucht und Migration bewegt uns alle in dieser Zeit - mal sind wir ganz akut damit in Berührung, mal bilden wir uns einfach eine politische Meinung dazu.

Ich empfinde, dass gerade dies Thema sehr weit in persönliche Beziehungen hineinreicht. Auch sind die "Fronten" innerhalb dieses Themas härter geworden. Es ist mir in den letzten Monaten nicht nur einmal passiert, dass mir vertraute Menschen plötzlich Dinge dazu geäußert haben, die mich entsetzten.

Wie haltet ihr es beim Daten?
Was würdet ihr tun, wenn euer Date eine tagespolitische Äußerung macht, die so gar nicht euer eigenen Überzeugung entspricht?
Muss man politisch möglichst aus einer ähnlichen RIchtung kommen, um ganz zu harmonieren?
Scheiden sich an dem Flüchtlingsthema die Geister - auch die Geister einer möglichen neuen Liebe?

Ich denke, wir tun uns hier einen Gefallen, wenn wir nicht diese Frage politisch diskutieren (ist ja nicht Sinn dieses Forums), sondern das Thema "Politische Einstellungen" eines möglichen Partners. Danke!
 
  • #2
Ich glaube nicht dass die politische Einstellung wichtig ist, sondern generell die Einstellung zu anderen Menschen. Wenn bei einem Date menschen verachtende Äußerungen kommen dann muss ich schon schwer schlucken und zu einem zweiten Date wird es wohl nicht mehr kommen.

w(28)
 
  • #3
Wie haltet ihr es beim Daten?
Was würdet ihr tun, wenn euer Date eine tagespolitische Äußerung macht, die so gar nicht euer eigenen Überzeugung entspricht?
Muss man politisch möglichst aus einer ähnlichen RIchtung kommen, um ganz zu harmonieren?
Scheiden sich an dem Flüchtlingsthema die Geister - auch die Geister einer möglichen neuen Liebe?
Ist ziemlich einfach - wer zu weit von meinen politischen Überzeugungen weg ist oder zu einer extremen Einstellung neigt, egal ob rechts, links, feministisch, vegan oder religiös der hat bei mir keine Chance.
Gerade beim Thema Flüchtlinge zeigt sich der Charakter der Person, da ich Nachplapperer nicht leiden kann. Wenn eine fundierte und auf Fakten (d.h. aus Primärliteratur) basierende Meinung steht, dann ist das selbst dann besser wenn sie von meiner eigenen abweicht als wenn ich jemanden kennen lerne der vielleicht eine ähnliche Meinung wie ich vertritt, diese aber nicht begründen kann oder diese auf Fehlannahmen beruhen.
 
  • #4
Politische Einstellungen gehen ja einher mit weltanschaulichen Einstellungen, mit Einstellungen zum Leben allgemein. Wenn zwei Partner politisch sehr unterschiedlicher Meinung sind, dann haben sie also nicht nur verschiedene politische Meinungen, sondern driften auch in weltanschaulichen Fragen auseinander. Das wiederum ist keine gute Grundlage für eine Beziehung. Bedeutet aber auch nicht, dass eine Beziehung nicht möglich ist.
Plakativ formuliert: Der typische BWL-Student (CDU-Wähler) und die typische Sozialpädagogin (Grüne-Wählerin) finden wohl eher seltener Gefallen aneinander. Nicht weil sie politisch unterschiedlicher Meinung sind, sondern weil ihre Weltanschauung und ihre Lebensphilosophie differieren.
Ich glaube, dass man idealerweise einigermaßen ähnlich ticken sollte bei politisch-gesellschaftlichen Themen.
 
  • #5
Es kommt, glaube ich, darauf an wie wichtig die politsche Einstellung für jeden einzelnen ist. Ich hatte jedenfalls teilweise völlig andere politische Ansichten als meine Partnerin. Da wir aber beide politisch nicht allzu aktiv waren, hat sich das meist nur in der Form bemerkbar gemacht, daß wir unser Kreuz am Wahltag an verschiedenen Stellen gemacht haben. Schwieriger wird es, wenn beide sehr stark engagiert sind und auch kompromisslos ihren Standpunkt im Alltag vertreten. Ein guter Demokrat sollte eigentlich mit anderen Meinungen umgehen können, insbesondere mit der des Partners. Denn eines ist sicher - es gibt zu jedem Thema so viele Meinungen, wie es Menschen gibt.
 
  • #6
Gerade beim Thema Flüchtlinge geht es für mich weniger um Politik, als um Herzenswärme, der Fähigkeit der Toleranz, Neugierde auf Andersartiges. Wenn da keine Übereinstimmung da ist, würde sich das selbstverständlich auf das Daten auswirken. Schneller kann man ja einen Charakter nicht erkennen, als bei einem solch schwierigen Thema, nicht wahr...
 
  • #7
Liebe FS,

ich bin in meinem Leben sehr oft mit unterschiedlichen Meinungsgeistern zusammengekommen. Mein verstorbener Mann war ein Kontrastprogramm und wir haben dennoch geheiratet. Ich frage immer sehr genau nach, wie der-, oder diejenige zu ihrer Meinung gekommen ist und beobachte sehr genau das Verhalten dieser Menschen im alltäglichen Leben. Meinungen sind abhängig von Gefühlszuständen und können sich verändern, sind in Bewegung. Aktuell sitzt vielen Menschen die Angst im Nacken und ich kann verstehen, dass da die Gemüter auch mal in ganz andere Richtungen denken.
Mich würde das auch bei einem Kennenlernen nicht beeinflussen, es sei denn, es handelt sich um einen unbeherrschten Mann, der wild gestikulierend und lautstark seine Meinung vertritt.
 
  • #8
Hallo Freyfrau,

ich denke, und erlebe es so, dass wenn zwei Menschen, grundsätzlich die selben Werte im Leben als voneinander unabhängiges, individuelles "Lebens-Fundament" haben, es zum einen auch erst dann zu einer wirklich tragfähigen langfristigen Liebesbeziehung kommen kann, und sie dann auch in ihrer politischen Meinung und Sichtweise nicht Welten voneinander entfernt sind. Es mag dann sicherlich noch Feinheiten und Abstufungen und persönliche "Färbungen" geben, die ich aber nicht relevant für das Glück einer Beziehung halte. Liebende sollten sicherlich u.a. durch gemeinsame Weltanschauung "seelenverwandt" sein, und sind es i.d.R. ja auch, müssen imho aber dennoch nicht bei jedem möglichen Thema "siamesische Zwillinge" sein, salopp gesagt... eine enge Beziehung hält auch kleinere Abweichungen in der Denkweise aus.
 
  • #9
Mein Exmann und ich haben uns bei Wahlen immer aufgehoben. Er schwarzgelb ich rotgrün.
Das hat unsere Beziehung nie beeinträchtigt, obwohl mir die Gedanken der FDP nie nahe waren und ich sie nicht mochte.

Ich bin da "recht" großzügig - allerdings bin ich bei einem Pegida Befürworter (die gibt rund um Berlin en masse) und AfD Wähler aufgestanden und gegangen. Das geht gar nicht bei mir.
Und das würde ich au8ch wieder tun.
Gedankengut, welches in die Nazirichtung weist wird von mir komplett bereits im Ansatz abgelehnt.
 
  • #10
Es ist mir in den letzten Monaten nicht nur einmal passiert, dass mir vertraute Menschen plötzlich Dinge dazu geäußert haben, die mich entsetzten.

Auch mir ging/geht es so, dass im Familien,-Freundes- und Bekanntenkreis manchmal Sätze und moralische Dinge zu dieser Thematik los gelassen werden, die den demokratischen Durchschnittsmenschen von 2016 zum fremdschämen zwingen. Da ich politisch gesehen klar links motiviert bin käme für mich auch in Sachen Partnerschaft nichts anderes in Frage. Ich hatte schon den ein oder anderen Mann kennengelernt der mir sehr sympatisch war wo sich dann nach kurzer Zeit heraus stellte, dass derjenige entweder Pegida Anhänger war oder "unpolitisch" mit klaren Äußerungen die sich am rechten Rand orientieren und das ist für mich indiskutabel und macht auch den ganzen Menschen für mich unattraktiv... abstoßend. Über eine mögliche Partnerschaft denke ich da nicht mehr nach, diesbezüglich ziehe ich eine null Toleranz Grenze.
 
  • #11
Es kommt auf die Gesamthaltung und Einstellung in Sachen gesellschaftliche Haltung, Soziale Einstellung, Wertvorstellungen usw an, nicht auf die persönliche Meinungen zu einzelnen aktuellen politischen Situationen.

Bei den grundsätzlichen Wertvorstellungen sollte das Paar möglichst in eine Richtung schauen. Die Vorstellungen müssen sich aber nicht genau decken.

Wenn die grundsätzliche Haltung stimmt, würde ich es meinem Gegenüber mit einer anderen Meinung zu tagespolitischen Ereignissen oder einzelnen Teilaspekten erlauben, über meine Haltung nachzudenken und schließlich zur richtigen, nämlich meiner Meinung zu kommen. ;-)
 
  • #12
Es darf schon jeder eine eigene Meinung haben und ich kann natürlich damit leben, wenn auch sehr nahestehende Menschen komplett andere Meinungen haben als ich. Wichtig ist mir: Wie werden Meinungen begründet? Wird differenziert? Wie wird formuliert? Und: Darf ich meine Meinung äußern, ohne dass dies übel genommen wird - bekomme ich auch dafür ein gewisses Verständnis und Toleranz? Also das sind die Punkte, die mir dabei wirklich wichtig sind, nicht die abweichenden Meinungen an sich, die sind nicht das Problem.
 
G

Ga_ui

Gast
  • #13
Ich habe das Gefühl, die meisten Menschen brauchen einen Ja- und Amensager. Es ist total unwichtig, welche Meinung jemand vertritt, Freundschaft oder Partnerschaft definiert sich dadurch, ob man dem anderen auch seine Meinung lassen kann, auch wenn man mal überhaupt nicht damit konform geht. Einfacher gesagt als getan, gerade wenn es um extreme Sachen geht.

Durch die derzeitige Politik habe ich mich auch von vielen naiven und blinden Menschen getrennt, es war mir einfach zu viel Dummheit und mittelalteriches Denken auf einem Haufen. Das hat sich irgendwie auch auf alltägliche Dinge übertragen.
 
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  • #14
Auch mir ging/geht es so, dass im Familien,-Freundes- und Bekanntenkreis manchmal Sätze und moralische Dinge zu dieser Thematik los gelassen werden, die den demokratischen Durchschnittsmenschen von 2016 zum fremdschämen zwingen. Da ich politisch gesehen klar links motiviert bin käme für mich auch in Sachen Partnerschaft nichts anderes in Frage. Ich hatte schon den ein oder anderen Mann kennengelernt der mir sehr sympatisch war wo sich dann nach kurzer Zeit heraus stellte, dass derjenige entweder Pegida Anhänger war oder "unpolitisch" mit klaren Äußerungen die sich am rechten Rand orientieren und das ist für mich indiskutabel und macht auch den ganzen Menschen für mich unattraktiv... abstoßend. Über eine mögliche Partnerschaft denke ich da nicht mehr nach, diesbezüglich ziehe ich eine null Toleranz Grenze.

Ganz genau so unterschreibe ich das. Ich würde nicht anders handeln, liebe FS.
An der politischen Ausrichtung erkennt man, welch Geistes Kind die Menschen sind. Und das ist mir sehr wichtig. Wer nicht wertemäßig zu mir passt, der kriegt keine Chance. Dementprechend wählt man sich doch meistens auch seine Freunde aus. Außer man ist-wie man so schön sagt - unpolitisch.
 
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  • #15
Interessante Frage. Ich habe mich ebenfalls kürzlich damit beschäftigt, da ich vor ein paar Wochen jemanden kennengelernt habe, mit dem ich mich in vielen Bereichen sehr gut verstehe und mit dem ich mir eine Beziehung vorstellen kann. Ich selbst interessiere mich für das Thema sehr und bin darin recht informiert. Ich mag diese politische Stimmungsmache und die Vermischung von Fakten und Schüren von Ängsten überhaupt nicht und kann da gut unterscheiden. Vielen Leuten, auch meiner Bekanntschaft, fehlt da eindeutig Wissen. Da er aber so ein total sympathischer Mensch ist und er viele tolle Eigenschaften hat, diskutiere ich über Politik mit Freunden, die sich so wie ich damit auseinander gesetzt haben und lasse es wenn ich mit ihm zusammen bin, auf sich beruhen. Nein, es stört mich nicht.
 
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  • #16
Es ist mir in den letzten Monaten nicht nur einmal passiert, dass mir vertraute Menschen plötzlich Dinge dazu geäußert haben, die mich entsetzten.
Mir auch !
Von einer Freundin mußte ich mich nach dem Aufbringen einiger Geduld trennen, das ist jetzt etwa ein halbes Jahr her und es ging um die Flüchtlinge.

Vor etwa 10 Jahren habe ich mal einen Osterbrunchtisch verlassen.
Das war bei meiner Mutter. Die hat einen Ehemann und der hat eine rechte und schlichtgestrickte Familie. Das wußte ich schon lange, aber an diesem Tag war es hart und da blieb mir nichts übrig, obwohl meine Mutter mir leid tat.
Ich bin aufgestanden und habe gesagt, dass es unerträglich sei, solch braunen Dreck anhören zu müssen und dann bin ich gegangen.

Man MUSS das tun, denn nichtstun bedeutet gutheißen.

Wenn ein Datepartner sich menschenverachtend äußern würde, würde ich das Date abbrechen.

Ich bin sehr tolerant, jeder darf nach seiner Facon selig werden, Veganer oder Fruttarier sein, seine Katzen mit Globuli behandeln, den Mond ansingen oder bizarren Religionen wie dem Katholizismus frönen. Meinetwegen sogar einen heftigen Beruf haben, Prostituierte oder Lehrer o.ä., aber sogar meine Toleranz hat Grenzen. Ich will mit niemandem etwas zu tun haben, der Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion, Rasse etc. angreift oder verletzt.

Als potenziellen Schwiegersohn hätte ich fast jeden akzeptiert, einen Mann in meinem Alter oder ein Tumben, oder einen, der mir nur ans Kinn reicht, eine Frau, einen Schwarzen, Gelben oder Roten, einen mit fünf Kindern oder ohne Beruf, oder auch zweien für eine menage à trois...jedem hätte ich gerne einen Kaffee gemacht.
Aber keinem Braunen. Da brauche ich mir bei meiner Tochter aber auch keine Sorgen zu machen.

w 48
 
  • #17
Politische EInstellungen können durchaus verschieden sein und man kann dennoch miteinander leben.

Gängiges Problem dieses Forums: Sein und Schein werden schlecht auseinandergehalten.
Die offen kommunizierte , politische Meinung hat mit dem Lebensstil gänzlich wenig zu tun.
Bsp: die meisten sich selbst als besonders avantgardistisch sehenden Menschen wählen grün (z.B. viele Ärzte) und lesen die Zeit.
Dennoch sind die Kinder auf der Privatschule schön von den bildungspolitischen Intentionen dieser faktischen Wahlentscheidung abgeschirmt.
Wasser predigen und Wein trinken, sollte also beachtet werden.
 
D

Dagobert

Gast
  • #18
#9, Apfelwein
Es ist gleichgültig, ob jemand "Links" oder "Rechts" orientiert tickt. Beide Seiten sind gleich gut oder schlecht. Die Außenbereiche sind auf beiden Seiten gleich radikal und zu vermeiden. Siehe z.B. die linke RAF.

Der wesentliche Unterschied in der Gesinnung ist "Links: Die Gesellschaft ist mit all ihrer Kraft für das Wohl des Einzel-Individuums zuständig" und "Rechts: Das Einzel-Individuum ist mit all seiner Kraft für das Wohl der Gesellschaft zuständig".

Diese Ausrichtung wird sich auch im psychologischen Test hier niederschlagen, weil die Lebenseinstellung im Gesamten zu einer bestimmten Denkrichtung führen wird.

So gesehen ist es schon wichtig, dass Partner in ihrer Gesinnung zusammenpassen. Es ist ausgesprochen mühsam, miteinander zu debattieren, wenn einer kritisch zu massiver Zuwanderung steht und der Andere meint, man müsse alle hereinlassen, die es wollen.

Recht haben vermutlich beide und keiner wird den Anderen von seiner Meinung überzeugen können. Der Eine holt sich seine Meinung aus dem durchaus auch manipulierten Mainstream, der Andere aus alternativen Quellen. Jeder wird behaupten, dass die Quellen des Anderen purer Schwachsinn sind und der Andere wird dem wieder vehement Widersprechen.

Wozu also solche Debatten? In 1.000 Jahren steht unsere Zeit in den Geschichtsbüchern, wie die Zeit der punischen Kriege. Niemand weiß, was wirklich war und niemanden interessiert es tatsächlich, was und wie und warum es war. Es war halt einfach, irgendwie und muss so gelernt werden, wie es eine Gesellschaft mit ihrer Ideologie niedergeschrieben hat.
 
  • #19
Ich finde, dass eine gewisse Abweichung voneinander grundsätzlich spannend ist, zu viel davon aber schädlich ist. Meine no-gos sind z.B. die militanten Müsli-Frauen, von denen es in Hamburg Schanze nur so wimmelt... so hab ich auch einmal -als ich mein date in einem 'Refugees welcome'-Shirt dasitzen sah, direkt wieder umgedreht und bin gegangen.
 
  • #20
Ich will keinen Partner mit einer bestimmten politischen Einstellung, sondern jemanden, der einen ähnlichen Umgang mit politischen Themen hat wie ich.

Ich kann gar nicht mit Menschen, die zu allem und jedem was zu sagen haben und auf die "Meinungslosen" und "Unpolitischen" schimpfen. Den meisten von der Sorte fehlt in meinen Augen das nötige Reflexionsvermögen, um die Grenzen ihrer Urteilsfähigkeit zu erkennen bzw. die Komplexität vieler Themen zu erfassen. Wer halbwegs differenziert denkt, der kann sich bei den meisten Themen gar nicht festlegen, da so gut wie jedes Problem mehrere Seiten hat und jede Lösungsmöglichkeit Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Ich kann mir somit eine relativ große Bandbreite an - auch unpopulären - Meinungen wertungsfrei anhören, werde mich aber seltenst auf eine Seite schlagen. Zu den meisten politischen Fragen habe ich entweder eine ambivalente Einstellung oder gar keine - weil ich nicht genug darüber weiß, um mir ein Urteil anmaßen zu können.

Ich stehe auch dazu, dass mir bei manchen Themen (z.B. Euro-Krise) einfach die Lust zu einer näheren Auseinandersetzung fehlt. Das ist ein Thema, bei dem man nur mit solidischem finanzwirtschaftlichen Backgroundwissen wirklich mitreden kann - mir das anzueignen, wäre mir zu mühselig, also äußere ich mich gar nicht dazu. Wer mir das zum Vorwurf macht, passt halt nicht zu mir.

Für mich also einen der vielgescholtenen Unpolitischen und Meinungslosen, bitte.
 
  • #21
Ich bin Parteimitglied der AfD und meine Erwartung war zunächst auch, dass die Gesellschaft in der politischen Meinung vorwiegend in links/rechts gespalten ist. Tatsächlich war es aber in den Gesprächen - auch im Wahlkampf - so, dass die Unterschiede im Bildungs- und Diskussionsniveau sich wesentlich deutlicher auswirkten, als die politische Ausrichtung. Man kommt nämlich recht schnell darauf, dass ab einem gewissen Nivau Leute mit anderer politischer Einstellung nicht "böse" sind, sondern Argumente nur anders gewichten und Gründe für ihre Ansichten haben. Ebenso gibt es Menschen, die nur plump in Schubladen denken oder beleidigen/ausfallend werden. Mit denen erübrigt sich dann jede Diskussion.

Was die Partnersuche betrifft, finde ich unterschiedliche Ansichten ok, wenn sie auf einem gewissen Level des Respekts stattfinden. Zudem muss man manche Themen auch aus dem Alltag heraushalten und den Partner nicht damit nerven. Wer die offenen Grenzen nicht möchte, der wird auch nichts daran ändern, wenn er seinen Unmut beim Abendessen mit der Freundin herauslässt.

p.s. eigentlich erschreckend, dass dieses Thema nicht mal vor einer Partnerbörse halt macht.
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #22
Werte und soziale Kompetenz, die Einstellung zum Menschen ganz allgemein und das Gefühl für Recht und Mitgefühl, das muss mit meinem zusammenpassen. Sonst sperrt sich was in mir.
Mein geschiedener Mann war schwarz-gelb gepolt, ich selber rot-grün. Jetzt gibt er, der Ex, jungen Flüchtlingen an seinem Wohnort ehrenamtlich Unterricht in Deutsch! Mit den Jahren nimmt die "Altersweisheit" wahrscheinlich zu? :)
 
  • #23
Für mich also einen der vielgescholtenen Unpolitischen und Meinungslosen, bitte.
Für mich auch - sowie volle Zustimmung zu diesem Post!

Jegliches Interesse und Engagement - was über Grundkenntnisse des politischen Geschehens hinaus geht - wäre bei mir negativ belegt.

Es mag ja noch müßig sein, die Wahlprogramme der diversen Parteien zu Kenntnis zu nehmen - wer sich aber noch einen Funken Realismus bewahrt hat wird mir zustimmen, daß nach hin- und herkoalieren, Lobbyismus, internem Machtgezänk etc. unter dem Strich so gut wie kaum noch etwas davon übrig bleibt. Ich wage sogar zu behaupten: Wäre in der letzten Legislaturperiode die Opposition am Ruder gewesen, Unterschiede zu meinem heutigen Alltag müsste ich mit der Lupe suchen.

Von daher überlasse ich politische Diskussionen denjenigen, die sich (meistens mit gefährlichem Halbwissen ausgestattet) damit profilieren wollen. Mir persönlich ist mir meine Lebenszeit zu kostbar, um sie für "Stürme im Wasserglas" zu verschwenden.

Mein seliger Vater gab mir den guten Ratschlag mit, in Gesprächen mit anderen Menschen zwei Themen unbedingt zu vermeiden: Religion und Politik - beides sind irreale Felder, die (völlig unberechtigt) geeignet sind lebenslange Feindschaften hervorzurufen.

Für die ersten Dates füge ich noch eigenmächtig Sex und Ex dazu, erst danach sollten sie vorsichtig(!) angesprochen werden.
 
F

Fiona72

Gast
  • #24
Die politische Einstellung steht in der Regel für Werte und Denkmuster.

Ganz genauso ist es. Meine politischen Anschichten habe ich schon mit 16 oder 17 ihren Anfang erreicht.

Bei einem Date mit einem Pegida/AfD Sympathisanten wäre ich umgehend verschwunden

Darüber mache ich mir einer weniger Gedanken, da ich auch nicht in das Klischee dieser Anhänger gehöre. Ein großer Teil dieses Klientel würde auch auf die Straße gehen, wenn es gegen die Pinguine gehen würde. Man muss dies einfach nur denjenigen gut verkaufen und welchen Schaden die Pinguine der westlichen Welt anrichten.:)

Beim Thema Politik erkennt man auch wie interessiert diejenigen wirklich sind. Diejenigen, die 2010 noch unpolitisch waren, werden dies auch wieder 2020 sein. Das war dann nur ein kurzes Aufbäumen und man kann sich dann seine Welt schönreden, dass man etwas unternommen hatte. Ich nenne diese Menschen immer nur Wendehals und einen Wendehals möchte ich erst recht nicht als Partner.
 
  • #25
Es geht prinzipiell und generell um die Einstellung eines Menschen, wie ist er verkopft, wie groß (stark!) ist seine emotionale Intelligenz, das sind wichtige Punkte, um zu erkennen, passt es oder passt es eben nicht! Ohne eine entsprechende Authentizität, ohne eine entsprechende Aufrichtigkeit, ohne eine entsprechende Kompatibilität geht gar nichts!
 
  • #26
Einen Menschen nur aufgrund seiner vielleicht etwas anderen politischen Einstellung sofort zu verurteilen, und selbst wenn er einen sonst gefällt als möglichen Partner überhaupt nicht mehr in Betracht zu ziehen, finde ich sehr extrem. Und intolerant.
Würden Sie bei einem ausländischen/muslimischen Mann, der ihnen gefällt und z.B. extreme islamische Positionen vertritt, auch eine "null-Toleranz-Grenze" ziehen? Wohl kaum.....das würden sie wie die meisten linken Frauen dann als "andere Kultur" verteidigen, und wären der Meinung, "das bekomme ich schon hin".
 
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  • #27
Würden Sie bei einem ausländischen/muslimischen Mann, der ihnen gefällt und z.B. extreme islamische Positionen vertritt, auch eine "null-Toleranz-Grenze" ziehen? Wohl kaum.....

Ja würde ich! Aber Thorin denkt auch aufgrund von Annahmen und Spekulationen zu wissen welche Einstellungen ich verfolge. Hier muss nicht meine politische Einstellung diskutiert werden sondern es geht um Beziehungen und ob man sich diese vorstellen kann wenn der potentielle Partner andere politische Einstellungen vertritt. ICH würde damit nicht zurecht kommen, andere User dürfen natürlich eine andere Meinung vertreten.
 
  • #28
Ich bin Parteimitglied der AfD und meine Erwartung war zunächst auch, dass die Gesellschaft in der politischen Meinung vorwiegend in links/rechts gespalten ist. Tatsächlich war es aber in den Gesprächen - auch im Wahlkampf - so, dass die Unterschiede im Bildungs- und Diskussionsniveau sich wesentlich deutlicher auswirkten, als die politische Ausrichtung. Man kommt nämlich recht schnell darauf, dass ab einem gewissen Nivau Leute mit anderer politischer Einstellung nicht "böse" sind, sondern Argumente nur anders gewichten und Gründe für ihre Ansichten haben. Ebenso gibt es Menschen, die nur plump in Schubladen denken oder beleidigen/ausfallend werden. Mit denen erübrigt sich dann jede Diskussion.

Was die Partnersuche betrifft, finde ich unterschiedliche Ansichten ok, wenn sie auf einem gewissen Level des Respekts stattfinden. .
Ich muss dir hier absolut Recht geben. Egal ob tendenziell Rechts oder Links...viele meiner Bekannten, die ich als sehr gebildet bezeichnen würde, haben eine sehr differenzierte Ansicht in ihrer politischen Gesinnung. Kennen Fakten, durchdenken Vor- und Nachteile der Situation und erkennen das nicht alles Schwarz-Weiß gefärbt ist. Man kann mit beiden Seiten sinnvoll disskutieren, Theorien und Fakten erörtern. Es bleibt respektvoll.
Bei der "niederen" Bildungsschicht in meinem Bekannten und Arbeitsumfeld kommt es sofort zu beiderseitigen Beschimpfungen und Vorwürfen. Alle haben eine sehr enge, einseitige und vorgefertigte-avsolut gefestigte Meinung...ob es rechte Hassprediger oder Linke Wir -bezahlen-jedem-Alles-Schönredner sind.Die eine Seite will nicht die akuten Gefahren für Europa, die Gesellschaft und jeden einzelnen sehen und scheint taub beim Einwand zu sein, dass Deutschland nicht dass einzige sichere Land in Europa/Asien/Afrika ist. Die andere Seite sieht nicht, dass es tatsächlich Flüchtlinge gibt, die um ihr Leben bangen und das man hier einfach Menschlichkeit zeigen sollte.

Ich könnte in der Partnerschaft mit beiden Gesinnung umgehen, solange - wie eingangs von mir erwähnt, intelligent und differenziert die Problematik betrachtet wird. So wie man das nun einmal in der Wissenschaft macht. Einseitiges stupides Schwarzweissdenken liegt mir nicht.
 

Laleila

Cilia
  • #29
Für mich persönlich spielen politische Einstellung, Wertebilder und Lebensanschauungen eine bedeutende Rolle bei der Partnerwahl.
Man sollte diesbezüglich zumindest in eine Richtung schauen.
AfD-Wähler kämen für mich genauso wenig in Frage wie Mitglieder von Religionsgemeinschaften oder Anhänger von anderen spirituellen Weltanschauungen. Siehe Thema Astrologie im Nachbarthread.

Um jemanden zu lieben, muss ich ihn in seiner Gesamtheit respektieren können. Da ich auch sehr debattierfreudig bin, würden die Gefühle in holder Regelmäßigkeit einer unerträglichen Belastungsprobe gestellt werden.

Natürlich gibt es im Freundeskreis abweichende Meinungen (allerdings nicht in extremer Form) welche auch allgemein respektiert werden.

Aber mit denen muss ich auch nicht tagtäglich leben und lieben.
 
  • #30
Bei den grundsätzlichen Wertvorstellungen sollte das Paar möglichst in eine Richtung schauen. Die Vorstellungen müssen sich aber nicht genau decken.
Da stimme ich zu.
Mir ist wichtig, dass ich eine ähnliche Weltanschauung habe wie mein Partner. Dazu gehört Religion, Politik etc. (also die No-Go Themen von Dr. House)
Würden Sie bei einem ausländischen/muslimischen Mann, der ihnen gefällt und z.B. extreme islamische Positionen vertritt, auch eine "null-Toleranz-Grenze" ziehen? Wohl kaum.....
Oh doch, natürlich (oder war dieser Beitrag statt auf alle "linken" Frauen auf jemand Bestimmtes gemünzt?). Ich bin nicht nur links, sondern auch Atheistin. Das heisst nicht, dass ich einen Mann, der religiös ist, als Mitmenschen nicht respektieren kann. Bloss, dass ich mir sicher keine Partnerschaft mit Dauerstreit-Potential antue! Denn ich würde mich nicht seinem Glauben anpassen, dafür bin ich von meiner Haltung überzeugt genug (gilt für alle Religionen). Die unterschiedliche Nationalität wäre bei kompatibler Weltanschauung kein Problem, kleinere kulturelle Unterschiede kann ich verkraften - oder sogar wertschätzen.
 
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