• #31
Ich habe nicht studiert, um dann nur Teilzeit zu arbeiten.
Das ist in Ordnung. Wenn das aber alle so sehen, dann wird kein qualifizierter Mensch mehr für Kinder zu Hause bleiben.


Ja, das hat was mit Moral zu tun. Wer auf 80 % Arbeitszeit reduziert, sollte nur noch 70 % bezahlt werden.
Das ständige Moralisieren in unserer Gesellschaft geht mir auf den Geist. Meine Arbeitszeit hat mit Moral überhaupt nichts zu tun. Ich schade niemandem, wenn ich 50% arbeite, solange ich dafür keine Leistungen anderer in Anspruch nehme. Und wenn ich gar nicht mehr arbeite, geht das auch niemanden etwas an. Ich verurteile ja auch niemanden, der Überstunden macht.
 
  • #32
Diesen Beitrag kann ich nur absolut zustimmen!! Meine Eltern hatten sozusagen dieses Modell. Mein Vater war Lehrer, also Mittags zu Hause und meine Mutter ohnehin Hausfrau. Ich und meine Schwestern haben die ganze Jugend gedacht, dass so das Berufsleben läuft. Schön entspannt Mittags zu Hause und viel Freizeit. Und sind dann hart in der Realität gelandet mit dem Ergebnis, dass eine Schwester praktisch gar nicht arbeitet mit dem Argument, haben doch die Eltern auch nicht. Die andere Schwester schafft mit viel Wiederwillen so viel Stunden, dass es gerade so reicht. Bei jeder Überstunde bricht eine fast zusammen. Ich bin eine familiäre Ausnahme, aber für mich war es auch schwer einzusehen, dass das Leben kei Ponyhof ist. Im Nachhinein habe ich meine Eltern als faul und überhaupt nicht belastbar erlebt und habe mich immer gefragt, wie man das den Kindern vorleben kann.
Eine Grunschülerin ist ohnehon nicht mehr annähernd so betreuungsintensiv. Man sollte sich eingestehen, dass es lediglich um das mehr an Freizeit geht. Das ist ja auch in Ordnung. Wegen der Rente würde ich an Deiner Stelle auch aufstocken. Beim Partner würde ich die Notwendigkeit absolut nicht einsehen.
 
  • #33
Mein Vater war Lehrer, also Mittags zu Hause und meine Mutter ohnehin Hausfrau.
...Eltern als faul und überhaupt nicht belastbar erlebt ...
Ja, Du bist letztlich so aufgewachsen, wie das Menschen tun, die bei Eltern aufwachsen, die es sich mit H4 bequem machen. Ich war ein Weilchen Lehrer und habe erlebt, dass es solche faulen Lehrer gibt, die sich letztlich auf dem Rücken ihrer Kollegen ausruhen. Es sind die in allen Bereichen üblichen 10-15% de rMänner (deutlich mehr bei den Frauen, die sich ja "um ihre Kinder kümmern müssen), aber leider fallen sie ab Mittags auf und prägen so den Ruf eines ganzen Berufsstandes.
 
  • #34
Ich finde, das sollte jedes Paar machen, wie es möchte. Es sollte gesellschaftlichen Druck weder in die eine, noch in die andere Richtung geben. DANN wäre wirklich etwas gewonnen.
 
  • #35
Ich finde das Modell sehr gut & könnte mir auch gut vorstellen, das in Zukunft mit meinem Partner umzusetzen.
Ich kenne das Szenario, in dem der Vater ständig am Arbeiten ist & das Kind abends & morgens nur schlafend sieht. Sollte es sich finanziell gut ausgehen, fände ich es besser, beide haben Zeit sich um ihr Kind zu kümmern.

Ich habe nicht studiert, um dann nur Teilzeit zu arbeiten./QUOTE]
Ich als Frau habe auch nicht studiert, um dann Jahre lang mit Kind zu Hause zu sitzen, aber bekomme auch kein Kind um das dann Vollzeit von anderen Leuten betreuen & erziehen zu lassen.

Außerdem finde ich es wenig erwachsen, wenn Arbeit an persönlichem Stellenwert verliert und anderes wie Freizeit in den Vordergrund rückt
Wieso? Ich arbeite, um zu leben, nicht umgekehrt.
Arbeit ist für mich Mittel zum Zweck um genügend Geld zu verdienen, um damit nach meinen Vorstellungen leben zu können.
Das Leben besteht aus mehr als nur Arbeit.
 
T

ThePinkLady

  • #36
Frau Apfelbaum und Hasendomteuer, vielen Dank für eure Beiträge und eure Praxibeispiele. Auch vielen Dank an Lionne für ihre Verdeutlichung, wie sich die Spirale von wenig arbeitenden, nicht mit ihrem Leben klarkommenden und in der Zuviel-Zeit schädlichen Einfuss auf ihre Kinder ausübenden Eltern(teilen) von einer Generation auf die nächste überträgt.

Die FS sollte sich die vermeintliche Liebe ihres Mannes durch Finanzierung seines Nichtstuns nicht so unglücklich und würdelos erkaufen- es schadet auch nur, sich einen alterneden Menschen zu einem Faulpelz heranzuziehen.
Wie soll das denn laufen, wenn das Alter mit seinen Gebrechen mal wirklich anklopft, jeder Tag ein Kampf gegen den inneren Schweinehund und plötzlich niemand mehr da ist, der deinem verwöhnten Mann den Allerwertesten nachträgt? In Zeiten von Individualisierung, zunehmenden Kleinfamilien und unbezahlbarer Pflege sehe ich da sehr dunkle Zeiten auf die heutigen Ü50ger zukommen.

Mit dieser erkauften Zeit ohne jede Not läutest du außerdem den Anfang vom Ende zwischen euch und eurer Beziehung ein. Männer nehmen zwar im Regelfall gerne, hassen es aber, von einer Frau finanziell abhängig, "gekauft", oder ihr etwas schuldig zu sein. Hör dich doch einfach mal in deinem Umfeld oder Bekanntenkreis um, oder lies dich ein wenig durchs Internet oder von mir aus auch durch dieses Forum. Aber ich bin mir sicher, wenn du mal in einem ruhigen Moment wirklich tief in dich reinhörst, dann weißt du alle diese Dinge auch.
 
  • #37
Na, das ist ja mal eine sinnfreie Antwort! Wieso erkauft sich ein Partner beim anderen dessen Liebe dadurch, dass beide in gleichem Verhältnis sowohl für das Geld verdienen, als auch fürs Kind, den Haushaltskram, die Freizeitgestaltung und dergleichen da sind bzw. künftig da sein möchten? Mein Mann hat mich weder zu den 30 Wochenstunden gedrängt noch bin ich "würdelos" in meinem Handeln.
Wir sind übrigens beide Pendler und verbringen (leider) 45 Minuten pro Arbeitsstrecke auf der Autobahn bzw. im Zug. Das bedeutet: 1,5 Stunden Fahrzeit pro Tag. Von enorm viel Freizeit kann da eh nicht die Rede sein. Aber ich freu mich drauf, dass Papa und Sohn dann demnächst einfach mal die Zeit haben werden, um nachmittags noch mit dem Rad in den Wald zu fahren zum Stöcke schnitzen und "Steine übers Wasser flitschen"! Das war bisher unter der Woche i.d.R. nicht machbar, weil der Papa eben immer erst um 18.30 Uhr zuhause war! Zumal es für unseren Sohn jetzt immer wichtiger wird, den Papa mehr um sich zu haben - und das auch im Alltag: bei Schulaktivitäten, Arztbesuch, Treffen mit Freunden usw.
Die Teilzeit läuft übrigens festgelegt für 5 Jahre (seit 1.1.2019 gibt es diese "Brückenteilzeit"). Danach geht es wieder in die Vollzeit - und wir schauen mal, was danach kommt!
 
  • #38
Die Teilzeit läuft übrigens festgelegt für 5 Jahre (seit 1.1.2019 gibt es diese "Brückenteilzeit"). Danach geht es wieder in die Vollzeit - und wir schauen mal, was danach kommt!
Liebe FS, ich finde es klasse, was ihr vorhabt :). Sowas hätte ich mir damals gewünscht, als meine Kinder klein waren ...

Manche Beiträge hier habe ich mit großem Erstaunen und Amüsement gelesen. Wie verbittert muss man sein, einem Vater nicht die Teilzeitmöglichkeit zu gönnen und zu hetzen, dass die Frau "zu viel" arbeiten "muss" ...
Gleiches Recht für alle. Und wenn ihr dann beide noch so viel Fahrzeit habt, bleibt da wohl nicht so viel mehr freie Zeit über, wie hier manche denken.
 
  • #39
Die FS sollte sich die vermeintliche Liebe ihres Mannes durch Finanzierung seines Nichtstuns nicht so unglücklich und würdelos erkaufen- es schadet auch nur, sich einen alterneden Menschen zu einem Faulpelz heranzuziehen.
Übersetzt für alle Männer, die eine Frau haben, die weniger arbeitet und sich um den Haushalt kümmert: Da wird vermeintliche Liebe durch Finanzierung des Nichtstuns unglücklich und würdelos erkauft und ein Faulpelz herangezogen.

Ich kann hier manchmal nur den Kopf schütteln. Frau meint, er müsse Vollzeit arbeiten, sie zu Hause bleiben und sich um das Kind kümmern, bis sie dann leider aufgrund Alters keine Chance mehr hat, wieder "richtig" in den Beruf einzusteigen? Gut, frau kann dieser Meinung sein. Aber irgendwie ist das dann nicht mal mehr das Weltbild meiner Oma, sondern noch das einer Generation davor. Da hatten manche Männer tatsächlich den Eindruck, die Frau sei nutzlos und faul zu Hause, während sie schuften und sich vermeintlich damit was erkaufen...
 
  • #40
Das Teilzeitmodell ist toll, wenn die Kinder klein sind. Man sollte aber nie aus den Augen verlieren, was passiert, wenn man bei diesem Modell bleibt. Im Trennungsfall wird jeder ein Fall für die Altersarmut. Mit 30 Wochenstunden kannst Du ohne eine vernünftige Betriebsrente im Alter praktisch einpacken. Ich frage mich immer öfter, ob überhaupt in die Zukunft gedacht wird was das betrifft? Dabei ist das doch ein Riesenthema! Und ich bleibe bei meinen "Vorbildeltern" des Teilzeitmodells: schlimmer geht´s nicht, falls man die Kinder auf das Arbeitsleben "vorbereiten" möchte. Dabei war ja sogar noch der Klopper, dass wir bzgl. der schulischen Leistungen total gedrillt wurden. Nur bringt das nichts, wenn ich meinen Kindern keine Belastbarkeit und kein berufliches Engagement vorlebe. Klar ist mein Papa mit mir durch die Wälder getobt und was weiß ich noch alles. Aber das ist der Ponyhof, der schneller vorbei geht als man gucken kann. Und dann guckt man als Kinde ziemlich dumm aus der Wäsche, wenn man feststellt, dass das Leben so gar nicht läuft. Nicht annähernd. Leben ist Kampf und Leistung. Spielt man da nicht mit, muss man sich eben von Mann oder Frau finanzieren lassen und beten, dass es keine Trennung gibt. Oder im Lotto gewinnen. Bei beidem braucht man verdammt viel Gück!
 
  • #41
Leben ist Kampf und Leistung. Spielt man da nicht mit, muss man sich eben von Mann oder Frau finanzieren lassen und beten, dass es keine Trennung gibt. Oder im Lotto gewinnen. Bei beidem braucht man verdammt viel Gück!
Wenn dein Leben Kampf und Leistung sein muss, ist das deine eigene Entscheidung.
Und anstatt zu beten, dass es keine Trennung gibt oder auf Lottogewinn zu hoffen, kann man auch ein genügsames Leben führen und auf unnötigen Luxus und Statussymbole verzichten.
Es gibt Menschen, die können das, ohne in Verzweiflung darüber zu verfallen, was sie alles nicht haben.

Ich habe mich von meinem Gutverdiener-Mann getrennt, lebe von Mindestlohn, begnüge mich mit dem, was möglich ist und bin tausendmal glücklicher als vorher.
 
  • #42
Im Trennungsfall wird jeder ein Fall für die Altersarmut. Mit 30 Wochenstunden kannst Du ohne eine vernünftige Betriebsrente im Alter praktisch einpacken.
Bei der bisherigen Stundenverteilung der beiden sieht es dann aber auch nicht besser aus, je nach Einkommen. Kritisch wird es in erster Linie dann, wenn sie sich trennen.
Auf der anderen Seite ist das ewige Leben "für später" auch nicht unbedingt ein tolles Lebensmodell. Vielleicht haben die beiden irgendwann ihr Haus abbezahlt und wohnen mietfrei? Oder bekommen im Trennungsfall jeder ein nettes Sümmchen, das im Alter unterstützt?
Du hast grundsätzlich Recht, dass man das mit einbeziehen muss. Das Hauptrisiko dafür sind aber Kinder und die damit verbundene geringere Arbeitszeit in Summe.