• #1

Welche Kompromisse seid ihr eingegangen?

inspiriert von einigen anderen Fragen zur letzten Zeit, möchte ich gerne die glücklich vergebenen fragen:
Wenn ihr heute an eure Vorstellungen (gerne hier Kriterienkatalog o.ä. genannt) denkt, wie sieht es heute mit eurem Partner aus? Wie viele Kompromisse seid ihr eingegangen? Was war im Nachhinein gar nicht schlimm? unwichtig?
Ich lese hier oft (von beiden Geschlechtern!) völlig utopische Listen: hattet ihr die auch? seid ihr abgewichen oder seid ihr von Anfang an flexibler gewesen?
Hatte jemand mit extrem engen Kriterien Erfolg bei der Partnersuche?
Hat jemand den perfekten Partner ohne Abstriche?

Ich bin glücklich verheiratet - hätte meinen Mann aber auf dem Papier sicher abgelehnt. Er ist 4 Jahre jünger (was will der von mir? der meint es nicht ernst, der will sich austoben usw) - einen jüngeren Mann hätte ich nie auf dem Radar gehabt, aber das ist mir heute egal und fällt im Alltag nicht auf. Er ist Triathlet - einen Extremsportler hätte ich auch nie als Partner ernsthaft in Betracht gezogen (viele Nachteile, was Zeiteinteilung, Urlaube, Lebensstil usw betrifft) - das empfinde ich auch heute noch als Kompromis.
 
  • #2
Ich hatte keine besonders hohen Ansprüche, wie ich finde.
- mein Freund ist nicht der Allerschönste, aber ich auch nicht und mir reicht es, dass er mir gefällt. Ich sehe ihn immer noch an und empfinde dabei liebevolle Wärme. Eine 'Freundin' fragte mich mal ganz am Anfang, was ich denn mit dem wolle. Das habe ich mir verbeten.
- mein Freund hat nur einen einfachen Universitätsabschluß, ist nicht ehrgeizig, geht lieber früh nach Hause und werkelt an seinem Haus und seinen Oldtimern. Er verdient deutlich weniger als ich und er ist völlig unbekannt, aber das alles ist mir alles wurscht, Hauptsache, er ist glücklich.
- er hat eine Katze und ich eine leichte Katzenallergie. Das ist aber nicht so schlimm, ich darf nur nichts anfassen, was die Katze berührt hat, das läßt sich machen.

Alles andere, insbesondere seine Art, mit mir umzugehen, ist einfach nur toll.
Er ist sehr treu und loyal, schmusig und anhänglich.
Er klammert nicht und hat viele eigene Interessen und soziale Kontakte.
Er ist groß, breit mit Bäuchlein.
Er ist so alt wie ich.
Er hat keine Kinder.
Er wohnt in der Nähe.
Er will eine LAT-Beziehung.
Das sind Dinge, die mir wichtig sind und die ich nicht unbescheiden finde.
Ich bin also keine Kompromisse eingegangen.

Ach doch, eins fällt mir ein: Ich bin kein Freund seines Humors. Seine Kalauer sind für mich schwer erträglich, aber wir haben einen Weg gefunden: ich kommentiere das grob und das hält er aus, weil er weiß, dass ich ihn lieb habe.

w 49
 
T

Toi et moi

  • #3
Man geht nur Kompromisse ein, wenn man eine andere Wahl hätte. Wenn Du aber jemanden liebst, dann ist doch egal wie alt er ist, Du würdest barfuß durch die Wüste gehen, würdest die Sterne vom Himmel holen wollen, alles wegschmeißen, alles los werden wollen, nur damit du deinen Partner glücklich machen kannst, damit er deins ist und du würdest all das nicht als Kompromiss sehen sondern als die Notwendigkeit.
 
  • #4
Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich bisher bei jedem Partner Abstriche gemacht, die sich dann aber durch die Verliebtheit relativiert hatten. Der erste war nicht wirklich mein Typ, der zweite war mir eigentlich zu alt und hatte zu viele Altlasten, und der andere zu gutaussehend im Sinne von "Schönheit" nicht "Attaktivität". Ich finde mich selbst auch sehr hübsch, aber ich wäre eigentlich gerne immer die hübschere in der Beziehung gewesen.
Bisher bin ich mit Letzterem aber noch nicht auf die Nase gefallen, also kann es wohl auch gut gehen.
"Zu alt" als Kriterium jedoch ist im Nachhinein etwas, das ich jetzt nicht mehr ignorieren würde. Vor allem jetzt, nachdem wir getrennt sind und man sich nur noch einmal jährlich zufällig sieht, wird das umso evidenter, dass das langfristig doch nicht gepasst hätte. Da hätte ich mal besser auf mein Umfeld gehört und wäre keinen Kompromiss eingegangen. Als Lebensabschnittsphase war es aber in Ordnung. Vielleicht fallen Kompromisse da weniger ins Gewicht.
 
  • #5
Ich lese hier oft (von beiden Geschlechtern!) völlig utopische Listen..
Ich finde nicht dass die so utopisch sind, was die einzelnen Kriterien angeht. In Summe, also Erfüllung aller Kriterien, natürlich teilweise schon. Außerdem ändern sich Kriterien mit zunehmender Lebenserfahrung. Ich versuchs mal konkret anhand meiner Liste (im Parallelthread) bezogen auf die letzten 3 Beziehungen (insgesamt letzte 15 Jahre, längerdauernde Beziehungen).

nicht zu vorlaut und nicht ständig antworten, wenn man nicht gefragt wird und alles besser wissen. Auch Dauerquasseln schreckt ab. -- immer erfüllt

- äußerlich attraktiv (subjektiv) --immer erfüllt
- schlank und sportlich (für mich auch ein Charaktermerkmal) -- 2/3 erfüllt (3. "normal" und nicht sportlich)
- passende Bildung und Beruf (solide Ausbildung oder aber Universitätsstudium, evt. mit Promotion, keine Therapeutin/Sozialpädagogin) -- 2/3 erfüllt, eine war Therapeutin ohne solide Ausbildung und ohne eigene Lebensfähigkeit, deshalb das Kriterium
- natürlich und unkompliziert -- immer erfüllt
- klar: psychisch gesund --2/3 erfüllt
- keine Essstörungen (Veganer, Laktoseintoleranz und andere Krankheiten) --immer erfüllt
- keine Beziehungsschäden mit darauf beruhendem generell negativen Männerbild (habe ich hier gelernt!) -- immer erfüllt
- passendes Alter (ca. -10/+2) --immer erfüllt
- selbstbewusst, aber nicht dominant --immer erfüllt
- gleiche grundsätzliche Lebenssicht --1/3 erfüllt (aber gelernt)
- Single (egal, ob nach Ehe geschieden oder nach Beziehung getrennt) 2/3 erfüllt (Scheidung läuft)
- Freundeskreis, der sie erkennbar wertschätzt --2/3 erfüllt
- möchte eine Beziehung -- immer erfüllt
- ist mit ihrem Leben zufrieden und ein eher positiv denkender Mensch -- immer erfüllt

Ich könnte noch ergänzen: keine pflegenintensiven Haustiere, keine Raucherin (immer erfüllt).

Du siehst, die meisten meiner Kriterien scheinen grundsätzlich zu passen und sind erfüllbar (ich finde sie jedenfalls nicht utopisch und es haben sich ja Frauen gefunden, also scheint auch mein "Marktwert" entsprechend zu sein), bei einzelnen habe ich erkannt, dass die Beziehung daran zerbricht und dazugelernt. Zwei Beziehungen habe ich beendet, auch weil ich erkannt habe, dass die Lebenssicht nicht passte. Die 3. Beziehung ist aktuell und passt ziemlich gut.

Es gibt viele "gute" Frauen.
 
  • #6
Kompromisse: sein online Spielen süß finden, obwohl ich vorher nicht wußte, daß das erwachsene Männer auch machen, nicht nur Teenies. Keine Filme in englischer Originalfassung anschaun können, weil er das nicht mag (versteht). Nicht wandern gehen können, weil er Rückenschmerzen kriegt.
Viele solche Sachen. Irgendwie tolerierbar, aber nach Ende der Beziehung wieder auf dem Standpunkt: das waren zu viele Kompromisse, ich habe auf viel zu viel verzichtet, was für mich Lebensqualität bedeutet.
 
  • #7
Wenn Du aber jemanden liebst, dann ist doch egal wie alt er ist, Du würdest barfuß durch die Wüste gehen, würdest die Sterne vom Himmel holen wollen, alles wegschmeißen, alles los werden wollen, nur damit du deinen Partner glücklich machen kannst
So sehe ich es auch. Etwas weniger pathetisch ausgedrückt: Wenn es grundsätzlich passt und man sich liebt, merkt man gar nicht, dass man Kompromisse macht. Da steckt mal der eine, mal der andere zurück, gleichermaßen, weil beide jeweils den anderen glücklich und zufrieden sehen wollen.

Zu Beginn einer Partnerschaft mache ich keine Kompromisse. Wenn mich trotz rosaroter Brille etwas stört, lasse ich mich nicht ein. Dann kann ich nicht lieben.

Ich war allerdings auch immer mal wieder länger und lang Single. Ich finde nicht, dass ich als Single weniger wert bin. Das vermitteln mir nur andere. Allerdings nicht solche Menschen, die für mich interessant sind.

"Resterampe" kommt in meinem Sprachgebrauch nicht vor. Ich wiederhole es höchstens, wenn ein anderer diesen Begriff in den Raum wirft.
 
  • #8
Kompromisse mache ich keine mehr - es passt oder nicht.

Aber was passt? Da ist die potentielle Bandbreite relativ weit - es gibt Kriterien, wie unverhandelbare Werte, Größe, Alter, Mindestmaß an Bildung, aber vieles ist im Realen verhandlungsfähig, teilweise absolut irrelevant.

Ich bin den Kompromiss eingegangen, trotz Ambivalenz im Gefühl weiter zu gehen, bereue es nicht, weil es sonst meine Kinder so nicht gäbe.
Aber ernsthaft hatten wir wohl nie eine Chance, soviel Kompromisse gibt es gar nicht, beidseitig.

Es passt oder nicht, meine Meinung, wenn es passt, finden sich die Wege Divergenzen zu lösen, wenn sie sich nicht finden gibt es zwar dann die Gründe, aber keine Wege aus der Situation.
 
  • #9
Ich lese hier oft (von beiden Geschlechtern!) völlig utopische Listen: hattet ihr die auch?
Ich war unendlich lange alleine mit den Kindern und bin, als die Beiden recht selbständig waren, ganz naiv und unbedarft auf die Suche gegangen.

Ich lernte einen sehr netten, anscheinend gut passenden Herren kennen, bei dem sich nach einigen Monaten herausstellte, dass er auf dem zwischenmenschlichen Auge völlig blind war. Er leistete sich unglaubliche Trampeleien ohne es zu bemerken, was mich nach einigen weiteren Monaten so sehr nervte, dass ich ein Gespräch führte und verschwand. Es ging ihm grottenschlecht.

Der nächste Mann hatte andere Abgründe, die ich nach etwa acht Monaten durchschaute - und leider nicht diskutabel fand. Wieder Drama.

Danach führte ich eine kurze, chaotische Fernbeziehung und definierte danach haarsträubende Kriterien, die etwa 98 %aller Männer ausschließen.

Ok, ich würde alleine bleiben, das war mir klar, und ich suchte deshalb nur noch völlig locker und entspannt. Tja, und dann lernte ich meinen Mann kennen.

Wir sprachen dieselbe Sprache und es war sehr, sehr schnell klar, dass es zwischen uns in ganz ungewöhnlichem Maße passt. Kompromisse? Keine Ahnung. Es wäre toll, wenn er ähnlich motorradbegeistert wäre wie ich - ich finde aber, dass er den schlechteren Teil hat, wenn er weiß, dass ich auf dem alten Geraffel mit vorsintflutlichen Bremsen unterwegs bin. Ist das dann ein Kompromiss? Vielleicht, wenn aber ein Mensch mich ansonsten einfach nur überzeugt, kann ich mit so etwas problemlos leben.
 
  • #10
Zugegeben, ich hatte auch so einige Ansprüche an den Mann mit dem ich leben wollte.

Optisch: über 190 groß, schlank, möglichst blaue oder blaugraue Augen, mittelblondes bis hellbraunes Haar, schmale lange Hände und schmale lange Füße (ab Schuhgröße 44), +/- 4 Jahre Altersunterschied.

Fähigkeiten: Akademiker und gleichzeitig Praktiker, handwerkliches Allroundtalent, Blitzdenker

Charakterlich: loyal, liebevoll, zuverlässig, treu, fürsorglich, zuverlässig, großzügig, tolerant, humorvoll

Interessen: Kunst, Kultur, Literatur, Politik, Philosophie, Psychologie

Soviel zum perfekten Traummann.
Mein Mann erfüllt, bis auf einige meiner bevorzugten Interessensgebiete fast alle Kriterien. Abweichungen gibt es beim Alter, er ist 5 Jahre älter als ich und bei meiner Vorliebe für Blitzdenker und -entscheider. Dafür sind seine Entscheidungen ausgewogen und sicher, er ist nie, wirklich nie gestresst, lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, ist stets freundlich und zugewandt.

Ein paar meiner sexuellen Vorlieben teilt er nich nicht.

Als Kompromiss habe ich diese Abweichungen nie empfunden. Ich liebe ihn genau so wie er ist. Er teilt meine Weltanschauung, wir sehen in allen wesentlichen Bereichen in die selbe Richtung und ergänzen uns in den Unterschieden.

Ich glaube, hätte ich irgendetwas als Kompromiss empfunden, ich hätte mich nicht für ihn entschieden.
 
  • #11
Hm. Mein Partner und ich könnten unterschiedlicher nicht sein. Sowohl was das Alter, den Musikgeschmack, den Ordnungssinn, das Freizeitverhalten, das Berufsleben, die politische Einstellung, usw., betrifft.
Und trotzdem leben wir zusammen und möchten uns nicht trennen, obwohl wir manchmal durchaus ärgerlich aufeinander sind, weil wir uns teilweise nicht verstehen können.
Ich selbst hatte niemals einen "Kriterienkatalog", ich lasse die Dinge gerne auf mich zukommen.
Ich denke schon, dass wir beide viele Kompromisse eingegangen sind, wir haben uns in den oben genannten Kategorien aufeinander eingestellt. Wir haben gelernt, dass der andere einfach das Recht auf ein eigenes Leben hat, auf einen eigenen Geschmack und dass wir uns gegenseitig mit Respekt behandeln. Wir wollen uns nicht ändern, das wäre ja auch sinnlos, weil sich niemand gerne von aussen ändern lässt. Entweder man mag sich wegen der Unterschiede, oder man lässt es bleiben. Ich raufe mich gerne zusammen und bringe viel Verständnis und Geduld für die Lebensweise des anderen auf. Weiterhin weiß ich, dass auch ich nicht perfekt bin, also gar nicht das Recht hätte, irgendwelche Schritte in meine Richtung zu verlangen, die ich nicht selber bereit bin, in die andere Richtung zu gehen. Ich sehe das mit den Beziehungen und Kompromissen meistens völlig entspannt, es sei denn, ich werde belogen und hintergangen. Da kann ich zum Tier werden. Kompromisse gehe ich sehr gerne ein, wenn ich liebe.

Wahrscheinlich hätte ich ein Problem damit, wenn jemand gänzlich ungebildet ist, oder politisch rechts außen steht.

Bei allem anderen bin ich unkompliziert. Kompromisse sind ja irgendwie ein Soll/Ist- Vergleich. Würde ich gefragt, wie man mir den Traummann backen soll, käme mein Partner sicherlich nicht heraus. Aber ich finde das nicht schlimm. Ich gehe gerne Kompromisse ein, ich stelle mich gerne auf andere Menschen ein und kann gut mit ihnen umgehen.
Ich liebe ihn so wie er ist. Und ich meine zu wissen, dass es andersrum genauso ist.
 
  • #12
Wenn man sich verliebt ist doch eh alles egal, dann sind diese ganzen Listen überflüssig. Diese NoGo-Listen hat man ja nur beim Onlinedating weil man dort mit deren Hilfe entscheidet, ob man sich überhaupt kennenlernen will. Wenn man im RL jemandem begegnet, dann weiß man all das eh nicht und es kribbelt trotzdem, oder eben nicht...
 
  • #13
Für mich ist eine Beziehung immer eine Ergänzung meines eigenen Lebens, ich bin nicht der Typ Mensch, für den der Partner alles sein muss. Objektiv und insbesondere rückblickend kann ich wohl auch gut Abstriche machen - nur als solche empfinden darf ich sie in diesem Moment nicht. Wenn ich schon denke, dass ein Mann nicht so toll ist, mich also wirklich etwas stört - wird es nichts.
Aussehen finde ich wichtig, ich hab einen bestimmten Typ Mann, der mir gefällt - da ist die Kompromissbereitschaft sehr klein. Obwohl das auch davon abhängt, ob man jemand gerade kennenlernt oder schon jahrelang zusammen ist. Ich würde keinen Mann verlassen, weil das Aussehen nicht mehr so toll ist (z.B. die ehemals langen Haare sind jetzt kurz oder ein paar kg hin oder her), wenn die Gesamtbilanz der Beziehung noch stimmt.
Alles andere ist irgendwie kompensierbar - es gibt nur wenige Eigenschaften, die ich für so schlecht halte, dass sie nicht durch positive Eigenschaften ausgeglichen werden könnten.
Ich habe einige Erfahrungen mit Männern und glaube irgendwie, dass man eigentlich mit fast jedem gut leben könnte - solange man sich gegenseitig genug Freiraum lässt, tolerant ist und noch andere Menschen in seinem Leben hat, die die Bedürfnisse, die der Partner nicht erfüllen kann, erfüllen.
w,40,verh.
 
  • #14
Ich bin 36 und wenn ich mir eine Partnerin frei aussuchen könnte, wäre sie 19-21 Jahre alt, schlank, treu, intelligent, ohne größere Macken und mit keiner zu wilden Vorgeschichte.

Aber gut, weil diese Zielgruppe nicht ausreichend Interesse an mir zeigen würde, mache ich Kompromisse. Die sehen dann so aus, dass sie z.B. 25 ist, nicht mehr ganz so hübsch und mit nicht ganz so guter Figur wie das Idealbild.

Ob die jeweiligen Kompromisse ausreichend oder Ansprüche überzogen sind, muss aber jeder selbst herausfinden. Das merkt man ja, ob man bei der jeweiligen Gruppe noch ausreichend gut ankommt oder nicht. Wenns nicht passt, muss man seine Ansprüche anpassen.
 
  • #15
Es gibt Kompromisse, die einfach nur Abweichungen von Vorstellungen sind.
Wie zb Aussehen etc.
Es gibt Kompromisse, die erfolgen nach gemeinsamen Ansprachen und gehören zu einem aufeinander zugehen und sind oft im Wechselspiel.
Und es gibt Kompromisse, die sind auf Dauer ein Verlust und ein Verbiegen.

Im Aussehen habe ich noch nie das Gefühl gehabt mich zu verbiegen. Denn ich habe mich verliebt oder nicht eben nicht.
Und nicht überlegt....komm verliebe Dich mal obwohl....

Ich habe einen Job angenommen den ich so nicht wollte. Mein Exmann war hatte sich selbstständig gemacht und ich konnte damit erstmal die Sicherheit bieten.
Ein Kompromiss der dann eine ganz andere Dimension an nahm, als er sich nicht an die Absprache hielt. Er kaufte später ein tolles Auto und ich konnte nicht ein Jahr noch eine Zusatzausbildung machen.
Oder mit meinem Exfreund habe ich mich jahrelang an feste Termine gehalten, wann man sich sieht.
Obwohl ich persönlich gerne spontan bin.
Faul war dieser dann, dass wenn ich nicht konnte, kein Kompromiss von ihm kam.

Heute mache ich Kompromisse nach gemeinsamen Ansprachen....und es sollte sich nicht wie ein grosser Verlust anfühlen.
Bin ich aber auf Dauer die einzige, die das tut bin ich auch die einzige, die Beziehungsarbeit leistet. Und das frustriert!
Kompromisse können zu einem Gewinn des gemeinsamen Lebens werden oder zu einem Verlust. Das muss man abwägen.
 
  • #16
Ich würde sagen, dass man am Anfang nicht das Gefühl hat, einen Kompromiss einzugehen. Denn wenn ich jemanden kennenlerne, dann hake ich nicht meine Liste ab, wie der Mann sein sollte, sondern mein Bauch, mein Herz und vielleicht auch ein bisschen mein Verstand entscheiden.
Man hat oft ganz genaue Vorstellungen und dann kommt alles ganz anders.
Je mehr ich mich auf mein Gegenüber einlasse, umso mehr liebenswerte Eigenschaften entdecke ich ja vielleicht. Und ob der nur älter oder jünger ist, spielt genauso wenig im echten Leben eine Rolle wie die Tatsache, wie er aussieht.
Ein Mensch muss einen doch inspirieren, das Aussehen alleine ist doch gar nicht so wichtig. Attraktivität hat auch viel mit (positiver) Ausstrahlung zu tun.
Und wenn man einen Menschen liebt, sieht man kleine objektive Mängel gar nicht.
Die Liebe entscheidet, wen man schön findet, nicht die Schönheit, wen man liebt.

Aber Kompromiss ist da das falsche Wort - klar muss man jedem Menschen seine Freiheiten lassen (siehe Extremsport, Hobbies...) und sich auf seinen Partner voll und ganz einstellen, aber diesen Kompromiss macht man in jeder Beziehung, weil 2 Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinandertreffen.
Deswegen sind ja gemeinsame Interessen auch wichtig. Dann gibt es weniger Reibungspunkte.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #17
Utopische Listen habe ich weniger, eher eine im Laufe der Zeit immer länger gewordene NoGo-Liste. Da ich früher zu(!) kompromissbereit war, haben sich dort alle die Dinge angesammelt, die ich kein zweites Mal im Leben mehr brauche.
 
  • #18
Früher oder später geht jeder in seiner Beziehung irgendwo einen Kompromiss ein. Völlig gleiches Verhalten und Ansichten unter Paaren sind einfach utopisch.
Ich habe immer gesagt, dass ich keinen Mann möchte der kleiner ist als ich. Da ich 1,84 bin ist das schon eine Herausforderung. Und jetzt? Jetzt habe ich einen Partner der 10cm kleiner ist und es juckt mich kein bisschen. Er hat mich mit seiner liebevollen Art und Weise so begeistert, dass ich mich ganz langsam und ohne es wirklich zu merken verliebt habe. Was ich mir auch nie vorstellen konnte ist eine Fernbeziehung und jetzt stecke ich in einer. Als wir uns kennenlernten stand das noch nicht zur Debatte und war dann auch ein riesen Schock. Trotzdem weitergemacht und bislang nicht bereut. Es sind zwar erst ein paar Monate, aber es läuft besser als erwartet. Beide sind daran interessiert diese Zeit so gut und entspannt wie möglich zu überstehen, um irgendwann wieder gemeinsam an einem Ort zu leben.
Ich denke Ansichten können sich ändern. Wenn es knallt, dann sind viele Dinge auf einmal völlig egal. Wichtig ist, dass man in grundlegenden Beziehungsfragen die Ansichten teilt. Mit vielen anderen Dingen kann man sich sehr gut arrangieren und eventuell noch ein Stück über sich hinauswachsen.
 
  • #19
Kompromiss: Er verdient deutlich weniger als ich und hat im Gegensatz zu mir keinen Uni-Abschluss.
Das ist alles. Weil der Rest so passend, stimmig und liebevoll ist, ist der oben genannte Kompromiss eigentlich kein Thema für mich. Zumal Einkommen und Abschluss nicht zwangsläufig einen Einfluss auf die Bildung eines Menschen haben. Mein Freund ist intelligent und gebildet, politisch. kulturell und gesellschaft interessiert. Trotz fehlendem Uni-Abschluss und trotz weniger Geld auf dem Konto als viele andere.
 
  • #20
Mangels Liste: keine!

Wenn ich hier manchmal lese was angeblich partnersuchende Leute auflisten, wie sie Menschen von denen sie nichtmal wissen ob die überhaupt existieren kategorisieren und was sie alles so ausschließen.....das kann mE selten funktionieren.

Es wäre wohl konstruktiver erstmal Menschen kennenzulernen und zu schauen wie man sie findet und dann zu erspüren ob man passen könnte. Dann erübrigen sich Listen die oft eher beleuchten für was sich der Ersteller hält als wer er wirklich ist(alternativ auch weibliche Form ;) ).

Wenn ich mich in meinem persönlichen Umfeld umsehe gibt es Kombinationen von "gleich und gleich" und das scheint das allerbeste...und andere Kombinationen wo auf dem Papier Welten aufeinander treffen in Sachen Bildung/sozialem standing etc. Und es passt wunderbar.
 
  • #21
In gewisser Weise gehörten Kompromisse zu jeder Beziehung mit dazu ... :)
Ich hätte mir früher nie vorstellen können, einen Partner mit Glatze zu haben. Mittlerweile finde ich das gut und meinem Partner steht seine nicht vorhandene Haarpracht. Ein Partner mit Kindern ... ohje, das hat mich auch lange Zeit abgeschreckt. Aber wir werden alle nicht jünger und ab einem gewissen Alter ist es normal, gewisse "Altlasten" zu haben. Ich verstehe mich prächtig mit den Dreien. Das einzige, was ich bereue ist, von meiner geliebten Stadt zu ihm aufs Land gezogen zu sein. Ich fühle mich dort sehr unwohl und bin dort auch nicht wirklich zu Hause ...
 
  • #22
Wenn ihr heute an eure Vorstellungen (gerne hier Kriterienkatalog o.ä. genannt) denkt, wie sieht es heute mit eurem Partner aus?
Es fühlt sich rundum gut an. Wir sind fast vier Jahre zusammen und es hat von Beginn an in allen Bereichen gepasst.

Bisher waren ernsthafte Kompromiss noch nicht nötig, weil wir uns grundsätzlich einig sind. Und Sachen wie z.B. "einer hat keine Lust, am Wochenende auszugehen, obwohl das geplant war" ist für mich nichts Ernsthaftes. Dann disponiert man so um, dass man etwas findet, an dem beide Spaß und Freude haben. Das klappt wechselseitig sehr gut, wenn beide das gleiche Ziel haben: sich gegenseitig glücklich zu machen.

Hatte jemand mit extrem engen Kriterien Erfolg bei der Partnersuche?
Ich hatte einen langen Katalog an Wünschen. Vor allem in Bezug auf Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, Achtsamkeit, Selbstreflexion, emotionale Intelligenz und, mir ganz wichtig: Aufgeschlossenheit und "Unversehrtheit" für einen Neustart ohne wenn & aber. Gerade Letzteres war für mich eine elementare Voraussetzung. Mit einem Partner, mit dem ich nur eine weitere Fortsetzung seiner bisherigen Beziehungsroutine hätte spielen können, hätte ich nicht zusammen gepasst. Er sollte wirklich frei und offen für eine neue, einzigartige Partnerschaft sein, und dafür gut reflektierte Erfahrungswerte mitbringen. Und auch die anderen Wünsche (gleiches Alter, attraktiv, jugendlich geblieben, keine Fernbeziehung, Größe, viel Humor, Liebe für Musik & Tanz, tierlieb, welt- und sprachgewandt, reisefreudig, spannender Beruf, leidenschaftlich...) haben sich verrückterweise erfüllt. Allerdings erst mit Ende 40, aber das Warten hat sich sowas von gelohnt.

Hat jemand den perfekten Partner ohne Abstriche?
Ja, ER und kein anderer ist es für mich. Mit Anfang 20 habe ich schon mal ähnlich gedacht, obwohl bereits von Beginn an alle Zeichen auf Drama standen und sich das in der anschließenden Ehe auch langjährig bestätigt hat. Da hatte ich aber auch noch keinen Kriterienkatalog, sondern habe einzig auf die starke Verliebtheit gebaut.

w, Anfang 50
 
  • #23
Als ich meinen Mann vor 14 Jahren kennenlernte, hätte ich mir nie vorstellen können, aufs Land zu ziehen. Landleben und Landmenschen waren für mich ein absolutes "NOGO". Ansonsten hatte ich zuvor kein Kriterienraster - ich finde es furchtbar, Menschen nach Checklisten zu beurteilen - wie auf dem Viehmarkt, schrecklich. Für mich außerdem total realitätsfern und oberflächlich, was sagen diese diverse Kriterien schließlich schon aus? Er ist der Warmherzigste, intelligenteste, liebevollste Mensch, den ich kenne und ich sehe ihn immer noch gerne, mit Liebe an (obwohl er ziemlich füllig ist, ein Teddybär ...)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #24
... ich finde es furchtbar, Menschen nach Checklisten zu beurteilen - wie auf dem Viehmarkt, schrecklich. Für mich außerdem total realitätsfern und oberflächlich, was sagen diese diverse Kriterien schließlich schon aus? ...
Ob die Kriterien etwas aussagen hängt davon ab, wie sie gewählt sind. Klar ist "blonde lange Haare" oberflächlich. Bei Übergewicht wird es schon langsam tiefergehend (das ist keine rein optische Frage), bei einer ähnlichen Lebenseinstellung ist nichts mehr oberflächlich.
Du nimmst, wenn Du Single bist, "jeden" Mann und triffst gar keine Auswahl? Das finde ich oberflächlich und realitätsfern. Und dazu noch dürfte es realtiv häufig schiefgehen.
 
  • #25
Hm, ich bin jetzt Mitte 30, ist es utopisch, sich nichts gefallen zu lassen? Ich meine, ich habe genug Alternativen und muss Gott sei Dank keine Kompromisse machen. Selbst wenn keine Alternativen da wären, ab dem Alter braucht man nichts zwangsläufig mehr einen Partner. Ich habe mein Leben im Griff, meine Hobbys und Interessen, die mich voll und ganz erfüllen. Da ist ein Partner zwar eine gute Ergänzung, wenn es sich ergibt, aber kein Muss mehr. Da wird nichts erzwungen oder auf Teufel komm raus Kompromisse gemacht.

Ich habe nichts gegen Übergewicht oder Haarausfall bei Männern, meist ist der Lifestlye aber zu unterschiedlich. Die Nicht-Frauenhelden beschäftigen sich zu viel mehr mit ihrer Arbeit, Fernsehngucken, Fussball, Trinken gehen, Sofa abhängen. Da kommt man sowieso nicht zusammen bzw. der Mann wird ziemlich schnell aus seiner rosaroten Welt erwachsen, und merken, dass ich als fittere aktivere Frau nicht zu ihm passe.
 
  • #26
Ich glaube, die "Kriterien" sind weniger eine Kopfsache, sondern es entscheidet letztlich doch der "Bauch".
Habe mich mal entgegen jeder "Kopfkriterien" sehr gern eingelassen auf einen Mann, an dem kopfgesteuert nicht viel gepasst hätte. Doch das Bauchkribbeln hat einfach trotzdem angefangen und so hatten wir einige wunderbare Jahre zusammen. Und das, was an "Kopfkriterien" gegen ihn hätte sprechen können, hat meinen Horizont eher erweitert, mich Dinge erleben lassen, die ich sonst niemals erlebt hätte.

Meine persönlichen "Nogos" wie tätowierter Rechtsradikaler, Volksmusikfan, Faulpelz oder rolextragender Maseratifahrer sind wahrscheinlich schon vom Wesen her so, dass da nie ein Bauchkribbeln entstünde.
Also: Einfach auf den Bauch hören.
Ich verliebe mich einfach in Wesenszüge und dann darf da auch die eine oder andere "Absonderlichkeit" sein. Habe ja selbst auch so meine Eigenarten - wie jeder Mensch