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  • #1

Welche Frau unter den Ehefrauen hat sich in eine Freundin sterblich verliebt ?

Ich habe Familie und Kinder und es passierte und nun da es vorbei ist, weiß ich nicht, wohin ich gehöre. Wem ist es ähnlich gegangen? Was würdet ihr in Zukunft tun? []
 
  • #2
Man sollte vielleich einfach die richtigen Prioritäten setzen und wenn man Kinder hat, dann sollten diese Prioritäten auf jeden Fall die Kinder und die Familie sein.

Wenn man verheiratet ist, seinem Partner die Treue in guten wie ins chlechten Zeiten geschworen hat, dann sollte man verdammt noch mal auch seinen Schwur halten und einfach mal die Zähne zusammenbeißen.

Man muss nicht jedem Gefühl der Verliebtheit, jeder Lust, jedem Trieb nachgeben. Der Mensch verfügt eben zusätzlich über Verstand, Vernunft, Anstand. Das sollte er nutzen. Sicherlich verlieben sich auch vergebene Menschen mal in einen Dritten -- das passiert offensichtlich. Das heißt doch aber nicht, dass man diesem Gefühl sofort willfährig nachgeben muss, sondern dass man Prioritäten setzen muss und sich entscheiden muss. Und zwar richtig, und fast immer ist das nicht die kurzzeitige Trieberfüllung, sondern die Treue und Loyalität zu Familie und Kindern, zum gemeinsamen Lebensweg, zu den gemeinsamen Anstrengungen, zu vergangenen Erlebnissen und zukünftigem Leben.

All diese Gedanken gelten auch für die eher obskure Frau-Frau-Verliebtheit. Warum an Loyalität zur Familie zweifeln, nur weil man Triebe und Gefühle zu einem Dritten, hier einer Frau, aufkommen spürt? Was für ein Quatsch. Nicht jedem Trieb nachgeben, sondern vernünftig und anständig bleiben, an die Kinder denken und auch mal überlegen, wie zukunftsträchtig so eine Liebschaft überhaupt sein kann.

Du hast leider nicht Deine jetzige Situation beschrieben. Hast Du Mann und Kinder verlassen oder lebst Du noch mit ihnen zusammen?
 
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  • #3
Liebe FS'in,

du musst dir zuallererst über deine Gefühle im Klaren werden.

- Wer hat sich von wem getrennt?
- Liebst du deine Freundin noch?
- Liebst du deinen Ehemann noch?
- Fühlst du dich hin- u. hergerissen zwischen den beiden Geschlechtern?

Deiner Frage kann ich nicht entnehmen wo genau das Problem liegt.

Ich höre immer auf mein Gefühl wenn es eindeutig ist, ansonsten versuche ich Probleme rational zu lösen.

w32
 
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  • #4
Liebe FS, ich kann gut nachvollziehen, wie zerrissen und mies du dich fühlst. – Mir ist vor Jahren dasselbe passiert, und wie ich mittlerweile von Therapeuten, Priestern, Rechtsanwälten gehört habe, kommt „so etwas“ sogar ziemlich häufig vor. Weit häufiger, als die Betroffenen selbst und die Gesellschaft im allgemeinen sich das vorstellt.

Du schreibst nichts über dein Verhältnis zu deinem Mann; wie viel dir an ihm als Mensch und an eurer Beziehung (abgesehen vom Druck, die Familie als solche zu erhalten) noch liegt. Das ist aber m.E. der springende Punkt und den kannst nur du für dich lösen. Spür in dich hinein, lass dir Zeit, sei ehrlich zu dir selbst. – Als es mich damals „erwischt“ hat, war meine Ehe bloß mehr Fassade und ich aufgrund einer zunächst berufsbedingten räumlichen Trennung faktisch alleinerziehend. Dennoch hab ich mich furchtbar schlecht und schuldig gefühlt, war zerrissen zwischen Pflichtbewusstsein und Gefühl … und natürlich auch dem Druck, das Ganze geheim halten zu müssen.

Heute hab ich ein ausgezeichnetes Verhältnis zu meinem Ex-Mann, treffe meine Freundin alle heiligen Zeiten auf einen Kaffee und schleppe hier keinerlei Altlasten mit mir herum. – Warum das bei mir geklappt hat?
1. weil die „Fronten“ vollkommen geklärt sind. Was gesagt werden musste, ist gesagt; was rechtlich geklärt werden musste, ist geklärt. Wir begegnen einander als freie Menschen, die einander nichts vorzuwerfen haben.
2. weil ich Hilfe von außen in Anspruch genommen habe und mich dafür nicht geschämt habe. Und es letztendlich geschafft habe, mir selbst zu verzeihen.

Dass deine Geschichte zu einem ebenso guten Ende findet, wünsche ich dir von ganzem Herzen! Ganz viel Kraft und Zuversicht für dich!

@Frederika: wahrscheinlich werde ich bei dir jetzt bloß Kopfschütteln ernten, aber grundsätzlich bin ich ein durchaus pflichtbewusster und auch wertebewusster Mensch, und ich habe – eben angesichts des einmal geleisteten Schwures –verdammt oft und in vielen verschiedenen Situationen „einfach einmal die Zähne zusammengebissen“, ehe ich GAR NICHT „sofort willfährig“ meinen Gefühlen nachgegeben habe. – Und wie so oft im Leben gilt auch hier: es möge keiner über jemanden urteilen, in dessen Situation er sich nicht schon selbst befunden hat oder mit der er sich zumindest höchst respektvoll und behutsam auseinandergesetzt hat.


weibliche 50
 
  • #5
@#3: Ich denke nicht, dass man sich mit dem Thema Fremdgehen ganz besonders "respektvoll und behutsam" auseinandersetzen muss. Fremdgehen ist einfach falsch, egal in welcher Konstellation. Viele Menschen kommen in Versuchung und sehr viele von ihnen widerstehen der Versuchung und profitieren davon, dass sie eine stabile, dauerhafte Beziehung mit gesundem Fundament führen. Es ist falsch, einem spontanen Verliebtsein nachzugeben, wenn man in einer festen Beziehung ist und sogar gemeinsame Kinder hat. Anstand und Rückgrat und Loyalität und Treue sollten es ermöglichen, auch Versuchungen mal zu widerstehen und Trieben und Lust nicht willfährig zu folgen, sondern zu erkennen, dass spontane, temporäre Triebbefriedigung letztlich nicht von dauerhaftem Wert ist, sondern eine liebevolle, dauerhafte Partnerschaft viel wertvoller, geborger, näher ist. Fast jeder kommt mal in Versuchung, könnte sich eventuell verlieben, wenn er es zuließe, aber die anständigen und treuen setzen gleich klare Grenzen, lassen sich nicht darauf ein, sich sich selbst und dem Partner treu. Das erfordert innere Werte, die womöglich nicht jeder hat, aber meines Erachtens könnte fast jeder diesen Schritt aufbringen, wenn er nur wollte und etwas diszipliniert handeln würde.
 
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  • #6
@ # 4

Gerade in Hinblick auf den Hintergrund einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, bin ich mir nicht sicher, ob man hier von Trieb sprechen sollte. Da ich mich noch nicht in diesem Maße zu einer Frau hingezogen gefühlt habe, weiß ich nicht wie stark frau sich sexuell von einer anderen Frau angezogen fühlen kann.

Davon ganz abgesehen hat ein Sich-Verlieben meiner Meinung nach nicht immer mit Trieb und Lust zu tun. Als ich den Mann meiner Träume kennen gelernt habe, habe ich eine sehr tiefe Zuneigung für ihn empfunden, weitaus stärkere Gefühle als für alle Männer zuvor und an Sex habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht, obwohl ich ihn zweifelsohne als potenziellen Partner wahrgenommen habe.

Es gibt manchmal einfach Gefühle die stärker und reiner sind, als dass sie auf sexuelle Anziehung reduziert werden könnten. Daher sind es nicht immer nur Versuchungen sondern im Einzelnen auch mal wahre Gefühle. Die Kunst ist das Eine von dem Anderen zu unterscheiden und das können die betroffenen Personen doch höchstens selbst.

Die Moralfrage mit ihren Facetten wie Anstand und Loyalität stellt sich daher für mich hier noch nicht.

w32
 
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  • #7
@4: Liebe Frederika, mit einer ähnlichen Reaktion auf mein Posting (3) habe ich gerechnet. – Allerdings ist allgemeines Moralisieren für die FS bei der Bewältigung ihrer konkreten Problematik meiner Ansicht nach nicht wirklich hilfreich. Zudem hat die FS sich ausdrücklich an den Kreis jener Frauen gewandt, die schon einmal in derselben oder ähnlichen Situation waren, also …
Unterstreichen möchte ich die in #5 geäußerte Argumentation, dass der sexuelle Aspekt durchaus auch ein weit hinten gereihter sein kann.

Liebe Fragestellerin, lass dich nicht entmutigen. Höre und fühle in dich hinein und handle dann, wenn du fühlst, dass der richtige Zeitpunkt für dich gekommen ist.
Und ich wünsche dir eine (oder höchstens zwei) Freundinnen in deinem ganz nahen Umfeld, denen du dich jederzeit und bedingungslos anvertrauen kannst. Auch reden-und-drauflos-heulen-dürfen hilft, da braucht die andere noch nicht mal irgendeine wertende Stellung beziehen, einfach da sein, zuhören und dich in deinem „Ich bin verwirrt, mir geht es dreckig, ich weiß nicht wie und wohin weiter“ nicht verurteilen. Alles Gute für dich!


weibliche 50
 
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  • #8
Ein freundliches "Hallo" an alle,

so werde ich mich mal als "Insiderin" melden und versuchen, die Situation der anderen Seiten zu vermitteln.

Ich (w) war schon drei mal in der Situation, mich in eine Frau zu verlieben, die Familie hatte. Immer habe ich mir geschworen, dass ich das nie wieder durchmachen will und es passierte wieder. Es ist unheimlich stressig für alle "Parteien". Ich erwarte gar nicht, dass man so sehr ins Kalkül zieht, wie es mir dabei ging. Auch die Männer und die Kinder machen Einiges durch. Zumindest war das bei mir so, denn das ist ja nun schon eine Weile her.

Von den Männern habe ich ziemlichen Psychoterror erfahren - einer hat sogar mein Auto mehrmals beschädigen lassen, mich überwachen, zusammenschlagen und verfolgen lassen. Ich - und als meine ehem. Partnerin damals bei mir lebte wir - war(en) schlimmen Telefonterror ausgesetzt. Diese Frau ist letzten Endes zu ihm zurück gegangen, weil er ihr den Sohn entzogen hat.

Meine erste große Liebe hat sich mit 3 Kindern scheiden lassen. Als aber mein einziges Kind starb, war unsere Beziehung ziemlich geprüft. Irgendwann träumte ich, dass sie fremd geht, fuhr zu ihr und fand sie und eine Andere in Nachtwäsche vor. Sie lebte dann noch lange mit ihr zusammen.

Die 3. Frau hat sich - nachdem ich mich von ihr getrennt hatte, weil ich diese Situation nicht mehr ertragen wollte - scheiden lassen und lebte lange in den Tag hinein - mit beiden Geschlechtern. Am Ende war sie wieder mit einem Mann zusammen. Mit ihrem Exgatten hatte sie nach gewisser Zeit sehr guten Kontakt. Er hatte eine neue Frau und sie bekamen gemeinsam ein Kind.

Alle drei Frauen, die ich sehr geliebt habe, versicherten mir, dass sie niemals daran gedacht haben, sich in eine Frau zu verlieben. Sie haben sich einfach in mich verliebt. Sie versicherten mir aber auch, dass sie noch nie so tief beim Sex empfunden hätten. Sorry, wenn das hier Männer lesen, aber das ist so und ich glaube ich weiß, woran das liegt :) Ich war ja auch mal mit Männern zusammen. Aber darum geht es nicht. Wichtig war wohl die Aussage, dass sie sich in einen anderen Menschen verliebt haben und das Geschlecht dabei erstmal keine Rolle spielte. Dazu muss ich sagen, dass es jedesmal auch eine recht lange Kennenlernphase gab und die Initiative am Ende von "Ihr" ausging - jedesmal. Ich war wohl so zurückhaltend, weil ich mich nicht in die Beziehung drängen wollte. Nicht, dass ich eine Heilige wäre :)

Aber auf keinen Fall hat das etwas mit schlecht unterdrücktem Trieb, Lust oder weiß ich was zu tun, auch nicht mit Verantwortungslosigkeit. Die Frau mit den 3 Kindern behielt alle drei und hatte ganz schön zu kämpfen vor Gericht. Es wurde als "Beweis" ein Liebesgedicht von mir vor Gericht verlesen. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie man sich da fühlt? Das Gedicht ging überall herum. Aber die Worte, die darin vorkamen und die mir dieser Ehemann öfter sehr zynisch zitierte, haben sich in jedem Fall bewahrheitet: LIEBE BRAUCHT MUT

Vielleicht bin ich darum seit über 10 Jahren allein.

Nun wünsche ich der Fragerin Mut, zu sich selbst zu finden und den anderen Toleranz.
 
  • #9
Macht Euch keine Sorgen,alles ist in Verantortung geklärt.Den Kindern, dem Mann -allen gehts gut, nur mir nicht so richtig. Es ist genau so wie Du schreibst: Es passiert, weil Du es nicht ahnst. Weil Du Flirten mit Frauen einfach nie dafür gehalten hast, bist Du offen und ganz frei und unbeschwert.Herrlich. Kann einfach nicht mit irgendetwas anderem verglichen werden.
Leben braucht Mut.
ich habe ne neue Wohnung und komme zur Ruhe,
danke für die Antworten.
 
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