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Gast

  • #1

Welche Erwartungen habt ihr in eine Beziehung?

Kurz zu mir, ich bin ein Mann, 40, geschieden, eine Tochter (9 Jahre), Einkommen etwas besser als Durchschnitt, schöne Wohnung in einer Großstadt, vielseitig interessiert, Single und auf die Frage, welche Erwartungen ich an eine Beziehung habe, würde ich sagen: ganz normale.

Also dass man einfach die Richtige findet mit der man die nächsten Jahre oder Jahrzehnte verbringen möchte, intellektuell möglichst auf Augenhöhe ist, von der Weltanschauung her irgendwie gleich tickt, ähnliche Erwartungen vom Leben hat was Freizeitgestaltung angeht, den Alltag zusammen meistert, sich als Paar auch sexuell attraktiv findet und sich treu ist. Das finde ich eigentlich ganz normal und nicht der Rede wert. Das will doch eigentlich fast jeder, oder nicht?

Einerseits klingt das irgendwie völlig langweilig und spießig, andererseits finde ich dass das aber auch schon eine ganze Menge ist und wenn das alles so klappt und harmoniert, halte ich eine Familiengründung für das i-Tüpfelchen.

Wie seht ihr das? Welche Erwartungen habt ihr an eine Beziehung, sowohl Männer als auch Frauen?
 
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Gast

  • #2
Für mich klingt das weder spießig noch langweilig.

Es sind doch nur so eine Art Stichpunkte, wo sich hinter jedem einzelnen ja ganze Welten verbergen können. Für mich wären all diese Kriterien auch von wesentlicher Bedeutung. Ich würde noch emotionale Wärme, Sensibilität, Toleranz, Humor und eine positive soziale Einstellung hinzufügen, weil mir diese Eigenschaften bei einem Menschen äußerst wichtig sind. Auch ein ausgeglichenes Wesen, womit ich keinen Schweiger, sondern jemanden mit einem gesunden Maß an Selbstbeherrschung bzw. Impulskontrolle meine. Aggressiv oder unbeherrscht sollte mein Partner jedenfalls keinesfalls sein.
Obwohl es auch nach einem ausgeleierten Klischee klingt, würde ich auf jeden Fall auch "kinderlieb" und "tierlieb" erwähnen. Kinder- und Tierhasser gehören einer Spezis Mensch an, mit der ich möglichst gar nichts zu tun haben will. Sie sind mir suspekt. Naturverbundenheit, Natürlichkeit, Lebensfreude...

Wenn ich länger darüber nachdenke, fällt mir da noch so einiges ein, was ich da noch reinnehmen würde. Aber vieles davon wären ja eigentlich bereits Unterpunkte des von dir bereits genannten. Schon allein die Weltanschauung umfasst ja eine ganze Menge mehr als nur Konfession, Parteizugehörigkeit oder bevorzugte philosophische Richtung.
 
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Gast

  • #3
Also dass man einfach die Richtige findet mit der man die nächsten Jahre oder Jahrzehnte verbringen möchte, intellektuell möglichst auf Augenhöhe ist, von der Weltanschauung her irgendwie gleich tickt, ähnliche Erwartungen vom Leben hat was Freizeitgestaltung angeht, den Alltag zusammen meistert, sich als Paar auch sexuell attraktiv findet und sich treu ist. Das finde ich eigentlich ganz normal und nicht der Rede wert. Das will doch eigentlich fast jeder, oder nicht?
Sehe ich auch so. Unter "gleiche Weltanschauung" würde ich noch packen, dass man in der gleichen Lebensphase ist und das bedeutet in meinem Fall auch, dass man auf eigenen Füßen steht, einen interessanten Job mit angemessenem Verdienst und kompatible Lebensziele hat (was z. B. das Thema Familie angeht).

m, 46
 
  • #4
Dem stimme ich zu - ist auch meine Vorstellung davon.

Ich suche nach einer dafür passenden Partnerin. Bei den Bisherigen bin ich zuviele Kompromisse und Abstriche eingegangen.
Also besser nach einer Frau suchen, die zu Einem passt. Als sich zuviel anpassen müssen, und dabei die eigenen Interessen vernachlässigen.

Es klingt nicht langweilig oder spiesig, sondern passend.
Es sollte passen, damit man sich dabei wohl fühlt.
Und ob das Andere für langweilig oder spiesig halten - ist mir völlig egal !
Denn es muß ja MIR gefallen, und meiner Partnerin - nicht den Anderen.

(m,52)
 
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Gast

  • #5
Familiengründung mit 40+? Das ist ja noch älter als mein Vater war. Dazu kann ich nur sagen, es ist nicht schön, so alte Eltern zu haben und in relativ jungen Jahren schon Angst haben zu müssen, dass sie sterben.
Ansonsten habe ich an eine Beziehung etwas andere Erwartungen. Ich möchte eine Partnerschaft, die nur durch ein inneres Band gehalten wird. Und das am liebsten für immer. Keine gemeinsamen Verpflichtungen, kein gemeinsames Wohnen, keine Kinder, kein Alltag. Trotzdem füreinander da sein. Treue ist schön, aber kein Muss. Ich wünsche mir eine Beziehung, die auf Respekt und Vertrauen basiert. Und das ist meiner Ansicht nach mit der absoluten Forderung nach körperlicher Exklusivität ("dein Körper gehört mir") und materiellen Fesseln nicht vereinbar.
 
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Gast

  • #6
Meine (w.28) Erwartungen an eine Beziehung:

Ich möchte respektiert werden. Und natürlich muss er mein Kind akzeptieren.
Ich möchte, dass er mir seine Liebe zeigt, statt nur davon zu reden.
Ich möchte, dass mein Partner hinter mir steht und mich unterstützt in den Sachen, die mir wichtig sind - so wie ich es bei ihm auch tue.
Ich will, dass mein Partner mir Freiraum lässt, ein eigenes Leben zu führen - und dass er das auch tut. Und anschließend können wir uns gemeinsam über das getrennt erlebte austauschen.
Ich will mit ihm lachen können.
Und auch wenns blöde klingt: Ich will zu ihm aufsehen können und stolz auf ihn sein. Im Gegenzug sorge ich aber auch dafür, dass er stolz auf mich sein kann.

Wider erwarten lässt sich das echt alles in eine Person quetschen. Ich ärgere mich tatsächlich, dass ich früher versucht habe, mich mit weniger zufrieden zu geben. Seit ich auf mein Glück bestehe, habe ich es gefunden - und bin glücklich mit einem Mann, der all meine Erwartungen mühelos erfüllt.
 
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  • #7
Hört sich doch ganz gut an. Bis auf das du ab 40 noch eine (zweite) Familie gründen willst!
w38
 
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  • #8
Lieber FS,

Deine Wünsche finde ich total normal, überhaupt nicht spießig. Es gibt Menschen, die so leben wollen, mit Partner für das gesamte Leben, auch wenn es in der ersten Ehe nicht geklappt hat - ich gehöre ebenfalls dazu.

Es gibt andere Menschen, die so nicht leben wollen, sondern distanziert, unverbindlich ... Wichtig ist, dass sich die passenden finden. Online habe ich unter den Männern immer nur die arg sozial und wirtschaftlich Geschädigten und dazu noch die mit dem Unverbindlichkeitsstreben gefunden. Im echten Leben sieht es anders aus.

M.E. hast Du als Mann mit diesem Lebenswunsch den Vorteil, dass die meisten Frauen dieses Lebenskonzept haben. Als Frau habe ich den Nachteil, dass wenige Männer solche Verbindlichkeit wollen, solange sie unter 70 sind.
 
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  • #9
Lieber FS,

Erwartungen habe ich persönlich keine. Eher Vorstellungen von einem Partner, bestimmte Werte, die mir bei einem Mann wichtig sind (Umgang mit mir, Auftreten, Persönlichkeit).

Befreie Dich von festen Vorstellungen ! Es kommt immer anders im Leben ! Es ist egal, wie etwas klingt. Wichtig ist, dass es sich für Dich richtig anfühlt.

Begegnung auf Augenhöhe und Intelligenz muss vorhanden sein. Interessen können durchaus abweichen. Schau auf Dich, wie sieht Dein Leben aus ?

Für mich gibt es kein festes Raster.

Alles Liebe !

w, 32
 
  • #10
Ein Mann mit kleinen Kindern ginge bei mir garnicht.
Ich habe nichts gegen Kinder, aber eine unabhängige Partnerschaft ist mein Ideal und nicht Kinderbetreuung, Absprachen mit Ex und dergleichen - no way.

Somit möchte ich auch keinen Mann, der zuviel Altlast mit sich herumschleppt und innerlich erst mal garnicht frei ist, leider sind das viele.

Meine Anspruchshaltung an Status und Verdienst ist überhaupt nicht noch, ein Mann sollte nur einen stabilen Beruf haben und ihn lieben, kein Faulenzer sein und vertrauenswürdig, ansehnlich sein ist wohl logisch. Aber Villa, Studium, Automarke und Golfplatz interessiert mich null, ich bin kein Spießer.

Ich bleibe auf dem Boden der Tatsachen und verstehe unter guter Beziehunge erstmal Respekt vor der Individualität und Freiheitsanspruch des andern, sprich persönliche Freiheit in Bezug auf alte Freundschaften, langjährige Hobbys und auch mal getrennte Unternehmungen - mit fremdgehen hat das garnichts zu tun.

Leider wollen viele Männer the one and only sein und das geht bei mir garnicht, auch bin ich nicht so gepolt. Mir gefallen Männer, die ihre Kumpelclique genauso pflegen wie ich meine Netzwerke, die lieben, aber dennoch eigenständig und autark bleiben.

Tchja, schwer zu finden, ich weiß....
 
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  • #11
Mein Zukünftiger sollte sein:
- lebenslustig
- niveauvoll
- herzlich
- guter Liebhaber
- naturverbunden
-gesundheitsbewusst
- einigermaßen ordentlich
- einfühlsam
- handwerklich begabt
- fit und gesund
- sich selbst liebend
- mit Geld umgehen können
- am liebsten bei mir einziehen (habe ein schönes, idyllisch gelegenes Haus)
- tiefsinnig
- ehrlich
- einigemaßen fleissig
- gerne etwas sportlich
- tolerant anderen Menschen gegenüber
- auch mal fünf gerade lassen können
- genussfähig
- und bütte gutaussehend und gepfegt, geschmackvolll gekleidet
- Nichtraucher
- kein Fußballfan (keine Sportschau)
- innere Stärke besitzen
- und ganz wichtig: zuverlässig!!

so mehr fällt mir nicht ein.

w,43
 
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  • #12
Ich, w, fühle mich von festen Vorstellungen erschlagen. Wenn ich so etwas auf einem Profil lese, denke ich, schön, da muss ich dann ja jetzt nur noch reinpassen. Nein Danke.

Ich erwarte, dass ich erst einmal interessiert an einem Menschen bin. Ihn natürlich auch sexy finde. Das war es erst mal. Ich habe Vorstellungen, dass er mich versteht, über mich lacht, intelligent ist... Aber die würde ich eher nicht als so zwingend äußern. Ich kann mich nämlich auch auf Männer einstellen, auf die das nicht zutrifft.

In welcher Wohnung jemand wohnt, ist z. B. so was von egal, wer sagt denn, dass ich zu ihm ziehe. Ganz schlimm finde ich Leute, die "in ihrem Umkreis" suchen. Das ist die Eingeschränktheit auf die Spitze getrieben und wirkt provinziell. Selbst wenn sie sich mit Händen und Füßen gegen einen Umzug sträuben, schließen sie damit schon mal alle aus, die ihrerseits sowieso beabsichtigen, noch mal umzuziehen. Denn so jemand biedert sich bestimmt nicht an mit: Aber ich kann ja zu dir ziehen. Wer gleich so eingeschränkt ist, schließt Leute aus, ohne das es nötig ist. Weil die Leute darauf keine Lust haben.

Was entdeckt man eigentlich noch gemeinsam in einer Beziehung, wenn man alles vorher festlegt? Ich finde es tausendmal interessanter, etwas neues kennenzulernen als jemanden zu treffen, der in mein Schema passt, aber auch genau auf dieses Schema festgelegt ist.

Mich reizt man auch mehr mit Interesse an mir ganz persönlich, anstatt mit Vorträgen, wie jemand sich eine Beziehung ausmalt. Ist beim FS nicht so schlimm wie bei anderen. Trotzdem, unnötig. Wenn die Vorstellungen da sind, ok, aber es macht keinen Sinn, sie zu verbalisieren und eine neue Bekanntschaft damit vollzureden.
 
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  • #13
Ich erwarte bedingungslose Liebe und Treue. Der Partner sollte im Allgemeinen das Wichtigste sein und an erster Stelle stehen (es gibt Ausnahmesituationen). Man sollte über alles miteinander reden (können), sich gegenseitig unterstützen, füreinander einstehen, im Zweifel stets für den Partner sein.
 
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  • #14
Gar keine mehr! Was soll das? Meinen Traumpartner kicke ich weder wegen einem Kind noch wegen Übergewicht. Schöne oberflächliche Welt!

w;32
 
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  • #15
Lieber M40

da haste Chancen. Aber mit 50 fände ich das Thema noch mehr Kinder haben zu wollen ganz schön egoman. Es sei denn du pamperst auch noch zu 50% gleichberechtigt das Wickelbaby.

Ich erwarte einen freien Mann. Einer der sich verlieben darf weil er ungebunden ist und keine rechtlichen Pflichten bestehen die einer neuen Partnerschaft im Wege stehen. Wie eine ewig präsente Exfrau mit drei Kindern aus erster Ehe, oder das Abbezahlen mehrerer Immobilien auf lange Sicht mit so erdrückenden Summen dass zum Neustart ins Glück nichts mehr übrig ist.
Einer der erwachsen ist und verantwortlich denkt und handelt. Nicht wie ein Pubertier mit 40.

Ich erwarte einen ehrlichen und treuen Mann.
Einer der mir immer sagen würde wenn was nicht (mehr) stimmt bevor ich das von Dritten erfahren muss.
Einer dessen Selbstbewusstsein stimmig ist damit er nicht jeder Versuchung nachjagt um sich "gut" zu fühlen. Sowas hat für ich mit echter Männlichkeit auch nichts zu tun !

Ich erwarte ehrliche Liebesgefühle, keine Schauspielerei aus Taktik (weil ich vermögend bin ist mir dieser Punkt durchaus Warterei auf den Richtigen wert).

Ich erwarte das wir gemeinsam lachen können sonst macht das Leben zu zweit gar keinen Spass.
Es muss zu zweit besser sein als allein.
 
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  • #16
Ich finde es interessant, wie die Prioritäten verteilt sind. Ich finde Ehrlichkeit und Treue eigentlich total selbstverständlich. Auch das zueinander stehen wie #5 das beschreibt.

Ich hätte gedacht, dass einige sagen, ihnen wären z.B. Reisen u.a. Freizeitveranstaltungen besonders wichtig, dass man sich als Paar quasi ein schönes Leben macht.

Aber bei mir in der Metropole ist die Wohnsituation schon permanent ein Thema bei den meisten Leuten.

Ob eine (zweite) Familiengründung klappt mit Anfang 40? Ich weiß es nicht. Ich arbeite und mache Karriere und wünsche mir eine richtige Familie.

FS
 
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  • #17
49m

Ja, so sehe ich das auch. Und mit 49 ist die Familienplanung bei mir durch. Die Freizeit gemeinsam und interessant gestallt, haben jetzt höhere Priorität. Ansonsten... langweilig ist das, woran man emotional nicht beteiligt ist. Spießig ist, wenn man einem Bild nachläuft, dass man selbst nicht ist. In dem Sinne kann man auch als Punker ein Spießer sein.
 
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  • #18
Ganz schlimm finde ich Leute, die "in ihrem Umkreis" suchen. Das ist die Eingeschränktheit auf die Spitze getrieben und wirkt provinziell. Selbst wenn sie sich mit Händen und Füßen gegen einen Umzug sträuben, schließen sie damit schon mal alle aus, die ihrerseits sowieso beabsichtigen, noch mal umzuziehen. Denn so jemand biedert sich bestimmt nicht an mit: Aber ich kann ja zu dir ziehen. Wer gleich so eingeschränkt ist, schließt Leute aus, ohne das es nötig ist. Weil die Leute darauf keine Lust haben.
Ich suche auch im Umkreis, wenn ich aktiv suche. Im Profil habe ich stehen, dass ein Umzug schwierig ist, weil ich beruflich unflexibel bin. Ich fühle mich da weder eingeschränkt noch provinziell, ich bin in meinem Leben mehrfach beruflich bedingt umgezogen und habe damit keine grundsätzlichen Probleme. Es gibt allerdings Berufe, in denen das einfach fast nicht geht.

Daher gehört es für mich schon dazu, klar mitzuteilen, dass ein Umzug für mich schwierig ist. Wenn ich Frauen aktiv anspreche, die weit weg wohnen, habe ich eine relativ hohe "Ausfallquote", weil die durch meine Unflexibilität eher abgeschreckt werden. Also lasse ich das gleich, denn vor dem ersten Treffen zu schreiben, dass sie zu mir (= in meine Gegend, mein Haus würde ich für eine gemeinsame Lebensperspektive verkaufen) ziehen müsste, finde ich eine Zumutung. Liege ich da falsch?

m, 46