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Gast

  • #1

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Midlifecrisis euer Männer?

Hallo,
mein Mann steckt tief in einer Midlifecrisis. Es geht ihm beschissen, er hat sich selbst verloren, kann mit sich nichts mehr anfangen und hat große Ängste. Er stellt alles in Frage, sein Zuhause, seine Freunde und Bekannte, seine Ehe und Familie, seinen Beruf, einfach sein ganzes Leben. Am liebsten würde er abhauen und weit weg von vorne anfangen.

Er sieht überhaupt nicht mehr das Positive und Schöne um ihn herum. Er begreift auch nicht, dass es nur weglaufen wäre und das es ihm an anderer Stelle und alleine vermutlich nicht besser gehen wird.

Wir haben über 16 Jahre eine gute Ehe geführt, viel unternommen und haben zwei tolle Söhne (15J u.13J), die nun natürlich selbständiger werden und uns nicht mehr so brauchen.
Ihm ging es schon länger nicht so gut und vor einigen Monaten hatte er sich dann mit einer anderen Frau eingelassen. Er sagt aber, er habe immer auch mich, seine Ehefrau, geliebt. Es wäre dieser Reiz des Neuen, das Prickeln gewesen. Die Affäre hat er sofort nach ihrer Aufdeckung beendet, aber noch sehr daran zu knabbern gehabt. Er konnte die Frau einfach nicht vergessen und hatte keine Klarheit, ob sie vielleicht doch seine Zukunft bedeutet. Als er sie nach einiger Zeit wieder gesehen hat, war er sich sicher, dass es doch nicht die großen Gefühle für sie sind.

Das wiederum hat ihn noch stärker in die Krise gebracht. Er hat wohl verstanden, dass die Affäre nur ein Symptom, nicht aber die Ursache für seine Unzufriedenheit ist und die Ursachen tiefer liegen, in ihm selber.

Ich würde ihm so gerne aus diesem Loch heraushelfen, da ich zwar sehr verletzt bin, ihn aber noch liebe und die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Männern in der Midlifecrisis, wie kann man ihnen da raushelfen oder sie unterstützen und wie lange kann so eine Krise dauern?

Bin dankbar für Antworten
w44
 
  • #2
"Torschluspanik" = diese Männer haben Angst, daß das Jetzige weiter bleibt, bis an ihr Lebensende.
Und kein Freiraum für Neues. Also woanders was verpassen würden.

Also mal selber und gemeinsam aus dem Alltag ausbrechen. "Kleine Fluchten"
Nicht immer das Gleiche machen. Abwechslung wichtig, auch in einer Beziehung.

z.B. einen Kurztrip am Wochenende mit Übernachtung. Da erlebt man viel Neues.
Der Mann muß dafür keine andere Frau suchen, sondern kann die FS dazu mitnehmen.

Aber Beide sollten selbstkritisch überlegen: Was hat sich im Laufe der Jahre angewöhnt ?
Wie kann ich was ändern, um wieder neu und prickelnd auf den Anderen zu wirken ?

(m,53)
 
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Gast

  • #3
das tut mir sehr leid für dich. Ich habe das alles auch durch mit allen klassischen Symptomen. Google bitte "Wege durch die Krise" und melde dich dort an. Dort findest du Antworten auf deine Fragen.
 
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Gast

  • #4
Ich habe dieses Tal der Tränen schon hinter mir. Ich war im dreizehnten Jahr meiner ersten Ehe bei einer Paartherapeutin, die meine Zweifel als Midlifecrisis bezeichnet hat - es war aber auch nur eine selbst ernannte Expertin. Eine Psychologin hat sich dann seriös mit mir und meinen Gefühlen auseinandergesetzt und mir gesagt, dass es eine Midlifecrisis gar nicht gibt, sondern jeder gesunde Mensch sein Leben gelegentlich einem TÜV unterzieht und dies in einem bestimmten Alter häufiger ist. Gesunde Menschen ziehen dann auch Konsequenzen und hören auf ein totes Pferd zu reiten. Ich würde das nicht in die kranke bedenkliche Ecke drücken. Eine Ehe, in der ein Dritter Platz hatte, ist meines Erachtens irreparabel. Dass die Zweitbeziehung wirklich beendet ist, würde ich sowieso nicht glauben. Ich kenne keinen Mann, der das seiner Frau nicht vorgelogen und dann sofort wieder Kontakt zur Geliebten aufgenommen hätte.
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,

hört sich an, wie wenn er in eine Depression gerutscht wäre. Nichts Neues mehr für sich sieht, auch die Affäre war ja anscheinend nur ein Versuch und kein Lichtblick.

Da hilft nur Reden, reden und geduldiges Zuhören. Und herausfinden, was er ändern möchte und ob er das überhaupt noch kann oder auch gar nicht weiss, was er möchte.

Ich kenne einige Leutchen ü 50, die sich in einer Midlifecrisis befinden. Alles wird in Frage gestellt, vorallem der jahrzehntelange uralte Trott. Dazu kommen Gedanken über verpasste Chancen.
Manche wollen etwas ändern, hoffen z.B. auf das Berufsende und träumen dann von Selbstverwirklichung, manche bleiben darin stecken, nehmen dann Tabletten, fühlen sich einfach nur ausgelaugt und werden immer müder.

Den Grund seiner eigentlichen Unzufriedenheit müsste man wissen.

LG
 
G

Gast

  • #6
Ja bei mir ist es auch so. Bin 16J. verh. und es fing mit ca. 40 an. und ist auch nicht besser geworden.
Die Hormonumstellung beim Mann ist ein sehr schleichender Prozess. Ob Beruf, Familie oder Freizeit, alles scheint keinen Sinn mehr zu machen. Alles ist zu viel, die eigenen Kinder empfindet man nur noch als Störfaktor. In Gesellschaft fällt es schwer die contenance zu bewahren, die Standardspielchen der Erwachsenen Nerven nur noch. Besonders Frauen möchte man wo man nur kann anfeinden, obwohl man nie schlechte Erfahrungen gemacht hat. Lust wird immer mehr als Last empfunden. Die moderne Informationsgesellschaft mit ihrer ständigen Erreichbarkeit, sowie die vielen sozialen Netzwerke sind der blanke Horror. Ja man möchte nur noch weg laufen und ein neues Leben anfangen. Ein viel einfacheres ohne all den Klim Bim rund herum. Ein ehrliches, einfacheres Leben in dem man die Chance hat zu erkennen wer man ist. Bei mir geht es schon sieben Jahre so, lange halte ich es nicht mehr aus. Motorrad hat nicht geholfen, neue Frau hilft auch nicht, da jetzige eher in die Kategorie Glücksfall passt. Naja es könnte auch ein Bournout sein, schwer zu sagen, doch es geht vielen gleich alten Männern in meinem Umfeld so. Ich würde mich schon zu den sog. Leistungsträgern zählen. Mein Gefühl ist nur ich brauche Abstand zu allem was mein Leben jetzt aus macht und das für einige Zeit.
 
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Gast

  • #7
Ich träume von Ruhe und Frieden und keinem Stress mehr. Von Bescheidenheit, einem blauen Lattenzaun und meinem Urbedürfniss, nur das zu machen, was mir wirklich entspricht.
Natürlich auf der Basis einer bescheidenen finanziellen Sicherheit.
Ich muss immer Geld anschaufeln, damit zu Hause Alles klappt und habe dazu keine Lust mehr.
Lieber würde ich in einem Garten hinter dem blauen Zaun, Tomaten, Kartoffeln usw. züchten und mich über einen abgesicherten Tag mit meinen ursprünglichen Inhalten freuen.

Der Stress, den jeden Tag hier mit sich bringt, Rechnungen, die bezahlt werden müssen, Elternabende, Schulfeste, Firma, Einkaufen, Klamotten besorgen, Termine noch am Abend wahrnehmen, immer erreichbar sein egal durch welches Medium, macht irgendwann sooo müde.

Ich fühle mich in einer Zwangsjacke, würde am Liebsten aussteigen, was wiederum wegen Verantwortung und Familie nicht geht. Dazu liebe ich die Kinder zu sehr.

Ja, das ist Midlife.

P.S. Muss noch zehn Jahre durchhalten
 
G

Gast

  • #8
Was interessiert dich die Affäre und seine Achterbahn der Gefühle? Schaue DU, wie du für deinen Mann attraktiver werden kannst! Ihr habt doch hoffentlich eine Liebesbeziehung und DU möchtest doch wieder für ihn die Nummer eins sein.
 
G

Gast

  • #9
Ich stimme Gast 3 zu, es ist normal dass ein intelligenter Mensch sein Leben ab und an prüft.

Und das letzte was man da gebrauchen kann ist eine Frau, die nur darauf wartet und die Tage zählt bis alles wieder weiter geht wie bisher. Weil das bisher erreichte dich nicht mehr erfüllt. Da nützt es auch nichts, wenn von außen jemand kommt und meint es wäre doch alles so super. Für dich ist es wie eine Zwangsjacke, ein Hamsterrad, ein Tunnel ohne Lichtblick.

Die Bilanzen sind halt unterschiedlich.
Frau sieht gut etalbiertes Leben, gute Kinder, ggf Haus, ist zufrieden mit dem Erreichten.
Er sieht ein Leben nach Schema F, verpasste Träume, jedes Jahr das gleiche, langweilig, soll's das schon gewesen sein....

Was du tun kannst? Ich denke du solltest den Fokus auf dich richten und ihn machen lassen. Also auch nicht mehr thematisieren, denn jedes nachfragen nervt und setzt unter Druck.
Was ist denn mit dir? Wo willst du noch hin? Mach dich doch nicht so von ihm abhängig!
 
G

Gast

  • #10
Ich hatte keinen Mann der schon mal eine Midlifecrisis hatte (ich halte das Konstrukt auch für bedenklich).

Aber ich habe einen Tip an alle Frauen, die einen Mann lieben, der gerade diese Krise durchläuft: Passt auf euer Herz auf. Ich frage mich, ob Männer sich in dieser Neuorientierungsphase wirklich mit klarem Kopf für eine Frau entscheiden können. Eigentlich müssten sie erstmal sich und ihre Wünsche neu entdeckt haben und dann entscheiden, welche Frau dazu passt... Es ist tatsächlich so, dass man manche Dinge nur mit sich selber ausmachen kann. Als Unterstützung sollte sich der Mann da lieber gute Freunde oder einen Coach suchen und nicht eine Frau. Einer Frau bleibt in einer solchen Phase eigentlich nur übrig, auf den Mann zu warten und ihm zu signalisieren, dass er grundsätzlich nicht allein ist und dass man mitleidet.
 
M

Mooseba

  • #11
Er hatte was mit einer anderen Frau. Somit sollte die Sache für dich erledigt sein. Es ist nicht mehr dein Problem. Was willst du noch?
 
G

Gast

  • #12
Hallo FS,

dieses Phänomen habe ich oft in meinem Freundes- und Bekanntenkreis beobachtet. Grade auch ein aktuelles Beispiel. Ich kann Dir nur raten Akzente in Eurer gemeinsamen Beziehung zu setzen. D.h. klare Anweisungen, klare Meinungen, klare Ziele und klare Aktionen. Ich würde mich in dieser Beziehung auch klar definieren. Ich würde ihm auch klar verdeutlichen, dass Du keinen weiteren "Fehltritt" mehr duldest und dies auch durch eine gewisse Kälte ihm gegenüber verdeutlichst.
Sicherlich müßt ihr über seine/eure Wünsche, Träume und Ziele, die er als junger Mann hatte reden und ob ihr die noch gemeinsam erreichen könnt.
Vielleicht könnt Ihr das ein oder andere auch noch verwirklichen. Mach ihm klar, dass es noch weiter geht und es noch nicht vorbei ist - mit 66 fängt doch bekanntlich das Leben erst an - bis dahin könnt ihr noch viele Träume/Hobbys/Ziele verwirklichen.
Der Alltagstrott ist jetzt kontraproduktiv - neue Ziele oder alte Ziele verwirklichen bringen euch jetzt das Glück.
 
G

Gast

  • #13
Hallo FS,
Dein Mitleid mit deinem Mann ist schon erstaunlich, obwohl er dich betrogen hat, glaubst du noch, du wolltest oder könntest ihm helfen? Da kann ich dir nur raten, hilf dir lieber selbst, dass du dein eigenes Leben neu ordnest, dich möglichst unabhängig von ihm machst, denn das hört sich alles so an, als ob eure Ehe am Ende ist. Er wird sich weiter selbst suchen, zwischendurch noch die ein oder andere Frau, was Neues, Prickelndes, am Wegesrand finden, und das kannst du noch ein paar Jahre erleiden oder aber diesem erbärmlichen Schauspiel deinerseits ein Ende setzen. Ist doch egal, was er hat, wenn er eure Ehe retten wollte, müsste er sich definitiv anders verhalten und hätte bei dir eine Menge gut zu machen. Solange du ihn so unpassend bemutterst und weiterhin alles klaglos akzeptierst, was er dir antut, solange wird er umso mehr das Weite suchen. Wo hast du denn deine Aggression und Wut vergraben, das wäre eine angemessene Reaktion. Du reagierst wie eingeschlafene Füße. Dein Mann denkt wahrscheinlich, dir ist sowieso alles egal.
 
G

Gast

  • #14
<mod>

Ihr Lieben,
vielen Dank erstmal für eure Antworten. Natürlich habe ich in meiner ersten Schilderung des Problems nicht alles erzählt, natürlich habe ich auch wütend reagiert, natürlich konzentriere ich mich momentan, auch wenn es schwer fällt, hauptsächlich auf mich selbst. Ich könnte die Beziehung auch beenden. Klar. Aber es ist einfach nicht das, was ich im tiefsten Inneren möchte. Ich habe sehr in mich hineingehört und eben festgestellt, dass da noch eine Menge Liebe ist. Wäre sie nicht mehr da, wäre es auch einfacher für mich.
Ich fühle mich ihm sehr verbunden. Für mich bestand da immer eine Art Seelenverwandtschaft und es tut mir weh zu sehen, wie schlecht es ihm geht. In "schlechten Zeiten" waren wir auch immer wie gute Freunde füreinander und die haben auch das Bedürfnis einander in Zeiten der Not zu helfen. So geht es mir gerade.
Bin weiterhin dankbar für eure Anregungen und Erfahrungen
w44
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #15
Hallo FS,

Du weisst schon dass Du eine der vielen uin einer sehr langen Reihe von Ehefrauen bist die sich das viel zu lange gefallen lassen.

Er sagt aber, er habe immer auch mich, seine Ehefrau, geliebt. Es wäre dieser Reiz des Neuen, das Prickeln gewesen. Die Affäre hat er sofort nach ihrer Aufdeckung beendet, aber noch sehr daran zu knabbern gehabt. Er konnte die Frau einfach nicht vergessen und hatte keine Klarheit, ob sie vielleicht doch seine Zukunft bedeutet. Als er sie nach einiger Zeit wieder gesehen hat, war er sich sicher, dass es doch nicht die großen Gefühle für sie sind.

Sorry, das ist gequirlte Sch***. Ist völlig egal ob der die Affäre beendet hat oder nicht, Seine Liebe zu Dir ist Geschichte. Ist es nicht diese Frau dann irgendwann eine andere. Alleine dieses hin und her macht das klar. Er mag Dich noch, er will auch die Familie als Hafen verzichten (wenn Ihn dann die nächste wieder verlassen hat) aber Liebe ist keine mehr da. Das wollt Ihr beide halt Glauben.

Wer wirklich liebt tut so etwas seiner Familie nicht an. Der macht seine Selbstzweifel mit sich aus ohne durch andere Betten zu springen. Vielleicht geht er zu einem Therapeuten um sich über sich selbst und seine Ziele klar zu werden aber er wird nicht die geliebten Menschen verletzen.

Meine Ex hatte damals auch die Mitleidskrisis... Das einzige Heilmittel für mich war das beenden der Ehe und eine Inventur MEINES Lebens. Sie hat nun dasselbe unzufriedenen Leben mit meinem Scheidungsgrund. (Sie dachte ja Ihr Problem sein mit dem neuen Mann gelöst, Sie müsse nichts an sich ändern). Ich dagegen musste was tun um mich wieder Gut zu fühlen und hab das mit Hilfe eines Profis auch getan.

Liebe FS, genau das wünsche ich Dir auch! Ein nicht einfacher Weg aber er lohnt sich! Schmeiss Dein Leben nicht weg sondern Ihn raus! Kümmer Dich um DICH, Sein Leben kannst Du nicht reparieren, das kann nur er selbst.

Eure Liebe ist am Ende! Wenn sie denn jemals wirklich da war....
 
G

Gast

  • #16
Ganz Allgemein und NICHT auf die FS zielend:

Ich bin der Überzeugung, dass die sog. Midlife Crisis ein Konstrukt der Gesellschaft ist um den männlichen Ackergaul in der Spur zu halten.
Da reibt sich ein Mann jahrzehntelang auf um Haus, Frau, Kinder und die allgemeinen Ansprüche zu versorgen. Irgendwann tritt er auf die Bremse, überlegt, und fragt sich: "Wozu?". Er könnte die Hälfte arbeiten, hätte mehr Zeit UND Geld und könnte machen was er will. Stattdessen wartet zu Hause womöglich eine Frau, die sich gehen lässt. Und/oder undankbare, miesgelaunte Kinder. Enorme Verschuldung für Haus und Hof, Ansprüche an den Urlaub und und und. Für mich als relativ jungen, hedonistischen Mann klingt das wie die Vorhölle. Ich kann verstehen, wenn solche Versorgertypen irgendwann eine Zwischenbilanz ziehen und merken, dass sie einen Teil ihres Lebens für andere Menschen verschwendet haben und Preis/Leistung miserabel war.
Auch Männer sollten sich endlich emanzipieren.

M31
 
G

Gast

  • #17
Liebe FS,
ich hatte auch so ein Exemplar. Plötzlich war ihm der Alltag zu viel. Er war nie begabt und auch nicht besonders fleißig. Da ist klar, dass man dann in den frühen 40ern die berufliche Endstation erreicht hat und von den hungrigen jungen Kollegen überholt wird. Meiner war auch nur am noelen und stellte alles infrage. Ich dachte, da müssen wir durch, ich wäre ja auch mal in die Wechseljahre gekommen.

Als er fremdv***** gab es kein Pardon mehr - Ende mit Verständnis, sofortige Trennung mit anschließender Scheidung. An diesem Punkt war eine Grenze überschritten und ich konnte ihn sehen, wie er ist - ein unengagierter, egozentrischer Dauermeckerer ohne besondere Talente oder persönliche Eigenschaften. Mein Vorteil: ich war immer beruflich erfolgreicher als er und bin nach dem Absturz schnell wieder auf den Fuessen gelandet, führe jetzt ein Leben in der Komfortzone, während er nach ein paar Affären nun seit Jahren allein ist. Affärenfrauen wollen nämlich keine schlechtgelaunten abgebrannten Hungerleider und das sind die meisten Männer, wenn sie für 2 Jugendliche Unterhalt zahlen müssen, bis diese mit der Ausbildung durch sind.

Bei mir war nach dem Fremdgehen keine Liebe mehr da, aber wenn Du ihn noch liebst, würde ich sofort Gegenmaßnahmen ergreifen Paartherapie und wenn er nicht mitmacht, sorfortige Trennung. Weil es das Familienzuhause ist, soll er ausziehen.
Nur so kommt er zur Vernunft. Er kann zusätzlich eine Einzeltherapie machen oder einen Männerarzt aufsuchen, der ihn hormonell einstellt - nur rumjaulen und sein Ding machen, wäre mit mir als Ehefrau keine Option.

Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass Frauen mal sehen müssen, was den Männern wirklich abverlangt wird. Trägt er allein die finanzielle Belastung für die Familie? Dann ist es ok, wenn Du ihm davon was abnimmst, selber mehr arbeitest, damit er beruflich etwas kürzer treten kann, dann allerdings auch familiäre Pflichten übernehmen muss. Die Familie muss sich dann eben finanziell einschränken, aber bei Liebe muss das ja wohl möglich sein.
Viele Frauen machen es sich in der Kinderbetreuung mit wenig forderndem Nebenjob auch noch bequem, wenn die Kinder diese Betreuung nicht mehr brauchen und eher ein Vater mit Viellebenserfahrung gefordert ist, als die behütende Mutter. Da müssen Frauen auch mal umschwenken von Muttertier auf Partnerin.
w, 50
 
G

Gast

  • #18
Liebe FS

dieses Herumsuchende kann einen schon wahnsinnig machen.

Ich habe meinen EPler, einen geschiedenen 48er, allein lebend, am Ende nur noch auslachen können. Der war voll midlifecrisig. Kaufte sich mehrere Sportautos. Fuhr dann kaum damit- komisch, wozu denn dann ? Buchte Trekking in Nepal. Sagte aber 2 Wochen vorher ab und meldete sich krank. Jammerte dass seine Sehnen und Bänder nicht mehr so straff seien wie noch 5 Jahre früher. Stand vor'm Spiegel und sinnierte über OP zur Straffung der Züge. Nörgelte viel, war dauernd "gestresst", auch in ganz normalen Alltagssituationen wie einparken, Mobile telefonieren, dem Kellner winken. Die Welt schien in seinem Augen stets dem Untergang geweiht- weil Monsieur ein Bauchzwicken, Magen-Darm oder Kopfweh hat. Auf meine Gelassenheit reagierte er aggressiv und von Hormonersatztherapie wollte er nichts hören. In der Midlife-Crisis verlieren Männer die Fähigkeit über sich selbst zu lachen.
 
G

Gast

  • #19
@ 15: ich sehe es genauso, guter Beitrag. Ich denke dass viele Männer sich nicht trauen rechtzeitig Nein zu sagen weil sie nicht als der Böse abgestempelt werden wollen. Diese sog Midlifecrisis nur ein Alarmsignal um wieder an sich selbst zu denken. Ähnlich ist es mit Burn Out im Beruf. w
 
  • #20
Ganz Allgemein und NICHT auf die FS zielend:

Ich bin der Überzeugung, dass die sog. Midlife Crisis ein Konstrukt der Gesellschaft ist um den männlichen Ackergaul in der Spur zu halten.
Da reibt sich ein Mann jahrzehntelang auf um Haus, Frau, Kinder und die allgemeinen Ansprüche zu versorgen. Irgendwann tritt er auf die Bremse, überlegt, und fragt sich: "Wozu?". Er könnte die Hälfte arbeiten, hätte mehr Zeit UND Geld und könnte machen was er will. Stattdessen wartet zu Hause womöglich eine Frau, die sich gehen lässt. Und/oder undankbare, miesgelaunte Kinder. Enorme Verschuldung für Haus und Hof, Ansprüche an den Urlaub und und und. Für mich als relativ jungen, hedonistischen Mann klingt das wie die Vorhölle

M31

Das ist die Vorhölle.

Es gibt keine Midlifecrisis. Das ist ein Konstrukt. Genau wie Peter-Pan-Syndrom, etc. Das neuste ist die Third-Life-Crisis. Weil mittlerweile die gut ausgebildeten 30jährigen keine Lust mehr haben, sich
vor den Karren spannen zu lassen.

(Mal gucken was sich noch für Bezeichnungen erfunden werden)

Sie haben es vollkommen richtig erkannt. Das ist das gleiche Prinzip wie im Krieg. Man appelliert
an Treue, Heimatliebe, Stolz und verheizt die Männer an der Front.

Hier ist das etwas geschickter gemacht, hier wird etwas dysfunktionales mit Krise suggeriert.
Etwas, was wieder aufhört, wenn man in die Spur kommt.

Auch wenn das keiner hören möchte, da stehen jeden morgen viele Millionen Beta-Männchen auf,
um ihrer sozialen Rolle gerecht zu werden. Um Frauen, Kinder und Alte (Und mittlerweile noch andere Leute) querzufinanzieren.

Diese Querfinanzierung ist vollkommen in Ordnung. Bloß in Zeiten in denen immer mehr vom Lohn abgeschöpft wird, wird dieses Modell für den Mann immer unrentabler.

Deswegen müssen solche Konstrukte eingeführt werden. Um die wahre soziale Dynamik zu verschleiern.


Dein Mann hat keine Krise. Er merkt nur langsam mal, dass seine "Belohnung" fürs tägliche Ackern
nicht besonders hoch ausfiel. Jetzt holt er sich ein Stück vom Kuchen.
 
G

Gast

  • #21
Wozu?. Er könnte die Hälfte arbeiten, hätte mehr Zeit UND Geld und könnte machen was er will. Stattdessen wartet zu Hause womöglich eine Frau, die sich gehen lässt. Und/oder undankbare, miesgelaunte Kinder. Enorme Verschuldung für Haus und Hof, Ansprüche an den Urlaub und und und. Für mich als relativ jungen, hedonistischen Mann klingt das wie die Vorhölle. Ich kann verstehen, wenn solche Versorgertypen irgendwann eine Zwischenbilanz ziehen und merken, dass sie einen Teil ihres Lebens für andere Menschen verschwendet haben und Preis/Leistung miserabel war.

M31

Das ist aber eine schlimme Vorstellung von Familie und Kindern?
Was wäre denn dann die Konsequenz? Niemals eine eigene Familie und eigene Kinder? Es gibt viele Männer, die aber genau das wollen. Und dass man seine Familie auch irgendwie versorgt, gehört nun mal dazu.
er hat sich für eine Familie entschieden. Basta!
Eine Frau lässt ja auch nicht plötzlich ihre Kinder und ihren Mann im Stich, weil sie keinen Bock mehr auf Familie und Haushalt hat und lieber mit dem jungen Lover reisen und shoppen gehen will, lieber High Heels tragen will, statt Gummistiefel im eigenen Garten und lieber in schicke Bars geht als zu Lidl für den Familieneinkauf.

Man kann auch innerhalb seiner Familie kleine Fluchten für beide schaffen. Kinderlose Wochenenden und Reisen, nette Restaurants und Bars, man kann sich einen interessanten Freundeskreis zulegen und viel zusammen oder auch mal jeder für sich unternehmen. Man kann auch mal alleine oder nur mit Freunden ohne Partner verreisen - alles drin, aber wenn man sich für Familie und Kinder entscheidet, muss einem klar sein, dass man an einer funktionierenden Partnerschaft auch arbeiten muss, damit es nicht zur Routine wird.

Aber glaubt mir liebe Männer: Es ist für eine Frau NICHT die Erfüllung, nur Mutter und Ehefrau zu sein. Auch Frauen haben Sehnsüchte nach einem aufregenden jungen potenten Lover, nach spannenden Reisen, nach schicken Locations, nach Karriere - das kann man aber auch zusammen machen.

Eine Geliebte muss deswegen noch lange nicht sein!

Einfach als Mann zu gehen, weil es nicht mehr schick oder aufregend genug ist, finde ich gemein.
Man kann seine Familie nicht einfach im Stich lassen, das sind Menschen, die die wichtigsten sind, die man hat, die einem vertrauen und die einen lieben. Man hat dann einfach Verantwortung.
Als Ehefrau und als Ehemann genauso.

Würde mal gerne wissen, was Männer sagen, wenn eine ehefrau sagt, dass sie keinen Bock mehr auf Haushalt und Familie hat un d einfach geht. Was sagen Männer, wenn ihre Mutter das zu ihnen gesagt hätte und mit dem knackigen Tennistrainer durchgebrannt wäre?
Ist ja wohl an Egoismus nicht zu toppen!

Und in 5 Jahren jammern sie dann rum, dass sie alleine sind und die Kinder nichts mehr von ihm wissen wollen, die Ehefrau nen Neuen hat und die neue Geliebte entweder schwanger wurde und er nun neue Kinder hat oder es schon wieder geplatzt ist.
 
G

Gast

  • #22
Der Mann hat eine haus, eine Frau, die ihn liebt, eine 13jährige gute Ehe und jetzt wirft er alles weg. Die Frau hat ihre Schuldigkeit getan, es muss Frischfleisch her. Und dann gibt es Männer, die das auch noch in Ordnung finden, die hier schreiben, es sei sein gutes Recht.
Ich finde das traurig. Und mir tut die FS unendlich leid, denn sie hat nichts Schlimmes getan, wird hier aber von einigen Männern behandelt, als sei es eine Zumutung für einen Mann, mit ihr zusammenzusein. Als sei es eine Zumutung, eine Familie und Kinder zu haben.
Kann ja jeder machen wie er will, aber die meisten Menschen wünschen sich genau DAS.

Aber das Gras ist eben für manche immer grüner auf der anderen Seite, dann muss plötzlich eine neue und junge Frau her und die alte soll ab nun ihr eigenes Ding machen, wie hier einige schreiben.

"Mach Dich nicht so abhängig" schreibt einer. Nach so einer langen gemeinsamen Zeit ist man aber abhängig voneinander, denn man gehört zusammen, man ist an das Leben mit dem anderen menschen, den man liebt gewöhnt und nur weil er nun geileren aufregenderen Sex hat, soll sie ihr eigenes Ding machen?
Die Frau hat doch auch auf so einiges verzichtet, aber sie haben doch eine tolle gemeinsame Zeit gehabt, das verbindet doch.

Natürlich kann es immer passieren, dass man sich in jemand anderen verliebt, aber dass Männer sich ab 40+ einfach was Jüngeres suchen, ist einfach gemein.

Sie meinen, sie wären dann jünger, sie wollen nicht älter werden - das wollen Frauen aber auch nicht.

Aber ist es nicht unendlich viel mehr wert, mit einem Menschen zusammen zu sein, der einen wirklich liebt, ganz egal wie alt und schrumpelig man wird?

Bis jetzt bin ich noch lange nicht alt und schrumpelig, aber ich würde gerne einen Mann finden, mit dem ich das könnte.
 
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