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Gast

  • #1

Welche Erfahrung mit einem sensiblen Partner habt ihr und wie geht ihr damit um?

Er lebt ca. 340 km von mir und erwartet von mir Liebesbezeugungen. Ich habe ihn an zwei Wochenenden besucht und wir sind uns auch nähergekommen. Er reagiert sehr sensibel, wenn wir uns nicht regelmäßig auf Grund der Entfernung sehen können, fühlt sich zurückgesetzt und es kommen auch schon mal Tränen vor. Teils reagiert er auch trotzig. Schmerzhaft für ihn ist auch, dass ich ihn noch nicht zu mir eingeladen habe, obwohl er den Fahrtweg auf sich nehmen würde und mir in jedem Sinne versucht entgegenzukommen. Auch beruflich läuft bei ihm nicht alles so, wie er es gern hätte, was ihn auch runterdrückt. Er ist aber auch ein sehr liebenswürdiger Mensch, den ich nicht (absichtlich) verletzen möchte. Handle ich zu vorsichtig? Wie seht ihr diese Situation?
 
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Loredana

  • #2
Das klingt nach einer Menge Altlasten in ihm. Was Du von Ihm schreibst, klingt maximal unsicher, verunsichert. Von Deiner Seite her aber auch, oder warum erfolgte noch keine Einladung Deinerseits an ihn?! Ich denke, aufgrund seiner seelischen Situation hat er da doch sehr gute Antennen, oder?! Er spürt Deine Unsicherheit und das zu seiner eigenen hinzu, ergibt "Ausnahmezustände" was auch die Tränen erklären würde.

Würde mich interessieren, was Du für Dich selbst über die Beziehung zu diesem Mann denkst. Deine Aussage, dass er sehr liebenswürdig ist, reißt ja auch nicht grad vom Hocker.

Gruß .. Loredana
 
  • #3
du musst die grenzen jetzt stecken, wie weit du da mitspielen willst, später wenn du einmal mehr mit gesoielt hast als dir lieb ist, ist es zu spät.
 
G

Gast

  • #4
Ich mag ihn sehr. Sehr gute Antennen hat er und er weiß, wie ich empfinde und was in mir vorgeht. Ich habe ihn noch nicht eingeladen, da ich ein 7jährigen Sohn habe, dem ich nicht dauernd einen neuen potentiellen Partner vorstellen will. Bei ihm ist wie er sagt schicksalshaft der Blitz eingeschlagen, von meiner Seite aus muss es wachsen. Ich fühle mich dann mit einem "ich liebe dich" und anderen Liebesbekundungen überfordert.
 
  • #5
Wenn du ihn sehr magst, dann ist das doch schon mal eine sehr gute Voraussetzung!?

Du sagst, dass es bei dir wachsen muss. Wie soll irgendetwas wachsen, wenn du ihn auf Distanz hältst? Gib ihm ruhig eine Chance dich kennen zu lernen und dir selbst auch ihn. Sage ihm aber ganz klar und deutlich, dass du Zeit brauchst und auch WILLST, da du eben deinem Kind nicht ständig einen neuen vorstellen möchtest. Das sollte er verstehen. Abgesehen davon, musst du ja dein Kind nicht am Anfang gleich jedem vorstellen. Das kannst du auch noch später machen, wenn du dazu bereit wärst. Auf jeden Fall ehrlich sein. Wenn er so sensibel ist, dann spürt er ja auch, dass du ihn von dir fern hältst. Das ist auch dann der Grund, zumal bei ihm ja der Blitz einschlug, dass mal Tränen fliessen. Gib ihm einfach klar zu verstehen das du ihn gerne hast und ihn auch kennen lernen willst, aber stoße ihm nicht mit zurückhaltung vor den Kopf, den das verletzt einen sehr sensiblen auf jeden Fall!
 
L

lawrence

  • #6
1. bist du nicht seine Therapeutin 2. ist er ne Heulsuse 3. denkt er nur an sich. Ich finde es in Ordnung, dass er nicht zu dir darf wegen des Kindes.
 
G

Gast

  • #7
Einerseits scheinst Du ja recht angetan zu sein, aber andererseits hältst du ihn auf Abstand. Mal ehrlich: Hast Du Dir einen Partner in so großer Entfernung gesucht, weil Du noch gar nicht bereit bist für eine neue Beziehung?

Auch was Du von ihm schreibst, klingt für mich nicht gut. Er erwartet Liebesbezeugungen. Glaubt er, Dich dazu zwingen zu können? Mit Tränen? Und dann reagiert er trotzig! Was Du beschreibst, klingt eher nach emotionaler Erpressung. Mit diesen 'sensiblen' Menschen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Sie setzen unter Druck, machen ein schlechtes Gewissen, geben anderen die Verantwortung für ihr Leiden und wenn es dick kommt, drohen sie auch noch mit Selbstmord. Und wärend man dann selbst in Panik gerät, beschwert er sich schon bei der nächsten, wie schlecht man ihn behandelt habe. Gut, das sind meine Erfahrungen. Aber hast Du nicht auch so einen Hang dazu, andere zu retten? Gefühlsvampire spüren das sofort und treiben ihr Spiel. Sollte nicht 'sensibel' heißen, dass er sich auf die Gefühle und Bedürfnisse seiner Mitmenschen einstellt und nicht, dass er emotionalen Druck ausübt.

Auf jeden Fall: Sei vorsichtig!
 
G

Gast

  • #8
Was sagt Dir dein Bauch? Ich denke, Du kennst die Antwort schon. Warum schreibst Du sonst, Du willst ihm nicht weh tun.
Liebe soll und muss gerade am Anfang unkompliziert sein.
Eine Teilnehmerin im Forum hat einmal etwas sehr Treffendes geschrieben
"Ich will mir hier doch kein Problem einhandeln...."

Genau das ist der Punkt, der Mann muss erst mal sein eigenes Leben in den Griff bekommen.
Wenn er das geschafft hat, kann er sich bei Dir melden. Vielleicht ist das ein Anreiz für Ihn, endlich seine Probleme aktiv anzugehen.

Susanne
 
  • #9
In allererster Linie solltest Du Deinem Herzen folgen -- denke dabei an Dich, Deinen Sohn und dann an den potentiellen neuen Partner. Meinst Du, dass Du so eine labile Person mit Deinen Sohn zusammenbringen kannst? Wie sind die Aussichten, dass das eine stabile, belastbare, dauerhafte Beziehung ergibt, die auch Krisen übersteht? Kann er auch Dir Rückhalt geben oder sucht er nur eine starke Person, die ihn leitet?

Mein Bauchgefühl würde gegen labile Personen sprechen -- mit eigenem Sohn erst recht. Sei vorsichtig, dass Du Dir nicht mehr Probleme als Lösungen einhandelst.
 
L

Loredana

  • #10
Liebe Fragestellerin,

"Zitat: Ich mag ihn sehr. Sehr gute Antennen hat er und er weiß, wie ich empfinde und was in mir vorgeht. Ich habe ihn noch nicht eingeladen, da ich ein 7jährigen Sohn habe, dem ich nicht dauernd einen neuen potentiellen Partner vorstellen will. Bei ihm ist wie er sagt schicksalshaft der Blitz eingeschlagen, von meiner Seite aus muss es wachsen. Ich fühle mich dann mit einem "ich liebe dich" und anderen Liebesbekundungen überfordert."

Vielen Dank für Deine weiteren Informationen. So sieht man doch etwas klarer, wie ich finde. Ich kann Dich sehr gut verstehen! Und ich finde, dass mancher hier es sich ziemlich einfach macht. Manches liest sich wie ein Handbuch, alles schön der Reihe nach "abarbeiten". So spielt aber das Leben und Beziehungen schon gar nicht. Wenn zwei aufeinandertreffen und dabei doch deutlich unterschiedliche Geschwindigkeiten an den Tag legen, ist das schon sehr schwierig. Ich kann mir schon den Druck vorstellen, den Du da fühlst. Auf der einen Seite der Sohn, den Du schützen willst. Auf der anderen Seite der Mann, dem es nicht schnell genug geht. Wenn der Mann so gute Antennen hat, wie Du beschreibst, so sensibel ist, wie Du beschreibst, solltest Du über all (alle!!!) Deine Nöte da offen mit ihm reden und auch die Endlichkeit Deiner Geduld, Verständnis nicht unter den Tisch fallen lassen. DU denkst an alle, wer denkt dabei an Dich? Ich glaube, es wird höchste Zeit, dass DU mal zuerst an DICH denkst!

Viel Glück.. Loredana
 
G

Gast

  • #11
Sag' mal, was ist das für ein unglaubliches Weichei! Hab ich richtig gelesen, er weint sogar und das womöglich am Telefon? Wenn dem so sein sollte, gibt es meines Erachtens nur eines, die Sache mit "ihm" beenden. Alles, was Du über ihn schreibts, klingt so unmännlich, dass ich es kaum glauben kann.

Es ist unglaublich, welche Art Männer dieses Land heutzutage schoin hervorbringt...

Viele Glück!
(Gruß, m/39)
 
L

Loredana

  • #12
@10:
Du urteilst schnell über einen Menschen, den Du gar nicht kennst. Sind Männer nur männlich, wenn sie nicht weinen? Heijeijei.. in welchem alten Jahrhundert sind wir denn hier?

Du scheinst Dich zu den Glücklichen zählen zu können und noch nicht wirklich einschneidende, schlimme Erfahrungen im Leben gemacht zu haben, nicht wissend, was Ausnahmezustände und ihre Folgen sind. Verständnislosigkeit und Trostlosigkeit sind nur 2 Dinge, an denen diese Gesellschaft heute krankt. Danke für's entsprechende Beispiel!

Gruß .. Loredana
 
G

Gast

  • #13
@Loredana
Ich habe schon ziemlich miese Situationen durchgemacht und das in wirklich vielerei Hinsicht. Ich halte es aber wie die alten Preußen:

"Eine verlorene Schlacht, ist noch lange keine verlorener Krieg!"

Als Mann, der ich nun einmal gerne bin, käme für mich so ziemlich alles in Frage außer zu weinen, noch dazu wegen und vor einer Frau! Mit solchen Weicheiern kann man keinen Saustall mehr stürmen! Das kann unmöglich im Interesse von Euch Frauen liegen oder?

Gruß (m/39)
 
G

Gast

  • #14
Loredana, ich denke, wenn der mann der fragestellerin am beziehungsanfang, wenn man nicht noch besser kennenlernphase sagen sollte, etwas vorheult, dann hat er wirkliche probleme und sollte diese erst lösen, bevor er sich mit jemandem einlässt oder einlassen möchte. eine freundin von mir hatte eine ähnliche beziehung und der mann konnte seine probleme auch mit ihr nicht lösen, nein, ganz im gegenteil, er hat sie mit hinein gezogen.
ich kann friederika nur zustimmen, in allem was sie sagt.
ich bin auch w mit kind und da ich selbst stark bin (meistens) und es auch wegen meinem kind sein muss, wäre so ein mann für mich - sorry für die wortwahl - untragbar. abgesehen davon finde ich es - wie die fragestellerin - sehr erdrückend, wenn nach ein paar dates die liebesbekundungen erwartet werden. das mag in ausnahmefällen, wenn der blitz - bei beiden seiten - einschlägt vielleicht mal passieren, aber auch dann ist es eben auf beiden seiten so gewollt.

an die fragestellerin: hast du ihm erklärt, dass du ihn nicht einlädst, weil dein kind nicht jeden potentiellen partner kennen lernen soll? ich denke, das versteht eigentlich jeder normal denkende mensch.

überleg dir gut was du willst, für mich hört er sich sehr depressiv an (und da solltest du wirklich sehr in dich gehen) . für mich wäre ein mann in diesem gemütszustand (beim kennenlernen) nichts, würde ich sofort abblocken. ich hab mein kind, meinen fulltime-job und das ist erstmal genug zu regeln - denke dir geht's da nicht anders.
 
L

Loredana

  • #15
@12 .. Hallo m/39
Deinem Zitat stimme ich voll und ganz zu! Aber ich mache schon noch einen Unterschied zwischen wegen einer Frau und vor einer Frau weinen, obgleich beides für mich nur natürlich wäre ;-)
Die Welt ist nun mal nicht voller Supermänner, ergo ….
Es geht auch im Moment hier nicht um UNS FRAUEN sondern um den speziellen Fall der Fragestellerin, von der es übrigens schön wäre, sie würde hier mehr mitreden.. smile*

@13
Ich kann voll und ganz nachvollziehen, was Du sagst und bin da ziemlich weit bei Dir! Ich persönlich (worum es hier aber nicht geht) würde einen so problembelasteten Mann nicht mit der Kneifzange anrühren, was ich demjenigen auch deutlich sagen würde, in höflicher Form natürlich. Ich bin immer dafür erst das Alte abzuschließen bevor ich was Neues anfange. Einen neuen Partner mit meinen Altlasten zu traktieren, fände ich unfair .. und gegen Unfairness bin ich selbst höchst allergisch.

Grundsätzlich bin ich bei der Fragestellerin der Meinung, dass sie noch an der Bekanntschaft festhält, weil erneutes Alleinsein dagegensteht.

Aber ich bin nicht der Typ, der hier oder generell jemanden so kategorisch beurteilt, wie "#10" es tut.

Gruß .. Loredana
 
G

Gast

  • #16
Liebe Fragestellerin,
deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor! Ich erlebte mal haargenau dasselbe. Komischerweise war nach einem halben Jahr (nachdem ich meine Zurückhaltung aufgegeben hatte) der Blitz genauso schnell wieder verschwunden. Eine psychologisch geschulte Freundin diagnostizierte "narzisstische Störungen". Also, Hände weg!
 
G

Gast

  • #17
Können wir uns treu sein? Verändern wir uns und leben uns auseinander? Wie gestalten wir unsere unterschiedlichen „Alltage“ so, dass der Partner daran teilhaben kann – und wie gestal-ten wir, jedes mal aufs Neue, das Wiedersehen so, dass die oft knapp bemessene gemeinsame Partnerschaftszeit für uns erfüllend ist und bleibt?

Die Fragestellungen besitzen gleichermaßen ständige Aktualität bei Trennungen über Wochen und Monaten wie auch bei Trennungen bei Wochenendbeziehungen.
Ein Kernproblem der räumlich getrennten Beziehung ist die Tatsache, dass die beiden Partner bei jedem Wiedersehen aus meist gänzlich verschiedenen Alltagen kommen – und so bei der Rückkehr des einen zwei verschiedene Lebens-Welten aufeinanderprallen. Die zentralste aller Herausforderungen für das Paar ist es daher, eine eigene Art und Weise in der Kommunikati-on entwickeln zu müssen. Das Paar muss versuchen, sowohl die je unterschiedlichen positi-ven und negativen Erlebnisse im Alltag, Befindlichkeiten, Erwartungen bzw. Hoffnungen, Ängste bzw. Befürchtungen „mit-zu-teilen“, um an der Erlebniswelt und an der Gefühlswelt des anderen teilhaben zu können. Auch wenn die Partner versuchen, den anderen nach besten Möglichkeiten am eigenen Alltag teilhaben zu lassen und den Alltag des anderen mitgeteilt zu bekommen, so bleibt doch das Kernproblem bestehen: Egal ob nach einer Arbeitswoche oder nach Wochen und Monaten der Trennung, die beiden Persönlichkeiten müssen bei jedem Wiedersehen Erlebnisse, aber auch innere und äußerliche Veränderungen und Entwicklungen zusammenfügen zur gemeinsamen Erlebniswelt.

Auf Dauer also besteht neben der Problematik, keinen gemeinsamen Alltag zu haben, die Gefahr einer „Veroberflächlichung“ der Beziehung mit zu wenig Gelegenheit, Gefühle, Hoffnungen bzw. Erwartungen und Ängste bzw. Befürchtungen auszutauschen.



Ich könnte/wollte das nicht..........
 
G

Gast

  • #18
Liebe FS

mit der Distanz, die ja auch praktisch ein Problem bei euch ist,
verunsicherst du diesen Mann zusätzlich. Ausserdem fühlt er sich
von dir randständig behandelt.
Gib ihm das sichere Gefühl bei dir die Nummer 1 zu sein.
Hochsensible Menschen brauchen einen etwas längeren Anlauf
um ganz normale entspannte Partner zu werden.
On/off ist genau das Falsche. Mehr Nähe, mehr Gemeinsamkeit
und auch körperliche Zärtlichkeit ist das was er sich von dir erhofft.