• #1

Was würdet ihr für die Liebe opfern?

Hallo,

mich würde heute mal ganz allgemein interessieren, was ihr bereit wärt, für einen relativ neuen Partner zu tun, um mit ihm zusammensein zu können.

Insbesondere die mittlere Altersklasse, also so 35+, wenn man sich schon ein eigenes Leben und Lebensumfeld mit Kindern, relativ sicheren Job, oder Wohneigentum aufgebaut hat. Und wenn man schon eine mehrere längere Beziehungen hinter sich hat und dann "neu" anfangen würde.

Ich meine vor allem Sachen wie: in andere Stadt umziehen und dem Partner zu liebe neuen Job suchen müssen, Wohneigentum aufgeben, etc.

Ich habe für mich festgestellt, dass ich immer weniger kompromissbereit bin, nicht mein ganzes Leben aufgeben würde, um unbedingt eine Beziehung realisieren zu können.

Wie ist das bei euch ? Wo sind eure Grenzen ?
 
  • #2
Ich antworte dir jetzt einfach einmal auch wenn ich doch jünger bin als 35. Ich hatte damals einen sicheren Job (so sicher er halt sein kann), einen großen Freundeskreis und einen Hund. All das habe ich mit 24 aufgegeben für die Liebe bzw. damals nur für die Chance auf eine Beziehung.

Wenn es heute zu einer Trennung kommen würde, wäre ich schon um einiges unflexibeler. Ich bin jetzt 31 und würde einen erneuten Umzug in eine weiter entfernte Stadt ausschließen, da ich eine kleine Tochter habe und diese nicht aus ihrem Umfeld (gerade Großeltern und Vater) reißen würde. Wir haben ein gemeinsames Haus, auf das kann ich verzichten und könnte mich auch mit einer kleinen gemütlichen Wohnung zufrieden geben.

Alles in allem würde ich wohl nicht mehr wirklich viel für eine Beziehung opfern und das obwohl ich ja noch relativ jung bin.
 
  • #3
Gegenfrage: Warum sollte die Frau "opfern", warum nicht der Mann?

Von sogenannter "Opferung" halte ich garnichts, denn am Ende kommt auch nur ein Opfer dabei heraus.

Eine Kollegin von mir wechselte aus Liebe nach Berlin zu ihrem Freund, welcher dort beruflich durchstarten wollte inkl. vom Unternehmen bezahlte Weiterbildung, gerade in dieser Weiterbildung verliebte er sich "neu" und trennte sich von ihr.
Sie zog wieder zurück - ohne Job, ohne Partner - wie schön muss Liebe da sein.

Sobald eine Frau draufzahlen muss gibt sie schon zuviel, warum sehen sich Frauen immer als "aufopferungsvoll Gebende"???
Mich nervt das und ich frage mich, wenn Männer angeblich so toll lieben können -lol-, wo bleibt denn ihr Teil dazu??
 
  • #4
Ich bin zwar schon deutlich aelter und genau deswegen würde ich für einen Mann zu Beginn einer Beziehung garnichts mehr opfern. Das habe ich mit 19 und mit 26 gemacht - jeweils mein soziales Umfeld aufgeben und da hingehen, wo der Mann war, den ich jeweils geliebt habe.
Mir gefällt mein Wohnort, mir gefällt mein gutbezahlter Job mit jeder Menge arbeitsvertraglicher Zuckerbonschis. Entweder findet sich ein Mann vor Ort, sodass ich nichts ändern muss oder es wäre mal der Mann dran, sich mir anzupassen.

Das ist übrigens keine blanke Theorie, denn ich habe mich nach 2 Jahren Fernbeziehung von einem Mann getrennt, den ich sehr geliebt habe - weil ich kein Fernbeziehungstyp bin. Ich hatte in seiner Region beruflich keine vergleichbaren Möglichkeiten. Er hätte hier einen vergleichbaren Job bekommen können, wahrscheinlich nicht mit den gleichen personlich-beruflichen Gestaltungsmoeglichkeiten (finde ich bei seinem Job sehr wichtig) und er ist dort sozial sehr gut eingebunden, hätte das 800 km hinter sich lassen müssen. Das wollte er nicht, denn er konnte Fernbeziehung. Ich hatte wegen meiner flexibleren Arbeitszeiten jedes Wochenende 12 Stunden Reisezeit, er nicht.
Nach 2 Jahren war eigentlich klar, daß passt für den Rest des Lebens zusammen, wenn nicht die Entfernung wäre. Ich war nicht bereit, weiterhin meine Lebensqualität für eine Fernbeziehung zu opfern und so zu leben, wie ich nicht leben will - immer mit Sehnsucht, immer auf dem Sprung.
 
  • #5
Ich meine vor allem Sachen wie: in andere Stadt umziehen und dem Partner zu liebe neuen Job suchen müssen, Wohneigentum aufgeben, etc.
Da wäre ich relativ unflexibel. Wohneigentum aufgeben käme für mich niemals in Frage. Weg ziehen und Job wechseln das habe ich in jungen Jahren gemacht, das saß ich ständig auf gepackten Koffern, das würde ich heute auch nicht mehr tun. Der Partner hätte die Möglichkeit zu mir zu ziehen und ansonsten passen die Umstände nicht. Ich würde mir heute nicht mehr meine Existenz über den Haufen werfen für einen anderen Mann wo es keine Sicherheit gibt ob das funktioniert.
 
  • #6
Mit 26 bin ich wegen der Liebe weggezogen, damit er mir 3 Wochen später sagen konnte, "Dann zieh doch wieder zurück". Das war n Schlag ins Gesicht in dem Moment. Nach 6 Jahren im Exil, bin ich dann wirklich zurück, aber nicht wegen ihm, sondern familiär und job mäßig hat sich in meiner alten Heimat etwas ergeben. Jetzt 10 Jahren nach dem Umzug von damals hab ich verstanden, das man sehr naiv sein kann, wenn man verliebt ist. Ich würde es mir sehr gut überlegen
 
A

Ares

  • #7
Ich habe für mich festgestellt, dass ich immer weniger kompromissbereit bin, nicht mein ganzes Leben aufgeben würde, um unbedingt eine Beziehung realisieren zu können.
Schwierig, das hängt auch von wie sehr "neu" die Beziehung ist ab. Ich würde mein Leben auch nicht komplett aufgeben, aber bei mir wäre es schon drin, umzuziehen (= Haus verkaufen) oder nach einem neuen Job zu suchen. Aber klar, ich würde gerade beim Job keine Kompromisse machen, ein Umzug weiter weg wäre also nur drin, wenn ich etwas passendes finde.
 
  • #8
Meine Grenzen variieren mit meiner Lebenssituation!
Beispiel : Es gab die Überlegung mit meinem Exfreund zusammen zu ziehen ( andere Stadt ) Nach 3 Jahren sagte ich, jetzt würde ich zu Dir ziehen. Zwei Jahre später nicht mehr! Grund: meine Kinder! Nach 3 Jahren hatten sie die Grundschule beendet, da wäre ein Umzug ok gewesen. Nach 5 Jahren hätte ich sie nicht aus der Schule genommen.
Im Moment würde ich nichts aufgeben!
Kinder würden rausgerissen, ich habe meinen Job seit fast 18 Jahren und neue Firma und Probezeit wäre mit zuviel Risiko! Ich habe auch einfach finanzielle eine Verantwortung für meine Kinder!
Wenn diese auf eigenen Füssen stehen, kann es sich wieder ändern!
Mein Haus, durch Miete oder Verkauf und andere Versicherungen würden mich absichern, wenn ich neue Wege gehe! Mich selbst interessiert Vermögen nicht!
Nur ich möchte nie zu weit weg gehen!
Ich möchte meine Freunde sehen können und ganz wichtig : Für meine Eltern da sein können! !!
Ansonsten bin ich nicht dafür, dass nur einer alles aufgibt!
 
  • #9
Ich bin im 38. Lebensjahr (1990 bis 2006) in Berlin gelebt und gearbeitet. Hatte mich zu dieser Zeit gefestigt und geheiratet.
Damals als kaufm. Leiter mit der Zusage, die Firmengruppe zu übernehmen. Da habe ich geheiratet. Meine Frau war im Öffentlichen Dienst tätig. Im Alter von 50 Jahre wurde ich Witwer.
Drei Jahre später erkrankte ich an Skoliose, eine Verkrümmung der Wirbelsäule, eine unheilbare Krankheit. Bereits 3 Monate nach dem Tod meiner Frau hatte ich eine neue feste Beziehung( 4 Jahre jünger), für diese bin ich 2006 nach Weißwasser-Sachsen gezogen.
Diese Beziehung lief von Ende 2003 bis 2010, dann kam die Trennung, nicht von mir.
Ich zog wieder in meine Heimat nach Niedersachsen.
Hier hatte ich meine 2. feste Beziehung von 2011 bis Ende 2012, mit einer Frau ( 8 Jahre jünger) die nicht bindungsfähig und auch nicht beziehungsfähig war, was ich schnell herausgefunden hatte.
Auch für diese Frau war ich bereit alles für unser Glück zu tun.

Es ist die eigene Einstellung die man hat, was man aufgeben möchte und kann. Deshalb hatte ich mir ein Haus gemietet und nicht gekauft.
Heute ist kaum eine Frau bereit etwas aufzugeben.
Meine beiden Freunde sind mir immer gefolgt und haben mich besucht, und wir diese auch.
Durch einen Umzug gehen keine Freundschaften verloren, wenn es echte Freundschaften sind!
Eigentum kann man überall erwerben, eine Liebe nicht!
 
  • #10
Ich würde weder meinen Job aufgeben, noch meine Wohnung.
Sondern die Partnerin nur im näheren Umfeld suchen.

Ausserhalb der Kinderkriegphase würde ich keine gemeinsamen Projekte
"aus Liebe" angehen und dafür irgendetwas opfern. Beide Partner sollen von vornherein ihre Freiheiten haben, dann braucht niemand etwas aufgeben.

Dieses symbiontische, insbesondere wenn keine gemeinsamen Kinder vorhanden sind, ist doch Quatsch. Eine Frau bereichert das Leben, aber sie ist nicht der Mittelpunkt, auch wenn das von Frauenseite gerne gefordert wird.
"Liebe" und so. Die Frauen haben den Partnermarkt damals aufgebrochen
und müssen nun gucken, daß die neue Unverbindlichkeit auch für Männer gilt.
Da werde ich mich doch nicht fester binden, als ich muß. Insbesondere nicht mit
größeren Zugeständnissen.
 
N

nachdenkliche

  • #11
Nichts!
Wegen der Liebe zu einem Mann opfere ich nichts mehr. Weder mein soziales Umfeld noch meine Gesunheit und meine Unabhängigkeit. Es reicht mir, was ich die letzten 9 Jahre erlebt habe. Ich bin auch schon älter, viell. Ist das auch der Grund für meine Einstellung. Aber Liebe soll für mich kein Opfer mehr sein. Ich kann mir getrennte Wohnungen in meiner Stadt vorstellen, sonst nichts.
 
  • #12
Was meinst du mit "relativ neuen Partner"?
Halbes Jahr zusammen?
So schnell wird nichts aufgegeben. Und Opfer werden sicher nicht gebracht. Es gibt Dinge, die mir sehr wichtig sind, genauso wie ihm.
Es könnten Kompromisse gemacht werden.
 
  • #13
Hallo Joggerin,

ich bin inzwischen einiges ü35, habe keine Kinder und suche keinen Partner, kann mir die Situation dennoch vorstellen.

Also, "opfern" würde ich persönlich gar nichts...

Weder würde ich etwas an meinem Job ändern (bin selbständig) noch würde ich mein Haus aufgeben, in das ich wirklich sehr, sehr viel Zeit und Liebe und Handwerksarbeit en detail gesteckt habe, um mich dort rundum wohl zu fühlen und alt zu werden.

Sollte sich jedoch aus einer langjährigen, beidseitigen tiefen Liebe, die mit den Jahren besser statt laxer wird, eine feste Beziehung ergeben, wäre ich grundsätzlich im Falle einer beidseitig ausdrücklich gewollten und gewünschten Eheschließung, die diese Beziehung für beide Partner fest besiegelt (Außenwirkung ist vollkommen uninteressant!) zu Kompromissen bereit, und setze dabei voraus, dass mein Partner dies in gleichem Umfäng wäre.

Dies wäre dann aber für beide kein "Opfern", sondern ein Gewinn.

Mir ginge es dabei nicht um finanzielle Absicherung, denn mein Haus und meine geschäftliche Aktivität sichert mich für mein Alter ab, sondern um die Ernsthaftigkeit dieser Liebe. Bin nicht mehr im "Scheidungsalter". Ein geschiedener Partner wäre für mich persönlich auch eh tabu, dazu bin ich ein zu ernsthafter Mensch. Lieben Gruß
 
  • #14
Mit unter 30 auf einen anderen Kontinent gezogen, 2 Jahre im Ausland, dort einige Übersiedlungen. Das war aber kein Opfer für die Beziehung (obwohl es sich nach seinem Job richtete) sondern ein fantastisches bereicherndes Abenteuer.
Jetzt: nix mehr. Kein Wohnungswechsel, kein Ortswechsel, keinen Mitbewohner in meiner Wohnung.
w, 54
 
  • #15
Guten Morgen liebe FS,

Nichts!

Erstens suche ich mir eine Partnerin nach meinen Wünschen und zweitens erwarte ich selbiges von einer Partnerin.

Warum sollte man(n) und frau dann was opfern?

Spätere Änderungen als Paar sind davon ausgeschlossen.
 
  • #17
Ich habe für mich festgestellt, dass ich immer weniger kompromissbereit bin, nicht mein ganzes Leben aufgeben würde, um unbedingt eine Beziehung realisieren zu können.
bei mir is es so daß ich oft umgezogen bin und nicht so verfestigt im Leben bin wie Du beschreibst; meine Eltern werden älter und ich bin lieber in der Nähe, auch weil sie mir ihr Haus überschrieben haben.

Ich denke je länger man single ist und je älter man wird, desto weniger ist man bereit, sich zu öffnen und zu opfern; Frust auf Singlebörsen oder der Frust des Alleinseins führen paradoxerweise aber auch dazu, daß man WENIGER sein Leben umstellen mag und den Bereich "Partnersuche" einfach ausblendet und sich auf die übrigen Seiten des Lebens konzentriert: Man hat nur dieses eine Leben um glücklich zu sein.

Never change a running System - man ist dann um so weniger bereit ein glückliches Leben als single zu ändern.
 
  • #18
Ich denke, in den 20ern ist das noch kein Problem, ab ca. 30 ist man aber häufig beruflich etabliert, hat sich in seiner Stadt einen Freundeskreis bzw. ein soziales Umfeld aufgebaut und will dies nicht einfach aufgeben. Allerdings ist ein Umzug innerhalb desselben Landes längst nicht so gravierend wie ein Umzug in ein anderes Land (der Liebe wegen).
 
  • #19
Das kann ich ganz kurz beantworten: nichts.

Kompromisse: gerne. Aber Opfer bringen? Wem soll das nützen? Was für eine Liebe, eine Partnerschaft soll das sein?
Wenn jemand Opfer bringen muss, dann passt es nicht.
Auch für mich soll sich niemand aufopfern, das wäre mir ein Graus. So einen Partner will ich nicht, so eine Partnerin will ich nicht sein, so eine Partnerschaft kommt für mich niemals in Frage.
 
  • #20
Also ich finde, man sollte sich niemals aufgeben für eine Partnerschaft - schon gar nicht am Anfang einer neuen Liebe. Da wäre es ja grundweg naiv, seinen Job, seinen Wohnsitz und alles zu ändern nur für einen Partner!?
Außerdem begibt man sich ja dann eine gewisse Abhängigkeit zu einem Menschen, den man ja noch gar nicht besonders gut kennt.
Ich bin 40 und habe 2 Kinder und ich könnte mir schon vorstellen umzuziehen, wenn es der Mann meines Lebens wäre.
Aber so etwas ist doch sehr theoretisch und der Gedanke sollte in einer Partnerschaft langsam wachsen.
Außerdem sind ja, wenn man Kinder hat mehrere Menschen mit eingebunden und die müssen das alle gut heißen. Und der Expartner und Vater der Kinder hat ja auch seine rechte, so dass man schon triftige Gründe haben muss, um umzuziehen.

Das hat nichts mit "weniger kompromissbereit" zu tun, denn ich hätte meinen Job auch nicht mit Ende 20 einfach aufgegeben. Nur war es einfacher zu realisieren als mit 40, da ich keine anderen Menschen fragen musste und auch für niemanden außer mich selbst Verantwortung trug.
Aber wenn ich jemanden Liebe, gehe ich gerne Kompromisse ein, wenn sie uns in unserer Partnerschaft gut tun und es nicht nur seine Wünsche sind, die befolgt werden müssen.
 
  • #22
Doch, ich würde, wenn mir ein Partner wichtig ist Anpassungsleistungen erbringen. Meine Arbeit(selbstständig und zumindest mittelfristig ortsgebunden) würde ich nie aufgeben, aber Wohneigentum und den Wohnort (allerdings nur in gewissem Umkreis, max. 150 km, damit meine Arbeit erreichbar bleibt). Vielleicht, vielleicht, bei zu grosser Entfernung, wenn es gar nicht anders ginge, Zweitwohnsitz. Ich glaube ich bin kompromissbereiter geworden, weil ich jetzt besser weiss, was für mich wirklich zählt.
 
  • #23
@D-RAN
Wenn man sich an die Regeln von Kompromissfindungen hält, kommt es nicht zu einem Opfergefühl.

Leider scheitert es oft daran , dass man diese Regeln nicht kennt, nicht weiss wie man solche Kompromisse erarbeitet und seine oder die Grenzen eines anderen ignoriert!
Oft auch eine Folge des Gemütszustandes!
Blind vor Liebe führt eher zur Opferbereitschaft ohne es zu merken ( erstmal )
Hat jemand dieses schon oft schmerzlich erfahren, fehlt oft das Vertrauen in eine opferlose Lösung und grenzt den Kompromiss von vorne herein aus
 
  • #24
Die Fragestellung lautet nicht, ob man sich opfern will für eine Beziehung (merkwürdiges Ansinnen), sondern was man opfern würde aus seinem Leben, sprich welche Erschwernisse man auf sich zu nehmen bereit ist, zugunsten einer Beziehung.

Ich stelle fest, dass in jungen Jahren die meisten Frauen so wie ich waren: für eine Beziehung wurden jede Menge soziale Opfer gebracht, meistens Wohnort, Job, soziales Umfeld, weil der Mann zu unbeweglich war. Den Frauen waren die Beziehungen offensichtlich wichtiger als den Männern. Das habe ich damals in meinem Umfeld oft festgestellt - kein Mann wechselte Ort und Job für eine Frau, außer er war ein beruflicher Nullperformer, den die Frau finanzieren sollte. Dabei waren die Männer beruflich und in Sachen Immobilien alle gleich aufgestellt. Regional flexibel waren immer die Frauen und auch risikofreudig, was den Job anging.

Später dann, sicherlich auch desillusioniert von Männern, manchmal mit kinderbedingten Pflichten, eigenen Immobilien und beruflichem Besitzstand setzen die Frauen andere Prioritäten, d.h. sie nehmen diese Belange genauso ernst wie die Männer. Ich finde es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass Frauen mittlerweile genauso an die Dinge herangehen wie Männer, wenig auf den Bestand einer Beziehung vertrauen, sondern auf ihre eigene wirtschaftliche Absicherung und das vorhandene soziale Netz. Die Frauen würdigen das was sie sich aufgebaut haben viel mehr.
 
  • #25
Ich hätte mit Mitte 20 alles mögliche aufgegeben, sogar meinen Namen bei einer Heirat.
Das käme für mich heute schon aus ganz praktischen Gründen nicht in Frage.

Heute würde ich nichts Wesentliches mehr aufgeben, egal wie sehr ich den Mann liebe.
Wenn er auswandern will, müssen wir uns eben trennen.
Allerdings habe ich leicht reden, denn ich will eigentlich gar keinen Partner und glaube, dass das Leben auch allein sehr schön ist.
Ich habe nun doch einen, weil es mit ihm eben noch schöner ist, aber ich weiß, dass ich da einfach Glück hatte.

Ich bin 16 Jahre lang täglich 52 km einfache Strecke mit häufigen Staus gependelt. Wegen meiner Tochter, die am Ort bleiben sollte.
Dann zog sie zum Studium weg und einen Monat später bin ich umgezogen. Seitdem habe ich einen Arbeitsweg von 3 km ohne Stau ( beim Häuschenkauf habe ich als erstes Suchkriterium die Nähe zum Büro gehabt, obwohl das Innenstadt und damit teuer bedeutet ).
Fünf Monate später lernte ich meinen Freund kennen, der dort wohnt, wo ich gerade weggezogen war.
NIE wäre ich wieder zurückgezogen.
Ich hatte auch etwa ein Jahr renoviert, das wäre ja alles futsch gewesen.
Und bis heute bin ich immer sehr erleichtert, weil ich so entspannt fahren kann und soviel mehr Zeit täglich habe.

Mein Freund hat ein schönes großes Haus mit riesigem Garten und dachte, ich wolle mich da sofort einnisten.
Er wußte nicht, dass ich auch noch so ein Haus fast bei ihm um die Ecke habe, aus dem ich so schnell wie möglich weg wollte.
Er hatte gerade das letzte schlimme Jahr seiner Beziehung hinter sich und wollte nicht mehr mit einer Frau zusammen wohnen.
Und er liebt sein Haus, da wäre er niemals weggezogen, also z.B. zu mir.
Das brachte er mir sehr früh sehr schonend bei.

Das war ich sehr erleichtert und wir sind beide bis heute ( fast zwei Jahre danach ) sehr glücklich, dass wir für den anderen keine Opfer bringen müssen.

w 48
 
  • #27
Nein, überhaupt nicht. Es ist ein gradueller Unterschied.
"Opfer" klingt grausig, in meinen Ohren zumindest.
Kompromisse eingehen, dem Partner einen Gefallen tun - das hört sich gut an.
Eben, da liegt doch schon der Hase im Pfeffer.
Dem Partner soll es gutgehen und wie geht es einem selbst dabei?
Es gibt da Toleranzgrenzen.

Ich kann es meinem Partner auch gutgehen lassen, wenn ich Untreue, Faulheit, Lügen, Chaos, seinerseits akzeptiere.

Frauen wie Männer tun das, nur um nicht solo leben zu müssen.
Eine gute Beziehung lebt von geben und nehmen - aber - es hält sich die Waage. Sobald jemand mehr draufzahlt als er zurückbekommt oder nur draufzahlt und keine Gegenleistung erhält, stimmt das Gleichgewicht in der Bindung nicht und da hören auch Kompromisse oder sogenannte "Opfergaben" schnell auf.

Spruch: Wenn in der Liebe das "schulmeistern" anfängt, hat sie bald Ferien.